[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen aktiven Schalldämpfer für eine Abgasanlage
einer Brennkraftmaschine, insbesondere in einem Kraftfahrzeug mit den Merkmalen des
Oberbegriffs des Anspruchs 1.
[0002] Ein derartiger Schalldämpfer ist beispielsweise aus der EP 1 055 804 B1 bekannt und
besitzt ein Gehäuse, durch das ein Rohr hindurchgeführt ist. Dieses Rohr ist in einem
ersten Raum für Luftschall durchlässig ausgestaltet, indem es im ersten Raum einen
perforierten Rohrabschnitt aufweist. Des Weiteren umfasst der bekannte Schalldämpfer
einen AntiSchallerzeuger in Form eines Lautsprechers, der in einem zweiten Raum angeordnet
ist. Im Betrieb des Schalldämpfers beaufschlagt der Antischallerzeuger durch eine
Wandöffnung hindurch einen dritten Raum mit Antischall. Dabei ist die genannte Wandöffnung
in einer Trennwand ausgebildet, die den zweiten Raum vom dritten Raum trennt. Des
Weiteren kommuniziert der erste Raum durch einen Schallaustritt mit dem dritten Raum
zur Übertragung von Luftschall.
[0003] Weitere aktive Schalldämpfer sind aus EP 0 373 188 B1, US 5,233,137, US 4,177,874,
US 5,229,556, US 5,336,856, US 5,319,165, US 5,432,857, EP 0 674 097 A1, US 5,619,020,
US 5,600,106, EP 0 916 817 und DE 197 51 596 bekannt.
[0004] Im Betrieb eines derartigen aktiven Schalldämpfers wird der zu bedämpfende Luftschall
im ersten Raum aus dem Rohr ausgekoppelt und durch den Schallaustritt in den dritten
Raum eingeleitet. Gleichzeitig wird mit Hilfe des Lautsprechers Antischall, also Schall
mit zum bedämpfenden Schall reziprokem Druckpegelverlauf, generiert und ebenfalls
dem dritten Raum zugeführt. Im dritten Raum kommt es dann zu einer gegenseitigen Auslöschung
von Schall und Antischall, wodurch sich ein aktiver Schalldämpfer der vorliegenden
Art charakterisiert.
[0005] In der Theorie kann mit Hilfe derartiger aktiver Schalldämpfer eine effektive Schalldämpfung
erreicht werden. In der Praxis treten jedoch aufgrund der in den Abgasen herrschenden
hohen Temperaturen starke Probleme auf, da bislang verfügbare Lautsprecher bei derartig
hohen Betriebstemperaturen keine hinreichende Lebensdauer besitzen. Hinzu kommt, dass
die in aktiven Abgasschalldämpfern benötigten Lautsprecher sehr leistungsstark sein
müssen, um auf die im Abgas auftretenden extrem großen Schalldruckpegel angemessen
reagieren zu können und um die erwünschte Dämpfungswirkung erzielen zu können. Eine
hohe Leistung führt jedoch zu einer hohen zusätzlichen Wärmeentwicklung im Lautsprecher.
[0006] Die vorliegende Erfindung beschäftigt sich mit dem Problem, für einen aktiven Abgasschalldämpfer
der eingangs genannten Art eine verbesserte Ausführungsform anzugeben, die sich insbesondere
durch eine erhöhte Lebensdauer und einen besseren akustischen Wirkungsgrad auszeichnet.
[0007] Dieses Problem wird erfindungsgemäß durch den Gegenstand des unabhängigen Anspruchs
gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0008] Die vorliegende Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, eine direkte Beaufschlagung
des Lautsprechers mit dem zu bedämpfenden Schall zu vermeiden, indem der direkte Weg
zwischen Schallaustritt und Wandöffnung für die Schallübertragung gesperrt und statt
dessen zumindest ein Umweg bereitgestellt wird, über den der Luftschall nur noch indirekt
vom Schallaustritt zur Wandöffnung gelangen kann. Dies gilt dann entsprechend auch
für die heißen Abgase. Da somit eine direkte Beaufschlagung des Lautsprechers mit
dem zu bedämpfenden Schall und dadurch auch mit den heißen Abgasen ausgeschlossen
wird, kann dadurch gleichzeitig die Temperaturbelastung des Lautsprechers bzw. des
jeweils verwendeten Antischallerzeugers reduziert werden. Denn eine direkte thermische
Belastung z.B. durch Wärmestrahlung vom Schallaustritt zur Wandöffnung wird durch
die Sperrung des direkten Wegs zwischen Schallaustritt und Wandöffnung automatisch
verhindert. Mit einer reduzierten thermischen Belastung des Antischallerzeugers geht
eine erhöhte Lebensdauer für den Antischallerzeuger und somit für den aktiven Schalldämpfer
einher.
