[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Werkzeugmaschine, insbesondere zur spanenden
Bearbeitung von Werkstücken.
[0002] Eine derartige Werkzeugmaschine ist beispielsweise durch die DE 199 07 617 A1 bekannt
geworden.
[0003] Die aus DE 199 07 617 A1 bekannte Werkzeugmaschine hat einen im Maschinengestell
um eine horizontale Achse schwenkbar gelagerten Doppelschwenktisch, dessen einer Schwenktisch
als Bearbeitungsseite und dessen anderer Schwenktisch als Bestückungsseite vorgesehen
ist. Die Bearbeitungs- und Bestückungsseiten sind durch eine Spritzschutzscheibe voneinander
getrennt und können durch Verschwenken des Doppelschwenktisches vertauscht werden.
Da der Doppelschwenktisch während der Bearbeitungsphase gleichzeitig auch bestückt
wird, ist die Person, die diese Bestückung ausführt, den Bearbeitungsgeräuschen in
voller Lautstärke von bis zu ca. 90 dB ausgesetzt.
[0004] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Lautstärke der von der Werkzeugmaschine
ausgehenden Bearbeitungsgeräusche zu reduzieren. Dabei werden unter Bearbeitungsgeräuschen
sowohl die beim Zerspanungsvorgang entstehenden Geräusche als auch die von beteiligten
Bauteilen und -gruppen verursachten Geräusche verstanden. Ziel ist es, alle Bearbeitungsgeräusche
im Umfeld der Werkzeugmaschine zumindest teilweise zu eliminieren.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Werkzeugmaschine gemäß Anspruch
1.
[0006] Erfindungsgemäß werden den Bearbeitungsgeräuschen der Werkzeugmaschine entsprechende
Geräusche, deren Amplituden um 180° phasenverschoben sind, überlagert, wodurch die
Bearbeitungsgeräusche durch Interferenz mit den phasenverschobenen Bearbeitungsgeräuschen
weitgehend, im Idealfall vollständig, eliminiert werden. Diese aktive Schallminderung
ist sowohl bei horizontalen als auch bei vertikalen Werkzeugmaschinen einsetzbar.
[0007] Vorzugsweise ist jeder Lautsprecher in solch einem Abstand zum Entstehungsort der
Bearbeitungsgeräusche angeordnet, dass die Bearbeitungsgeräusche und die phasenverschobenen
Bearbeitungsgeräusche im Umfeld der Werkzeugmaschine wenigstens teilweise eliminiert
sind. Bei einer anderen Ausführungsform ist jeder Lautsprecher in solch einem Abstand
zum Entstehungsort der Bearbeitungsgeräusche angeordnet, dass die Bearbeitungsgeräusche
und die phasenverschobenen Bearbeitungsgeräusche zumindest an einem Bedienungsarbeitsplatz
der Werkzeugmaschine, insbesondere am Bestückungsarbeitsplatz, wenigstens teilweise
eliminiert sind.
[0008] Weiterhin ist die Werkzeugmaschine in eine Bearbeitungsseite und eine Bestückungsseite
unterteilt. Insbesondere kann das mindestens eine Mikrofon am oder im Spindelkasten
einer Arbeitsspindel der Werkzeugmaschine angeordnet sein.
[0009] Die Werkzeugmaschine weist einen um eine Achse gelagerten Doppelschwenktisch auf,
dessen einer Schwenktisch als Bearbeitungsseite und dessen anderer Schwenktisch als
Bestückungsseite durch Verschwenken des Doppelschwenktisches vertauschbar sind.
[0010] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung und der Zeichnung.
Die gezeigten und beschriebenen Ausführungsformen sind nicht als abschließende Aufzählung
zu verstehen, sondern haben vielmehr beispielhaften Charakter für die Schilderung
der Erfindung.
[0011] Es zeigt:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße vertikale Werkzeugmaschine mit einem Doppelschwenktisch als
Werkstückträger in einer Seitenansicht;
- Fig. 2
- die Vorderansicht der Werkzeugmaschine entsprechend II in Fig. 1 bei abgenommener
Fronttür; und
- Fig. 3
- eine erfindungsgemäße horizontale Werkzeugmaschine mit einem Doppelschwenktisch als
Werkstückträger in einer Ansicht analog zur Fig. 1.
[0012] Bei der in
Fig. 1 insgesamt mit
1 bezeichneten vertikalen Werkzeugmaschine ist im rahmenartigen Maschinengestell
2 (Fig. 2) um eine horizontale Achse
3 ein Doppelschwenktisch (Doppelschwenkbalken)
4 schwenkbar gelagert, dessen einer Schwenktisch
4a (in Fig. 1 der rechte) auf der Bearbeitungsseite
5 und dessen anderer Schwenktisch
4b auf der Bestückungsseite
6 vorgesehen ist. Durch Verschwenken (Pfeilrichtung
7) des Doppelschwenktisches 4 um die horizontale Achse 3 lassen sich die Bearbeitungs-
und Bestückungsseiten der Schwenktische 4a, 4b vertauschen. Die beiden Schwenktische
4a, 4b sind zwischen und an zwei Schwenkscheiben
8, welche seitlich am Maschinengestell 2 um die horizontale Achse 3 gelagert sind,
jeweils um eine horizontale Schwenkachse
9 verschwenkbar gelagert.
