[0001] Die Erfindung betrifft ein Einspritzventil bzw. Einspritzdüse zum Einspritzen eines
Fluids, insbesondere zum Einspritzen von Kraftstoff in einen Brennraum eines Kraftfahrzeugmotors,
insbesondere eines Dieselmotors.
[0002] Für eine gute Aufbereitung des Kraftstoff-Luft-Gemischs muss der Kraftstoff, je nach
Verbrennungsverfahren, mit einem Druck zwischen 350 und mehr als 2.000 bar in einen
Brennraum eines Motors eingespritzt und dabei mit der größtmöglichen Genauigkeit pro
Einspritzung (Vor- und Haupteinspritzung, evtl. getaktet) dosiert werden. Um einen
Kompromiss zwischen geringem Kraftstoffverbrauch und der Einhaltung der Grenzwerte
für Emissionen (Abgase und Geräuschentwicklung des Motors) zu realisieren, ist es
notwendig, den Einspritzvorgang präzise zu steuern. Dabei sind wesentliche Parameter
der Einspritzbeginn (Vor- und Haupteinspritzung), die Einspritzdauer, das jeweilige
Einspritzende und das dynamische Verhalten der Einspritznadel bei Beginn und bei Ende
der Einspritzung. Da sehr hohe Kraftstoffdrücke notwendig sind, bestehen hohe Anforderungen
an ein dynamisches Verhalten der Einspritzventile.
[0003] Ein solches Einspritzsystem ist die Pumpe-Düse-Einheit, auch UIS (Unit Injektor System)
genannt, bei der eine Pumpe, ein Steuerventil und das Einspritzventil eine Einheit
bilden. Pro Motorzylinder wird eine solche Pumpe-Düse-Einheit in den Zylinderkopf
eines Dieselmotors eingebaut und entweder direkt über einen Stößel oder indirekt über
einen Kipphebel von einer obenliegenden Nockenwelle angetrieben. Bei diesem System
wird der erforderliche Einspritzdruck jeweils zum Zeitpunkt der Einspritzung erzeugt,
wobei der Einspritzmengenverlauf nicht nur durch die Auslegung der Nockenkontur, sondern
auch von der Ansteuerung des Steuerventils (magnet- oder piezobetätigt) beeinflussbar
ist. Je höher der Kraftstoffdruck ist, desto mehr Kraftstoff lässt sich in der kurzen
zur Verfügung stehenden Zeit (wenige Tausendstel Sekunden) durch die kleinen Löcher
des Einspritzventils drücken. Das Pumpe-Düse-System kann den hohen Druck deshalb gut
aufbauen, weil dieser auf sehr engem Raum direkt dort erzeugt wird, wo er eingespritzt
wird.
[0004] Pumpe-Düse-Einspritzsysteme neigen im Leerlaufbetrieb zu erhöhten Geräuschemissionen,
die mechanisch und hydraulisch angeregt werden. Die mechanischen Geräuschemissionen
entstehen in Folge einer sprungartigen Be- und Entlastung der kraftführenden Bauteile
des Pumpe-Düse-Antriebs beim Zu- und Absteuern, wohingegen die hydraulisch bedingten
Geräuschemissionen in Folge Überentlastung von Hochdruckräumen entstehen. So entstehen
z. B. beim Absteuern im unteren und mittleren Drehzahlbereich gasförmige Hohlräume,
die kurz nach ihrem Entstehen schlagartig implodieren (Kavitation) und überwiegend
hochfrequente Geräusche anregen. Diese Hohlräume bilden sich überall dort, wo der
momentane örtliche Druck unter den Siededruck des Kraftstoffs fällt.
[0005] Im Stand der Technik wurde versucht, den mechanisch bedingten Geräuschemissionen
mittels eines niedrigst möglichen, statisch einstellbaren Öffnungsdruck der Einspritznadel
zu begegnen.
[0006] Ferner wurde im Stand der Technik versucht, den hydraulisch bedingten Geräuschemissionen
mit Hilfe einer Staudrossel in einer Zulaufbohrung des Einspritzventils und einer
zwischen dem Steuerventil und der Staudrossel angeordneten, gedrosselten Verbindungsbohrung
im Düsenraum zu begegnen. Hiermit kann die Schließkraft an der Einspritznadel mittels
eines im Federraum geführten Kolbens erhöht werden. Eine solche Schließkrafterhöhung
setzt allerdings Druck im Zulauf voraus, der nur während des Absteuerns und vor dem
Zusteuern vorhanden ist, sodass eine aus Sicht der Emissionen vorteilhafte Erhöhung
des Öffnungsdrucks der Einspritznadel bei der Haupteinspritzung und damit des Druckniveaus
im Federraum im unteren Drehzahlbereich gering ausfällt.
[0007] Aus der EP 0 675 282 B1 ist eine solche Pumpe-Düse-Anordnung bekannt, bei welcher
aus einem Kraftstofftank über ein Steuerventil Kraftstoff einer Kraftstoffpumpe zur
Verfügung gestellt wird. Die Kraftstoffpumpe ist über eine Leitung mit einem Druckraum
verbunden, in welchem eine Einspritznadel des Einspritzventils angeordnet ist. Die
Einspritznadel weist im Druckraum eine Druckschulter auf, an welcher die Einspritznadel
mittels eines Kraftstoffdrucks von ihrem Dichtsitz aus anhebbar ist. Die Einspritznadel
ist über eine Vorspannfeder, die in einem Federraum angeordnet ist, gegen den Dichtsitz
vorgespannt. Der Federraum ist über eine Kraftstoffleitung an einen Überstromventilsitz
und an ein Rückschlagventil angeschlossen. Durch die Ankopplung des Federraums an
die Zuleitung wird die Einspritznadel über den Kraftstoffdruck zusätzlich zur Vorspannfeder
gegen deren Dichtsitz gepresst. In Abhängigkeit von einer Schließstellung des Überstromventils
wird der von der Kraftstoffpumpe verdichtete Kraftstoff in den Druckraum oder über
die Zuleitung wieder zum Kraftstofftank geführt. Eine Einspritzung beginnt, wenn beim
Verdichtungsvorgang der Pumpe das Überstromventil geschlossen ist und dadurch der
Kraftstoffdruck im Druckraum über einen festgelegten Wert steigt, sodass die Einspritznadel
aufgrund des Druckes im Druckraum gegen die Vorspannung der Vorspannfeder und gegen
den Kraftstoffdruck im Federraum vom Dichtsitz abgehoben wird.
[0008] Es ist eine Aufgabe der Erfindung eine möglichst geräuscharme Pumpe-Düse-Einheit
zur Verfügung zu stellen, die heutige und auch künftig absehbare Emissionsziele realisieren
kann und darüber hinaus kostengünstig herstellbar ist.
[0009] Die Aufgabe der Erfindung wird einerseits durch ein Einspritzventil gelöst, bei welchem
in oder an einem Federraum des Einspritzventils ein Druckhalteventil vorgesehen ist,
mittels welchem es möglich ist, den Federraum an einen Druck im Zulauf zu koppeln.
Dieser auf den Federraum aufgebrachte Fluiddruck, wirkt zusammen mit einer Feder,
bevorzugt, auf einen im Federraum hin- und herbeweglichen Kolben, welcher mit der
Kraft aus der Feder sowie der Kraft aufgrund des Fluiddrucks im Federraum beaufschlagt
ist, wobei der Kolben diese beiden Kräfte im Wesentlichen axial auf die Einspritznadel
des Einspritzventils überträgt.
