[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Überwachung der Verarbeitung von Blindbefestigern
bei welchem während des Setzprozesses eine Kraftkomponente gemessen wird, und die
gewonnenen Meßsignale zwischen dem Prozessende und dem nächstfolgenden Setzprozess
in einem Soll-Ist-Vergleich mit Referenzwerten ausgewertet werden.
[0002] Durch die EP 0 454 890 B1 wurde eine Vorrichtung zur Überwachung von Bearbeitungsgeräten
für Blindbefestiger bekannt, die ein Blindnietsetzgerät mit einem Zugmechanismus zum
Aufbringen einer Zugkraft auf den Blindbefestiger eines zu setzenden Blindnietes aufweist.
Hierbei ist im Zugmechanismus eine mit einer Überwachungseinrichtung verbundene Kraftmesseinrichtung
vorgesehen, die mechanische Spannungen in elektrische Größen umwandelt, die von der
Überwachungseinrichtung mit einem vorbestimmten und in einem Speicher abgelegten Sollwert
verglichen werden. Weicht die jeweils ermittelte elektrische Größe von ihrem vorbestimmten
Sollwert ab, so erzeugt die Überwachungseinrichtung ein optisches oder akustisches
Signal, das anzeigt, daß der Setzvorgang in Bezug auf die aufgebrachte Zugkraft fehlerhaft
ist. Hiermit läßt sich zwar überwachen, ob im Zugmechanismus die vorgegebene Zugkraft
erzeugt wurde, es ist aber keine Sicherheit dafür gegeben, daß auch die vorgegebene
Zugkraft auf den Blindbefestiger aufgebracht wurde.
[0003] Um sicher zu stellen, daß nicht nur die im Zugmechanismus erzeugte Zugkraft, sondern
die auf den Blindbefestiger tatsächlich wirkende Kraft dem Soll- Ist-Vergleich zu
Grunde gelegt werden kann, ist bei der gattungsgemäßen Einrichtung gemäß DE 44 01
134 C2 vorgesehen, außerhalb des Zugmechanismus des Setzgerätes die durch den Blindbefestiger
geflossene umgelenkte und der Zugkraftrichtung entgegengesetzte Kraftkomponente zu
messen und die so gewonnenen Messwerte in dem Soll- Ist-Vergleich mit einer Idealkurve
zu vergleichen. Dies ermöglicht, auch den Setzprozess in die Überwachung einzubeziehen
und festzustellen, ob der Umformungsprozess in der gewünschten Weise abgelaufen ist.
[0004] Mit den vorbeschriebenen Vorrichtungen läßt sich überprüfen, ob der Setzvorgang hinsichtlich
der aufgebrachten bzw wirksamen Zugkraft einwandfrei erfolgt ist, d.h. es läßt sich
feststellen, ob die für einen ordnungsgemäßen Abriß des Blindbefestigers vorgesehene
Abrißkraft auch tatsächlich erreicht wurde. Nicht überprüfen lassen sich jedoch sonstige,
die Qualität des Setzvorganges bestimmenden Begleitumstände des Setzvorganges. Dabei
lassen sich insbesondere solche Umstände und Vorgänge wie beispielsweise Schlupf zwischen
dem Zugmechanismus und dem Blindbefestiger nicht berücksichtigen, die im Bereich des
Anfangs des zu messenden Weges auftreten und den Setzprozess beeinflussen.
[0005] In der DE 44 29 225 A1 ist ein weiteres gattungsgemäßes Verfahren beschrieben, wobei
die zur Durchführung des Verfahrens dienende Vorrichtung eine von einem Dreibackenfutter
aufgenommene Zughülse für den Nietdorn aufweist, die mit einem von einem Elektromotor
angetriebenen Kugelumlaufgetriebe fest verbunden ist. Dabei wird einerseits der jeweilige
Drehwinkel der Spindel des Kugelumlaufgetriebes mittels einer Drehwinkelmeßvorrichtung
gemessen während andererseits die jeweilige Belastung des Elektromotors mittels einer
Drehmomentmeßvorrichtung gemessen wird. Hierbei wird dann davon ausgegangen, daß der
gemessene Drehwinkel eine Größe darstellt, die aufgrund des Steigungsverhältnisses
des Kugelumlaufgetriebes dem von der Zughülse zurückgelegten Weg entspricht, und das
gemessene Drehmoment aufgrund des Steigungsverhältnisses des Kugelumlaufgetriebes
eine Größe wiedergibt, die der von der Zughülse jeweils auf den Nietdorn ausgeübten
Zugkraft entspricht. Der Start der Messung des Abziehweges der Zughülse beginnt dann,
wenn diese einen vorgegebenen Weg zurückgelegt hat, wobei davon ausgegangen wird,
daß zu diesem Zeitpunkt die vorgewählte Zugkraft auf den Nietdorn wirkt. Ob diese
vorgewählte Zugkraft auch identisch mit der tatsächlich auf den Nietdorn wirkenden
Zugkraft ist, oder ob diese größer oder kleiner als die vorgewählte Zugkraft ist,
bleibt bei diesem Verfahren offen. Da zudem nicht der tatsächliche Weg des Nietdorns
gemessen, sondern aus der Messung des Drehwinkels der Spindel des Kugelumlaufgetriebes
der Weg der Zughülse errechnet und dieser dem Weg des Nietdorns gleichgesetzt wird,
führt diese Vorgehensweise dann zu einem unrichtigen Ergebnis, wenn zu Beginn des
Abziehvorganges zwischen der Zughülse und dem Nietdorn eine Relativbewegung entsteht.
