[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Steuerung und/oder Überwachung einer
verkehrssteuernden und/oder verkehrsüberwachenden Funktionseinheit sowie auf eine
Steuerungs- und/oder Überwachungseinheit zur Steuerung und/oder Überwachung einer
verkehrssteuernden und/oder verkehrsüberwachenden Funktionseinheit.
[0002] Sowohl im Strassenverkehr als auch im Schienenverkehr werden die Verkehrsströme dynamisch
gesteuert und/oder überwacht. Hierzu sind im Strassenverkehr als Funktionseinheiten
beispielsweise Anzeigequerschnitte und Leiterschleifen in der Fahrbahn vorgesehen
um den Verkehrsfluss zu steuern bzw. die Verkehrsdichte zu erfassen. Im Schienenverkehr
werden als derartige Funktionseinheiten Signale in Glühlampen- oder LED-Technologie,
Gleisbelegungs- und Meldeeinrichtungen, Einrichtungen zur Zugvollständigkeitskontrolle,
wie z.B. Achszähler, Einrichtungen zur Zugbeeinflussung, beispielsweise Loop-Kabel,
Fest-Balisen sowie ETCS-Komponenten, eingesetzt, um den Zugverkehr- auch bei oft sehr
hoher Trassenbelegung - sicher zu steuern und zu überwachen.
[0003] Zur Steuerung derartiger Funktionseinheiten werden im Schienenverkehr sogenannte
Stellteile eingesetzt. Diese Stellteile haben die Aufgabe, die Funktionseinheiten
(wie sie oben beispielhaft aufgezählt wurden) differenziert anzusteuern und zu überwachen.
Rückmeldungen an die Systemsteuereinrichtungen, meist Stellwerke, erfolgen periodisch
und enthalten die erforderliche bestimmungsgemässe Information zum Bahnprozess wie
zum Beispiel Gleis belegt und die komprimierten Resultate der in kurzen Zeitintervallen
laufenden Testintervallen.
[0004] Vermehrt werden heute solche Stellteile abgesetzt vom Stellwerk in der Nähe der zu
steuernden Funktionseinheit betrieben. Dadurch entfällt die Einschränkung durch lange
Leitungen im Bereich der Bahntrasse mit seinen EMV Einwirkungen.
[0005] Beispielsweise wird von der Siemens Schweiz AG unter dem Handelsnamen MSTT® auf dem
Markt ein solches Stellteil angeboten..
[0006] Derartige dezentrale Stellteile haben in der Regel die Aufgabe, abgesetzt von Stellwerken,
Leitsystemen oder allgemeiner gesprochen von Datenverarbeitungsanlagen, lokal vor
Ort meistens im Gleisbereich angeordnete Signal- und sicherungstechnische Einrichtungen
anzusteuern und/oder deren funktionale Zustände zu ermitteln und soweit erforderlich
auch deren korrekte Funktion, ggfs. auch im Ruhezustand, zu überwachen. Die Notwendigkeit
der Überwachung ist dabei in dem üblicherweise streng normierten eisenbahntechnischen
Umfeld durch den der jeweiligen Funktion zugeordneten Sicherheitslevel nach den jeweils
gültigen aktuellen bahntechnischen Normen bestimmt, z.B. SIL4 nach EN 50129.
[0007] Eine derartige Ansteuerung und/oder Überwachung am Ort der Funktionseinheit unterstützt
das Erkennen von Ausfällen in diesen Funktionseinheiten und macht es oft überhaupt
erst möglich, dass auch eine allmähliche schleichende Verschlechterung von Prozessparametern
der Funktionseinheit, die in der Regel mit einer Funktionseinschränkung einhergehen,
detektiert werden kann, die üblicherweise im Vorfeld eines Ausfalls auftritt.
[0008] Dezentrale Stellteile werden über eine meist lange Zuleitung mit elektrischer Energie
aus dem Stellwerk versorgt. Eine Versorgungseinheit im dezentralen Stellteil liefert
die elektrische Speisung sowohl für das interne Kontroll- und Steuerungssystem wie
auch für die anzusteuernden Funktionseinheiten. Weiter weist das dezentrale Stellteil
in der Regel eine bidirektionale Datenverbindung auf, über die es Daten für die Steuerung
der ihr zugewiesenen Funktionseinheiten sowie zur Gewährleistung dessen eigener Funktionalität
und Sicherheit des Kontrollsystems austauscht. Diese Kommando- und Meldeinformationen
werden mittels Telegramm vom Stellwerk, Leitsystem, einer speicherproprammierbaren
Steuerung (SPS) oder dergleichen an das dezentrale Stellteil abgesetzt, wobei das
dezentrale Stellteil entsprechend auch Meldungen in die Gegenrichtung zurückschickt.
