[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Wert-Bon-Entwertungssystem und ein
Verfahren für eine Entwertung von Wert-Bons und eine Speicherung von Daten. Insbesondere
bezieht sich die Erfindung auf Wert-Bons, die von Zugangssystemen für Personen ausgegeben
werden.
[0002] Ein solches Zugangssystem hat den Zweck, dass Personen nur dann der Zugang gewährt
wird, wenn diese zuvor am Zahlungsautomaten einen ausreichenden Geldbetrag eingezahlt
haben. Die Begriffe Zahlung bzw. Zahlen beziehen sich dabei nicht ausschließlich auf
Geld, sondern vielmehr auf alle denkbaren Zahlungsmittel. Der Zahlungsautomat kann
beispielsweise neben Münzen und Geldscheinen auch Kredit- oder andere Zahlungskarten
sowie Gutscheine aller Art akzeptieren. Auch die Verwendung eines Transponders ist
denkbar. Ein solcher Transponder überträgt Daten über eine eingelassene Antenne.
[0003] Eine ausreichende Zahlung durch den Benutzer am Zahlungsautomat gibt die Zugangssperre
frei, durch die der Benutzer den ansonsten für ihn gesperrten Bereich passieren kann.
Als Zugangssperren sind insbesondere Drehsperren, Drehkreuze oder Drehtüren geeignet,
denkbar sind aber auch sämtliche anderen Arten einer Zugangssperre. So kann beispielsweise
über den Zahlungsautomat auch eine übliche Tür, die ansonsten verschlossen ist, freigegeben
werden.
[0004] Wesentlich bei derartigen Zugangssystemen ist, dass durch die ausreichende Zahlung
nicht nur der Durchgang freigegeben, sondern auch ein Wert-Bon ausgegeben wird. Der
Wert-Bon kann selbst wieder als Zahlungsmittel eingesetzt werden. Insbesondere hat
es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn der Wert-Bon in unmittelbarer Nähe des Zugangssystems
verwendet werden kann, beispielsweise zum Kauf von Speisen oder Getränken in einem
Geschäft oder Kiosk. Der Vorteil besteht darin, dass die Benutzer des Zugangssystems
zwar eine bestimmte Zahlung leisten müssen, diese jedoch auf andere Leistungen übertragbar
ist. Beispielsweise ist ein solches System für einen Zugang von öffentlichen Toiletten
einsetzbar, selbst wenn das Verlangen einer Zahlung aus gesetzlichen oder moralischen
Gründen nicht möglich bzw. gewünscht ist. Der Benutzer zahlt in einem solchen Fall
zwar einen bestimmten Betrag, diese berechtigt ihn aber nicht nur zur Benutzung der
Toilette, sondern ermöglicht ihm bei Vorlage eines Wert-Bons auch den Kauf von Speisen,
Getränken oder ähnlichem.
[0005] Das oben beschriebene System wird unter anderem auch von Unternehmen eingesetzt,
die an verschiedenen Standorten Zugangssysteme mit der Ausgabe von Wert-Bons einsetzen.
Aus verschiedenen Gründen, beispielsweise um eine erhöhte Kundenbindung zu erreichen,
aber auch um kundenorientiert bzw. kundenfreundlich ausgerichtet zu sein, ist es möglich,
die erhaltenen Wert-Bons an sämtlichen Standorten einzulösen, unabhängig davon, ob
der Wert-Bon zuvor an diesem Standort bezahlt wurde. Dies bedeutet, dass die Benutzer
über einen längeren Zeitraum Wert-Bons sammeln und diese dann an einem der Standorte
des Unternehmens einlösen können. Daraus ergibt sich aber die Problematik, dass die
Bezahlung des Wert-Bon an einem anderen Standort erfolgte, als der Eintausch gegen
Ware. Der Betreiber des ersten Standorts hat dann also die Zahlung erhalten, der Betreiber
des zweiten Standorts muss dagegen die Ware herausgeben, ohne die entsprechende Zahlung
erhalten zu haben. In einem solchen Fall ist also eine anschließende Verrechnung der
Wert-Bons und ein Ausgleich der Zahlungsströme notwendig.
