[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Entsorgen von flexiblem
Material, das in Form mindestens einer bewegten Materialbahn vorliegt, die in einer
Zufuhrrichtung mit einer Zufuhr-Bahngeschwindigkeit von einem Nutzungsbereich einer
Entsorgungseinrichtung zugeführt wird. Solche zu entsorgenden Materialbahnen entstehen
insbesondere hinter dem Prägespalt von Prägevorrichtungen, denen eine Prägefolienbahn
zugeführt wird, die als Träger von Objekten, wie Hologrammen, Metallschichten etc.,
dient. Im Prägespalt werden die Objekte auf ein Produkt, also eine Papierbahn, einen
Bogen oder eine Kartonage meist durch Heißsiegeln aufgebracht. Übrig bleibt die TrägerMaterialbahn
in Form eines Folienstreifens, von dem die Objekte entfernt sind und der nun einer
Wiederverwertung bzw. Entsorgung zugeführt werden soll. Die übliche Methode eines
Aufwickelns hat das Problem, dass die ggf. durch den Heißsiegel-Prägevorgang verformte
Folie sich nicht gut aufwickeln lässt und außerdem der Wickel gewechselt werden muss,
was nicht immer mit einem Wechsel der unverbrauchten Prägefolienbahn zusammenfällt,
weil häufig mehrere Prägefolienbahnen mit unterschiedlichem Verbrauch parallel durch
den Prägespalt geführt sind.
[0002] Da die Objekte auf das Endprodukt, also z.B. die Papierbahn, meist in größeren Abständen
aufgebracht werden, wäre es unwirtschaftlich, sie in den gleichen Abständen auf der
Prägefolienbahn anzuordnen. Die Anmelderin hat ein Verfahren entwickelt (DE 37 13
666 C und EP 718 099 B, entsprechend US 6 519 821), durch das dieser Folienspareffekt
trotz der Forderung absoluter Synchronität von Prägefolienbahn und zu bedruckender
Bahn im Prägespalt beherrschbar ist. Dies gelingt durch aufeinanderfolgende Beschleunigungs-,
Gleichlaufs-, Verzögerungs- und Rückzugsphasen der Prägefolienbahn.
[0003] Um diese diskontinuierlichen Bewegungen der Materialbahn zu ermöglichen, folgt bei
der DE 198 42 585 A für entsprechend EP 987 205 B sowie US 6 230 616 A auf den Prägespalt
ein Schlupfantrieb, dem wiederum ein ebenfalls mit Saugbändern bestückter Folienspeicher
folgt. Danach wird die Materialbahn in herkömmlicher Weise aufgewickelt.
[0004] Es ist ferner aus der EP 989 086 B bekannt geworden, eine Entsorgung in Materialbahnabschnitten
vorzunehmen, die eine mit einer Transportwalze zusammenarbeitende Trenneinrichtung
enthält. Der Trenneinrichtung kann ein nicht näher beschriebener Folienspeicher vorgeschaltet
sein.
Aufgabe und Lösung
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Entsorgen von
flexiblem Material zu schaffen, das eine diskontinuierliche Förderung der Materialbahn
und die Gleichmäßigkeit ihrer Spannung nicht beeinträchtigt, ohne wesentliche Rückwirkungen
auf die zulaufende Materialbahn arbeitet und vorzugsweise eine Entsorgung der Materialbahn
in zerkleinertem Zustand ermöglicht.
[0006] Nach einem Merkmal der Erfindung erfolgt die Speicherung in einzelnen Materialbahnabschnitten,
vorzugsweise in Form von Schlaufen, die im wesentlichen freihängend in einen Speicher
hineinlaufen und an einem Trennschnitt anschließen, an dem die Materialbahn von dem
vorangehenden Materialbahnabschnitt getrennt wurde. Statt einer Schlaufenbildung ist
auch die Bildung eines sich frei nach "Leporello-Art" ablegenden Packens möglich.
Die Erfindung ermöglicht es durch seitliche Bewegungen entweder der zulaufenden Folie
oder einer Halteeinrichtung für das Folienende, jeweils eine neue Schlaufe oder Packen
zu bilden, während die vorhergehende abgetrennt wird. Dabei können die Materialbahnabschnitte
in hängenden, jeweils nur aus einem hin- und einem zurücklaufenden Trum gebildeten
Schlaufen gespeichert werden oder, was noch größere Speicherkapazität ermöglicht,
in sich automatisch leporelloartig bildenden Packen, zwischen denen jeweils eine Abtrennung
erfolgt oder die als solche unmittelbar oder mittelbar der Entsorgung zugeführt werden.
[0007] Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung können die so gebildeten Packen z.B. auf
einem Hüllmedium, beispielsweise einer Verpackungsfolie oder einem Netz, gebildet
werden, das unter den Packen geführt und mit diesen abtransportiert wird, so dass
sich ein endloser Packen aus leporelloartig geschuppt liegenden Matrialbahnabschnitten
bildet. Dieser kann z.B. zusammen mit dem Hüllmedium aufgewickelt werden. Um eine
"endlose" Entsorgung zu ermöglichen, kann diese Aufwicklung unter einem Winkel zur
Antransportrichtung der Packen erfolgen, so dass sich ein Schräg- oder Wendelwickel
bildet, der auf einer Seite des Wickels "herauswächst" und dort in Einzelstücke abgelängt
werden kann.
[0008] Es ist auch möglich, ohne ein schon den Packen unterlegendes Hüllmedium zu arbeiten,
wenn die Speicherkammern, in denen sich die Packen bilden, so ausgebildet, beispielsweise
gegenüber der Horizontalen abgeschrägt sind, dass der Packen von allein auf den Ausgang
der Speicherkammer zu rutscht oder gezogen wird. Dort könnte er beispielsweise durch
einen Stopfwickler, der ebenfalls durch entsprechende Schrägstellung einen Wickel
("Wurst") bildet, die aus dem ggf. konischen Stopfwickler herausläuft und dort noch
mit einem Hüllband umgeben werden kann, bevor eine Ablängung erfolgt.
[0009] Es ist auch zu erkennen, dass auf diese Weise das beim bloßen Aufwickeln der verbrauchten
Materialbahn auftretende Problem minimiert wird, das sich daraus ergibt, dass bei
einer Prägemaschine oft zahlreiche unterschiedliche und auch unterschiedlich breite
Materialbahnen parallel verlaufen, die auch mit unterschiedlichen Zufuhr-Bahngeschwindigkeiten
ankommen.
