[0001] Die Erfindung betrifft einen Mauerstein, insbesondere aus Beton gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 und eine derartige Mauersteine umfassende Mauer.
[0002] Aus der
DE 90 15 196 U1 ist ein Formstein aus Beton mit einer Oberseite und einer Unterseite bekannt, welcher
an der Oberseite eine Erhebung aufweist, die durch zwei beabstandete Noppen gebildet
ist, und welcher an der Unterseite eine in eine Längsrichtung des Mauersteins verlaufende
als Nut ausgebildete Ausnehmung aufweist, wobei aufeinanderliegende Mauersteine formschlüssig
zusammenwirken. Nachteilig an einem derartigen Mauerstein ist die Tatsache, dass die
Noppen aus einer unteren Mauersteinlage einen in einer oberen Mauersteinlage liegenden
Mauerstein fixieren und hierbei dessen Ausrichtung definieren. Dies ist insbesondere
beim Aufbau von Mauern mit sich änderndem Mauerradius nachteilig.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Mauerstein bzw. eine derartige Mauersteine
umfassende Mauer zu entwickeln, welcher bzw. welche eine individuelle Ausrichtung
des einzelnen Mauersteins zu einem oder mehreren unter diesem befindlichen Mauersteinen
erlaubt.
[0004] Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche 1 und 10 gelöst.
In den Unteransprüchen sind vorteilhafte und zweckmäßige Weiterbildungen angegeben.
[0005] Der erfindungsgemäße Mauerstein weist an einer Oberseite eine Erhebung auf, welche
durch einen einzelnen rotationssymmetrischen Vorsprung gebildet ist. Hierdurch ist
es möglich die Ausrichtung eines Mauersteins zu einem oder mehreren unter diesem liegenden
Mauersteinen prinzipiell frei zu wählen, das heiß der Mauerstein ist um eine durch
einen Vorsprung eines darunter liegenden Mauersteins verlaufende Hochsachse frei drehbar.
Somit ist es möglich, Mauern mit einem Kurvenverlauf bzw. Mauern mit wechselndem Radius
aufzubauen, da die Ausrichtung der Mauersteine in kleinen Schritten verändert werden
kann. Kern der Erfindung ist somit ein Mauerstein, welcher formschlüssig auf einer
Mauersteinlage ruht und auf dieser nicht nur frei verschiebbar ist, sondern zu dieser
auch frei drehbar ist. Somit erlaubt der erfindungsgemäße Mauerstein den Aufbau einer
Mauer, bei welcher die einzelnen Mauersteine zur Erhöhung der Stabilität der Mauer
miteinander verbunden sind, aber für das Versetzten der einzelnen Mauersteine trotzdem
größtmögliche Freiheitsgrade zulassen.
[0006] Die Erfindung sieht weiterhin vor, den Vorsprung auf der Oberseite des Mauersteins
versetzt zu durch ein Mauerraster definierten Quermittelebenen anzuordnen, welche
den Mauerstein Teilmauersteine teilen, die dem Mauerraster entsprechen. Hierdurch
ist beim Aufbau einer Mauer mit in benachbarten Mauerlagen versetzt zueinander angeordneten
Mauersteinen sichergestellt, dass der Vorsprung eines Mauersteins jeweils vollständig
in die Nut eines aufliegenden Mauersteins eingreift und nicht gleichzeitig mit zwei
aufliegenden Mauersteinen zusammenwirkt, die genau über dem Vorsprung des untern liegenden
Mauersteins zusammenstoßen. Eine derartige Anordnung des Vorsprungs sichert insbesondere
auch bei einer relativ kleinen Bemessung von Vorsprung und Nut ein effektives Zusammenwirken
übereinander liegender Mauersteine.
[0007] Alternativ sieht die Erfindung vor, den Vorsprung auf die bzw. eine der durch ein
Mauerraster definierten Quermittelebene bzw. Quermittelebenen auszurichten, welche
den Mauerstein in dem Raster entsprechende Teilmauersteine teilt. Durch eine derartige
Positionierung des Vorsprungs ist es möglich eine Mauer zu errichten, bei welcher,
insbesondere bei einer relativ großen Dimensionierung von Vorsprung und Nut ein unten
liegender Mauerstein mit seinem einen Vorsprung zwei darüber liegende Mauersteine
sichert.