[0006] Die eingelösten Wert-Bons müssen entwertet werden, um ein erneutes, unzulässiges
Einreichen der Wert-Bons nachhaltig verhindern zu können. Ansonsten besteht die Gefahr,
dass bereits eingelöste Wert-Bons gestohlen oder unterschlagen und erneut als Zahlungsmittel
eingesetzt werden können.
[0007] Zurzeit durchläuft die Entwertung der Wert-Bons mehrere Phasen. Der Kunde setzt an
einer Kasse des entsprechenden Unternehmens den oder die Wert-Bons als Zahlungsmittel
ein. Das Kassenpersonal überprüft bei der Annahme der Wert-Bons anhand von Erkennungsmerkmalen,
die Echtheit des Wert-Bons. Als Erkennungsmerkmale haben sich beispielsweise Hologramme
oder Wasserzeichen durchgesetzt. Nach dieser Überprüfung rechnet das Kassenpersonal
den Wert des oder der Wert-Bons auf den Rechnungsbetrag als Gutschrift an. Damit eine
weitere Nutzung bzw. Missbrauch ausgeschlossen wird, ist das Kassenpersonal dazu verpflichtet,
den Wert-Bon direkt nach der Annahme zu entwerten. Zur Entwertung wird der Wert-Bon
beispielsweise durchgestrichen, gelocht oder gestempelt. Zur Entwertung ist aber auch
jedes andere Verfahren geeignet, dass nicht umkehrbare Spuren auf oder an dem Wert-Bon
hinterlässt.
[0008] Nach Beendigung des Kassiervorgangs werden alle eingenommenen und entwerteten Wert-Bons
in einem Behälter bis zum Schichtwechsel aufbewahrt. Das Kassenpersonal ist dafür
verantwortlich, das keine fremden Personen Zugriff auf die Wert-Bons haben. Beim Schichtwechsel
muss der Kassierer die Wert-Bons manuell zählen, dieser Zählvorgang dient auch als
Kontrolle für den eigenen Kassenabschluss.
[0009] Nach dem Schichtwechsel werden die Wert-Bons mit einer dazugehörigen Notiz dem Wechselgeld
hinzugefügt. Die Notiz enthält beispielsweise die Anzahl der Wert-Bons, den Zeitraum
der Entgegennahme, den Namen des Kassierers usw. Üblicherweise erfolgt eine Nachkontrolle
der eingenommenen, gezählten und mit einer Notiz versehenen Wert-Bons im Rahmen der
Tagesabrechnung des Kassenpersonals durch den Arbeitgeber oder Pächter.
[0010] Die entwerteten Wert-Bons werden dann zur Aufbewahrung in Kartons verpackt und aufbewahrt.
Bei Unternehmen, die an mehreren Standorten Wert-Bons ausgeben und als Zahlungsmittel
akzeptieren, erfolgt in regelmäßigen Zyklen, vorzugsweise monatlich ein Ausgleich
der Zahlungsströme. Hat beispielsweise ein Pächter an einem Standort mehr Wert-Bons
herausgegeben als er eingenommen hat, wird ihm die Differenz vom Unternehmen zurückgezahlt.
Im umgekehrten Fall ist der Pächter verpflichtet, den zuviel eingenommenen Betrag
an das Unternehmen abzuführen, damit der Betrag auf diejenigen Pächter verteilt werden
kann, die mehr Wert-Bons ausgegeben als angenommen haben.