[0009] Weil die Funktionseinheiten sozusagen im Frontend-Bereich des Bahnprozesses meist
sehr stark länder- und/oder bahnspezifisch ausgebildet sind und daher in der Regel
über proprietäre Schnittstellen verfügen, ist die Ansteuerung unterschiedlicher Funktionseinheiten
im besonderen im bahn- und/oder länderübergreifenden Bereich häufig nur mit einer
Vielzahl sehr spezifisch ausgestalteter Stellteile möglich, was im besonderen beispielsweise
im Hinblick auf den Austausch von Glühlampen-Signale gegen wartungsärmere LED-Signale
erhöhte Schwierigkeiten hinsichtlich der verwendeten Vielfalt der dezentralen Stellteile
nach sich zieht.
[0010] Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Steuerung und/oder Überwachung
von verkehrssteuernden und/oder verkehrsüberwachenden Funktionseinheiten sowie ein
dezentrales Stellteil, nachfolgend auch als Steuerungs- und/oder Überwachungseinheit
bezeichnet, anzugeben, mit denen es möglich ist, sehr unterschiedliche Funktionseinheiten
in einfacher Weise funktional an ein dezentrales Stellteil zu koppeln, das selbst
eine entsprechend grosszügige diesbezügliche Disponierbarkeit/Parametrierbarkeit aufweist.
[0011] Diese Aufgabe wird bezüglich des Verfahrens erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass
ein Verfahren zur Steuerung und/oder Überwachung einer verkehrssteuernden und/oder
verkehrsüberwachenden Funktionseinheit vorgesehen ist, bei dem:
a) eine dezentrale Steuerungs- und/oder Überwachungseinheit zur Steuerung und/oder
Überwachung der Funktionseinheit vorgesehen wird,
b) die dezentrale Steuerungs- und/oder Überwachungseinheit mit einer Speiseschnittstelle
für eine elektrische Leistungsversorgung der Funktionseinheit versehen wird,
c) Daten für die Steuerungs- und/oder Überwachung der Funktionseinheit in Form von
Schaltmustern in einem elektrischen Speisesignal über die Speiseschnittstelle an die
Funktionseinheit übermittelt werden, und
d) die Funktionseinheit in Abhängigkeit von den übermittelten Daten gesteuert und/oder
spezifisch mit Energie in Funktion der Zeit versorgt wird und/oder überwacht wird.
[0012] Bezüglich des dezentralen Stellteils wird dieses voranstehende Aufgabe erfindungsgemäss
dadurch gelöst, dass eine dezentrale Steuerungs- und/oder Überwachungseinheit zur
Steuerung und/oder Überwachung einer verkehrssteuernden und/oder verkehrsüberwachenden
Funktionseinheit vorgesehen ist, die:
a) eine Speiseschnittstelle für eine elektrische Leistungsversorgung der Funktionseinheit
in Funktion der Zeit umfasst;
b) einen Controller, mittels dem Daten für die Steuerung und/oder Überwachung der
Funktionseinheit in Form von Schaltmustern eines elektrischen Speisesignals über die
Speiseschnittstelle an die Funktionseinheit übermittelbar sind, umfasst; und
c) eine Datenschnittstelle, über welche Daten zur Steuerung und/oder Überwachung der
Funktionseinheit von einer übergeordneten Steuerungs- und/oder Überwachungseinrichtung,
wie z.B. ein Stellwerk, eine Leitzentrale, empfangbar sind, umfasst.
[0013] Auf diese Weise gestatten es das voranstehende Verfahren und das voranstehende dezentrale
Stellteil, die Funktionseinheiten über eine geeignete Parametrierung des Speisesignals
für diese Funktionseinheit zu speisen in Funktion der Zeit, zu steuern und/oder zu
überwachen. Es bedarf daher lediglich des Controllers im Stellteil, welcher die bedarfsweise
gewünschte Funktion der Funktionseinheit durch eine entsprechende Ausgestaltung des
Schaltmusters auf dem Speisesignal abruft. Auf diese Weise lassen sich nahezu beliebige
Funktionseinheiten mit diesem Grundtyp von dezentralem Stellteil betreiben.
