[0001] Die Erfindung betrifft eine Verpackungsrücknahmevorrichtung für Einwegverpackungen
sowie ein Verpackungsrücknahmesystem, welches mehrere derartige Vorrichtungen umfasst.
Da diese Vorrichtungen bzw. das vorgeschlagene System ein Klassifizieren bzw. Trennen
unterschiedlicher Verpackungen beinhalten, welches ebenso wie die eigentliche Rücknahme
insbesondere selbsttätig abläuft, wird auch von einem Verpackungsrücknahme- und -trennautomaten
bzw. einem Verpackungsrücknahme- und -trennsystem oder auch von einem Rücknahme- und
Materialseparierungs-System gesprochen.
[0002] In einer am Prinzip der Nachhaltigkeit ausgerüsteten Verpackungs- und Materialwirtschaft
ist die effiziente Organisation der Rücknahme und Rückführung von Einwegverpackungen
ein Kernstück. Eine manuelle Entgegennahme und visuelle Klassifizierung (ggf. verbunden
mit Pfand- bzw. Wert-Taxierung) ist dabei in Hochlohnländern allenfalls in Übergangsphasen
bzw. bei speziellen Konstellationenwie in Deutschland bei der Einführung des sogenannten
Dosenpfandes - vertretbar.
[0003] Aus dem Stand der Technik ist eine Reihe von halbautomatisch oder automatisch arbeitenden
Vorrichtungen zur Rücknahme von Verpackungen sowie eine Vielzahl von Detaillösungen
für derartige Vorrichtungen (etwa von Einrichtungen zur Erfassung der Verpackungsgröße
und/oder Form sowie von Sortier- und Klassifiziereinrichtungen) bekannt. Im hier interessierenden,
vorstehend skizzierten Gesamt-Kontext sei hiervon auf folgende Druckschriften hingewiesen:
[0004] Bereits die DE 34 03 937 A1 beschreibt ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Identifizierung
von Metalldosen für Getränke unter Einsatz einer vorbestimmten Kodierung auf der Dose,
aus deren Auswertung eine charakteristische Identifikationsgröße, beispielsweise ein
Pfandwert, hergeleitet wird. Eine weiterentwickelte Lesevorrichtung für Barcodes auf
Behältern mit unterschiedlichen Oberflächengeometrien ist Gegenstand der US 6,006,995.
Eine spezielle Beleuchtungs- und Abbildungsvorrichtung zur Bildaufnahme von Behältern,
die eine Erkennung bestimmter dort vorgesehener Merkmale erleichtern soll, ist Gegenstand
der US 2005/0199645 A1.
[0005] Die DE 102 61 443 A1 beschreibt eine Fortentwicklung dieser Verfahren und Vorrichtungen
dahingehend, dass auf Basis einer Verpackungs-Identifizierung anhand eines (insbesondere
"zweidimensionalen") Barcodes und eines Datenbankvergleiches geprüft wird, ob es sich
bei einer zurückgegebenen Verpackung um eine pfandpflichtige Verpackung der zurücknehmenden
Handelsorganisation handelt oder nicht. Ist dies der Fall, wird die Verpackung "ausgebucht",
anderenfalls wird dem Kunden ein reduzierter Pfanderstattungsbetrag angeboten. Die
WO 02/089073 A2 beschreibt ein Pfandrücknahmesystem für Einwegverpackungen, in dessen
Zentrum eine Pfanddatenbank steht, welche zentral oder auch dezentral aufgebaut sein
kann. Auch hier erfolgt eine Verpackungs-Erkennung bevorzugt anhand eines zweidimensionalen
Barcodes, und die Entpfandung der zurückgegebenen Verpackung erfolgt im Ergebnis einer
Verknüpfung des Erkennungsergebnisses mit in der Pfanddatenbank gespeicherten Kennzeichnungen.
Hierzu soll die "Entpfandungseinrichtung" Kommunikationsmittel zur mindestens temporären
Herstellung einer Verbindung zu der Datenbank bzw. einer dieser zugeordneten Datenverarbeitungseinrichtung
aufweisen.
[0006] Die EP 0 489 267 A1 und die WO 97/46372 lehren eine Vorrichtung und ein Verfahren
zur Handhabung wiederverwertbarer Verpackungen, speziell Flaschen und/oder Dosen,
wobei besonderes Augenmerk auf die konstruktive Ausführung mit einem drehbaren Magazin,
einer Identifizierungsstation und verschiedenen Transportwegen für angenommene oder
zurückgewiesene Verpackungen gelegt wird. Auch die DE 197 07 464 A1, DE 197 24 666
A1 und DE 102 58 069 A1 sowie eine Vielzahl weiterer Patentveröffentlichungen, die
seit Mitte der 90er Jahre erschienen sind, befassen sich mit dem mechanisch-konstruktiven
Grundaufbau von Vorrichtungen zur Handhabung von Rückgabeflaschen (Flaschenrücknahmeautomaten).
[0007] Neben den o.g. Lösungen zur Identifizierung von Verpackungen anhand eines darauf
vorgesehenen Barcodes wurden auch Lösungen vorgeschlagen, die eine Erfassung der äußeren
Gestalt und/oder Größe oder auch Farbe der Verpackungen oder spezifischer Hersteller-Kennzeichen
einschließen, so etwa in der EP 0 696 781 A2 oder der WO 98/23394.
[0008] Die WO 99/58429 beschreibt eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Annahme von Verpackungen,
wobei eine Verpackungs-Erkennung in einem Annahmebereich (im Sinne der weiter oben
bereits erwähnten Barcode-Auswertung) sowie eine Komprimierung und/oder Zerkleinerung
der angenommenen Verpackungen vorgesehen sind.
[0009] In einigen der zuvor angeführten Patentschriften und Rücknahmevorrichtungen findet
somit zwar eine Identifikation der rückgeführten Verpackungen nach Art, Größe oder
Farbe der Verpackungen statt, so dass die Verpackungen als solche vorbereitend für
die mechanische Weiterbehandlung voneinander unterschieden werden können (z.B. Glasflaschen
von Kunststoffflaschen oder Dosen). Mitunter wird auch der Pfandwert anhand eines
Barcodes oder Kennzeichens auf den Verpackungen ausgewiesen. Keine der beschriebenen
Vorrichtungen verfügt aber über besonders angelegte und ausgebildete Datenbanken mit
hinterlegten Datenpools verpackungsspezifischer Daten, welche durch abgleichende Zugriffe
und Datenbankabgleiche eine umfassende, exakte und datengestützte Determinierung und
Klassifizierung der Verpackungen nach Herkunft, Pfanderzeuger (Erheber des Verpackungs-Pfandes),
differenzierter Materialart und sonstigen Beschaffenheitsmerkmalen ermöglichen. Auch
sind die bisher bekannten Vorrichtungen nicht durch multifunktionale Einbindung in
ein vorrangig durch datengestützte Determination und Klassifizierung der Verpackungen
gekennzeichnetes Gesamtsystem charakterisiert, sondern in ihren Funktionsweisen singulär
ausgerichtet sowie zur spezialmaschinellen Verarbeitung der Verpackungen ganz überwiegend
mechanischkonstruktiv ausgebildet.
[0010] So zeigen einige der Veröffentlichungen in der Hauptsache beispielsweise, durch welche
besonderen maschinellen Konstruktionen die zuvor sensorisch in der Art voneinander
unterschiedenen Verpackungen aufgenommen, fixiert, gedreht oder zur nächsten Station
befördert, mithin rein mechanisch behandelt und transportiert werden. Derartige, auf
spezielle Anwendungen ausgelegte maschinelle Konstruktionen der Verpackungsverarbeitung
bringen aber außer mechanischen Vorrichtungen an den bereitgestellten Materialien
keine zusätzlichen bedeutsamen Resultate oder Erkenntnisse hervor, welche im Rahmen
eines übergeordneten Systems informativ-produktiv verwertet werden können. In einer
modernen Informationsgesellschaft gewinnt jedoch die genaue Bestimmung der vorherrschenden
Faktoren, Eigenschaften und Merkmale auch im Bereich der Verpackungsrücknahme und
des Produktrecyclings zunehmend an Bedeutung.
[0011] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung sowie ein System zur weitgehenden
automatisierten Rücknahme von Einwegverpackungen bereitzustellen, welches eine schnelle,
kostengünstige und flexibel auf Neuentwicklungen anpassbare Rücknahme und Weiterverarbeitung
ermöglicht.