[0008] Weiterhin sieht die Erfindung vor, den Vorsprung und die Ausnehmung mit gleichem
Abstand zu der Vorderseite und/oder Rückseite des Mauersteins anzuordnen. Hierdurch
ist der Aufbau einer Mauer mit einer senkrechten Sichtseite möglich.
[0009] Erfindungsgemäß ist es vorgesehen die Ausnehmung an der Unterseite des Mauersteins
durch wenigstens zwei Nuten auszubilden, welche parallel zueinander mit gleichbleibendem
Abstand zu einer Vorderseite und/oder Rückseite des Mauersteins angeordnet sind. Dies
ermöglicht den Aufbau von Mauern mit senkrechten Sichtseiten und den Aufbau von Mauern
mit geneigten Sichtseiten, z. B. sogenannten Böschungsmauern, wobei bei beiden Mauertypen
ein formschlüssiges Zusammenwirken übereinander liegender Mauersteine gewährleistet
ist.
[0010] Die Erfindung sieht weiterhin vor, den Vorsprung kegelstumpfförmig oder halbkugelförmig
oder zylindrisch auszubilden. Derartige Formgebungen lassen sich bei der Mauersteinerstellung
aus Beton einfach verwirklichen.
[0011] Weiterhin ist es erfindungsgemäß vorgesehen, auf der Mantelfläche des Vorsprungs
Rippen anzuordnen. Hierdurch ist das Verdrehen eines auf diesem Vorsprung aufliegenden
Mauersteins erschwert und es erfolgt durch ein leichtes Verdrehen auch eine leichte
Verkeilung, welche die Stabilität der Verbindung zwischen zwei zusammenwirkenden Mauersteinen
erhöht.
[0012] Erfindungsgemäß weist der Mauerstein eine ebene Vorderseite und/oder Rückseite oder
eine jeweils um eine horizontale und/oder vertikale Achse gewölbte Vorderseite und/oder
Rückseite auf. Hierdurch können Mauersteine
[0013] Schließlich sieht die Erfindung eine Mauer vor, welche aus erfindungsgemäßen Mauersteinen
aufgebaut ist.
[0014] Weitere Einzelheiten der Erfindung werden in der Zeichnung anhand von schematisch
dargestellten Ausführungsbeisielen beschrieben.
[0015] Hierbei zeigt:
- Figur 1a - 1c:
- verschiedene Ansichten eines Mauersteins;
- Figur 2a - 2c:
- Draufsichten auf drei weitere Mauersteine mit einer Nut;
- Figur 2d:
- einen Schnitt durch eine zweilagige Mauer aus Mauersteinen gemäß Figur 2b und 2c;
- Figur 3a - 3c:
- Draufsichten auf weitere drei Mauersteine mit jeweils drei parallelen Nuten;
- Figur 3d:
- einen Schnitt durch eine zweilagige Böschungsmauer aus Mauersteinen gemäß Figur 3b
und 3c;
- Figur 4a - 4c:
- verschiedene Ansichten einer Böschungsmauer aus erfindungsgemäßen Mauersteinen und
Sondersteinen;
- Figur 5a, 5b:
- zwei Draufsichten auf zwei jeweils abschnittsweise zweilagige Mauern;
- Figur 6:
- eine Draufsicht auf eine Mauerlage eines Pfeilers;
- Figur 7a:
- eine im Viertelversatz aufgemauerte Mauer aus Mauersteinen, welche jeweils einen mittig
angeordneten Vorsprung aufweisen;
- Figur 7b:
- einen Seitenansicht der in der Figur 7a dargestellten Mauer aus einer Pfeilrichtung
VIIb;
- Figur 7c:
- eine im Halbversatz aufgemauerte Mauer aus Mauersteinen, welche jeweils einen außermittig
angeordneten Vorsprung aufweisen;
- Figur 8:
- einen Mauerabschnitt einer aus bekannten Mauersteinen aufgemauerten Mauer und
- Figur 9a - 9b:
- Draufsichten auf eine Mauer aus erfindungsgemäßen Mauersteinen in zwei Ausführungsvarianten.
