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(11) |
EP 1 536 933 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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22.08.2007 Patentblatt 2007/34 |
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Anmeldetag: 30.08.2003 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2003/009652 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2004/022294 (18.03.2004 Gazette 2004/12) |
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FORMEINSATZ FÜR FORMMASCHINEN
MOULDING INSERT FOR MOULDING MACHINES
PARTIE RAPPORTEE POUR MACHINES A MOULER
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PT RO SE SI SK TR |
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Priorität: |
06.09.2002 DE 10241238
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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08.06.2005 Patentblatt 2005/23 |
| (73) |
Patentinhaber: KOBRA Formen GmbH |
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08485 Lengenfeld (DE) |
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Erfinder: |
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- BRAUNGARDT, Rudolf
08485 Pechtelsgrün (DE)
- SCHMUCKER, Erwin
89601 Schelklingen (DE)
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| (74) |
Vertreter: Weber, Gerhard |
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Patentanwalt
Postfach 2029 89010 Ulm 89010 Ulm (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
DE-A- 19 747 770 FR-A- 1 006 673
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DE-U- 29 611 484 US-A- 4 545 754
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft einen Formeinsatz für Formmaschinen zur Herstellung von verdichteten
Formkörpern.
[0002] Derartige Formeinsätze sind insbesondere in Gebrauch Vorrichtungen zur Herstellung
von Betonformsteinen und bilden dabei zusammen mit einem Formrahmen eine Rüttelform.
Die Formnester des auf einem Rütteltisch aufgesetzten Formeinsatzes werden mit Betonmasse
gefüllt und oben durch Druckstempel verschlossen. