[0001] Die Erfindung betrifft eine Schutzeinrichtung gegen die thermische Überlastung der
Sicherungskammer einer Schaltanlage mit nachgeschaltetem Transformator, beispielsweise
zur Versorgung eines Niederspannungsfeldes, wobei in der Sicherungskammer eine Hochspannungs-Hochleistungs-Sicherung
und eine Auslöseeinrichtung zum Schalten eines Transformatorschalters angeordnet sind.
[0002] Die prinzipielle Aufgabe einer Hochspannungs-Hochleistungs-Sicherung, im folgenden
HH-Sicherung genannt, besteht darin, bei einem Kurzschlußstrom im Transformator den
Schmelzleiter zum Schmelzen zu bringen, damit der Transformator gegen die höchstgefährlichen
Folgen eines inneren Kurzschlusses geschützt ist, zum Beispiel gegen die Explosion
eines mit Öl gefüllten Kessels mit Brandfolge und dergleichen. Transformatorstationen
mit einem Mittelspannungsabteil, einem Transformator- und einem Niederspannungsabteil
stehen zum Beispiel bei der Versorgung von Siedlungsanlagen in bewohnten Gebieten
und müssen daher dringend und optimal geschützt werden.
[0003] Eine andere Gefahrenquelle ist aber die Überhitzung der Sicherung mit Folgeschäden,
und es wurden dafür Sicherungen mit einem Schlagmelder entwickelt, um auch bei Überströmen,
ohne daß in dem Transformator ein Kurzschluß schon entstanden ist, durch die Auslösung
des Schlagmelders einen Transformatorschalter zu öffnen. Der Transformatorschalter
kann nur relativ kleine Ströme in der Größenordnung von zum Beispiel bis 400 A schalten,
während die HH-Sicherung eigentlich für große Ströme bis zum Beispiel 50.000 A ausgelegt
ist. Diese großen Ströme werden von dem Transformatorschalter nicht beherrscht, so
daß solche Teilbereichssicherungen den Transformatorschalter für die genannten kleineren
Ströme und die Sicherung für die Kurzschtußströme verwenden. Solche HH-Sicherungen
mit Schlagmelder sind aber mit verschiedenen Nachteilen behaftet. Zum Beispiel können
sie bei relativ kleinen Strömen nicht mehr oder nicht schnell genug abschalten, so
daß eine Überhitzung und thermische Überlastung der Sicherungskammer einer Schaltanlage
nicht immer zuverlässig vermieden werden kann.
[0004] Die Konzeption bekannter Schutzreinrichtungen hat sich als mangelhaft erwiesen, weil
man bei der Erstellung bekannter Schutzeinrichtungen von der Überlegung ausgegangen
ist, daß die thermische Überlastung der Sicherungskammer durch Überlastströme des
Transformators hervorgerufen wird. Bei dem bekannten Thermoschutz wird der Schlagmelder
dazu benutzt, um den Transformator im kritischen Falle abzuschalten. Unter dem minimalen
Abschaltstrom I
min, welches der kleinste Strom ist, welchen die Sicherung abschalten kann, schmilzt
aber der Schmelzleiter, ohne daß die Sicherung die Ausschaltung beherrscht. Die Sicherung
wird vielmehr bei Strömen unter I
min unter Umständen thermisch zerstört. Dennoch würde allein ein solcher "Überstrom",
der unter I
min liegt, den Strom durch die betrachtete Sicherung nicht abschalten.Dieser wenn auch
geringe Strom erzeugt eine sehr große Wärme und hohe Temperaturen in der Sicherung,
ohne daß eine Abschaltung erfolgt. I
min ist im allgemeinen der zweifache oder dreifache Nennstrom der Sicherung.
[0005] Der Nennstrom einer Sicherung wird häufig so gewählt, daß er dem doppelten bis dreifachen
Transformator-Nennstrom entspricht. Solche großen Stromwerte dürfen den Transformator
aber nicht auf Dauer durchfließen. In der Praxis verhindert häufig die Netzführung,
daß der Transformator wesentliche Überströme trägt, zum Beispiel damit er sich nicht
übermäßig erwärmt. Ein derart hoher und unzulässiger Stromwert liegt unterhalb des
Nennstromwertes der Sicherung. Letzterer wird in der Praxis also nicht erreicht, so
daß eine Schutzreinrichtung für diesen Bereich der Stromwerte nicht wirksam sein kann.