[0016] In der Figur 1a ist ein Mauerstein 1 in perspektivischer Ansicht dargestellt. Der
Mauerstein 1 weist eine Vorderseite 2, eine Rückseite 3, eine Oberseite 4, eine Unterseite
5 und Kontaktseiten 6, 7 auf. Auf der Oberseite 4 ist eine Erhebung 8 angeordnet,
welche in Form eines rotationssymmetrischen Vorsprungs 9 als Halbkugel 10 ausgeführt
ist. Der Mauerstein 1 ist als sogenannter Vollstein VS ausgebildet und wird zur Erstellung
von Mauern im sogenannten Viertelversatz mit einem nicht dargestellten Viertelstein
verwendet. Somit wird der Mauerstein 1 in einem Mauerraster MR versetzt, bei welchem
eine Breite B1 des Mauersteins 1 vier Rasterbreiten RB entspricht. Durch das Mauerraster
MR sind drei Quermittelebenen QE definiert, welche den Mauerstein 1 in vier gleich
große Teilmauersteine TM1 bis TM4 teilen. Der rotationssymmetrische Vorsprung 9 wird
von der mittleren Quermittelebene QE in zwei Viertelkugeln 10a, 10b geschnitten. Auf
der Unterseite 5 des Mauersteins 1 ist eine Ausnehmung 11 angeordnet, welche als Nut
12 ausgebildet ist und in eine Längsrichtung x des Mauersteins 1 parallel zu der Vorderseite
2 bzw. der Rückseite 3 verläuft.
[0017] In der Figur 1b ist eine Seitenansicht aus einer Pfeilrichtung Ib auf den in der
Figur 1 dargestellten Mauerstein 1 gezeigt. Der rotationssymmetrische Vorsprung 9
besitzt eine Hochachse HA welche die Nut 12 auf der Unterseite 3 des Mauersteins 1
im Querschnitt mittig schneidet. Entsprechend weisen der Vorsprung 9 und die Nut 12
dieselben Abstände a bzw. b zu der Vorderseite 2 bzw. der Rückseite 3 auf. Im vorliegenden
Ausführungsbeispiel sind die Abstände a, b gleich groß. Unabhängig hiervon entspricht
die Summe aus a und b einer Steintiefe T1.
[0018] In der Figur 1c ist schließlich eine Draufsicht auf den in der Figur 1 gezeigten
Mauerstein 1 dargestellt. Der Verlauf der Nut 12 ist mit gestrichelten Linien angedeutet.
In der Figur 1c sind nochmals die den Mauerstein 1 teilenden Quermittelebenen QE dargestellt,
wobei die Hochachse HA des Vorsprungs 9 in der mittleren Quermittelebenen QE liegt.
[0019] In den Figuren 2a bis 2c sind Draufsichten auf drei weitere Mauersteine 13a, 13b
und 13c dargestellt, welche im Gegensatz zu dem in den Figuren 1a bis 1c dargestellten
Mauerstein jeweils eine durch einen Vorsprung 9 gebildete Erhebung 8 aufweisen, die
außerhalb einer durch ein Mauerraster MR für einen Halbversatz definierten Quermittelebene
QE liegt. Das an den Mauersteinen 13a, 13b, 13c dargestellte Mauerraster MR teilt
die Mauersteine 13a, 13b, 13c mittig zu deren Breiten B13a, B13b, B13c in jeweils
zwei etwa gleich große Teilmauersteine TM1 und TM2.
[0020] In der Figur 2d ist ein Schnitt durch eine Mauer M dargestellt, welche aus zwei Mauerlagen
ML1 und ML2 zusammengesetzt ist. Die geschnittenen Mauersteine 13a, 13b wirken formschlüssig
zusammen, wobei der Vorsprung 9 des Mauersteins 13b in eine Nut 12 des Mauersteins
13a eingreift.
[0021] Die Figuren 3a bis 3c zeigen drei weitere Mauersteine 14a, 14b, 14c. Bezüglich eines
seitlichen Versatzes V einer als rotationssymmetrischer Vorsprung 9 ausgebildeten
Erhebung 8 zu Quermittelebenen QE entsprechen die Mauerstein 14a, 14b, 14c den in
den Figuren 2a bis 2c gezeigten Mauersteinen. Die Mauersteine 14a, 14b, 14c sind für
das Versetzen im Halbversatz vorgesehen, bei welchem die Mauer seitlich in jeder zweiten
Mauerlage durch einen hier nicht dargestellten Halbstein abgeschlossen wird. Der Versatz
V entspricht hier etwa einem Durchmesser D9 des Vorsprungs 9. Im Unterschied zu den
in den Figuren 2a bis 2c gezeigten Mauersteinen weisen die Mauersteine 14a, 14b, 14c
an verdeckt liegenden Unterseiten jeweils eine Ausnehmung 11 auf, welche durch jeweils
drei parallel zueinander verlaufende Nuten 12 ausgebildet ist. Hierdurch ist es möglich
nicht nur freistehende, senkrechte Mauern (siehe Figur 2d) herzustellen, sondern Mauern
M zu fertigen, welche als Böschungsmauern BM ausgeführt sind und stufenweise zurückweichende
Mauerlagen ML1, ML2 aufweisen. Dies ist beispielhaft in der Figur 3d dargestellt.
