[0001] Die Erfindung betrifft ein elektrisches Steckverbinderteil mit einem Kammerblock
zur Aufnahme von Steckhülsen oder Steckerstiften, mit einem ersten Steckverbindergehäuse,
welches den Kammerblock aufnimmt, und welches mit einem zweiten Steckverbindergehäuse,
welches Steckerstifte oder Steckhülsen aufweist, zusammenfügbar ist, und mit einer
Dichtung, welche das erste Steckverbindergehäuse gegen das zweite Steckverbindergehäuse
abdichtet, und mit elektrischen Leitern, die durch Durchführungen im ersten Steckverbindergehäuse
geführt sind.
[0002] Aus der
DE 698 05 084 T2 und der
DE 695 16 947 T2 sind Steckverbinder bekannt, bei denen zwischen den Steckverbindergehäusen von zwei
Steckverbinderteilen eine Gummidichtung eingesetzt ist. Durch Ausnehmungen in der
Dichtung sind die Steckerstifte von einem Steckverbinderteil hindurchgeführt, die
Steckhülsen bei dem anderen Steckverbinderteil kontaktieren. Die Dichtung erfüllt
somit die Aufgabe, die beiden Steckverbinderteile gegeneinander abzudichten, also
das Eindringen von Feuchtigkeit im Übergangsbereich der Steckverbinderteile zu verhindern.
[0003] Um einen Steckverbinder vollständig gegen Feuchtigkeit abzudichten, sind darüber
hinaus auch die Zuleitungsbereiche der Steckverbinderteile gegen das Eindringen von
Feuchtigkeit zu schützen. Dies ist unproblematisch, wenn stiftförmige Zuleitungen
in das Steckverbindergehäuse eines Steckverbinderteils eingespritzt sind. Derartig
ausgebildete Steckverbinderteile bilden meist einen fest montierten Teil einer Steckverbindung.
[0004] Das daran anzufügende Steckverbinderteil weist zumeist flexible Anschlußdrähte als
Zuleitungen auf. Diese, im folgenden kurz als Leiter bezeichneten Anschlußdrähte sind
durch das Steckverbindergehäuse des Steckverbinderteils hindurchgeführt und mit Steckhülsen
oder Steckerstiften des Steckverbinders elektrisch und mechanisch verbunden, die zur
mechanisch stabilen Anordnung häufig in einen Kammerblock eingesetzt sind.
[0005] Um die Leiter feuchtigkeitsdicht durch das Steckverbindergehäuse hindurchzuführen,
können die Durchführungen entweder nachträglich durch Vergießen um die Leiter herum
abgedichtet werden oder es kann eine weitere Dichtung vorgesehen werden, durch die
die elektrischen Leiter hindurchgeführt sind. Sowohl das nachträgliche Vergießen als
auch die weitere Dichtung als zusätzliches Bauteil bedeutet einen Kostenaufwand.
[0006] Es stellte sich die Aufgabe, ein elektrisches Steckverbinderteil zu schaffen, das
den vorgenannten Kostenaufwand vermeidet.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Dichtung zwischen dem
Kammerblock und dem ersten Steckverbindergehäuse angeordnet ist und daß die Leitungen
durch Ausnehmungen in der Dichtung hindurchgeführt sind.
[0008] Erfindungsgemäß ist also eine gemeinsame Dichtung vorgesehen, die sowohl eine Abdichtung
für die elektrischen Leiter im Bereich der Durchführungen an einem Steckverbindergehäuse
und gleichzeitig eine feuchtigkeitsdichte Abdichtung zu dem Steckverbindergehäuse
eines zweiten Steckverbinderteils bewirkt.
[0009] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den
abhängigen Ansprüchen und der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels
anhand der Zeichnung.
[0010] Es zeigen
- Figur 1
- eines Explosionszeichnung eines ersten Steckverbinderteils,
- Figur 2
- ein zweites Steckverbinderteil,
- Figur 3
- eine Schnittzeichnung durch das verbundene erste und zweite Steckverbinderteil.
[0011] Die Figur 1 zeigt in einer Explosionsdarstellung ein erstes Steckverbinderteil. Das
Steckverbinderteil weist einen Kammerblock (3) auf, der zwei Reihen von Kammern (18)
zur Aufnahme von in der Figur 1 nicht dargestellten Steckhülsen oder Steckerstiften
besitzt.