[0014] Bezüglich der Parametrierung des Speisesignals gibt es eine Vielzahl im Stand der
Technik bekannter Verfahren, welche u.a. die Modulation der Nutzinformation auf das
Speisesignal vorsehen. Eine besonders einfach und eisenbahntechnisch sichere, auch
mit Gleichspannung betreibbare Lösung kann als Schaltmuster für das elektrische Speisesignal
die Verwendung eines pulsweitenmodulierten Signals vorsehen. Im besonderen kann mit
dem pulsweitenmodulierten Speisesignal die auf eine Funktionseinheit zugeführte Leistung
gesteuert werden. So ist es zum Beispiel möglich, Lichtsignale (LED- und Glühlampensignale)
in der Lichtabgabe durch das zeitliche Ein/Aus-Verhältnis (Tastrate) zu regulieren,
beispielsweise durch eine Absenkung der elektrischen Leistung zu Erzielung der Nachtabsenkung.
Diese Regulierung kann sowohl der bestimmungsgemässen Funktion als auch der Funktionsüberwachung
dienen, z.B. dem Wartungsvorgang zwecks Lichtstärkenregulierung an einem Lichtsignalmittel
in Rahmen eines periodischen Überwachungszyklus.
[0015] Eine mögliche Variante, die im besonderen bei Funktionseinheiten mit einfachen Stellstrukturen
angewendet werden kann, kann als Schaltmuster für das elektrische Speisesignal das
Ein- und Ausschalten des Speisesignals vorsehen. Ausserdem ist natürlich auch eine
Kombination der beiden voranstehenden Schaltmuster in einer Weise möglich, dass als
Schaltmuster für das elektrische Speisesignal das Ein- und Ausschalten eines pulsbreitenmodulierten
Speisesignals verwendet wird.
[0016] Weiter kann zur Optimierung des Energieverbrauchs die mittels des Speisesignals zugeführte
elektrische Leistung in Abhängigkeit von der aktuell bereitzustellenden Funktion der
Funktionseinheit gesteuert werden.
[0017] Die Parametrierbarkeit des Speisesignals ermöglicht es, eine nahezu beliebige Anzahl
von Schaltfunktionen in das Speisesignal "einzubauen". So kann es vorgesehen sein,
mit einer zeitlich beliebigen Schaltfunktion im Speisesignal eine oder mehrere der
nachfolgenden Verfahrensschritte auszuführen:
a) eine Funktionseinheit wird neu gestartet;
b) eine Funktionseinheit wird im Fehlerfall von ihrer elektrischen Versorgung getrennt;
c) eine Funktionseinheit wird ausgeschaltet, um einen Offset einer für die Überwachung
der Funktionseinheit relevanten Messgrösse zu erfassen;
d) eine Funktionseinheit wird hinsichtlich ihrer bestimmungsgemässen Funktion überwacht;
e) eine Funktionseinheit wird mit einem an ein Einschaltmoment angepasstes Energieversorgungsprofil
versorgt.
[0018] Weiter kann auch die ordnungsgemässe Funktion der Funktionseinheit aus einer Überwachung
der Leistungsaufnahme zumindest teilweise überprüft werden. Damit parasitäre Einflüsse
möglichst gering derartige Überprüfungen stören können, kann in vorteilhafter Weiterbildung
der Erfindung die elektrische Leistungsaufnahme der Funktionseinheit speisesignal-seitig
überwacht werden. So kann beispielsweise bei Lichtsignalen einer bestimmten Bauart
die Abnahme des aufgenommenen Stroms die Abnahme der abgestrahlten Lichtleistung indizieren.
Generell kann auf diese Weise auch Teilausfall oder gar das Auslösen einer Sicherung
in einem von mehreren Stromkreisen der Funktionseinheit detektiert werden.