[0010] Andererseits wird die Aufgabe der Erfindung durch eine Verringerung eines Pumpenkolbendurchmessers
einer dem Einspritzventil zugeordneten Pumpe realisiert, welche das Einspritzventil
mit Kraftstoff versorgt. Im Stand der Technik beträgt ein solcher Pumpenkolbendurchmesser
derzeit 7,65 mm. Mittels einer Verkleinerung auf ca. 6,0 bis 6,5 mm, insbesondere
6,25 mm erreicht man auf Grund der damit einhergehenden Verkleinerung der Pumpenkolbenfläche
eine Reduzierung der Spitzenkräfte im Antrieb um ca. 30%, was die mechanische Geräuschanregung
bei gleichem Druckniveau deutlich verringert.
[0011] Mittels dieser Anordnung ist der Düsenöffnungsdruck im Leerlauf des Motors mit kleiner
oder gleich 160 bar im Neuzustand des Einspritzventils geräuschoptimal wählbar. Das
Kriterium für die untere Grenze des Düsenöffnungsdrucks ist die Sicherheit gegen Gaseintritt
aus dem Motorzylinder. Diese untere Grenze wird vom Abfall des Düsenöffnungsdrucks
über der Lebensdauer des Einspritzventils - typischerweise 25 bis 30 bar -, von der
hydraulischen Schließkraft zu Folge des Drucks im Federraum, von der mechanischen
Schließkraft auf Grund der Kraft der Feder im Federraum auf den Kolben und vom maximalen
Motorzylinderdruck beim Düsenschließen bestimmt. Durch Auswahl einer geeigneten Vorspannfeder
ist dann der Düsenöffnungsdruck frei wählbar.
[0012] Ferner ist die erfindungsgemäße Vorrichtung für eine getaktete Einspritzung sehr
gut geeignet, da auf Grund des Absteuerns einer Voreinspritzung die entstehende Druckwelle
das Druckhalteventil öffnet und den Druck im Federraum erhöht.
[0013] Somit erhöht sich auch der Öffnungsdruck für die Haupteinspritzung und folglich der
Impuls, mit welcher der Kraftstoff in den Brennraum einspritzbar ist, was insbesondere
für geringere Schadstoffemissionen vorteilhaft ist.
[0014] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Druckhalteventil oben im Federraum vorgesehen,
wobei ein Zulauf des Druckhalteventils von einer Zulaufbohrung abgezweigt, durch welche
der Kraftstoff in einen Pumpenraum der Pumpe gefördert wird. Ein Ventilglied des Druckhalteventils
dichtet diese Zulaufbohrung vorgespannt ab. Ein Widerlager des Druckhalteventils befindet
sich bevorzugt oben im Federraum und besteht bevorzugt aus einer im Federraum über
einen Presssitz befestigte Hülse, die an ihrer Oberseite eine Ventilfeder des Ventilglieds
des Druckhalteventils abstützt. An der Unterseite der Hülse stützt sich eine im Federraum
vorgesehene Vorspannfeder der Einspritznadel ab.
[0015] Diese Ausführungsform ist insbesondere von Vorteil, da sich bereits bestehende Pumpe-Düse-Konzepte
ohne aufwändige konstruktive Maßnahmen mit dem Druckhalteventil ausrüsten lassen.
[0016] In einer Variante der Erfindung ist das Druckhalteventil nicht oben im Federraum,
sondern außerhalb des Federraums vorgesehen, wobei das Ventilglied des Druckhalteventils
eine Abzweigung (Abschnitt einer Zulaufbohrung, die den Zulaufkanal mit dem Federraum
verbindet) von der Zulaufbohrung vorgespannt abdichtet. Hierbei können Ventilglied,
dessen Dichtsitz, Zulaufkanal und Abzweigung derart angeordnet werden, dass das Ventilglied
zur Reduzierung einer Flatterneigung geführt ist. Das Widerlager des Druckhalteventils
ist hierbei in einer bevorzugten Ausführungsform eine einfache Bohrung in welcher
eine Ventilfeder angeordnet ist, die an ihrem freien Ende einen Ventilkörper aufweist.
Bevorzugt ist dieser Ventilfederraum mittels einer Entlüftungsbohrung entlastbar.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung führt die Entlüftungsbohrung von
einem oberen Abschnitt des Ventilfederraums zu einem oberen Bereich des Federraums,
wobei die Entlüftungsbohrung als Drossel ausgebildet ist.
[0017] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist ein Dichtabschnitt (Ventilkörper)
des Ventilglieds des Druckhalteventils eine Kugel, insbesondere eine Halbkugel, die
an einem korrespondierend geformten Dichtsitz, bevorzugt einem Kegelsitz, in einem
Schließzustand des Druckhalteventils dichtend ansitzt. Diese Anordnung ist sehr einfach
ausgelegt und daher kostengünstig zu realisieren, wobei mit einer Halbkugel als Ventilglied
eine besonders kompakte Bauweise erreicht werden kann.
[0018] Zur Verringerung einer Querbewegung des Ventilglieds bzw. Ventilkörpers (Kugel, Halbkugel)
ist dieses an seinem Außendurchmesser bevorzugt mit einem engen Spiel geführt. Vorzugsweise
beträgt dieses Spiel 3 bis 5µm, insbesondere 4µm. Ferner ist bei einer solchen Ausführungsform
eine gedrosselte Verbindung zwischen Dichtabschnitt/-sitz und Federraum zur Verminderung
einer Flatterneigung des Ventils besonders vorteilhaft. Dies ist vor allem bei kleinen
Druckdifferenzen und zur Beeinflussung des Druckanstiegs im Federraum vorteilhaft.
[0019] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist im Zulaufkanal (vom Kraftstoffreservoir)
des Einspritzventils eine Staudrossel vorgesehen, wobei der Zulauf zum Druckhalteventil
stromabwärts nach der Staudrossel vom Zulaufkanal abzweigt. Stromabwärts soll heißen,
dass bei einem Ansaugtakt der Pumpe des Einspritzventils der Kraftstoff vom Kraftstoffreservoir
durch den Zulaufkanal hindurch in den Pumpenraum der Pumpe gefördert wird, wobei die
Zulaufbohrung hinter der Staudrossel angeordnet ist.
[0020] Die Fläche der Staudrossel wird dabei so ausgelegt, dass bis zu mittleren Drehzahlen
des Motors der Staudruck im Zulaufkanal (und der Zulaufbohrung zum Druckhalteventil)
und demzufolge der durch das Druckhalteventil gehaltene Druck im Federraum nur wenig
ansteigen. Somit bleibt die Zunahme des Öffnungsdrucks der Einspritznadel vor dem
ersten Schließen (Voreinspritzung) des Steuerventils klein, was sich günstig auf die
Zumessgenauigkeit kleiner Voreinspritzmengen in einem emissionsbestimmenden Bereich
des Motorkennfelds auswirkt. D. h. bis zu mittleren Drehzahlen des Motors erhöht sich
der Druck im Federraum für eine Voreinspritzung einer Einspritzung nicht wesentlich,
wodurch ein schnelles Öffnen (geringe Öffnungskraft) der Einspritznadel sichergestellt
ist. Andererseits existiert nach dem Absteuern der Voreinspritzung aufgrund der Druckwelle
im Zulaufkanal (s. o.) ein erhöhtes Druckniveau im Federraum, was für eine auf die
Voreinspritzung folgende Haupteinspritzung einen erhöhten Öffnungsdruck ermöglicht,
was sich wiederum positiv auf die Schadstoffemissionen auswirkt.
