(19)
(11) EP 1 160 366 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
26.07.2006  Patentblatt  2006/30

(21) Anmeldenummer: 01105617.3

(22) Anmeldetag:  07.03.2001
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
D04B 1/22(2006.01)
D04B 1/10(2006.01)

(54)

Verfahren zum Einbinden eines Strickfadenanfangs und/oder -endes in ein Gestrick

Method for binding a yarn leading end and/or yarn trailing end in a knitted fabric

Procédé pour relier un bout de commencement et/ou bout de fin d'un fil dans un tricot


(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE ES IT

(30) Priorität: 27.05.2000 DE 10026367

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
05.12.2001  Patentblatt  2001/49

(73) Patentinhaber: H. Stoll GmbH & Co.
72760 Reutlingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Schmidt, Henning
    72770 Reutlingen (DE)
  • Nonnenmacher, Thomas
    72124 Pliezhausen (DE)
  • Schwarz, Wolfgang
    72770 Reutlingen (DE)

(74) Vertreter: Möbus, Daniela 
Patentanwältin Kaiserstrasse 85
72764 Reutlingen
72764 Reutlingen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 293 956
EP-A- 0 854 219
US-A- 5 758 518
EP-A- 0 641 879
EP-A- 0 900 867
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft Verfahren zum Einbinden von Strickfadenanfängen und/oder -enden in ein auf einer Strickmaschine hergestelltes Gestrick.

    [0002] Bei Gestrickstücken, die ohne Zuschneiden gefertigt und nicht durch eine Overlock-Nähtechnik aus mehreren Einzelteilen zusammengefügt werden, wie beispielsweise Kragen, Blenden, Taschenpatten und so genannte fully-fashioned-Gestrickstücke, ist die Gleichmäßigkeit der Gestrickkanten von großer Bedeutung. Dies gilt auch für vollständig auf der Flachstrickmaschine hergestellte Gestrickstücke.

    [0003] Bei diesen Gestrickstücken werden daher seither die Fadenenden im Bereich der Kanten dieser Gestricke in einem aufwändigen Verfahren von Hand in das Gestrick eingezogen. Dabei wird jedes Fadenende auf eine bestimmte Länge abgeschnitten und dann in den Haken einer dünnen Stricknadel eingelegt, mit der der Faden durch die Mittelebene des Gestricks hindurchgezogen wird. Dieses nur manuell durchzuführende Verfahren ist zeitaufwändig und kostenintensiv, insbesondere bei Gestrickstücken, die aufgrund von häufigen Farbwechseln sehr viele Fadenenden zum Versäubern aufweisen.

    [0004] Aus der EP 0 854 219 A2 ist ein Verfahren zum Einbinden von Fadenanfängen und -enden in Schlauchrund-Fertigggestricke bekannt, wobei zur Herstellung dieser Gestricke höchstens mit jeder zweiten Nadel Maschen gebildet werden. Zum Einbinden der Fadenanfänge oder -enden wird in eine leere Nadel ein Faden eingelegt, anschließend mit dieser Nadel eine Masche gestrickt, die dann auf eine Nadel, die bereits eine Masche des Gestricks trägt, umgehängt wird. Dieses Verfahren lässt sich jedoch nicht auf doppelflächige Gestricke, bei denen jede Nadel Maschen bildet, übertragen. Außerdem erfordert das bekannte Verfahren Umhängeoperationen.

    [0005] Die EP 0 900 867 A2 beschreibt das Einbinden von Fadenenden und Fadenanfängen in ein doppelflächiges Farbringelgetrick, bei dem am Ende eines Farbstreifens auf einem Nadelbett eine Abschluss-Strickreihe mit dem Faden der betreffenden Farbe gebildet wird, wobei über die letzten Nadeln der Strickreihe der Faden geflottet wird. Die Einbindung des Fadenendes erfolgt durch Maschenbildung mit dem Faden der neuen Farbe auf demselben Nadelbett.

    [0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum sicheren Einbinden von Strickfadenanfängen und - enden in ein doppelflächiges Gestrick vorzuschlagen, das maschinell auf einer Strickmaschine durchführbar ist und keine Umhängeoperationen erfordert.