[0012] Diese Aufgabe wird gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung durch eine Verpackungsrücknahmevorrichtung
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung durch
ein Verpackungsrücknahmesystem mit den Merkmalen des Anspruchs 27 gelöst.
[0013] Bereitgestellt wird, gemäß wesentlichen oder vorteilhaften Aspekten der Erfindung,
ein teil- oder vollautomatisiertes, datenbankgestütztes Rücknahme- und Materialseparierungs-System
für Getränkeeinweg-Dosen, welches durch Erfassen und Ablesen des EAN-Codes oder anderer
Kennzeichen auf den Dosen in einer angepassten Leseeinrichtung sowie durch abgleichenden
Zugriff auf eine Datenbank, die spezifische Hersteller- und/oder Vertreiber- und/oder
Pfanderzeugerdaten (nachfolgend auch: Kennungsdaten) für die Dosen enthält, eine Herkunfts-
und differenzierende Materialbestimmung sowie eine Pfandtaxierung der Dosen vornimmt,
alle ermittelten, dosenspezifischen Daten und Informationen netzausfallsicher und
abrufbar speichert und ausweist, die Dosen bevorzugt entsprechend ihrer differenzierten
Materialbestimmung (Verpackungs-Beschaffenheitsdaten) systemintern separierend sammelt,
optional automatisiert das Volumen der Dosen reduziert sowie die ermittelten, dosenspezifischen
Daten und Informationen (Kennungsdaten und optional Beschaffenheitsdaten) in ein computer-gestütztes
Datensystem/Netzwerk (Intranet) des System- und/oder Automaten-Verwenders (Discounters/Filialisten)
zu dessen Verwertung einspeist.
[0014] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung dieses Systems ist statt auf Getränkeeinweg-Dosen
auf Getränkeeinweg-Flaschen angepasst oder ermöglicht (in kombinierter Ausführung)
sowohl die Entgegennahme von Dosen als auch Flaschen. In der Ausführung für Kunststoffflaschen
ist bevorzugt eine systeminterne und insbesondere automatisierte Zerteilung in deren
Bestandteile (Verschluss, Verschlussring, Etikett, Flaschenkorpus) und eine systeminterne
separierende Sammlung dieser Einzelteile vorgesehen. Es versteht sich, dass im Schutzbereich
der Erfindung auch Vorrichtung bzw. Systeme liegen, die auf weitere Typen von Einwegverpackungen
(etwa sogenannte Tetra Paks) zugeschnitten sind und bei Vorliegen entsprechender gesetzlicher
Rahmenbedingungen zum Einsatz kommen können.
[0015] Das vorgeschlagene Rücknahme- und Materialseparierungs-System für Getränkeeinweg-Dosen
ist in seiner bevorzugten Struktur und Funktionsweise wie folgt zu beschreiben:
[0016] Das Rücknahmesystem ist durch Mittel zum automatisierten Erkennen und Ablesen des
EAN-Codes und/oder von RFI-Tags o.ä. Kennzeichen auf den Dosen (optische oder elektromagnetische
Leseeinrichtung) und durch Mittel zum abgleichenden Zugriff auf eine Hersteller- und/oder
Vertreiber-Datenbank (Schnittstelle plus Klassifizierungseinrichtung) imstande, für
die rückgeführten Dosen auf der Grundlage bereitgestellter Kennungs- und Beschaffenheitsdaten
eine automatisierte Herkunfts-, Pfanderzeuger- und differenzierende Materialbestimmung
sowie eine Pfandtaxierung der Dosen vorzunehmen. Die Datenbank, auf welche ein automatisiert
abgleichender Zugriff erfolgt, enthält spezifische Hersteller- und/oder Vertreiber-
und/oder Pfanderzeugerdaten für die Dosen sowie spezifische Beschaffenheitsdaten zur
genauen und differenzierten Materialbestimmung der Dosen abgleichbar bereit. Neuartig
gegenüber bisherigen Rücknahmesystemen ist unter anderem das Verwenden (Erfassen/Auslesen)
von (EAN-)Codierungen oder sonstigen Kennzeichen/Merkmalen auf den Dosen zur Einleitung
und Weiterführung von klassifizierenden und determinierenden Datenbankabgleichen,
denen zufolge spezifische, in den Datenbanken abrufbar hinterlegte Kennungs- und Beschaffenheitsdaten
den einzelnen rückgeführten Dosen zu deren exakter Determination und Differenzierung
jeweils automatisiert zugeordnet werden. Der automatisierte, abgleichende Zugriff
auf angelegte Datenbanken mit Datenpools verpackungsspezifischer Daten ― ausgehend
von einer Codierung oder einem Kennzeichen/Merkmal auf den Verpackungen - determiniert
und klassifiziert damit jede rückgeführte Verpackung datengestützt und umfassend in
ihren besonderen Eigenschaften und Merkmalen.
[0017] Weiterhin nimmt das datenbankgestützte Rücknahme- und Materialseparierungs-System
anhand des/der erfassten und abgelesenen Codes sowie durch abgleichenden Zugriff auf
die Datenbank in einer Pfandberechnungsstufe eine automatisierte, abrufbare Pfandtaxierung
der Getränkeeinweg-Dosen vor.
[0018] Alle ermittelten, dosenspezifischen Daten und Informationen werden im System in einem
Kennungsdatenspeicher netzausfallsicher und abrufbar gespeichert und ausgewiesen.
Die Dosen werden systemintern entsprechend ihrer differenzierten Materialbestimmung
in einer Sortiereinrichtung separierend gesammelt. Das vorgeschlagene Rücknahmesystem
bewirkt damit eine schnelle und kostengünstige Behandlung von Getränkeinweg-Dosen.
[0019] Insbesondere wird in einer Verarbeitungsstufe auch das Volumen der Dosen reduziert.
Dieser automatisierte Vorgang wird jedoch erst nach der differenzierenden Materialbestimmung-
und Separierung vorgenommen. Dadurch werden stoffreine Dosenmaterialien unmittelbar
zur Weiterverwertung extrahiert und bereitgestellt.
[0020] Sämtliche ermittelten, dosenspezifischen Daten und Informationen werden in ein computergestütztes
Datensystem/Netzwerk (Intranet) das System- und/oder Automaten-Verwenders (Discounters/Filialisten)
zu dessen Verwertung eingespeist.
[0021] Weiterhin werden alle dosenspezifischen Daten (Dosenherkunft, Material) und der Pfandwert
der Dosen schnell und effektiv ermittelt sowie abrufbar verwertbar gespeichert. Hierdurch
erhält das Rücknahme-System eine stets aktuelle Transparenz und umfassende Nutzungsmöglichkeit
in seinem Datenbestand. Damit weist das vorliegende System auch ein neuartiges, informativ-vorbereitendes
Kriterium für die weiteren, an den Dosen auszuführenden Recyclingprozesse auf.
[0022] Das vorliegende System ist ein für neue Systemanwender sowie für neue Hersteller
und/oder Vertreiber von Getränkeeinweg-Dosen offenes, erweiterbares und modifizierbares
System, welches durch Flexibilität und durch simplifizierende Vereinheitlichung der
Rücknahme-Prozesse gekennzeichnet ist.
[0023] Das vorgeschlagene System für Kunststoffeinwegflaschen ist in seiner bevorzugten
Struktur und Funktionsweise, die weitgehend der des oben beschriebenen Systems für
Dosen ähnelt, wie folgt zu beschreiben:
[0024] Das Rücknahmesystem ist durch Mittel zum automatisierten Erkennen und Ablesen des
EAN-Codes und/oder von RFI-Tags o.ä. Kennzeichen auf den Flaschen sowie durch Mittel
zum abgleichenden Zugriff auf eine Datenbank mit angelegtem Datenpool flaschenspezifischer
Kennungs- und Beschaffenheitsdaten imstande, für die rückgeführten Flaschen eine automatisierte
Herkunfts-, Typen- und Pfanderzeugerbestimmung sowie eine differenzierende Materialbestimmung
(Kunststoffart) vorzunehmen. Die Datenbank enthält spezifische Kennungsdaten bezüglich
des Flaschenherstellers- und/oder Vertreibers (Herkunft), des Flaschentyp (Einweg-
oder Mehrwegflasche) sowie des Pfanderzeugers als Erheber des Verpackungspfandes.
