[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Speisen eines drahtlos ansteuerbaren
Stellantriebs gemäss dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Solche Vorrichtungen werden vorteilhaft in batteriebetriebenen, drahtlos ansteuerbaren
Ventilantrieben, beispielsweise in einem über Funk steuerbaren Radiatorventil, eingesetzt.
[0003] Drahtlos ansteuerbare Stellantriebe werden vorteilhafterweise als Insel-Gerät betrieben,
das bedeutet hier, derartige Stellantriebe sind auch lokal mit einer elektrischen
Energiequelle auszurüsten, in der Regel mit einer Batterie.
[0004] Es ist bekannt, Geräte drahtlos mit Energie zu versorgen. So wird beispielsweise
in
DE 28 00 704 A vorgeschlagen, einen Ventilstellantrieb mit einem Ultraschallempfänger auszurüsten
und dem ventilstellantrieb auch Energie zum Laden einer Batterie via Ultraschall über
ein Rohrleitungsnetz zuzuführen.
[0005] In einem Antrieb ist ein Energiebedarf, der für Bewegungen notwendig ist, in der
Regel wesentlich grösser als die Energie, welche für eine drahtlose Datenkommunikation
mit einer Systemumgebung aufzubringen ist. Insbesondere bei einem Antrieb, bei dem
- an Stelle einer drahtgebundenen elektrischen Energieversorgung über ein Energieversorgungsnetz
oder über einen Datenbus - eine Batterie eingesetzt wird, ergibt sich die Notwendigkeit,
mit der in der Batterie gespeicherten Energie sparsam umzugehen, damit ein Batteriewechsel
möglichst selten vorzunehmen ist.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, einen drahtlos steuerbaren und mit einer
Batterie gespeisten Stellantrieb zu schaffen, dessen Energieverbrauch optimiert ist.
[0007] Die genannte Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0008] Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
Es zeigen:
[0009]
- Fig. 1
- ein Blockschaltbild einer Regel- und Steuereinrichtung eines Stellantriebs,
- Fig. 2
- ein Blockschaltbild zur Funktionsweise eines Motortreibermoduls,
- Fig. 3
- Zustände eines Stellglieds,
- Fig. 4
- ein Diagramm zum Verlauf einer Stellkraft,
- Fig. 5
- ein Rechenmodul zur Berechung der Stellkraft, und
- Fig. 6
- ein weiteres Blockschaltbild zur Darstellung einer optimierten Energiezuteilung im
batteriegespeisten Stellantrieb.
[0010] In der Fig. 1 ist mit 1 ein Elektromotor bezeichnet, der über ein Getriebe 2 mit
einem Transformationselement 3 gekoppelt ist. Ein vom Elektromotor 1 generiertes Drehmoment
M
M wird durch das Getriebe 2 in ein an das Transformationselement 3 übertragenes Antriebsmoment
M
A umgesetzt. Das Transformationselement 3 wandelt eine vom Elektromotor 1, generierte
Drehbewegung in eine Längsbewegung mit einem Hub H- Durch die Längsbewegung wirkt
ein Stössel 4 mit einer Stellkraft F auf ein Stellglied 5. Das Stellglied 5 ist hier
ein Ventil mit einem Schliesskörper, auf den der Stössel 4 wirkt. Das Ventil ist typischerweise
ein stufenlos verstellbares Ventil in einem Heiz- oder Kühlwasserkreis, beispielhaft
ein Radiatorventil.
[0011] Der Elektromotor 1 wird über ein mit einer Spannungsquelle 6 verbundenes Motortreibermodul
7 gespeist.
[0012] Am Getriebe 2 ist eine Sensoreinrichtung 8 zur Erfassung einer Drehbewegung angeordnet.
Ein von der Sensoreinrichtung 8 generiertes Signal s wird beispielhaft auf ein Berechnungsmodul
9 geführt. Mit Vorteil werden im Berechnungsmodul 9 mit Hilfe des Signals s ein Geschwindigkeitssignal
ω und ein Positionssignal p generiert.