    [0007] Die Aufgabe wird durch ein erstes Verfahren zum Einbinden eines Strickfadenanfangs und/oder -endes in ein auf einer Strickmaschine hergestelltes doppelflächiges, mit benachbarten Nadeln des vorderen und hinteren Nadelbetts der Strickmaschine gebildetes Gestrick gelöst, bei dem anschließend der Strickfadenanfang oder das Strickfadenende über mehrere Nadeln geflottet und dann als Fanghenkel in eine eine Masche tragende Nadel eingelegt wird, bevor in umgekehrter Strickrichtung, beginnend mit der auf den Fanghenkel folgenden Nadel desselben Nadelbetts, nur mit den Nadeln desselben Nadelbetts im Flottungsbereich Fanghenkel gebildet werden.

    [0008] Bei einem zweiten erfindungsgemäßen Verfahren zum Einbinden eines Strickfadenanfangs und/oder -endes in ein auf einer Strickmaschine hergetelltes doppelflächiges, mit benachbarten Nadeln des vorderen und hintere Nadelbetts der Strickmaschine gebildetes Gestrick wird anschließend der Strickfadenanfang oder das Strickfadenende über mehrere Nadeln geflottet und dann als Fanghenkel in eine eine Masche tragende Nadel eines Nadelbetts eingelegt, bevor in umgekehrter Strickrichtung der Strickfadenanfang oder das Strickfadenende über die Nadel mit dem Fanghenkel und die Nadeln der ersten Flottung geflottet und in die letzte Nadel desselben Nadelbetts der ersten Flottung als Fanghenkel eingelegt wird. Auch mit diesem Verfahren lassen sich die Fadenanfänge und -enden bei einem Farb- oder Materialwechsel innerhalb des Gestrickstücks in dieses einbinden.

    [0009] Die Erfindung schlägt außerdem ein Verfahren zum Einbinden eines Strickfadenanfangs in ein auf einer Strickmaschine hergestelltes doppelflächiges, mit benachbarten Nadeln des vorderen und hinteren Nadelbetts der Strickmaschine gebildetes Gestrick vor, bei dem anschließend der Strickfadenanfang über mehrere Nadeln geflottet und dann als Fanghenkel in eine eine Masche tragende Nadel eingelegt wird, bevor in umgekehrter Strickrichtung beginnend mit der auf den Fanghenkel folgenden Nadel desselben Nadelbetts mit den Nadeln desselben Nadelbetts im Flottungsbereich Maschen gebildet werden. Mit diesem Verfahren lassen sich an jeder Stelle im Gestrick Fadenanfänge in das Gestrick einbinden.

    [0010] Weiterhin betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Einbinden eines Strickfadenendes in ein auf einer Strickmaschine hergestelltes doppelflächiges, mit benachbarten Nadeln des vorderen und hinteren Nadelbetts der Strickmaschine gebildetes Gestrick, bei dem anschließend mit dem Strickfadenende nur mit mehreren eine Masche tragende benachbarten Nadeln eines Nadelbetts Maschen gebildet werden, bevor nach der letzten dieser Nadeln die Strickrichtung umgekehrt wird und das Strickfadenende in der umgekehrten Strickrichtung über diese Nadeln geflottet wird, wobei das Strickfadenende die letzte der Nadeln fest umschlingt und im weiteren Strickablauf vom Gestrick eingebunden wird.

    [0011] Das Einbinden der Strickfadenanfänge und/oder -enden kann bei allen Verfahren vorzugsweise im Bereich der Gestrickränder durchgeführt werden, wo ja auch in aller Regel ein Farb- oder Materialwechsel auftritt.

    [0012] Dabei kann die Einbindung im Abstand des Flottungsbereichs von den Strickrändern erfolgen. Selbstverständlich ist jedoch auch ein Einbinden mitten im Gestrick möglich.

    [0013] Die Erfindung betrifft außerdem Gestrickstücke mit in das Gestrick nach einem erfindungsgemäßen Verfahren eingebundenen Strickfadenanfängen und/oder -enden.

    [0014] Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsformen erfindungsgemäßer Strickverfahren anhand der Zeichnungen näher erläutert.