[0010] Bei der Erfindung muss lediglich dafür gesorgt werden, dass die Speicherung so bemessen
ist, dass bei der langsamsten Zufuhr-Bahngeschwindigkeit noch ausreichend Materialbahn
gespeichert wird, um einen störungsfreien Rückzug zu gewährleisten und dass bei der
größten Bahngeschwindigkeit die Speicherkapazität ausreicht. Dadurch ist es auch möglich,
bei zahlreichen eng nebeneinander ankommenden zu entsorgenden Materialbahnen die Entsorgungseinrichtung
mit gleicher Geschwindigkeit bzw. gleicher Trennfrequenz laufen zu lassen. Die Entsorgung
ist also weitgehend unabhängig von dem Mengenstrom der eingehenden Materialbahn, so
dass auch Materialbahnen unterschiedlicher Durchschnitts-Bahngeschwindigkeiten und
Alternierungsfrequenzen in einer Vorrichtung gemeinsam verarbeitet werden können.
[0011] Die vorstehenden und weitere Merkmale gehen außer aus den Ansprüchen auch aus der
Beschreibung und den Zeichnungen hervor, wobei die einzelnen Merkmale jeweils für
sich allein oder zu mehreren in Form von Unterkombinationen bei einer Ausführungsform
der Erfindung und auf anderen Gebieten verwirklicht sein und vorteilhafte sowie für
sich schutzfähige Ausführungen darstellen können, für die hier Schutz beansprucht
wird. Die Unterteilung der Anmeldung in einzelne Abschnitte sowie Zwischenüberschriften
beschränkt die unter diesen gemachten Aussagen nicht in ihrer Allgemeingültigkeit.
[0012] Bei vorteilhaften Ausführungsbeispielen der Erfindung wird zur Entsorgung von Materialbahnen,
wie verbrauchten Trägerfolien von Prägeobjekten, die aus einer Prägeeinrichtung anfallen,
die Folie über einem Schlupfantrieb in eine Speicherkammer eingeführt, wo sie frei
hängende oder sich ungezwungen ablegende Schlaufen bildet. Diese bilden ein Reservoir
für eine diskontinuierliche bzw. alternierende Arbeitsweise der Prägevorrichtung.
Die Schlaufen oder Packen können in der Entsorgungseinrichtung einzeln abgeschnitten
oder am Ausgang der Speicherkammer unter Bildung von Wickeln aufgewickelt werden.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0013] In der Zeichnung sind mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt, anhand
deren die Erfindung im Folgenden erläutert wird. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Prägevorrichtung und der zugehörigen Entsorgungseinrichtung,
- Fig. a bis d
- einzelne Stufen des Arbeitsablaufes der Vorrichtung nach Fig. 1,
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung eines weiteren AusfühRungsbeispiels von Prägevorrichtung
und EntsorGungseinrichtung,
- Fig. 2a bis 2d
- Darstellungen zur Verdeutlichung des Arbeitsablaufes der Vorrichtung nach Fig. 2,
- Fig. 3
- ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Prägevorrichtung mit Entsorgungseinrichtung,
- Fig. 3a bis 3d
- wiederum Stufen des Arbeitsablaufes der Vorrichtung nach Fig. 3,
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung von Prägevorrichtung und Entsorgungseinrichtung in schematischer
Darstellung,
- Fig. 5
- ein weiteres Ausführungsbeispiel in schematischer perspektivischer Teilansicht und
- Fig. 6 und 7
- zwei weitere Ausführungsbeispiele, die eine geänderte Endentsorgung einer Vorrichtung
ähnlich Fig. 5 zeigen.
Detaillierte Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0014] Fig. 1 zeigt eine Prägevorrichtung 11 mit nachgeschalteter Entsorgungseinrichtung
12 für eine Materialbahn 13. Gezeigt ist hier lediglich die Prägung und Entsorgung
einer Materialbahn 13, es ist jedoch angedeutet, dass bei vielen Prägevorgängen zahlreiche
parallele Materialbahnen 13, 13a verwendet werden, die durch die Prägevorrichtung
laufen und parallel entsorgt werden.
[0015] Die Materialbahn 13 besteht aus einer Trägerfolie, auf deren aktiver Materialbahnebene
29 Objekte 19, beispielsweise Hologramme oder andere zu übertragende Flächenabschnitte,
aufgebracht sind, und zwar mit sehr geringem Abstand voneinander. Die Objekte sind
mit einer Heißsiegelschicht überzogen.
[0016] Zwischen zwei Walzen 14, 15 eines Prägewerks 16 ist ein Prägespalt 17 gebildet, in
dem ein etwas über die Oberfläche der Prägewalze 14 vorstehendes Prägewerkzeug 18
das jeweilige Objekt 19 auf eine Produktbahn 20 überträgt und dort festsiegelt. Zu
diesem Zweck ist das Werkzeug 18 auf eine Heißsiegeltemperatur beheizt und die Produktbahn
20 unter Umständen vorgewärmt. Bei der Produktbahn kann es sich um Papier oder Kunststoffbahnen,
Kartonagen etc., handeln, auf die zu Schmuck- oder Sicherheitsgründen nicht ohne weiteres
durch bloßen Druck verstellbare Objekte 19 aufgebracht werden. Dabei kann es sich
um fertig vorbereitete und abgegrenzte Objekte, wie Hologramme, Bilddarstellungen
etc., handeln oder es kann durch das Prägewerkzeug 18 aus einer gleichmäßig z.B. mit
einer Metallschicht beschichteten Materialbahn, eine bestimmte Form eines Objektes
auf die Produktbahn 20 übertragen werden.
[0017] Um, wie angedeutet, die Objekte 19 auf der Produktbahn 20 in einem größeren Abstand
voneinander aufzubringen, als sie zur Einsparung von Trägerfolie auf der Materialbahn
13 angebracht waren, wird die Materialbahn 13 diskontinuierlich bewegt, während die
Prägewalzen 14, 15 und die Produktbahn 20 mit kontinuierlicher Geschwindigkeit laufen.
Voraussetzung in den meisten Fällen ist absolute Synchronität in der Geschwindigkeit
von Produktbahn und Materialbahn im Prägespalt 17. Nach dem Aufbringen eines Objekts
19 wird die Materialbahn 13 abgebremst, und zwar nicht schlagartig, um die empfindliche
Folie, aus der die Materialbahn 13 besteht, nicht zu beeinträchtigen. Danach wird
die Materialbahn um den "Bremsweg" und einen nachfolgenden Beschleunigungsweg entgegen
der Zufuhrrichtung 21 zurückgezogen. Dies geschieht in einer Zeit, in der die Produktbahn
20 ebenso wie die Materialbahn 13 unbeeinflusst zwischen den Walzen 14 und 15 hindurchläuft.
Bevor die nächste zu beprägende Stelle der Produktbahn 20den Prägespalt 17erreicht,
der sich zwischen dem dann wieder heranlaufenden Prägewerkzeug 18und der Gegenwalze
15 bildet, wird die Materialbahn 13 wieder auf die Synchrongeschwindigkeit, also die
Geschwindigkeit der Produktbahn, beschleunigt, so dass die Abprägung im Gleichlauf
zwischen diesen stattfindet.