[0013] Eine Regeleinrichtung eines Stellantriebs für das Stellglied 5 weist eine innere
geschlossene Regelschleife und mit Vorteil auch eine äussere geschlossene Regelschleife
auf. Die innere Regelschleife führt von der Sensoreinrichtung 8 über das vom Berechnungsmodul
9 umgesetzte Geschwindigkeitssignal ω und eine erste Vergleichseinrichtung 10 über
ein erstes Regelmodul 11 auf das Motortreibermodul 7. Die äussere Regelschleife führt
von der Sensoreinrichtung 8 über das vom Berechnungsmodul 9 umgesetzte Positionssignal
p und eine zweite Vergleichseinrichtung 12 über ein zweites Regelmodul 13 auf die
erste Vergleichseinrichtung 10, und von da über das erste Regelmodul 11 auf das Motortreibermodul
7. An der zweiten Vergleichseinrichtung 12 wird als Führungsgrösse mit Vorteil ein
Sollpositionssignal p
s des Stellelements eingespeist.
[0014] In einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel des Stellantriebs ist der Elektromotor
1 ein Gleichstrommotor und das Motortreibermodul 7 weist eine Treibereinheit 20 (Fig.
2) und eine an der Batteriespannung U
B liegende Brückenschaltung 21 zur Ansteuerung des Elektromotors 1 auf. Vier elektronische
Schalter 22, 23, 24 und 25 der Brückenschaltung 21 sind von der Treibereinheit 20
ansteuerbar. Durch entsprechende Zustände der vier Schalter 22, 23, 24 und 25 sind
die Dauer und die Polarität eines Stromes I
M durch den Elektromotor 1 von der Treibereinheit 20 aus steuerbar. Die Treibereinheit
20 ist mit Vorteil über ein Steuersignal m ansteuerbar.
[0015] Das Steuersignal m ist beispielhaft ein Signal, dessen Pulsweite durch das erste
Regelmodul 11 moduliert wird.
[0016] Die Treibereinheit 20 ist beispielhaft ein integrierter Baustein, während die elektronischen
Schalter 22, 23, 24 und 25 beispielsweise durch MOS-Feldeffekttransistoren verwirklicht
sind.
[0017] Grundsätzlich ist das Motortreibermodul 7 in seinem Aufbau an einen gewählten Motorentyp
anzupassen, wobei je nach Anforderung an den Stellantrieb ein geeigneter Motorentyp
gewählt und beispielsweise an Stelle der Brückenschaltung 21 eine an den Motortyp
angepasste elektronische Kommutierungsschaltung eingesetzt wird.
[0018] Das in den Fig. 3a, 3b und 3c vereinfacht dargestellte Stellglied 5 ist beispielhaft
ein Ventil mit einem als Stellelement nutzbaren Schliesskörper 30, der über den Stössel
4 gegen die Kraft einer Feder 31 zu einem Ventilsitz 32 hin bewegbar ist. Der Stössel
4 ist, je nach Drehrichtung einer Antriebsspindel 33 des Elektromotors 1, auf einer
Längsachse 34 des Schliesskörpers 30 hin und her bewegbar. Das Transformationselement
3 ist hier ein am Stössel 4 ausgebildetes Aussengewinde 35 in Verbindung mit einem
an einem Getrieberad 36 ausgebildeten Innengewinde.
[0019] In der Fig. 3a ist das Ventil in offenem Zustand dargestellt, der Schliesskörper
30 ist also in einer ersten Endlage, ein möglicher Durchfluss q für ein Fluid ist
100%. Auch der Stössel 4 ist in einer Endlage, wobei sich zwischen dem Stössel 4 und
dem Schliesskörper 30 ein Luftspalt 37 bildet. Insbesondere dann, wenn der Ventilantrieb
als Universalantrieb auf unterschiedliche Ventiltypen montierbar ist, werden individuell
erreichbare Endpositionen bei Schliesskörper und Ventilantrieb nicht genau übereinstimmen.
Mit Vorteil werden gemeinsame Endpositionen des Ventilantriebs und des Schliesskörpers
nach der. Montage in einem Kalibrierverfahren definiert und vorteilhafterweise in
einem Hubmodell im Stellantrieb abgespeichert.