    [0015] Es zeigen:
    Fig. 1
    eine schematische Ansicht eines gestrickten Kragens mit Farbringeln;
    Fig. 2
    eine schematische Darstellung des Abschneidens der Fadenenden des Kragens aus Fig. 1;
    Fig. 3
    eine schematische Ansicht des Kragens aus Fig. 1 in Pfeilrichtung X;
    Fig. 4.1 bis 4.4
    einen Maschenverlauf eines Verfahrens zum Einbinden des Anfangsfadens eines Gestricks;
    Fig. 5.1 bis 5.10
    einen Maschenverlauf eines ersten Verfahrens zum Einbinden von Fadenenden und Fadenanfängen auf der linken und rechten Seite eines Gestrickstücks;
    Fig. 6.1 bis 6.10
    einen Maschenverlauf eines zweiten Verfahrens zum Einbinden von Fadenanfängen und Fadenenden auf der linken und rechten Seite eines Gestrickstücks;
    Fig. 7.1 bis 7.10
    einen Maschenverlauf eines dritten Verfahrens zum Einbinden von Fadenanfängen und Fadenenden auf der linken und rechten Seite eines Gestrickstücks.


    [0016] Der Kragen 10 aus Fig. 1 weist im Höhenrapport im Wechsel Farbringel der beiden Farben F1 und F2 auf. Dem ersten Farbringel 12 wird der Strickfaden über einen Fadenführer FF1 von der linken Seite her zugeführt und dem zweiten Farbringel 13 über einen Fadenführer FF2 von der rechten Seite. Der Bereich des Einbindens des Strickfadens in der Anfangsreihe des Gesamtgestricks 10 ist mit 15 bezeichnet und das zugehörige Fadenende mit der Bezugsziffer 16. Der Anfang des Fadens in der zweiten Farbe F2 des Farbringels 13 ist mit 18 bezeichnet und der Bereich seines Einbindens in das Gestrick 10 mit 17. Bei allen weiteren Farbringeln werden die Strickfäden der gerade nicht gebrauchten Farbe am Rand bis zum nächsten Farbringel weitergeschleift. Die Schleifen 19 und 24 werden nach Abnehmen des Gestricks 10 von der Strickmaschine mit einer Schere 300 abgeschnitten, wie schematisch in Fig. 2 dargestellt ist. Durch das Aufschneiden der Schleifen 19 und 24 ist es nötig, die dadurch entstehenden Fadenenden und -anfänge während der Herstellung des Gestricks in dieses einzubinden. Die Einbindungsbereiche sind mit den Ziffern 20, 21, 25 und 26 gekennzeichnet. Den Abschluss des Kragens bildet eine Blende 14.

    [0017] Aus der Ansicht in Pfeilrichtung X in Fig. 1 gemäß Fig. 3 ist der als doppelflächiges Gestrick hergestellte Kragen 1.0 mit den vorderen Maschen 30 und den hinteren Maschen 31 zu erkennen. Das Fadenende 16 des Anfangsfadens 15 ragt im Bereich der Maschen 31 der Gestrickhinterseite nach unten aus dem Mascheverband heraus. Die Fadenenden aller nachfolgenden Fäden ragen nach dem Einbinden seitlich aus dem Maschenverband heraus, wie beispielhaft für das Fadenende 19' gezeigt ist.