[0009] Die Sperrung des direkten Wegs zwischen Schallaustritt und Wandöffnung wird bei der
Erfindung mit Hilfe eine Labyrinths realisiert, das hierzu im dritten Raum ausgebildet
ist. Dabei versperrt das Labyrinth den genannten direkten Weg und schafft gleichzeitig
zumindest einen indirekten Umweg. Gleichzeitig ist das Labyrinth zweckmäßig auf die
geeignete Weise thermisch isolierend ausgestaltet und gleichzeitig akustisch derart
transparent ausgeführt, dass auf dem Weg von der Wandöffnung zum Schallaustritt im
wesentlichen keine Schalldämpfung auftritt. Hierdurch steht fast die gesamte Schallleistung
des Antischallerzeugers zur Bedämpfung bzw. Auslöschung des im Abgas transportierten
Schalls zur Verfügung.
[0010] Vorzugsweise ist das Labyrinth mit zumindest einer Isolationswand ausgestattet, die
sowohl den Schallaustritt als auch die Wandöffnung vollständig überdeckt oder abschattet
und dabei an wenigstens einem Rand eine Luftschallübertragung zwischen einer dem Schallaustritt
zugewandten ersten Seite der Isolationswand und einer der Wandöffnung zugewandten
zweiten Seite der Isolationswand ermöglicht. Mit anderen Worten, der Luftschall wird
entlang des jeweiligen Umwegs um die Isolationswand herumgeführt. Im Betrieb kann
somit die Isolationswand die am Schallaustritt emittierte Wärme dämmen, wodurch die
jenseits der Isolationswand angeordnete Wandöffnung und somit der Antischallerreger
auf einer direkten Wärmebeaufschlagung geschützt ist.
[0011] Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausführungsform kann im Gehäuse zumindest ein
weiterer oder vierter Raum ausgebildet sein, der als Helmholtz-Resonator ausgebildet
ist, an den das Rohrsystem stromauf des ersten Raums angeschlossen ist. Durch die
Integration des Helmholtz-Resonators in das Gehäuse des Schalldämpfers ergibt sich
eine besonders kompakte Bauweise. Aufgrund der Anordnung des Helmholtz-Resonators
stromauf des ersten Raums können die Schalldruckpegel in dem dem Schalldämpfer zugeführten
Schall im Resonanzfrequenzbereich des Helmholtz-Resonators erheblich gedämpft werden,
wodurch kritische akustische Belastungen des Antischallerzeugers in diesem Resonanzfrequenzbereich
vermieden werden können, was ebenfalls mit einer erhöhten Lebensdauer für den Antischallerzeuger
und somit für den Schalldämpfer einhergeht.
[0012] Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen,
aus der Zeichnung und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung anhand der Zeichnung.
[0013] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0014] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt
und wird in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
[0015] Die einzige Fig. 1 zeigt einen stark vereinfachten, schematisierten Längsschnitt
durch einen aktiven Schalldämpfer nach der Erfindung.
[0016] Entsprechend Fig. 1 umfasst ein aktiver Schalldämpfer 1 ein Gehäuse 2, mit dem der
Schalldämpfer 1 in eine nur teilweise dargestellte Abgasanlage 3 einer im übrigen
nicht dargestellten Brennkraftmaschine, die insbesondere in einem Kraftfahrzeug angeordnet
ist, eingebunden werden kann. Dabei führt ein Einlassrohr 4 im Einbauzustand von der
Brennkraftmaschine zu einem Abgaseinlass 5 des Gehäuses 2. Dementsprechend führt ein
Auslassrohr 6 von einem Abgasauslass 7 des Gehäuses 2 in die Umgebung der Brennkraftmaschine.