Damit stellt dieses Verfahren sowohl hinsichtlich der Bestimmung des tatsächlichen
Ausziehweges des Nietdornes, als auch hinsichtlich der Bestimmung der tatsächlich
auf diesen wirkenden Zugkraft ein mittelbares oder analoges Meßverfahren dar, das
ebenfalls mit den solchen Meßverfahren anhaftenden Fehlern behaftet ist.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren zur Überwachung der Verarbeitung
von Blindbefestigern zu schaffen, das einerseits eine möglichst genaue Ermittlung
der Abrißkraft des Blindbefestigers zuläßt, und andererseits eine Aussage hinsichtlich
des ordnungsgemäßen Ablaufs des Setzprozesses erlaubt.
[0007] Ausgehend von einem gattungsgemäßen Verfahren wird diese Aufgabe durch die folgenden
Verfahrensschritte gelöst.
Ermitteln vor Beginn des ersten Setzvorganges einer auf den jeweiligen Blindbefestiger
wirkenden Mindestzugkraft aus einer Anzahl von Probe-Setzprozessen, deren Größe zwischen
der zur Ver-formung des Blindbefestigers erforderlichen und der zum Bewegen der leeren
Zughülse erforderlichen Zugkraft liegt;
Ausziehen des Blindbefestigers bis auf diesen eine der Mindestzugkraft entsprechende
Zugkraft wirkt;
Starten des Messvorganges und Setzen eines von einem Rechner getakteten Impulszählers;
Messen der während des Ausziehens des Blindbefestigers auf diesen bis nach dem Abriß
wirkenden Kraft in Abhängigkeit der vom Impulszähler ausgehenden Impulse;
Umwandeln der ermittelten Messwerte in einem Rechner zuführbare und von diesem verarbeitbare
Signale;
Speichern der Werte der erzeugten Signale zusammen mit den jeweiligen Werten des Impulszählers;
Vergleichen der Werte der erzeugten Signale und der jeweiligen Werte des Impulszählers
mit im Speicher abgelegten Werten eines Referenz-Setzprozesses;
Ausgeben und/oder Speichern eines das Ergebnis des Vergleiches dokumentierenden Signals.
[0008] Da beim erfindungsgemäßen Verfahren der eigentliche Meßvorgang erst unmittelbar dann
gestartet wird, wenn die auf den Blindbefestiger wirkende Kraft einen vorbestimmten
Wert (Mindestzugkraft) erreicht bzw überschritten hat, wird der Einfluß sämtlicher
vor Erreichung der Mindestzugkraft wirksamer Störfaktoren vom Meßvorgang ferngehalten,
d.h. diese können den Meßvorgang nicht verfälschen. Damit liegt der theoretische Beginn
des Meßvorganges unabhängig von wirksamen Störktoren auf einer Parallelen zur Abszisse
stets an der gleichen Stelle, die gleichzeitig den Startpunkt für den vom Rechner
getakteten Zähler bildet, sodaß von diesem nur diejenige Anzahl von Takten gezählt
wird, die beginnend von der Mindestzugkraft bis zur Erreichung der Maximalkraft bzw
der Abrißkraft des Blindbefestigers vom Rechner ausgehen.
[0009] Die Maßnahme, anstelle des unmittelbaren Messens der Dehnung des Blindbefestigers
die Anzahl der Zeitintervalle zu zählen, ergibt ein überraschend genaues Beurteilungskriterium
für den Setzprozess.
[0010] Umfangreiche Messungen haben bestätigt, daß die Dehnung als nahezu gleichförmige
Bewegung erfolgt, sodaß Weg und Zeit in einem proportionalen Verhältnis zueinander
stehen und die Zeit daher ein aussagekräftiges und absolut ausreichend genaues Kriterium
für den Dehungsweg darstellt.
