[0001] Die Erfindung betrifft einen Leistungsschalter mit einem ankoppelbaren Hilfsschalter,
wobei der Leistungsschalter ein Schaltschloß mit einer Schaltwelle bzw. einem Schaltschieber
aufweist, über die bzw. den die Hauptkontakte des Leistungsschalters und die Hilfskontakte
des Hilfsschalters schaltbar sind.
[0002] Ein gattungsgemäßer Leistungsschalter wird von mehreren Elektrounternehmen vertrieben.
FIG 4 zeigt ein Schaltschloß 1 eines solchen Leistungsschalters in EIN-Stellung. Das
Schaltschloß 1 hält in dieser Stellung über eine Schaltwelle 2 die Hauptkontakte des
Leistungsschalters, von denen hier lediglich ein Hauptkontakt 3 dargestellt ist, im
geschlossenen Zustand. Die Schaltwelle 2 wirkt zugleich auf einen Kontaktbrückenträger
4 eines angekoppelten Hilfsschalters HS und hält ihn entgegen einer angreifenden Federkraft
F
HS in einer oberen Stellung. Die Schaltwelle 2 bzw. alternativ ein Schaltschieber ist
direkt an den Kontaktbrückenträger 4 des Hilfsschalters HS angekoppelt. Das Schaltschloß
1 weist im wesentlichen eine Handhabe 5, die Schaltwelle 2, eine Klinke 6 und einen
Entklinkungshebel 7 auf. Die hier dargestellte EIN-Stellung wird ursächlich durch
die Position der Handhabe 5 erreicht. Über eine mit der Handhabe 5 verbundene Stange
8 ist die Klinke 6 kulissengeführt in ihrer Stellung veränderbar. Sie wirkt auf die
Stellung der Schaltwelle 2 ein, die den oben beschriebenen Schaltzustand von Haupt-
3 und Hilfskontakten 9 bestimmt. Eine Feder 10 übt auf die Schaltwelle 2 ein Drehmoment
aus. Dieses verstellt die Schaltwelle 2 nach Umlegen der Handhabe 5 in die AUS-Stellung
gemäß FIG 5 derart, daß der Hauptkontakt 3 geöffnet wird und die Einwirkung auf den
Kontaktbrückenträger 4 des Hilfsschalters HS aufgehoben wird. Daraufhin zieht die
Federkraft F
HS den Kontaktbrückenträger 4 in die untere Position und bewirkt hiermit einen Schaltzustandswechsel
der Hilfskontakte 9 des Hilfsschalters HS.
[0003] Der EIN-Zustand gemäß FIG 4 wird im Kurzschlußfall durch das Elektromagnetsystem
des Leistungsschalters oder bei thermischer Überlast durch einen hier nicht dargestellten
Bimetallauslöser aufgehoben. Die Auslösung erfolgt über den Entklinkungshebel 7. Wird
z.B. bei thermischer Überlast durch die Bimetalle eine genügend große Entklinkungskraft
F
e auf den Entklinkungshebel 7 ausgeübt, gibt dieser die Klinke 6 frei und bewirkt über
die Schaltwelle 2 in Verbindung mit der Feder 10 den Übergang in den AUS-Zustand gemäß
FIG 5. Die zur Auslösung erforderliche Entklinkungskraft F
e resultiert aus der auf die Schaltwelle 2 wirkenden Kraft F
aus der Feder 10. Bei Ankopplung eines Hilfsschalter HS erhöht sich der Kraftbedarf zur
Auslösung entsprechend der zusätzlichen Federkraft F
HS. Das Bimetall muß zur Auslösung bei thermischer Überlast um einen bestimmten Weg
ausgelenkt werden. Über den Entklinkungshebel 7 wird auf das Bimetall eine Gegenkraft
ausgeübt, die die Auslenkung des Bimetalls entsprechend seiner Eigenfederung vermindert.
