Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Vorbereitung von Platten
für eine Anordnung an einer Trageinrichtung. Die Erfindung ist insbesondere geeignet
zum Vorbereiten von Druckplatten zum Aufspannen auf Druckwalzen von Druckmaschinen.
Allgemeiner ist die Erfindung verwendbar zum Plattieren von ebenen oder zylindrischen
Körpern verschiedener Art.
Hintergrund der Erfindung:
[0002] In Druckmaschinen, wie sie beispielsweise beim Zeitungsdruck, aber auch für die meisten
anderen Drucksachen verwendet werden, werden die zu druckenden Texte oder Graphiken
- in der Fachsprache wird das Druckbild "Image" genannt - auf Druckplatten aufgebracht.
Für den Druck werden die Druckplatten auf Druckwalzen befestigt. Bei mehrfarbigen
Druck gibt es für jede Farbe eine eigene Druckplatte, die entsprechend auf eine Druckwalze
aufgebracht wird. Für einen exakten passenden Druck ist es wichtig, die Druckplatte
exakt auf der Druckwalze zu positionieren.
[0003] In Fig. 1 ist eine erste Druckwalze 10 schematisch skizziert. Die Druckwalze 10 hat
zur exakten Positionierung einer in Fig. 4 dargestellten Druckplatte 12 an ihrem Umfang
eine oder mehrere sich in axialer Richtung erstreckende Nuten 14, 15. In Fig. 2 ist
eine zweite, unterschiedlich dimensionierte Druckwalze 16 mit eingespannter Druckplatte
12 in in axialer Richtung gesehener Draufsicht dargestellt. Für jede Druckplatte 10,
16 ist der Umfangsabstand U der Nuten 14, 15, die radiale Ausrichtung der Nuten 14,
15 (Winkel α) und die Form der Kante 17 zwischen der Nutwand 14a und der Umfangsfläche
18 charakteristisch.
[0004] Fig. 3 zeigt ein Beispiel für eine Ausführungsform einer Nut 14 mit einer solchen
Kante 17 in vergrößerter schematischer Darstellung. Die Kante 17 ist in der Regel
mit einem bestimmten Radius r
i abgerundet, der ebenfalls für eine bestimmte Druckwalze i charakteristisch ist. Eine
Passfeder 20 ist in der Nut 14 für eine Positionierung der Druckplatte 12 in axialer
Richtung vorgesehen. Eine Positionierung in Umfangsrichtung erfolgt über die beiden
Nuten 14, 15.
[0005] Für einen exakten Druck sollte die Druckplatte 12 genau auf die Nuten 14, 15 abgestimmt
sein, wie dies beispielhaft in Fig. 4 gezeigt ist. Hierfür gibt es Maschinen, mit
denen die mit Image 22 versehenen Druckplatten 12 zum Anordnen auf die Druckwalze
vorbereitet werden. Beim Aufbringen der Images 22 werden gleich Positionsmarken 24
mit aufgebracht, an denen sich die Maschine orientieren kann. Sie tastet die Positionsmarken
24 optisch ab, positioniert die Druckplatte 12 entsprechend und biegt dann gegenüberliegende
Kantenbereiche 26 und 27 der meist aus Metallblech gebildeten Druckplatten 12 angepasst
an die Nutform und Kantenform der Nut 14, 15 bzw. der Kante 17 um. Auch wird eine
Ausnehmung (nicht dargestellt) zum Erfassen der Passfeder 20 eingebracht. Hierzu ist
größte Genauigkeit vorteilhaft. Ein Beispiel für eine solche Maschine mit Positionseinrichtung
ist in der DE 198 06 579 A1 beschrieben, auf die für weitere Einzelheiten ausdrücklich
verwiesen wird.
[0006] Diese Maschinen biegen insbesondere die gegenüberliegenden Kantenbereiche 26, 27
aus der ursprünglichen ebenen Erstreckung um einen Winkel β um, der an den Winkel
α angepasst ist. Bei den gezeigten Beispielen der Winkeldefinitionen in den Fig. 2,
3 und 4 wäre β = 90° +α. Die Form der Biegekante 28 der Druckplatte 12 ist genau an
die Kante 17 angepasst, damit sie exakt daran anliegt. Daher ist diese Biegekante
28 mit dem entsprechenden Radius r
1 wie die Kante 17 abgerundet. Der Abstand A
1 und A
2 der Biegekanten wird von der Positionsmarke 24 aus bestimmt, so dass die Summe A
1 + A
2 = U ist.
[0007] Jeder Druckmaschinenhersteller verwendet Druckwalzen mit entsprechenden charakteristischen
Merkmalen U, 17, 14, 15, r
i. Die Hersteller bieten meist auch passende Maschinen zur Vorbereitung der Druckplatten
12 zwecks Verwendung in ihrer Druckmaschine als Zubehör an. Nun gibt es aber immer
mehr Druckbetriebe mit mehreren Druckmaschinen verschiedener Hersteller. Für jede
ist derzeit eine eigene Druckplattenzurichtmaschine notwendig. Es gibt daher das Bedürfnis,
mit einer einzigen Maschine die Druckplatten 12 für unterschiedliche Druckwalzen 12,
16 herrichten zu können.
[0008] Das Problem ist vorstehend anhand des Beispiels von Druckwalzen und Druckplatten
beschrieben worden. Anstelle von Walzen könnte die Druckmaschine auch einen anderen
Träger haben, beispielsweise eine ebene Tragplatte, auf die eine Druckplatte entsprechend
an deren Kanten aufgespannt werden kann. Auch hier besteht das Bedürfnis, mit einer
Maschine Anpassungen an verschiedene Träger vorsehen zu können.
[0009] Allgemein besteht dieses Bedürfnis überall dort, wo mehrere, unterschiedliche Träger
mit einem plattenförmigen Belag derart exakt zu belegen sind, dass der Belag Kanten
des Trägers umgreift.
Darstellung der Erfindung
[0010] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Vorbereiten
von plattenförmigen Belägen, insbesondere von plattenförmigen graphischen Trägermedien,
zu schaffen, die universeller als bisher einsetzbar sind.
[0011] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des beigefügten
Anspruches 1 bzw. ein Verfahren mit den Schritten des beigefügten Anspruches 16.
[0012] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0013] Die Erfindung schafft demnach eine Vorrichtung zur Vorbereitung von Platten für eine
Anordnung auf einer Trägereinrichtung, wie beispielsweise auf einer Walze, insbesondere
Druckwalze, oder auf einem Drucktisch. Das Vorbereiten erfolgt durch Abbiegen eines
Kantenbereichs der Platte, um mit dem abgebogenen Kantenbereich eine Kante der Trägereinrichtung
zu umfassen und/oder zu hintergreifen. Die erfindungsgemäße Vorrichtung hat eine Festhalteeinrichtung
zum Festhalten der Platte, eine Formeinrichtung, die eine - meist ebene - Auflagefläche
zum Auflegen der durch die Festhalteeinrichtung festzuhaltenden Platte und eine der
Auflagefläche benachbarte Kantenform aufweist, und eine Biegeeinrichtung mit einem
Biegeelement zum Umbiegen des Kantenbereichs der Platte um die Kantenform. Mit der
Festhalteeinrichtung wird die Platte festgehalten und mit der Biegeeinrichtung gebogen,
wobei die sich dabei ergebende Form durch die Formeinrichtung bestimmt wird. Zum Anpassen
an verschiedene Tragereinrichtungen ist die Formeinrichtung mit einer Mehrzahl von
Kantenformen versehen, die wahlweise zum Umformen des Kantenbereichs einsetzbar sind.
Damit kann die Platte an verschieden geformte Kanten der Trägereinrichtung angepasst
werden. Unterschiedliche Kantenformen an der Trägereinrichtung sind zum Beispiel zylinderförmig
abgerundete Kanten mit unterschiedlichen Krümmungsradien. Auch sonstige Krümmungen
mit unterschiedlichen Krümmungsausmaßen sind denkbar. Eine sehr exakte Entsprechung
der Form der Biegekante der Platte an die durch die Kantenform der Formeinrichtung
nachgebildete Kantenform der Trägereinrichtung ist dann möglich, wenn auch eine Bewegungskurve
des Biegeelements der Biegeeinrichtung relativ zu der Formeinrichtung zum Anpassen
an die jeweils gewählte Kantenform veränderbar ist. Dadurch lassen sich Materialaufstauchungen
oder Dehnungen vermeiden, die zum Beispiel bei einem Druck mit auf entsprechenden
Trägern aufgebrachten Druckplatten im ungünstigsten Fall zum Brechen der Kante und/oder
zum Verschieben der Druckplatte führen könnten. Die so durch die Erfindung erhöhte
Betriebssicherheit ist insbesondere für den stets unter Zeitdruck erfolgenden Druck
von Tageszeitungen oder dergleichen Periodika von großem Vorteil.
[0014] Zum Anpassen an wenigstens zwei unterschiedliche Trägereinrichtungen, wie zum Beispiel
die beiden Druckwalzen 10, 16, mit mit unterschiedlichen Radien r
1 und r
2 abgerundeten Kanten 17 weist die Formeinrichtung einer bevorzugten Ausführungsform
wenigstens zwei Kantenformen mit im Querschnitt gesehen unterschiedlichen Krümmungsradien
auf. Dabei können die Kantenformen in Anpassung an die üblichen Kanten 17 (kreis-)zylindermantelabschnittsförmig
ausgebildet sein.
[0015] Um die Bewegungskurve des Biegeelements mit einer Bewegung sowohl in einer x-Richtung
als auch in einer y-Richtung an die nachzubildende Kantenform unterschiedlicher Kanten
17 anpassen zu können, ist bevorzugt, dass die Biegeeinrichtung zum Einstellen der
Bewegungskurve des Biegeelements relativ zu der Kantenform in einer schiefen Ebene
verschiebbar ist, die zu der ebenen Auflagefläche mit einem spitzen Winkel geneigt
ist. Bei kreisrund abgerundeten Kanten 17 mit unterschiedlichen Radien r
1 und r
2 kann die Anpassung in x-Richtung und in y-Richtung in sehr vorteilhafter Weise einfach
dadurch erfolgen, dass die Verschiebeebene zu der Auflagefläche um ca. 45 Grad geneigt
ist. Dadurch lässt sich die Position der Mittelachse, um die eine Verschwenkbewegung
des Biegeelements erfolgt, in x-Richtung und y-Richtung jeweils um das selbe Maß ändern.