Dies ermöglicht, die Auswertung der Kraft-Kurve auf den Bereich zwischen der Mindestzugkraft
und dem Auftreten der Maximalkraft bzw der Abrißkraft zu beschränken, wobei dennoch
ein sehr aussagekräftiges Ergebnis erreicht wird, das es zudem erlaubt, sichere Rückschlüsse
auf die Dicke der miteinander verbundenen Materiallagen zu ziehen.
[0011] Die Genauigkeit der mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erzielbaren Ergebnisse bietet
die Möglichkeit, Materiallagen mit unterschiedlichen Kriterien für den Setzprozess,
beispielsweise unterschiedlicher Dicke, durch Auswerten des Meßergebnisses voneinander
zu unterscheiden. Dies kann dadurch erreicht werden, daß für unterschiedlich dicke
Materiallagen unterschiedliche Referenzwerte für die Mindestzugkraft, die Maximalkraft
bzw die Abrißkraft und den Impulszähler gespeichert und mit den entsprechenden ermittelten
Werten der jeweiligen Materiallage verglichen werden.
Dies läßt sich in einfacher Weise dadurch erreichen, daß bei einem Werkstück, dessen
Materiallagen an den miteinander zu verbindenden Bereichen unterschiedliche Dicken
aufweisen, der Verarbeitungsfolge entsprechend, jeweils unterschiedliche Referenzwerte
mit den entsprechen-den Ist-Werten verglichen werden.
[0012] Hierbei kann entsprechend einer Weiterbildung des Verfahrens nach Vorliegen sämtlicher
Vergleichsergebnisse ein für alle Setzprozesse gemeinsames Freigabesignal oder gegebenenfalls
ein oder mehrere Fehlersignale ausgegeben werden.
[0013] Um sicherzustellen, daß bei Vorliegen auch nur eines Fehlersignals dieses nicht einfach
übergangen und weiter gearbeitet wird, wird das Fehlersignal gemäß einer weiteren
Ausgestaltung des Verfahrens an eine Kontrollstelle weitergeleitet, die eine unmittelbare
Einleitung eines weiteren Setzprozesses verhindert.
[0014] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachstehenden Beschreibung einer
beispielsweisen Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens. Das erfindungsgemäße
Verfahren wird nachstehend anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert.
[0015] Es zeigt:
- Fig. 1 :
- eine Darstellung einer Nietsituation I mit einem Werkstück und einem daran zu befestigenden
ersten Teil;
- Fig. 2 :
- eine stark symbolisierte Referenzkurve mit der Darstellung des Toleranzfeldes;
- Fig. 3 :
- die Referenzkurve mit der Darstellung der Ist-Kurven zweier fehlerbehafteten Setzprozesse;
- Fig. 4 :
- eine Darstellung einer Nietsituation II mit einem Werkstück und zwei daran zu befestigenden
Teilen;
- Fig. 5 :
- eine stark symbolisierte Referenzkurve mit der Darstellung des gegenüber der Fig.
2 verschobenen Toleranzfeldes;
- Fig. 6 :
- eine stark symbolisierte Referenzkurve zusammen mit den Ist-Kurven beim Fehlen von
jeweils einem der beiden am Werkstück zu befestigenden Teile;
[0016] Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich mit handelsüblichen Blindnietsetzgeräten
durchführen, die mit einem Zugmechanismus zum Aufbringen einer Zugkraft auf den Blindbefestiger
ausgestattet sind, wobei die während des Setzprozesses auf diesen wirkende Kraft von
einer Kraftmeßeinrichtung ermittelt wird, und die mechanischen Spannungen in einem
Rechner zuführbare und von diesem verarbeitbare Signale gewandelt werden. Hierbei
kann, wie dies beispielsweise bei der gattungsgemäßen Einrichtung nach EP 0 454 890
B1 der Fall ist, die vom Zugmechanismus aufgebrachte Kraft innerhalb des Blindnietsetzgerätes
gemessen werden, oder es kann, wie dies bei der Einrichtung nach DE 44 01 134 C2 geschieht,
außerhalb des Zugmechanismus des Blindnietsetzgerätes die durch den Blindbefestiger
geflossene umgelenkte und der Zugkraftrichtung entgegengesetzte Kraftkomponente gemessen
werden.
[0017] Zur Erläuterung der Arbeitsweise des erfindungsgemäßen Verfahrens wird zunächst davon
ausgegangen, daß jeweils zwei Materiallagen miteinander verbunden werden sollen, wobei
die eine Materiallage von einem Bereich des Werkstückes A und die andere Materiallage
von einem Bereich eines hieran zu befestigenden Teiles B gebildet wird. Diese Konstellation
wird nachstehend als Nietsituation I bezeichnet.