[0019] Häufig kommt es auch vor, dass beispielsweise verschiedene Software-Versionen auf
das dezentrale Stellteil aufgespielt werden, wie z.B. eine die Zusammensetzung eines
Balisen-Telegramms bestimmende Software, und von dort weiter an die Funktionseinheit
übertragen werden müssen. Ein einfaches universelles Verfahren kann es daher vorsehen,
mittels definierten Schaltmustern im Speisesignal Informationsketten, wie z.B. Datentelegramme,
zu übertragen. Auf diese Weise lässt sich beispielsweise auch eine von mehreren bereits
auf der Funktionseinheit befindlichen Software- und/oder Hardware-Versionen direkt
aktiv schalten oder nach Art einer TimerFunktion zeitliche Gültigkeitsbereiche für
die Versionen festlegen. Es ist ebenfalls möglich durch die Verwendung spezieller
Schaltmuster, wie z.B. n aus m, die Datenübertragung synchron zu betreiben und gleichzeitig
die Menge der elektrischen Energiezufuhr durch die Ein/Auszeiten des pulsweitenmodulierten
Speisesignals zu steuern.
[0020] Da in der Regel (noch) nicht alle Funktionseinheiten über die erforderlichen Eigenschaften
für den Datentransfer über die Speisung verfügen oder die zu übertragenden Daten zu
komplex für eine Übertragung auf der Speisung sind, kann es vorgesehen sein, zusätzlich
Daten an die Funktionseinheit und/oder Daten von Funktionseinheit über ein von der
Speisung unabhängiges Datenübertragungsmittel zu übertragen. Möglicherweise verfügt
die Funktionseinheit selbst über eine interne unabhängige Überwachung und kann so
über diese Verbindung von sich aus periodisch oder durch das Stellteil angestossen
Zustandsinformationen an das Stellteil zurückgeben, die dort eingelesen und ggfs.
bereits ausgewertet werden können. Eine fehlerhafte Zustandsinformation für die Funktionsprüfung
dieser Datenleitung können beispielsweise ausgelöst werden, indem das Speisesignal
kurzzeitig verändert wird oder durch ein Auslösesignal am Datenausgang des Stellteils,
welches interne Prozeduren in der Funktionseinheit startet. Eine diesbezügliche Zustandsinformation
kann dabei so konzipiert sein, dass ein digitales statische Signal die Aussage "Information
gut/fehlerhaft" repräsentiert, ein periodisches oder nur im Fehlerfall vorhandenes
Daten-Telegramm mit Zustandsinformationen gesendet und ein analoges Signal, z.B. in
Form eines Messwertes, einem A/D-Konverter zugeführt wird.
[0021] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den übrigen Unteransprüchen
zu entnehmen.
[0022] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand einer Zeichnung näher erläutert.
Dabei zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung eines dezentralen Stellteils und einer von ihm gesteuerten
und überwachten Funktionseinheit;
- Figur 2
- eine schematische Darstellung eines Speisesignalschaltmusters zur Steuerung der Funktionseinheit
nach Figur 1; und
- Figur 3
- eine schematische Darstellung eines weiteren Speisesignalschaltmusters zur Steuerung
einer Funktionseinheit nach Figur 1.
[0023] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung eines dezentralen Stellteils ST, welches
eine Funktionseinheit FE, vorliegend ein Eisenbahnsignal S, steuert und überwacht.
Das dezentrale Stellteil ST umfasst im wesentlichen einen Controller µC
ST und eine Energieversorgungseinheit PSU. Auf der logisch von der Funktionseinheit
FE abgewandten Seite des dezentralen Stellteils ist ein hier nicht weiter dargestelltes
Stellwerk angeordnet, welches über eine Spannungsversorgungsverbindung elektrische
Energie PS an das ST und über eine bidirektionale Datenleitung Steuerdaten CD an das
dezentrale Stellteil ST sendet oder vom dezentralen Stellteil ST erhält. Das dezentrale
Stellteil ST weist in logischer Richtung zu der Funktionseinheit FE eine zweiadrige
Verbindung auf, über die mittels eines Speisesignals SS die zum Betrieb der Funktionseinheit
FE erforderliche elektrische Leistung übertragen wird. In gestrichelter Darstellung
sind weiter eine Verbindung zur Übertragung von Ausgangsdaten D
out an die Funktionseinheit FE, eine Verbindung zum Erhalt von Eingangsdaten D
in von der Funktionseinheit FE und ein in der Funktionseinheit FE angeordneter Controller
µC
FE vorgesehen. Diese gestrichelt dargestellten Komponenten sind optional und ihr Vorhandensein
hängt in der Regel von der Komplexität und/oder Funktionalität der Funktionseinheit
FE ab. Im vorliegenden Fall umfasst das Eisenbahnsignal S vier Signalleuchten L, die
in verschiedenen Einzel- und Mehrfachkonfigurationen angesteuert werden müssen, so
dass mindestens der Controller µC
FE vorgesehen ist, um die Signalleuchten L entsprechend den ursprünglich aus dem Stellwerk
kommenden Steuerdaten CD anzusteuern. Welche der Signalleuchten aber nun tatsächlich
mit welcher Leuchtstärke abstrahlen müssen, wird mit einem dem Speisesignal SS durch
den Controller µC
ST aufgeprägten Signalmuster P
+/P
g an die Funktionseinheit FE übermittelt.