Die für die Auslösung erforderliche Auslenkung des Bimetalls wird daher erst bei höherer
thermischer Überlast erreicht.
[0004] Wird gemäß FIG 6 der Leistungsschalter ohne einen Hilfsschalter betrieben, so ist
nur noch die Federkraft F
aus für die Entklinkung wirksam. Als Folge ist der Einfluß der Eigenfederung des Bimetalls
geringer und die Entklinkung erfolgt vorzeitig außerhalb der vorgeschriebenen Toleranzen.
Daher muß bei der Kalibrierung des Geräts der Anbau von Hilfsschaltern berücksichtigt
werden. Der zulässige Toleranzbereich wird dabei um den Kraftbedarf der Hilfsschalter
verringert, was einen fertigungstechnischen Mehraufwand nach sich zieht.
[0005] Der thermische Auslöser ist entsprechend seiner Eigenfederung an die Entklinkungskraft
angepaßt, so daß der Leistungsschalter in den vorgesehenen Grenzen entklinkt und ausschaltet.
[0006] Die Auslösewerte müssen gemäß den Vorschriften gewisse Toleranzen einhalten. Bisher
wurde dies dadurch erreicht, daß die Hilfsschalter auf einem niedrigen Kraftniveau
gehalten wurden, indem man den Betrieb mit niedrigen Kontaktandruckkräften und mit
einer geringen Anzahl von Hilfsschaltern durchführte.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Leistungsschalter mit einem ankoppelbaren
Hilfsschalter der obengenannten Art dahingehend zu verbessern, daß der Einfluß von
zusätzlich angekoppelten Hilfsschaltern auf die Auslösewerte mit geringem Aufwand
vermieden wird.
[0008] Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß in der EIN-Stellung des Leistungsschalters keine
Wirkverbindung des Hilfsschalters zur Schaltwelle besteht, und daß die Schaltwelle
beim Wechsel in den AUS-Zustand des Leistungsschalters nach Überbrückung eines Vorlaufs
einen Schaltzustandswechsel des Hilfsschalters bewirkt.
[0009] Eine besonders vorteilhafte Ausbildung der Erfindung besteht, wenn der Vorlauf zwischen
der Schaltwelle und einem Hebel vorgesehen ist, der in Wirkverbindung mit einer drehbar
gelagerten, zur Schaltung der Hauptkontakte dienenden Wippe steht.
[0010] Vorteilhafterweise steht der Schieber in Wirkverbindung mit einem Kontaktbrückenträger
des Hilfsschalters.
[0011] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn eine Feder den Hebel in einem definierten Schaltzustand
hält, in dem der Vorlauf besteht.
[0012] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden anhand einer Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
- FIG 1
- Ein Schaltschloß eines Leistungsschalters mit angekoppelten Hilfsschalter in EIN-Stellung,
- FIG 2
- ein Schaltschloß eines Leistungsschalters mit angekoppeltem Hilfsschalter HS in AUS-Stellung
und
- FIG 3
- ein Schaltschloß eines Leistungsschalters ohne angekoppelten Hilfsschalter in EIN-Stellung.
[0013] In FIG 1 ist ein Schaltschloß 11 eines Leistungsschalters mit einem angekoppelten
Hilfsschalter HS dargestellt. Auf einer Platine 12 sind die Komponenten des Schaltschlosses
angebracht. Hierzu gehören eine Handhabe 13, eine Klinke 14, ein Entklinkungshebel
15, eine Schaltwelle 16 und eine Feder 17. Die Schaltwelle 16 ist auf der Platine
12 drehbar gelagert. Die Feder 17 übt mit ihrer Federkraft F
aus auf die Schaltwelle 16 ein Drehmoment aus. Andererseits ist die Schaltwelle 16 mit
der Klinke 14 verbunden. Die Klinke 14 ist über eine an der Handhabe 13 drehbar gelagerte
Stange 18 in einer Kulisse 19 in der Platine 12 geführt. Durch die Federkraft F
aus wird auf die Klinke 14 ein solches Drehmoment ausgeübt, daß erst eine am Entklinkungshebel
15 angreifende Entklinkungskraft F
e eine Verdrehung der Klinke 14 und in Folge der Schaltwelle 15 eine Änderung des Schaltzustands
bewirkt wird.