[0018] Hierzu werden zunächst die Referenzwerte für die Nietsituation I empirisch ermittelt,
d.h. es wird zunächst eine bestimmte Anzahl von Probe-Setzprozessen durchgeführt,
wobei die Mindestzugkraft so gewählt wird, daß bei ohne Blindbefestiger durchgeführten
Setzprozessen die Mindestzugkraft in keinem Fall erreicht und damit der Meßvorgang
nicht gestartet wird.
[0019] Die sich aus den Probe-Setzprozessen ergebenden Werte werden in einem Koordinatensystem
aufgezeichnet, auf deren Abszisse die Anzahl der vom Rechner ausgehenden Impulse und
auf deren Ordinate die Kraft- bzw Druckeinheiten angegeben sind. Hiervon ausgehend
wird einerseits die Mindestzugkraft bestimmt, und andererseits werden die Referenzwerte
für den Druck bzw die Kraft mit der jeweils zugehörigen Anzahl der vom Rechner ausgegebenen
Impulse ermittelt und in diesem gespeichert.
[0020] Gleichzeitig werden die ermittelten Referenzwerte in dem als Fig. 2 gezeigten Koordinatensystem
als Zeit-/Kraftdiagramm als Referenzkurve I dargestellt und die bei den nachfolgenden
Setzprozessen zulässigen Toleranzabweichungen festgelegt, die ebenfalls im Rechner
gespeichert werden.
Hierzu sei erwähnt, daß der Rechner zwar schon von dem Zeitpunkt an, von dem vom Zugmechanismus
eine Zugkraft ausgeübt wird, Zählimpulse sendet, diese aber so lange weder erfaßt
noch in den Meßvorgang einbezogen werden, bis die Mindestzugkraft erreicht ist.
[0021] Zur weiteren Erläuterung des erfindungsgemäßen Verfahrens sei zunächst davon ausgegangen,
daß die beiden zuerst durchgeführten Setzprozesse ordnungsgemäß abgelaufen sind und
bei der Nietsituation I eine Mindestzugkraft S und eine Maximalkraft Pmax erreicht
wurden. Dabei sei bei dem Referenz-Setzprozess die Maximalkraft nach 40 Impulsen erreicht
worden, während bei den beiden ersten Setzprozessen die Maximalkraft nach 50 Impulsen
(Kurve K1) bzw nach 30 Impulsen (Kurve K 2) erreicht wurden Da diese Werte gleichzeitig
die Referenzgrenzwerte darstellen sollen, sind alle Setzprozesse mit Ist-Werten, die
die Impulszahl 50 nicht überschreiten und die Impulszahl 30 nicht unterschreiten,
als ordnungsgemäß anzusehen.
[0022] Der beim Vergleich der Ist-Werte mit den Referenzwerten allein wichtige Wert ist
die Anzahl der während des Setzprozesses vom Erreichen der Mindestzugkraft bis zum
Erreichen der Maximalkraft vom Zähler gezählten Impulse, die den zeitlichen Abstand
vom Erreichen der Mindestzugkraft bis zum Erreichen der Maximalkraft im Blindbefestiger
wiedergibt.
Damit ist offensichtlich, daß die vor Erreichen der Mindestzugkraft am Blindbefestiger
herrschenden Verhältnisse keinen Einfluß auf den eigentlichen Meßvorgang haben können,
und die von diesem abgeleiteten Ergebnisse daher gegenüber allen vor Erreichen der
Mindestzugkraft eventuell herrschenden Störfaktoren immun sind.
[0023] Bei den beiden in Fig. 3. in unterschiedlich langen Strichlinien dargestellten Kurven
ist bei der in langen Strichlinien dargestellten Kurve K3 der Abstand zwischen der
Mindestzugkraft und dem Erreichen der Maximalkraft im Blindbefestiger bzw dem Erreichen
der Abrißkraft am Blindbefestiger relativ groß (60 Impulse), während bei der in kurzen
Strich linien dargestellten Kurve K4 der Abstand zwischen der Mindestzugkraft und
dem Erreichen der Maximalkraft im Blindbefestiger bzw dem Erreichen der Abrißkraft
am Blindbefestiger relativ klein (20 Impulse) ist.
[0024] Da der jeweilige zeitliche Abstand zwischen dem Erreichen der Maximalkraft (bzw der
Abrißkraft) zur jeweiligen Mindestzugkraft entweder zu groß (Kurve K3) oder zu klein
(Kurve K4), ist, ist davon auszugehen ist, daß der Setzprozess fehlerbehaftet ist.
Daher erfolgt in beiden Fällen die Ausgabe eines Fehlersignals.
