[0001] Die Erfindung betrifft eine Druckmaschine nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
[0002] Heutige Druckmaschinen werden immer weiter dezentralisiert und aus einzelnen Modulen
aufgebaut, wie beispielsweise An-/Ausleger, Drucktürme, Lacktürme etc. Jedes dieser
Module beinhaltet eine eigene Stromversorgung für Steuerungstechnik, Hilfsantriebe
zum Betrieb einzelner Walzen, Farb/Feuchtduktoren und Positionierantriebe z.B. für
Formatumstellungen. Übergeordnet ist in der Regel ein Hauptantrieb für den Betrieb
der Druck gebenden Zylinder der Maschine, wie beispielsweise Platten-, Gummi- und
Druckzylinder usw., und deren Zusatzteile wie An- und Ausleger vorhanden. Dieser Hauptantrieb
kann zentral mit einem Hauptantriebsmotor und einer zugehörigen Antriebssteuerung
aufgebaut sein und die komplette Maschine antreiben. Im Zuge der Weiterentwicklung
kann der Hauptantrieb aber auch auf mehrere Einzelantriebe aufgeteilt sein, die nur
einzelne Module antreiben und entsprechend den Anforderungen synchronisiert sind.
Im Sinne der Erfindung ist auch der übergeordnete Leitstand als Modul bezeichnet und
beinhaltet eine eigene Spannungsversorgung.
[0003] In der EP 0 370 223 B1 wird ein dezentraler Steuerrechner innerhalb einer Rotationsdruckmaschine
beschrieben, der über ein Bussystem mit mehreren peripheren Einheiten, wie Farbzonenstellvorrichtungen,
Bahnspannungsmesseinrichtungen oder Bahnspannungsregeleinrichtungen nebst Registerstellvorrichtungen
verbunden ist. Das Bussystem umfasst einen digitalen Bus zur Übertragung von Adress-
und Datensignalen, einen analogen Bus zur Übertragung von erfassten Messwerten und
einen Stromversorgungsteil umfasst.
[0004] In der DE 195 20 642 C1 werden ein Verfahren und eine Steuerung zum Steuern eines
Mehrmotorenantriebs einer Druckmaschine beschrieben. Zum Herunterfahren des gesamten
Systems sind ausreichend dimensionierte Puffer in Form von Kondenstoren bzw. Akkumulatoren
in einem Zwischenkreis vorhanden, die beim Ausfall der Spannungsversorgung ein Herunterfahren
des gesamten Systems ermöglichen.
[0005] Es ist Aufgabe der Erfindung die Verfügbarkeit von Druckmaschinen bei schwachen Netzen
und/oder Ausfall der Betriebsspannung zu erhöhen.
[0006] Die Erfindung löst diese Aufgabe durch Bereitstellung einer Druckmaschine mit den
Merkmalen des Patentanspruchs 1.
[0007] Vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen
Ansprüchen angegeben.
[0008] Erfindungsgemäß werden Gleichspannungszwischenkreise verschiedener Module über einen
Gleichspannungsversorgungsbus parallel geschaltet, der von einem Versorgungsmodul
mit einer gleichgerichteten Netzeingangsspannung versorgt wird und eine Schnittstelle
zur Ankopplung von externen Energiequellen aufweist, die in der Lage sind längerfristige
Spannungseinbrüche zu kompensieren und somit den Gleichspannungsversorgungsbus zu
stabilisieren.
[0009] Die Parallelschaltung aller Gleichspannungszwischenkreise erlaubt in vorteilhafter
Weise eine gleichmäßige Aufteilung der Gesamtkapazität der Energieversorgung auf alle
Verbraucher. Zudem kann beim Abbremsen von Antrieben anfallende Energie ebenfalls
auf alle Verbraucher verteilt werden. Außerdem kann der gemeinsame Gleichspannungsversorgungsbus
in vorteilhafter Weise durch geeignete Komponenten zum Zwecke der Netzausfallüberbrückung
einfacher erweitert werden als eine Wechsel- oder Drehspannungsversorgungsschaltung.
[0010] Zusätzlich eignet sich der Gleichspannungsversorgungsbus zur Versorgung von Drehstromantrieben
über Frequenzumrichter, die ein variables Drehfeld für die Motoren von Drehstromantrieben
erzeugen. Da solche Drehstromantriebe zunehmend bisher verwendete Gleichstromantriebe
ersetzen.
[0011] Zudem können in vorteilhafter Weise auch moderne Schaltnetzteile für die Elektronikversorgung,
beispielsweise von der Maschinensteuerung, Leitstand etc., aus dem Gleichspannungsversorgungsbus
versorgt werden.
[0012] In Ausgestaltung der Druckmaschine sind die Gleichspannungszwischenkreise beispielsweise
über Koppelglieder in Form von Drosselspulen und/oder Sicherungselementen mit dem
Gleichspannungsversorgungsbus verbunden. Die Gleichspannungszwischenkreise weisen
Puffereigenschaften auf, die je nach Kapazität Spannungseinbrüche des speisenden Netzes
überbrücken können.
[0013] In Ausgestaltung der Druckmaschine umfasst das Versorgungsmodul für den Gleichspannungsversorgungsbus
eine Gleichrichterbrückenschaltung und einen Pufferkondensator, der so dimensioniert
ist, dass kurzfristige Spannungseinbrüche des Versorgungsnetzes überbrückt werden
können.
[0014] Die ankoppelbaren externen Energiequellen sind beispielsweise als Speichereinheiten
für elektrische Energie in Form von Pufferkondensatoren und/oder als Akkumulatoren
und/oder Gleichspannungsquellen wie Brennstoffzellen ausgeführt, und/oder als von
einem Verbrennungsmotor angetriebener Generator ausgeführt, der über einen Gleichrichter
an den Gleichspannungsversorgungsbus angekoppelt ist.
[0015] In weiterer Ausgestaltung der Druckmaschine ist die Energiequelle als Energiespeicher
in Form von rotierenden Schwungmassen ausgeführt, die über einen Frequenzumrichter
mit dem Gleichspannungsversorgungsbus verbunden sind. Die Frequenzumrichter treiben
beispielsweise eine feingewuchtete Standard-Asynchronmaschine mit angeflanschter Schwungmasse.
Bei einem Spannungsausfall wird über den Frequenzumrichter die Schwungscheibe abgebremst
und die anfallende Energie direkt dem Gleichspannungsversorgungsbus zugeführt. Umgekehrt
kann beim Abbremsen von Antrieben entstehende Bremsenergie in der Schwungmasse zwischengespeichert
werden.
[0016] Die erfindungsgemäße Druckmaschine mit dem Gleichspannungsversorgungsbus ist gegenüber
der Frequenz des speisenden Netzes unabhängig und weist eine größere Fehlertoleranz
gegenüber schwachen Netzen und kurzen Spannungseinbrüchen auf, wodurch sich weniger
Maschinenstillstand und eine erhöhte Verfügbarkeit der Maschine realisieren lassen.
Zudem kann der Gleichspannungsversorgungsbus bei verschärften Netzbedingungen einfach
durch ankoppelbare Zusatzkomponenten erweitert werden, die in Abhängigkeit von der
Dauer der Spannungseinbrüche über die Schnittstelle mit dem Gleichspannungsversorgungsbus
verbunden werden.
[0017] Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt
und wird nachfolgend beschrieben.
[0018] Die einzige Figur zeigt ein Blockschaltbild der erfindungsgemäßen Druckmaschine.
[0019] Wie aus der Figur ersichtlich ist, umfasst eine dargestellte Druckmaschine 100 ein
Leitstandmodul 6 mit zwei DC/DC-Wandlern 7.1, 7.2, ein Hauptantriebmodul 8 mit mehreren
Hauptantrieben 8.1, 8.2 und 8.n, ein Druckwerkmodul 9 mit einem DC/DC-Wandler 7.3
und zwei Nebenantrieben 10.1, 10,2, ein Anlegermodul 11, das einen DC/DC-Wandler 7.4
und zwei Nebenantriebe 10.3, 104 umfasst und ein Versorgungsmodul 1, das einen Gleichspannungsversorgungsbus
DC-Bus, welcher die genannten Module mit Energie versorgt, mit einer gleichgerichteten
Netzeingangsspannung versorgt. Zur Verbesserung der Verfügbarkeit der Druckmaschine
100 bei schwachen Netzen und/oder Ausfall der Betriebsspannung ist eine Schnittstelle
2 zur Ankopplung externer Komponenten 3, 4, 5 an den Gleichspannungsversorgungsbus
DC-BUS vorhanden, die in der Lage sind, längerfristige Spannungseinbrüche zu kompensieren.
[0020] Wie weiter aus der Figur ersichtlich ist sind alle in oder an der Druckmaschine 100
vorhandenen Gleichspannungszwischenkreise 14 über den Gleichspannungsversorgungsbus
DC-BUS parallel geschaltet, wodurch sich ein gemeinsamer Gleichspannungszwischenkreis
mit dem gleichen Spannungsniveau ergibt. Die Kopplung der Gleichspannungszwischenkreise
14 der Module 6, 8, 9, 11 an den Gleichspannungsversorgungsbus DC-BUS kann direkt
oder über nicht dargestellte Koppelglieder in Form von Drosseln und/oder Sicherungselementen
vorgenommen werden.