[0017] Durch das Gehäuse 2 ist ein Rohrsystem 8 hindurchgeführt, über das der Abgaseinlass
5 mit dem Abgasauslass 7 ohne nennenswerten Strömungswiderstand kommuniziert. Bei
der hier gezeigten, bevorzugten Ausführungsform ist das Rohrsystem 8 durch ein einzelnes
Rohr gebildet, welches den Abgaseinlass 5 direkt und insbesondere geradlinig mit dem
Abgasauslass 7 verbindet.
[0018] Im Gehäuse 2 ist ein erster Raum 9 ausgebildet, durch den das Rohr bzw. Rohrsystem
8 hindurchgeführt ist. Im ersten Raum 9 ist das Rohrsystem 8 für Luftschall durchlässig
ausgestaltet, was zweckmäßig mittels einer entsprechenden Perforation 10 eines im
ersten Raum 9 verlaufenden Rohrabschnitts 11 des Rohrsystems 8 erreicht wird.
[0019] Des Weiteren enthält das Gehäuse 2 einen zweiten Raum 12, in dem ein Antischallerzeuger
13 angeordnet ist. Der Antischallerzeuger 13 weist eine gasdichte Membran 14 sowie
einen Erreger oder Motor 15 auf, der die Membran 14 zu Schwingungen anregen kann,
um Antischall zu generieren. Üblicherweise ist der Antischallerzeuger 13 wie ein Lautsprecher
aufgebaut. Eine Trennwand 16 trennt den zweiten Raum 12 von einem dritten Raum 17
und enthält eine Wandöffnung 18, durch die der Antischallerzeuger 13 Antischall in
den dritten Raum 17 abstrahlen kann. Zweckmäßig ist der Antischallerzeuger 13 im zweiten
Raum 12 so positioniert, dass er die Wandöffnung 18 gasdicht abschließt.
[0020] Der dritte Raum 17 ist gegenüberliegend zur Trennwand 16 außerdem durch eine Begrenzungswand
19 begrenzt, die sich vorzugsweise parallel zur Trennwand 16 erstreckt. In dieser
Begrenzungswand 19 ist ein Schallaustritt 20 ausgebildet, der für Luftschall durchlässig
ist und durch den der erste Raum 9 mit dem dritten Raum 17 zur Luftschallübertragung
kommuniziert. Beispielsweise kann der Luftschallaustritt 20 durch einen perforierten
Abschnitt der Begrenzungswand 19 oder durch eine schwingfähige Membran gebildet sein.
[0021] Erfindungsgemäß ist nun im dritten Raum 17 ein Labyrinth 21 ausgebildet. Dieses Labyrinth
21 ist dabei so ausgestaltet, dass es einen mit unterbrochener Linie angedeuteten
direkten Weg 22 zur Luftschallausbreitung zwischen Schallaustritt 20 und Wandöffnung
18 sperrt. Gleichzeitig bildet das Labyrinth 21 zumindest einen, hier zwei, Umwege
23 aus, die eine indirekte Luftschallausbreitung zwischen Schallaustritt 20 und Wandöffnung
18 ermöglichen.
[0022] Durch die Sperrung des direkten Wegs 22 und durch die Schaffung der Umwege 23 wird
gleichzeitig eine thermische Belastung des Antischallerzeugers 13 erheblich reduziert,
da diese nicht mehr auf dem direkten Weg 22 erfolgen kann. Zweckmäßig ist das Labyrinth
21 zumindest im Bereich des direkten Wegs 22 als thermischer Isolator ausgestaltet.