[0025] Aus der Tatsache, daß bei der Kurve K3 der zeitliche Ist-Abstand zwischen dem Erreichen
der Mindestzugkraft und dem Erreichen der Maximalkraft bzw der Abrißkraft größer als
der Referenzabstand ist und hieraus zu schließen ist, daß -ausgehend von der Mindestzugkraft-
das Erreichen der Maximalkraft bzw der Abrißkraft längere Zeit in Anspruch genommen
hat, als dies beim Referenz-Setzprozess der Fall war, ist davon auszugehen daß entweder
die Dicke der Materiallagen zu gering war oder der Verformungsvorgang zu lange andauerte.
Eine zu geringe Dicke der Materiallagen kann bei der vorgegebenen Nietsituation I
in erster Linie bedeuten, daß das Teil B nicht am Werkstück befestigt wurde, es somit
unterlassen wurde, das Teil B für den Nietvorgang richtig zu positionieren.
Ein anderer Grund für die längere Dauer bis zum Erreichen der Maximalkraft bzw der
Abrißkraft kann darin zu sehen sein, daß der Bohrungsdurchmesser -insbesondere im
Teil B- zu groß war, und der Blindbefestiger vor Erreichen der Maximalkraft bzw der
Abrißkraft innerhalb der Bohrung mehr verformt wurde, als dies bei richtiger Bohrungsgröße
der Fall ist.
Selbstverständlich können auch noch andere Ursachen wie beispielsweise Verkanten der
Teile beim Setzprozess, Verwenden eines falschen Nietes bzw Blindbefestigers oder
Materialfehler an diesen zur Fehlerhaftigkeit des Setzprozesses führen. Unabhängig
von der Fehlerursache läßt sich durch das erfindungsgemäße Verfahren feststellen,
daß in diesem Fall der Setzprozess längere Zeit als der Referenz-Setzprozess dauerte
und dies Ursache für den nicht ordnungsgemäßen Ablauf des Setzprozesses ist, was zur
Ausgabe eines Fehlersignals führt.
[0026] Demgegenüber ist bei der Kurve K4 der Fig. 3 aus dem gegenüber dem Referenzwert kleineren
zeitlichen Ist-Abstand zwischen Mindestzugkraft und Maximalkraft bzw Abrißkraft zu
schließen, daß -ausgehend von der Mindestzugkraft das Erreichen der Maximalkraft bzw
der Abrißkraft kürzere Zeit in Anspruch genommen hat, als dies beim Referenz-Setzprozess
der Fall war. Da die Maximalkraft bzw die Abrißkraft aber erreicht wurde, wurde die
Verbindung von Werkstück A und Teil B zwar erreicht, jedoch ist aus dem gegenüber
dem Referenzabstand kleineren Ist-Abstand zwischen Mindestzugkraft und Erreichen der
Maximalkraft bzw der Abrißkraft zu schließen, daß die Dicke der Materiallagen größer
war, als die Dicke der Materiallagen bei der Festlegung des Referenzwertes. Es ist
daher wahrscheinlich, daß mit dem Werkstück A nicht nur eines der Teile B, sondern
zwei Teile B verbunden wurden. Demzufolge wird auch hier ein Fehlersignal ausgegeben.
[0027] In Fig. 4 ist eine Nietsituation II dargestellt, bei der an einem Werkstück C zwei
Teile unterschiedlicher Dicke befestigt werden sollen, wobei das Teil D eine größere
Dicke aufweist als das Teil E. Ferner ist die Gesamtdicke der bei der Nietsituation
II miteinander zu verbindenden Teile kleiner als die Gesamtdicke der bei der Nietsituation
I miteinander zu verbindenden Teile.
Die übrigen Rahmenbedingungen (Festigkeit der Materialien der zu verbindenden Werkstücke
und Teile) sollen bei der Nietsituation II die gleichen sein wie bei der Nietsituation
I. Auch soll bei der Nietsituation II der Meßvorgang bei der gleichen Mindestzugkraft
wie bei der Nietsituation I starten, wobei auch die Maximalkraft Pmax bzw die Abrißkraft
den gleichen Wert haben soll wie bei der Nietsituation I.
[0028] Wie hierzu aus Fig. 5 hervorgeht, beträgt bei der Referenzkurve II der zeitliche
Abstand zwischen dem Erreichen der Mindestzugkraft und der Maximalkraft Pmax nicht
wie bei der Nietsituation I nur 40 Impulse, sondern 50 Impulse. Dieser Unterschied
ist keinesfalls willkürlich gewählt, sondern ist eine Folge der unterschiedlichen
Geamtdicke der in beiden Fällen miteinander zu verbindenden Materiallagen. Weisen
die miteinander zu verbindenden Materiallagen bei gleichen sonstigen Rahmenbedingungen
unterschiedliche Gesamtdicken auf, so verändert sich in Abhängigkeit hiervon der zeitliche
Abstand vom Erreichen der Mindestzugkraft bis zum Erreichen der Maximalkraft, wobei
bei größerer Gesamtdicke der Materiallagen die Maximalkraft früher erreicht wird,
als bei demgegenüber kleinerer Gesamtdicke der Materiallagen.