[0018] Bewerkstelligt wird dies dadurch, dass die von einer nicht dargestellten Vorratsrolle
zugeführte Materialbahn 13 von einem Steuerantrieb 22 gesteuert zugemessen wird. Dieser
arbeitet z.B. mit einer Saugwalze 23, die auf der unaktiven Materialbahnseite angreift
und, da sie auf der Zulaufseite, also stromaufwärts des Prägespaltes angeordnet ist,
die Materialbahn entweder freigibt oder bremst.
[0019] Der eigentliche Transport und die gleichmäßige Spannung der Materialbahn im Prägespalt
17 wird von einem Schlupfantrieb 24 bewerkstelligt, der hier als Saugwalze 26 dargestellt
ist, die auf ihrem saugaktiven Sektor 25 die Materialbahn mit einer durch die Saugwirkung
einstellbaren Kraft auf die Oberfläche der Saugwalze zieht und am Ende dieses Sektors
wieder entlässt. Die Saugwalze 26 des Schlupfantriebes 24 läuft mit einer Drehzahl,
die eine Umfangsgeschwindigkeit erzeugt, die zumindest gleich, meist aber etwas höher
ist als die Synchrongeschwindigkeit im Prägespalt 17, so dass zusammen mit den Gleit-
bzw. Reibeigenschaften auf der Oberfläche der Saugwalze 26 eine weitgehend konstante
Zugspannung auf die Materialbahn 13 ausgeübt wird. Dies gilt auch in den Phasen des
Rückzuges oder Stillstandes zwischen Brems-, Rückzugs- und Beschleunigungsphase.
[0020] Zu beachten ist, dass bis auf die geringe Masse der Materialbahn selbst für die diskontinuierliche
Bewegung der Materialbahn keinerlei Massenkräft zu überwinden sind, da zwischen der
Saugwalze 23 des Steuerantriebs 22 und dem Schlupfantrieb 24 keinerlei mechanische
Teile zu bewegen sind, wenn man von Umlenkungen, z.B. Blasrohrumlenkstangen, absieht,
die sich aber massefrei bzw. massearm gestalten lassen. Es ist auch zu beachten, dass
der lange Weg zwischen Prägespalt und Schlupfantrieb, der in der schematischen Zeichnung
vorzuliegen scheint, nur zur übersichtlicheren Darstellung dient und im Grund wesentlich
kürzer und umlenkungsärmer ist. Der Bereich der Materialbahn 13, der mit dem Steuerantrieb
22 beginnt und mit dem Schlupfantrieb 24 endet, wird im Folgenden als Nutzungsbereich
27 der Materialbahn bezeichnet. Daran schließt sich ein Entsorgungsbereich 28 der
Materialbahn 13 an.
[0021] Die vorstehende Beschreibung des Prägeverfahrens und der Prägevorrichtung gilt für
alle im Folgenden beschriebenen Ausführungsformen und wird für diese nicht wiederholt.
Diese Funktionen, ebenso wie die im Folgenden noch zu beschreibenden Funktionen der
Entsorgungseinrichtung, werden von Antrieben bzw. Elektromotoren angetrieben und gesteuert,
und zwar über elektrische oder mechanische Steuerungen und Getriebe. Die Antriebe
sind mit (M) symbolisiert. Statt der dargestellten Saugwalzen können auch Saugbandantriebe
verwendet werden, insbesondere für den Schlupfantrieb. Hierzu wird insbesondere auf
die DE 198 42 585 A und ihre Parallelanmeldungen ausdrücklich Bezug genommen.
[0022] Die Entsorgungseinrichtung 12 nach Fig. 1 enthält einen Speicher 57 mit einer Speicherkammer
30, die für mehrere parallel zulaufende Materialbahnen 13 gemeinsam oder auch, insbesondere
bei den Fig. 5 bis 7, zwischen diesen unterteilt sein kann. Sie hat eine obere Eintriitsöffnung
31, in die die flexible Materialbahn 13 vom Schlupfantrieb 24 im wesentlichen vertikal
und unter Schwerkraft einläuft. In der Speicherkammer ist ein im Folgenden als Träger
32 bezeichnetes Schlaufenbildungs- und Abtrennglied angeordnet. Es enthält Saug- und
Blasluftkanäle 33a, b und bildet den Teil einer Halteeinrichtung 34. Dazu hat es auf
beiden Seiten eines Trennschlitzes 35 zwei Halteflächen 36 an seiner Oberseite. Die
Halteflächen 36 zu beiden Seiten des Trennschlitzes 35 sind jeweils mit einem der
beiden zwischen Saug- und Blasluft umschaltbaren Kanäle 33a, b über Saugöffnungen
verbunden. Der Träger ist zwischen zwei Stellungen horizontal hin und her beweglich,
die zu beiden Seiten des einlaufenden Materialbahnabschnittes liegen. In der Zeichnung
ist die linke Stellung in ausgezogenen Linien dargestellt und die rechte Stellung,
die daran anschließend eingenommen wird, strichliert angedeutet.
[0023] Der Trennschlitz 35 gehört zu einer Trenneinrichtung 37, die auf beiden Seiten der
Eintrittsöffnung angeordnete Trennmesser 38 aufweist. Zu beiden Seiten der Trennmesser
sind abgefederte Haltestempel 39 angeordnet, die mit den Halteflächen 36 zusammenwirken
können. Dazu und zur Trennung ist das jeweils dem Träger 32 gegenüberstehende Trennmesser
zusammen mit den Haltestempeln 39 durch den Trennantrieb 40 vertikal beweglich. Obwohl
durch die in den Halteflächen 36 vorgesehene Saugöffnungen, die mit dem Saugluftkanal
33 in Verbindung stehen, die Halteeinrichtungen dazu in der Lage sind, die Materialbahn
dort zu halten, sorgen die Haltestempel 39 im Zusammenwirken mit den Halteflächen
36 für eine Einspannung der Materialbahn, während das Trennmesser die Folie trennt.
Dies ist bei den meisten Trägerfolien wegen ihrer großen Elastizität und Reißfestigkeit
zweckmäßig.
[0024] Der Träger einschließlich seiner Saugluftkanäle und der Halteeinrichtungen und auch
die Trennmesser mit Haltestempeln können über die gesamte Breite (senkrecht zur Zeichenebene)
durchlaufen, also mehrere nebeneinander einlaufende Materialbahnen (vgl. Materialbahn
13, 13a) simultan entsorgen. Die Speicherkammer 30 hat eine seitliche Austrittsöffnung
41, die an einen Saugluftkanal angeschlossen ist und über die zu entsorgende Materialbahnabschnitte
abgesaugt werden. Sie können dann in einem Sammelbehälter gesammelt, z.B. durch eine
Presse kompaktiert und einer Material-Wiederverwertung artenrein zugeführt werden.