[0020] In der Fig. 3b wirkt der Stössel 4 mit einer Stellkraft F
B auf den Schliesskörper 30, der im dargestellten Zustand am Ventilsitz 32 aufliegt.
Der Durchfluss q ist in diesem Zustand etwa 0%, das Ventil ist praktisch geschlossen.
[0021] In dem in der Fig. 3c dargestellten Zustand des Ventils wirkt der Stössel 4 mit einer
- bezogen auf den in der Fig. 3b dargestellten Zustand - grösseren Stellkraft F
c auf den Schliesskörper 30, so dass der Schliesskörper 30 in den Ventilsitz 32 gepresst
wird. Der Ventilsitz 32 ist hier beispielsweise aus einem elastischen Material, welches
bei der entsprechend grossen Stellkraft F
c vom Schliesskörper 30 verformt wird. Der Durchfluss q ist in diesem Zustand 0%, das
Ventil ist dicht geschlossen.
[0022] In der Fig. 4 ist ein Hubmodell des Ventils als prinzipieller Verlauf H(F) dargestellt.
Der Verlauf H(F) zeigt den Zusammenhang zwischen dem Hub H des Schliesskörpers 30
und der am Schliesskörper 30 angelegten Stellkraft F. Bis zu einem minimalen Wert
F
A bleibt der Schliesskörper 30 in der in der Fig. 3a dargestellten ersten Endlage.
Damit der Schliesskörper 30 gegen den Ventilsitz 32 hin bewegbar ist, muss der gegen
die Feder 31 arbeitende Stössel 4 eine etwa linear zunehmende Stellkraft F überwinden.
Bei einem gewissen Wert F
B der Stellkraft ist im Diagramm ein zugehöriger Bezugswert H
0 des Hubs eingezeichnet. Der Bezugswert H
0 entspricht einem Zustand des Stellglieds, bei dem der als Stellelement funktionierende
Schliesskörper 30 den Ventilsitz 32 erreicht. Ein zusätzlicher Hub, über den Bezugswert
H
0 hinaus gegen einen Absperrwert H
0F, erfordert eine stark überproportionale Erhöhung der Stellkraft F über den Wert F
B hinaus gegen den Wert F
C. Die besagte überproportionale Erhöhung der Stellkraft F aber erfordert auch eine
starke zunahme der momentanen Leistung des Elektromotors 1 und damit einen entsprechend
hohen Energieverbrauch.
[0023] In einem vorteilhaften Regelverfahren, in dem der Durchfluss q mit dem Stellglied
5 zu steuern ist, wird der Bezugswert H
0 möglichst nicht überschritten, sofern ein Energieverbrauch des Stellantriebs minimal
sein soll, was bei einer Energieversorgung mittels Batterie mit Vorteil anzustreben
ist.
[0024] In einem vorteilhaften Kalibrierungsverfahren für ein Stellglied, welches ein Stellelement
mit wenigstens einer mechanisch blockierten Endlage aufweist, wird vorteilhafterweise
eine vom Stellantrieb aufgebrachte Kraft oder ein vom Stellantrieb aufgebrachtes Drehmoment
erfasst und beim Erreichen eines vorbestimmten Werts der Kraft bzw. des Drehmoments
die aktuelle Position des Stellelements erfasst und als mechanische Endlage des Stellglieds
bzw. des Stellelements abgespeichert und in einem Regelverfahren berücksichtigt.
[0025] Das Kalibrierungsverfahren wird beispielsweise über ein dem zweiten Regelmodul 13
(Fig. 1) zugeführtes Startsignal k ausgelöst. Mit Vorteil wird die Umlauffrequenz
des Elektromotors 1 während des Kalibrierungsverfahrens auf einen gegenüber einem
Normalbetrieb niederen Wert konstant gehalten, indem der vom zweiten Regelmodul 13
generierte Geschwindigkeitssollwert ω
s entsprechend angepasst wird.
[0026] Ist das Stellglied beispielsweise ein im Ruhezustand offenes Thermostatventil, dessen
Hub H sich in Abhängigkeit von der Stellkraft F prinzipiell wie in der Fig. 4 dargestellt
verhält, wird der Schliesskörper mit Vorteil nur im Kalibrierungsverfahren über den
Bezugswert H
0 des Hubs hinaus bewegt.