[0021] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Staudrossel, ein Abschnitt
des Zulaufkanals und bevorzugt auch die Zulaufbohrung und deren Abzweigung stromabwärts
der Staudrossel in einer Platte vorgesehen, welche den Federraum nach oben abschließt
und abdichtet. Bevorzugt ist hierbei auch der Dichtsitz des Druckhalteventils in der
Platte ausgebildet. Eine solche Anordnung ermöglicht ein einfaches Herstellen der
Zulaufbohrung sowie der Staudrossel, was kostengünstig bei der Herstellung und auch
kostengünstig bei der Wartung des Einspritzventils ist. Ferner können in der Platte
auch Einrichtungen für die Hochdruckseite des Einspritzventils, wie z. B. eine Pumpenraumdrossel
und ein Abschnitt des Druckkanals vorgesehen sein.
[0022] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Raum unterhalb des Nadelkolbens,
welcher im Federraum auf- und abbewegbar ist und im Wesentlichen axial auf die Einspritznadel
drückt, mit dem Zulaufkanal stromaufwärts der Staudrossel mittels einer Bohrung oder
eines Kanals verbunden. Ferner ist es möglich, diesen Raum nicht mit dem Zulaufkanal,
sondern mit einer anderen Drainage- oder Leckageleitung, die z. B. zum Kraftstoffbehälter
führt, zu verbinden. Hierbei wird das Spiel des Nadelkolbens an der Innenwand des
Federraums derart gewählt, dass der Druck im Federraum bei jeweils einer ersten Einspritzung
(Voreinspritzung) im Wesentlichen vollständig abgebaut ist und dem Druck im Zulaufkanal
entspricht. Hierdurch wird gewährleistet, dass jede Einspritzung (bzw. jeder Einspritzzyklus:
Pilot/Voreinspritzung, einfache oder mehrfache Haupteinspritzungen) immer unter denselben
Druckbedingungen stattfindet und sich das Verhalten der Pumpe-Düse-Einheit vorhersagbar
gestaltet. Ferner ist dadurch sichergestellt, dass für ein schnelles Öffnen der Einspritznadel
bei einer Voreinspritzung kein oder nur ein geringes Fluiddruckniveau im Federraum
herrscht.
[0023] Um ein Verkanten des Nadelkolbens zu verhindern ist dessen umlaufende Seitenwand
ballig ausgebildet.
[0024] Weitere, bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den übrigen
Unteransprüchen.
[0025] Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbespielen anhand der zugehörigen
Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- einen prinzipiellen Aufbau einer Pumpe-Düse-Einheit ohne Fluiddruckbeaufschlagung
einer Einspritznadel in einem Federraum,
- Fig. 2
- eine erfindungsgemäße Pumpe-Düse-Einheit mit einem zentralen Druckhalteventil,
- Fig. 3
- einen Ausschnitt A der Fig. 2
- Fig. 4
- einen Ausschnitt B der Fig. 2,
- Fig. 5
- eine bevorzugte Ausführungsform eines Dichtabschnitts eines Druckhalteventils der
erfindungsgemäßen Pumpe-Düse-Einheit,
- Fig. 6
- eine weitere erfindungsgemäße Pumpe-Düse-Einheit mit einem dezentralen Druckhalteventil,
- Fig. 7a
- eine erste Schnittansicht des Bereichs C aus der Fig. 6, und
- Fig. 7b
- eine zweite Schnittansicht des Bereichs C aus der Fig. 6,
- Fig. 8a
- eine erste Ausführungsform einer Entlüftung eines Druckhalteventilfederraums,
- Fig. 8b
- eine zweite Ausführungsform der Entlüftung,
- Fig. 8c
- eine dritte Ausführungsform der Entlüftung, und
- Fig. 8d
- eine vierte Ausführungsform der Entlüftung.
[0026] Im Folgenden soll ein Absteuern eines Steuerventils 3 eines Einspritzventils 1 bedeuten,
dass der Steuerventilkolben in seine Ruhestellung (nicht bestromter Zustand des Steuerventils
3) bewegt wird, wobei das Steuerventil 3 offen ist, d.h. eine Fluidverbindung zwischen
einem Kraftstoffvorrat und einer Pumpe 2 des Einspritzventils 1 ermöglicht. Ein An-
oder Zusteuern des Steuerventils 3 soll entsprechend heißen, dass der Steuerkolben
des Steuerventils 3 geschlossen ist (Steuerventil 3 befindet sich im bestromten Zustand),
wodurch ein Hochdruckbereich des Einspritzventils 1 vom Kraftstoffreservoir abgetrennt
ist und ein Verdichten eines Kraftstoffs 192 mittels der Pumpe 2 ermöglicht wird.
[0027] Fig. 1 zeigt eine schematische Ausführungsform einer Pumpe-Düse-Einheit ohne zusätzliche
Fluiddruckbeaufschlagung der Einspritznadel im Federraum. Die Pumpe-Düse-Einheit zum
Einspritzen von Kraftstoff in einen Verbrennungsraum 190 einer Brennkraftmaschine,
insbesondere eines Dieselmotors, weist eine Kraftstoffpumpe (im Folgenden mit Pumpe
bezeichnet) 2 auf, bei welcher ein Pumpenkolben 210 in einem Pumpenzylinder 230 hin-
und herbewegbar ist. Der Pumpenkolben 210 wird direkt oder indirekt über eine nicht
dargestellte, obenliegende Nockenwelle der Brennkraftmaschine angetrieben. Der Kompressionsraum
des Pumpenzylinders 230 ist der Pumpenraum 220, der über eine Kraftstoffleitung 240
mit einem Ventilsitz eines piezoelektrisch oder elektromagnetisch betriebenen Steuerventils
3 verbunden ist. Das Steuerventil 3 dient dazu, die Kraftstoffleitung 240 entweder
zu verschließen oder mit einem Kraftstoffniederdruckbereich, dargestellt durch einen
Zulaufkanal 140, aus dem Kraftstoff angesaugt werden kann, zu verbinden. In der geöffneten
Ruhestellung des Steuerventils 3 wird bei einer bezogen auf Fig. 1 nach oben gerichteten
Bewegung des Pumpenkolbens 210 Kraftstoff aus dem Kraftstoffreservoir über eine Leitung
im Zylinderkopf, den Zulaufkanal 140 und über den Zylinderkolben des Steuerventils
3 in den Pumpenraum 220 angesaugt. Befindet sich das Steuerventil 3 nach wie vor in
seiner Offenstellung und bewegt sich der Pumpenkolben 210 nach unten, kann vorher
in den Pumpenraum 220 angesaugter Kraftstoff wieder zurück in den Kraftstoffniederdruckbereich
gedrückt werden. Bei einer Ansteuerung des Steuerventils 3 (Steuerventil 3 bestromt)
verschließt dieses die Fluidverbindung zwischen Kraftstoffleitung 240 und dem Zulaufkanal
140. Bei einer nach unten gerichteten Bewegung des Pumpenkolbens 210 wird der im Pumpenraum
220 befindliche Kraftstoff komprimiert, wodurch ein Hochdruck p
220 im Pumpenraum 220 erzeugt wird.
[0028] Ferner umfasst die Pumpe-Düse-Einheit eine Einspritzdüse 1, die eine zwischen einer
Schließstellung und einer Offenstellung hin- und herbewegbare Einspritznadel 170 aufweist.