Weiterhin stellt die Datenbank in ihrem Datenpool spezifische Beschaffenheitsdaten
abgleichbar bereit, durch die das Material der Flasche und ihrer Einzelelemente (Flaschen-Corpus,
Verschluss, Verschlussring, Etikett) bei der automatisierten Verpackungsrücknahme
exakt determiniert, klassifiziert und differenziert wird.
[0025] Andersartig gegenüber bisherigen Rücknahmesystemen und Rücknahmevorrichtungen ist
zunächst die besondere Verbindung von äußeren Codierungen, Kennzeichen und Merkmalen
auf den Verpackungen mit Datenbanken, welche besonders angelegte Pools verpackungsspezifischer
Daten abrufbar bereitstellen: Die abgleichenden Zugriffe auf die Datenbanken mit spezifischen
Datenpools werden durch Erfassen/Auslesen der Codierungen, Kennzeichen oder Merkmale
automatisiert zu dem Zweck vorgenommen, die jeweilige rückgeführte Verpackung genau
zu klassifizieren und zu determinieren. In den bisherigen Veröffentlichungen für Rücknahmesysteme
oder Rücknahmevorrichtungen finden keine Datenbanken mit besonders angelegten verpackungsspezifischen
Datenpools sowie keine Datenbankabgleiche (abgleichenden Zugriffe) Erwähnung, welche
in besondere Beziehung zu einem Code, Kennzeichen oder Merkmal auf den Verpackungen
gestellt und dadurch zu datengestützten Determinations- und Klassifizierungszwecken
verwendet werden. Diese speziell angelegten und in Verbindung gesetzten Systemelemente
sowie deren besonders aufeinander abgestimmte Funktionsweisen eröffnen den Systemteilnehmern
vielseitige Vorteile und Nutzungsmöglichkeiten, welche über eine bloße Identifikation
oder schlichte Unterscheidung der Verpackung nach ihrer Art (z.B. Dose, Glas- oder
Kunststoffflasche) oder Größe bzw. deren Entgegennahme und maschinelle Weiterverarbeitung
deutlich hinausreichen. Hierdurch erfüllen sich die zur Aufgabe gestellten Anforderungen
an ein modernes, transparentes und datengestütztes Rücknahmesystem für Getränkeverpackungen,
welches Flexibilität und stetige Aktualität aufweist.
[0026] Des weiteren nimmt das vorliegende, datenbankgestützte Rücknahme- und Materialseparierungs-System
anhand des/der erfassten und abgelesenen Codes sowie durch abgleichenden Zugriff auf
die Datenbank eine automatisierte, abrufbare Pfandtaxierung der Flaschen vor.
[0027] Alle ermittelten, flaschenspezifischen Daten und Informationen werden im System netzausfallsicher
und abrufbar gespeichert und ausgewiesen. Die Flaschen werden automatisiert und systemintern
in ihre Einzelelemente (Verschluss, Verschlussring, Etikett, Flaschenkorpus) zerteilt.
Diese Einzelelemente werden dann systemintern separierend gesammelt.
[0028] Die anhand des/der Codes und durch abgleichenden Zugriff auf die Datenbank ermittelten,
spezifischen Flaschendaten und -informationen werden anschließend über eine geeignete
Schnittstelle in ein computergestütztes Datensystem/Netzwerk (Intranet) des System-
und/oder Automaten-Verwenders (Discounters/Filialisten) zu dessen Verwertung eingespeist.
Damit liegt ein vielseitiges, fortlaufend aktualisiertes Rücknahme-System vor.
[0029] Optional werden durch das System die Flaschenherkunft, der Flaschentyp, das Flaschenmaterial
(Kunststoffart) und der Pfandwert der Flaschen anhand eines im Flaschenkorpus (Flüssigkeits-Behältnis)
bereits fest eingeprägten, typischen Hersteller- und/oder Vertreibermerkmals sowie
durch abgleichenden Zugriff auf eine Hersteller- und/oder Vertreiber-Datenbank bestimmt.
[0030] Durch die o.g. Aspekte weist das System stets aktuelle Transparenz und eine umfassende,
vielseitige Nutzungsmöglichkeit auf. Dies bewirkt Zeit- und Kostenersparnis. Die bereits
systemintern und automatisiert vorgenommene Zerteilung der Flaschen in ihre Einzelelemente
sowie die automatisierte Separierung dieser Einzelelemente bringt unmittelbar stoffreine
Kunststoffmaterialien hervor.
[0031] Eine aus derzeitiger Sicht bevorzugte Systemkonfiguration ist in der einzigen Figur
dargestellt. Diese ist aufgrund ihrer Beschriftung im Prinzip selbsterklärend, wird
aber nachfolgend zusätzlich erläutert:
[0032] Das System geht in den beiden hier angesprochenen Spezifikationen von einer zentralen
Anmeldestelle für "Pfanderzeuger" aus. Bei dieser Anmeldestelle lassen sich Hersteller
und Vertreiber von Kunststoffeinwegflaschen und Getränkeeinweg-dosen registrieren
und stellen ihre flaschen- und dosenspezifischen Kerndaten zur Verfügung, welche in
einer zentralen Datenbank gespeichert werden. Die flaschen-und dosenspezifischen Kennungs-
und weiteren Daten beziehen sich auf die Benennung des Flaschen- bzw. Dosenherstellers,
des Vertreibers und/oder Pfanderzeugers, einen Code oder RFI-Tag auf den Produkten,
die Materialart (Kunststoffart, Alu, Weißblech), die Flaschenfarbe, den Verschluss
sowie die jeweiligen Pfandbeträge.
[0033] Die Datenbank wird fortlaufend aktualisiert, indem sich neue Pfanderzeuger in der
zentralen Anmeldestelle registrieren lassen, deren Kerndaten dann der zentralen Datenbank
hinzugefügt werden, oder indem die relevanten Daten neu entwickelter Einwegverpackungen
registriert werden.
[0034] Die Anlage und Verwendung einer zentralen Datenbank für Getränkehersteller, Vertreiber
und Pfanderzeuger mit speziellen Datenpools, durch die das System über besondere Datenwege
und Datenverbindungen fortlaufend modifiziert wird, ist ebenfalls in bisherigen Veröffentlichungen
nicht vorzufinden. Als vorteilhaft erweist sich, dass sämtliche dezentralen Datenbanken
in den Rücknahmeautomaten schnell und flächendeckend von der zentralen Datenbank (Anmeldestelle)
aus aktualisiert werden und dadurch jedem (neuen) Systembeteiligten mit seinen Produkten
in kurzer Zeit marktweite Präsenz verschafft wird. Des weiteren wird den Beteiligten
durch Aufnahme und Registrierung spezifischer Kennungs- und Beschaffenheitsdaten in
der zentralen Datenbank ein gleicher und zügiger Zugang zum System eröffnet und eine
kostengünstige, flexible und rationelle Teilnahme am System ermöglicht.
[0035] Ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Rücknahmesystems sind die hier auch als
Rücknahme- und Materialseparierungs-Automaten bezeichneten Rücknahme-Vorrichtungen,
welche jeweils einen eigenen Speicher ("interne Datenbank" bzw. Kennungs- und/oder
Beschaffenheits-Datenspeicher) enthalten. Diese Datenbanken der Automaten stehen -
über Daten-/TK-Leitungen oder ggf. ein WLAN oder ein Mobilfunknetz auch drahtlos -
in Verbindung mit dem Intranet der Automaten-Verwender (Discounter/Filialisten) und
vollziehen mit deren Datenbank bei gegebenem Anlass einen Datenaustausch. Das jeweilige
Intranet des Automaten-Verwenders steht über Datenwege und eine Datennetz-Schnittstelle
bzw. ein Gateway in Verbindung mit der zentralen Datenbank der Anmeldestelle.
[0036] Damit kann eine Datenübertragung von der zentralen Datenbank der Anmeldestelle aus
über das jeweilige Intranet des Automaten-Verwenders zu den Datenbanken in den Automaten
stattfinden. Dieser Datenweg ist von erheblicher Bedeutung, weil sich so die Datenbanken
in sämtlichen, dezentral aufgestellten Automaten in kürzester Zeit zuverlässig, flächendeckend
aktualisieren und mit neuen, flaschenspezifischen Kerndaten versorgen lassen. Damit
kann der Datenbestand der einzelnen Automaten stets dem Datenbestand der zentralen
Datenbank inhaltlich angeglichen werden, so dass sämtliche Datenbanken stets denselben
aktuellen Stand aufweisen.