[0027] Ein im Hubmodell des Stellantriebs abgespeicherter Regelbereich R (Fig. 4) wird mit
Vorteil vom ermittelten Bezugswert H
0 abhängig festgelegt. Der Regelbereich R für das beispielhafte Thermostatventil umfasst
damit für eine Regelung nutzbare Endlagen bei H
p - also geschlossen, bzw. Durchfluss q ≅ 0% - und H
100 - also offen, bzw. Durchfluss q = 100%.
[0028] Die Information des von der Sensoreinrichtung 8 (Fig. 1) gelieferte Signals s ermöglicht
eine Berechnung der aktuellen Umlauffrequenz des Elektromotors 1 und der Bewegung
des Stössels 4. Mit Vorteil ist im Berechnungsmodul 9 ein Hubmodell abgespeichert,
in dem wichtige Parameter wie eine aktuelle Position des Schliesskörpers, Endpositionen
des Schliesskörpers 30 und eine aktuelle Geschwindigkeit, vorzugsweise die aktuelle
Umlauffrequenz des Elektromotors 1 oder bei Bedarf die aktuelle Geschwindigkeit des
Schliesskörpers 30 verfügbar sind.
[0029] Die Sensoreinrichtung 8 umfasst vorzugsweise eine Lichtquelle und eine auf das Spektrum
der Lichtquelle abgestimmte Detektoreinheit, wobei die Lichtquelle auf ein vom Elektromotor
1 bewegtes optisches Muster gerichtet ist, so dass bei laufendem Elektromotor 1 Lichtpulse
auf die Detektoreinheit gelangen. Das optische Muster ist beispielsweise eine am Getriebe
2 angeordnete Scheibe mit optisch reflektierenden Zonen, oder mit Löchern oder Zähnen,
die derart ausgebildet sind, dass ein Signal der Lichtquelle durch das bewegte optische
Muster moduliert wird.
[0030] Grundsätzlich kann die Sensoreinrichtung 8 aber auch anders, beispielsweise mittels
induktiv arbeitender Einrichtung implementiert werden.
[0031] In der zweiten Vergleichseinrichtung 12 wird aus dem Sollpositionssignal p
s und dem vom Berechnungsmodul 9 ermittelten Positionssignal p eine Regeldifferenz
(p
s - p) gebildet und an das zweite Regelmodul 13 geleitet. Im zweiten Regelmodul 13
wird eine Führungsgrösse für die erste Vergleichseinrichtung 10 generiert. Die Führungsgrösse
ist mit Vorteil ein Geschwindigkeitssollwert ω
s. In der ersten vergleichseinrichtung 10 wird aus dem Geschwindigkeitssollwert ω
s und dem vom Berechnungsmodul 9 ermittelten Geschwindigkeitssignal ω eine Regeldifferenz
(ω
s - (ω) gebildet und an das erste Regelmodul 11 geleitet. Im ersten Regelmodul 11 wird
mit Hilfe der Regeldifferenz (ω
s - ω) das Steuersignal m für das Motortreibermodul 7 generiert.
[0032] Durch die das erste Regelmodul 11 aufweisende innere Regelschleife wird die Drehzahl
des Elektromotors 1 konstant gehalten. Damit sind auch rotierende Elemente des mit
dem Elektromotor 1 mechanisch gekoppelten Getriebes 2 und des Transformationselements
3 zur Neutralisierung ihrer Massenträgheitsmomente jeweils auf konstante Umlauffrequenzen
geregelt. Die Regelung des Elektromotors 1 auf eine konstante Umlauffrequenz bringt
die Vorteile, dass auch ein drehzahlabhängiger Geräuschpegel des Stellantriebs konstant
ist und durch geeignete Wahl des Geschwindigkeitssollwerts
ωs optimierbar ist. Ferner ist mit der besagten Geschwindigkeitsregelung der Vorteil
verbunden, dass Selbstinduktion des Elektromotors 1 und Massenträgheitsmomente rotierender
Elemente des Stellantriebs in der Berechnung eines aktuellen Schätzwerts F
E für die Stellkraft F nicht berücksichtigt werden müssen.