[0011] Das beschriebene Verfahren, ist mit einer Vielzahl an Nachteilen verbunden. Es ist
sehr aufwendig und fehlerbehaftet. Beispielsweise kann sich das Kassenpersonal beim
Nachprüfen der Wert-Bons verzählen und die aufzubewahrenden Wert-Bons können verloren
gehen oder vernichtet werden. Ein wesentlicher Nachteil besteht auch darin, dass der
gesamte Vorgang der Annahme des Wert-Bons, der Entwertung und Verrechnung an der Kasse
einen verhältnismäßig langen Zeitraum in Anspruch nimmt. Dies ist gerade an hochfrequentierten
Orten, wie Autobahnraststätten oder Einkaufszentren, nachteilig, da sich die Gefahr
einer ungewünschten Schlangenbildung an der Kasse erhöht. Auch ist der finanzielle
Ausgleich der Zahlungsströme für ein Unternehmen, das mehrere Standorten betreibt,
relativ aufwendig. Das Unternehmen muss dem Pächter vertrauen oder sogar selbst eine
erneute Kontrolle der aufbewahrten Wert-Bons durchführen, bevor dem Pächter beispielsweise
Geld gutgeschrieben werden kann. Schließlich ist auch ein erhöhter Platzbedarf für
die Lagerung der Wert-Bons notwendig. Da es sich bei den Wert-Bons um Belege bzw.
entwertete Zahlungsmittel handelt, besteht eine gesetzliche Aufbewahrungsfrist von
mehreren Jahren, die dazu führt, dass Lagerraum geschaffen werden muss, der für Unbefugte
unzugänglich sein muss.
[0012] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Wert-Bon-Entwertungssystem
und ein Verfahren für eine Entwertung von Wert-Bons und eine Speicherung von Daten
zu schaffen, das die oben genannten Nachteile verringert oder sogar vermeidet. Mit
Hilfe des Wert-Bon-Entwertungssystems soll es möglich sein, die Bearbeitungszeit bei
der Annahme der Wert-Bons an den Kassen zu verringern, die Erfassung relevanter Daten
schnell und einfach durchzuführen und sowohl die Verwaltung der Daten und auch der
Wert-Bons selbst zu vereinfachen.
[0013] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch ein Wert-Bon-Entwertungssystem zur Speicherung
von Daten und für eine Entwertung von Wert-Bons, die einen maschinenlesbaren Datenaufdruck
aufweisen, mit
- einem Datenlesegerät zum Einlesen von auf den Wert-Bons im Datenaufdruck gespeicherten
Daten,
- einem Entwerter für eine Entwertung der Wert-Bons,
- einem Datenspeicher zur Speicherung der ausgelesenen Daten.
[0014] Weiterhin wird die Aufgabe durch ein Verfahren zur Speicherung von Daten und zur
Entwertung von Wert-Bons, die einen maschinenlesbaren Datenaufdruck aufweisen, mit
den Verfahrensschritten:
- Einlesen der im Datenaufdruck gespeicherten Daten durch ein Datenlesegerät,
- Speichern der eingelesenen Daten in einen Datenspeicher,
- Entwerten der Wert-Bons durch einen Entwerter.
[0015] Das erfindunsgemäße Wert-Bon-Entwertungssystem und das erfindungsgemäße Verfahren
dienen der Optimierung des Prozessablaufes sowohl an den Kassen als auch der späteren
Auswertung der Daten und dem damit verbundenen Ausgleich von Zahlensströmen. Das Entwertungssystem
eignet sich insbesondere für einen Einsatz an verschiedenen Standorten eines Unternehmens.
Für diesen Fall wird die Erfindung im Folgenden beschrieben, sie ist aber nicht auf
diesen Anwendungsfall beschränkt. Das erfindungsgemäße Entwertungssystem bzw. das
erfindungsgemäße Verfahren eignen sich genauso gut für ein Unternehmen, das nur an
einem einzigen Standort Wert-Bons ausgibt und entgegen nimmt.