Auf die Einspritznadel 170 wirkt eine Vorspannfeder 110 über einen Nadelkolben 115
und einen Schaft 117 mit einer durch die Federkonstante der Vorspannfeder 110 bestimmten
Schließkraft ein. Die Vorspannfeder 110 ist zwischen dem Nadelkolben 115 und dem oberen
Ende des Federraums 105 (Sackloch) eingespannt. Ein eine Druckschulter 172 aufweisender
Abschnitt der Einspritznadel 170 ist von einem Druckraum 176 umgeben, der mit dem
Pumpenraum 220 über einen Druckkanal 145 kommuniziert. In Abhängigkeit von der Drosselwirkung
des Druckkanals 145 und ggf. weiterer nicht dargestellter Drosseleinrichtungen wird
von dem im Pumpenraum 220 herrschenden Druck p
220 im Druckraum 176 ein dritter Druck p
176 aufgebaut. Der im Druckraum 176 unter dem Druck p
176 stehende Kraftstoff übt eine bezogen auf die Darstellung von Fig. 1 nach oben gerichtete
Öffnungskraft an der Druckschulter 172 auf die Einspritznadel 170 aus. Die Einspritznadel
170 nimmt ihre Offenstellung ein, sobald die durch den Druck p
176 verursachte Öffnungskraft größer als die Summe der der Öffnung der Einspritznadel
170 entgegengerichteten Reibungskräfte und der durch die Vorspannfeder 110 nach unten
ausgeübte Kraft auf die Einspritznadel 170 ist.
[0029] Der Raum oberhalb des Nadelkolbens 115 mit einem Fluiddruck beaufschlagt, der über
den Nadelkolben 115 die Einspritznadel 170 bezüglich ihres Dichtsitzes über einem
Motorraum 190 noch weiter vorspannt. Da ein vollständiges und dauerhaftes Abdichten
des Federraums 105 gegenüber der Einspritznadel 170 bzw. des Nadelkolbens 115 und
dem Schaft 117 nicht möglich ist, ist der Nadelkolben 115 im Federraum 105 mit einem
Dichtspalt geführt, wobei der Raum (bezüglich. Fig. 1) unterhalb des Federraums 105
über einer Bohrung an den Zulaufkanal 140 angeschlossen ist.
[0030] Einspritzbeginn und Einspritzmenge des Einspritzventils 1 werden über das schnell
schaltende Steuerventil 3 (Magnetventil oder, bevorzugt, piezoelektrisch betätigtes
Ventil) bestimmt, wobei diese Größen im Kennfeld frei wählbar sind. Das Steuerventil
3 ermöglicht im geöffneten Zustand einen freien Durchlass vom Kraftstoffzulauf des
Niederdruckbereichs über die Pumpe 2 zum Hochdruckbereich und wieder zurück zum Niederdruckbereich
im Zylinderkopf des Motors, wodurch ein Befüllen des Pumpenraums 220 während eines
Saughubs des Pumpenkolbens 210 und ein Ausdrücken von Kraftstoff während eines Förderhubs
des Pumpenkolbens 210 ermöglicht wird. Durch bestromen des Magnetventils während eines
Förderhubs des Pumpenkolbens 210 wird dieser Bypass geschlossen, was zu einem Druckaufbau
im Hochdruckbereich des Einspritzventils 1 führt und nach Überschreiten eines Düsenöffnungsdrucks
P
176 zum Einspritzen von Kraftstoff 192 in den Brennraum des Motors führt. Durch die kompakte
Bauweise der Pumpe-Düse-Einheit ergibt sich ein sehr geringes Hochdruckvolumen und
eine große hydraulische Streifigkeit.
[0031] Das Steuerventil 3 erhält seine Steuersignale von einer elektronischen Regelung,
die bekannte Eingangsinformationen wie z. B. Gaspedalstellung, Motordrehzahl, Nockenwellenposition,
Saugrohrtemperatur, Saugrohrdruck und Kühlmitteltemperatur verarbeitet und entsprechende
Steuersignale an das Steuerventil 3 abgibt.
[0032] Die Einspritzperiode wird durch Bestromen und Schließen des Steuerventils 3 während
des Förderhubs des Pumpenkolbens 210 eingeleitet. Nach Druckaufbau im Hochdruckbereich
und Erreichen des Düsenöffnungsdrucks P
176 beginnt die Voreinspritzung. Das Ende der Voreinspritzung ergibt sich neben einer
Fluiddruckbeaufschlagung des Federraums 105 mittels des erfindungsgemäßen Vorsehens
eines Druckhalteventils 4 (s. u.) am Federraum 105 z. B. zusätzlich durch das Öffnen
eines Ventils (Ausweichkolben), das den Druck im Hochdruckraum 176 schlagartig absenkt
und die Einspritznadel 170 schließt. Hub- und Schaftdurchmesser des Ausweichkolbens
bestimmen den zeitlichen Abstand zwischen dem Ende der Voreinspritzung und dem Beginn
der Haupteinspritzung, d. h. die Spritzpause.
[0033] Fig. 2 zeigt eine erfindungsgemäße Pumpe-Düse-Einheit mit dem erfindungsgemäßen Einspritzventil
1, wobei hauptsächlich der Niederdruckbereich in Fig. 2 zu sehen ist. Wie zusätzlich
in Fig. 2 zu sehen ist, befindet sich ein Kraftstoffeinlass 142, sowie der Zulaufkanal
140 in einem Abschnitt des Einspritzventils 1, in welchem auch der Federraum 105 ausgebildet
ist. Oben an diesen Abschnitt schließt sich eine Platte 150 an, welche den Abschnitt
oben fluiddicht abschließt. U. a. ist der Zulaufkanal 140 durch diese Platte 150 hindurch
geführt und eine Zulaufbohrung 152 eines Druckhalteventils 4 ist in der Platte 150
ausgebildet, wobei das Druckhalteventil 4 weiter unten näher erläutert wird.
[0034] Im Federraum 105 wirkt die Vorspannfeder 110 über einen Nadelkolben 115 und den Schaft
117 im Wesentlichen axial von oben auf die Einspritznadel 170, welche in einem unteren
Abschnitt des Einspritzventils 1 über einen kleinen Hub nach oben und nach unten bewegbar
ist. Wie zu Fig. 1 schon erläutert, ist die Druckschulter 172 der Einspritznadel 170
im Druckraum 176 angeordnet, der mit dem Druckkanal 145 und der Kraftstoffleitung
240 in Fluidverbindung steht.
[0035] Mit Bezug auf die Fig. 2 und 3 ist oben im Federraum 105 das Druckhalteventil 4 vorgesehen,
welches an einem Widerlager 405 abgestützt ist. Das Widerlager 405 des Druckhalteventils
4 ist in einem oberen Bereich des Federraums 105 befestigt, wobei sich für die Befestigung
ein Presssitz gut eignet. Unten an das Widerlager 405 stößt in diesem Ausführungsbeispiel
die Vorspannfeder 110 an, wobei das Widerlager 405 ebenso ein Widerlager der Vorspannfeder
110 darstellt. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist dieses Widerlager
405 eine U-förmige Hülse, wobei der Horizontalabschnitt der Hülse 405 weiter unten
im Federraum 105 angeordnet ist. Andere Widerlager 405 des Druckhalteventils 4 sind
ebenso möglich, wie z. B. eine eingepresste Scheibe oder Ausnehmungen in der Federrauminnenwand,
an welchen sich Vorspannfeder 110 und/oder Druckhalteventil 4 abstützen. Das Widerlager
405 lässt auf Grund von Bohrungen oder Schlitzen eine Fluidverbindung zwischen dem
Raum über dem Widerlager 405 und dem Raum darunter, dem eigentlichen Federraum 105,
zu. Bevorzugt für den Druckausgleich zwischen diesen beiden Räumen ist eine zentrische
Bohrung im Horizontalabschnitt der Hülse 405.