[0016] Die Biegeeinrichtung hat als Biegeelement bevorzugt einen Biegebalken, der den Kantenbereich
der von der Festhalteeinrichtung auf der ebenen Auflage festgehaltenen Platte erfassen
und umbiegen kann. Der Biegebalken ist weiter bevorzugt an seinen Endbereichen so
gelagert, dass er um die jeweils ausgewählte Kantenform herum mit einstellbaren Abstand
schwenkbar ist. Bei gleichbleibenden Abstand ergibt sich dann eine kreisrunde Schwenkbewegung
zur Anpassung an eine kreisrund abgerundete Kantenform. Andere Kantenformen, wie zum
Beispiel elliptische oder paraboloide Kantenformen, lassen sich durch einen sich bei
der Bewegung - z.B. über eine Kurvenscheibe, eine computergestützte Steuerung oder
dergleichen - veränderlichen Abstand erzielen. In einfachster Weise lässt sich der
Abstand und/oder die Schwenkachse der Schwenkbewegung des Biegeelements durch eine
Verschiebung der Biegeeinrichtung einstellen.
[0017] Die Festhalteeinrichtung weist vorzugsweise ein Presselement, insbesondere einen
Pressbalken, auf. Das Presselement ist weiter bevorzugt relativ zu der ebenen Auflagefläche
beweglich. So kann man dann die Platte zum Festhalten gegen die ebene Auflagefläche
pressen. Durch Bewegung des Presselements in die andere Richtung ist die Platte dann
wieder lösbar. Grundsätzlich kann die Festhalteeinrichtung unabhängig von der Biegeeinrichtung
ausgebildet und bewegbar sein. Einfacher wird die Konstruktion, wenn die Festhalteeinrichtung
zusammen mit der Biegeeinrichtung verschiebbar ist.
[0018] Um mehrere Kantenbereiche der Platte, insbesondere die sich gegenüberliegenden Kantenbereiche
26 und 27, in einem Bearbeitungsschritt umbiegen zu können, ist bevorzugt, dass mehrere
Umbiegeeinrichtungen vorgesehen sind. In noch weiter bevorzugter Ausgestaltung weist
jede dieser Umbiegeeinrichtungen die oben erläuterte Festhalteeinrichtung, die oben
erläuterte veränderbare Formeinrichtung und die oben erläuterte daran anpassbare Biegeeinrichtung
auf.
[0019] Um auch unterschiedliche Abstände gegenüberliegender Kanten der Trägereinrichtung,
beispielsweise unterschiedliche Umfangsabstände U der Nuten 14, 15 bei den beiden
Druckwalzen 10, 16 handhaben zu können, ist weiter bevorzugt, dass die Umbiegeinrichtungen
relativ zueinander beweglich sind. Beispielsweise ist vorgesehen, dass zwei Umbiegeinheiten
zum Umbiegen gegenüberliegender Kantenbereiche vorgesehen sind, die zwecks Einstellung
eines Abstandes der Umbiegungen der Kantenbereiches aufeinander zu und voneinander
weg beweglich sind.
[0020] Vorzugsweise ist weiter eine Positioniereinrichtung zum Ausrichten der Platte vor
dem Festhalten und Umbiegen vorgesehen, insbesondere der Art, wie sie in der DE 198
06 579 A1 gezeigt und beschrieben ist.
[0021] Um die Anpassung der Vorrichtung an verschieden Kantenformen der Trägereinrichtungen
zu erleichtern, ist weiter bevorzugt, dass die Formeinrichtung ein Auswahlelement
mit der Mehrzahl von Kantenformen hat, das zum Auswählen der gewünschten Kantenform
beweglich, insbesondere drehbar ist. Beispielweise kann die Formeinrichtung ein Magazin,
z.B. eine Art Revolvermagazin mit mehreren Kantenformen aufweisen, die durch entsprechende
Bewegung, z.B. Drehung, des Magazins an den passenden Ort in der Formeinrichtung bringbar
und dort arretierbar sind. Dieser Ort wird zur erleichterten Anpassung der Bewegungskurve
des Biegeelements und der nachzuformenden Kantenform vorzugsweise derart gewählt,
dass das Zentrum der jeweils ausgewählten Kantenform, um welches herum eine Umbiegung
des Kantenbereiches erfolgt, jeweils in einer zu einer Verschiebeebene der Biegeeinrichtung
parallelen, relativ zu der (ebenen) Auflagefläche schiefen Ebene liegt. Eine Verschiebung
der Biegeeinrichtung erfolgt dann immer parallel zu der Ebene, in der sich die Zentren
der Kantenformen befinden. Durch die Verschiebung lassen sich so eine Zentrumsachse
oder Brennachse der Bewegungskurve und eine Zentrumsachse oder Brennpunktsachse der
Kantenform leicht in konzentrische Lage bringen.
[0022] Die Kantenformen sind gemäß der zuvor erläuterten Ausführungsform an einem insgesamt
drehbaren Formbalkenmagazin vorgesehen, durch dessen gesamte Drehung jeweils die Kantenform
komplett ausgewechselt wird. Die Anpassung der Biegeeinrichtung und der Festhalteeinrichtung
an die ausgewählte Kantenform erfolgt dann z. B. durch gemeinsames Bewegen relativ
zu dem Formbalkenmagazin entlang einer schiefen Ebene. Ein solches Formmagazin ist
jedoch aufwändig und entsprechend teuer. Es lassen sich damit zwar zum Beispiel vier
unterschiedliche Radien als Kantenformen schaffen. Individuelle Anpassungen an weitere
besondere Formen zusätzlich zu einem anderen Radius der Kantenform sind jedoch sehr
aufwändig.
[0023] Beispielsweise haben bei dem bevorzugten Einsatzgebiet, der Herrichtung von Druckplatten
zum Aufspannen auf Druckwalzen von Druckmaschinen, die Druckwalzen verschiedener Hersteller
in den Einspannschlitzen, in denen umgebogene Kantenbereiche einzusetzen sind, unterhalb
der zur Walzenoberfläche gebildeten Kante, an deren Kantenform die Kantenbereiche
der Platten anzupassen sind, verschiedenartige Vorsprünge, an denen die umgebogenen
Kantenbereich der Platten mit entsprechenden Prägungen angreifen können. Durch die
in den Schlitzen gebildeten Vorsprünge wird der Spaltabstand des Schlitzes verringert.
Weiter lässt sich bei den mit Prägungen an diesen Vorsprüngen angreifenden Platten
die Plattenspannung, mit der sie an der Druckwalze anliegen, erhöhen. Dadurch sitzt
die Platte fester auf der Druckwalze. Man kann so die Drehzahl der Druckwalze erhöhen,
ohne dass die dadurch bedingte höhere Zentrifugalkraft negative Auswirkungen auf die
Lage der Platte hat. Damit lässt sich insgesamt die Effektivität der Druckmaschine
steigern.
[0024] Es ist dem nach erwünscht, die erfindungsgemäße Vorrichtung derart auszubilden, dass
damit die Kantenbereiche der Platten in einfacher und relativ kostengünstiger Weise
einerseits an ihren Umbiegezonen an unterschiedliche Kantenformen von Trägereinrichtungen
angepasst werden können und andererseits wahlweise zusätzlich mit an die Trägereinrichtung
angepassten Prägungen versehen werden können.
[0025] Hierzu ist in einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen,
dass die Formeinrichtung ein erstes Formelement mit einer ersten Kantenform und ein
zweites Formelement, insbesondere mit einer zweiten Kantenform, aufweist, wobei das
zweite Formelement als entfernbares Vorsatzelement für das erste Formelement ausgebildet
ist.
[0026] Das zweite Formelement ist vorzugsweise relativ zu dem ersten Formelement beweglich.
Die Ausbildung und die Bewegbarkeit des zweiten Formelements ist vorzugsweise derart,
dass es zur Verwendung der ersten Kantenform beim Umformen des Kantenbereichs von
dem ersten Formelement entfernbar ist und zur Verwendung der zweiten Kantenform beim
Umformen des Kantenbereichs vor das erste Formelement zum Abdecken der mit der ersten
Kantenform versehenen Vorderseite des ersten Formelements bewegbar ist.
[0027] Diese vorteilhafte Ausbildung der Erfindung hat gleich mehrere Vorteile. Man muss
das erste Formelement zum Auswechseln nicht wegbewegen, es kann an Ort und Stelle
und somit justiert bleiben. Die Möglichkeit von Justagefehlern ist verringert. Man
kann das erste Formelement mit prägenden Vorsprüngen versehen, die bei Nichtgebrauch
einfach durch das zweite Formelement abgedeckt werden können. Man könnte das zweite
Formelement auch so ausbilden, dass es keine weitere Kantenform, sondern nur die prägenden
Vorsprünge aufweist, die bei Gebrauch so vor das erste Formelement gebracht werden,
dass dessen Kantenform weiter genutzt werden kann, beispielsweise ist das zweite Formelement
kürzer ausgebildet und überdeckt nur einen unteren Teilbereich des ersten Formelements.
Diese Möglichkeit ließe sich auch bei dem Formbalkenmagazin der zuvor erläuterten
Ausführungsform zusätzlich vorsehen.
[0028] Ein Vorteil der weiteren vorteilhaften Ausbildung mit Vorsatzelement ist, dass man
nur das eine oder andere Formelement einfach austauschen kann, um die Platten wahlweise
an zwei ganz bestimmte Trägereinrichtungen anpassen zu können.
Man hat durch diese vorteilhafte Ausbildung mehrere Kantenformen und mehrere weitere
formgebende Elemente zur Verfügung, so dass in einfacher Weise wahlweise Platten mit
Prägung und Platten ohne Prägung bearbeitbar sind.
[0029] Gegenüber dem ersten Ausführungsbeispiel wird die Möglichkeit, ein zweites Formelement
als Vorsatzstück für ein erstes Formelement vorsehen zu können, in vorteilhafter Weise
dadurch geschaffen, dass die Festhalteeinrichtung und die Biegeeinrichtung mittels
einer ersten Einstelleinrichtung relativ zu der Formeinrichtung in einer zumindest
mit einer Richtungskomponente senkrecht zur Erstreckung der Kantenformen verlaufenden
ersten Richtung (zum Beispiel x-Richtung) linear beweglich sind, um den durch Vorsetzen
oder Wegnehmen des zweiten Formelements entstehenden Versatz der Kantenformen relativ
zur Festhalteeinrichtung und zur Biegeeinrichtung auszugleichen. Die erste Einstelleinrichtung
kann, wie alle Einstelleinrichtungen der Vorrichtung, motorisch derart angetrieben
sein, dass sie exakt durch eine elektronische speicherprogrammierbare Steuerung ansteuerbar
ist, wie dies auf dem hier nicht in Rede stehenden Gebiet der Werkzeugmaschinen (z.B.