[0016] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsvariante werden alle Kassenplätze an
allen Standorten mit den entsprechenden Bauteilen (Datenlesegeräte, Entwerter und
Datenspeicher) ausgerüstet. Das Datenlesegerät und der Entwerter sind vorzugsweise
in einem einzigen Gehäuse angeordnet und jeweils unmittelbar an oder neben den Kassen
angeordnet. Alternativ ist auch eine separate Anordnung des Datenlesegerätes und des
Entwerters möglich. Im Folgenden wird die bevorzugte Ausführungsvariante des kombinierten
Gerätes mit Datenlesegerät und Entwerter als Entwertungsgerät bezeichnet.
[0017] Vor Beginn einer jeden Schicht aktiviert das Kassenpersonal vorzugsweise das Entwertungsgerät
jeweilige Gerät mit einer zugeordneten Schichtkarte. Eine solche Schichtkarte ist
personenbezogen und ermöglicht die Erfassung der der jeweiligen Person zugehörigen
Daten im Zusammenhang mit der Entgegennahme von Wert-Bons. Die Schichtkarte kann als
Transponderkarte ausgeführt sein, es eignen sich aber auch andere geeignete Karten
oder Identifizierungsmittel. Die Schichtkarte dient also dazu, dass der Betreiber
des Standorts (Pächter) oder auch das Unternehmen nachvollziehen und überprüfen kann,
wie viele Wert-Bons von welchem Kassierer an welchem Kassenplatz eingelöst wurden.
[0018] Die Wert-Bons sind erfindungsgemäß mit einem maschinenlesbaren Datenaufdruck versehen.
Dieser kann beispielsweise durch einen Strichcode (EAN-Code), einen Magnetstreifen
oder ähnliches gebildet sein. Die aufgedruckten Daten beinhalten zum Beispiel die
Herkunft des Wert-Bons, den Zeitpunkt der Herstellung und die Zugehörigkeit zu einer
bestimmten Bonrolle. Zusätzlich kann der Wert-Bon ein nicht maschinenlesbares Überprüfungselement
aufweisen, beispielsweise ein Hologramm. Vorzugsweise können auch maschinenlesbare
Elemente vorsehen sein, die eine maschinelle Echtheitskontrolle erlauben. Beispielsweise
eignen sich leuchtende Farbe, Profile oder Metallstreifen. Es können Elemente von
Banknoten übernommen werden.
[0019] Anstelle des Strichcodes kann erfindungsgemäß auch ein sogenannter I-Code verwendet
werden. Dadurch wird ein kontaktloser Transponder geschaffen, der üblicherweise aus
einem Siliziumchip mit einer externen Antenne besteht. Es ist eine Lese/Schreibspeicher
von beispielsweise 48 Byte vorhanden. Der Leseabstand zwischen zwei Lese/Schreibgeräten
kann bis einem Meter betragen. Durch die genutzte Frequenz von 13,56 Mhz kann die
Antenne sehr flach ausgeführt sein, wodurch der gesamte Transponder hauchdünn in den
Wert-Bon integriert werden kann. Vorzugsweise entsprechen die verwendeten Transponder
dem ISO 15693 Standard. Derartige I-Codes sind nahezu fälschungssicher und können
zusätzlich durch eine ausgesprochen lange, beispielsweise 64-stellige PIN gesichert
werden.
[0020] Das Kassenpersonal nimmt den Wert-Bon entgegen und führt ihn nach der Echtheitskontrolle
über ein Schlitz in das Entwertungsgerät ein. Das Entwertungsgerät liest den Datenaufdruck,
überprüft den Wert-Bon auf Echtheit, speichert die aufgedruckten Daten und entwertet
anschließend den Wert-Bon.
[0021] Die Entwertung des Wert-Bons kann durch viele unterschiedliche Verfahren erfolgen,
beispielsweise kann lediglich der Datenaufdruck zerstört werden. Dies kann je nach
Art des Aufdrucks mechanisch oder durch elektromagnetische Verfahren erfolgen. In
einer besonders bevorzugten Ausführungsvariante wird der Wert-Bon vollständig zerstört,
beispielsweise zerkleinert bzw. zerschnitten. Dies hat den Vorteil, dass der Wert-Bon
anschließend völlig unbrauchbar ist und auch eine Aufbewahrung nicht erfolgen muss.