Die im Schnitt dargestellten Mauersteine 14a, 14b gehören zu Mauerlagen ML2 bzw. ML1,
welche zusätzlich unterschiedliche Steinhöhen H14a bzw. H14b aufweisen.
[0022] In den Figuren 4a bis 4c ist eine weitere als Böschungsmauer BM ausgeführte Mauer
M in unterschiedlichen Ansichten dargestellt. Sämtliche erfindungsgemäße Mauersteine
15 und Sondermauersteine SM dieser Böschungsmauer BM weisen an Unterseiten 5 jeweils
eine Ausnehmung 11 auf, welche durch drei parallel zueinander verlaufende Nuten 12
gebildet ist. Die aus drei Lagen SL1, SL2, SL3 bestehende Böschungsmauer BM weist
eine Neigung α von etwa 82° auf. In der Figur 4c, welche die Böschungsmauer BM in
Draufsicht zeigt, sind Stufen ST1 und ST2 erkennbar, welche durch die gegenüber der
Mauerlage ML1 bzw. ML2 zurückversetzen Mauerlagen ML2 bzw. ML3 entstehen.
[0023] In den Figuren 5a, 5b sind in Draufsicht zwei Mauern M dargestellt, welche abschnittsweise
zweilagig aufgebaut sind und ausschließlich aus Mauersteinen 13a bestehen, wie sie
aus der Figur 2a bereits bekannt sind. Die in der Figur 5a dargestellte Mauer M weist
einen bogenförmigen Verlauf mit einem Mauerradius RM auf. Eine untere Mauerlage ML1
besteht aus fünf in Draufsicht trapezförmigen Mauersteinen 13a. Von einer über der
ersten Mauerlage ML1 liegenden zweiten Mauerlage ML2 ist lediglich exemplarisch ein
Mauerstein 13a dargestellt, welcher entsprechend einem Halbversatz auf zwei darunter
liegende Mauersteine 13a aufgesetzt ist. Zur besseren Unterscheidbarkeit ist der Mauerstein
13a der oberen Mauerlage ML2 gesprenkelt dargestellt. Da die Vorsprünge 9 der in der
Figur 5a dargestellten Mauersteine 13a jeweils mittig angeordnet sind, überdeckt der
sich in der zweiten Mauerlage ML2 befindende Mauerstein 13a mit seiner Nut 12 zwei
benachbarte Vorsprünge 9 jeweils zur Hälfte. Dies ist trifft auch auf die in der Figur
5b dargestellte gerade verlaufenden Mauer M zu. Hier liegen in einer unteren Mauerlage
ML1 sechs Mauersteine 13a, welche abwechseln jeweils um 180° um eine Hochachse HA
ihrer Vorsprünge 9 verdreht aneinandergereiht sind. In einer zweiten Mauerlage ML2
ist exemplarisch nur ein weiterer Mauerstein 13a dargestellt, welcher mit seiner Nut
12 ebenfalls zwei benachbarte Vorsprünge 9 der unteren Mauerlage ML1 zur Hälfte überdeckt.
Durch die mittige Anordnung des Vorsprungs und die Wahl eines Halbversatzes ist es
somit möglich auch bei Mauersteinen mit jeweils nur einem Vorsprung eine Mauer zu
erstellen, bei welcher ein oberer Mauerstein mit seiner Nut jeweils die Vorsprünge
zweier tiefer liegender Mauersteine etwa zur Hälfte übergreift. Grundsätzlich kann
eine derartige Verbindung übereinander liegender Mauerlagen auch bei einer außermittigen
Anordnung des Vorsprungs erreicht werden, wenn der Versatz der Mauersteine zueinander
entsprechend gewählt wird.
[0024] In der Figur 6 ist eine Mauerlage ML1 eines Pfeilers P in Draufsicht dargestellt.