[0037] Wesentlicher Bestandteil der Rücknahmesysteme sind damit angelegte und miteinander
verbundene Datenbanken, die über das jeweilige Intranet des Automaten-Verwenders mit
der zentralen Datenerfassungsstelle in Verbindung stehen.
[0038] Eine wesentliche Neuerung des Systems in seiner derzeit bevorzugten Ausführung besteht
auch darin, dass die integrierten Rücknahme-Automaten den vorhandenen, standardisierten
EAN-Code auf den Flaschen oder Dosen oder entsprechende Kennungsdaten in einem daran
fest angebrachten RFI-Tag zum Ausgangspunkt ihrer Prozesse machen. Das automatisierte
Ableseverfahren des standardisierten EAN-Codes ist universell anwendbar und stellt
eine weitere Innovation bei der Rücknahme von Einwegprodukten dar. Somit tritt das
Ablesen des standardisierten Codes als bedeutsames Systemkriterium neben die Einbindung
und Nutzung der Datenbanken und die Einrichtung und Nutzung einer zentralen Datenerfassungsstelle.
[0039] In dem vorgeschlagenen Rücknahmesystem ermittelt der Automat zunächst durch Ablesen
des standardisierten Codes sowie durch abgleichenden Zugriff auf die Datenbank die
Herkunft und den Pfanderzeuger der Flasche oder Dose, d.h. deren Hersteller, Vertreiber
und Pfanderzeuger wird identifiziert und in einem Datensatz ausgewiesen. Optional
wird der Flaschenhersteller, Vertreiber und Pfanderzeuger anhand eines im Flaschenkorpus
(Flüssigkeits-Behältnis) bereits fest eingeprägten, typischen Hersteller und/oder
Vertreibermerkmals (z.B. Aldi "A") sowie durch abgleichenden Zugriff auf die Datenbank
bestimmt.
[0040] Diese automatisiert ermittelten Herkunftsdaten (Hersteller/Vertreiber) und Pfanderzeuger-Daten
der Flaschen und Dosen werden in das Intranet des Automaten-Verwenders (Discounter/Filialisten)
versendet.
[0041] Beim abgleichenden Zugriff auf die Datenbank hat der EAN- oder andersartige Code
eine zugriffsbestimmende, selektive Funktion. Werden Flaschen oder Dosen rückgeführt,
deren Hersteller oder Vertreiber nicht in der Datenbank des Automaten gelistet sind,
wird mittels einer geeigneten Sperrstufe der Zugriff auf die Datenbank verweigert,
und es erfolgt der sofortige Abbruch der Prozesse ohne Pfandwertbestimmung. Hierdurch
weist das automatisierte System bereits durch die zugriffs-selektierende Funktion
des (EAN-)Codes auf einfache Weise einen effektiven Schutz gegen Missbrauch auf.
[0042] Das entwickelte Rücknahmesystem führt also - nach primär gewährtem Zugriff auf die
Datenbank - in einem zusätzlichen, datengestützten Kontrollschritt das Produkt zunächst
auf seinen Hersteller zurück und weist es erst dadurch, d.h. aufgrund dieses gesonderten,
internen Zuordnungsprozesses, als pfandwert aus. Damit resultiert die erhöhte Sicherheit
dieses Systems maßgeblich aus der zugriffsbestimmenden, selektiven Funktion des EAN-Codes,
aus der internen, datenbankgestützten Herstellerzuordnung sowie aus der nur sehr schwer
manipulierbaren Registrierung der Pfanderzeuger in der Datenbank.
[0043] Dieses System wirkt damit extern angelegten Missbrauchsversuchen effektiv entgegen,
denn es reicht nicht aus, nur ein kopiertes äußeres Merkmal auf die Produkte aufzubringen
und damit Systemkonformität und Pfandwertigkeit vorzutäuschen. Somit wird auf neuartige,
sehr einfache und ökonomische Weise ein hohes Maß an Sicherheit gewährleistet.
[0044] Weiterhin werden durch Ablesen des EAN-Codes und durch abgleichenden Zugriff auf
die Datenbank ggf. auch die Materialart (Kunststoffart) sowie die Farbe des Flaschenkorpus
(Flüssigkeits-Behältnisses) bestimmt. Auch wird anhand des EAN-Codes und durch abgleichenden
Zugriff auf die Datenbank die Materialart (Alu, Weißblech) von Dosen bestimmt. Alternativ
werden die Materialart und die Flaschenfarbe anhand eines im Flaschenkorpus bereits
fest eingeprägten, typischen Hersteller- und/oder Vertreibermerkmals und durch abgleichenden
Zugriff auf die Datenbank ermittelt.
[0045] Ferner wird durch Ablesen des standardisierten EAN-Codes sowie durch abgleichenden
Zugriff auf die Datenbank der Pfandwert der Flaschen und Dosen ermittelt. Die Bestimmung
der Pfandwerte vollzieht sich herstellerkonform, d.h. sie wird bezogen auf die Daten
der jeweiligen Flaschen- oder Dosenhersteller vorgenommen. Alternativ werden auch
die Pfandwerte anhand eines im Flaschenkorpus bereits fest eingeprägten, typischen
Hersteller- und/oder Vertreibermerkmals und durch abgleichenden Zugriff auf die Datenbank
ermittelt.
[0046] Die automatisiert ermittelten Pfandwerte aller in einem Rücknahmevorgang erfassten
Flaschen oder Dosen werden herstellerkonform zu Summen-Pfandwerten addiert, und die
Pfandwertsumme wird auf einem Pfandkonto verbucht und ausgewiesen. Es wird ein Pfandwert-Kontobeleg
für den Kunden erstellt und ausgegeben, welcher den Kunden zur Auszahlung des jeweiligen
Pfandbetrages berechtigt. Die herstellerkonform addierten Pfandkonto-Stände werden
zudem in einem geeigneten Datenformat in das Intranet des Automaten-Verwenders (Discounter/Filialisten)
eingespeist und ggf. an geeigneter Stelle angezeigt. So erhalten die Discounter und
Filialisten eine umfassende Auflistung aller Rücknahme- und Pfanderstattungsvorgänge
auf ihrem betriebsinternen Pfandkonto.
[0047] Weiterhin wird die Anzahl der rückgeführten Flaschen oder Dosen, welche ihren Herstellern
oder Vertreibern jeweils spezifisch zugeordnet wurden, bestimmt. Auch diese Daten
werden vom Automaten aus in das Intranet des Automaten-Verwenders gesendet.
[0048] Alle automatisiert ermittelten, flaschenspezifischen Daten und Informationen werden
fortlaufend systemintern gespeichert und ausgewiesen, damit sie vom Automaten-Verwender
(Discounter/Filialisten) jederzeit kontrolliert und genutzt werden können.
[0049] Anhand des Pfandkontos sowie der fortlaufend aktuell übermittelten flaschenspezifischen
Daten und Informationen können die Discounter und Filialisten betriebsintern jederzeit
genau nachvollziehen, wie viele Flaschen oder Dosen aus welchen Materialien mit welchen
Pfandwerten an welcher Stelle rückgeführt und als pfandwert erstattet wurden.
[0050] Des weiteren werden in den Rücknahmevorrichtungen bzw. dem Rücknahmesystem die Flaschen-Verschlüsse,
Verschlussringe und Etiketten durch an sich bekannte Separierungsmittel bevorzugt
automatisiert abgetrennt und in geeigneten Zwischenlagern separierend gesammelt. Damit
wird das stoffreine Flaschenkorpus-Material abgeteilt. Schließlich wird das Volumen
des stoffreinen Flaschenkorpus-Materials reduziert und dieses Material datengestützt
entsprechend seiner determinierten Kunststoffart separierend gesammelt. Zu Kontrollzwecken
kann das Gewicht des separierten Korpus-Materials durch Abwiegen erfasst werden.
[0051] Als wesentliches Recycling-Zwischenprodukt bringt das automatisierte Rücknahme-system
damit zunächst das von anderen Flaschenelementen separierte Flaschenkorpus-Material
hervor. Dieses Material lässt sich anschließend in seiner stoffreinen Form im Volumen
reduzieren, ohne dass dabei Vermengungen und Vermischungen mit anderen Flaschenelementen
(Verschluss, Verschlussring, Etikett) zu verzeichnen wären. Die hierbei erzielte Stoffreinheit
des separierten, bereits nach der Kunststoffart differenzierten Flaschenkorpus-Materials
ist eine wesentliche Voraussetzung für effektive, wirtschaftliche und ökologische
Recyclingprozesse von Kunststoffeinwegflaschen.