    [0018] In den Fig. 4.1 bis 4.4 ist ein Beispiel des Einbindens des Anfangsfadens 15 des Kragens 10 aus Fig. 1, welches nicht unter die beanspruchte Erfindungfällt, dargestellt. Fig. 4.1 zeigt eine mit einem Trennfaden 40 gebildete Maschenreihe auf dem vorderen Nadelbett V einer Flachstrickmaschine. In Fig. 4.2 wird mit dem Anfang 16 des Strickfadens 50 vom linken Gestrickrand her über die Maschen a bis d des hinteren Nadelbetts H geflottet und anschließend der Strickfaden 50 als Fanghenkel in die Nadel e des hinteren Nadelbetts mit Hilfe des Fadenführers 100 eingelegt. Anschließend wird in umgekehrter Strickrichtung der Strickfaden 50 als Fanghenkel unter Aussparung der Nadel e in die Nadeln a bis d des Flottungsbereiches aus Fig. 4.2 eingelegt. Anschließend bilden gemäß Fig. 4.4 alle Nadeln des vorderen Nadelbetts V Maschen und alle Nadeln des hinteren Nadelbettes Fanghenkel mit dem Strickfaden 50. Dies ist die sogenannte Netzreihe, die die Anfangsreihe des Gestricks 10 bildet. Wenn die Nadeln a bis n des hinteren Nadelbetts H und die Nadeln A bis N des vorderen Nadelbetts V ausgetrieben werden, damit der Faden für die Netzreihe eingelegt werden kann, liegt das Fadenende 16 unter den Nadeln, und die Fanghenkel der Nadeln a bis e kommen hinter der Zunge der betreffenden Nadeln zu liegen. Dadurch bildet sich aus den Fanghenkeln der Nadeln a bis e ein Flottfaden 15, der auf den Strickfaden der Netzreihe aufgleitet, wenn die Nadeln zurückgezogen werden. Das Fadenende 16, das anschließend abgeschnitten wird, liegt unter der Netzreihe (Fig. 4.4), und das Fadenende 15 liegt auf der Netzreihe und wird vom Gestrick 10 eingebunden. Das Einbinden des Flottfadens 15 sowie die Umschlingung der Nadel e vom Faden 50 sorgen dafür, dass sich das Gestrick nicht mehr aufziehen kann. Selbstverständlich könnte die Einbindung des Strickfadens 50 anstatt auf dem hinteren Nadelbett H auch auf dem vorderen Nadelbett V durchgeführt werden, wenn mit dem Trennfaden 40 Maschen auf dem hinteren Nadelbett H gebildet wurden.

    [0019] In den Fig. 5.1 bis 5.10 ist nun eine erste erfindungsgemäße Möglichkeit des Einbindens der Anfangsfäden 21 und 25 sowie der Endfäden 20 und 26 der Farbringel des Gestricks 10 aus Fig. 1 dargestellt. Fig. 5.1 stellt die Bildung der letzten Reihe des Farbringels mit dem Strickfaden 50 der ersten Farbe F1 dar. Anschließend werden gemäß Fig. 5.2 mit dem Strickfaden 50 und den Nadeln a bis e des hinteren Nadelbetts H in Strickrichtung vom linken Rand in Richtung Gestrickmitte mehrere Maschen gebildet. Dann wird in umgekehrter Strickrichtung der Strickfaden 50 über eben diese Nadeln a bis e des hinteren Nadelbetts H, die in Fig. 5.2 Maschen gebildet haben, geflottet. Der Flottfaden 19' wird im weiteren Strickablauf vom Gestrick eingebunden. Außerdem ist die Nadel e durch den Strickfaden 50 fest umschlungen, sodass der Strickfaden 50 im Gestrick 10 gesichert ist.

    [0020] Die Fig. 5.4 und 5.5 beschreiben das Einbinden des Strickfadens 60 für den Farbringel mit der zweiten Farbe F2 in Fig. 1. Der Strickfaden 60 wird zunächst über mehrere Maschen des hinteren Nadelbetts n, m, l, k geflottet und dann als Fanghenkel in die Nadel j eingelegt. In der nächsten Strickreihe gemäß Fig. 5.5 werden dann beginnend mit der Nadel k im Flottungsbereich 24'' aus Fig. 5.4 mit dem Strickfaden 60 Maschen gebildet. Der Flottfaden 24'' wird im weiteren Strickablauf vom Gestrick eingebunden. Die Nadel j ist außerdem vom Strickfaden 60 fest umschlungen, der Strickfaden 60 also im Gestrick gesichert.

    [0021] Die Fig. 5.7 bis 5.8 erläutern das Einbinden des Endes des Strickfadens 60 am Ende des Farbringels 13. Dies geschieht in analoger Weise wie das Einbinden des Strickfadens 50 gemäß den Fig. 5.2 und 5.3 mit dem einzigen Unterschied, dass die Einbindung jetzt am rechten Gestrickrand erfolgt. Es werden wieder über einige Nadeln n, m, l, k, j des hinteren Nadelbetts H mit dem Strickfaden 60 Maschen gebildet. Anschließend wird in umgekehrter Strickrichtung über diese Nadeln der Strickfaden 60 als Flottfaden 24' geführt (Fig. 5.8). Das Ende des Strickfadens 60 ist jetzt im Gestrick 10 gesichert.