[0024] Ein Beispiel für ein derartiges Signalmuster P
+/P
g iST in Figur 2 in Form eines pulsweitenmodulierten Signals vorgesehen. Als in Form
des Signalmuster P
+/P
g codierte Steuergrössen können dabei die Einschaltperiodendauer P
+, deren zugehörige Spannung V
+, die Ausschaltperiodendauer P
g, deren zugehörige Spannung V
off, wobei sich aus der Addition von P
+ und P
g die Frequenz f des pulsweitenmodulierten Signals ergibt. Zusätzlich kann auch die
zeitliche Veränderung der Frequenz f als Steuergrösse für die Funktion der Funktionseinheit
FE dienen. Es besteht daher ein vergleichsweise breites Angebot an Steuergrössen,
die als Muster des Speisesignals SS mit ausreichendem Pegel und Rauschabstand von
dem ST auf die Funktionseinheit FE übertragen werden können und dort die gewünschte
Funktion abrufen. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist daher durch das Bezugszeichen
V
off angedeutet, dass mit dem Niveau dieser Offset-Spannung beispielsweise dem Controller
µC
FE der Steuereinheit mitgeteilt wird, welche der möglichen Signallampenkonfigurationen
L mit welcher Leuchtstärke leuchten soll.
[0025] Für den Fall eines nur eine Signalleuchte L aufweisenden Signals S kann mit dem Einschalten
des Speisesignals SS auch die Signalleuchte L zu leuchten gebracht werden. Durch eine
geeignete vorbestimmbare Wahl des Verhältnisses von Ein- zu Ausschaltperiodendauer
kann auch wieder ein pulsweitenmoduliertes Signalmuster dazu benutzt werden, neben
dem Ein/Ausschalten der Signalleuchte L deren Leuchtstärke zu regeln, wie dies beispielsweise
für die Nachtabsenkung zur Vermeidung von Blendungen der Lokführer vorgesehen ist.
Wie in Figur 3 gezeigt, kann das Schaltverfahren einer Pulswellenmodulation einem
DC-Spannung/Speisungssignal überlagert sein. Anhand der Höhe resp. des diskreten Wertes
dieser Grundspannung enthält das als Amplitudeninformation ausgestaltete Schaltmuster
die notwendigen Informationen zum Steuern beispielsweise eines gewünschten Betriebszustandes
oder zum Auslösen einer Funktion, wie z.B. einem Reset der Funktionseinheit.
[0026] Um aber beispielsweise auch eine hohe Störfestigkeit dieser Art von Informationsübermittlung
zu gewährleisten, sind Massnahmen möglich, die die Auslösung einer Funktion auf der
Basis des Schaltmusters, also beispielsweise der Amplitudeninformation, erst dann
auslösen, wenn eine programmierbare Anzahl gleicher Schaltmuster, wie zum Beispiel
gleicher Pegel der DC Grundspannung, abgetastet worden ist.
[0027] Diese vorangehenden Beispiele sind daher nur beschreibender Natur und sollen den
Offenbarungsgehalt der Erfindung nicht darauf beschränken. Vielmehr ist es dem auf
diesem Gebiet tätigen Fachmann ohne erfinderisches Hinzutun möglich, unzählige Varianten
und Modifikation der vorliegenden Erfindung in Anpassung an die vom ihm in diesem
Kontext zu lösende Aufgabe zu finden. Der wahre Umfang der vorliegenden Erfindung
ist daher den nachfolgenden Patentansprüchen zu entnehmen.