[0025] Anhand der Figuren 1a bis 1e wird im Folgenden die Funktion der Entsorgungseinrichtung
12 beschrieben. Dabei sind die Darstellungen auf das für die Funktionsbeschreibung
Wesentliche reduziert.
[0026] Fig. 1 a zeigt, dass die zu entsorgende Materialbahn 13 vom Schlupfantrieb 24 durch
die Eintrittsöffnung 31 (s. Fig. 1) frei fallend vertikal in die Speicherkammer 30
einläuft. Da das führende oder vordere freie Ende 42 der Materialbahn 13 von der Halteeinrichtung
34 durch Saugluft über den Saugluftkanal 33a und zusätzlich von dem Haltestempel 39
auf der Haltefläche 36 festgehalten ist, bildet sich an der linken Seite der in seiner
rechten Stellung befindlichen Trägers entlang eine Schlaufe 43, die sich durch die
Zufuhr von weiterer Materialbahn nach unten verlängert. Fig. 1 a zeigt ferner, dass
der rechte Messerblock 44 von seinem Antrieb 40 herunterbewegt wurde, so dass vor
dem führenden Ende 42 der Materialbahn diese von dem in den Trennschlitz 35 eingreifenden
Messer 38 durchtrennt wurde. Die strichliert dargestellte rechte Schlaufe 43' wurde
bisher auch durch Saugluft über den Saugluftkanal 33b und den Haltestempel 39 festgehalten.
Danach wird sie, wie in ausgezogenen Linien dargstellt, als abgetrennte Schlaufe 43a
abgeworfen ist, die nun frei in den Speicher hineinfällt und über die Austrittsöffnung
41 unter Saugwirkung aus der Speicherkammer abgesaugt wird. Es werden also einzelne
Materialbahnabschnitte 45 gebildet, die vor der Abtrennung als Schlaufe vorliegen
und danach als abgetrennte, doppelt liegende Abschnitte entsorgt werden. Dabei wird
zum Abwerfen des Schlaufenabschnittes 43', 43a im Saugluftkanal 33b von Saugluft auf
Blasluft umgeschaltet, so dass die bis dahin festgehaltenen Enden 46 des abgetrennten
Materialbahnabschnittes von den Halteflächen 36 gelöst werden. Sie werden dann von
der an die Austrittsöffnung 41 angeschlossenen Saugluft erfasst und, wie beschrieben,
der Entsorgung zugeführt.
[0027] Da die Speicherkammer 30 bis auf die Austrittsöffnung und die Eintrittsöffnung geschlossen
ist (Fig. 1), entsteht auch in dem die Eintrittsöffnung 31 bildenden Kanal sowie in
der übrigen Speicherkammer ein nach unten gerichteter Luftstrom, der die Materialbahnführung
und Schlaufenbildung unterstützt.
[0028] Fig. 1 b zeigt die Entsorgungseinrichtung in der darauf folgenden Funktionsstellung.
Dabei ist der rechte Messerblock 44 der Trenneinrichtung 37 wieder in seine obere,
unwirksame Ausgangsstellung zurückgezogen worden und der Träger 32 durch seinen Antrieb
47 in seine Stellung links vom Folieneintritt verschoben worden. Die vorher auf der
linken Seite gebildete Schlaufe 43 wird mit ihrem führenden Ende 42 immer noch von
der mit Saugluft über den Kanal 33a beschickten Haltefläche 36 festgehalten und die
Materialbahn legt sich über die Halteflächen 36 hinweg auf die nunmehr rechte Seite
des Trägers und bildet dort eine neue Schlaufe 43.
[0029] Fig. 1 c zeigt jetzt, dass die in Fig. 1 d auf der linken Seite des Trägers hängende
Schlaufe 43 in der gleichen Weise nunmehr vom linken Messer von der zusammenhängenden
Materialbahn abgetrennt wird. Nach Umschaltung von Saug- auf Blasluft im Saugluftkanal
33a wird auch diese Schlaufe 43a abgeworfen und entsorgt.
[0030] Fig. 1d zeigt, wiederum nach Rückzug des linken Messerblocks 44 und Wechsel des Trägers
32 auf die rechte Seite der einlaufenden Materialbahn, den Beginn der Schlaufenbildung
auf der linken Seite des Trägers 32, die dann zurück zu Fig. 1 a führen würde, womit
den Funktionskreis geschlossen wäre.
[0031] Es ist vor allem zu erkennen, dass bei dem gesamten Funktionsablauf im Speicher 57
stets durch die Schlaufe 43 ausreichende Speicherlänge zur Verfügung steht, um den
diskontinuierlichen Materialbahntransport durch die Prägevorrichtung nicht zu behindern.
Dennoch geschieht, wiederum völlig unbeeinflusst von diesen Bewegungen, die periodische
Auftrennung der gesamten Materialbahn in einzelne Materialbahnabschnitte 45, die sich
wesentlich leichter entsorgen lassen als eine zusammenhängende Bahn.
[0032] Bei Fig. 2 entspricht nicht nur die Prägevorrichtung 11, sondern auch die Entsorgungseinrichtung
12 bis auf die im Folgenden herausgestellten Unterschiede denen nach Fig. 1. Bei diesem
Ausführungsbeispiel ist der Träger 32 nicht horizontal zwischen zwei Stellungen beweglich,
sondern mittig etwa in Verlängerung der Einlaufebene 48 der Materialbahn in der Speicherkammer
30 angeordnet. Statt einer Vertikalbewegung der Messerblöcke 44 ist der Träger 32
jedoch vertikal auf das Messer 38 zu und von diesem weg bewegbar. Dies wird durch
den Trägerantrieb 47a bewerkstelligt.
[0033] Die Materialbahn 13 läuft in der Einlaufebene 48 ein, wird dann jedoch durch einen
schwenkbaren Ablenkungskanal 49 seitlich abgelenkt. Der Ablenkungskanal 49 bildet
sich zwischen zwei gemeinsam seitlich verschwenkenden Bauteilen 50, die von einem
Schwenkantrieb 51 betätigt werden und an ihren, dem Träger zugewandten Enden jeweils
einen Messerblock 44 tragen.
[0034] Die Figuren 2a bis 2d zeigen die den Figuren 1 a bis 1 e entsprechenden Verfahrensschritte
für das Ausführungsbeispiel nach Fig. 2. In Fig. 2a hat sich auf der linken Seite
des Trägers 32 eine Schlaufe gebildet, die an ihrem vorderen Ende 42 von der linken
Haltefläche 36a festgehalten wird. Das entgegengesetzte Ende der Schlaufe ist über
beide Halteflächen 36a, 36b hinweg gelegt. Beide Kanäle 33a, 33b sind auf Saugluft
geschaltet und auf der rechten Seite des Trägers 32 bildet sich eine neue Schlaufe
43, da der schwenkbare Verteiler 52 nach rechts geschwenkt ist und der darin enthaltene
Ablenkungskanal 49 die Materialbahn nach rechts lenkt.