[0036] Bei einer bevorzugten Ausführungsform des Druckhalteventils 4 stützt sich eine Ventilfeder
415 am Widerlager 405 ab und spannt ein Ventilglied 410 gegen einen Dichtsitz 430
vor. Das Ventilglied 410 besteht in einer einfachen Ausführungsform nur aus einem
wenigstens teilweise sphärischen Körper 420, z. B. einer Kugel oder einer Halbkugel,
der direkt auf der Ventilfeder 415 sitzt, die sich am Widerlager 405 abstützt und
den Körper 420 gegen den Dichtsitz 430 vorspannt. In einer bevorzugten Ausführungsform
sitzt der teilweise sphärische Körper 420, insbesondere die Halbkugel, auf einer Scheibe
440, welche wiederum mit der Ventilfeder 415 verbunden ist. Die Außenabmessungen der
Scheibe 440 sind etwas kleiner als die Innenabmessungen des Federraums 105, sodass
diese Scheibe 440 im Federraum 105 mit etwas Spiel geführt ist, was dem Dichtkörper
420 des Druckhalteventils 4 eine ausreichende Vertikalführung im Federraum 105 verleiht.
Ferner kann die Scheibe 440 an den Vertikalabschnitten der Hülse 405 oben aufsitzen
(Fig. 3), was dem Druckhalteventil 4 einen definierten Maximalhub verleiht und das
Ventilglied 410 vor einem Flattern bzw. unkontrollierten Bewegungen bewahrt. Damit
bei Aufliegen der Scheibe 440 auf den Vertikalabschnitten der Hülse 405 trotzdem ein
Druckaustausch zwischen dem Bereich über dem Druckhalteventil 4 und darunter in ausreichender
Zeit möglich ist, so kann die Scheibe 440 Bohrungen oder an ihrer Unterseite/Umfangsseite
Nuten aufweisen.
[0037] Der Dichtsitz 430 des Druckhalteventils 4 ist bevorzugt in der Platte 150 ausgebildet,
wobei der Dichtsitz 430 mit dem Dichtabschnitt 422 des Ventilglieds 410 derart zusammenwirkt,
dass in einer Schließstellung des Druckhalteventils 4 über diesen Bereich kein Fluid
transportierbar ist. In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Dichtsitz 430 ein
Kegelsitz, von welchem sich nach oben eine Sacklochbohrung in die Platte 150 hinein
fortsetzt, wobei von der Sacklochbohrung die Zulaufbohrung 152 zum Zulaufkanal 140
abzweigt. Möglich ist auch, dass die Zulaufbohrung 152 direkt vom Dichtsitz 430 wegführt.
[0038] In der Platte 150 ist ferner eine Bohrung vorgesehen, welche Teil des Zulaufkanals
140 des Einspritzventils 1 ist, sodass sich der Zulaufkanal 140 vom unteren Abschnitt
des Einspritzventils 1 kommend, weiter zum Ventilsitz des Steuerventils 3 durch die
Platte 150 hindurcherstrecken kann. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
ist der Abschnitt des Zulaufkanals 140, welcher sich in der Platte 150 befindet, mit
einer Staudrossel 154 ausgebildet, die den Zulaufkanal 140 verengt. Stromabwärts,
d.h. bei einem Ansaugtakt der Pumpe 2 in Strömungsrichtung hinter der Staudrossel
154, zweigt bevorzugt innerhalb der Platte 150 die Zulaufbohrung 152 zum Druckhalteventil
4 ab, wodurch eine Fluidverbindung zwischen Zulaufkanal 140 und Dichtsitz 430 des
Druckhalteventils 4 geschaffen ist. In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung
kann die Zulaufbohrung 152 z. B. direkt von Staudrossel 154 abzweigen.
[0039] Mittels des erfindungsgemäßen Vorsehens des Druckhalteventils 4 im Federraum 105
ist es möglich, einen Druck stromabwärts der Staudrossel 154 des Zulaufkanals 140
dem Federraum 105 aufzuprägen. Das Druckhalteventil 4 ist derart ausgelegt, dass es
nur ein Aufprägen des Drucks im Zulaufkanal 140 auf den Federraum 105 zulässt, wobei
ein Druck P
140 im Zulaufkanal 140 (stromabwärts der Staudrossel 154) über dem Druck p
105 im Federraum 105 liegen muss. Ist der Federraumdruck P
105 größer als der Druck P
140 im Zulaufkanal 140 (stromabwärts der Staudrossel 154), so bleibt das Druckhalteventil
4 geschlossen und der Druck p
105 im Federraum 105 aufrechterhalten. Es findet aufgrund der konstruktiven Auslegung
des Druckhalteventils 4 nur ein Druckübertrag vom Zulaufkanal 140 auf dem Federraum
105 statt und dies auch nur, wenn der Druck im Zulaufkanal 140 über dem des Federraums
105 liegt. Dieser jetzt im Federraum 105 herrschende Druck p
105 wirkt (zusammen mit der Vorspannfeder 110) über den Nadelkolben 115 und den Schaft
117 auf die Einspritznadel 170 in Richtung deren Dichtsitz, was in Fig. 4 dargestellt
ist.
[0040] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung schließt sich an die Platte 150
nach oben der Pumpenraum 220 an (Fig. 3), was eine kompakte Pumpe-Düse-Einheit ermöglicht.
[0041] Fig. 4 zeigt einen unteren Abschnitt des Federraums 105, in welchem der Nadelkolben
115 geführt ist. An den Nadelkolben 115 nach unten schließt sich der Schaft 117 an,
welcher entweder mit dem Nadelkolben 115 oder mit der Einspritznadel 170 einstückig
ausgestaltet sein kann. Ferner kann der Nadelkolben 117 auch als ein eigenes Teil
in einer Bohrung oberhalb der Einspritznadel 170 geführt sein. Auf den Nadelkolben
115 wirken zwei Kräfte, eine statische, aufgrund der Vorspannfeder 110, und eine hydraulische,
aufgrund des Fluiddrucks P
105 im Federraum 105. Diese beiden Kräfte werden mittels des Nadelkolbens 115 und des
Schafts 117 zur Einspritznadel 170 weitergeleitet, welche diese mit einer Kraft in
Richtung ihres Dichtsitzes vorspannen.
[0042] Der Schaft 117 ist in einem oberen Bereich über fast seine gesamte Länge bevorzugt
als Dreiflach ausgebildet, sodass eine Fluidverbindung zwischen dem Federraum 105
und einem Ringraum 120 besteht, der in einem oberen Bereich der Einspritznadel 170
vorgesehen ist. Der Schaft 117 wirkt bevorzugt als Dämpfungselement für die Einspritznadel
170, wobei zur Dämpfung einer Bewegung der Einspritznadel 170 eine Steuerkante 118
des Schafts 117 mit einer Steuerkante 119 im Einspritzventil 1 zusammenwirkt, wobei
dieser Abschnitt (mit Steuerkante 119) im Einspritzventilkörper z. B. als sog. Dämpfungsplatte
ausgebildet sein kann. Die beiden Steuerkanten 118, 119 wirken derart zusammen, dass
bei entsprechender Stellung der Einspritznadel 170 der Ringraum 120 vom Federraum
105 abgetrennt wird.