1. Verfahren zur Steuerung und/oder Überwachung einer verkehrssteuernden und/oder verkehrsüberwachenden
Funktionseinheit, bei dem:
a) eine dezentrales Steuerungs- und/oder Überwachungseinheit (ST) zur Steuerung und/oder
Überwachung der Funktionseinheit (FE) vorgesehen wird,
b) die dezentrale Steuerungs- und/oder Überwachungseinheit (ST) mit einer Speiseschnittstelle
für eine elektrische Leistungsversorgung (SS) der Funktionseinheit (FE) versehen wird,
c) Daten für die Steuerungs- und/oder Überwachung der Funktionseinheit in Form von
Schaltmustern eines elektrischen Speisesignals (SS) über die Speiseschnittstelle übermittelt
werden, und die Funktionseinheit (FE) in Abhängigkeit von den übermittelten Daten
gesteuert und/oder überwacht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
als Schaltmuster für das elektrische Speisesignal (SS) ein pulsweitenmoduliertes Signal
(P+, Pg) verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
als Schaltmuster für das elektrische Speisesignal (SS) das Ein- und Ausschalten des
Speisesignals (SS) verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
als Schaltmuster für das elektrische Speisesignal (SS) das Ein- und Ausschalten eines
pulsbreitenmodulierten Speisesignals (SS) verwendet wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die mittels des Speisesignals (SS) zugeführte elektrische Leistung in Abhängigkeit
von der aktuell bereitzustellenden Funktion der Funktionseinheit (FE) gesteuert wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
mit einer zeitlich beliebigen Schaltfunktion im Speisesignal (SS) eine oder mehrere
der nachfolgenden Verfahrensschritte ausgeführt werden:
a) eine Funktionseinheit (FE) wird neu gestartet;
b) eine Funktionseinheit (FE) wird im Fehlerfall von ihrer elektrischen Versorgung
getrennt;
c) eine Funktionseinheit (FE) wird ausgeschaltet, um einen Offset einer für die Überwachung
der Funktionseinheit (FE) relevanten Messgrösse zu erfassen;
d) eine Funktionseinheit (FE) wird hinsichtlich ihrer bestimmungsgemässen Funktion
überwacht;
e) eine Funktionseinheit (FE) wird mit einem an ein Einschaltmoment angepasstes Energieversorgungsprofil
versorgt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die elektrische Leistungsaufnahme der Funktionseinheit (FE) speisesignal-seitig überwacht
wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
mittels definierten Schaltmustern im Speisesignal (SS) Informationsketten, wie z.B.
Datentelegramme, übertragen werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
Daten an die Funktionseinheit (FE) und/oder Daten von Funktionseinheit (FE) über ein
von der Speisung unabhängiges Datenübertragungsmittel übertragen werden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Schaltmuster einer Pulswellenmodulation einer DC-Spannung/Speisung überlagert
wird.
11. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Höhe respektive der diskrete Wert der Grundspannung eine Amplitudeninformation
zum Steuern und/oder Überwachen eines Betriebszustandes und/oder zum Auslösen einer
Funktion innerhalb der Funktionseinheit (FE) umfasst.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Auslösung einer Funktion auf der Basis des Schaltmusters zur Unterdrückung von
Störeinwirkungen erst nach dem Abtasten einer programmierbaren Anzahl gleicher Pegel
einer DC Grundspannung und/oder gleicher Schaltmuster erfolgt.
13. Dezentrale Steuerungs- und/oder Überwachungseinheit (ST) zur Steuerung und/oder Überwachung
einer verkehrssteuernden und/oder verkehrsüberwachenden Funktionseinheit (FE), mit:
a) einer Speiseschnittstelle für eine elektrische Leistungsversorgung der Funktionseinheit
(FE);
b) einem Controller (µCST), mittels dem Daten für die Steuerung und/oder Überwachung der Funktionseinheit (FE)
in Form von Schaltmustern eines elektrischen Speisesignals über die Speiseschnittstelle
an die Funktionseinheit (FE) übermittelbar sind; und
c) einer Datenschnittstelle, über welche Daten zur Steuerung und/oder Überwachung
der Funktionseinheit (FE) von einer übergeordneten Steuerungs- und/oder Überwachungseinrichtung,
wie z.B. einem Stellwerk, einer Leitzentrale, empfangbar sind.
14. Dezentrale Steuerungs- und/oder Überwachungseinheit nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Dateneingang und/oder ein Datenausgang zur Kommunikation mit der Funktionseinheit
(FE) vorgesehen ist.