    [0022] In den Fig. 5.9 bis 5.10 erfolgt dann das Einbinden des Gestrickfadens 50, der den nächsten Farbringel bildet. Dies erfolgt wieder in analoger Weise wie das Einbinden des Strickfadens 60 gemäß den Fig. 5.4 und 5.5, allerdings jetzt am linken Rand des Gestricks. Der Strickfaden 50 wird über die Nadeln a bis d des hinteren Nadelbetts H geflottet und anschließend als Fanghenkel in die Nadel e eingelegt. Gemäß Fig. 5.10 werden dann bei der Umkehrung der Strickrichtung mit dem Strickfaden 50 beginnend ab der Nadel d im Flottungsbereich 19'' der Fig. 5.9 mit den Nadeln a bis d des hinteren Nadelbetts H Maschen gebildet.

    [0023] Die Fig. 6.1 bis 6.10 betreffen eine zweite Möglichkeit zur Einbindung der Fadenanfänge 21 und 25 sowie der Fadenenden 20 und 26 der beiden Strickfäden 50 und 60. In Fig. 6.1 bis Fig. 6.3 ist die Sicherung des Endes des Strickfadens 50 nach Bildung der letzten Strickreihe des Farbringels gezeigt (Fig. 6.1). Der Strickfaden 50 wird zunächst über die Nadeln a bis d des hinteren Nadelbetts H geflottet und dann als Fanghenkel in die Nadel e eingelegt (Fig. 6.2). Dann wird die Strickrichtung umgekehrt und der Faden 50 über die Nadeln e, d, c, b geflottet und in die Nadel a als Fanghenkel eingelegt. Da die Nadel e vom Faden 50 fest umschlungen ist und die beiden Flottfäden 20 und 19' im weiteren Strickablauf vom Gestrick eingebunden werden, ist damit das Ende des Fadens 50 gesichert.

    [0024] In den Fig. 6.4 und 6.5 ist das Einbinden des Fadens 60 am Beginn des Farbringels in der zweiten Farbe F2 gezeigt. Der Strickfaden 60 wird wieder über die Nadeln n, m, l, k des hinteren Nadelbetts H geflottet und als Fanghenkel in die Nadel j eingelegt. Anschließend wird die Strickrichtung umgekehrt und der Strickfaden über die Nadeln j, k, l, m des hinteren Nadelbetts H geflottet und als Fanghenkel in die Nadel n eingelegt (Fig. 6.5). Hier wird die Nadel j vom Faden 60 fest umschlossen. Außerdem werden die Flottfäden 24'' und 25 im weiteren Strickablauf in das Gestrick eingebunden, sodass der Anfang des Fadens 60 gesichert ist.

    [0025] Die Fig. 6.7 bis 6.8 betreffen das Einbinden des Endes des Strickfadens 60 am rechten Gestrickrand. Hierzu wird der Faden 60 über die Nadeln n, m, l, k des hinteren Nadelbetts H geflottet und in die Nadel j als Fanghenkel eingelegt (Fig. 6.7), bevor in umgekehrter Strickrichtung der Faden 60 über die Nadeln j bis m geflottet und dann als Fanghenkel in die Nadel n eingelegt wird. Auch hier kommt es zu einer Einbindung der Flottfäden 26 und 24' im weiteren Strickablauf.

    [0026] Außerdem ist die Nadel j vom Faden 60 fest umschlungen, sodass der Faden 60 im Gestrick gesichert ist.

    [0027] Die Fig. 6.9 und 6.10 beschreiben das Einbinden des Anfangs des Strickfadens 50 für den nächsten Farbringel. Der Faden 50 wird hierzu über die Nadeln a bis d beginnend vom linken Gestrickrand in Richtung Gestrickmitte geflottet und dann als Fanghenkel in die Nadel e eingelegt. Nach Umkehr der Strickrichtung wird der Faden 50 über die Nadeln e, d, c, b geflottet und als Fanghenkel in die Nadel a eingelegt (Fig. 6.10) und dadurch im Gestrick gesichert.