CNC-Maschinen, Fräsmaschinen usw.) gut bekannt ist. Zum Beispiel können ein oder mehrere
Schrittmotoren pro Einstelleinrichtung vorgesehen sein.
[0030] Weiter ist bevorzugt, dass die Festhalteeinrichtung und die Biegeeinrichtung mittels
einer unabhängig von der ersten Einstelleinrichtung bewegbaren zweiten Einstelleinrichtung
relativ zu der Formeinrichtung in einer zumindest mit einer Richtungskomponente senkrecht
zur Erstreckung der ersten und der zweiten Kantenform und senkrecht zu der ersten
Richtung verlaufenden zweiten Richtung (zum Beispiel y-Richtung) linear beweglich
sind, um einen Bezugspunkt der Bewegungsbahn eines Biegeelements der Biegeeinrichtung
an die jeweils ausgewählte Kantenform anzupassen.
[0031] Durch die erste und die davon getrennt ausgebildete zweite Einstelleinrichtung wird
eine Trennung der Bewegungsmöglichkeit in der ersten und der zweiten Richtung geschaffen.
Die erste Richtung ist bevorzugt die im bestimmungsgemäßen Gebrauch parallel zu der
Platte verlaufende, bevorzugt horizontal verlaufende x-Richtung. Die zweite Richtung
ist dann bevorzugt die vertikale Richtung, hier definiert als y-Richtung. Als z-Richtung
wird hier die Erstreckung der Kantenformen, um die die Umbiegung erfolgt, definiert.
Die Bezeichnungen x-, y-, und z-Richtungen bezeichnen dabei die Richtungen eines kartesischen
Koordinatensystems.
[0032] Wenn weiter vorgesehen ist, dass die Festhalteeinrichtung, die Biegeeinrichtung und
die Formeinrichtung gemeinsam mittels einer dritten Einstelleinrichtung parallel zur
ersten Richtung relativ zur Platte linear bewegbar sind, lässt sich in einfacher Weise
der durch Vorsetzen des zweiten Formelements entstehende Versatz der Kantenformen
relativ zur Platte auszugleichen. Außerdem kann man mit dieser dritten Einstelleinrichtung
in vorteilhafter Weise eine Voreinstellung des gesamten Biegesystems erreichen, um
die Lage der umzubiegenden Kante an der Platte zu bestimmen.
[0033] Wenn eine Rückseite des zweiten Formelements so an die Vorderseite des ersten Formelements
angepasst ist, dass sie an die Vorderseite des ersten Formelements anlegbar ist, kann
man die Formelemente sehr eng zusammen bringen und erhält so Platz in der x-Richtung,
der für die Relativbewegung der Formelemente ausgenutzt werden kann. Außerdem werden
bei möglichst engem Aneinanderliegen der Formelemente Einstellwege in x-Richtung beim
Umstellen zwischen den beiden Formelementen eingespart. Beispielsweise könnte das
erste Formelement mit prägenden Vorsprüngen versehen sein. Die Rückseite des zweiten
Formelements hat dann entsprechende Aussparungen zur Aufnahme der Vorsprünge. Der
so erfolgenden gegenseitige Eingriff der Formelemente kann außerdem zur Justierung
des beweglichen Formelementes beitragen. Hierzu sind die Aussparungen vorzugsweise
selbstzentrierend, zum Beispiel mit kegelförmig einlaufenden Wandungen, ausgebildet.
[0034] Die Bewegungsmöglichkeit des zweiten Formelementes lässt sich dadurch einfach erzielen,
dass die Formeinrichtung einen Schwenkmechanismus zum Wegschwenken des zweiten Formelements
von dem ersten Formelement und zum Zurückschwenken des zweiten Formelements vor das
erste Formelement hat. Auch der Schwenkmechanismus lässt sich in bevorzugter Ausführung
elektronisch gesteuert sehr exakt betätigen.
[0035] Unterschiedliche Kantenformen sind in bevorzugter Ausbildung dadurch ausgebildet,
dass die Formelemente jeweils durch wenigstens einen länglichen Formbalken gebildet
sind, dessen Querschnitt mit einem quer zur Längsrichtung des Formbalkens vorspringenden
Vorsprung versehen ist, an dessen Spitze eine einen spitzen Winkel einschließende
Kante mit der zum Umformen vorgesehen jeweiligen Kantenform, insbesondere mit einem
gewünschten Radius, ausgebildet ist. Die Rückseite des zweiten Formbalkens hat dann
vorzugsweise einen zur Aufnahme des Vorsprung des ersten Formbalkens angepasst ausgebildeten
Rücksprung, so dass die Auflagefläche durch beide eng anliegende Formbalken ohne große
Lücke gebildet werden kann. Die Formbalken erstrecken sich vorzugsweise in z-Richtung
und der Vorsprung steht vorzugsweise in x-Richtung vor. In y-Richtung sind die Formbalken
zum Bilden der Auflagefläche zum Festhalten der Platte durch die Festhalteeinrichtung
bevorzugt mit einer ebenen Fläche ausgebildet.
[0036] Eine prägende Struktur ist bevorzugt dadurch ausgebildet, dass die Vorderseite wenigstens
eines der Formelemente eine vorspringende Kante mit der zum Umformen gewünschten Kantenform
und versetzt dazu einen oder mehrer Vorsprünge zum Herstellen einer Prägung an dem
abgebogenen Kantenbereich der Platte aufweist.
[0037] Die Biegeeinrichtung weist bevorzugt ein um die jeweilige Kantenform an einer Schwenklagerung
schwenkbar gelagertes Biegeelement auf. Die Schwenklagerung der Biegeeinrichtung ist
weiter bevorzugt relativ zur Formeinrichtung in y-Richtung bewegbar, um die Schwenkachse
der Schwenkbewegung in das Zentrum der ausgewählten Kantenform, d.h. insbesondere
in den Mittelpunkt einer im Profil kreisförmigen Kantenform mit ausgewähltem Radius,
bringen zu können.
Ein Festhalteelement - zum Beispiel Pressbalken - der Festhalteeinrichtung ist weiter
bevorzugt relativ zu einem Biegeelement - zum Beispiel Biegebalken - der Biegeeinrichtung
in y-Richtung bewegbar. So lässt sich bei Anpressen des Festhalteelements (unter Zwischenlage
der Platte) an das ausgewählte Formelement eine vom Festhalteelement unabhängige unterschiedliche
Bewegungsbahn des Biegeelements erzielen. Beispielsweise kann die Schwenkachse der
Schwenkbewegung des Biegeelements relativ zum Festhalteelement eingestellt werden,
um sie in den Mittelpunkt des Kantenform-Querschnitts zu bringen.
[0038] Um nun noch den Radius des an die Platte angreifenden Anlageteils des Biegeelemerits
an unterschiedliche Radii von Kantenformen anpassen zu können, ist weiter bevorzugt,
dass das an der Schwenklagerung schwenkbar gelagerte Biegeelement in seiner Längsrichtung
in einen an der Schwenklagerung gelagerten Halteteil und einen relativ dazu radial
zur Schwenkbewegung beweglich ausgebildeten Anlageteil zum Anlegen an den umzubiegenden
Kantenbereich der Platte geteilt ist.
[0039] Die Erfindung schafft weiter ein, insbesondere durch eine erfindungsgemäße Vorrichtung
gegebenenfalls manuell oder vorzugsweise (- z. B. durch Computerunterstützung -) automatisch
durchführbares Verfahren zum Vorbereiten einer Platte zwecks Aufbringen derselben
auf eine Trägereinrichtung. Bei dem Verfahren wird ein Kantenbereich der Platte so
umgebogen, dass der Kantenbereich der Platte eine Kante der Trägereinrichtung möglichst
exakt anliegend umfassen und/oder hintergreifen kann. Das erfindungsgemäße Verfahren
hat folgende Schritte:
- Auswahl einer an die Kante der Trägereinrichtung angepassten Kantenform,
- Einstellen einer an die Kantenform angepassten Bewegungskurve eines Biegeelements
einer Biegeeinrichtung,
- Festhalten der Platte und
- Umbiegen des Kantenbereichs der Platte mittels des sich entlang der Bewegungskurve
um die ausgewählte Kantenform herum bewegenden Biegeelements.
[0040] Die Kantenform wird bevorzugt aus einer Gruppe von mit unterschiedlichen Krümmungsradien
kreisrund abgerundeten Kantenformen ausgewählt. Als Bewegungskurve wird weiter bevorzugt
eine kreisförmige Schwenkbewegung mit einem um die Dicke der Platte gegenüber dem
Krümmungsradius der ausgewählten Kantenform größeren Schwenkradius konzentrisch zu
der Kantenform eingestellt.
[0041] Die Einstellung des Schwenkradius und/oder der Schwenkachse zur Anpassung an die
gewählte Kantenform erfolgt vorzugsweise durch Verschiebung der Biegeeinrichtung in
einer zu der Plattenebene schief geneigten Verschiebeebene.
[0042] Zur leichteren Anpassung der Bewegung des Biegeelements an die ausgewählte Kantenform
wird weiter bevorzugt ein Zentrum, insbesondere eine Mittelachse oder eine Brennpunktsachse,
der Kantenform, um das herum der Kantenbereich der Platte umgebogen wird, in einer
Ebene angeordnet, die parallel zu der schrägen Verschiebeebene liegt, entlang der
die Biegeeinrichtung zur Einstellung der Bewegungskurve verschiebbar ist.