[0012] Der Kammerblock (3) weist zudem im Bereich seiner Schmalseiten zwei einstückig angeformte
Haltestege (15) auf, die frei von der Oberseite des Kammerblocks (3) abstehen.
[0013] Diese Haltestege (15) sind durch Durchbrüche (14) in einer flächig ausgeführten Dichtung
(2), die vorzugsweise als Gummidichtung ausgeführt ist, hindurchgeführt, wobei die
Durchbrüche (14) dicht mit den Haltestegen (15) abschließen. Die Dichtung (2) besitzt
des weiteren Ausnehmungen (9), die sich nach dem Anfügen der Dichtung (2) auf den
Kammerblock (3) genau vor den Öffnung der Aufnahmekammern (18) befinden.
[0014] Die Haltestege (15) besitzen an ihren Endabschnitten jeweils ein Rastelement (19),
über das der Kammerblock (3) mit dem ersten Steckverbindergehäuse (1) rastend verbindbar
ist.
[0015] Das erste Steckverbindergehäuse (1) hat die Form einer Kappe, die sich über den Kammerblock
(3) erstreckt und zeigt auf seiner Oberseite zwei Reihen von angeformten Durchführungen
(7), entsprechend der Anzahl der Aufnahmekammern (18) im Kammerblock (3), die mit
den Ausnehmungen (9) in der Dichtung (2) und den Öffnungen der Aufnahmekammern (18)
fluchten.
[0016] Der Kammerblock (3) wird beim Fügen des ersten Steckverbinderteils in das Innere
des ersten Steckverbindergehäuses (1) eingesetzt und mit dem ersten Steckverbindergehäuse
(1) verrastet.
[0017] Das so gebildete erste Steckverbinderteil kann mit einem zweiten Steckverbinderteil
verbunden werden, welches in der Figur 2 dargestellt ist. In das im Querschnitt ovale
oder rechteckförmige zweite Steckverbindergehäuse (4) sind an der Unterseite mehrere
Zuleitungen (20) hindurchgeführt und vorzugsweise eingespritzt, die im Inneren des
zweiten Steckverbindergehäuses (4) nicht dargestellte Steckerstifte ausbilden.
[0018] An die Außenseite des zweiten Steckverbindergehäuses (4) ist eine Rastnase (11) angeformt,
die mit einem an das erste Steckverbindergehäuse (1) angebrachten Rasthebel (16) zusammen
eine Rastverbindung ausbildet. Die zu einem vollständigen Steckverbinder zusammengefügten
ersten und zweiten Steckverbinderteile zeigt die Figur 3 in einer Schnittdarstellung.
[0019] Hierbei übergreift die Wand (10) des ersten Steckverbindergehäuses (1) die Wand (12)
des zweiten Steckverbindergehäuses (4), während der Kammerblock (3) in das Innere
des zweiten Steckverbindergehäuses (4) eingesetzt ist. Der am ersten Steckverbindergehäuse
(1) sitzende Rasthaken (16) ist mit der am zweiten Steckverbindergehäuse (4) angeformten
Rastnase (11) verriegelt. Hierdurch sind die beiden Steckverbinderteile (1, 4) gegen
eine unbeabsichtigte Trennung gesichert.
[0020] Die in das zweite Steckverbindergehäuse (4) eingeformten Steckerstifte (6) kontaktieren
Steckhülsen (5), welche in die Aufnahmekammern (18) des Kammerblocks (3) eingesetzt
sind. Mit den Steckhülsen (6) verbunden sind elektrische Leiter (8), die als flexible
Anschlußdrähte ausgebildet sind und die durch die Ausnehmungen (9) in der Dichtung
(2) und durch die Durchführungen (7) des ersten Steckverbindergehäuses (1) hindurchgeführt
sind.
[0021] Die Dichtung (2), die zwischen dem ersten Steckverbindergehäuse (1) und dem Kammerblock
(3) angeordnet ist, liegt zudem mit mehreren Dichtlippen (21) an der Innenwand (13)
des zweiten Steckverbindergehäuses (4) an und dichtet so den Übergangsbereich zwischen
den Steckverbindergehäusen (1, 4) ab. Durch das Anfügen des zweiten Steckverbindergehäuses
(4) wird die Dichtung (2) radial gestaucht und dadurch zusätzlich im Bereich der Ausnehmungen
(9) fest an die hindurchgeführten Leiter (8) gepreßt.