[0029] Dies ist in Fig. 6 dargestellt, die die Referenzkurve II für die Verbindung von Werkstück
C mit den beiden Teilen D und E zusammen mit den beiden Kurven K7 und K8 zeigt.
Bei den Kurven K7 und K8 ist der zeitliche Abstand vom Erreichen der Mindestzugkraft
S bis zum Erreichen der Maximalkraft jeweils größer als bei der Referenzkurve II,
wobei bei der Kurve K7 das Erreichen der Maximalkraft insgesamt 5 Zeitintervalle mehr
als bei der Kurve K8 erfordert.
Da die Gesamtdicke von Werkstück C und Teil D größer ist als die Gesamtdicke von Werkstück
C und Teil E, ist aus den Kurven K7 und K8 zu schließen, daß bei der Konstellation
der Kurve 7 das Teil D und bei Kurve 8 das Teil E nicht mit dem Werkstück C verbunden
wurde. Für beide Setzprozesse wird daher ein Fehlersignal ausgegeben.
[0030] Würde beim miteinander Verbinden von Werkstück C mit den Teilen D und E ein zweites
Teil D oder auch ein zweites Teil E in den Teileverbund eingebracht und die Gesamtdicke
des Teileverbundes dementsprechend erhöht werden, so würde sich die Zeit, die vom
Erreichen der Mindestzugkraft bis zum Erreichen der Maximalkraft im Blindbefestiger
erforderlich ist, dementsprechend verringern und einen Wert annehmen der außerhalb
der zulässigen Abweichung vom Referenzwert liegt, sodaß - wie auch im Fall der Kurve
K4 der Fig. 3- auch in jedem dieser Fälle ein Fehlersignal ausgegeben werden würde.
[0031] Vorstehende Ausführungen zeigen, daß mit dem erfindungsgemäßen Verfahren nicht nur
das Erreichen einer ordnungsgemäßen Befestigung der miteinander zu verbindenden Teile
überwacht werden kann. Vielmehr kann mit dem erfindungsgemäßen Verfahren auch überwacht
werden, ob auch alle mit einem Werkstück zu verbindenden Teile tatsächlich an diesem
befestigt wurden. Gleichzeitig kann festgestellt werden, ob mehr Teile miteinander
verbunden wurden, als dies vorgesehen war.
[0032] Das erfindungsgemäße Verfahren wurde vorstehend für solche Fälle erläutert, bei denen
entweder ein oder zwei Teile an einem Werkstück befestigt werden sollen.
[0033] In der Praxis kommt es häufig vor, daß an einer Stelle eines Werkstückes nur ein
Teil und an einer anderen Stelle des gleichen Werkstückes zwei oder gar mehr Teile
befestigt werden sollen.
Das erfindungsgemäße Verfahren bietet auch hier insoweit eine Überwachungsmöglichkeit,
als für jede der geforderten Möglichkeiten eine Referenzkurve gebildet wird und diese
bzw die hierfür maßgeblichen Daten im Rechner gespeichert und entsprechend der Bearbeitungsfolge
bzw durch ein vorgegebenes Programm nacheinander zum Vergleich mit den jeweiligen
Ist-Werten abgerufen werden können.
1. Verfahren zur Überwachung der Verarbeitung einer Serie von jeweils in einem Zugelement
aufzunehmenden Blindbefestigern, bei welchem während des Setzprozesses eine Kraftkomponente
gemessen wird, und die gewonnenen Meßsignale als Soll- Ist-Vergleich zwischen dem
Prozessende eines vorangehenden und dem jeweils nächstfolgenden Setzprozess ausgewertet
werden, aufweisend folgende Schritte:
Ermitteln vor Beginn des ersten Setzvorganges einer auf den jeweiligen Blindbefestiger
wirkenden Mindestzugkraft aus einer Anzahl von Probe-Setzprozessen, deren Größe zwischen
der zur Verformung des Blindbefestigers erforderlichen und der zum Bewegen der leeren
Zughülse erforderlichen Zugkraft liegt;
Ausziehen des Blindbefestigers bis auf diesen eine der Mindestzugkraft entsprechende
Zugkraft wirkt;
Starten des Messvorganges und Setzen eines von einem Rechner getakteten Impulszählers;
Messen der während des Ausziehens des Blindbefestigers auf diesen bis zur Erreichung
der Maximalkraft bzw zur Erreichung der Abrißkraft wirkenden Zugkraft in Abhängigkeit
der vom Impulszähler ausgehenden Impulse;
Umwandeln der ermittelten Messwerte in einem Rechner zuführbare und von diesem verarbeitbare
Signale;
Speichern der Werte der erzeugten Signale zusammen mit den jeweiligen Werten des Impulszählers;
Vergleichen der Werte der erzeugten Signale und der jeweiligen Werte des Impulszählers
mit im Speicher abgelegten Werten eines Referenz-Setzpro-Ausgeben und/oder Speichern
eines das Ergebnis des Vergleiches dokumentierenden Signals.