[0043] Bevorzugte Verwendungszwecke der erfindungsgemäßen Vorrichtung bzw. des erfindungsgemäßen
Verfahrens sind die graphische Industrie und Druckbetriebe sowie Reproduktionsmaschinen,
wo die Erfindung insbesondere zum Vorbereiten von Druckplatten für unterschiedliche
Druckwalzen verwendbar ist. Mit einer einzigen erfindungsgemäßen Vorrichtung kann
beispielsweise ein Druckbetrieb alle Druckplatten für zwei oder mehr unterschiedliche
Druckmaschinen, beispielsweise auch unterschiedlicher Hersteller, vorbereiten.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen:
[0044] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnung
näher erläutert. Darin zeigt:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht einer ersten Druckwalze als Beispiel für eine Trägereinrichtung,
an welche Platten, wie beispielsweise Druckplatten, anzupassen sind;
- Fig. 2
- eine Draufsicht in axialer Richtung auf eine zweite Druckwalze zur Erläuterung der
unterschiedlichen Parameter von Druckwalzen, die bei der Anpassung zu berücksichtigen
sind;
- Fig. 3
- eine perspektivische Detailansicht eines Endbereiches einer Nut bei einer der beiden
Druckwalzen von Fig. 1 oder Fig. 2 zur weiteren Verdeutlichung der unterschiedlichen
Druckwalzenparameter;
- Fig. 4
- eine perspektivische Ansicht eines Teils einer Druckplatte, die bereits zur Anbringung
an einer Druckwalze vorbereitet ist;
- Fig. 5
- eine schematische Ansicht einer ersten Ausführungsform einer Vorrichtung zum Vorbereiten
einer Druckplatte, mittels der die Druckplatte in die in Fig. 4 gezeigte Form bringbar
ist, wobei nur hier interessierende Teile der Vorrichtung gezeigt sind und weitere,
grundsätzlich bekannte Teile zur besseren Übersichtlichkeit weggelassen worden sind;
- Fig. 6
- eine schematische Querschnittsdarstellung einer zweiten Ausführungsform der Vorrichtung
mit einem Magazin unterschiedlicher Kantenformen;
- Fig. 7
- eine schematischen Ansicht vergleichbar den Fig. 6 und 7 zur Verdeutlichung einer
Anpassung einer Biegeeinrichtung der Vorrichtung an die jeweils ausgewählte Kantenform;
- Fig. 8
- eine Querschnittsansicht durch eine Biegeeinrichtung und eine Festhalteeinrichtung
einer Ausführungsform der Vorrichtung mit einer beispielhaften Mechanik zur Anpassung
der Biegeeinrichtung und der Festhalteeinrichtung an die jeweils ausgewählte Kantenform;
- Fig. 9
- eine Seitenansicht auf eine bei einer Vorrichtung in einer dritten Ausführungsform
vorhandene Umbiegeeinrichtung zum Anpassen des Kantenbereichs der Druckplatte von
Fig. 4 an unterschiedliche Kanten unterschiedlicher Druckwalzen, wobei die Umbiegeeinrichtung
mit einer Festhalteeinrichtung, einer veränderbaren Formeinrichtung und einer anpassbaren
Biegeeinrichtung versehen ist;
- Fig. 10
- eine stark schematisierte und zu Darstellungszwecken übertrieben dargestellte Querschnittsansicht
durch einen Teil einer Trägereinrichtung für eine Platte, nämlich einer Druckwalze
mit einer Druckplatte;
- Fig. 11
- eine Seitenansicht auf eine bei einer vierten Ausführungsform einer Vorrichtung zur
Vorbereitung von Platten für die Anordnung auf der Trägereinrichtung gemäß Fig. 10
verwendete Formeinrichtung;
- Fig. 12
- eine Seitenansicht auf eine bei der vierten Ausführungsform der Vorrichtung zur Vorbereitung
von Platten verwendete Festhalteeinrichtung;
- Fig. 13
- eine Seitenansicht einer bei der vierten Ausführung der Vorrichtung zum Vorbereiten
der Platte verwendeten ersten Einstelleinrichtung;
- Fig. 14
- eine Seitenansicht auf eine bei der vierten Ausführungsform der Vorrichtung verwendete
dritte Einstelleinrichtung, die gemeinsam mit der ersten Einstelleinrichtung dargestellt
ist;
- Fig. 15
- eine Seitenansicht auf eine bei der vierten Ausführungsform der Vorrichtung zum Vorbereiten
von Platten verwendete Biegeeinrichtung, die die Formeinrichtung, die erste und die
dritte sowie eine zweite Einstelleinrichtung, die Festhalteeinrichtung und eine Biegeeinrichtung
aufweist;
- Fig. 16
- eine Seitenansicht der Festhalteeinrichtung und der Biegeeinrichtung der vierten Ausführungsform
;
- Fig. 17
- eine Vorderansicht in X-Richtung auf ein in der Biegeeinrichtung von Fig. 16 verwendetes
Biegeelement in Form eines Biegebalkens und
- Fig. 18
- eine Seitenansicht auf die Biegeeinrichtung und die Formeinrichtung der vierten Ausführungsform
zur Verdeutlichung deren Funktion.
[0045] In Fig. 5 ist ein grundsätzlicher Aufbau einer Vorrichtung 30 zum Vorbereiten von
Platten zur Befestigung an Druckwalzen schematisch dargestellt. Die Vorrichtung 30
hat zwei Transportbänder 31 zum Anliefern bereits mit Image 22 versehener Druckplatten
12 in noch ebener Form. Mittels einer Plattenpositioniereinrichtung in Form eines
Vakuumtisches 29 wird die Druckplatte 12 anschließend anhand der Positionsmarken 24
ausgerichtet, wie dies genauer in der DE 198 06 579 A1, auf die für weitere Einzelheiten
ausdrücklich verwiesen wird, beschrieben ist, und exakt zum Einstanzen der Ausnehmung
für die Passfeder 20 mittels einer geeigneten Stanzvorrichtung (nicht dargestellt)
und zum Umbiegen der Kantenbereiche 26, 27 positioniert. Zum Umbiegen hat die Vorrichtung
30 zwei im wesentlichen identisch spiegelverkehrt ausgebildete Umbiegeeinrichtungen
32, 32'. Jede Umbiegeeinrichtung 32, 32' hat jeweils eine Formeinrichtung 34, eine
Festhalteeinrichtung 36 und eine Biegeeinrichtung 38. Dabei sind in Fig. 5 zum Zwecke
der übersichtlichen Darstellung nur bei der dort links gezeigten Umbiegeeinrichtung
32 alle diese Einrichtungen 34, 36, 38 angedeutet, wobei bei der rechts dargestellten
Umbiegeeinrichtung 32' nur die Formeinrichtung 34 angedeutet ist.
[0046] Die Formeinrichtung 34 dient dazu, der Biegekante 28 die an die Kante 17 angepasste
Form an der für den Umfangsabstand U passenden Stelle zu geben. Zum Anpassen der Vorrichtung
30 an verschiedene Umfangsabstände U sind die beiden Umbiegeeinrichtungen 32 und 32'
relativ zueinander parallel zur Plattenebene, d.h. parallel zu einer durch einen Biegetisch
- angedeutet durch dessen Endbereiche 40 - bereitgestellten ebenen Auflagefläche 42
verschiebbar, wie dies durch die Pfeile 44 angedeutet ist. Dies kann durch eine nicht
näher dargestellte Verschiebeführung, zum Beispiel mit Schienen und Stellmotoren,
wie sie bei Werkzeugmaschinen, Drehmaschinen usw. bekannt sind, bewerkstelligt werden.
[0047] Die Formeinrichtung 34 hat in dem dargestellten Beispiel die durch die Endbereiche
40 zur Verfügung gestellte ebene Auflagefläche 42 und ein veränderbares Formelement
46, das verschiedene Kantenformen 48, 48a zur Verfügung stellen kann. Bei den in Fig.
5 und weiter in Fig. 9 dargestellten Ausführungsbeispielen weist das Formelement 46
ein drehbares balkenförmiges Formstück 47 mit parallelogrammförmigen Querschnitt auf.
An mit spitzem Winkel versehenen Kanten dieses Profils sind zwei auswählbare Kantenformen
48, 48a ausgebildet. Die Kantenformen 48, 48a sind in allen hier dargestellten Beispielen
mit jeweils unterschiedlichen Radien r
1, r
2,... kreisrund abgerundet zylinderabschnittsförmig ausgebildet. Die Richtung längs
dieser Kanten wird im Folgenden als z-Richtung bezeichnet. Die hier horizontale Richtung
(entspricht der Bewegungsrichtung der Umbiegeeinrichtungen gemäß den Pfeilen 44) wird
als x-Richtung definiert. Die verbleibende vertikale Richtung wird hier als y-Richtung
definiert.
[0048] Die Festhalteeinrichtung 36 dient zum Festhalten der Druckplatte 12 während des Umbiegvorganges.
Sie weist ein Presselement auf, hier in Form eines sich in z-Richtung erstreckenden
Pressbalkens 50, der in x-Richtung beweglich ist.
[0049] Die Biegeeinrichtung 38 dient zum Umbiegen des Kantenbereichs 26, 27 über die jeweils
ausgewählte Kantenform 48 der Formeinrichtung 34 hinweg. Sie weist ein Biegeelement
auf, hier in Form eines sich in z-Richtung erstreckenden Biegebalkens 52. Der Biegebalken
52 ist um eine sich in z-Richtung erstreckende Schwenkachse 54 kreisförmig schwenkbar.
Zum Einstellen des Radius dieser Schwenkbewegung ist der Biegebalken 52 in der in
Fig. 5 gezeigten Ausgangsstellung zusammen mit dem Pressbalken 50 in x-Richtung bewegbar.
Die Biegeeinrichtung 38 weist hierzu eine Schwenklagerung 56 für den Biegebalken 52
mit einstellbaren Schwenkradius auf.
[0050] Die Schwenklagerung 56 der Biegeeinrichtung 38 ist weiter auf einem Lagerbock 58
gelagert und dort entlang einer schiefen Verschiebeebene 60 relativ zu diesem und
der ebenen Auflagefläche 42 verschiebbar. Die schiefe Verschiebeebene 60 erstreckt
sich in z-Richtung und jeweils mit einem Winkel von 45° zur x- und zur y-Richtung
und schließt so mit der sich in x- und z-Richtung erstreckenden ebenen Auflagefläche
42 einen Winkel von 45° ein. Der Winkel hängt von der jeweiligen Grundform der Kante
17 ab. Bei kreisförmig abgerundeten Kanten 17 wie bei dem Ausführungsbeispiel ist
bei dem gezeigten Beispiel ein Winkel von ca. 45° optimal. Damit lässt sich auch bei
unterschiedlichem Krümmungsradien r
1, r
2 der auswählbaren Kantenformen 48, 48a die Schwenkachse 54 mit der Mittelachse des
Krümmungsradius in Übereinstimmung bringen.