[0014] Die Platine 12 ist mit einem Anschlag 20 versehen, an dem ein Schieber 21 durch eine
weitere Feder 22 mit der Kraft F
HS angedrückt wird. Am unteren Ende des Schiebers 21 liegt eine drehbar gelagerte Wippe
23 an, mittels derer ein Hauptkontakt 24 des Leistungsschalters betätigbar ist. Weiterhin
steht der Schieber 21 in Wirkverbindung mit einem Kontaktbrückenträger 25 des Hilfsschalters
HS. In dieser unbetätigten Stellung des Schiebers 21 sind die oberen Hilfsschalterkontakte
26 geschlossen und die unteren Hilfsschalterkontakte 27 geöffnet.
[0015] In Richtung des durch die Kraft F
aus auf die Schaltwelle 16 ausgeübten Drehmomentes besteht zwischen der Schaltwelle 16
und dem Schieber 21 ein Vorlauf 28. Durch diese Entkopplung der Schaltwelle 16 vom
Schieber 21 und damit vom Vorhandensein eines Hilfsschalters HS ist die Entklinkungskraft
F
e lediglich von der Federkraft F
aus der Feder 17 abhängig. Die Feder 22 zum Schließen der Hilfskontakte 26 hat bei dieser
Ausführung keinen Einfluß auf die Entklinkungskraft F
e. Dies bedeutet, daß bei der Justierung des Auslösemechanismus des thermischen Überlastauslösers
keine zusätzlichen Einflüsse auf die Toleranzen durch Hilfsschalter berücksichtigt
werden müssen.
[0016] In FIG 2 ist das Schaltschloß 11 gemäß FIG 1 in der AUS-Stellung dargestellt. Über
die Klinke 14 ist hier die Drehung der Schaltwelle 16 freigegeben, die sich aus der
angreifenden Kraft F
aus ergibt. Durch diese Drehung liegt die Schaltwelle 16 nach Durchlauf des Vorlaufes
28 auf dem Schieber 21 auf und bewegt diesen nach unten in die hier gezeichnete Stellung.
Hierdurch ist die Wippe 23 in eine den Hauptkontakt 24 öffnende Stellung gedreht.
Außerdem ist in dieser Stellung des Schiebers 21 der obere Hilfskontakt 26 des Hilfsschalters
HS geöffnet und der untere 27 geschlossen. Die Kraft F
HS, die das Schließen der Hilfskontakte 26 im EIN-Zustand bewirkt, ist hier durch eine
am Kontaktbrückenträger 25 angreifende Feder realisiert.
[0017] FIG 3 zeigt ein Schaltschloß 11, über das lediglich ein Hauptkontakt 24 betätigt
wird. Ein Hilfsschalter ist hier nicht angeschlossen. Die Entklinkungskraft F
e, die zur Entklinkung durch den thermischen Auslöser erforderlich ist, ist hier genauso
groß wie im Ausführungsbeispiel nach FIG 1, in dem ein Hilfsschalter HS angekoppelt
ist. Die Entklinkungskraft F
e ist lediglich durch die Kraft F
aus der Feder 17 bestimmt.
[0018] Obwohl die vorliegende Erfindung unter Bezugnahme auf die in der beigefügten Zeichnung
dargestellte Ausführungsform erläutert ist, sollte berücksichtigt werden, daß damit
nicht beabsichtigt ist, die Erfindung nur auf die dargestellte Ausführungsform zu
beschränken, sondern alle möglichen Änderungen, Modifizierungen und äquivalente Anordnungen,
soweit sie vom Inhalt der Patentansprüche gedeckt sind, einzuschließen.