[0023] Bei der hier gezeigten, bevorzugten Ausführungsform weist das Labyrinth 21 zumindest
eine Isolationswand 24 auf, die im dritten Raum 17 so ausgeordnet und außerdem so
dimensioniert ist, dass sie sowohl den Schallaustritt 20 als auch die Wandöffnung
18 vollständig überdeckt. Dabei besitzt die Isolationswand 24 eine erste Seite 25,
die dem Schallaustritt 20 zugewandt ist, sowie eine zweite Seite 26, die der Wandöffnung
18 zugewandt ist. Die Anordnung und Dimensionierung der Isolationswand 24 im dritten
Raum 17 erfolgt außerdem so, dass zumindest an einem Randbereich 27 der Isolationswand
24 eine Luftschallübertragung zwischen der ersten Seite 25 und der zweiten Seite 26
stattfinden kann. D.h., die jeweiligen Umwege 23 führen durch den jeweiligen Randbereich
27 der Isolationswand 24 oder an den jeweiligen Randbereichen 27 um die Isolationswand
24 herum.
[0024] Die Isolationswand 24 kann zur Realisierung der Umwege 23 mit ihrem jeweiligen Randbereich
27 von einer Außenwand 28 beabstandet sein. In Fig. 1 ist außerdem eine alternative
Ausführungsform eingezeichnet, bei welcher die Isolationswand 24 im Randbereich 27
für Luftschall durchlässig ausgestaltet ist, was beispielsweise mit Hilfe einer entsprechenden
Perforation 29 realisiert werden kann.
[0025] Die Isolationswand 24 ist zweckmäßig zumindest teilweise als thermischer Isolator
ausgestaltet. Vorzugsweise kann sie - wie hier - als Hohlwand ausgebildet sein und
dementsprechend in ihrem Inneren einen Hohlraum 30 enthalten. Dieser Hohlraum 30 kann
zweckmäßig mit einem thermisch isolierenden Material, wie z.B. Stein- oder Glaswolle,
gefüllt sein. Ebenso ist es zweckmäßig, die Isolationswand 24 selbst aus einem thermisch
isolierenden Material herzustellen. Vorteilhaft ist die Isolationswand 24 im dritten
Raum 17 so angeordnet, dass sie sich parallel zur Trennwand 16 und parallel zur Begrenzungswand
19 erstreckt. Die Isolationswand 24 kann auch - wie hier - im dritten Raum 17 symmetrisch
angeordnet sein.
[0026] Eine weitere Besonderheit bildet bei der hier gezeigten Ausführungsform die Maßnahme,
dass die Wandöffnung 18 bezüglich dem Schallaustritt 20 versetzt angeordnet ist. D.h.
Wandöffnung 18 und Schallaustritt 20 sind so angeordnet, dass sie nicht zueinander
fluchten und auch keine oder nur eine möglichst geringe Überdeckung aufweisen. Durch
diesen Versatz erfolgt die thermische Belastung der Trennwand 16 ebenfalls versetzt
zur Wandöffnung 18 und somit versetzt zum Antischallerzeuger 13.
[0027] Bei der hier gezeigten Ausführungsform ist der Antischallerzeuger 13 an der Trennwand
16 befestigt, derart, dass er zu einer den zweiten Raum 12 im Übrigen begrenzenden
Wand 31 beabstandet ist. Mit anderen Worten, der Antischallerzeuger 13 ist zum einen
vollständig innerhalb des Gehäuses 2 angeordnet und zum andern mit diesem nicht direkt,
sondern nur indirekt über die Trennwand 16 thermisch verbunden. Zweckmäßig ist der
zweite Raum 12 nach außen gasdicht ausgestaltet.
[0028] Gemäß einer Weiterbildung kann im Gehäuse 2 ein weiterer Raum 32 ausgebildet sein,
der im folgenden auch als vierter Raum 32 bezeichnet wird. Dieser vierte Raum 32 ist
dabei als Helmholtz-Resonator ausgestaltet, an welchen das Rohrsystem 8 angeschlossen
ist, und zwar stromauf des ersten Raums 9. Der Anschluss des Rohrsystems 8 an den
vierten Raum 32 erfolgt dabei über einen Hals 33. Das Rohrsystem 8 ist zweckmäßig
mit einem Rohrabschnitt 34 durch den vierten Raum 32 hindurchgeführt. Im Übrigen ist
der vierte Raum 32 nach außen gasdicht ausgestaltet. Die Bedämpfung des Schalls bereits
stromauf des ersten Raums 9 kann in einem kritischen Schwingungsbereich die Druckpegelamplituden
soweit reduzieren, dass die Belastung des stromab liegenden Antischallerzeugers 13
erheblich gesenkt ist. Der Helmholtz-Resonator im vierten Raum 32 wird zweckmäßig
so abgestimmt, dass gilt:

[0029] Dabei sind:
fres = Resonanzfrequenz des Helmholtz-Resonators,
CT,p = Schallgeschwindigkeit im Einlassrohr 4 stromauf des Schalldämpfers 1,
LZR = akustisch wirksame Länge des Einlassrohrs 4 vom Schalldämpfer 1 bis zum nächsten,
stromauf in Richtung Brennkraftmaschine liegenden Schalldämpfer oder allgemein Volumenelement,
wie z.B. ein Mittel-Schalldämpfer.