    [0028] Die Fig. 7.1 bis 7.10 betreffen nun noch eine dritte Möglichkeit des Einbindens der Fadenanfänge 21, 25 sowie der Fadenenden 20, 26 in ein Gestrick, wobei dieses Verfahren demjenigen der Fig. 4 zum Einbinden des Anfangsfadens des Gestricks entspricht. Gemäß Fig. 7.2 wird zur Sicherung seines Endes der Strickfaden 50 als Flottfaden 20 von der linken Gestrickseite aus in Richtung Gestrickmitte über die Nadeln a bis d des hinteren Nadelbetts H geflottet und dann als Fanghenkel in die Nadel e eingelegt. Nach Umkehr der Strickrichtung werden beginnend mit der Nadel d im Flottungsbereich auf dem hinteren Nadelbett H Fanghenkel mit dem Faden 50 gebildet, wie Fig. 7.3 zeigt. Da die Nadel e vom Grundfaden 50 fest umschlungen ist und der Flottfaden 20 und der aus den Fanghenkeln der Nadeln d bis a entstehende Flottfaden 19' im weiteren Strickablauf vom Gestrick eingebunden werden, ist der Faden 50 damit gesichert.

    [0029] Die Fig. 7.4 und 7.5 beschreiben des Einbinden des Fadenanfangs des nächsten Strickfadens 60. Dieser wird vom rechten Gestrickrand ausgehend in Richtung Gestrickmitte über die Nadeln n, m, l, k geflottet und dann als Fanghenkel in die Nadel j eingelegt (Fig. 7.4). Anschließend wird nach Umkehrung der Strickrichtung mit den Nadeln k, l, m, n und dem Faden 60 Fanghenkel gebildet. Der Flottfaden 24' und der sich aus den Fanghenkeln der Nadeln k, l, m, n bildende Flottfaden 25 werden im weiteren Strickablauf in das Gestrick eingebunden.

    [0030] Die Fig. 7.7 bis 7.8 betreffen das Sichern des Endes des Fadens 60 am rechten Gestrickrand. Es erfolgt wieder eine Flottung über die Nadeln n bis k und das Einlegen eines Fanghenkels in die Nadel j (Fig. 7.7), bevor in umgekehrter Strickrichtung Fanghenkel mit den Nadeln k bis n gebildet werden.

    [0031] In den Fig. 7.9 bis 7.10 ist die Sicherung des Anfangs des Strickfadens 50 gezeigt. Der Faden 50 wird als Flottfaden 19'' vom linken Gestrickrand aus über die Nadeln a bis d geflottet und als Fanghenkel in die Nadel e eingelegt. Nach Umkehr der Strickrichtung werden mit den Nadeln d, c, b, a Fanghenkel gebildet (Fig. 7.10). Damit ist der Anfang des Fadens 50 im Gestrick gesichert.

    [0032] Die in den Fig. 4 bis 7 gezeigten Verfahren zum Einbinden von Strickfadenanfängen und -enden wurden alle auf dem hinteren Nadelbett H durchgeführt, könnten aber ebensogut auf dem vorderen Nadelbett V durchgeführt werden. Auch die Anzahl der Nadeln, über die der Einbindevorgang erfolgt, kann variiert werden. Außerdem können die Fadenanfänge und -enden nicht nur im Randbereich, sondern auch im mittleren Bereich des Gestricks eingebunden werden.


    Ansprüche

    1. Verfahren zum Einbinden eines Strickfadenanfangs und/oder -endes in ein auf einer Strickmaschine hergestelltes doppelflächiges, mit benachbarten Nadeln des vorderen und hinteren Nadelbetts der Strickmaschine gebildetes Gestrick (10), bei dem anschließend der Strickfadenanfang (15, 21, 25) oder das Strickfadenende (20, 26) über mehrere Nadeln (a - d; n, m, l, k) geflottet und dann als Fanghenkel in eine eine Masche tragende Nadel (e;j) eingelegt wird, bevor in umgekehrter Strickrichtung beginnend mit der auf den Fanghenkel folgenden Nadel (d; k) desselben Nadelbetts (H) nur mit den Nadeln (a - d; n, m, 1, k) desselben Nadelbetts (H) im Flottungsbereich Fanghenkel gebildet werden.
     