2. Verfahren zur Überwachung der Verarbeitung von Blindbefestigern nach Patentanspruch
1, wobei nach der Verarbeitung eines ersten Blindbefestigers die Verarbeitung eines
zweiten Blindbefestigers erfolgt, dessen Kriterien für den Setzprozess unterschiedlich
zu den Kriterien des ersten Setzprozesses sind, aufweisend folgende weiteren Schritte
Ausziehen des zweiten Blindbefestigers bis auf diesen die der für seine Setzprozess-Kriterien
ermittelten zweiten Mindestzugkraft entsprechende Zugkraft wirkt;
Starten eines zweiten Messvorganges und Setzen eines vom Rechner getakteten gegebenenfalls
zweiten Impulszählers;
Messen der während des Ausziehens des zweiten Blindbefestigers auf diesen bis zum
Erreichen der Maximalkraft bzw der Abrißkraft wirkenden Zugkraft in Abhängigkeit der
vom zweiten Impulszähler ausgehenden Impulse;
Umwandeln der beim zweiten Messvorgang ermittelten Messwerte in einem Rechner zuführbare
und von diesem verarbeitbare Signale;
Speichern der Werte der erzeugten zweiten Signale zusammen mit den jeweiligen Werten
des zweiten Impulszählers;
Vergleichen der Werte der erzeugten zweiten Signale und der jeweiligen Werte des zweiten
Impulszählers mit im Speicher abgelegten Werten eines zweiten Referenz-Setzprozesses;
Ausgeben und/oder Speichern eines das Ergebnis des zweiten Vergleiches dokumentierenden
zweiten Signals.
3. Verfahren zur Überwachung der Verarbeitung von Blindbefestigern nach Patentanspruch
2, dadurch gekennzeichnet, daß nach Vorliegen des Ergebnisses des zweiten Vergleichs entweder ein Freigabesignal
oder ein Fehlersignal ausgegeben wird.
4. Verfahren zur Überwachung der Verarbeitung von Blindbefestigern nach Patentanspruch
3, dadurch gekennzeichnet, daß das Fehlersignal an eine Kontrollstelle weitergeleitet wird, die die unmittelbare
Einleitung eines weiteren Setzprozesses verhindert.
5. Verfahren nach Patentanspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei nicht vorhandenem Blindbefestiger erfolgendem Setzprozess der Meßvorgang nicht
gestartet wird.
1. Method of monitoring the processing of a series of blind fasteners, each to be accommodated
in a tension member, wherein a force component is measured during the setting process,
and the measurement signals generated are evaluated as a desirable-actual comparison
between the process end of a preceding setting process and the next respective following
setting process, said method including the following steps:
determining, prior to the beginning of the first setting operation, a minimum tensile
force, acting on the respective blind fastener, from a number of test setting processes,
the size of which lies between the tensile force necessary for deforming the blind
fastener and the tensile force necessary for displacing the empty tensioning sleeve;
withdrawing the blind fastener until a tensile force, corresponding to the minimum
tensile force, acts thereupon;
starting the measuring operation and setting a pulse counter timed by a computer;
measuring the tensile force, acting on the blind fastener during the withdrawal thereof,
until the maximum force is reached or respectively the breaking-off force is reached,
in dependence on the pulses emerging from the pulse counter;
converting the determined measurement values into signals suppliable to a computer
and processable thereby;
storing the values of the signals generated together with the respective values of
the pulse counter;
comparing the values of the signals generated and the respective values of the pulse
counter with values of a reference setting process stored in the storage unit; and
issuing and/or storing a signal documenting the result of the comparison.
2. Method of monitoring the processing of blind fasteners according to claim 1, the processing
of a second blind fastener being effected after the processing of a first blind fastener,
the criteria of which second blind fastener for the setting process are different
from the criteria of the first setting process, said method including the following
additional steps:
withdrawing the second blind fastener until the tensile force, corresponding to the
second minimum tensile force determined for its setting process criteria, acts thereupon;
starting a second measuring operation and setting a possible second pulse counter
timed by the computer;
measuring the tensile force, acting on the second blind fastener during the withdrawal
thereof, until the maximum force is reached or respectively the breaking-off force
is reached, in dependence on the pulses emerging from the second pulse counter;
converting the measurement values, determined during the second measuring operation,
into signals suppliable to a computer and processable thereby;
storing the values of the second signals generated together with the respective values
of the second pulse counter;
comparing the values of the second signals generated and the respective values of
the second pulse counter with values of a second reference setting process stored
in the storage unit; and
issuing and/or storing a second signal documenting the result of the second comparison.