[0030] Bei der hier gezeigten Ausführungsform kann im Gehäuse 2 ein weiterer Raum 35 ausgebildet
sein, der im folgenden als fünfter Raum 35 bezeichnet wird. Der fünfte Raum 35 ist
zweckmäßig als Absorptionskammer ausgestaltet, an die das Rohrsystem 8 angeschlossen
ist, und zwar stromab des ersten Raums 9. Dabei ist das Rohrsystem 8 zweckmäßig mit
einem Rohrabschnitt 36 durch den fünften Raum 35 hindurchgeführt. Zum akustischen
Anschluss des Rohrsystems 8 an die Absorptionskammer ist der Rohrabschnitt 36 für
Luftschall durchlässig ausgestaltet, was zweckmäßig mit Hilfe einer Perforation 37
erreicht werden kann. Der fünfte Raum 35 ist vorteilhaft mit einem schallabsorbierenden
Material, vorzugsweise mit Stein- oder Glaswolle befüllt. Im Übrigen kann der fünfte
Raum nach außen gasdicht ausgestaltet sein.
[0031] Das Auslassrohr 6 kann aus akustischen Gründen eine gezielt ausgewählte Länge von
z. B. 100 bis 1000 mm, vorzugsweise von 200 bis 500 mm, aufweisen, um durch die Reflektion
am Rohrende den Schall im ersten Raum 9 zu reduzieren. Mit anderen Worten, das Auslassrohr
6 wird zweckmäßig als λ/4-Rohr ausgestaltet, das insbesondere auf störende Restfrequenzen
abgestimmt sein kann, die trotz der effektiven Auslöschung durch den Antischallerzeuger
13 im ersten Raum 9 noch auftreten.
[0032] Durch die Integration des Helmholtz-Resonators (vierter Raum 32) und/oder der Absorptionskammer
(fünfter Raum 35) baut der erfindungsgemäße aktive Schalldämpfer 1 extrem kompakt.
1. Aktiver Schalldämpfer für eine Abgasanlage (3) einer Brennkraftmaschine, insbesondere
in einem Kraftfahrzeug,
- mit einem Gehäuse (2), durch das ein Rohrsystem (8) hindurchgeführt ist, das in
einem ersten Raum (9) für Luftschall durchlässig ausgestaltet ist,
- mit einem Antischallerzeuger (13), der in einem zweiten Raum (12) angeordnet ist
und im Betrieb durch eine Wandöffnung (18) einen dritten Raum (17) mit Antischall
beaufschlagt,
- wobei die Wandöffnung (18) in einer den zweiten Raum (12) vom dritten Raum (17)
trennenden Trennwand (16) ausgebildet ist,
- wobei der erste Raum (9) durch einen Schallaustritt (20) zur Übertragung von Luftschall
mit dem dritten Raum (17) kommuniziert,
dadurch gekennzeichnet,
dass im dritten Raum (17) ein Labyrinth (21) ausgebildet ist, das einen direkten Weg (22)
zur Luftschallausbreitung zwischen Schallaustritt (20) und Wandöffnung (18) sperrt
und wenigstens einen indirekten Umweg (23) zur Luftschallausbreitung zwischen Schallaustritt
(20) und Wandöffnung (18) bereitstellt.
2. Schalldämpfer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Labyrinth (21) wenigstens eine Isolationswand (24) aufweist, die sowohl den Schallaustritt
(20) als auch die Wandöffnung (18) vollständig überdeckt und an wenigstens einem Rand
(27) eine Luftschallübertragung zwischen einer dem Schallaustritt (20) zugewandten
zweiten ersten Seite (25) und einer der Wandöffnung (18) zugewandten Seite (26) ermöglicht.