[0052] Von besonderer Bedeutung für die sortenreine Materialbereitstellung ist eine bevorzugte
Ausgestaltung der vorgeschlagenen Rücknahmevorrichtungen, die gekennzeichnet ist durch
eine Restinhalts-Bestimmungseinrichtung zur Erfassung von Restinhalt der Verpackung
und eine mit deren Ausgang verbundene Auswurfeinrichtung zum Aussondern von Verpackungen
mit über einem vorgegebenen Schwellwert liegendem Restinhalt im Ansprechen auf ein
Ausgangssignal der Restinhalt-Bestimmungseinrichtung. Entweder ist die Restinhalt-Bestimmungseinrichtung
der Aufnahmeeinrichtung zugeordnet und der Leseeinrichtung vorgeschaltet, oder die
Restinhalt-Bestimmungseinrichtung ist der Aufnahme- oder Sortiereinrichtung zugeordnet
und der Klassifizierungseinrichtung nachgeschaltet derart, dass ein Ausgangssignal
der Klassifizierungseinrichtung für die Restinhaltsbestimmung benutzt wird. Durch
diese Ausgestaltung wird weitestgehend verhindert, dass größere Mengen von Verpackungsinhalten
überhaupt in die Rücknahmevorrichtung gelangen, so dass auch aufwendige Maßnahmen
zu deren Abtrennung von den Verpackungsmaterialien und zu ihrer Entsorgung entfallen
können.
[0053] Auch die bereits datengestützt nach der Materialart (Alu, Weißblech) differenzierten
und separierend gesammelten Dosen werden vorzugsweise im Volumen reduziert.
[0054] Das vorgeschlagene Rücknahmesystem ist ein modernes, komplexes und umfassendes System,
welches zahlreiche Neuerungen und Vorteile bietet. Es gründet sich im Kern wesentlich
auf die Einbindung und Nutzung von zentralen und dezentralen Datenbanken sowie auf
die Einrichtung und Nutzung einer zentralen Datenerfassungsstelle, von der aus eine
fortwährende Aktualisierung der Systemdaten erfolgt. Das System weist stetige Aktualität
der Daten und Informationen auf und bietet damit Flexibilität und neuartige Nutzungsmöglichkeiten.
[0055] Das Ablesen und Verwenden des standardisierten EAN-Codes schafft auf einfache Weise
einheitliche Systemvoraussetzungen. Das System gewährt ohne besondere Aufwendungen
(zusätzliche äußere Kennzeichnungen der Produkte) ein hohes Maß an Sicherheit. Die
Anlage und Verbindung der Systemelemente sowie der hierdurch ermöglichte abgleichende
Zugriff auf die Datenbanken anhand des genutzten Codes löst damit eines der Kernprobleme
bei der Rücknahme von Einwegprodukten, nämlich die Ermittlung der Hersteller, Vertreiber
und Pfanderzeuger von rückgeführten Flaschen und Dosen, so dass sich ein anschließender
Pfandausgleich vornehmen lässt.
[0056] Das vorgeschlagene System wird auch dem Umstand gerecht, dass ein Hersteller von
Flaschen oder Dosen nicht gleichzeitig auch deren Vertreiber und/oder Pfanderzeuger
sein muss und sich Getränkeabfüllfirmen mit einer bestimmten Marke mehrerer unterschiedlicher
Flaschen- oder Dosenhersteller bedienen und die Produkte gleichzeitig in verschiedenen
Discountern (z.B. REWE und Plus) vertreiben können. Eine Identifizierung und Zuordnung
der Produkte allein anhand der Marke oder der gegebenenfalls auf den Produkten ausgewiesenen
Herstellerfirma würde damit aus den beschriebenen Gründen nicht zu verlässlichen und
verwertbaren Ergebnissen führen.
[0057] Vorteile und Zweckmäßigkeiten der Erfindung ergeben sich im übrigen aus der nachfolgenden
Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele und -aspekte der Erfindung anhand der
Figuren. Von diesen zeigen:
- Fig. 1
- eine Prinzipskizze eines Verpackungsrücknahmesystems der oben allgemein beschriebenen
Art und
- Fig. 2A und 2B
- eine schematische Darstellung des Funktionsablaufes in einer Verpackungsrücknahmevorrichtung
gemäß einer Ausführungsform der Erfindung.
[0058] Fig. 1 zeigt in einer aufgrund der Beschriftung selbsterklärenden Darstellung schematisch
die Struktur eines erfindungsgemäßen Verpackungsrücknahmesystems. Eine weitergehende
Erläuterung ist aufgrund der Beschriftung hier nicht erforderlich.
[0059] Wesentliche Aspekte bevorzugter Ausführungen der Erfindung sind folgende:
[0060] Ein durch menügeführte Bedienoberfläche (touch-screen) bedienbarer, datenbankgestützter
Rücknahme- und Materialseparierungs-Automat für Kunststoffeinwegflaschen führt folgende
maschinell-elektronischen Prozesse - in partiell änderbarer Reihenfolge - an den rückgeführten
Flaschen durch:
- 1) Freigabe der Flascheneinführungsöffnung durch Start-Impuls mittels einer menügeführten
Bedienoberfläche (touch-screen) sowie Eröffnung eines neuen PfandKontos. Bei fehlender
Einführung von Flaschen innerhalb eines definierten (definierbaren) zeitlichen Intervalls
erfolgt der registrierte und abrufbar gespeicherte Abschluss des Prozesses und die
Schließung der Flascheneinführungsöffnung.
- 2) Aufnahme und Fixierung der rückgeführten Flaschen durch eine drehbare Aufnahme-
und Fixierungsvorrichtung zur Bestimmung der Restmenge an Flüssigkeit (Restinhaltsbestimmung)
sowie ggf. Erfassung systemfremder Materialien (Glas etc.) durch Gewichtsbestimmung
(Abwiegen) und/oder eine im System vorgesehenen Kennung an der Flasche.
- 3) Determination und vormerkende Kategorisierung der Flaschen als systemkonform bei
Fehlen systemfremder Materialien und/oder Vorhandensein einer systemkonformen Kennung
und nur geringem Restinhalt oder als nicht systemkonform bei Vorliegen systemfremder
Materialien, Fehlen einer systemkonformen Kennung und/oder zu hohem Restinhalt, mit
abrufbarer Speicherung dieser Determinationen und vormerkenden Kategorisierungen in
Dateiform.
- 4) Analyse der Flaschen-Herkunft, gerichtet auf Identifikation und Ausweisung des
Herstellers und/oder Vertreibers und damit insbesondere auch des Pfand-Erhebers, anhand
des EAN-Codes auf den Flaschen sowie durch abgleichenden Zugriff auf eine Datenbank,
welche spezifische Hersteller- und/oder Vertreiberdaten enthält.
- 5) Determination und vormerkende Kategorisierung von Flaschen als systemkonform, deren
Hersteller- und/oder Vertreiberdaten in der Datenbank enthalten waren/sind oder als
nicht systemkonform, wenn deren Hersteller- und/oder Vertreiberdaten nicht in der
Datenbank enthalten waren/sind (alternativ zu 3), oder auch kumulativ damit.
- 6) Abrufbare Speicherung der ermittelten (ermittelbaren) Flaschen-Daten sowie die
abrufbare Speicherung der Determinationen und Kategorisierungen, ggf. einschließlich
technischer Daten der Flaschen (Volumen, Gewicht etc.).
- 7) Einspeisung dieser Daten in ein computergestütztes Datensystem/Netzwerk (Intranet)
des Automaten-Verwenders (Discounters/Filialisten).
- 8) Die Bestimmung (Determination) der Kunststoffart und ggf. auch -farbe des Flaschen-Corpus
anhand des EAN-Codes auf den Flaschen sowie durch abgleichenden Zugriff auf eine Datenbank,
welche spezifische, vom Hersteller und/oder Vertreiber eingespeiste Daten enthält,
mit abgrenzender Differenzierung der jeweils determinierten Kunststoffart von anderen
Kunststoffarten sowie deren vormerkende Kategorisierung.
- 9) Abrufbare Speicherung dieser Determinationen und Kategorisierungen in Datensätzen.