[0043] So kommt mit zunehmenden Hub der Einspritznadel 170 die Steuerkante 118 des Schafts
117 in den Bereich der Steuerkante 119 und verschließt dabei den Ringraum 120 bezüglich
des Federraums 105, sodass der im Ringraum 120 eingeschlossene Kraftstoff komprimiert
werden muss, was die Hubbewegung der Einspritznadel 170 dämpft. Bevorzugt ist das
Profil der Steuerkanten 118 und/oder 119 wie eine stetig differenzierbare Funktion
derart ausgebildet, dass sich eine von der Drehzahl des Motors abhängige Dämpfungswirkung
ergibt. Bei hoher Drehzahl und entsprechend schneller Hubbewegung der Einspritznadel
170 ergibt sich aufgrund strömungsmechanischer Prozesse eine erhöhte Dämpfungswirkung.
Bei niedriger Drehzahl des Motors hingegen ergibt sich eine verringerte Dämpfungswirkung.
[0044] Im Raum unter dem Nadelkolben 115 herrscht ein Druck, der entweder geringer (nach
Voreinspritzung und während Haupteinspritzphase) oder gleich (direkt vor der Voreinspritzung)
dem Druck P
105 im Federraum 105 ist. Für eine ordnungsgemäße Funktion des Einspritzventils 1 ist
es, zur Sicherstellung der Stabilität von Hub zu Hub der Einspritznadel 170, vorteilhaft,
dass der Druck im Raum unterhalb des Nadelkolbens 115 bei jeweils einer ersten Einspritzung
(meist Voreinspritzung) derart abgebaut ist, dass er einem Druck p
140 im Zulaufkanal 140 stromaufwärts der Staudrossel 154, oder einem anderen Niederdruck
entspricht. Hierzu ist der Raum unterhalb des Nadelkolbens 115 mittels einer Fluidverbindung
180 zum Zulaufkanal 140 verbunden. Diese Fluidverbindung 180 kann jedoch auch zu anderen
Drainage- oder Leckagekanälen geführt sein, wodurch der Druck unterhalb des Nadelkolbens
115 ein anderer ist als im Zulaufkanal 140 stromaufwärts der Staudrossel 154.
[0045] Um einen Druckabbau im Federraum 105 zu ermöglichen, wird das Spiel (Dichtspalt 445)
zwischen Nadelkolben 115 und Innenwand der Federraumbohrung 105 derart ausgelegt,
dass der Druck p
105 im Federraum 105 über die Fluidverbindung 180 jeweils vor einer ersten Einspritzung
abgebaut ist. D. h. während einer Spritzpause muss der Druck p
105 im Federraum 105 über den Dichtspalt 445 derart abgebaut sein, dass ein schnelles
Öffnen der Einspritznadel 170 nach wie vor möglich ist. Der dadurch eingestellte Druck
im Federraum 105 entspricht entweder dem Druck im Zulaufkanal 140 stromaufwärts Staudrossel
154 oder dem Druck einer anderen Dränageleitung.
[0046] Für die Bemessung des Dichtspalts 445 muss ein Kompromiss über den Drehzahlbereich
des Motors gefunden werden. Idealerweise ist der Druck unterhalb des Nadelkolbens
115 vor einer ersten Einspritzung über den gesamten Drehzahlbereich hinweg abgebaut.
Will man dies auch für hohe Drehzahlen realisieren, so ist ein Druckabfall im niedrigen
bis mittleren Drehzahlbereich vor einer Haupeinspritzung zu hoch, was einem sicheren
Geschlossenhalten der Einspritznadel 170 in diesem Drehzahlbereich bei einer gewählten
Vorspannfeder 110 zuwiderlaufen kann. Es müsste dann eine stärkere Vorspannfeder 110
gewählt werden, die zu einem erhöhten Öffnungsdruck der Einspritznadel 170 führen
würde.
[0047] Um ein Kippen des Nadelkolbens 115 zu kompensieren und ein Verkannten des Nadelkolbens
115 zu vermeiden ist der Nadelkolben 115 an seinem Umfang bevorzugt abgerundet ausgestaltet.
[0048] Fig. 5 zeigt eine bevorzugte Ausgestaltung eines dichtenden Abschnitts des Druckhalteventils
4 in einer Schließ- und einer Offenstellung, wobei der Dichtkörper 420 mit einem geringen
Spiel geführt ist. Dieses geringe Spiel wird bevorzugt mittels einer Führungsbohrung
450 realisiert, welche einen ca. 1 bis 6µm, bevorzugt 3 bis 5µm, insbesondere bevorzugt
4±0,5µm, größeren Durchmesser aufweist als der Außendurchmesser des Dichtkörpers 420
ist. Bevorzugt ist die Führungsbohrung 450 in der Platte 150 ausgebildet, wobei sie
eine Querbewegung des Ventilglieds 410 verhindert.
[0049] Um ein Flattern des Ventilglieds 410 zu vermeiden ist eine Fluidverbindung zwischen
dem Federraum 105 und dem Dichtsitz 430 des Druckhalteventils 4 mittels wenigstens
einer Drossel 435 ausgeführt.
[0050] Ein vorteilhaftes Flächenverhältnis von Sitz- und Führungsbohrung für den Dichtkörper
420 beträgt ca. 1:1,1 bis 1:3, bevorzugt 1:1,2 bis 1:2,5, insbesondere bevorzugt 1:1,5
bis 1:2,0.
[0051] Die Fig. 6, 7a und 7b sowie die Fig. 8a bis 8d zeigen eine zweite Variante der Erfindung,
wobei für gleiche Bestandteile mit obigen Ausführungsformen gleiche Bezugszeichen
verwendet werden.
[0052] Gemäß der Erfindung ist das Druckhalteventil 4 nicht im Federraum 105, sondern außerhalb
des Federraums 105 angeordnet, wobei sich das Druckhalteventil 4 bevorzugt benachbart
zu einem oberen Bereich des Federraums 105 befindet. Dies ermöglicht wiederum eine
einfache Herstellung und ein Vorsehen der maßhaltig zu bearbeitenden Abschnitte des
Druckhalteventils 4 in der Platte 150. Eine andere Position des Druckhalteventils
4 im Einspritzventil 1 ist natürlich möglich, wobei entsprechende Leitungsbohrungen
zum Ventilkörper 420 hin und vom Ventilkörper 420 weg zum Federraum 105 vorgesehen
sein müssen.
[0053] In dieser Ausführungsform dichtet der Ventilkörper 420 des Druckhalteventils 4 eine
Zulaufbohrung 153 mittig ab, die vom Zulaufkanal 140 abzweigt und in einen oberen
Bereich des Federraums 105 führt, was in den Fig. 7a und 7b zu sehen ist. Bevorzugt
erstreckt sich ein stromaufwärtiger Abschnitt der Zulaufbohrung 153 (s. Fig. 7a) senkrecht
durch die Platte 150, wobei sich in einem unteren Bereich der Platte 150 der Dichtsitz
430 des Druckhalteventils 4 an den stromaufwärtigen Abschnitt der Zulaufbohrung 153
anschließt. Unterhalb des Dichtsitzes 430 schließt sich ein Ringraum an, von welchem
ein schräger Abschnitt (s. Fig. 7b) der Zulaufbohrung 153 in einen oberen Bereich
des Federraums 105 mündet. Dieser Abschnitt kann z. B. als Drossel ausgeführt sein.