Der Pfeiler P weist in der Draufsicht eine quadratische Grundfläche PG auf, welche
in jeder Mauerlage ML1 durch vier viereckige Mauersteine 16 gebildet ist. Die Mauersteine
16 weisen jeweils eine Vorderseite 2 und eine Kontaktseite 7 auf, welche als Sichtseiten
17 dienen und in Draufsicht rechtwinklig zueinander verlaufen.
[0025] In der Figur 7a ist eine im Viertelversatz aufgemauerte Mauer M dargestellt, welche
im Wesentlichen aus Mauersteinen 1 gebildet ist, wobei die Mauer M seitlich durch
als Viertelsteine ausgebildet Ergänzungssteine ES komplettiert ist. Die Mauersteine
1 entsprechen im Wesentlichen dem in den Figuren 1a bis 1c beschriebenen Mauerstein
und weisen jeweils einen auf der geometrischen Mitte einer Oberseite 4 angeordneten
rotationssymmetrischen Vorsprung 9 mit einer Hochachse HA auf, welcher als Kegelstumpf
ausgebildet ist. Die Hochachse HA liegt in der mittleren von drei durch ein Mauerraster
MR definierten Quermittelebenen QE, welche jeden Mauerstein 1 in vier gleiche Teilmauersteine
TM1 bis TM4 teilen. Durch den Viertelversatz wirkt jeder Vorsprung 9 eines unterhalb
einer obersten Mauerlage ML4 liegende Vollstein VS mit einem Vollsteinen VS der nächst
höheren Mauerlage ML2 bzw. ML3 bzw. ML4 zusammen und führt so zu einer Verzahnung,
bei welcher auch eine Verdrehung eines oberen Mauersteins 1 zu einem unteren Mauerstein
1 um dessen Hochachse HA möglich ist.
[0026] In der Figur 7b ist eine Seitenansicht der in der Figur 7a dargestellten Mauer M
aus einer Pfeilrichtung VIIb gezeigt. Die Seitenansicht lässt erkennen, wie Nuten
12 der Mauersteine 1 bzw. der Ergänzungssteine ES im Querschnitt auf die Vorsprünge
9 angepasst sind.
[0027] Die Figur 7c zeigt eine im Halbversatz aufgemauerte Mauer M, welche im Wesentlichen
aus Mauersteinen 18 gebildet und durch als Halbsteine ausgebildet Ergänzungssteine
ES komplettiert ist. Die Mauersteine 18 weisen Vorsprünge 9 auf, die im Gegensatz
zu den in der Figur 7a gezeigten Mauersteinen jeweils außermittig angeordnet sind.
Das heißt, eine Hochachse HA der rotationssymmetrischen Vorsprünge 9 liegt parallel
versetzt zu einer Quermittelebene QE, welche jeden als Vollstein VS ausgeführten Mauerstein
18 in zwei gleiche Teilmauersteine TM1 und TM2 teilt. Hierdurch ist auch bei im Verhältnis
zu dem Mauerstein 18 klein dimensionierten Vorsprüngen 9 ein sicherer formschlüssiger
Zusammenhalt der Mauersteine 18 mittels der Vorsprünge 9 und Nuten 12 gewährleistet.
Durch die außermittige Anordnung der Vorsprünge 9 bei im Halbversatz aufgemauerten
Mauern M wird erreicht, dass Vorsprünge 9 nicht unterhalb senkrechter Stoßfugen 19
zu liegen kommen und hierdurch einen nur unzureichenden Formschluss herstellen.
[0028] In der Figur 8 ist ein Mauerabschnitt 100 einer Mauer 101 vereinfacht dargestellte,
der aus Mauersteinen 102 aufgemauert ist wie sie aus der in der Beschreibungseinleitung
genannten
DE 90 15 196 U1 bekannt sind. Die Mauersteine 102 weisen an einer Oberseite 103 jeweils zwei Vorsprünge
104, 105 auf (zur Vereinfachung nur bei den Mauersteinen 102 einer unteren Mauerlage
109 dargestellt), welche mit einer Nut 106 eines in einer oberen Mauerlage 107 liegendenden
Mauersteins 102 zusammenwirken (zur Vereinfachung ist die Nut bei den Mauersteinen
der unteren Mauerlage 109 nicht dargestellt), wobei die Nut 106 jeweils an einer Unterseite
108 der Mauersteine 102 angeordnet ist. Diese Zweipunktverbindung bewirkt, dass der
Mauersteine 102 aus der oberen Mauerlage 107 gegenüber den Mauersteinen 102 aus einer
unteren Mauerlage 109 nicht verdrehbar ist, sondern ausschließlich in entgegengesetzte
Pfeilrichtungen 110 bzw. 111 in Richtung der Nut 106 verschoben werden kann. Durch
diese eingeschränkte Positionierbarkeit ist keine Verschiebbarkeit der Mauerlagen
107 und 109 gegeneinander möglich, ohne einen technisch nicht akzeptablen Aufbau der
Mauer zu erzeugen.