Der Strombereich zwischen dem Sicherungsnennstrom und dem minimalen Ausschaltstrom
I
min bei bekannten Sicherungen ist für die Erfindung uninteressant.
[0006] Hingegen kann durch besondere Betriebsbedingungen der Schmelzleiterwiderstand R einer
Sicherung steigen. Das kann zu einer Gefährdung der Sicherung, auch bei üblichen Transformatorbetriebsströmen,
führen, zum Beispiel wenn aus dem Hauptschmelzleiter, der sich aus mehreren Teilleitern,
parallel verlaufenden Schmelzleitern, zusammensetzt, einzelne Teilschmelzleiter zerstört
werden. Bei sukzessiver Zerstörung einzelner Schmelzleiter kann die Wärmeleistungsabgabe
P
a der Sicherung, d.h. die Verlustleistung der Sicherung, bei sehr kleinen Strömen einen
kritischen Wert erreichen, der größer ist als das Leistungsaufnahmevermögen der Sicherungskammer.
Dadurch wird die Sicherungskammer thermisch überlastet.
[0007] Aus
DE 36 23 424 A ist eine Schutzeinrichtung ähnlich der eingangs bezeichneten Art bekannt, bei der
eine elektrische Schaltanlage u.a. mit integriertem Transformator abgeschaltet wird
und bei der eine Hochspannungs-Hochleistungs-Sicherung vorgesehen ist. Im bekannten
Fall wird an jeder Sicherung die Spannung über den Schmelzleiter gemessen, der Messwert
wird in einer elektrischen Schaltung mit einem Schwellenwert verglichen, und bei dessen
Überschreiten werden mechanische Glieder betätigt, insbesondere durch die Einschaltung
von Elektromagneten. Zum Abschalten der elektrischen Schaltanlage werden bei dieser
Einrichtung ein Verstärker für jedes Meßsignal, ein nachgeschaltetes Differenzmeßgerät
sowie eine Ausgangsleistungsstufe vorgesehen. Die Meßsignale für die Abschaltung werden
in einer nachfolgenden, hochohmigen elektrischen Schaltung verarbeitet, wobei jedes
Meßsignal verstärkt und einem Oder-Glied zugeführt wird. Die Ausgabe des Abschaltsignals
erfolgt aufgrund der Meßsignale, die in einer äußeren Schaltung, vollkommen getrennt
von der Sicherung, verarbeitet werden.
[0008] Getrennt von dieser Schaltung und ihrer Beschreibung sollen sich im bekannten Fall
herkömmliche Sicherungsträger für die Koppelkapazitäten eignen, über welche die Meßwerte
ausgekoppelt werden. Eine Ausführungsform beschreibt die herkömmliche mechanische
Auslösung von Lastschaltern, die zumindest teilweise beibehalten werden kann. Im Auslösefall
treibt ein aus der Sicherung austretender Stift ein Gestänge, das wiederum die Öffnung
des Lastschalters bewirkt. Dieser Auslösefall ist getrennt von der bekannten externen
Meßschaltung zu sehen, welche dem jeweiligen Koppelkondensator im Abstand von der
Sicherung nachgeschaltet ist.
[0009] Eine kompakte Bauweise einer Schutzeinrichtung kann aber mit einer externen Meßschaltung
nicht erreicht werden.
[0010] Die
DE 19 20 825 beschreibt eine Hochspannungs-Hochleistungssicherung, deren Zweck es ist, die besagte
Vorrichtung zum Betätigen eines Lastschalters zum Ansprechen zu bringen, der sich
außerhalb der Sicherung befindet. Dies soll geschehen, bevor die Erwärmung des Sicherungsgehäuses
einen Grad erreicht, der seinen unversehrten Bestand gefährdet. Der Last- oder Leistungsschalter
liegt dabei im Stromkreis der Sicherung. Über eine Sicherungskammer und deren thermische
Überlastung finden sich keine Aussagen, sondern nur über die Sicherung selbst. Auch
über eine Parallelschaltung von Haupt- und Hilfsschmelzleiter finden sich keine Angaben.
[0011] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Schutzeinrichtung der eingangs genannten
Art mit kompaktem Aufbau zu schaffen, mit deren Hilfe eine Abschaltung des Transformators
auch bei erheblich kleineren Strömen erfolgt, als bisher möglich, vorzugsweise unterhalb
des Nennstromes der HH-Sicherung, insbesondere wenn letztere defekt ist.