[0054] Das Druckhalteventil weist in einer bevorzugten Ausführungsform ein Ventilglied 410
auf, das eine Ventilfeder 415 und an deren freien Ende einen bevorzugt als Halbkugel
ausgestalteten Ventilkörper 420 umfasst, wobei die Ventilfeder 415 in einer Bohrung
460 sitzt, die in einem Teil des Einspritzventils vorgesehen ist, in welchem auch
der Federraum 105 ausgestaltet ist. Der Ventilkörper 420 liegt in seiner Dichtstellung
am bevorzugt als Kegelsitz ausgestalteten Dichtsitz 430 vorgespannt an. In seiner
Offenstellung sitzt der Ventilkörper 420 mit seiner unteren Kante bevorzugt an dem
Bauteil des Einspritzventils an, in welchem auch der Federraum 105 ausgeführt ist.
Ferner ist der Ventilkörper 420 an seinem Außendurchmesser zur Reduzierung einer Flatterneigung
bevorzugt in der Platte 150 in einer kurzen maßhaltigen Führungsbohrung 450 senkrecht
geführt. Eine Entlastung des Raums unterhalb des Ventilglieds 420 kann über den Dichtspalt
zwischen Führungsbohrung 450 und Ventilkörper 420 erfolgen.
[0055] Der Zulaufkanal 140 ist in diesem Ausführungsbeispiel am Druckhalteventil 4 vorbei
geführt (s. Fig. 7a). Hierbei kann der in der Fig. 7a in der Platte 150 schräg verlaufende
Abschnitt des Zulaufkanals 140 als Drossel 154 ausgestaltet sein.
[0056] Für das Druckhalteventil 4 der zweiten Variante vorteilhafte relative Abmessungen
von Führungsbohrung 450 und Ventilkörper 420 sowie ein vorteilhaftes Flächenverhältnis
von Sitz- und Führungsbohrung des Ventilkörpers 420 entsprechen den zu Fig. 5 gemachten
Angaben.
[0057] Die Fig. 8a bis 8d zeigen eine Entlüftung eines Druckhalteventilfederraums 460, nachfolgend
Ventilfederraum 460 genannt, wobei die Fig. 8a und 8b eine bevorzugte Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Druckhalteventils 8d zeigen.
[0058] Zwischen dem Ventilfederraum 460 und bevorzugt dem Federraum 105 besteht eine Fluidverbindung
462, die als Entlüftungsbohrung 462 ausgestaltet ist und den Ventilfederraum 460 entlüftet.
Die Entlüftungsbohrung 462 zweigt in einem oberen Bereich vom Federraum 105, bevorzugt
oberhalb der Hülse 405, ab und erstreckt sich schräg nach unten zum Ventilfederraum
460 und mündet in diesem. Der schräge Verlauf ermöglicht eine einfache und kostengünstige
Herstellung der Entlüftungsbohrung 462 im Einspritzventilkörper, wobei die Entlüftungsbohrung
462 bevorzugt definierte hydraulische Eigenschaften aufweist und bevorzugt als Drossel
464 ausgebildet ist.
[0059] Die Entlüftungsbohrung 462 kann natürlich auch an einer anderen Stelle im Einspritzventil
1 zwischen Ventilfederraum 460 und Federraum 105 vorgesehen sein. Ferner ist es zu
Zwecken der Entlüftung möglich den Ventilfederraum 462 nicht mit dem Federraum 105
fluidleitend zu verbinden sondern mit einem anderen Raum der zumindest teilweise ein
niedrigeres Druckniveau aufweist als der Ventilfederraum 460.
[0060] Die Zulaufbohrung 153 kann als einfache Bohrung, oder als Drossel 435 ausgestaltet
sein, wobei der Druck in der Zulaufbohrung 153 etwas verzögert dem Federraum 105 aufgeprägt
wird. Bevorzugt ist der effektive Durchmesser der Entlüftungsbohrung 462 bei gleichen
Drücken kleiner bzw. maximal so groß wie der effektive Durchmesser der Zulaufbohrung
153 bzw. der Drossel 435, damit dem Federraum 105 ein genügend hoher Druck aufgeprägt
werden kann und das Druckhalteventil 4 nicht zu schnell schließt bzw. überhaupt öffnen
kann.
[0061] Eine besondere Ausgestaltung der Entlüftungsbohrung 462 im Bereich des Ventilfederraums
460 zeigt Fig. 8c. Eine solche Aufweitung im Bereich der Mündung der Entlüftungsbohrung
462 ermöglicht einen homogeneren Druckabbau und reduziert die Flatterneigung des Druckhalteventils
4.
[0062] Bei diesen Ausführungsformen (Fig. 8a bis 8d) beträgt ein bevorzugter Radius des
als Halbkugel ausgestalteten Ventilkörpers 420 ca. 1-6mm, wobei insbesondere bevorzugt
Radien von 2,5mm oder 4mm realisiert werden. Der Hub des Ventilglieds beträgt ca.
100-250µm, wobei insbesondere bevorzugt 150µm realisiert werden.
Bezugszeichenliste
[0063]
- 1
- Einspritzventil
- 105
- Federraum
- 110
- Vorspannfeder
- 115
- Nadelkolben
- 117
- Schaft (bevorzugt als Dämpfungselement ausgebildet)
- 118
- Steuerkante
- 119
- Steuerkante
- 120
- Ringraum
- 140
- Zulaufkanal
- 142
- Einlass
- 145
- Druckkanal
- 150
- Platte
- 152
- Zulaufbohrung
- 153
- Zulaufbohrung (2. Variante)
- 154
- Staudrossel
- 170
- Einspritznadel
- 172
- Druckschulter
- 174
- Nadelraum
- 176
- Druckraum
- 180
- Fluidverbindung
- 190
- Motorraum
- 192
- Kraftstoff
- 2
- Pumpe, Kraftstoffpumpe
- 210
- Pumpenkolben
- 220
- Pumpenraum
- 230
- Pumpenzylinder
- 240
- Kraftstoffleitung
- 245
- Kolbenfeder
- 3
- Steuerventil
- 4
- Druckhalteventil
- 405
- Widerlager, Hülse
- 410
- Ventilglied
- 415
- Ventilfeder
- 420
- sphärischer Körper, Ventilkörper, Kugel, Halbkugel
- 422
- Dichtabschnitt (des Ventilglieds 410)
- 430
- Dichtsitz
- 435
- Drossel
- 440
- Scheibe
- 445
- Dichtspalt (Spiel des Nadelkolbens 115 im Federraum 105)
- 450
- Führungsbohrung
- 460
- (Druckhalte-)Ventilfederraum, Bohrung
- 462
- Fluidverbindung, Entlüftungsbohrung
- 464
- Drossel, Entlüftungsdrossel
- p105
- Federraumdruck 105
- p140
- Zulaufkanaldruck 140 stromabwärts der Staudrossel 154
- p176
- Druckraumdruck 176
- p220
- Pumpenraumdruck 220
1. Einspritzventil zum Einspritzen eines Fluids, insbesondere zum Einspritzen von Kraftstoff
in einen Brennraum eines Kraftfahrzeugmotors, mit einem
Druckhalteventil (4) zur Fluiddruckbeaufschlagung eines Federraums (105), wobei
das Druckhalteventil (4) zwischen einem Zulaufkanal (140) des Fluids zu einem Steuerventil
(3) des Einspritzventils (1) und dem Federraum (105) angeordnet ist, und über das
Druckhalteventil (4) eine Fluidverbindung in einer Richtung vom Zulaufkanal (140)
zum Federraum (105) hergestellt und dadurch dem Federraum (105) ein Druck (p105) im Zulaufkanal (140) aufprägt wird, und
der durch das Druckhalteventil (4) aufrechterhaltene Druck (p105) gemeinsam mit einer im Federraum (105) angeordneten Vorspannfeder (110) auf eine
Einspritznadel (170) des Einspritzventils (1) einwirkt.