[0033] Eine Endlage eines Stellelements ist zuverlässig bestimmbar, wenn das Stellelement
gegen die Endlage hin bewegt wird und dabei durch ein Rechenmodul 40 (Fig. 5) des
Stellantriebs wiederholt der aktuelle Schätzwerts F
E für die Stellkraft F berechnet und mit einem vorbestimmten Grenzwert verglichen wird.
[0034] Mit Hilfe des am Motortreibermodul 7 angelegten Steuersignals m und der Batteriespannung
U
B ist der Schätzwert F
E in einer ersten Variante nur näherungsweise mit einer linearen Formel A berechenbar.
Das aus dem Steuersignal m, dem aktuellen Wert der Batteriespannung U
B und einer ersten Konstante k
u gebildete Produkt wird um eine zweite Konstante k
F vermindert:

Dadurch, dass bei der Berechnung des Schätzwerts F
E neben dem Steuersignal m auch noch das auf die erste vergleichseinrichtung 10 zurückgeführte
Geschwindigkeitssignal ω verwendet wird, ergibt sich mit einer Formel B eine verbesserte
Variante, in welcher der schätzwert F
E genauer berechenbar ist. Das Geschwindigkeitssignal ω wird mit einer dritten Konstante
k
ω multipliziert und das resultierende Produkt vom Schätzwert F
E abgezogen. Die mathematische Beschreibung des Antriebsmodells und damit die Formel
B zur verbesserten Berechnung des Schätzwerts F
E lautet also:

[0035] Die Formel B zur Berechnung des Schätzwerts F
E ist mit den drei Konstanten für eine mikroprozessorgerechte Implementierung optimiert
aufgebaut. Es versteht sich von selbst, dass die Formel B durch mathematische Umformung,
beispielsweise verbunden mit einer Erhöhung der Anzahl verwendeter Konstanten, ein
geeigneter Schätzwert der Stellkraft berechenbar ist.
[0036] Mit wenig Aufwand können die drei Konstanten k
U, k
ω und k
F so bestimmt werden, dass der Schätzwert F
E für die Bestimmung der Endlage des Stellelements genügend genau berechenbar ist.
[0037] Durch die drei Konstanten k
U, k
ω und k
F werden Kennwerte oder Eigenschaften des Elektromotors 1, des Motortreibermoduls 7,
des Getriebes 8 und des Transformationselements 3 berücksichtigt.
[0038] Das Rechenmodul 40 umfasst eine vorteilhafterweise in einem Mikrocomputer des Stellantriebs
abgespeicherte Datenstruktur und wenigstens eine vom Mikrocomputer ausführbare Programmroutine
zur Berechnung des Schätzwerts F
E. Die aktuelle Batteriespannung U
B wird zur Berechnung des Schätzwerts F
E beispielhaft jeweils über einen Analogeingang des Mikrocomputers eingelesen.
[0039] In einer beispielhaften Implementierung des Rechenmoduls 40 sind die Eigenschaften
des Motortreibermoduls 7 insbesondere mit der ersten Konstante k
U berücksichtigt, während mit der zweiten Konstante k
ω vor allem Kennwerte des Elektromotors 1, wie beispielsweise Motorkonstante und Gleichstromwiderstand
berücksichtigt sind. Das Getriebe 8 wird mit der dritten Konstante k
F berücksichtigt. Ausserdem ist bei der Berechnung des Schätzwerts F
E der Wirkungsgrad des Stellantriebs berücksichtigt, indem er in jede der drei Konstanten
k
u,

und k
F einfliesst.
[0040] In der Fig. 6 ist mit 60 der Stellantrieb für das Stellglied 5 (Fig. 1) bezeichnet.
Der Stellantrieb 60 weist eine Antriebseinheit 61, eine Getriebeeinheit 63, eine Steuer-
und Regeleinheit 62, die als Batterie implementierte Spannungsquelle 6 (Fig. 1), einen
Spannungsregler 64 und die Sensoreinrichtung 8 (Fig. 1) auf.