[0029] In den Figuren 9a und 9b sind zwei Ausführungsvarianten von Mauern M mit einer unteren
Mauerlage ML1 und einer oberen Mauerlage ML2 aus erfindungsgemäßen Mauersteinen 20
dargestellt, welche in Draufsicht trapezförmig sind und auf einer Oberseite 4 jeweils
einen außermittig angeordneten Vorsprung 9 aufweisen und auf einer Unterseite jeweils
eine in Längsrichtung verlaufende Nut 12 aufweisen (zur Vereinfachung der Darstellung
sind die Vorsprünge 9 lediglich bei den Mauersteinen 20 der unteren Mauerlage ML 1
und die Nuten 12 lediglich bei den Mauersteinen 20 der oberen Mauerlage ML2 dargestellt).
Im Vergleich der Figuren 9a und 9b ist erkennbar, dass die obere Mauerlage ML2 gegenüber
der unteren Mauerlage ML1 um einen Verschiebeweg u versetzt bzw. gedreht auf der unteren
Mauerlage ML1 angeordnet werden kann (siehe Figur 9a). Somit kann die Mauer M individuell
an die jeweiligen Erfordernisse angepasst werden. Insbesondere ist es auch möglich
mit den erfindungsgemäßen Mauersteinen Mauern zu errichten, welche einen Verlauf mit
sich ändernden Radien aufweisen.
[0030] Die Erfindung ist nicht auf dargestellte oder beschriebene Ausführungsbeispiele beschränkt.
Sie umfasst vielmehr Weiterbildungen der Erfindung im Rahmen der Schutzrechtsansprüche.
Insbesondere sieht die Erfindung auch vor, den erfindungsgemäßen Mauerstein in Draufsicht
mit der Kontur eines Abschnitts eines Kreisrings auszubilden. Weiterhin ist die konkave
bzw. konvexe Ausbildung von Kontaktflächen der Mauersteine vorgesehen. Die Erfindung
sieht auch sogenannte Abdecksteine vor, welche auf die jeweils oberste Mauerlage auflegbar
sind. Diese sind durch eine Oberseite ohne Vorsprung gekennzeichnet und weisen auf
einer Unterseite wenigstens eine Nut auf, um mit den Steinen der obersten Mauerlage
verbunden werden zu können. Bei diesen Abdecksteinen ist insbesondere auch eine Oberseite
vorgesehen, welche durch zwei in Dachform schräg verlaufende Flächen gebildet ist.