[0012] Diese Aufgabe läßt sich erfindungsgemäß dadurch lösen, daß die HH-Sicherung wenigstens
einen Hauptschmelzleiter und wenigstens einen parallel dazu geschalteten Hilfsschmelzleiter
aufweist und mit der Auslöseeinrichtung so gestaltet ist, daß letztere spätestens
bei Überschreiten eines zulässigen Leistungsaufnahmewertes der Sicherungskammer über
ihre Auslösespannung den eine Freiauslösung aufweisenden Transformatorschalter öffnet.
Durch diese Maßnahmen kann die Öffnung des Transformatorschalters unabhängig vom Betriebsstrom
erfolgen, auch bei kleinem Betriebsstrom, d.h. im Extremfall sogar unterhalb des Transformatornennstromwertes.
Die Auslösung erfolgt nämlich immer vor und spätestens bei Überschreiten des vorbestimmten
zulässigen Leistungsaufnahmewertes der Sicherungskammer. Im Gegensatz zu bekannten
Lösungen, bei denen von einer Überhitzung durch Überlastströme des Transformators
ausgegangen wird, erfolgt die Auslösung erfindungsgemäß zum Beispiel auch bei Werten
weit unterhalb des Sicherungsnennstromes I
Nenn. Bei den erheblichen Wärmeleistungen durch sehr kleine Ströme unter dem Sicherungsnennstromwert,
die entstehen können, wenn einzelne Schmelzleiter der Sicherung defekt sind, muß mit
einer Zerstörung der Sicherungskammer gerechnet werden, und die neue Schutzeinrichtung
gemäß der Erfindung verhindert gerade die thermische Überlastung der Sicherungskammer.
[0013] Der Leistungsabgabewert des Sicherungseinsatzes wird auf einen zulässigen, maximalen
Wert unter dem Leistungsaufnahmewert der Sicherungskammer voreingestellt und darf
nicht überschritten werden. Wenn zum Beispiel innen von einem stromdurchflossenen
Schmelzleiter eine zu große Leistungsabgabe erfolgt, dann heizt sich die Sicherungskammer
auf und kann bei Überschreiten des zulässigen Leistungsaufnahmewertes thermisch überlastet
werden.
[0014] Durch die Parallelschaltung von Haupt- und Hilfsschmelzleitern kann man auf in der
Literatur teilweise schon angegebene Vorschläge für Schlagstiftvorrichtungen zurückgreifen,
die auf das Durchschmelzen z.B. eines Hilfsschmelzleiters ansprechen.
[0015] Diese vorteilhaften Wirkungen können auch von einer kompakt aufgebauten Schutzeinrichtung
erreicht werden, weil die Auslöseeinrichtung Teil der HH-Sicherung ist und nicht außerhalb
der Einrichtung eine besondere Verarbeitungsschaltung benötigt.
[0016] Vorteilhaft ist es deshalb, wenn die Auslösespannung spätestens bei Überschreiten
eines zulässigen Leistungsabgabewertes der Sicherung erreicht wird. Der maximale Leisungsabgabewert
ist dann erreicht, wenn das Leistungsaufnahmevermögen der Sicherungskammer überschritten
wird. Solange die Leistungsabgabe der Sicherung das maximale Leistungsaufnahmevermögen
der Sicherungskammer nicht überschreitet, besteht für die Schaltanlage keine Gefahr.
Das maximale Leistungsaufnahmevermögen wird von dem jeweiligen Hersteller der Schaltanlage
angegeben.
[0017] Es können infolge impulsförmiger Strombelastungen durch Inrush- oder Blitzströme
einzelne oder mehrere der vorstehend schon erwähnten, parallel geschalteten Teilschmelzleiter
unterbrochen werden. Hierdurch steigt die Wärmeleistungsabgabe der Sicherung und kann
sogar bei Transformatomennstrom den zulässigen Leistungsaufnahmewert der Sicherungskammer
überschreiten. In Verbindung mit einem Transformatorschalter mit Freiauslösung verhindert
die Schutzeinrichtung gemäß der Erfindung in überraschender Weise eine mögliche thermische
Überlastung der Sicherungskammer.