[0041] Der Steuer- und Regeleinheit 62 sind eine Sende-Empfängereinheit 65 und eine Mikrocomputereinheit
66 zugeordnet.
[0042] Die Antriebseinheit 61 umfasst das Motortreibermodul 7 (Fig. 1) und den Elektromotor
1 (Fig. 1). Die Getriebeeinheit 63 ist vom Elektromotor 1 antreibbar. Die mit der
Stellkraft F auf das Stellglied 5 wirkende Getriebeeinheit 63 umfasst das Getriebe
2 (Fig. 1), das Transformationselement 3 (Fig. 1) und den Stössel 4 (Fig. 1).
[0043] Die Sende-Empfängereineheit 65 und die Mikrocomputereinheit 66 sind über einen Kommunikationskanal
68 miteinander verbunden.
[0044] Das Steuersignal m (Fig. 1) zur Ansteuerung des Motortreibermoduls 7 wird durch die
Mikrocomputereinheit 66 generiert. Das von der Sensoreinrichtung 8 gelieferte Signal
s ist auf einen Eingang der Mikrocomputereinheit 66 geführt.
[0045] Die Antriebseinheit 61 und mit Vorteil auch die Sensoreinrichtung 8 sind zur Energieversorgung
direkt an die Batteriespannung U
B der Batterie 6 angeschlossen, während die Steuer- und Regeleinheit 62 über den mit
der Batterie 6 verbundenen spannungsregler 64 speisbar ist.
[0046] Der Stellantrieb 60 hat ein optimiertes Energiemanagement, welches von der Mikrocomputereinheit
66 gesteuert wird. Dabei werden mit Vorteil die Antriebseinheit 61, die Sensoreinheit
8 und die Sende-Empfängereinheit 65 von der Mikrocomputereinheit 66 sequenziell angesteuert,
so dass die von den Einheiten 61, 8 und 65 bezogene elektrische Energie zeitlich versetzt
und verzahnt und nicht kumuliert anfällt. Ausserdem wird mit Vorteil die maximale
Stromaufnahme der Antriebseinheit 61 begrenzt. Durch die besagte sequenzielle Ansteuerung
und die Strombegrenzung werden Stromspitzen vermieden, welche - bedingt durch einen
Innenwiderstand R
i der Batterie 6 - zu einem unzulässigen Absinken der Batteriespannung U
B führen würden. Insbesondere werden durch die Strombegrenzung so genannte Anfahrstromspitzen
der Antriebseinheit 61 begrenzt.
[0047] Zwischen der Sende-Empfängereinheit 66 und einer externen Station 70 ist eine bidirektionale
drahtlose Datenkommunikationsverbindung aufbaubar. Die externe Station 70 ist beispielsweise
ein Bediengerät, eine Zentrale oder eine übergeordnete Steuereinrichtung. Von der
externen Station 70 wird dem Stellantrieb 60 typischerweise ein Temperatursollwert,
ein Positionssollwert oder eine Betriebsart über die Datenkommunikationsverbindung
übermittelt. Ausserdem ist aktuelle Zustandsinformation des Stellantriebs 60 über
die Datenkommunikationsverbindung an die externe Station 70 übertragbar. In einer
typischen Variante ist die externe Station 70 ein in ein Computernetz 71 eingebundener
Knoten.
[0048] Damit der Stellantrieb 60 gegen aussen zuverlässig kommunikationsfähig ist, wird
die Steuer- und Regeleinheit 62 über den mit der Batteriespannung U
B verbundenen Spannungsregler 64 gespeist. Der Spannungsregler 64 sichert der Steuer-
und Regeleinheit 62 eine konstante Betriebsspannung U
S, unabhängig vom jeweiligen Strombedarf der Antriebseinheit 61 und der Sensoreinheit
8.
[0049] Die Sensoreinrichtung 8 umfasst beispielhaft ein von der Getriebeeinheit 63 bewegbares
optisches Muster 72, eine Lichtquelle 73 und eine Detektoreinheit 74. Das von der
Sensoreinrichtung 8 an die Mikrocomputereinheit 66 übertragene Signal s wird durch
die Detektoreinheit 74 aus dem vom optischen Muster 72 durch eine Bewegung der Getriebeeinheit
63 beeinflussten Lichtsignal der Lichtquelle 73 gewonnen.