2. Einspritzventil gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser eines Pumpenkolbens (210) einer das Einspritzventil (1) mit Fluid
versorgenden Pumpe (2) auf 6,0 bis 6,5mm, insbesondere auf 6,25mm verringert ist.
3. Einspritzventil gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckhalteventil (4) im Federraum (105) angeordnet ist und ein Widerlager (405)
des Druckhalteventils (4) im Federraum (105) festgelegt ist, wobei ein Ventilglied
(410) des Druckhalteventils (4) eine vom Zulaufkanal (140) abzweigende Zulaufbohrung
(152) des Druckhalteventils (4) vorgespannt abdichtet.
4. Einspritzventil gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckhalteventil (4) außerhalb des Federraums (105) angeordnet ist, wobei ein
Widerlager des Druckhalteventils (4) bevorzugt in einem Bauteil des Einspritzventils
vorgesehen ist, in welchem auch der Federraum (105) ausgebildet ist, und ein Ventilglied
(410) des Druckhalteventils (4) eine Zulaufbohrung (153) vorgespannt abdichtet, die
den Zulaufkanal (140) mit dem Federraum (105) verbindet.
5. Einspritzventil gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Widerlager (405) eine im Federraum (105) befestigte Hülse (405) ist, wobei sich
an einer Seite der Hülse (405) eine Ventilfeder (415) des Druckhalteventils (4) und
auf deren gegenüberliegenden Seite die Vorspannfeder (110) abstützt, wobei die Hülse
(405) eine Fluidverbindung zwischen beiden Seiten zulässt.
6. Einspritzventil gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventilglied (410) des Druckhalteventils (4) als Dichtabschnitt (422) einen wenigstens
teilweise sphärischen Körper (420), insbesondere eine Halbkugel aufweist, der an einem
zu diesem wenigstens teilweise formschlüssigen Dichtsitz (430), insbesondere einem
Kegelsitz, in einem Schließzustand des Druckhalteventils (4) dichtend ansitzt.
7. Einspritzventil gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper (420) zur Verringerung von Querbewegungen an seinem Außendurchmesser mit
engem Spiel geführt ist, wobei das Spiel bevorzugt 3 bis 5µm, insbesondere 4µm beträgt.
8. Einspritzventil gemäß Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine Fluidverbindung zwischen dem Dichtsitz (430) des Druckhalteventils (4) und dem
Federraum (105) des Einspritzventils (1) über wenigstens eine Drossel (435) hergestellt
ist.
9. Einspritzventil gemäß einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein Flächenverhältnis von Sitz- zu Führungsbohrung 1:1,2 bis 1:2,5, insbesondere
1:1,85 beträgt.
10. Einspritzventil gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckhalteventil (4) in einem oberen Bereich im oder am Federraum (105) vorgesehen
ist.
11. Einspritzventil gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass zur Entlüftung eines Druckhalteventilfederraums (460) eine Fluidverbindung (462)
zwischen Druckhalteventilfederraum (460) und dem Federraum (105) besteht oder die
Fluidverbindung (462) zwischen dem Druckhalteventilfederraum (460) und einem Raum
mit wenigstens zeitweise niedrigerem Druck als im Druckhalteventilfederraum (460)
besteht.
12. Einspritzventil gemäß Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der effektive Durchmesser der Fluidverbindung (462) kleiner als der effektive Durchmesser
der Zulaufbohrung (153) ist, wobei in der Fluidverbindung (462) bevorzugt eine Drossel
(464) vorgesehen ist.
13. Einspritzventil gemäß einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der mittels des Druckhalteventils (4) im Federraum (105) aufrechterhaltene Druck
(p105) und die im Federraum (105) angeordnete Vorspannfeder (110) auf einen im Federraum
(105) hin- und herbewegbaren Nadelkolben (115) wirken, der seinerseits im Wesentlichen
axial auf die Einspritznadel (170) des Einspritzventils (1) einwirkt.
14. Einspritzventil gemäß einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass im Zulaufkanal (140) eine Staudrossel (154) vorgesehen ist und die Zulaufbohrung
(152, 153) des Druckhalteventils (4) stromabwärts nach der Staudrossel (154) vom Zulaufkanal
(140) abzweigt.
15. Einspritzventil gemäß Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Staudrossel (154), die Zulaufbohrung (152, 153) und ggf. weitere Bohrungen und
Drosseln, wie eine Pumpenraumdrossel zwischen Druckkanal (145) und einem Pumpenraum
(220) der Pumpe (2), in einer Platte (150) vorgesehen sind, die den Federraum (105)
oben abdichtet.
16. Einspritzventil gemäß Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Platte (150) eine Begrenzungsseite eines Pumpenraums (220) der Pumpe (2), insbesondere
der Boden des Pumpenraums (220) ist.
17. Einspritzventil gemäß einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Bereich des Federraums (105), der der Vorspannfeder (110) abgewandt ist,
eine Fluidverbindung (180) mit dem Zulaufkanal (140) besteht.
18. Einspritzventil gemäß Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Fluidverbindung (180) mit dem Zulaufkanal (140) zwischen der Einspritznadel (170)
und dem Nadelkolben (115), bevorzugt unten vom Federraum (105), abzweigt.
19. Einspritzventil gemäß einem der Ansprüche 13 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Spiel des Nadelkolbens (115) an der Innenwand des Federraums (105) derart bemessen
ist, dass der Fluiddruck im Federraum (105) bei jeweils einer ersten Einspritzung
eines Einspritzzyklus im Wesentlichen abgebaut ist und einem Niederdruck im Zulaufkanal
(140) entspricht.
20. Einspritzventil gemäß einem der Ansprüche 13 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass der Nadelkolben (115) über einen umlaufenden Dichtspalt (160) von der Innenwand des
Federraumes (105) beabstandet ist und/oder dass die Fluidverbindung (180) als Drossel
ausgebildet ist.
21. Einspritzventil gemäß einem der Ansprüche 13 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass eine Seitenwand des Nadelkolbens (115), die der Innenwand des Federraumes (105) zugewandt
ist, als Fläche höherer Ordnung, insbesondere als Teilkugelfläche ausgebildet ist.
22. Einspritzventil gemäß einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Einspritznadel (170) am federraumseitigen Ende einen, bevorzugt einstückig mit
der Einspritznadel (170) ausgebildeten, Schaft (117) aufweist, an dem eine Steuerkante
(118) ausgebildet ist, die mit einer zweiten im Einspritzventil (1) vorgesehenen Steuerkante
(119), derart zusammenwirkt, dass die Steuerkanten (118, 119) einen Fluiddurchfluss
entlang des Schafts (117) in Abhängigkeit vom Hub der Einspritznadel (170) steuern.
23. Einspritzventil gemäß Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass am einspritznadelseitigen Ende des Schafts (117) ein um den Schaft (117) herum ausgebildeter
Ringraum (120) vorgesehen ist, der je nach Stellung der Steuerkanten (118, 119) mit
dem Federraum (105) in Fluidverbindung treten kann.
24. Einspritzventil gemäß Anspruch 22 oder 23, dadurch gekennzeichnet, dass der Nadelkolben (115) über den Schaft (117) auf die Einspritznadel (170) wirkt.