[0018] Die erfindungsgemäße Maßnahme, den Leistungsabgabewert als Auslösekriterium zu verwenden,
erlaubt ein leichteres Messen. Die Leistungs- bzw. Wärmeleistungsabgabe P
a der Sicherung darf nämlich den zulässigen Leistungsaufnahmewert der Sicherungskammer
nicht überschreiten.
[0019] Es ist vorteilhaft, wenn erfindungsgemäß der Leistungsabgabewert im Bereich zwischen
60 W und 90 W liegt; wobei es besonders bevorzugt ist, wenn der Leistungsabgabewert
etwa = 75 W beträgt. Es sollte also gelten

[0020] Durch die Schutzeinrichtung gemäß der Erfindung wird die Leistungsabgabe der Sicherung
überwacht. Dabei ist es vorteilhaft, wenn die Schutzeinrichtung spannungs- und somit
leistungsbezogen auslöst:

[0021] Die Auslösespannung U
a des Systems mit der erfindungsgemäßen Schutzeinrichtung ist so bemessen, daß das
Produkt aus der Auslösespannung U
a und dem Betriebsstrom I
b bei steigendem Schmelzwiderstand R den Wert von zum Beispiel 75 W nicht überschreitet.
Durch die Schutzeinrichtung gemäß der Erfindung wird die Leistungsabgabe der Sicherung
nicht nur überwacht, sondern auch der Transformatorschalter ausgelöst, bevor der zulässige
Leistungsabgabewert bzw. spätestens wenn dieser Wert oder der Leistungsaufnahmewert
der Sicherungskammer überschritten wird. Im Gegensatz zu einer bekannten Lösung wirkt
der Schutz unabhängig vom Sicherungsnennstrom und nur abhängig von der Leistungsabgabe
der Sicherung. Die Schutzeinrichtung kann somit auf die üblichen zulässigen Leistungsaufnahmewerte
von Sicherungskammem in SF
6-isolierten Schaltanlagen ausgelegt werden.
[0022] Zweckmäßig ist die Erfindung ferner dadurch ausgestaltet, daß die HH-Sicherung mit
ihrer Auslöseeinrichtung in einem Gießharzgehäuse innerhalb einer SF
6-Kammer als Sicherungskammer angeordnet ist. Durch das isolierende Schwefelhexafluoridgas
hat man hervorragende Isoliereigenschaften, kann die Abstände der Bauteile verkleinern
und damit auch eine gekapselte Schaltanlage sehr kompakt aufbauen. Bei solchen Anlagen
werden die Sicherungen in engen Kammern eingesetzt, die einerseits die Wärmeableitung
von der Sicherung stark einschränken und andererseits selbst nur ein begrenztes Wärmeaufnahmevermögen
haben. Bei richtiger Zuordnung der erfindungsgemäßen Schutzeinrichtung zu den Transformatoren
besteht keine thermische Überlastungsgefahr für die Sicherungskammern, solange die
Sicherungen in Ordnung sind. Im Falle deren Beschädigung oder teilweisen Zerstörung
wird unter besonderen Umständen der Leistungsabgabewert der Sicherung erreicht oder
überschritten, und dann öffnet die Auslöseeinrichtung den Transformatorschalter.
[0023] Vorteilhaft ist es dabei, wenn erfindungsgemäß die Auslöseeinrichtung als Schlagstiftvorrichtung
ausgebildet ist. Die vorstehende Formel des Produktes von Austösespannung U
a und Betriebsstrom I
b gilt in gleicher Weise.
[0024] Weitere Vorteile der Schmelzeinrichtung gemäß der Erfindung sind außer der Überwachungsmöglichkeit
der Wärmeleistungsabgabe der Sicherung zum Beispiel die Alterungsfreiheit und die
Funktionsfähigkeit unabhängig von der Einbaulage der Sicherung. In sehr einfacher
Weise basiert die neue Schutzeinrichtung auch auf dem ohm'schen Gesetz.
[0025] Setzt man die neue Einrichtung gemäß der Erfindung in einer Schaltanlage mit gekapselten
Abteilen ein, zum Beispiel in einem Transformatorhäuschen mit einer Mittelspannungsschaltanlage,
dann kann man die gefürchteten Schäden bei der Zerstörung von SF
6-Schaltanlagen mit Vorteil verhindern. Es können auf diese Weise Schaltanlagen auch
in besiedelte Gebiete gesetzt und dort gefahrlos betrieben werden. Weil die Schutzeinrichtung
gemäß der Erfindung auch bei niedrigen Auslösespannungen für das Schlagstiftsystem
einwandfrei arbeitet, kann man bis zu großen Betriebsströmen noch einen guten und
sicheren Schutz vorsehen.