[0021] Zur Versorgung des Gleichspannungsversorgungsbusses DC-BUS mit der gleichgerichteten
Netzspannung verfügt das Versorgungsmodul 1 beispielsweise über eine Gleichrichterbrücke
12 und einen nachgeschalteten Pufferkondensator 13 und eine integrierte Softstartfunktion
zum langsamen Einschalten der Versorgungsspannung für alle Module am gemeinsamen Gleichspannungsversorgungsbus
DC-BUS. Der Pufferkondensator 13 ist beispielsweise so dimensioniert, dass kurzfristige
Spannungseinbrüche des Versorgungsnetzes überbrückt werden können. Ferner kann das
Versorgungsmodul 1 eine Einrichtung zur Rückspeisung überschüssiger Energie ins Netz
beim Abbremsen der Druckmaschine beinhalten.
[0022] Die externen Energiequellen, die über die Schnittstelle 2 an den Gleichspannungsversorgungsbus
DC-BUS angekoppelt werden können, sind in der Lage längerfristige Spannungseinbrüche
zu kompensieren und umfassen beispielsweise Zusatzpuffer 3 in Form von Kondensatoren
oder Akkumulatoren oder eine Gleichspannungsquelle in Form einer Brennstoffzelle.
[0023] Alternativ oder zusätzlich kann ein Energiespeicher 4 in Form von rotierenden Schwungmassen
an den Gleichspannungsversorgungsbus DC-BUS über die Schnittstelle 2 angekoppelt werden.
Diese sind sehr einfach mit am Gleichspannungsversorgungsbus DC-BUS angeschlossenen
Frequenzumrichtern zu realisieren, die eine feingewuchtete Standard-Asynchronmaschine
mit angeflanschter Schwungmasse treiben. Bei einem Spannungsausfall wird über den
Frequenzumrichter die Schwungscheibe abgebremst und die anfallende Energie direkt
dem Gleichspannungsversorgungsbus DC-BUS zugeführt. Umgekehrt kann Bremsenergie aus
der Druckmaschine 100 in der Schwungmasse "zwischengespeichert" werden. Bei entsprechender
Dimensionierung kann der Frequenzumrichter mit einem vorhandenen Eingangskreis mit
Gleichrichter und Ladeschaltung das Versorgungsmodul 1 ersetzen.
[0024] Als weitere Energiequelle können mit Verbrennungsmotoren angetriebene Generatoren
5 über Gleichrichterdioden und die Schnittstelle 2 an den Gleichspannungsbus DC-BUS
angekoppelt werden.
Bezugszeichenliste
[0025]
- 1
- Versorgungsmodul
- 2
- Schnittstelle
- 3
- Elektrische Speicherelemente
- 4
- Schwungmasse
- 5
- Generator mit Verbrennungsmotor
- 6
- Leitstandmodul
- 7.1 bis 7.4
- DC/DC-Wandler
- 8
- Hauptantriebmodul
- 8.1 bis 8.n
- Hauptantriebe
- 9
- Druckwerkmodul
- 10.1 bis 10.4
- Nebenantriebe
- 11
- Anlegermodul
- 12
- Gleichspannungszwischenkreis
- 13
- Pufferkondensator
- 14.1 bis 14.4
- Gleichspannungszwischenkreise
- DC-BUS
- Gleichspannungsversorgungsbus
1. Druckmaschine mit mehreren Modulen (6, 8, 9, 11) und mehreren Gleichspannungszwischenkreisen
(14.1 bis 14.4) zur Energieversorgung der Module (6, 8, 9, 11),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Gleichspannungszwischenkreise (14.1 bis 14.4) über einen Gleichspannungsversorgungsbus
(DC-BUS) parallel geschaltet sind, der von einem Versorgungsmodul (1) mit einer gleichgerichteten
Netzeingangsspannung versorgbar ist.
2. Druckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleichspannungszwischenkreise (14.1 bis 14.4) über Koppelglieder in Form von
Drosselspulen und/oder Sicherungselementen mit dem Gleichspannungsversorgungsbus (DC-BUS)
verbunden sind.
3. Druckmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Versorgungsmodul (1) mindestens eine Gleichrichterbrückenschaltung (12) und mindestens
einen Pufferkondensator (13) umfasst.
4. Druckmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die ankoppelbare Energiequelle (3, 4, 5) als Pufferkondensator und/oder als Akkumulator
und/oder als Brennstoffzelle ausgeführt ist.
5. Druckmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die ankoppelbare Energiequelle (3, 4, 5) als von einem Verbrennungsmotor angetriebener
Generator ausgeführt ist, der über einen Gleichrichter an den Gleichspannungsversorgungsbus
(DC-BUS) angekoppelt ist.
6. Druckmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Energiequelle (3, 4, 5) als Energiespeicher in Form einer rotierenden Schwungmasse
mit einem Frequenzumrichter ausgeführt ist.
7. Druckmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Gleichspannungsversorgungsbus (DC-Bus) eine Schnittstelle (2) zur Ankopplung
von Energiequellen (3,4,5) zur Stabilisierung des Gleichspannungsversorgungsbusses
(DC-Bus) umfasst.