[0013] Der Schwenktisch 4b wird bei geöffneter Fronttür
10 mit neuen Werkstücken bestückt, die dann nach Vertauschen der Schwenktische 4a, 4b
auf der Werkzeugseite 5 mittels des in der vertikalen Arbeitsspindel
11 aufgenommenen Werkzeuges bearbeitet werden. Zum Vertauschen der Schwenktische 4a,
4b werden sowohl beide Schwenktische 4a, 4b um ihre Schwenkachsen 9 in Schwenkrichtung
12 als auch der Doppelschwenktisch 4 in Schwenkrichtung 7 jeweils um 180° geschwenkt,
wodurch sich mit vertauschten Schwenktischen 4a, 4b wieder die in Fig. 1 gezeigte
Anordnung ergibt.
[0014] Zwischen und an den beiden Schwenkscheiben 8 ist eine feststehende Spritzschutzwand
13 (z.B. ein dünnes Blech) befestigt, die in der in Fig. 1 dargestellten Schwenkendposition
des Doppelschwenktisches 4 die Bearbeitungsund Bestückungsseiten 5, 6 voneinander
trennt. Auf diese Weise kann während des Bearbeitens der Werkstücke auf der Bearbeitungsseite
5 ein neues Werkstück auf der Bestückungsseite aufgespannt werden, wobei das Bedienungspersonal
vor spritzendem Bohrwasser oder herumfliegenden Bohrspänen etc. geschützt ist. Diese
Spritzschutzwand 13 verläuft in einer Radialebene der horizontalen Achse 3 zwischen
den beiden Schwenktischen 4a, 4b und weist zu beiden Seiten der horizontalen Achse
3 im radial äußeren Bereich jeweils eine Wandöffnung
14 auf, die mit einer Schiebetür
15 verschließbar ist. Indem die Schiebetür
15 radial nach innen verfahren wird, wird die Wandöffnung 14 freigegeben und ermöglicht
dem Bedienungspersonal den frontalen Zugang zur Bearbeitungsseite 5 und zu dem dort
befindlichen Schwenktisch. Die beiden Schiebetüren 15 sind jeweils wechselweise in
einer der beiden Schwenkendstellungen des Doppelschwenktisches 4 zu bedienen.
[0015] Wie
Fig. 2 weiter zeigt, sind die Schwenktische 4a, 4b über ihre Seitenwände
16 an den Schwenkscheiben 8 und diese an den vertikalen Seitenwänden
17 des Maschinengestells 2 gelagert. Auf den beiden Seitenwänden 17 lastet auch der
die zweispindlige Arbeitsspindel 11 tragende Querträger
18.
[0016] Auf der Bearbeitungsseite 5, genauer gesagt, am Spindelkasten der Arbeitsspindel
11, ist ein Mikrofon
20 angeordnet, das die Bearbeitungsgeräusche der Werkzeugmaschine 1 auf der Bearbeitungsseite
5 erfasst. Die erfassten Bearbeitungsgeräusche werden einem Phasenverschieber
21 zugeführt, der die Amplituden der erfassten Bearbeitungsgeräusche um 180° phasenverschiebt.
Am Spindelkasten der Arbeitsspindel 11 sind weiterhin zwei Lautsprecher
22 angeordnet, welche die vom Phasenverschieber 21 zugeführten phasenverschobenen Bearbeitungsgeräusche
abgeben. Die Lautsprecher 22 sind in solch einem Abstand zum Entstehungsort der Bearbeitungsgeräusche,
d.h. zum bearbeiteten Werkstück bzw. zur Arbeitsspindel 11, angeordnet, dass sich
die Bearbeitungsgeräusche und die phasenverschobenen Bearbeitungsgeräusche durch Interferenz
im Umfeld der Werkzeugmaschine 1 möglichst vollständig gegenseitig auslöschen. Im
gezeigten Ausführungsbeispiel ist das Mikrofon 20 mittig zwischen den beiden Lautsprechern
22 angeordnet. Wie in Fig. 1 gestrichelt angedeutet, kann das Mikrofon 20 auf der
Bearbeitungsseite 5 alternativ oder zusätzlich auch fern vom Entstehungsort der Bearbeitungsgeräusche
angeordnet sein.
[0017] In
Fig. 3 ist eine Werkzeugmaschine
1' mit horizontaler Arbeitsspindel
11' gezeigt, an deren Spindelkasten - wie bei der vertikalen Werkzeugmaschine 1 - ein
Mikrofon 20 und zwei Lautsprecher 22 angeordnet sind, welche die vom Phasenverschieber
21 zugeführten phasenverschobenen Bearbeitungsgeräusche abgeben.