[0051] In Fig. 6 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel mit einem anderen Formelement 46 für
die Formeinrichtung 34, nämlich in Form eines Drehmagazins 62 gezeigt, das an vier
Auslegern 64 jeweils Formbalkenabschnitte FB1, FB2, FB3 und FB4 mit jeweils unterschiedlichen
Biegeradien r
1, r
2, r
3 und r
4 hat. Mit gestrichelten Linien ist die Schwenkbewegung des Biegebalkens (BB) 52 um
die jeweils ausgewählte Kantenform, hier die erste Kantenform 48, herum angedeutet.
[0052] In Fig. 7 ist zur Darstellung der Lage der jeweils ausgewählten Kantenform 48, 48a-48c
ein schematischer Querschnitt durch die zwischen dem Biegebalken 52 und dem Formelement
46 eingespannten Druckplatte 12 mit der Dicke D gezeigt. Typische Dicken liegen unterhalb
von 1 mm, beispielsweise 0,2 bis 0,5 mm. Mit durchgezogener Linie ist eine erste Kantenform
48 mit einem ersten Krümmungsradius r
1 um eine erste Mittelpunktslinie M
1 dargestellt. Mit gestrichelten Linien ist eine zweite Kantenform mit einem zweiten
Krümmungsradius r
2 um eine zweite Mittelpunktslinie M
2 sowie die angepasste Position des Biegebalkens 52 dargestellt. Die Formeinrichtung
34 und insbesondere das Formelement 46 ist derart angeordnet und ausgebildet, dass
die Mittelpunktslinien M
1 und M
2 der jeweils ausgewählten Kantenform 48, 48a jeweils in einer zur Verschiebeebene
60 parallelen, um 45° zur ebenen Auflagefläche 42 geneigten Mittelpunktsebene 66 zu
liegen kommen.
[0053] Sämtliche vorstehenden beschriebenen Relativbewegungen können mit auf dem Werkzeugmaschinensektor
üblicherweise verwendeten Verstelleinrichtungen (nicht näher dargestellt) realisiert
werden. In einer idealen, aber aufwändigen Ausführung sind jeweils Stellmotoren eingesetzt,
um die Vorrichtung automatisch über eine Steuerung (nicht dargestellt) an bestimmte
Druckwalzen automatisch nur durch Angabe der vorher mit ihren Parametern gespeicherten
speziellen Druckwalze anzupassen.
[0054] Eine Ausführung der Schwenklagerung 56 sowie des Lagerbocks 58 mit Verschiebeführung
ist rein schematisch in Fig. 8 dargestellt. Die Einheit aus Schwenklagerung 56 und
Lagerbock 58 ist in einer Ansicht in z-Richtung, mit einem Schnitt durch den Pressbalken
50 und den Biegebalken 52 dargestellt. An dem Lagerbock 58 ist ein Lagerelement 70
über eine erste Positioniereinrichtung 72, angedeutet durch ein erstes Stellgetriebe,
entlang der Verschiebeebene 60 verschiebbar gelagert. An dem Lagerelement 70 ist der
Pressbalken 50 über eine zweite Positioniereinrichtung 74, angedeutet durch ein zweites
Stellgetriebe, in y-Richtung beweglich gelagert. Weiter ist an dem Lagerelement 70
die Schwenklagerung 56 mit einem Schwenkantrieb 76, angedeutet durch ein drittes Getriebe,
vorgesehen. Die Schwenkachse 54 lässt sich so über die Verschiebung entlang der Verschiebeebene
60 in eine zu der Mittelpunktslinie M
i der ausgewählten Kantenform 48
i konzentrische Lage bringen. Zum Einstellen des Schwenkradius ist der Biegebalken
52 an der Schwenklagerung 56 in radialer Richtung beweglich gelagert, hier angedeutet
durch eine Langlochführung 78 und eine vierte Positioniereinrichtung 80, gezeigt als
viertes Stellgetriebe.
[0055] Die Stellgetriebe sind einfach als Zahnrad-Zahnstangengetriebe angedeutet, es sollte
dem Fachmann aber klar sein, dass andere Getriebe, insbesondere genauer arbeitende
Spindelgetriebe verwendbar sind.
[0056] Aufgrund der Verschiebeebene 60 kann man eine passende Einstellung einfach durch
eine Kopplung der Positionierung des Biegeelements 52 und des Presselements 50 erreichen.
So wird der Schwenkradius für den Biegebalken 52 bei Anlage des Pressbalkens 50 auf
den passenden Wert r
i+D eingestellt.
[0057] Eine einfachere, nicht explizit dargestellte Ausführung sieht eine gemeinsame Verstellung
von Pressbalken 50 und Biegebalken 52 in x-Richtung für das Anlegen der beiden Balken
50, 52 an die Druckplatte 12 vor. Der Schwenkradius für den Biegebalken 52 ist bei
dieser Ausführungsform einfach starr auf den größtmöglichen Schwenkradius r
4+D eingestellt. Dennoch wird bei einer Umbiegung eine Umformung um das Formelement
46 herum und daher eine Anpassung der hier entscheidenden Innenseite der Biegekante
28 an die ausgewählte Kantenform erfolgen. Die hier interessierenden Krümmungsradien
r
1 bis r
4 differieren nur um einige Zehntelmillimeter, so dass auch mit diesem vereinfachten
Verfahren für einige Anwendungen brauchbare Ergebnisse erzielt werden.
[0058] In Fig. 9 ist schließlich ein konkretes Ausführungsbeispiel für eine Umbiegungseinrichtung
32 mit der Formeinrichtung 34, hier wieder mit dem veränderbaren balkenähnlichen Formstück
47 mit zwei auswählbaren Biegeradien r
1 und r
2 gezeigt. Der Pressbalken 50 ist entlang der Verschiebeebene 50 durch eine geeignete
Einrichtung (nicht näher dargestellt) feststellbar verschiebbar an dem Lagerbock 58
gelagert. An dem Pressbalken 50 ist die Schwenklagerung 56 für den Biegebalken 52
vorgesehen. Zusätzlich ist die Einheit aus Pressbalken 50 und daran schwenkbar gelagertem
Biegebalken 52 in x-Richtung beweglich. Die Schwenkachse 54 wird durch die Verschiebung
des Pressbalkens 50 entlang der Verschiebeebene 60 an dem Lagerbock 58 und Anlegen
des Pressbalkens 50 durch Bewegung in x-Richtung an die Druckplatte 12 konzentrisch
zu der Mittelpunktslinie M
i des ausgewählten Radius r
i gebracht. Zum Anpassen des Schwenkradius an den ausgewählten Radius r
i (genauer an r
i+D) ist weiter eine Stellschraube 90 vorgesehen, mittels der der Biegebalken an der
Schwenklagerung 56 in radialer Richtung positionierbar ist.
[0059] Die entsprechenden einstellbaren Positionen können manuell oder mit Stellgliedern,
zum Beispiel auch Aktoren, einzunehmen sein. Bei Anpassung an nur zwei unterschiedliche
Kantenformen reicht es aus und ist es im Hinblick der einfachen Bedienbarkeit vorteilhaft,
bei jeder Einstellmöglichkeit zwei Endpositionen durch Anschläge 92 zu markieren und
zu begrenzen, wie dies durch die Anschläge in Fig. 8 angedeutet ist. Zusätzlich oder
alternativ können Markierungen oder eine Skala 94 zur passenden Einstellung vorgesehen
sein.
[0060] In Fig. 10 ist als weiteres Beispiel für eine Trägereinrichtung ein Abschnitt einer
Druckwalze 100 dargestellt, die mit einer Nut 102 zum Einspannen einer Druckplatte
104 versehen ist, wie dies auch in den Fig. 1 bis 3 dargestellt ist. Bei einigen auf
dem Markt befindlichen Druckwalzen, die durch die Druckwalze 100 repräsentiert werden,
gibt es in der Nut 102 einen oder mehrere Vorsprünge 106, welche in die Nut 102 hinein
vorspringen. In Z-Richtung, d. h. in Drehachsrichtung der Druckwalze 100 können diese
Vorsprünge 106 länglich ausgebildet sein, es sind aber ganz verschiedene Arten von
Vorsprüngen möglich und auch in Zukunft denkbar. Wie in der Fig. 10 dargestellt, erfasst
ein Kantenbereich 108 der Druckplatte 104, welcher Kantenbereich 108 in die Nut 102
eingeführt ist, auch den Vorsprung 106. Zur exakten Anordnung der Druckplatte 104
ist der Kantenbereich 108 exakt an die Kante 110 zwischen Nut 102 und Zylindermantel
der Druckwalze 100 angepasst umgebogen und mit einer Prägung 112 zum exakten Erfassen
des Vorsprunges 106 versehen.
[0061] Der Vorsprung hat die Aufgabe, den Spaltabstand innerhalb der Nut 102 zu verringern
und die Druckplatte 104 fester zu halten. Hierdurch kann die Plattenspannung erhöht
werden.
[0062] Im folgenden wird nun anhand der Fig. 11 bis 18 eine derzeit bevorzugte Ausführungsform
einer Vorrichtung zum Vorbereiten von solchen Druckplatten 104 beschrieben, die die
Kantenbereiche 108 der Druckplatte 104 an unterschiedliche Druckwalzen 100 derart
anpassen kann, dass sie je nach Druckwalze 100 unterschiedliche Radien beim Umbiegen
und unterschiedlich Prägungen oder Druckwalzen 100 mit oder ohne Prägungen handhaben
kann.
[0063] In Fig. 11 ist eine Formeinrichtung 120 dargestellt. Die Formeinrichtung 120 ist
Teil einer Umbiegeeinrichtung 122 zum Umbiegen des Kantenbereiches 108, die in Fig.
6 in Gänze dargestellt ist. Die Formeinrichtung 120 gemäß Fig. 11 stellt unterschiedliche
Kantenformen 124, 125 zur Verfügung, an welchen eine an unterschiedlich Radien angepasste
Umbiegung des Kantenbereiches 108 erfolgt. Hierzu weist die Formeinrichtung 120 als
Formelemente zwei Formbalken 126, 127 auf. Der erste Formbalken 126 ist fest an der
Formeinrichtung 120 befestigt. Hierzu weist der erste Formbalken 126 eine Halterung
128 zum Anschrauben auf.
[0064] Der zweite Formbalken 127 ist als Vorsatzelement für den ersten Formbalken 126 ausgebildet.