- 10) Bestimmung der Einzel-Pfandwerte der als systemkonform determinierten und kategorisierten
Flaschen anhand des EAN-Codes sowie durch abgleichenden Zugriff auf eine Hersteller-
und/oder Vertreiber-Datenbank.
- 11) Addition der einzelnen Pfandwerte und Verbuchen der Pfandwert-Summe auf dem aktuellen
Pfandkonto.
- 12) Erstellung und Ausgabe eines Pfandwert-Konto-Beleges, welcher den Stand des aktuellen
Pfandkontos ausweist.
- 13) Einspeisen der Daten in ein computergestütztes Datensystem/Netzwerk (Intranet)
des Automaten-Verwenders (Discounters/Filialisten).
- 14) Aussonderung sowie Auswurf der als nicht systemkonform determinierten und kategorisierten
Flaschen, d.h. Flaschen aus systemfremden Materialien (Glasflaschen etc.), Flaschen
ohne datenbankgestützte Herkunftsbestimmung, Mehrwegflaschen und/oder Flaschen mit
zu hoher Restmenge an Flüssigkeit.
- 15) Abtrennung der Flaschen-Verschlüsse und Verschlussringe vom Flaschenhals.
- 16) Weiterleitung und separierende Sammlung der Flaschen-Verschlüsse und Verschlussringe.
- 17) Auffangen und, optional, auch Ableiten geringer Restmengen von in der Flasche
noch befindlicher Flüssigkeit.
- 18) Abtrennung, Weiterleitung und separierende Sammlung der Flaschen-Etiketten.
- 19) Volumenreduzierung des stoffreinen Flaschen-Corpus-Materials; optional als separierende
Sammlung des volumenreduzierten Corpus-Materials entsprechend seiner jeweiligen Farbe
und/oder Kunststoffart unter Verwertung der zuvor ermittelten und vormerkend gespeicherten
Determinations- und Kategorisierungs-Daten.
- 20) Einschaltung und Nutzung einer oder mehrerer Leerstationen zur Kapazitätsanpassung.
- 21) Gewichtserfassung des separiert gesammelten, stoffreinen und volumenreduzierten
Flaschen-Corpus-Materials durch Abwiegen.
- 22) Abschluss des aktuellen automatisierten Prozesses durch (manuellen) Beendigungs-Impuls
mittels der Bedienoberfläche (touch-screen) oder durch das Ausbleiben weiterer Flaschen-Einführung
innerhalb eines definierten (definierbaren) zeitlichen Intervalls.
- 23) Umschaltung des Automaten in den Bereitschaftsmodus.
[0061] Gemäß der schematischen Darstellung in Fig. 2A und 2B führt ein datenbankgestützter
Rücknahme- und Materialseparierungs-Automat für Kunststoffeinwegflaschen ― in partiell
änderbarer Reihenfolge - die nachstehenden maschinell-elektronischen Prozesse an den
rückgeführten Flaschen durch:
[0062] In Station 1 wird ein vom Bediener abgegebener Start-Impuls von einer menügeführten
Bedienoberfläche (touch-screen) aufgenommen und umgesetzt. Hierdurch wird die im Bereitschaftsmodus
geschlossene Flascheneinführungsöffnung des Automaten freigegeben und es lassen sich
nacheinander Flaschen durch die freie Öffnung in den Automaten einführen. Gleichfalls
wird für den aktuellen Prozess ein Pfand-Konto eröffnet, dem eine fortlaufende Nummer
zugeordnet wird. Erfolgt innerhalb eines definierten (definierbaren) zeitlichen Intervalls
keine Flascheneinführung, wird der Prozess bereits zu Beginn ohne weitere Folgeschritte
abgeschlossen und die Flascheneinführungsöffnung wieder geschlossen. Jeder vorzeitige
Abschluss eines Prozesses wird registriert und in Form abrufbarer Daten gespeichert.
[0063] In Station 2 werden die eingeführten Flaschen von einer drehbaren Vorrichtung aufgenommen
und fixiert. Die Aufnahme- und Fixierungsvorrichtung kann Flaschen verschiedener Größe
und Form aufnehmen, fixieren, drehen und transportieren.
[0064] Nach der Fixierung wird der Restinhalt an Flüssigkeit in den Flaschen bestimmt (Restinhaltsbestimmung):
[0065] Systemfremde Materialien (Glas etc.) werden durch Gewichtsbestimmung (Abwiegen) erfasst.
[0066] Bei Fehlen systemfremder Materialien und bei nur geringem Restinhalt wird die Flasche
als systemkonform determiniert und vormerkend kategorisiert.
[0067] Flaschen aus systemfremdem Material und/oder mit zu hohem Restinhalt werden als nicht
systemkonform determiniert und vormerkend kategorisiert.
[0068] Diese Determinationen und Kategorisierungen werden abrufbar in Datenform gespeichert.
Die Flaschen werden zur nächsten Station weitergeleitet.
[0069] In Station 3 wird die Herkunft der Flaschen, d.h. die Identität des Herstellers-und/oder
Vertreibers durch Erkennen und Ablesen des EAN-Codes auf den Flaschen sowie durch
abgleichenden Zugriff auf eine Datenbank bestimmt. Die Datenbank enthält spezifische
Hersteller- und/oder Vertreiberdaten der Flaschen und wird fortan kurz als "Datenbank"
bezeichnet.
[0070] Die Datenbank kann im Automaten selbst enthalten, extern angelegt und/oder in ein
Rücknahme-System integriert sein.
[0071] Enthält die Datenbank spezifische Hersteller- und/oder Vertreiberdaten über die Herkunft
der jeweils aktuell behandelten Flasche, so wird diese Flasche als systemkonform determiniert
und vormerkend kategorisiert. Enthält die Datenbank keine spezifischen Hersteller-
und/oder Vertreiberdaten für die aktuell behandelte Flasche, so wird diese Flasche
als nicht systemkonform determiniert und vormerkend kategorisiert.
[0072] Optional wird die Flaschenherkunft anhand eines im Flaschen-Corpus (Flüssigkeits-Behältnis)
bereits fest eingeprägten typischen Hersteller- und/oder Vertreibermerkmals sowie
durch abgleichenden Zugriff auf die Datenbank bestimmt und eine abrufbare Speicherung
dieser Herkunfts-Daten/Informationen vorgenommen.
[0073] Die anhand des EAN-Codes auf den Flaschen und durch abgleichenden Zugriff auf die
Datenbank gewonnenen Daten/Informationen über die Flaschenherkunft sowie die Determinationen
und Kategorisierungen werden in Datenform abrufbar gespeichert.
[0074] Optional werden die ermittelten und gespeicherten Herkunfts-Daten in ein computergestütztes
Datensystem (Intranet) des Automaten-Verwenders (Discounters/Filialisten) eingespeist.
[0075] Des weiteren werden in Station 3 die Flaschen als Einweg- oder Mehrweg-Flaschen determiniert
und vormerkend kategorisiert, und zwar anhand des EAN-Codes auf den Flaschen sowie
durch abgleichenden Zugriff auf die Datenbank. Einwegflaschen werden als systemkonform,
Mehrwegflaschen als nicht systemkonform determiniert und vormerkend kategorisiert.
[0076] Diese Determinationen und Kategorisierungen werden abrufbar in Datenform gespeichert.
[0077] Weiterhin wird in Station 3 die Kunststoffart des Flaschen-Corpus anhand des EAN-Codes
auf den Flaschen sowie durch abgleichenden Zugriff auf die Datenbank bestimmt. Optional
wird die Kunststoffart anhand eines im Flaschen-Corpus bereits fest eingeprägten typischen
Hersteller- und/oder Vertreibermerkmals sowie durch abgleichenden Zugriff auf die
Datenbank bestimmt. In den beiden vorbezeichneten Analyse- und Determinationsprozessen
wird somit eine abgrenzende Differenzierung der jeweils determinierten Kunststoffart
von anderen Kunststoffarten vorgenommen. Die determinierte Kunststoffart des Flaschen-Corpus
wird separierend und vormerkend kategorisiert. Diese Determinationen und Kategorisierungen
werden abrufbar in Datenform gespeichert.
[0078] Weiterhin werden die Flaschen entsprechend ihrer Flaschenfarbe anhand des EAN-Codes
auf den Flaschen sowie durch abgleichenden Zugriff auf die Datenbank, welche spezifische
Hersteller- und/oder Vertreiberdaten enthält, differenziert und vormerkend kategorisiert.