[0026] Weitere Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung
ergeben sich aus der folgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispieles
in Verbindung mit den anliegenden Zeichnungen. Es zeigen:
- Figur 1
- schematisch die Sicherungskammer einer SF6-Schaltanlage mit einer Ringkabelleitung,
- Figur 2
- einen Ausschnitt der Schutzreinrichtung im Transformatorabgangsfeld der Sicherungskammer
mit nachgeschaltetem Transformator und
- Figur 3
- die schematische Darstellung einer Sicherung mit einem Hauptschmelzleiter und einem
parallel dazu geschalteten Hilfsschmelzleiter mit Haltedraht und Schlagstift.
[0027] In einer Mittelspannungsschaltanlage 23 zeigt Figur 1 die Sicherungskammer 1 schematisch
durch eine strichpunktierte Linie. Es handelt sich hier speziell um eine SF
6-isolierte Schaltanlage. Die gesamte Schaltanlage 23 ist aufgeteilt in ein unteres
Kabelfeld 2, ein oberes Kabelfeld 3 und das in der Mitte befindliche Transformatorfeld
4. Von einer Sammelschiene 5, welche durch alle drei Felder 2, 3, 4 hindurchgeht,
führt der obere Kabelschalter 6 des Kabelfeldes 3 zu einem Ringkabelabgang 7, während
der Kabelschalter 8 im unteren Kabelfeld 2 zu dem Ringkabelabgang 9 führt. Auch der
in dem in der Mitte angeordneten Transformatorfeld 4 angeordnete Kabel- oder Transformatorschalter
10 schafft einen Abgang von der Sammelschiene 5, wenn er geschlossen ist, allerdings
über die mit 11 bezeichnete Hochspannungs-Hochleistungs-Sicherung. Diese ist mit dem
Transformatorabgang 14 zu dem Transformator 15 hin verbunden.
[0028] Der Transformator 15 ist samt Transformatorabgang 14 und HH-Sicherung 11 in Figur
2 vergrößert und deutlich herausgezeichnet. Die an der HH-Sicherung 11 anschließende
gestrichelte Linie 16 veranschaulicht die Schlagstifteinrichtung an der HH-Sicherung.Der
Transformatorschalter 10 ist mit Freiauslösung gezeigt.
[0029] In Figur 3 ist die Hochspannungs-Hochleistungs-Sicherung 11 vergrößert herausgezeichnet.
Man erkennt den Schlagstift 16, der von einem Haltedraht 17 gegen die Kraft einer
Druckfeder 18 gehalten wird. Zu dem schlagstiftseitigen Sicherungskontakt 19 fließt
der Strom aus dem gegenüberliegenden Sicherungskontakt 20 einmal über den Hauptschmelzleiter
21 und zum anderen über den parallel dazu geschalteten Hilfsschmelzleiter 22. In an
sich bekannter Weise fließt der durch den Hilfsschmelzleiter 22 fließende Strom auch
durch den Haltedraht 17, der nach dem Schmelzen reißt und den Schlagstift 16 zum Öffnen
des Transformatorschalters 10 auslöst.
[0030] Die in den Zeichnungen dargestellte Schutzeinrichtung sorgt für einen Schutz der
Sicherungskammer 1 auch gegen thermische Überlastung, wenn der eine oder andere (oder
mehrere) der Teilschmelzleiter des Hauptschmelzleiters 21 geschmolzen sind und sich
dadurch der Widerstand der HH-Sicherung 11 ungewünscht erhöht. Hat eine 20 kV-40A-Sicherung
zum Beispiel drei Teitschmelzleiter, von denen zwei defekt sind, dann überschreitet
die Leistungsabgabe der Sicherung P
a den vorgegebenen Schwellwert von 75 W mit der Folge, daß der Schlagstift 16 auslöst
und den Transformatorschalter mit Freiauslösung 10 öffnet. Auch bei einem Strom, der
unter dem Nennstrom der Sicherung liegt, kann damit eine Auslösung erfolgen und auf
diese Weise die thermische Überlastung der Sicherungskammer 1 vermieden werden.