[0035] Fig. 2b zeigt, dass nun durch Relativbewegung, hier durch Hochfahren des Trägers
32 über den Antrieb 47a (Fig. 2) und nach Eingriff der in Fig. 2b der Übersichtlichkeit
halber nicht dargestellten Haltestempel das linke Trennmesser 38 die Materialbahn
13 dort durchtrennt, wo sie über den Trennschlitz 35 hinweg verläuft. Die Saugluft
im Kanal 33b beaufschlagt die Haltefläche 36b, so dass das nunmehrige vordere Ende
der Schlaufe 43 festgehalten ist. Danach wird der Saugluftkanal 33a auf Blasluft umgeschaltet,
so dass der Materialbahnabschnitt 45 in Form der Schlaufe 43', danach 43a auf der
linken Seite frei kommt und abgesaugt werden kann, nachdem der Träger 32 wieder abgesenkt
wurde und die Haltestempel des linken Messerblocks den abgeschnittenen Materialbahnabschnitt
freigegeben haben.
[0036] Fig. 2c zeigt, dass nun der Verteiler 52 nach links geschwenkt wurde, so dass die
Materialbahn über den Träger 32 hinweg auf die linke Trägerseite gelenkt wurde und
sich dort eine neue Schlaufe 43 bildet, während die auf der rechten Seite noch mit
ihr verbunden ist. Beide Halteflächen 36a, b sind mit Saugluft beaufschlagt und halten
die jeweiligen Enden der Schlaufe.
[0037] Fig. 2d zeigt nun das Abschneiden der rechten Schlaufe 43 durch Hochfahren des Trägers
32 und Messereingriff den ausgezogenen Linien gezeigte, abgeworfene Schlaufe 43a wird
aber erst dann frei, wenn der Träger 32 wieder abgesenkt und der Kanal 33b auf Blasluft
umgeschaltet wurde. Das gleiche gilt für Fig. 4b. Der Funktionskreislauf wird durch
die erneute Stellung nach Fig. 2a geschlossen.
[0038] In Fig. 3 besteht die Abänderung gegenüber Fig. 1 darin, dass der Träger 32 einen
Linear/Schwenkantrieb 47d hat, der den Träger um seine eigene Längsachse schwenken
und jeweils in zwei Stufen quer zur Materialbahnebene und Einlaufebene 48 verschieben
kann. Die Messerblöcke 44 mit Haltestempeln 39 sind, mit den Messern nach Innen weisend,
an den Seiten der Speicherkammer montiert, d.h. ihre Messer weisen in einer horizontalen
Ebene aufeinander zu.
[0039] Fig. 3a zeigt die Situation, dass der Träger 32 sich in seiner äußersten rechten
Stellung befindet, d.h. er ist gegen den rechten Messerblock 44 gedrückt und durchtrennt
die Materialbahn, die nach horizontalem Herausfahren aus dem Schneideingriff des Trennmessers
38 und ggf. Abschalten der Blasluft auf der Seite des Haltefläche 36a die vorher gebildete
Schlaufe 43' abwirft (43a). Dies geschieht in der Position des Trägers 32, die in
Fig. 1 gestrichelt dargestellt ist.
[0040] Danach wird der Träger, wie Fig. 3b zeigt, nach links verschoben und entgegen dem
Uhrzeigersinn um 180° verschwenkt. Die Maaaaterialbahn 13 anschließend an die Schlaufe
43, die sich in Fig. 3a gebildet hatte, läuft über die Trägeroberfläche, die unten
gerundet ist, und hängt nun, an ihrem freien Ende 43 von der Haltefläche 36b gehalten,
als abzutrennende Schlaufe 43a nach unten, während sich ihr anderes Ende über den
Träger hinweg erstreckt. In einer mittleren Position, jedoch rechts vom Träger, wird
nun eine neue Schlaufe 43 gebildet.
[0041] Fig. 3c zeigt spiegelbildlich zu Fig. 3a die Situation, dass nunmehr die vorher gebildete
Schlaufe 43' abgeschnitten wird, indem der Träger aus seiner in Fig. 3b eingenommenen
nicht extrem rechten Stellung in die extrem rechte Position, also in den Schneideingriff,
geschoben wird. Die Schlaufe 43' wird abgeschnitten und nach Zurückziehen des Trägers
32 vom Messerblock 44 aus der Schneidposition in die in Fig. 1 in ausgezogenen Linien
gezeigte halbrechte Posistion abgeworfen. Aus dieser Position erfolgt dann die Verschiebung
nach rechts und die Verschwenkung des Trägers 32 im Uhrzeigersinn um 180° in die Halb-Rechts-Position,
in der die rechte Schlaufe 43 sich in Abtrennposition befindet und sich die neue Schlaufe
43 in der Speicherkammermitte bildet (Fig. 3d). Von da setzt sich der Funktionszyklus
mit der Position nach Fig. 3a fort.
[0042] Die jeweilige Beschickung der Halteflächen 36a, b über die Seitenkanäle 33a, b mit
Saug- bzw. Blasluft ist aus den Bezeichnungen
s für "saugen" sowie
b für "blasen" aus den Zeichnungen zu entnehmen, worauf ausdrücklich Bezug genommen
wird. Dies gilt für die gesamte Anmeldung, auch für die Pfeildarstellungen, die die
Bewegungsrichtungen und -arten zeigen. Es wird bemerkt, dass insbesondere bei Fig.
3 aufgrund der normalerweise vertikalen Positionierung der Halteflächen 36 und der
Schwenkbewegung unter Umständen auf die Verwendung von Blasluft verzichtet werden
kann, weil die Saugwirkung nicht zu stark zu sein braucht oder gar ganz unterlassen
werden kann. Die gänzlich senkrecht hängenden Schlaufen 43 werfen sich unter Umständen
selbst ab.
[0043] Fig. 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel, bei dem die Wandung der Speicherkammer, anschließend
an eine schachtartige Eintrittsöffnung 31, einem drehbaren Stern oder Rad angepasst
ist. Es ist hier ein vierarmiger Stern oder eine Art Zellenrad 32a gezeigt, dessen
Arme 53 zwischen sich Speicherzellen 54 bilden, die mit einem Auswerfer 55 ausgekleidet
sind, der nahe dem äußeren Ende des Arms um eine Lagerung 56 schwenkbar gelagert ist,
im übrigen aber der Form der Speicherzelle angepasst ist. Am Ende jedes Arms befindet
sich ein Trennschlitz 35, der zum Zusammenwirken mit einem Trennmesser 38 vorgesehen
ist, das an einem Messerblock 44 zusammen mit den bereits beschriebenen Haltestempeln
39 in die Wandung der Speicherkammer eingesetzt ist und von seinem Trennantrieb 40
in Richtung des Trennmessers betätigbar ist.