Diese differenzierende, vormerkende Kategorisierung wird abrufbar in Datenform gespeichert.
[0079] In Station 3 wird ferner anhand des EAN-Codes auf den Falschen sowie durch abgleichenden
Zugriff auf eine Hersteller- und/oder Vertreiber-Datenbank der Einzel-Pfandwert jeder
als systemkonform determinierten und kategorisierten Flasche bestimmt. Die Einzel-Pfandwerte
aller im aktuellen Prozess behandelten, systemkonformen Flaschen werden addiert. Die
Pfandwert-Summe wird auf dem aktuellen Pfandkonto verbucht. Diese Informationen werden
abrufbar in Datenform gespeichert und ― optional - in ein computergestütztes Datensystem
(Intranet) des Automaten-Verwenders (Discounters/Filialisten) eingespeist. Es wird
ein nummerischer Pfandwert-Kontobeleg erstellt und ausgegeben, welcher den summarischen
Endstand des aktuellen Pfandkontos ausweist. Die Flaschen werden zur nächsten Station
weitergeleitet.
[0080] In Station 4 erfolgt die Aussonderung und der Auswurf derjenigen Flaschen, die als
nicht systemkonform determiniert und vormerkend kategorisiert wurden. Es kann sich
hierbei um Flaschen aus systemfremdem Material (Glas etc.), Flaschen ohne datenbankgestützte
Herkunftsbestimmung, Mehrwegflaschen und/oder Flaschen mit zu hoher Restinhaltsmenge
handeln. Systemkonforme, d.h. weitgehend entleerte Einwegkunststoffflaschen werden
zur nächsten Station weitergeleitet.
[0081] In Station 5 werden vorhandene Flaschen-Verschlüsse vom Flaschenhals abgetrennt.
Die Flaschen-Verschlüsse werden weitergeleitet und separiert gesammelt. Auch die Verschlussringe
werden vom Flaschenhals abgetrennt, weitergeleitet und separiert gesammelt. Geringe
Restmengen an Flüssigkeit aus der Flasche werden aufgefangen und ― optional ― auch
abgeleitet. Der Flaschen-Corpus mit Etikett wird zur nächsten Station weitergeleitet.
[0082] In Station 6 werden die Flaschen-Etiketten abgetrennt, weitergeleitet und separiert
gesammelt. Das von Verschluss, Verschlussring und Etikett separierte, stoffreine Flaschen-Corpus-Material
wird zur nächsten Station weitergeleitet.
[0083] In Station 7 wird das Volumen des stoffreinen Flaschen-Corpus-Materials reduziert.
Optional erfolgt die separierende Sammlung des volumenreduzierten Corpus-Materials
entsprechend seiner Farbe oder seiner jeweiligen Kunststoffart unter Verwertung der
zuvor ermittelten und gespeicherten Determinations- und Kategorisierungsdaten.
[0084] In Station 8 werden optional eine oder mehrere Leerstationen zur Kapazitätenanpassung
in den aktuellen Prozess eingeschaltet und genutzt.
[0085] In Station 9 wird optional das separiert gesammelte, stoffreine und volumenreduzierte
Flaschen-Corpus-Material durch Abwiegen erfasst.
[0086] Der aktuelle automatisierte Prozess wird durch (manuellen) Beendigungs-Impuls mittels
der Bedienoberfläche (touch-screen) oder durch das Ausbleiben weiterer Flaschen-Einführung
innerhalb eines definierten (definierbaren) zeitlichen Intervalls zum Abschluss gebracht.
Der Automat wird in den Bereitschaftsmodus geschaltet.
[0087] Der datenbankgestützte Rücknahme- und Materialseparierungs-Automat für Kunststoffeinwegflaschen
weist gegenüber den bisherigen Rücknahme-Automaten für Kunststoffeinwegflaschen die
folgenden Neuerungen auf:
[0088] Die Funktionsweise des oben beispielhaft erläuterten Automaten basiert wesentlich
darauf, den EAN-Code auf den rückgeführten Flaschen selbständig zu erfassen und abzulesen
und diese Daten/Informationen durch Zugriff auf eine Datenbank, welche spezifische
Hersteller- und/oder Vertreiberdaten für die Flaschen enthält, abzugleichen. Die Erfassung
und Ablesung des EAN-Codes sowie der automatisierte Abgleich einer Datenbank zur Bestimmung
sämtlicher spezifischer Daten (Flaschenherkunft, Flaschentyp, Material/Kunststoffart,
Pfandwert) der rückgeführten Flaschen wurde bei den bisherigen Rücknahme-Automaten
bislang nicht vorgenommen.
[0089] Alle automatisiert ermittelten Flaschendaten werden von dem Automaten ausgewertet,
abrufbar und verwertbar gespeichert und gleichzeitig zur Grundlage seiner weiteren
automatisierten Prozesse gemacht. Damit funktioniert der Rücknahme-Automat neuartig
auf sehr eingeständige, flexible und variable Weise, da er fortlaufend betriebsbestimmende
Daten rekurriert und verwertet.
[0090] Anhand der ermittelten Flaschendaten ist der Automat eigenständig imstande, systemfremde
Materialien zu erkennen und auszusondern, Erkennungs-, Bestimmungs-, Separierungs-,
Differenzierungs- und Kategorisierungsprozesse selbständig vorzunehmen, eine automatisierte
Zerteilung der Flaschen in ihre Einzelelemente durchzuführen und diese stoffreinen
Einzelelemente separiert zu sammeln. Diese umfassende, vielseitige Funktionsweise
des Rücknahme- und Materialseparierungs-Automaten für Kunststoffeinwegflaschen ist
ebenfalls neuartig und bei anderen Rücknahme-Automaten nicht vorzufinden.
[0091] Ferner bringt der Automat stoffreine, getrennt gesammelte Einzelelemente wie die
Flaschen-Verschlüsse, Verschlussringe, Etiketten und den Flaschen-Corpus (Flüssigkeits-Behältnis)
hervor und übernimmt damit bereits automatenintern einen wesentlichen, vorbereitenden
Schritt für die weiteren Recyclingprozesse.
[0092] Auch dieses Kriterium ist für einen Rücknahme-Automaten für Kunststoffeinwegflaschen
neuartig.
[0093] Sämtliche automatisiert ermittelten, flaschenspezifischen Daten lassen sich in ein
computergestütztes Datensystem/Netzwerk (Intranet) des Automaten-Verwenders (Discounters/Filialisten)
einspeisen. Damit stellt der Automat auf neuartige Weise einen umfassenden und eigenständig
ermittelten Daten-Fundus bereit, den er selbst fortlaufend modifiziert, aktualisiert
und dem Automaten-Verwender zur Verwertung anbietet.
[0094] Schließlich lässt sich der Automat universell in bestehende oder noch zu entwickelnde
Rücknahmesysteme von Kunststoffeinwegflaschen einbinden.
1. Verpackungsrücknahmevorrichtung für Einwegverpackungen, an denen ein optisch lesbarer
Code und/oder ein RFI-Tag angebracht ist, mit:
- einer Aufnahmeeinrichtung, die zur Aufnahme von unterschiedlichen Verpackungen ausgebildet
ist,
- einer der Aufnahmeeinrichtung zugeordneten Leseeinrichtung, die zum Lesen der Codes
und/oder RFI-Tags und zum Entschlüsseln von darin enthaltenen Kennungsdaten ausgebildet
ist,
- einer der Leseeinrichtung nachgeschalteten Klassifizierungseinrichtung zur Klassifizierung
aufgenommener Verpackungen aufgrund einer Vergleichs-Auswertung der gelesenen Kennungsdaten
mit einer Vielzahl von Sätzen gespeicherter Kennungsdaten und/oder von aus den Kennungsdaten
gewonnenen Verpackungs-Beschaffenheitsdaten mit einer Vielzahl von Sätzen gespeicherter
Verpackungs-Beschaffenheitsdaten und
- einer der Aufnahmeeinrichtung nachgeschalteten Sortiereinrichtung mit einer Mehrzahl
von Verpackungs-Ausgängen zum Sortieren der aufgenommenen Verpackungen in Abhängigkeit
von einem Ausgangssignal der Klassifizierungseinrichtung.
2. Verpackungsrücknahmevorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Datenbankschnittstelle zur Bereitstellung von Verpackungs-Beschaffenheitsdaten
aus einer Verpackungs-Datenbasis.
3. Verpackungsrücknahmevorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Datenbankschnittstelle eingangsseitig mit der Leseeinrichtung zur Aufnahme von
gelesenen Kennungsdaten und/oder ausgangsseitig mit der Klassifizierungseinrichtung
zur Ausgabe von den Kennungsdaten zugeordneten Verpackungs-Beschaffenheitsdaten an
diese verbunden ist.
4. Verpackungsrücknahmevorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Datennetz-Schnittstelle zur Übermittlung von gelesenen Kennungsdaten und/oder
hieraus abgeleiteten Daten in ein automaten-externes Datennetz.
5. Verpackungsrücknahmevorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Klassifizierungseinrichtung eine Zähleinrichtung zur geordneten Zählung aufgenommener
Verpackungen in Abhängigkeit von ihrer Klassifizierung nachgeschaltet ist.
6. Verpackungsrücknahmevorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Zähleinrichtung eine, insbesondere netzausfallsichere, Zwischenspeichereinrichtung
zur Zwischenspeicherung der Zählwerte in Abhängigkeit von einem Steuersignal, insbesondere
Zeitsteuersignal, und wahlweise zur Zwischenspeicherung der zugehörigen Kennungsdaten
nachgeschaltet ist.
7. Verpackungsrücknahmevorrichtung nach Anspruch 4 und Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Fremdnetz-Schnittstelle mit dem Ausgang der Zähleinrichtung zur laufenden Ausgabe
der Zählwerte oder mit dem Ausgang der Zwischenspeichereinrichtung zur diskontinuierlichen
Ausgabe des Zwischenspeicherinhaltes verbunden ist.
8. Verpackungsrücknahmevorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Mehrzahl von jeweils einem Ausgang der Sortiereinrichtung nachgeschalteten Verarbeitungsstufen
zur Verarbeitung der sortierten Verpackungen in Abhängigkeit von den Kennungsdaten
und/oder hieraus gewonnenen Verpackungs-Beschaffenheitsdaten.
9. Verpackungsrücknahmevorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch die Ausbildung zur Aufnahme, Klassifizierung und Sortierung von Kunststoffeinwegflaschen.
10. Verpackungsrücknahmevorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch die Ausbildung zur Aufnahme, Klassifizierung und Sortierung von Getränkedosen.
11. Verpackungsrücknahmevorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Leseeinrichtung zum Lesen von EAN-Codes und die Klassifizierungseinrichtung zur
Speicherung und Verarbeitung solcher ausgebildet sind.
12. Verpackungsrücknahmevorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Leseeinrichtung zum Lesen proprietärer Codierungen, insbesondere eines in die
Oberfläche der Verpackung eingearbeiteten oder auf diese aufgebrachten Hersteller-
oder Händler-Kennzeichens, ausgebildet ist.
13. Verpackungsrücknahmevorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klassifizierungseinrichtung einen internen Kennungsdatenspeicher zur tabellarischen
Speicherung einer Vielzahl von Kennungsdatensätzen in Zuordnung zu zugehörigen Verpackungs-Beschaffenheitsdaten
aufweist.
14. Verpackungsrücknahmevorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine der Klassifizierungseinrichtung nachgeschaltete Pfandberechnungsstufe zur Berechnung
des für eine aufgenommene Verpackung geltenden Pfandbetrages in Abhängigkeit vom Ausgangssignal
der Klassifizierungseinrichtung.
15. Verpackungsrücknahmevorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Pfandberechnungsstufe einen internen Pfandwertspeicher zur Speicherung von Pfandwerten
in Zuordnung zu Kennungsdaten aufweist.
16. Verpackungsrücknahmevorrichtung nach Anspruch 14 und einem der Ansprüche 2 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass die Pfandberechnungsstufe eingangsseitig mit der Datenbankschnittstelle zur Aufnahme
von Pfandwertdaten aus der Verpackungs-Datenbasis ausgebildet ist.
17. Verpackungsrücknahmevorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Zähleinrichtung und wahlweise der Pfandberechnungsstufe ein mit dem Ausgang der
Klassifizierungseinrichtung verbundenes Sperrglied zur Unterbindung einer Zählung
und Pfandberechnung bei Nichtvorhandensein von Kennungsdaten auf der Verpackung oder
Nichtübereinstimmung gelesener Kennungsdaten mit intern oder zentral gespeicherten
Kennungsdaten vorgeschaltet ist.
18. Verpackungsrücknahmevorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Pfandberechnungsstufe eine Summationsstufe zur, insbesondere mehrstufigen, Berechnung
von Summen-Pfandwerten in Abhängigkeit von vorbestimmten Steuersignalen nachgeschaltet
ist.
19. Verpackungsrücknahmevorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Anzeigeeinheit zur Anzeige von Verpackungs-Beschaffenheitsdaten und/oder Zählwerten
und/oder Pfandwerten aufgenommener Verpackungen im Ansprechen auf vorbestimmte Anzeigesteuersignale.
20. Verpackungsrücknahmevorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Verarbeitungsstufen Mittel zur Volumenreduzierung der aufgenommenen Verpackungen
aufweisen.
21. Verpackungsrücknahmevorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Verarbeitungsstufen Mittel zur Separierung und getrennten Zwischenlagerung von
Verpackungsbestandteilen aufweisen.
22. Verpackungsrücknahmevorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Mehrzahl von jeweils einem Ausgang der Sortiereinrichtung und optional jeweils
einer Verarbeitungsstufe nachgeschalteten Sammelbehältern zum Sammeln sortierter Verpackungen
bzw. Verpackungsteile.
23. Verpackungsrücknahmevorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Leseeinrichtung eine optische und/oder elektromagnetische Sensoreinrichtung mit
einem die gesamte aufgenommene Verpackung erfassenden Abfühlbereich aufweist derart,
dass sie einen an beliebiger Stelle der Verpackung vorgesehenen Code oder RFI liest
und/oder zum Erkennen/Erfassen sonstiger Kennzeichen und Merkmale auf den Verpackungen
ausgebildet ist.
24. Verpackungsrücknahmevorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Restinhalts-Bestimmungseinrichtung zur Erfassung von Restinhalt der Verpackung
und eine mit deren Ausgang verbundene Auswurfeinrichtung zum Aussondern von Verpackungen
mit über einem vorgegebenen Schwellwert liegendem Restinhalt im Ansprechen auf ein
Ausgangssignal der Restinhalt-Bestimmungseinrichtung.
25. Verpackungsrücknahmevorrichtung nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, dass die Restinhalt-Bestimmungseinrichtung der Aufnahmeeinrichtung zugeordnet und der
Leseeinrichtung vorgeschaltet ist.
26. Verpackungsrücknahmevorrichtung nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, dass die Restinhalt-Bestimmungseinrichtung der Aufnahme- oder Sortiereinrichtung zugeordnet
und der Klassifizierungseinrichtung nachgeschaltet ist derart, dass ein Ausgangssignal
der Klassifizierungseinrichtung für die Restinhaltsbestimmung benutzt wird.
27. Verpackungsrücknahmesystem, mit einer Mehrzahl von Verpackungsrücknahmevorrichtung
nach einem der Ansprüche 2 bis 26, dadurch gekennzeichnet, dass die Verpackungsrücknahmevorrichtungen in einem Intranet mit einer Intranet-Datenbasis
verbunden sind, die als Verpackungs-Datenbasis zur Bereitstellung aktueller Kennungsdaten
(Hersteller-, Vertreiber und Pfanderzeugerdaten) und/oder spezifischer Verpackungs-Beschaffenheitsdaten
und wahlweise Pfandwerte und/oder als Auswertungs-Datenbasis zur Auswertung ermittelter
Zählwerte bzw. Pfandwerte fungiert.
28. Verpackungsrücknahmesystem nach Anspruch 27, dadurch gekennzeichnet, dass das Intranet ein Gateway zur Verbindung mit einer zentralen Datenbasis, in der Verpackungs-Beschaffenheitsdaten
in Zuordnung zu Kennungsdaten und/oder Zählwerte und/oder Summen-Pfandwerte aus mehreren
Intranets zentral gespeichert sind, oder einem externen Datennetz aufweist.
29. Verpackungsrücknahmesystem nach Anspruch 27 oder 28, dadurch gekennzeichnet, dass das Intranet als WLAN ausgebildet oder in einem Mobilfunknetz, insbesondere nach
WAP- oder UMTS-Standard, realisiert ist.