3. Method of monitoring the processing of blind fasteners according to claim 2, characterised in that, once the result of the second comparison is present, either a clear signal or an
error signal is issued.
4. Method of monitoring the processing of blind fasteners according to claim 3, characterised in that the error signal is relayed to a control point which prevents the immediate introduction
of an additional setting process.
5. Method according to claim 1 or 2, characterised in that the measuring operation is not started if the setting process is effected when a
blind fastener is not present.
1. Procédé pour la surveillance de l'usinage d'une série de fixations aveugles à loger
chacune dans un élément de traction, dans lequel une composante de force est mesurée
pendant le procédé de positionnement et les signaux de mesures obtenus sont exploités
sous forme de comparaison des valeurs consignes avec les valeurs réelles entre la
fin d'un procédé précédent et le procédé de positionnement suivant, comprenant les
étapes suivantes :
- détermination, avant le début d'un premier procédé de positionnement, d'une force
de traction minimale s'exerçant sur la fixation aveugle correspondante parmi un certain
nombre de procédés de positionnement d'essai dont la grandeur est comprise entre la
force de traction nécessaire pour la déformation de la fixation aveugle et la force
de traction nécessaire pour le déplacement du manchon de traction vide ;
- extraction de la fixation aveugle jusqu'à ce qu'une force de traction correspondant
à la force de traction minimale s'exerce sur celle-ci ;
- démarrage du processus de mesure et positionnement d'un compteur d'impulsions synchronisé
par un ordinateur ;
- mesure de la force de traction s'exerçant sur la fixation aveugle pendant son extraction
jusqu'à l'obtention de la force maximale ou jusqu'à l'obtention de la force d'arrachement
en fonction des impulsions émises par le compteur d'impulsions ;
- conversion des valeurs de mesure déterminées en signaux transmissibles à un ordinateur
et exploitables par celui-ci ;
- mémorisation des valeurs des signaux générés conjointement avec les valeurs correspondantes
du compteur d'impulsions ;
- comparaison des valeurs des signaux générés et des valeurs correspondantes du compteur
d'impulsions avec les valeurs d'un procédé de positionnement de référence déposées
dans la mémoire ;
- envoi et/ou mémorisation d'un signal indiquant le résultat de la comparaison.
2. Procédé pour la surveillance de l'usinage de fixations aveugles selon la revendication
1, dans lequel, après l'usinage d'une première fixation aveugle, on procède à l'usinage
d'une deuxième fixation aveugle dont les critères pour le procédé de positionnement
sont différents du premier procédé de positionnement, comportant les étapes suivantes
:
- extraction de la deuxième fixation aveugle jusqu'à ce que la force de traction correspondant
à la deuxième force de traction minimale déterminée pour ses critères de processus
de positionnement s'exerce sur celle-ci ;
- démarrage d'un deuxième procédé de mesure et positionnement d'un éventuel deuxième
compteur d'impulsions synchronisé par l'ordinateur ;
- mesure de la force de traction s'exerçant sur la deuxième fixation aveugle pendant
son extraction jusqu'à l'obtention de la force maximale ou de la force d'arrachement
en fonction des impulsions émises par le deuxième compteur d'impulsions ;
- conversion des valeurs de mesure déterminées pendant le deuxième processus de mesure
en signaux transmissibles à un ordinateur et exploitables par celui-ci ;
- mémorisation des valeurs des deuxièmes signaux générés conjointement avec les valeurs
correspondantes du deuxième compteur d'impulsions ;
- comparaison des valeurs des deuxièmes signaux générés et des valeurs correspondantes
du deuxième compteur d'impulsions avec les valeurs d'un deuxième procédé de positionnement
de référence déposées dans la mémoire ;
- envoi et/ou mémorisation d'un deuxième signal indiquant le résultat de la deuxième
comparaison.
3. Procédé pour la surveillance de l'usinage de fixations aveugles selon la revendication
2, caractérisé en ce que, après l'obtention du résultat de la deuxième comparaison, soit un signal de validation
soit un signal d'erreur est émis.
4. Procédé pour la surveillance de l'usinage de fixations aveugles selon la revendication
3, caractérisé en ce que le signal d'erreur est transmis à un poste de contrôle qui empêche le déclenchement
immédiat d'un autre procédé de positionnement.
5. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que, en cas de procédé de positionnement exécuté en l'absence de fixation aveugle, le
procédé de mesure n'est pas démarré.