1. Werkzeugmaschine (1; 1') mit einem um eine Achse (3) gelagerten Doppelschwenktisch
(4), dessen einer Schwenktisch (4a) als Bearbeitungsseite (5) und dessen anderer Schwenktisch
(4b) als Bestückungsseite(6) durch Verschwenken des Doppelschwenktisches (4) vertauschbar
sind, gekennzeichnet durch mindestens ein auf der Bearbeitungsseite (5) angeordnetes Mikrofon (20) zum Erfassen
von Bearbeitungsgeräuschen der Werkzeugmaschine (1; 1'), einen Phasenverschieber (21),
der die Amplituden der erfassten Bearbeitungsgeräusche um ca. 180° phasenverschiebt,
und mindestens einen auf der Bestückungsseite (6) angeordneten Lautsprecher (22) zur
Abgabe der phasenverschobenen Bearbeitungsgeräusche.
2. Werkzeugmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Lautsprecher (22) in solch einem Abstand zum Entstehungsort der Bearbeitungsgeräusche
angeordnet ist, dass die Bearbeitungsgeräusche und die phasenverschobenen Bearbeitungsgeräusche
im Umfeld der Werkzeugmaschine (1; 1') wenigstens teilweise eliminiert sind.
3. Werkzeugmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Lautsprecher (22) in solch einem Abstand zum Entstehungsort der Bearbeitungsgeräusche
angeordnet ist, dass die Bearbeitungsgeräusche und die phasenverschobenen Bearbeitungsgeräusche
zumindest an einem Bedienungsarbeitsplatz der Werkzeugmaschine (1) wenigstens teilweise
eliminiert sind.
4. Werkzeugmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Mikrofon (20) am oder im Spindelkasten einer Arbeitsspindel (11;
11') der Werkzeugmaschine (1; 1') angeordnet ist.
5. Werkzeugmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch mindestens eine horizontal oder vertikal angeordnete Arbeitsspindel (11; 11').
1. Machine tool (1; 1') having a double rotating worktable (4) which is mounted about
an axis (3), whose one rotating worktable (4a), as a machining side (5), and whose
other rotating worktable (4b), as a population side (6), can be interchanged by pivoting
the double rotating worktable (4), characterized by at least one microphone (20) arranged on the machining side (5) for registering machining
noises from the machine tool (1; 1'), a phase shifter (21), which phase-shifts the
amplitudes of the machining noises registered by about 180°, and at least one loudspeaker
(22) arranged on the population side (6) to output the phase-shifted machining noises.
2. Machine tool according to Claim 1, characterized in that each loudspeaker (22) is arranged at a distance from the location at which the machining
noises are produced such that the machining noises and the phase-shifted machining
noises are at least partly eliminated in the surroundings of the machine tool (1;
1').
3. Machine tool according to Claim 1, characterized in that each loudspeaker (22) is arranged at a distance from the location at which the machining
noises are produced such that the machining noises and the phase-shifted machining
noises are at least partly eliminated, at least at an operating workstation of the
machine tool (1).
4. Machine tool according to one of the preceding claims, characterized in that the at least one microphone (20) is arranged on or in the tool head of an operating
spindle (11; 11') of the machine tool (1; 1').
5. Machine tool according to one of the preceding claims, characterized by at least one operating spindle (11; 11') arranged horizontally or vertically.
1. Machine-outil (1;1') équipée d'une table pivotante double (4) disposée autour d'un
axe (3), dont une table pivotante (4a) en tant que côté d'usinage (5) et dont l'autre
table pivotante (4b) en tant que côté d'équipement (6) sont interchangeables par pivotement
de la table pivotante double (4), caractérisée par au moins un microphone (20) disposé sur le côté d'usinage (5) en vue de la détection
de bruits d'usinage de la machine-outil (1;1'), un déphaseur (21) qui déphase d'environ
180° les amplitudes des bruits d'usinage détectés, et au moins un haut-parleur (22)
disposé sur le côté d'équipement (6) en vue de la délivrance des bruits d'usinage
déphasés.
2. Machine-outil selon la revendication 1, caractérisée en ce que chaque haut-parleur (22) est disposé à un écartement de l'endroit de génération des
bruits d'usinage de telle sorte que les bruits d'usinage et les bruits d'usinage déphasés
sont éliminés au moins partiellement dans l'environnement de la machine-outil (1;1').
3. Machine-outil selon la revendication 1, caractérisée en ce que chaque haut-parleur (22) est disposé à un écartement de l'endroit de génération des
bruits d'usinage de telle sorte que les bruits d'usinage et les bruits d'usinage déphasés
sont au moins partiellement éliminés en un poste de manoeuvre de la machine-outil
(1).
4. Machine-outil selon une des revendications précédentes, caractérisée en ce que le au moins un microphone (20) est disposé sur ou dans la poupée fixe d'une broche
(11;11') de la machine-outil (1;1').
5. Machine-outil selon une des revendications précédentes, caractérisée par au moins une broche (11;11') disposée horizontalement ou verticalement.