    2. Verfahren zum Einbinden eines Strickfadenanfangs und/oder -endes in ein auf einer Strickmaschine hergestelltes doppelflächiges, mit benachbarten Nadeln des vorderen und hinteren Nadelbetts der Strickmaschine gebildetes Gestrick (10), bei dem anschließend der Strickfadenanfang (21, 25) oder das Strickfadenende (20, 26) über mehrere Nadeln (a - d; n, m, 1, k) geflottet und dann als Fanghenkel in eine eine Masche tragende Nadel (e; j) eines Nadelbetts (H) eingelegt wird, bevor in umgekehrter Strickrichtung der Strickfadenanfang (21, 25) oder das Strickfadenende (20, 26) über die Nadel (e; j) mit dem Fanghenkel und die Nadeln (b, c, d; k, l, m) der ersten Flottung geflottet und in die letzte Nadel (a; n) desselben Nadelbetts (H) der ersten Flottung als Fanghenkel eingelegt wird.
     
    3. Verfahren zum Einbinden eines Strickfadenanfangs in ein auf einer Strickmaschine hergestelltes doppelflächiges, mit benachbarten Nadeln des vorderen und hinteren Nadelbetts der Strickmaschine gebildetes Gestrick (10), bei dem anshließend der Strickfadenanfang (21, 25) über mehrere Nadeln (n, m, l, k) geflottet und dann als Fanghenkel in eine eine Masche tragende Nadel (j) eingelegt wird, bevor in umgekehrter Strickrichtung beginnend mit der auf den Fanghenkel folgenden Nadel (k) desselben Nadelbetts (H) nur mit den Nadeln (k, l, m, n) desselben Nadelbetts (H) im Flottungsbereich Maschen gebildet werden.
     
    4. Verfahren zum Einbinden eines Strickfadenendes in ein auf einer Strickmaschine hergestelltes doppelflächiges, mit benachbarten Nadeln des vorderen und hinteren Nadelbetts der Strickmaschine gebildetes Gestrick (10), bei dem anschließend mit dem Strickfadenende (20, 26) nur mit mehreren eine Masche tragende benachbarten Nadeln (a - e) eines Nadelbetts (V, H) Maschen gebildet werden, bevor nach der letzten dieser Nadeln (e) die Strickrichtung umgekehrt wird und das Strickfadenende (20, 26) in der umgekehrten Strickrichtung über diese Nadeln (a - e) geflottet wird, wobei das Strickfadenende (20, 26) die letzte der Nadeln (e) fest umschlingt und im weiteren Strickablauf vom Gestrick eingebunden wird.
     
    5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Einbinden der Strickfadenanfänge (15, 21, 25) und/oder -enden (20, 26) im Abstand des Flottungsbereichs von den Gestrickrändern durchgeführt wird.
     


    Claims

    1. Method for binding the start and/or end of a knitting yarn into a double-bed knitted fabric (10) produced on a knitting machine using adjacent needles of the front and rear needle bed of the knitting machine, wherein the start (15, 21, 25) of the knitting yarn or the end (20, 26) of the knitting yarn is subsequently floated over a plurality of needles (a - d; n, m, 1, k) and is then inserted as a tuck loop into a needle (e; j) carrying a stitch, before tuck loops are formed in the opposite knitting direction starting with the needle (d; k), following the tuck loop, of the same needle bed (H) using only the needles (a - d; n, m, 1, k) of the same needle bed (H) in the float zone.
     
    2. Method for binding the start and/or end of a knitting yarn into a double-bed knitted fabric (10) produced on a knitting machine using adjacent needles of the front and rear needle bed of the knitting machine, wherein the start (21, 25) of the knitting yarn or the end (20, 26) of the knitting yarn is subsequently floated over a plurality of needles (a - d; n, m, 1, k) and is then inserted as a tuck loop into a needle (e; j) carrying a stitch of a needle bed (H) before, in the opposite knitting direction, the start (21, 25) of the knitting yarn or the end (20, 26) of said yarn is floated over the needles (e; j) with the tuck loop and over the needles (b, c, d; k, 1, m) of the first float and is inserted as a tuck loop into the last needle (a; n) of the same needle bed (H) of the first float.
     
    3. Method for binding the start of a knitting yarn into a double-bed knitted fabric (10) produced on a knitting machine using adjacent needles of the front and rear needle bed of the knitting machine, wherein the start (21, 25) of the knitting yarn is subsequently floated over a plurality of needles (n, m, 1, k) and then inserted as a tuck loop into a needle (j) carrying a stitch, before stitches are formed in the opposite knitting direction starting with the needle (k), following the tuck loop, of the same needle bed (H) with only the needles (k, 1, m, n) of the same needle bed (H) in the float zone.
     