[0022] Neben den auf den Wert-Bon gespeicherten Daten können weiterhin Daten gespeichert
werden, die sich auf den Annahmevorgang des Wert-Bons beziehen. Hierzu gehören beispielsweise
das Datum der Einlösung, das Zeitintervall (z.B. 0-23) oder die Uhrzeit der Einlösung,
die Kennung des Kassierers / der Schicht, der Kassenplatz der Einlösung und ob es
sich um einen eigenen oder einen Fremdbon handelt. Es wird also vorzugsweise automatisch
erfasst, ob der Wert-Bon am gleichen Standort gezahlt und ausgegeben wurde oder ob
er an diesem Standort lediglich eingelöst wird.
[0023] Die Daten werden auf einem Datenspeicher gespeichert. Es hat sich als besonders vorteilhaft
erwiesen, wenn der Datenspeicher in einem externen Server untergebracht ist. Die ausgelesenen
und/oder erhobenen Daten können kabelgebunden oder kabellos übertragen werden. Der
Server kann z.B. eine oder mehrere Multimediakarten aufweisen, auf der oder denen
die Daten gespeichert werden. Auf dem Server ist ein Filesystem installiert und er
wird über eine sogenannte Firmware betrieben, weist also kein gängiges Betriebssystem
(wie beispielsweise LINUX
® oder WINDOWS
®) auf. Die Elektronik basiert auf Controllerbasis (Embedded-Controller-Unit).
[0024] Der Server kann weiterhin Daten von dem Zugangssystem empfangen, dass vor Ort Wert-Bons
ausgibt. Somit sind alle wesentlichen Daten auf dem Server vorhanden.
[0025] Multimediakarten eignen sich deswegen besonders gut, weil auf ihnen ebenfalls kein
Betriebssystem installiert ist und weil sie keine beweglichen Teile aufweisen. Letzteres
gilt auch für den Server, es ist somit insgesamt ein "Solid-State-System" gewährleistet.
Um einen Datenverlust zu vermeiden, werden die gespeicherten Daten auf ein Back-up-System
gespiegelt und gesichert. In frei wählbaren Zeitintervallen werden die Daten gelöscht,
damit die Speicherkapazität der Multimediakarten nicht erreicht werden kann.
[0026] Zusätzlich werden alle Daten auf einem weiteren Rechner (PC) des Pächters übertragen
und dort in einer weiteren Datenbank gespeichert. Diese Datenbank muss nicht regelmäßig
gelöscht werden, da deren Speicherkapazität nahezu beliebig groß sein kann.
[0027] Auf dem PC des Pächters können die Daten aufbereitet und ausgewertet werden. Erfindungsgemäß
kann vorgesehen sein, dass auf den gleichen PC Daten von der Wert-Bon-Ausgabevorrichtung,
also von der Vorrichtung, die die Wert-Bons an diesem Standort ausgibt, übertragen
werden. Somit kann auf dem PC des Pächters sofort ermittelt werden, wie viele der
eingelösten Wert-Bons dem gleichen Betrieb oder Standort entstammen.
[0028] Für den Fall, dass das Wert-Bon-Entwertungssystem von einem Unternehmen genutzt wird,
das verschiedenen Standorte nutzt, werden die erhobenen und ausgelesenen Daten möglichst
täglich auf eine zentrale Datenbank des Unternehmers übertragen, die auch an einem
anderen Standort, sogar in einer anderen Stadt untergebracht kann. Die Daten werden
entweder unmittelbar vom Server oder vom PC des Pächters, evtl. schon aufbereitet,
an die externe Datenbank übertragen. Der Vorteil bei einer direkten Übertragung vom
Server besteht darin, dass die Daten auf dem PC nicht mehr manipuliert werden können.