[0022] Die einzige Dichtung (2) erfüllt somit auf vorteilhafte Weise zugleich zwei Dichtfunktionen,
und zwar erstens die Abdichtung des Steckverbinderteils in einem Bereich, in dem die
flexiblen Leiter (8) in das Steckverbinderteil eintreten, und zweitens die Abdichtung
gegen ein mit dem Steckverbinderteil (1) verbundenes zweiten Steckverbinderteil (4).
Bezugszeichenliste
[0023]
- 1
- erstes Steckverbindergehäuse
- 2
- Dichtung
- 3
- Kammerblock
- 4
- zweites Steckverbindergehäuse
- 5
- Steckhülsen
- 6
- Steckerstifte
- 7
- Durchführungen
- 8
- Leitungen
- 9
- Ausnehmungen
- 10
- Wand (des ersten Steckverbindergehäuses)
- 11
- Rastnase
- 12
- Wand (des zweiten Steckverbindergehäuses)
- 13
- Innenwand
- 14
- Durchbrüche
- 15
- Haltestege
- 16
- Rasthebel
- 17
- Rand (der Dichtung)
- 18
- Aufnahmekammern
- 19
- Rastelement
- 20
- stiftförmige Zuleitungen
- 21
- Dichtlippen
1. Elektrisches Steckverbinderteil
- mit einem Kammerblock (3) zur Aufnahme von Steckhülsen (5) oder Steckerstiften,
- mit einem ersten Steckverbindergehäuse (1), welches den Kammerblock (3) aufnimmt,
- und welches mit einem zweiten Steckverbindergehäuse (4), welches Steckerstifte (6)
oder Steckhülsen aufweist, zusammenfügbar ist,
- und mit einer Dichtung (2), welche das erste Steckverbindergehäuse (1) gegen das
zweite Steckverbindergehäuse (4) abdichtet,
- und mit elektrischen Leitern (8), die durch Durchführungen (7) im ersten Steckverbindergehäuse
(1) geführt sind,
dadurch gekennzeichnet,
- daß die Dichtung (2) zwischen dem Kammerblock (3) und dem ersten Steckverbindergehäuse
(1) angeordnet ist und
- daß die Leiter (8) durch Ausnehmungen (9) in der Dichtung (2) hindurchgeführt sind.
2. Elektrisches Steckverbinderteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Rand (17) der Dichtung (2) den Rand des Kammerblocks (3) umlaufend überragt.
3. Elektrisches Steckverbinderteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei zusammengefügten ersten und zweiten Steckverbindergehäusen (1, 4) der Rand (17)
der Dichtung (2) an der Innenwand (13) des zweiten Steckverbindergehäuses (4) anliegt.
4. Elektrisches Steckverbinderteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das die Wand (10) des ersten Steckverbindergehäuses (1) die Wand (12) des zweiten
Steckverbindergehäuses (4) übergreift.
5. Elektrisches Steckverbinderteil nach Anspruch 1 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Steckverbindergehäuse (1) und das zweite Steckverbindergehäuse (4) mittels
einer Rastvorrichtung (11, 16) miteinander verriegelbar sind.
6. Elektrisches Steckverbinderteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtung (2) als elastische Gummidichtung ausgeführt ist.
7. Elektrisches Steckverbinderteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuleitungen zu den Steckerstiften (6) oder Steckhülsen (5) des zweiten Steckverbindergehäuses
(4) in eine Wand (12) des zweiten Steckverbindergehäuses (4) eingegossen sind.
8. Elektrisches Steckverbinderteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtung (2) auf einer Stirnfläche des Kammerblocks (3) angeordnet ist.
9. Elektrisches Steckverbinderteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Ränder der Dichtung (2) an der Innenwand (13) des zweiten Steckverbindergehäuses
(4) anliegen.
10. Elektrisches Steckverbinderteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtung (2) Durchbrüche (14) zur dichten Durchführung von Haltestegen (15) aufweist.
11. Elektrisches Steckverbinderteil nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmungen (9) der Dichtung (2) fluchtend zu den Durchführungen (7) des ersten
Steckverbindergehäuses (1) angeordnet sind.