    4. Method for binding the end of a knitting yarn into a double-bed knitted fabric (10) produced on a knitting machine using adjacent needles of the front and rear needle bed of the knitting machine, wherein stitches are subsequently formed with the end (20, 26) of the knitting yarn only with a plurality of adjacent needles (a - e), carrying a stitch of a needle bed (V, H) before the knitting direction is reversed downstream of the last of these needles (e) and the end (20, 26) of the knitting yam is floated over these needles (a - e) in the opposite knitting direction, the end (20, 26) of the knitting yarn firmly looping round the last of the needles (e) and being bound in during the further knitting course of the knitted fabric.
     
    5. Method according to any one of claims 1 to 4, characterised in that the starting portions (15, 21, 25) and/or the ends (20, 26) of the knitting yarn are bound in at a distance of the float zone from the edges of the knitted fabric.
     


    Revendications

    1. Procédé pour intégrer un début et/ou une fin de fil à tricoter dans un tricot (10) à double couche fabriqué sur une machine à tricoter et formé par des aiguilles voisines de la fonture avant et arrière de la machine à tricoter, dans lequel par la suite le début de fil à tricoter (15, 21, 25) ou la fin de fil à tricoter (20, 26) est flotté sur plusieurs aiguilles (a-d ; n, m, 1, k) et est ensuite introduit comme maille flottée dans une aiguille (e ; j) qui porte une maille, avant que, en sens inverse du tricotage, des mailles flottées soient formées uniquement à l'aide des aiguilles (a à d ; n, m, 1, k) de la même fonture (H) dans la zone de flottage en commençant par l'aiguille (d ; k) qui suit la maille flottée et qui se trouve sur la même fonture (H).
     
    2. Procédé pour intégrer un début et/ou une fin de fil à tricoter dans un tricot (10) à double couche fabriqué sur une machine à tricoter et formé par des aiguilles voisines de la fonture avant et arrière de la machine à tricoter, dans lequel par la suite le début de fil à tricoter (21, 25) ou la fin de fil à tricoter (20, 26) est flotté sur plusieurs aiguilles (ad ; n, m, 1, k) et est ensuite introduit comme maille flottée dans une aiguille (e ; j) de la même fonture (H), qui porte une maille, avant que, en sens inverse du tricotage, le début de fil à tricoter (21, 25) ou la fin de fil à tricoter (20, 26) soit flotté sur les aiguilles (e ; j) où se trouve la maille flottée et sur les aiguilles (b, c, d ; k, 1, m) du premier flottage et soit introduit comme maille flottée dans la dernière aiguille (a ; n) de la même fonture (H) du premier flottage.
     
    3. Procédé pour intégrer un début de fil à tricoter dans un tricot (10) à double couche fabriqué sur une machine à tricoter et formé par des aiguilles voisines de la fonture avant et arrière de la machine à tricoter, dans lequel par la suite le début de fil à tricoter (21, 25) est flotté sur plusieurs aiguilles (n, m, 1, k) et est ensuite introduit comme maille flottée dans une aiguille (j) qui porte une maille, avant que, en sens inverse du tricotage, des mailles soient formées uniquement sur les aiguilles (k, l, m, n) de la même fonture (H) dans la zone de flottage en commençant par l'aiguille (k) qui suit la maille flottée et qui se trouve sur la même fonture (H).
     
    4. Procédé pour intégrer une fin de fil à tricoter dans un tricot (10) à double couche fabriqué sur une machine à tricoter et formé par des aiguilles voisines de la fonture avant et arrière de la machine à tricoter, dans lequel par la suite, avec la fin de fil à tricoter (20, 26), des mailles sont formées uniquement par plusieurs aiguilles (a-e) voisines d'une fonture (V, H), qui portent une maille, avant d'inverser le sens de tricotage après la dernière de ces aiguilles (e) et de flotter la fin de fil à tricoter (20, 26) en sens inverse de tricotage sur ces aiguilles (a-e), la fin de fil à tricoter (20, 26) entourant alors solidement la dernière des aiguilles (e) et étant intégrée dans le tricot quand on continue de tricoter.
     
    5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que l'intégration des débuts de fil à tricoter (15, 21, 25) et/ou des fins de fil à tricoter (20, 26) a lieu lorsque la zone de flottage se trouve à distance des bords du tricot.
     




    Zeichnung