Der zweite Formbalken 127 lässt sich mittels eines Schwenkmechanismus 130 vor den
ersten Formbalken 126 schwenken, wie dies durch gestrichelte Linien dargestellt ist,
oder nach vorne und unten wegschwenken, wie dies durch durchgezogene Linien dargestellt
ist. In weggeschwenktem Zustand des zweiten Formbalken 127 kann man die erste Kantenform
124, welche an dem ersten Formbalken 126 ausgebildet ist, zum Umbiegen des Kantenbereiches
108 nutzen. Bei Vorsetzen des zweiten Formbalkens 127 vor dem ersten Formbalken 126
lässt sich die zweite Kantenform 125 zum Umbiegen nutzen.
[0065] Die Kantenformen 124, 125 sind an den beiden Formbalken 126 jeweils an in x-Richtung
vorstehenden Vorsprüngen 132, 133 ausgebildet. Die Vorsprünge 132, 133 schließen einen
spitzen Winkel ein. Die Oberseite des jeweiligen Vorsprunges 132, 133 bildet eine
ebene Auflagefläche 134, an der die Druckplatte 104 mittels einer später noch näher
dargestellten Festhalteeinrichtung festgehalten werden kann. In dem dargestellten
Beispiel ist die Vorderseite des Vorsprunges 132 des ersten Formbalkens 126 mit einer
Prägungsstruktur 138 mit prägenden Vorsprüngen 140 versehen, die an die Vorsprünge
106 der Druckwalze 100 angepasst sind. Die Vorderseite des Vorsprunges 133 des zweiten
Formbalken 127 ist hingegen glatt. Die Rückseite des zweiten Formbalkens 127 ist an
die Vorderseite des ersten Formbalken 126 angepasst und weist entsprechende Ausnehmungen
142 zur Aufnahme der prägenden Vorsprünge 140 auf.
[0066] Der Schwenkmechanismus 130 weist eine Zahnstange 144 auf, welche durch einen Schrittmotor
146 beweglich ist. Ein Zahnradsegment 148, an welchem der zweite Formbalken 127 befestigt
ist, kämmt mit der Zahnstange 144.
[0067] Im folgenden wird anhand der Fig. 12 die Festhalteeinrichtung 150 erläutert. Die
Festhalteeinrichtung 150 hat ein Festhalteelement in Form eines Pressbalkens 152,
welche über eine Pressfläche 154 die Druckplatte an die ebene Auflagefläche 134 drückt.
Die Pressfläche 154 definiert die Nullpunktslage der Umbiegeeinrichtung 122 in der
vertikalen y-Richtung. Der Pressbalken 152 ist über einen Zylinder 156 in y-Richtung
beweglich an seitlichen Halteplatten 158 - auch als Lagerböcke bezeichnet - befestigt.
Die seitlichen Halteplatten 158 haben an in seitlichen Aussparungen 153 des Pressbalkens
152 hineinragenden vorspringenden Bereichen 159 eine Schwenklagerung 160, welche Teil
einer später noch näher beschriebenen Biegeeinrichtung 162 ist. Die Schwenklagerung
160 wird hier durch einen Pneumatikantrieb 164 angetrieben.
[0068] In Fig. 13 ist eine erste Einstelleinrichtung 166 dargestellt. Diese erste Einstelleinrichtung
166 bewegt die Festhalteeinrichtung 150 zusammen mit der Biegeeinrichtung 162 relativ
zur Formeinrichtung 120 in x-Richtung und kann so den durch das Vorsetzen des zweiten
Formbalkens 127 entstehende Versetzen der jeweiligen Kantenform 124, 125 in x-Richtung
ausgleichen. Die erste Einstelleinrichtung 166 weist zwei Führungswägen 168, 169 auf,
die zwei Seitenteile 170 angetrieben durch mindestens zwei Zylinder (Spindelantriebe)
172 in x-Richtung verfahren können. An den Seitenteilen 170 sind dann die Festhalteeinrichtung
150 und die Biegeeinrichtung 162 über eine zweite Einstelleinrichtung 174 befestigt,
wie dies näher in Fig. 15 dargestellt ist. Die zweite Einstelleinrichtung 174 dient
zur Einstellung der Festhalteeinrichtung 150 und der Biegeeinrichtung 162 in y-Richtung
um den Pressbalken 152 an die auf der ebenen Auflagefläche 134 aufliegende Druckplatte
anzupressen.
[0069] Eine dritte Einstelleinrichtung 176 ist in Fig. 14 dargestellt. Die dritte Einstelleinrichtung
176 weist an einem Grundträger 178, welcher die gesamte Umbiegeeinrichtung 122 trägt,
zwei Führungswägen 180, 181 auf, die einen beweglichen Träger 182 in x-Richtung führen.
Auf den beweglichen Träger 182 sind, wie in Fig. 15 dargestellt, sowohl die Formeinrichtung
120 als auch die Führungwägen 168, 169 der ersten Einstelleinrichtung 166 befestigt.
[0070] Die dritte Einstelleinrichtung 176 bildet so eine erste Ebene einer Verstellung in
x-Richtung. Die erste Einstelleinrichtung 166 bildet die zweite Ebene der Verstellung
in x-Richtung. Die dritte Einstelleinrichtung 176 wird durch einen Hauptantrieb angetrieben,
der das Gesamtsystem der Umbiegeeinrichtung 122 an den Arbeitsbereich, d. h. an die
richtige Stelle der Druckplatte fährt. Bei Vorsetzen oder Wegnehmen des zweiten Formbalken
127 erfolgt eine Anpassung der Lage der jeweiligen Kantenform 124, 125 durch die dritte
Einstelleinrichtung 176. Die Anpassung der Festhalteeinrichtung 150 und der Biegeeinrichtung
176 in x-Richtung erfolgt dann über die zweite Ebene, nämlich die erste Einstelleinrichtung
166.
[0071] Wie aus Fig. 15 ersichtlich, sind an den Seitenteilen 170 Führungswägen 183, 184
der zweiten Einstelleinrichtung 174 befestigt. An dem beweglichen Ende der Führungswägen
sind die seitlichen Halteplatten 158 mit dem Pressbalken 152 und dem Pneumatikantrieb
164 befestigt. Relativ zu den seitlichen Halteplatten 158 mit der Schwenklagerung
160 ist über die Zylinder 156 der Pressbalken 152 beweglich, so dass die Schwenkachse
161 in y-Richtung relativ zu der Null-Lage in das Zentrum der jeweiligen Radien A,
B der jeweils ausgewählten Kantenform 124, 125 einführbar ist. Die Justierung der
x-Lage der Schwenkachse 161 erfolgt über die erste Einstelleinrichtung 166. Die Justierung
der y-Lage der Schwenkachse 161 erfolgt über die zweite Einstelleinrichtung. Die Justierung
der Nullpunktslage erfolgt dann durch die Zylinder 156.
[0072] Es ist weiter noch ein weiterer Führungswagen 185 dargestellt, der deutlicher auch
noch in Fig. 14 zu erkennen ist. Dieser weitere Führungswagen 185 führt eine durch
den Pneumatikantrieb 164 angetriebene Zahnstange (nicht näher dargestellt), die über
einen entsprechenden Zahnkranz das Verschwenken der Verschwenklagerung 160 antreibt.
[0073] An der Schwenklagerung 160 ist ein Biegelement der Biegeeinrichtung 162 in Form eines
Biegebalkens 186 gelagert. Der Biegebalken 186 lässt sich über Schwenklagerung aus
der in Fig. 15 mit durchgezogenen Linien gezeigten Lage in die in Fig. 15 mit gestrichelten
Linien dargestellte Lage verschwenken. Bei dieser Verschwenkbewegung biegt der Biegebalken
186 den Kantenbereich 108 um die jeweils ausgewählte Kantenform 124, 125 herum. Die
Biegeeinrichtung 162 ist in Fig. 16 noch einmal lediglich nur zusammen mit dem Pressbalken
152 und dem vertikalen Pneumatikantrieb 164 dargestellt.
[0074] Fig. 17 zeigt eine Draufsicht auf den Biegebalken 186. Wie aus Fig. 17 ersichtlich,
hat der Biegebalken 186 einen größeren Balkenteil 188, mit dem der Biegebalken 186
seitlich an der jeweiligen Schwenklagerung 160 an den seitlichen Halteplatten 158
gelagert ist. Über vier Stellantriebe 189 ist an dem Balkenteil 188 ein Anlageteil
190 in Form einer Pressleiste beweglich gehalten. Der Anlageteil 190 bildet die Anlagefläche,
mit welcher der umzubiegende Kantenbereich 108 erfasst wird. Die Stellantriebe 189
passen den Radius der Umbiegebewegung an den jeweils ausgewählten Radius A, B der
jeweiligen Kantform an.
[0075] Dies ist noch einmal in Fig. 18 näher dargestellt, wo der Biegebalken 186 mit seinen
beiden Teilelementen 188, 190 und einem der Stellantriebe 189 in Wirkzusammenhang
mit dem ersten Formbalken 126 und der Schwenklagerung 160 dargestellt ist. Der Biegebalken
186 ist demgemäss mehrteilig aufgebaut. Er ist außen gelagert, so dass eine gute Kraftübertragung
auf den Biegebalken gewährleistet ist. Das Anlageteil 190, hier in Form einer Pressleiste,
ist beweglich zu einem Balkengrundkörper - Balkenteil 188 - ausgebildet. Dadurch lässt
sich die Anlagefläche 191 bei verschiedenen Radien und demgemässer Verstellung der
Schwenkachse 161 wieder an die Nullpunkts-Ebene der Pressfläche 154 anpassen. Die
Stellantriebe 189 sind hier pneumatische Antriebe, es sind aber auch wie bei allen
anderen Antrieben der hier dargestellten Vorrichtung Schrittmotoren oder Servomotoren,
zum Beispiel in Verbindung mit Spindelantrieben möglich.