3. Schalldämpfer nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Isolationswand (24) an ihrem Rand (27) für Luftschall durchlässig ausgestaltet
oder von einer den dritten Raum (17) einfassenden Außenwand (28) beabstandet ist.
4. Schalldämpfer nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Isolationswand (24) zumindest teilweise thermisch isolierend ausgestaltet ist,
und/oder
- dass die Isolationswand (24) zumindest teilweise als Hohlwand ausgestaltet ist, und/oder
- dass die Isolationswand (24) zumindest teilweise mit einem thermisch isolierenden Material
gefüllt und/oder aus einem thermisch isolierenden Material besteht.
5. Schalldämpfer nach einem Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich die Isolationswand (24) parallel zu einer den dritten Raum (17) begrenzenden,
den Schallaustritt (20) enthaltenden Begrenzungswand (19) und/oder parallel zu der
Trennwand (16) erstreckt.
6. Schalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Labyrinth (21) wenigstens zwei Umwege (23) zur indirekten Luftschallübertragung
zwischen Schallaustritt (20) und Wandöffnung (18) bereitstellt.
7. Schalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schallaustritt (20) in einer den dritten Raum (17) begrenzenden Begrenzungswand
(19) angeordnet ist, die sich parallel zur Trennwand (16) erstreckt.
8. Schalldämpfer nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Wandöffnung (18) und der Schallaustritt (20) in der jeweiligen Wand (16, 19)
zueinander versetzt angeordnet sind.
9. Schalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Antischallerzeuger (13) an der Trennwand (16) befestigt und zu einer den zweiten
Raum (12) im Übrigen begrenzenden Wand (31) beabstandet ist, und/oder
- dass der zweite Raum (12) nach außen gasdicht ausgestaltet ist.
10. Schalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Gehäuse (2) ein weiterer oder vierter Raum (32) ausgebildet ist, der als Helmholtz-Resonator
ausgebildet ist, an den das Rohrsystem (8) stromauf des ersten Raums (9) angeschlossen
ist.
11. Schalldämpfer nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
- dass das Rohrsystem (8) mit einem Rohrabschnitt (34) durch den vierten Raum (32) hindurchgeführt
ist, und/oder
- dass der vierte Raum (32) gasdicht ausgestaltet ist.
12. Schalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Gehäuse (2) ein weiterer oder fünfter Raum (35) ausgebildet ist, der als Absorptionskammer
ausgebildet ist, an die das Rohrsystem (8) stromab des ersten Raums (9) angeschlossen
ist.
13. Schalldämpfer nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der fünfte Raum (35) mit einem schallabsorbierenden Material befüllt ist, und/oder
- dass das Rohrsystem (8) mit einem für Luftschall durchlässigen Rohrabschnitt (36) durch
den fünften Raum (35) hindurchgeführt ist, und/oder
- dass der fünfte Raum (35) nach außen gasdicht ausgebildet ist.
14. Schalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der erste Raum (9) durch einen Wandabschnitt vom dritten Raum (17) getrennt ist,
- dass der Wandabschnitt zur Ausbildung des Schallaustritts (20) für Luftschall durchlässig
ausgebildet ist.
15. Schalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Rohrsystem (8) einen Abgaseinlass (5) des Gehäuses (2) direkt mit einem Abgasauslass
(7) des Gehäuses (2) verbindet.
16. Schalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 15,
dadurch gekennzeichnet,
- dass das Rohrsystem (8) im ersten Raum (9) einen perforierten Rohrabschnitt (11) aufweist,
und/oder
- dass das Rohrsystem (8) im fünften Raum (35) einen perforierten Rohrabschnitt (36) aufweist,
und/oder
- dass der den ersten Raum (9) vom dritten Raum (17) trennende Wandabschnitt perforiert
ist, und/oder
- dass die Isolationswand (24) an ihrem mit der den dritten Raum (17) begrenzenden Außenwand
(28) verbundenen Rand (27) zumindest einen perforierten Abschnitt aufweist.