[0044] Das damit durchzuführende Verfahren ist wie folgt: Die Materialbahn 13 fällt unter
Schwerkraft vom Schlupfantrieb 24 durch die Eintrittsöffnung in eine unterhalb der
Eintrittsöffnung angeordnete Speicherzelle 54 des in dieser Position stillstehenden
Trägerrades 32a. Die Materialbahn legt sich darin selbst in ungeordneten, zumindest
aber nicht ganz exakt geordneten losen Schlaufen jeweils übereinander leporelloartig
ab. Es kann eine große Länge von Materialbahn 13 in einer Zelle als Materialbahnabschnitt
45 in Form eines Packens 60 aufgenommen werden. Wenn dann das Trägerrad 32a weitergeschaltet
wird, dann legt sich die Materialbahn über das äußere Ende eines Armes 53 und damit
auch über den Trennschlitz. Dies geschieht in Fig. 4 durch Weiterschaltung des Trägerrades
32a um 90° im Uhrzeigersinn. Es bildet sich nun ein Packen 60 in der nächsten Speicherzelle
54. Währenddessen wird durch Betätigung des Trennantriebes 40 der Messerblock 44 in
die Speicherkammer hinein und damit das Trennmesser 38 in den Trennschlitz 35 bewegt,
nachdem die Haltestempel 39 beidseitig des Trennschlitzes die Materialbahn festgeklemmt
haben. Die Materialbahn wird durchtrennt.
[0045] Beim nächsten Weiterschalttakt wird der Packen 60, der auf beiden Seiten freigeschnitten
ist, aus der in Fig. 4 weitgehend nach unten weisenden Speicherzelle ausgeworfen.
Dabei klappt der Auswerfer 55 mit heraus und sorgt für ein problemloses Auswerfen,
was bei vielen dünnen Kunststofffolien zweckmäßig ist, da sie dazu neigen könnten,
durch elektrostatische Aufladung an den Wänden der Speicherzelle zu haften.
[0046] Die Absaugung über die Austrittsöffnung 41 ist wie vorher beschrieben.
[0047] Fig. 5 zeigt eine Entsorgungseinrichtung 12, beginnend kurz vor dem Ende des Nutzungsbereichs
27, der an dem Schlupfantrieb 24 endet. Die Entsorgungseinrichtung 12 enthält als
Speicher 57 eine Anzahl von nebeneinander liegenden Speicherkammern 30 für zahlreiche
parallel zueinander verlaufende Materialbahnen 13, die mit unterschiedlichen durchschnittlichen
und effektiven Zufuhr-Bahngeschwindigkeiten ankommen und deren Bahn-, Vor- und Rücktransportverhältnisse
sehr unterschiedlich sein können. Vom Schlupfantrieb 24 laufen die Materialbahnen
13 jeweils in eine Speicherkammer 30, die eine Breite hat, die etwas größer ist als
die der Matrialbahn, jedoch so, dass die Seitenwände 61 der Speicherkammer die Materialbahn
und den zur Speicherung gebildeten Materialbahnabschnitte 45 in Form von Packen 60
führen können. Als Eintrittsöffnung kann die gesamte obere Seite der Speicherkammer
dienen. Die Seitenwände 61 der Speicherkammer enden mit Abstand zu dem Boden 62 der
Speicherkammer. In dem dazwischen gebildeten Spalt wird eine Bahn 63 eines Hüllmediums
geführt, das von einer Vorratsrolle 64 abgewickelt und hinter dem Austritt 41 aus
der Speicherkammer zusammen mit dem Materialbahnpacken 60 zu einer entsorgenden Rolle
65 aufgewickelt wird, das über die Rolle 65 ggf. von einem Motor gedreht um einen
Kern aufgewickelt. Wie Fig. 5 zeigt, sind die Seitenwände 61 entsprechend der Form
des Wickels bzw. Rolle 65 ausgeschnitten.
[0048] Hier bildet sich also ein Packen aus ungeordneten, weitgehend übereinander liegenden
losen Schlaufen leporelloartig, also jeweils mit aufeinander folgenden Biegungen oder
Falzungen in einander entgegengesetzten Richtungen. Es ist zu erkennen, dass dieser
Packen 60 eine sehr große Länge an Materialbahnen speichert, der auch bei längeren
Rückzugbewegungen der Materialbahn vom Entsorgungsbereich 28 wieder spannungs- und
verformungsfrei in den Nutzungsbereich 27 zurückgezogen werden kann. Es wird eine
sehr kompakte Entsorgungseinrichtung 12 geschaffen, mit der ein ebenfalls sehr kompakter
Wickel in Form einer Rolle 65 erzeugt wird, ohne dass dabei die Probleme herkömmlicher
Wickel auftreten, die in der kaum zu lösenden Beherrschung unterschiedlicher Bahnlängen
und Transportfrequenzen bei mehreren parallel verlaufenden Bahnen auftreten.
[0049] Fig. 6 zeigt eine Vorrichtung, die bis auf die Ausbildung und Funktion des Wickels
65 mit der nach Fig. 5 übereinstimmt. Auch hier bilden sich alle Packen 60 von parallel
zueinander verlaufenden zu entsorgenden Materialbahnen 13 auf einer Verpackungsbahn
63, die von einer Vorratsrolle 64 abgezogen, unter den einzelnen Speicherkammern 30
entlanggezogen und schließlich wieder zusammen mit den Packen 60 aufgewickelt wird.
Dies geschieht jedoch auf einem Schräg- oder Konuswickel 66, der sich dadurch bildet,
dass die von einem Antrieb 67 drehend angetriebene Achse 68 um mehrere Grad vom 90°
abweichenden Winkel gegenüber der Zulaufrichtung der Bahn 63 bildet. Dadurch wandert
der Wickel 66 entsprechend dem Schrägstellungswinkel in Richtung des Pfeils 69 aus
der Entsorgungseinrichtung heraus und die Verpackungsbahn 63 umhüllt den mit dem zu
entsorgenden Material gefüllten Wickel wendelförmig, jedoch überlappend. Im Betrieb
würde also der Wickel 66 dauernd weiter in Richtung des Pfeils 69 wachsen. Es ist
jedoch sinnvollerweise eine Ablängeinrichtung 70 vorgesehen, die hier durch ein schwenkbares
Messer 61 symbolisiert ist, das den Wickel in einzelne Stücke 62 abteilt. Diese sind
leicht transportabel und können so dem Recycling zugeführt werden.