[0076] Der Betrieb der hier dargestellten Umbiegeeinrichtung 122 gemäß der vierten Ausführungsform
lässt sich anhand der Fig. 15 wie folgt erläutern. Zunächst wird gemäß der anzupassenden
Druckwalze entschieden, ob der erste Formbalken 126 oder zweite Formbalken 227 zu
verwenden ist. Dementsprechend wird der zweite Formbalken 227 mit dem Schwenkmechanismus
130 entweder vorgesetzt oder weggeklappt. Die Anpassung der Lage der Kantenform 125
erfolgt über die erste Ebene mit der dritten Einstelleinrichtung in x-Richtung. Die
x-Achse der Schwenkachse 161 wird über die zweite Ebene der x-Verstellung mit der
ersten Einstelleinrichtung 166 angepasst. Auf diese Weise kommen die Formeinrichtung
120, die Festhalteeinrichtung 150 und die Biegeeinrichtung 162 in passende relative
x-Lage zu der Druckplatte. Die Druckplatte wird dann durch Verfahren der zweiten Einstelleinrichtung
164 und entsprechendes Anpressen des Pressbalkens 152 festgehalten. Dabei erfolgt
die Anpassung der y-Lage der Schwenkachse 161 an die jeweils ausgewählte Kantenform
124, 125 über die zweite Einstelleinrichtung 174 und die Anpassung der Nullpunktslage
der Pressfläche 154 erfolgt über den Zylinder 156. Gleichzeitig wird das Anlageteil
190 über die Stellantriebe 189 wieder an die Nullpunktslage angepasst, so dass auch
die Anlagefläche 191 passend an der Druckplatte anliegt. Dann wird der Biegebalken
186 durch den Pneumatikantrieb 164 verschwenkt, wodurch der Kantenbereich der Druckplatte
umgebogen wird. Bei Auswahl des ersten Formbalkens 126 erfolgt dann am Ende durch
Anpressen des Kantenbereichs an die Vorderseite des entsprechenden Vorsprunges 132
auch eine Prägung des Kantenbereiches 108 der Druckplatte durch die prägenden Vorsprünge
140. Anschließend fahren alle Einheiten wieder zurück, so dass die passend umgebogene
Druckplatte 104 freigegeben wird und an der Druckwalze 100 eingespannt werden kann.
[0077] Die Vorrichtung ist in den verschiedenen erläuterten Ausführungsformen insbesondere
für Druckereien gedacht, die Druckmaschinen und damit Druckwalzen verschiedener Hersteller
besitzen. Die Vorrichtung gemäß der in befindlichen Druckwalzen angepassten Sortiment
an zwei bei dem Kunden vorliegende Druckmaschinen anpassen.
[0078] Die anhand den Fig. 11 bis 18 erläuterte Vorrichtung hat an einem nicht dargestellten
entgegengesetzten Ende noch eine weitere analog aufgebaute Umbiegeeinheit mit dem
gleichen Aufbau wie in Fig. 15 dargestellt, um einen entgegengesetzten Kantenbereich
umzuformen. Diese weitere Umbiegeeinrichtung kann im Prinzip auch mit zwei weiteren,
unterschiedlichen Kantenformen und/oder Formbalken versehen sein, so dass insgesamt
vier verschiedene Druckwalzenformen handhabbar sind.
[0079] Wenngleich verschiedene mögliche Merkmale anhand verschiedener Ausführungsformen
von Vorrichtungen zur Vorbereitung von Platten erläutert worden sind, so ist klar,
dass man durch beliebigen Austausch und beliebige Kombination der Einzelmerkmale untereinander
weitere, hier nicht näher dargestellte Ausführungen bilden kann.
Bezuqszeichenliste:
[0080]
- 10
- erste Druckwalze
- 12
- Druckplatte
- 14
- erste Nut
- 15
- zweite Nut
- 16
- zweite Druckwalze
- 17
- Kante
- 18
- Umfangsfläche
- 20
- Passfeder
- 22
- Image
- 24
- Positionsmarken
- 26
- Kantenbereich
- 27
- Kantenbereich
- 28
- Biegekante der Druckplatte
- 29
- Vakuumtisch (Plattenpositioniereinrichtung)
- 30
- Vorrichtung
- 31
- Transportbänder
- 32
- Umbiegeeinrichtung
- 34
- Formeinrichtung
- 36
- Festhalteeinrichtung
- 38
- Biegeeinrichtung
- 40
- Endbereiche eines Biegetischs
- 42
- ebene Auflagefläche
- 44
- Verschieberichtungen zur Relativverschiebung der Umbiegeeinrichtungen
- 46
- Formelement (Formbalken)
- 47
- veränderbares Formstück
- 48
- erste Kantenform
- 48a
- zweite Kantenform
- 48b
- dritte Kantenform
- 48c
- vierte Kantenform
- 50
- Pressbalken (Presselement)
- 52
- Biegebalken (Biegeelement)
- 54
- Schwenkachse
- 56
- Schwenklagerung
- 58
- Lagerbock
- 60
- Verschiebeebene
- 62
- Drehmagazin
- 64
- Ausleger
- 66
- Mittelpunktsebene
- 70
- Lagerelement
- 72
- erste Positioniereinrichtung
- 74
- zweite Positioniereinrichtung
- 76
- Schwenkantrieb
- 78
- Langlochführung
- 80
- vierte Positioniereinrichtung
- 90
- Stellschraube
- 92
- Anschläge
- 94
- Skala
- 100
- Druckwalze
- 102
- Nut
- 104
- Druckplatte
- 106
- Vorsprünge
- 108
- Kantenbereich
- 110
- Kante
- 112
- Prägung
- 120
- Formeinrichtung
- 122
- Umbiegeeinrichtung
- 124
- Kantenform
- 125
- Kantenform
- 126
- erster Formbalken
- 127
- zweiter Formbalken
- 128
- Halterung
- 130
- Schwenkmechanismus
- 132
- Vorsprünge
- 133
- Vorsprünge
- 134
- ebene Auflagefläche
- 138
- Prägungsstruktur
- 140
- prägende Vorsprung
- 142
- Ausnehmungen
- 144
- Zahnstange
- 146
- Schrittmotor
- 148
- Zahnradsegment
- 150
- Festhalteeinrichtung
- 152
- Pressbalken
- 153
- Aussparungen
- 154
- Pressfläche
- 156
- Zylinder
- 158
- seitliche Halteplatten (Lagerbock)
- 159
- vorspringende Bereiche
- 160
- Schwenklagerung
- 161
- Schwenkachse
- 162
- Biegeeinrichtung
- 164
- Pneumatikantrieb
- 166
- erste Einstelleinrichtung
- 168
- Führungswagen (zweite Ebene)
- 169
- Führungswagen (zweite Ebene)
- 170
- Seitenteile
- 172
- Zylinder
- 174
- zweite Einstelleinrichtung
- 176
- dritte Einstelleinrichtung
- 178
- Grundträger
- 180
- Führungswagen
- 181
- Führungswagen
- 182
- beweglicher Träger
- 183
- Führungswagen
- 184
- Führungswagen
- 185
- weiterer Führungswagen
- 186
- Biegebalken
- 188
- Balkenteil
- 189
- Stellantrieb
- 190
- Anlageteil
- 191
- Anlagefläche
- A1,A2
- Abstand Biegekanten von Positionsmarken
- D
- Dicke der Druckplatte 12
- FB1
- erster Formbalkenabschnitt
- FB2
- zweiter Formbalkenabschnitt
- FB3
- dritter Formbalkenabschnitt
- FB4
- vierter Formbalkenabschnitt
- M1,M2
- Mittelpunktlinie der Kantenform
- ri, r...
- Krümmungsradius der Kante 17 bzw. einer i-ten Kantenform
- U
- Umfangsabstand
1. Vorrichtung (30) zur Vorbereitung von Platten (12, 104) für eine Anordnung auf einer
Trägereinrichtung (10, 16, 100) durch Abbiegen eines Kantenbereichs (26, 27, 108)
der Platte (12, 104), um mit dem abgebogenen Kantenbereich (26, 27, 108) eine Kante
(17, 110) der Trägereinrichtung (10, 16, 100) zu umfassen und/oder zu hintergreifen,
mit:
einer Festhalteeinrichtung (36, 150) zum Festhalten der Platte (12, 104),
einer Formeinrichtung (34, 120), die eine Auflagefläche (42, 134) zum Auflegen der
durch die Festhalteeinrichtung (36, 150) festzuhaltenden Platte (12, 100) und
eine der Auflagefläche (42, 134) benachbarte Kantenform (48, 48a, 48b, 48c, 124, 125)
aufweist, und
einer Biegeeinrichtung (38, 162) mit einem Biegeelement (52, 186) zum Umbiegen des
Kantenbereichs (26, 27, 108) der Platte (12, 104) um die Kantenform (48, 48a, 48b,
48c, 124, 125),
wobei die Formeinrichtung (34, 120) mit einer Mehrzahl von Kantenformen (48, 48a,
48b, 48c, 124, 125) versehen ist, die wahlweise zum Umformen des Kantenbereichs (26,
27, 108) einsetzbar sind und
wobei eine Bewegungskurve des Biegeelements (52) der Biegeeinrichtung (38) relativ
zu der Formeinrichtung (34, 120) zum Anpassen an die jeweils gewählte Kantenform (48,
48a, 48b, 48c, 124, 125) veränderbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Formeinrichtung (34, 120) wenigstens zwei Kantenformen (48, 48a, 48b, 48c; 124,
125) mit im Querschnitt gesehen unterschiedlichen Krümmungsradien (ri, r1, r2) aufweist.
3. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kantenformen (48, 48a, 48b, 48c; 124, 125) (kreis-)zylindermantelabschnittsförmig
ausgebildet sind.
4. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Biegeeinrichtung (38) zum Einstellen der Bewegungskurve des Biegeelements (52)
relativ zu der Formeinrichtung (34) in einer schiefen Verschiebeebene (60) verschiebbar
ist, die zu der Auflagefläche (42) mit einem spitzen Winkel geneigt ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass Verschiebeebene (60) zu der Auflagefläche (42) um ca. 45 Grad geneigt ist.
6. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Biegeeinrichtung (38, 162) als Biegeelement einen Biegebalken (52, 186) zum Erfassen
und Umbiegen des Kantenbereichs (26, 27, 108) aufweist, der an seinen Endbereichen
so gelagert ist, dass er um die jeweils ausgewählte Kantenform (48, 48a, 48b, 48c;
124, 125) herum mit vorzugsweise einstellbaren Abstand oder Schwenkradius schwenkbar
ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Abstand und/oder die Schwenkachse (54) der Schwenkbewegung durch eine Verschiebung
der Biegeeinrichtung (38, 162) einstellbar ist.
8. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Festhalteeinrichtung (36, 150) ein Presselement, insbesondere einen Pressbalken
(50, 152), aufweist, das relativ zu der Auflagefläche (42, 134) beweglich ist, um
die Platte (12, 104) zum Festhalten gegen die Auflagefläche (42, 134) zu pressen oder
davon zu lösen.
9. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Festhalteeinrichtung (36, 150) zusammen mit der Biegeeinrichtung (38, 162) relativ
zur Auflagefläche (42, 138) insbesondere schräg geneigt verschiebbar ist.
10. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass mehrere Umbiegeinrichtungen (32, 32', 122), die jeweils mit der Festhalteeinrichtung
(36, 150), der Formeinrichtung (34, 120) und der Biegeeinrichtung (38, 162) versehen
sind, zum Umbiegen mehrerer Kantenbereiche (26, 27, 108) der Platte (12, 104) vorgesehen
sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Umbiegeinrichtungen (32, 32', 122) relativ zueinander beweglich sind.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwei Umbiegeinheiten (32, 32', 122) zum Umbiegen gegenüberliegender Kantenbereiche
(26, 27, 108) vorgesehen sind, die zwecks Einstellung eines Abstandes der Umbiegungen
(28) der Kantenbereiche (26, 27, 104) aufeinander zu und voneinander weg beweglich
sind.
13. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Plattenpositioniereinrichtung (29) zum Ausrichten der Platte (12, 104) vor dem
Festhalten und Umbiegen vorgesehen ist.
14. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Formeinrichtung (34) ein Auswahlelement (46, 47; 62) mit der Mehrzahl von Kantenformen
(48, 48a, 48b, 48c) hat, das zum Auswählen der gewünschten Kantenform (48, 48a, 48b,
48c) beweglich ist, insbesondere drehbar ist.
15. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Formeinrichtung (34) derart ausgebildet und angeordnet ist, dass das Zentrum
(M1) der jeweils ausgewählten Kantenform, um welches herum eine Umbiegung des Kantenbereiches
(26, 27) erfolgt, jeweils in einer zu einer Verschiebeebene (60) der Biegeeinrichtung
(34) parallelen, zu der Auflagefläche (42) schiefen Ebene (68) liegt.
16. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Formeinrichtung (120) ein erstes Formelement (126) mit einer ersten Kantenform
(124) und ein zweites Formelement (127), insbesondere mit einer zweiten Kantenform
(125), aufweist, wobei das zweite Formelement (127) als entfernbares Vorsatzelement
für das erste Formelement (126) ausgebildet ist.
17. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Festhalteeinrichtung (150) und die Biegeeinrichtung (162) mittels einer ersten
Einstelleinrichtung (166) relativ zu der Formeinrichtung (120) in einer zumindest
mit einer Richtungskomponente senkrecht zur Erstreckung der Kantenformen (124, 125)
verlaufenden ersten Richtung (x) linear beweglich sind, um den durch Vorsetzen oder
Wegnehmen des zweiten Formelements (127) entstehenden Versatz der Kantenformen (124,
125) relativ zur Festhalteeinrichtung (150) und zur Biegeeinrichtung (162) auszugleichen.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Festhalteeinrichtung (150) und die Biegeeinrichtung (162) mittels einer unabhängig
von der ersten Einstelleinrichtung (166) bewegbaren zweiten Einstelleinrichtung (174)
relativ zu der Formeinrichtung (120) in einer zumindest mit einer Richtungskomponente
senkrecht zur Erstreckung der ersten und der zweiten Kantenform (124, 125) und senkrecht
zu der ersten Richtung (x) verlaufenden zweiten Richtung (y) linear beweglich sind,
um einen Bezugspunkt (161) der Bewegungsbahn eines Biegeelements (186) der Biegeeinrichtung
(162) an die jeweils ausgewählte Kantenform (124, 125) anzupassen.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 17 oder 18,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Richtung (x) im bestimmungsgemäßen Gebrauch parallel zu der Platte (104)
verläuft.
20. Vorrichtung nach Anspruch 19,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Festhalteeinrichtung (150), die Biegeeinrichtung (162) und die Formeinrichtung
(120) gemeinsam mittels einer dritten Einstelleinrichtung (176), insbesondere parallel
zur ersten Richtung (x), relativ zur Platte (108) linear bewegbar sind, um den durch
Vorsetzen des zweiten Formelements (127) entstehenden Versatz der Kantenformen (124,
125) relativ zur Platte (108) auszugleichen.
21. Vorrichtung nach Anspruch 16 oder nach Anspruch 16 und nach einem der Ansprüche 17
bis 20,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Rückseite des zweiten Formelements (127) so an die Vorderseite des ersten Formelements
(126) angepasst ist, dass sie an die Vorderseite des ersten Formelements (126) diese
flächig kontaktierend anlegbar ist.
22. Vorrichtung nach Anspruch 16 oder nach Anspruch 16 und einem der Ansprüche 17 bis
21,
dadurch gekennzeichnet,
dass das erste Formelement (126) relativ zu einer Halterung (128) der Formeinrichtung
(120) ortsfest und das zweite Formelement (127) relativ zu der Halterung (128) beweglich
ausgebildet ist.
23. Vorrichtung nach Anspruch 16 oder nach Anspruch 16 und einem der Ansprüche 17 bis
22,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Formeinrichtung (120) einen Schwenkmechanismus (130) zum Wegschwenken des zweiten
Formelements (127) von dem ersten Formelement (126) und zum Zurückschwenken des zweiten
Formelements vor das erste Formelement hat.
24. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Formelemente jeweils durch wenigstens einen länglichen Formbalken (126, 127)
gebildet sind, dessen Querschnitt mit einem quer zur Längsrichtung vorspringenden
Vorsprung (132, 133) versehen ist, an dessen Spitze eine einen spitzen Winkel einschließende
Kante mit der zum Umformen vorgesehen jeweiligen Kantenform (124, 125), insbesondere
mit einem gewünschten Radius (A, B), ausgebildet ist.
25. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorderseite wenigstens eines der Formelemente (126) eine vorspringende Kante
mit der zum Umformen gewünschten Kantenform (124) und versetzt dazu einen oder mehrere
prägende Vorsprünge (140) zum Herstellen einer Prägung an dem abgebogenen Kantenbereich
(108) der Platte (104) aufweist.
26. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Biegeeinrichtung (162) ein um die jeweilige Kantenform (124, 125) an einer Schwenklagerung
(160) schwenkbar gelagertes Biegeelement (186) aufweist.
27. Vorrichtung nach Anspruch 26 und nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schwenklagerung (160) der Biegeeinrichtung (162) relativ zur Formeinrichtung
(120) in einer zumindest mit einer Richtungskomponente senkrecht zur Erstreckung der
Kantenformen (124, 125) und senkrecht zur ersten Richtung (x) verlaufenden zweiten
Richtung (y) bewegbar ist.
28. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, soweit auf Anspruch 17 zurückbezogen,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Festhalteelement (152) der Festhalteeinrichtung (150) relativ zu einem Biegeelement
(186) der Biegeeinrichtung (162) in einer zumindest mit einer Richtungskomponente
senkrecht zur Erstreckung der Kantenformen und senkrecht zur ersten Richtung (x) verlaufenden
zweiten Richtung (y) bewegbar ist.
29. Vorrichtung nach Anspruch 26 oder nach Anspruch 26 und einem der Ansprüche 27 oder
28,
dadurch gekennzeichnet,
dass das an der Schwenklagerung (160) schwenkbar gelagerte Biegeelement (186) entlang
seiner Längsrichtung in einen an der Schwenklagerung gelagerten Halteteil (188) und
einen relativ dazu radial zur Schwenkbewegungsachse beweglich ausgebildeten Anlageteil
(190) zum Anlegen an den umzubiegenden Kantenbereich (108) der Platte (104) geteilt
ist.
30. Verfahren zum Vorbereiten einer Platte (12, 104) zwecks Aufbringen derselben auf eine
Trägereinrichtung (10, 16, 100) durch Umbiegen eines Kantenbereiches (26, 27, 108)
der Platte (12, 104), so dass der Kantenbereich (26, 27, 108) der Platte (12, 104)
eine Kante (17, 110) der Trägereinrichtung (10, 16, 100) umfassen und/oder hintergreifen
kann mit:
• Auswahl einer an die Kante (17, 110) der Trägereinrichtung (10, 16, 100) angepassten
Kantenform (48, 48a, 48b, 48c, 124, 125),
• Einstellen einer an die Kantenform (48, 48a, 48b, 48c, 124, 125) angepassten Bewegungskurve
eines Biegeelements (52, 186) einer Biegeeinrichtung (38, 162),
• Festhalten der Platte (12, 104) und
• Umbiegen des Kantenbereichs (26, 27, 108) der Platte (12, 104) mittels des sich
entlang der Bewegungskurve um die ausgewählte Kantenform (48, 48a, 48b, 48c, 125,
124) herum bewegenden Biegeelements (52, 186).
31. Verfahren nach Anspruch 30,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kantenform aus einer Gruppe von Kantenformen (48, 48a, 48b, 48c, 124, 125) ausgewählt
wird, die jeweils mit einem bestimmten Krümmungsradius (ri) , der sich von dem oder den Krümmungsradien der anderen Kantenform(en) (48, 48a,
48b, 48c, 124, 125) unterscheiden, kreiszylindermantelabschnittsförmig gekrümmt sind.
32. Verfahren nach Anspruch 31,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Bewegungskurve eine kreisförmige Schwenkbewegung mit einem um die Dicke (D) der
Platte (12, 104) gegenüber dem Krümmungsradius (ri) der ausgewählten Kantenform (48, 48a, 48b, 48c, 124, 125) größeren Schwenkradius
konzentrisch zu der kreisförmig gekrümmten Kantenform (48, 48a, 48b, 48c, 124, 125)
eingestellt wird.
33. Verfahren nach Anspruch 32,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Einstellung des Schwenkradius und/oder der Schwenkachse (54) zur Anpassung an
die gewählte Kantenform (48, 48a, 48b, 48c) durch Verschiebung der Biegeeinrichtung
(38) in einer zu der Plattenebene schief geneigten Verschiebeebene (60) erfolgt.
34. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Zentrum, insbesondere eine Mittelachse oder eine Brennpunktsachse, der Kantenform,
um das herum der Kantenbereich (26, 27) umgebogen wird, in einer Ebene (68) angeordnet
wird, die parallel zu einer zur Plattenebene (42) schrägen Verschiebeebene (60) liegt,
entlang der die Biegeeinrichtung (38) zur Einstellung der Bewegungskurve verschiebbar
ist.
35. Verwenden der Vorrichtung (30) bzw. des Verfahrens nach einem der voranstehenden Ansprüche
zum Vorbereiten von Druckplatten (18) für unterschiedliche Druckwalzen (10, 16).