1. Leistungsschalter mit einem ankoppelbaren Hilfsschalter (HS), wobei der Leistungsschalter
ein Schaltschloß (11) mit einer Schaltwelle (16) bzw. mit einem Schaltschieber aufweist,
über die bzw. den die Hauptkontakte (24) des Leistungsschalters und die Hilfskontakte
(26,27) des Hilfsschalters schaltbar sind,
dadurch gekennzeichnet, daß
in der EIN-Stellung des Leistungsschalters keine Wirkverbindung des Hilfsschalters
zur Schaltwelle (16) besteht, und daß die Schaltwelle (16) beim Wechsel in den AUS-Zustand
des Leistungsschalters nach Überbrückung eines Vorlaufs (28) einen Schaltzustandswechsel
des Hilfsschalters bewirkt.
2. Leistungsschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorlauf (28) zwischen der Schaltwelle (16) und einem Schieber (21) vorgesehen
ist, der in Wirkverbindung mit einer drehbar gelagerten, zur Schaltung der Hauptkontakte
(24) dienenden Wippe (23) steht.
3. Leistungsschalter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schieber (21) in Wirkverbindung mit einem Kontaktbrückenträger (25) des Hilfsschalters
steht.
4. Leistungsschalter nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Feder (22) den Schieber (21) in einem definierten Schaltzustand hält, in dem
der Vorlauf (28) besteht.
1. Power switch with a connectable auxiliary switch (HS), with the power switch featuring
a switch lock (11) with a switching shaft (16) or with a switching slider, via which
the main contacts (24) of the power switch and the auxiliary contacts (26, 27) of
the auxiliary switch can be switched,
characterized in that,
In the ON position of the power switch there is no effective connection of the auxiliary
switch to the switching shaft (16) and that the switching shaft (16), when the power
switch changes to the OFF state after bridging of a pre-travel (28), effects a change
of switching status of the auxiliary switch.
2. Power switch in accordance with claim 1, characterized in that the pre-travel (28) is provided between the switching shaft (16) and a slider (21)
which makes an effective connection with a pivotable rocker (23) used to switch the
main contacts (24).
3. Power switch in accordance with claim 1 or 2, characterized in that the slider (21) is effectively connected to a contact bridge carrier (25) of the
auxiliary switch.
4. Power switch in accordance with one of the previous claims, c h a r a c t e r i z
e d in that a spring (22) holds the slider (21) in a defined switching state in which
the pre-travel (28) exists.
1. Disjoncteur comprenant un interrupteur auxiliaire (HS) pouvant être accouplé, le disjoncteur
présentant un système de verrou de maintien (11) qui comprend un arbre de commutation
(16) ou un coulisseau de commutation par l'intermédiaire duquel il est possible de
commuter les contacts principaux (24) du disjoncteur et les contacts auxiliaires (26,
27) de l'interrupteur auxiliaire, caractérisé en ce que dans la position MARCHE du disjoncteur, il n'existe pas de liaison active de l'interrupteur
auxiliaire à l'arbre de commutation (16), et en ce que l'arbre de commutation (16), lors du passage à l'état ARRET du disjoncteur, après
avoir couvert une course à vide primaire (28), produit un changement de l'état de
commutation de l'interrupteur auxiliaire.
2. Disjoncteur selon la revendication 1, caractérisé en ce que la course à vide primaire (28) est prévue entre l'arbre de commutation (16) et un
coulisseau (21) qui est en liaison d'interaction avec un basculeur (23) monté rotatif,
qui sert à assurer la commutation des contacts principaux (24).
3. Disjoncteur selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le coulisseau (21) est en liaison d'interaction avec un support de pontets de contacts
(25) de l'interrupteur auxiliaire.
4. Disjoncteur selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un ressort (22) maintient le coulisseau (21) dans un état de commutation défini, pour
lequel existe la course à vide primaire (28).