[0050] Die gegenseitige Abstimmung zwischen der im Antrieb der Entsorgungseinrichtung und
der Arbeitsgeschwindigkeit der Prägevorrichtung ist weitgehend unkritisch. Voraussetzung
ist lediglich, dass die Entsorgung, also der Antrieb des Wickels, so ist, dass sich
bei der "langsamsten" Materialbahn 13 überhaupt ein Packen bildet, um die benötigte
Speicherkapazität sicherzustellen, und die andere Grenze ist die Dicke des Wickels.
Dazwischen kann die Geschwindigkeit so eingerichtet werden, dass die Entsorgung auch
unter Berücksichtigung des Verbrauchs an Hüllfolie 63 optimal ist.
[0051] Fig. 7 zeigt ein Ausführungsbeispiel, das wiederum bezüglich der Speicherkammern
30 und ihrer Funktion, insbesondere bei der Bildung der Packen ähnlich arbeitet wie
die nach Fig. 5 und 6. Hier wird jedoch keine Hüllfolie im Bereich der Kammern zugeführt,
sondern der Kammerboden 62 ist so stark geneigt, dass der Packen 60, wenn er am Austritt
41 aus der Speicherkammer 30 abgezogen wird, von allein in Richtung darauf nachrutscht.
An den Boden 62 schließt sich der rund nach oben gebogene Mantel 73 eines Stopfwicklers
74 an. Der Mantel 73 bildet eine konische Hülse, die sich in Richtung des Wickelaustritts,
d.h. in Richtung des Pfeils 69, erweitert, um das durch die Aufnahme jeweils weiterer
Packen 60 in dieser Richtung zunehmende Volumen des Wickels zu berücksichtigen. Auch
hier ist die Achse 68, u.a. auch bedingt durch die Konizität des Mantels 73, unter
einem Winkel gegenüber der Senkrechten zur Ausrichtung der Zellenwände 61 angestellt.
Der Antrieb 67 wirkt auf einen Stopfer 75 ein, der zum Aufwickeln, in Fig. 7 im Uhrzeigersinn,
gedreht und gleichzeitig entsprechend dem Doppelpfeil 76 in Richtung der Achse 68
hin und her bewegt wird. Der Stopfer selbst hat sich zu seinem freien Ende hin verjüngende
Flügel 77, die also dem Stopfer 65 eine im Effekt der Konizität des Mantels entgegengesetzte
Konizität verleihen.
[0052] Am Ausgang des Stopfwicklers 74 ist eine Vorratsrolle 78 für ein Hüllband 79 angeordnet,
das den Wickel wiederum durch eine Schrägstellung wendelartig überlappend umgibt.
Es ist ferner eine Ablängeinrichtung 70 wie in Fig. 6 vorgesehen.
[0053] Die Funktion ist wie folgt: Die sich in den Speicherkammern 30 bildenden Packen 60
rutschen in Folge der Schräge des Bodens 62 der Speicherkammer in Richtung auf die
Austrittsöffnung 41 und gelangen so in das Innere 80 des Stopfwicklers. Sie werden
von den Flügeln 77 des Stopfers 65 erfasst und auf diesen heraufgewickelt. Der Stopfer
wird dann zurückgezogen, d.h. in Fig. 7 nach rechts vorn. Das relativ elastische Material
wird den dadurch um den Stopfer herum frei werdenden Raum sofort einnehmen, so dass
beim Wiederhineindrücken des Stopfers der gesamte sich bildende Wickel 66 in Richtung
69 weitergeschoben wird. Drehzahl und Oszillationsfrequenz des Stopfers werdem dem
Anteil von zu entsorgender Materialbahn angepasst und auf diese Weise entsteht ein
Wickel 66 der gewünschten Dichte, der durch das wendelförmig aufgewickelte Hüllband
ummantelt ist. Die Ablängeinrichtung 70 schneidet mit ihrem Messer 71 die einzelnen
Abschnitte oder Stücke 72 ab und schiebt sie durch einen entsprechenden Antrieb in
Richtung des Pfeils 81 vom Wickel axial zum Abtransport weg.
[0054] Es ist zu erkennen, dass damit eine besonders einfache und leistungsfähige Entsorgungseinrichtung
geschaffen wird, die große Mengen der zu entsorgenden Materialbahn in leicht zu handhabenden
Abschnitten sortenrein zur Verfügung stellen kann, so dass eine einfache Wiederverwertung
möglich ist.
1. Verfahren zum Entsorgen von flexiblem Material, das in Form mehrerer nebeneinanderliegender,
jedoch mit unterschiedlichen Vorschubraten bewegter Materialbahnen (13) vorliegt,
die in einer Zufuhrrichtung (21) von einem Nutzungsbereich (27) mittels eines einen
Schlupf ermöglichenden Antriebs (24) einer Entsorgungseinrichtung (12) zugeführt wird,
insbesondere zur Entsorgung von in einem Prägespalt durch Abprägung (17) von Objekten
(19) verbrauchter Prägefolienbahnen während des Betriebes einer Prägevorrichtung (11),
wobei für eine diskontinuierliche, teilweise entgegen der Zufuhrrichtung (21) erfolgende
Bewegung der Materialbahnen (13) eine Speicherung stattfindet, wobei die Speicherung
in losen, aber geordneten und geordnet wieder rückziehbaren aufeinanderfolgenden Materialbahnabschnitten
(43, 60) erfolgt, wonach eine gemeinsame Entsorgung der Materialbahnabschnitte (43,
60) aller nebeneinanderliegender Materialbahnen (13) vorgenommen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Materialbahnabschnitte (43) Materialbahnschlaufen sind.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils unmittelbar anschließend an jeden gespeicherten Materialbahnabschnitt und
während ein darauf folgender Materialbahnabschnitt (43) gebildet wird, eine Abtrennung
der Materialbahn (13) erfolgt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Materialbahn (13) an einer Stelle, vorzugsweise an einem nach dem Abtrennen des
vorhergehenden Materialbahnabschnitts gebildeten Materialbahnende (42), festgehalten
wird, eine Materialbahnschlaufe (43) oder ein Packen (60) aus mehreren ungeordneten,
jedoch weitgehend übereinander liegenden losen Schlaufen gebildet und danach abgetrennt
wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlaufe (43) und/oder die der Schlaufe zulaufende Materialbahn (13) zwischen
den Materialbahnabschnitts-Bildevorgängen quer zur Materialbahnebene (29) hin- und
herbewegt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Speicherung die Materialbahn (13) in einem Packen (60) aus mehreren ungeordneten,
jedoch weitgehend übereinander liegenden losen Schlaufen abgelegt wird, wobei bevorzugt
die Materialbahn (13) zur Bildung des Packens (60) frei fallend (24) zugeführt wird,
und dass der Packen (60) der Entsorgung zugeführt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Packen (60) auf einer bewegbaren Verpackungsbahn (63) gebildet wird, die vorzugsweise
zusammen mit dem oder den Packen (60) aufwickelbar ist, wobei vorzugsweise der aus
dem oder den Packen (60) und der Verpackungsbahn (63) gebildete Wickel (66), ggf.
nach Art eines Schräg- oder Wendelwickeis, seitlich transportiert und ggf. abschnittsweise
abgelängt wird, insbesondere der Wickel (66) in einem Mantel nach Art eines Schräg-Stopfwicklers
(74) gebildet und ggf. anschließend von einem Hüllband (79) umhüllt wird.