[0029] Auf Basis der auf der zentralen Datenbank eingegangenen Daten ist zum einen eine
Kontrolle der Pächter möglich, zum anderen können im Rahmen eines Clearings Differenzen
zwischen eingenommen Zahlungen und ausgegebenen Wert-Bons ausgeglichen werden. Es
ist im Nachhinein nachvollziehbar, bei welchem Betrieb Wert-Bons, die von einem anderen
Betrieb stammen, eingelöst wurden. Entsprechend können die damit verbundenen Zahlungsströme
ausgeglichen werden.
[0030] Grundsätzlich kann die Datenübertragung in allen Fällen kabelgebunden oder kabellos
erfolgen.
[0031] Das erfindungsgemäße Verfahren weist in seiner Grundfunktion im Wesentlichen die
drei Verfahrensschritte Einlesen der Daten, Speichern der Daten und Entwerten des
Wert-Bons auf. Wie aber bereits ausgeführt, können auch weitere Verfahrensschritte
integriert sein.
[0032] Die Datenübertragung kann auch durch Nutzung der Multimediakarte erfolgen, der Pächter
kann diese aus dem Server herausnehmen und über eine entsprechende Schnittstelle an
seinen PC anschließen.
[0033] Auf dem PC des Pächters können auch bereits vorbereitete Auswertungsprogramme installiert
sein, die die übertragenen Daten unmittelbar in sogenannte Reports umwandeln. Diese
vordefinierten Reports werden am Bildschirm angezeigt und können vom Pächter direkt
ausgedruckt oder in Excel exportiert werden. Beispielsweise kann ein Schichtreport
automatisch alle relevanten Daten, die mit einer Schicht eines Kassierers zusammenhängen,
zusammengefasst darstellen.
[0034] Durch das erfindungsgemäße Wert-Bon-Entwertungssystem profitiert der Pächter bzw.
das Unternehmen nicht nur durch die Optimierung der Entwertung, sondern es verbessert
sich auch die spätere Auswertung der Daten erheblich. Beispielsweise kann die Übertragung
der Daten auf den PC des Pächters unmittelbar im Anschluss an die jeweilige Schicht
erfolgen, es können aber auch problemlos Wochen- oder Monatsberichte ausgegeben werden.
Durch die Anbindung der Wert-Bon-Ausgabevorrichtungen, beispielsweise der Drehsperren,
entfällt für den Pächter der Statistikausdruck der Daten der Drehsperre, da diese
Daten (ausgegebene Wert-Bons, Bargeldbestand der Drehsperren) direkt auf seinen PC
übertragen und dort gespeichert werden.
[0035] Die manuelle Zählung, Sortierung und Lagerung der Wert-Bons entfällt. Der Verwaltungsaufwand
und die Lagerkosten minimieren sich und die erhöhte Transparenz des gesamten Systems
erleichtert das Controlling.
[0036] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsvariante ist das Zugangssystem, das die
Wert-Bons ausgibt, an das Internet oder Funknetz angeschlossen. Dadurch ist es möglich,
dass Zahlungen bereits im Vorfeld erfolgen können. Zum Beispiel kann ein Busfahrer
bereits vor Erreichen einer Autobahnraststätte eine Vielzahl an Zahlungen vornehmen
(z.B. für 50 Personen). Die Zahlungen werden auf seiner Transponderkarte registriert,
so dass er mit dieser einzigen Karte allen Insassen des Busses den Zutritt ermöglichen
kann.
[0037] Anhand der nachfolgenden Figuren wird die Erfindung näher erläutert. Es zeigen:
- Fig.1:
- Eine vereinfachte Darstellung eines erfindungsgemäßen Wert-Bon-Entwertungssystems,
- Fig.2:
- eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Entwertung von
Wert-Bons und zur Speicherung von Daten.