Bezugszeichenliste:
[0031]
- 1
- Mauerstein
- 2
- Vorderseite
- 3
- Rückseite
- 4
- Oberseite
- 5
- Unterseite
- 6, 7
- Kontaktseite
- 8
- Erhebung
- 9
- rotationssymmetrischer Vorsprung
- 10
- Halbkugel
- 10a, 10b
- Viertelkugel
- 11
- nutförmige Ausnehmung
- 12
- Nut
- 13a, 13b, 13c
- Mauerstein
- 14a, 14b, 14c
- Mauerstein
- 15
- Mauerstein
- 16
- Viereckiger Mauerstein
- 17
- Sichtseite
- 18
- Mauerstein
- 19
- senkrechte Stoßfuge
- 20
- Mauerstein
- a, b
- Abstand zwischen 12 und 2 bzw. 12 und 3
- x
- Längsrichtung des Mauersteins
- B1
- Breite von 1
- B13a
- Breite von 13a
- B13b
- Breite von 13b
- B13c
- Breite von 13c
- BM
- Böschungsmauer
- D9
- Durchmesser von 9
- ES
- Ergänzungsstein
- HA
- Hochachse von 9
- H14a, H14b
- Höhe von 14a bzw. 14b
- M
- Mauer
- ML1 - ML4
- Mauerlage
- MR
- Mauerraster
- P
- Pfeiler
- PG
- Grundfläche von P
- QE
- Quermittelebene
- RM
- Mauerradius
- SM
- Sondermauerstein
- ST1, ST2
- Stufe
- TM1 - TM4
- Teilmauerstein
- T1
- Tiefe von 1
- V
- Versatz zwischen QE und HA
- VS
- Vollstein
- 100
- Mauerabschnitt 100
- 101
- Mauer
- 102
- Mauersteinen
- 103
- Oberseite
- 104
- Vorsprung
- 105
- Vorsprunge
- 106
- Nut
- 107
- Mauerlage
- 108
- Unterseite 108
- 109
- Mauerlage
- 110
- Pfeilrichtungen
- 111
- Pfeilrichtungen
1. Mauerstein, insbesondere aus Beton zur Erstellung von Mauern (M, BM) und Pfeilern
(P), wobei der Mauerstein an einer Oberseite (4) eine Erhebung (8) und an einer Unterseite
(5) eine in eine Längsrichtung (x) des Mauersteins verlaufende Ausnehmung (11, 12)
aufweist und aufeinanderliegende Mauersteine formschlüssig zusammenwirken, dadurch gekennzeichnet, dass die Erhebung (8) des Mauersteins (1; 13a, 13b, 13c; 14a, 14b, 14c; 15; 16; 18; 20)
durch einen einzelnen rotationssymmetrischen Vorsprung (9) gebildet ist.
2. Mauerstein nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung (9) versetzt zu einer oder mehreren durch ein Mauerraster (MR) definierten
Quermittelebenen (QE) angeordnet ist, welche den Mauerstein (13a, 13b, 13c; 14a, 14b,
14c; 15; 16; 18; 20) in dem Mauerraster (MR) entsprechende Teilmauersteine (TM1, TM2)
teilen.
3. Mauerstein nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung (9) von der bzw. einer der Quermittelebenen (QE) geschnitten wird,
welche den Mauerstein (1) entsprechend einem Mauerraster (MR) in Teilmauersteine (TM1,
TM2, TM3, TM4) teilen.
4. Mauerstein nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung (9) und die Ausnehmung (11, 12) gleiche Abstände (a, b) zu der Vorderseite
(2) und/oder Rückseite (3) des Mauersteins (1; 13a, 13b, 13c; 14a, 14b, 14c; 15; 16;
18; 20) aufweisen.
5. Mauerstein nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (11) an der Unterseite (5) des Mauersteins (1; 13a, 13b, 13c; 14a,
14b, 14c; 15; 16; 18; 20) durch wenigstens zwei Nuten (12) gebildet ist, welche parallel
zueinander mit gleichbleibendem Abstand (a, b) zu der Vorderseite (2) und/oder der
Rückseite (3) des Mauersteins (1; 13a, 13b, 13c; 14a, 14b, 14c; 15; 16; 18; 20) angeordnet
sind.
6. Mauerstein nach einem der Ansprüche 1, 2, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung (9) kegelstumpfförmig, oder halbkugelförmig (10) oder zylindrisch ausgebildet
ist.
7. Mauerstein nach einem der Ansprüche 1, 2, 3, 4 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung (9) auf seiner Mantelfläche Rippen aufweist, welche ein Verdrehen in
der Nut (12) erschweren.
8. Mauerstein nach einem der Ansprüch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorderseite (2) und/oder die Rückseite (3) eben ausgebildet ist.
9. Mauerstein nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorderseite (2) und/oder die Rückseite (3) jeweils um eine horizontale und/oder
vertikale Achse gewölbt ist.
10. Mauer (M, BM) oder Pfeiler (P), dadurch gekennzeichnet, dass die Mauer (M, BM) bzw. der Pfeiler (P) in allen Mauersteinlagen (ML1, ML2, ML3, ML4)
Mauersteine (1; 13a, 13b, 13c; 14a, 14b, 14c; 15; 16; 18; 20) gemäß einem der Ansprüche
1 bis 9 umfasst.
11. Mauer (M, BM) oder Pfeiler (P)nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Mauersteine (1; 13a, 13b, 13c; 14a, 14b, 14c; 15; 16; 18; 20) in aneinandergrenzenden
Mauerlagen (ML1, ML2, ML3, ML4) versetzt zueinander angeordneten sind.