[0050] Mit Vorteil ist die Lichtquelle 73 zur Minimierung des Energieverbrauchs durch ein
von der Mikrocomputereinheit 66 generiertes Taktsignal c steuerbar. In einer Vorteilhaften
Implementierung der Sensoreinrichtung 8 weist diese eine Modulationseinrichtung 75
auf, durch welche der von der Lichtquelle 73 generierte Lichtstrahl modulierbar ist.
Mit Vorteil wird eine durch die Modulationseinrichtung 75 bewirkte Signaltransformation
in der Mikrocomputereinheit 66 durch entsprechende Demodulation des von der Sensoreinrichtung
8 gelieferten Signals s berücksichtig.
[0051] Durch das von der Steuer- und Regeleinheit 62 generierte Steuersignal m wird der
Elektromotor 1 in jeder Betriebsphase auf eine Konstante Drehzahl geregelt. Somit
wird der Elektromotor 1 bezüglich seiner Kennlinie unabhängig vom Zustand der durch
die Batterie verwirklichten Spannungsquelle 6 immer in einem optimalen Betriebspunkt
betrieben.
[0052] Dadurch dass die Steuer- und Regeleinheit 62 über den Spannungsregler 64 gespeist
wird, ist bei hoher Batteriespannung U
B und auch bei einer durch die Antriebseinheit 61 und die Sensoreinheit 8 verursachten
starken Belastung der Spannungsquelle 6 eine sichere Energieversorgung der Steuer-
und Regeleinheit 62 gewährleistet.
[0053] In einer vorteilhaften Variante des Stellantriebs 60 weist dieser eine Schaltvorrichtung
76 zur Überbrückung des Spannungsreglers 64 auf. Die Schaltvorrichtung 76 ist mittels
Aktivierungssignal a durch die Mikrocomputereinheit 66 betätigbar. Bei ausserordentlich
niedriger Batteriespannung U
B - also am Ende der Lebensdauer der Batterie - ergibt sich mit der Schaltvorrichtung
76 der Vorteil, dass der Spannungsregler 64 von der Mikrocomputereinheit 66 selbsttätig
überbrückbar ist, so dass ein vom Spannungsregler 64 verursachter Spannungsabfall
vermieden wird, indem die Steuer- und Regeleinheit 62 durch die Schaltvorrichtung
76 zur Speisung direkt an die Batteriespannung U
B gelegt wird.
Bezugszeichenliste
[0054]
- 1
- Elektromotor
- 2
- Getriebe
- 3
- Transformationselement
- 4
- Stössel
- 5
- stellglied
- 6
- Spannungsquelle
- 7
- Motortreibermodul
- 8
- Sensoreinrichtung
- 9
- Berechnungsmodul
- 10
- Vergleichseinrichtung, erste
- 11
- Regelmodul, erstes
- 12
- Vergleichseinrichtung, zweite
- 13
- Regelmodul, zweites
- 20
- Treibereinheit
- 21
- Brückenschaltung
- 22
- elektronischer Schalter
- 23
- elektronischer Schalter
- 24
- elektronischer Schalter
- 25
- elektronischer Schalter
- 30
- Schliesskörper
- 31
- Feder
- 32
- Ventilsitz
- 33
- Antriebsspindel
- 34
- Längsachse
- 35
- Aussengewinde
- 36
- Getrieberad
- 37
- Luftspalt
- 40
- Rechenmodul
- 60
- Stellantrieb
- 61
- Antriebseinheit
- 62
- Steuer- und Regeleinheit
- 63
- Getriebeeinheit
- 64
- Spannungsregler
- 65
- Sende-Empfängereinheit
- 66
- Mikrocomputereinheit
- 67
- 68
- Kommunikationskanal
- 70
- externe Station
- 71
- Computernetz
- 72
- optisches Muster
- 73
- Lichtquelle
- 74
- Detektoreinheit
- 75
- Modulationseinrichtung
- 76
- Schaltvorrichtung
- MM
- Drehmoment
- MA
- Antriebsmoment
- H
- Hub
- F
- Stellkraft
- FA
- Wert der Stellkraft (Ventilberührpunktkraft)
- FB
- Wert der Stellkraft (Schliesspunktkraft)
- FC
- Wert der Stellkraft (ventilabsperrkraft)
- s
- Signal der Sensoreinrichtung
- ω
- Geschwindigkeitssignal
- ωs
- Geschwindigkeitssollwert
- p
- Positionssignal
- ps
- Sollpositionssignal
- IM
- Strom durch den Elektromotor
- m
- Steuersignal
- H0
- Bezugswert
- H0F