8. Vorrichtung zum Entsorgen von flexiblem Material, das in Form mehrerer nebeneinanderliegender,
jedoch mit unterschiedliche Vorschubraten bewegter Materialbahnen (13) vorliegt, die
in einer Zufuhrrichtung (21) von einem Nutzungsbereich (27) mittels eines einen Schlupf
ermöglichenden Antriebs (24) einer Entsorgungseinrichtung (12) zugeführt wird, insbesondere
zur Entsorgung von in einem Prägespalt durch Abprägung (17) von Objekten (19) verbrauchter
Prägefolienbahnen während des Betriebes einer Prägevorrichtung (11), wobei für eine
diskontinuierliche, teilweise entgegen der Zufuhrrichtung (21) erfolgende Bewegung
der Materialbahnen (13) ein Materialbahn-Speicher (30) vorgesehen ist, wobei der Speicher
(30) zur Aufnahme von Materialbahnabschnitten (43, 60) in loser, aber geordneter und
geordnet wieder rückziehbarer Form ausgebildet ist, und dass Mittel für eine gemeinsame
Entsorgung der Materialbahnabschnitte (43, 60) aller nebeneinanderliegender Materialbahnen
(13) vorgesehen sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass der Materialbahnspeicher (30) wenigstens eines der folgenden Merkmale aufweist:
- er ist in Zufuhrrichtung (21) zwischen dem Ende des Nutzungsbereiches und der Entsorgungseinrichtung
(27) vorgesehen und mit einer Trenneinrichtung (37) für in dem Speicher gebildete
Materialbahnabschnitte (43, 60) verbunden;
- er weist Halteeinrichtungen (34) für eine Materialbahnstelle, vorzugsweise für ein
nach dem Abtrennen des vorhergehenden Materialbahnabschnitts gebildetes Materialbahnende
(42) aufweist;
- die Halteeinrichtungen (34) grenzen vorzugsweise beidseitig an die Trenneinrichtung
(37) an und sind mit einer Saugeinrichtung (33a, b) sowie ggf. mit einer Blaslufteinrichtung
versehen;
- die Halteeinrichtung (34) oder die Trenneinrichtung (37) ist seitlich zur Materialbahn
(13) beweglich oder schwenkbar;
- die Halteeinrichtungen (34) sind an einem ggf. Saugluftkanäle enthaltenen Träger
(32) vorgesehen, der jeweils auf zwei Seiten zu einer Schlaufenbildung vorgesehen
ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Trenneinrichtung (37) wenigstens eines der folgenden Merkmale aufweist:
- sie hat mindestens ein Trennmesser (38) je Materialbahn (13), z.B. je ein Messer
für die gesamte Breite der Entsorgungseinrichtung mit ggf. mehreren Materialbahnen,
das vorzugsweise mit einem Trennschlitz (35) zwischen zwei Halteflächen (36) der Halteeinrichtung
(34) zusammenarbeitet;
- ihr sind seitliche abgefederte Haltestempel (39) zugeordnet, die die Materialbahn
(13) beim Abtrennen gespannt halten.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Speicher (57) eine Speicherkammer (30) aufweist, in der Halteeinrichtung (34)
und Trenneinrichtung (37) vorgesehen sind und der eine Austrittsöffnung (41) mit einem
Saugluftanschluss für den Abtransport der Materialbahnabschnitte zur Entsorgung aufweist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Speicher (57) einen drehbaren Stern (32a) mit mehreren zwischen Trennwänden bildenden
Armen (53) ausgebildeten, ggf. mit einem ausklappbaren Auswerfer (55) für die Packen
(60) versehene Speicherkammern (54) enthält, in denen sich Materialbahnabschnitte,
ggf. als Packen (60) aus mehreren ungeordneten, jedoch weitgehend übereinander liegenden
losen Schlaufen, bilden und deren Trennwände, bildende Arme (53) über deren freie
Enden die Materialbahn (13) hinweggeführt ist, mit einer Trenneinrichtung (37) zusammenarbeiten.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Speichereinrichtung (57) mehrere auf die Materialbahnbreite abgestimmte Speicherkammern
(30) mit einem oberen Eintritt (31) für die im wesentlichen vertikal zugeführte Materialbahn
(13) und mit einer Austrittsöffnung (41) für einen durch selbsttätiges Ablegen weitgehend
übereinander liegender loser Schlaufen gebildeten Packen (60) ausgebildet ist, wobei
insbesondere der Boden (62) der Speicherkammern (30) durch eine Führung für eine Verpackungsbahn
(63) gebildet ist, die von einem vorzugsweise als Abwickelrolle gebildeten Vorrat
(64) zugeführt wird, auf der der Packen (60) gebildet wird und die unter Bildung eines
aus Packen (60) und Verpackungsbahn gebildeten Wickels (65) aufwickelbar ist oder
der ggf. von der Verpackungsbahn (63) gebildete Boden der Speicherkammer auf den Austritt
(41) aus der Speicherkammer (30) zu schräg ist
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Zuführrichtung der Verpackungsbahn (13) sowie des darauf gebildeten
Packens (60) und der Achse (68) des Wickels (65) ein von 90° abweichender Winkel gebildet
ist, so dass ein Schräg- oder Wendelwickel (66) entsteht.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass eine Ablängeinrichtung (70) für die Bildung von Abschnitten (72) des Wickels (65)
vorgesehen ist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufwicklung des Packens (60) durch einen Stopfwickler (74) mit einem vorzugsweise
konischen GehäuseMantel (73) und einem inneren Dreh- und Stapfantrieb (75) besteht,
und dass vorzugsweise am Ausgang des Stopfwicklergehäuses eine Vorrichtung (78) zur
Anbringung eines Hüllbandes (79) vorgesehen ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 28, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlupfantrieb (24) eine Vorrichtung ist, die der Materialbahn (13) eine Zugspannung
in Zufuhrrichtung (21) erteilt, aber eine Rückbewegung in Gegenrichtung zulässt, wobei
insbesondere der am Ende des Nutzungsbereiches (27) vorgesehene Schlupfantrieb (24)
aus einem vorzugsweise mit Saugluftöffnungen versehenen Band oder einer Saugwalze
(23) besteht, deren Oberfläche in Zufuhrrichtung (21) bewegbar ist, die aber für die
Materialbahn (13) einen Schlupf und eine Rückbewegung in Gegenrichtung zulässt.