[0038] Fig. 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Wert-Bon-Entwertungssystem 20. Dieses weist ein
Datenlesegerät 22 und einen Entwerter 24 auf, die im dargestellten Ausführungsbeispiel
zu einem Entwertungsgerät zusammengefasst sind. Das Entwertungsgerät weist ein Aufnahmeschlitz
26 zur Annahme eines Wert-Bons 28 auf. Der Wert-Bon 28 ist mit einem maschinenlesbaren
Datenaufdruck 30 und einem visuell leicht erkennbaren Echtheitssymbol (z.B. einem
Hologramm) versehen.
[0039] Das Entwertungsgerät ist mit einem Server 32, der vorzugsweise am gleichen Standort
wie auch das Entwertungsgerät selbst angeordnet ist, verbunden. Der Server 32 dient
der Speicherung von Daten und weist zu diesem Zweck mindestens einen Datenspeicher
24 auf. Der Datenspeicher 34 kann beispielsweise durch eine Speicher- bzw. Multimediakarte,
beispielsweise eine Flash-Memory-Speicherkarte (MMC, RS-MMC S-MMC, SD-Karte) gebildet
sein.
[0040] Der Server steht mit dem Server 32 und/oder einem Rechner oder PC 36 in Verbindung.
Ebenfalls an dem PC 36 ist eine Drehsperre 38 angeschlossen, die im gezeigten Ausführungsbeispiel
Zahlungsmittel entgegen nehmen und Wert-Bons 28 ausgeben kann. Schließlich ist der
PC 36 an eine zentrale Datenbank 40 angeschlossen, die auch an einem anderen Ort,
beispielsweise an einer anderen Stadt untergebracht sein kann.
[0041] Die gezeigten Bauteile stehen kabellos oder kabelgebunden derart miteinander in Verbindung,
dass zwischen ihnen Daten übertragen werden können.
[0042] Aus Fig. 2 ergibt sich, die Funktion und auch das Verfahren, nach dem das Wert-Bon-Entwertungsystem
20 arbeitet. Zunächst erfolgt die Annahme der Wert-Bons 28 durch das Kassenpersonal,
das visuell oder taktil die Echtheit der Wert-Bons 28 überprüft. Der Wert-Bon 28 wird
durch den Aufnahmeschlitz 26 in das Datenlesegerät 22 eingeführt und die auf dem Wert-Bon
28 bzw. im Datenaufdruck 30 gespeicherten Daten werden eingelesen. Anschließend werden
diese Daten an den Server 32 übertragen und gespeichert. Der Wert-Bon 28 wird unmittelbar
im Anschluss an das Einlesen der Daten entwertet und anschließend entsorgt (dargestellt
durch das Symbol des Papierkorbs 42 in Fig. 1).
[0043] Neben den eingelesenen Daten werden auch weitere Daten, die sich auf den Annahmevorgang
beziehen (z.B. Uhrzeit der Annahme, Daten zur Person, des Kassiers usw.) auf dem Server
32 gespeichert. Vorzugsweise steht der Server 32 auch mit dem Gerät, das vor Ort die
Wert-Bons 28 ausgibt, im vorliegenden Fall mit der Drehsperre 38, in Verbindung. Von
dieser Wert-Bon-Ausgabevorrichtung werden relevante Daten direkt an den Server 32
übertragen. Von den gespeicherten Daten wird regelmäßig ein Backup durchgeführt.
[0044] Vom Server 32 aus werden die Daten an den PC 36 und/oder an die zentrale Datenbank
40 übertragen. An dem PC 36 werden ebenfalls Daten von der Drehsperre 38 übertragen.
Dort erfolgt eine Auswertung der Daten, beispielsweise die Anfertigung von Statistiken
oder Schichtberichten. Schließlich können die Daten vom PC an die zentrale Datenbank
40 des Unternehmens übertragen werden.
[0045] Mit Hilfe der von mehreren Pächtern an die zentrale Datenbank 40 übertragenen Daten
erfolgt dann beim Unternehmen das Clearing, also der Ausgleich der von den Pächtern
im Verhältnis zu den selbst verkauften Wert-Bons 28 zuviel oder zuwenig angenommenen
Wert-Bons 28.