Bezugszeichenliste
[0031]
- 1
- Sicherungskammer
- 2
- unteres Kabelfeld
- 3
- oberes Kabelfeld
- 4
- Tansformatorfeld
- 5
- Sammelschiene
- 6
- Kabelschalter des Kabelfeldes 3
- 7
- Ringkabelabgang
- 8
- Kabelschalter 8
- 9
- Ringkabelabgang 9
- 10
- Transformatorschalter
- 11
- HH-Sicherung
- 12
- 13
- 14
- Transformatorabgang
- 15
- Transformator
- 16
- Schlagstift
- 17
- Haltedraht
- 18
- Druckfeder
- 19
- Sicherungskontakt
- 20
- Sicherungskontakt
- 21
- Hauptschmelzleiter
- 22
- Hilfsschmelzleiter
- 23
- Mittelspannungsschaltanlage
1. Schutzeinrichtung gegen die thermische Überlastung der Sicherungskammer (1) einer
Schaltanlage mit nachgeschaltetem Transformator (15), beispielsweise zur Versorgung
eines Niederspannungsfeldes, wobei in der Sicherungskammer (1) eine Hochspannungs-Hochleistungs-Sicherung
(11) und eine Auslöseeinrichtung (16-18) zum Schalten eines Transformatorschalters
(10) angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß die HH-Sicherung (11) wenigstens einen Hauptschmelzleiter (21) und wenigstens einen
parallel dazu geschalteten Hilfsschmelzleiter (22) aufweist und mit der Auslöseeinrichtung
(16-18) so gestaltet ist, daß letztere spätestenes bei Überschreiten eines zulässigen
Leistungsaufnahmewertes der Sicherungskammer (1) über ihre Auslösespannung (Ua) den eine Freiauslösung aufweisenden Transformatorschalter (10) öffnet.
2. Schutzeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Auslösespannung (Ua) spätestens bei Überschreiten eines zulässigen Leistungsabgabewertes (Pa) der Sicherung (11) erreicht wird.
3. Schutzeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Leistungsabgabewert (Pa) im Bereich zwischen 60 W und 90 W liegt.
4. Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Leistungsabgabewert (Pa) etwa gleich 75 W ist.
5. Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die HH-Sicherung (11) mit ihrer Auslöseeinrichtung (16-18) in einem Gießharzgehäuse
innerhalb einer SF6-Kammer als Sicherungskammer (1) angeordnet ist.
6. Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Auslöseeinrichtung (16-18) als Schlagstiftvorrichtung ausgebildet ist.
1. Dispositif de protection contre la surcharge thermique du compartiment de fusibles
(1) d'une installation de distribution en aval de laquelle est monté un transformateur
(15), destiné par exemple à l'alimentation d'un panneau à basse tension, un fusible
de puissance à haute tension (11) et un dispositif de déclenchement (16 à 18) destiné
à la commutation d'un interrupteur de transformateur (10) étant placés dans le compartiment
de fusibles (1), caractérisé en ce que le fusible de puissance (11) comporte au moins un conducteur fusible principal (21)
et au moins un conducteur fusible auxiliaire (22) monté en parallèle avec ledit conducteur
fusible principal et est conformé avec le dispositif de déclenchement (16 à 18) de
telle sorte que ce dernier ouvre, à sa tension de déclenchement (Ua), l'interrupteur de transformateur (10) à déclenchement libre au plus tard lors du
dépassement d'une valeur permise de puissance absorbée du compartiment de fusible
(1).
2. Dispositif de protection selon la revendication 1, caractérisé en ce que la tension de déclenchement (Ua) est atteinte au plus tard lors du dépassement d'une valeur permise de puissance
dégagée (Pa) du fusible (11).
3. Dispositif de protection selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la valeur de puissance dégagée (Pa) est dans la gamme comprise entre 60 W et 90 W.
4. Dispositif de protection selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la valeur de puissance dégagée (Pa) est à peu près égale à 75 W.
5. Dispositif de protection selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le fusible à haute tension (11) doté de son dispositif de déclenchement (16 à 18)
est placé dans un boîtier en résine moulée à l'intérieur d'un compartiment à SF6 utilisé comme compartiment de fusibles (1).
6. Dispositif de protection selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le dispositif de déclenchement (16 à 18) est conformé en dispositif à percuteur.