- Absperrwert
- q
- Durchfluss
- FE
- Schätzwert für die Stellkraft
- k
- Startsignal
- ku
- Konstante, erste
- kω
- Konstante, zweite
- kF
- Konstante, dritte
- UB
- Batteriespannung
- UM
- Motorspannung
- Ri
- Innenwiderstand
- US
- Betriebsspannung
- c
- Taktsignal
- a
- Aktivierungssignal
1. Durch eine Batterie (6) speisbares Antriebsgerät (60) für ein Stellglied (5), mit
einer Antriebseinheit (61) zur Betätigung des Stellglieds (5) und mit einer drahtlos
mit einer Aussenstelle (70) kommunikationsfähigen Steuer- und Regeleinheit (62) zur
Steuerung und Regelung der Antriebseinheit (61),
wobei die Antriebseinheit (61) einen über die Steuer- und Regeleinheit (62) steuerbaren
Elektromotor (1) und eine Treibereinheit (7) für den Elektromotor (1) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuer- und Regeleinheit (62) über eine mit der Batterie (6) verbundenen Spannungsregeleinrichtung
(64) speisbar ist, und
dass die Antriebseinheit (61) direkt an die Ausgangsspannung (UB) der Batterie (6) angeschlossen ist.
2. Antriebsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Steuer- und Regeleinheit (62) ein Steuersignal (m) für die Treibereinheit
(7) derart generierbar ist, dass die Drehzahl des Elektromotors (1) auf einen konstanten
Wert (ωE) regelbar ist.
3. Antriebsgerät nach einem vorangehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuer- und Regeleinheit (62) eine Sende-Empfängereinheit (65) zur drahtlosen
Kommunikation mit der Aussenstelle (70) aufweist.
4. Antriebsgerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuer- und Regeleinheit (62) einen mit der Sende-Empfängereinheit (65) über
eine Datenschnittstelle (68) kommunikationsfähige Mikrocomputereinheit (66) aufweist.
5. Antriebsgerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein drahtlos an die Sende-Empfängereinheit (62) übermittelter Positionssollwert von
der Sende-Empfängereinheit (65) an die Mikrocomputereinheit (66) übertragbar ist.
6. Antriebsgerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein drahtlos an die Sende-Empfängereinheit (62) übermittelter Temperatursollwert
von der Sende-Empfängereinheit (62) an die Mikrocomputereinheit (66) übertragbar ist.
7. Antriebsgerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannungsregeleinrichtung (64) durch ein von der Steuer- und Regeleinheit (62)
generiertes Deaktivierungssignal überbrückbar ist.
8. Antriebsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit (61) eine Sensoreinheit (8) zur Erfassung der Umlauffrequenz
des Elektromotors (1) aufweist.
9. Antriebsgerät nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinheit (8) eine pulsierend gesteuerte Lichtquelle ausweist.
10. Antriebsgerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Treibereinheit (7) zur Optimierung des Energieverbrauchs durch ein von der Mikrocomputereinheit
(66) generiertes Steuersignal (m) ansteuerbar ist.
11. Antriebsgerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtquelle (73) der Sensoreinrichtung (8) zur Optimierung des Energieverbrauchs
durch ein von der Mikrocomputereinheit (66) generiertes Taktsignal (c) steuerbar ist.
12. Antriebsgerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit (61) und die Sensoreinheit (8) von der Mikrocomputereinheit (66)
sequenziell angesteuert werden, derart, dass die durch die Antriebseinheit (61) und
die Sensoreinheit (8) von der Batterie (6) bezogene elektrische Energie zeitlich versetzt
und nicht kumuliert anfällt.