[0046] Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt, sondern
umfasst sämtlich anderen geeigneten Ausführungsformen. Beispielsweise ist die Verwendung
einer Drehsperre lediglich beispielhaft zu verstehen, es sind auch andere Vorrichtungen
denkbar, die aufgrund einer Zahlung einen Wert-Bon 28 ausgeben. Auch wird darauf hingewiesen,
dass die beschriebenen Datenströme nicht nur in eine, sondern zwischen den Komponenten
in beide Richtungen erfolgen können. Es kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn auch
Daten von der zentralen Datenbank 40 an den PC 36 oder vom PC 36 an die Drehsperre
38 übertragen werden. Auch ist denkbar, dass die Daten der Wert-Bon-Ausgabevorrichtung
(hier Drehsperre 38) direkt an die zentrale Datenbank 40 übertragen werden.
1. Wert-Bon-Entwertungssystem (20) zur Speicherung von Daten und für eine Entwertung
von Wert-Bons (28), die einen maschinenlesbaren Datenaufdruck (30) aufweisen, mit
- einem Datenlesegerät (22) zum Einlesen von im Datenaufdruck (30) gespeicherten Daten,
- einem Entwerter (24) für eine Entwertung der Wert-Bons (28),
- einem Datenspeicher (34) zur Speicherung der ausgelesenen Daten.
2. Wert-Bon-Entwertungssystem (20) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Datenaufdruck (30) durch einen Strichcode gebildet ist.
3. Wert-Bon-Entwertungssystem (20) nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Wert-Bon (28) durch den Entwerter (24) zerkleinert wird.
4. Wert-Bon-Entwertungssystem (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass im Datenspeicher (34) weitere, mit der Annahme des Wert-Bons (28) in Verbindung stehende
Daten gespeichert werden.
5. Wert-Bon-Entwertungssystem (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass im Datenaufdruck (30) Daten gespeichert sind, aus denen sich die Herkunft des Wert-Bons
(28) ergibt.
6. Wert-Bon-Entwertungssystem (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass Datenspeicher (34) auf einem externen Server (32) untergebracht ist.
7. Wert-Bon-Entwertungssystem (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der der Datenspeicher (34) durch eine Multimediakarte gebildet ist.
8. Wert-Bon-Entwertungssystem (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die eingelesenen Daten an einen PC (36) und/oder den Server (32) übertragen werden.
9. Wert-Bon-Entwertungssystem (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die eingelesenen Daten und/oder Daten vom PC (36) an eine zentrale Datenbank (40)
übertragen werden.
10. Nach 9.), d.d.d. auf Basis der die zentrale Datenbank (40) übertragenen Daten mehrerer
Pächter ein Clearing erfolgt
11. Verfahren zur Speicherung von Daten und zur Entwertung von Wert-Bons (28), die einen
maschinenlesbaren Datenaufdruck (30) aufweisen, mit den Verfahrensschritten:
- Einlesen der im Datenaufdruck (30) gespeicherten Daten durch ein Datenlesegerät
(22),
- Speichern der eingelesenen Daten in einen Datenspeicher (34),
- Entwerten der Wert-Bons durch einen Entwerter (24).
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass im Datenspeicher (24) weitere, mit der Annahme des Wert-Bons (28) in Verbindung stehende
Daten gespeichert werden.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die eingelesenen Daten an einen PC (36) übertragen werden.
14. Verfahren nach Anspruch 11 oder Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die die eingelesenen Daten und/oder Daten vom PC (36) an eine zentrale Datenbank
(40) übertragen werden.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Datenspeicher (34) in einem Server (32) angeordnet ist.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Server (32) auch Daten von einer Wert-Bon-Ausgabevorrichtung empfängt und alle
empfangenen Daten an die zentrale Datenbank (40) überträgt.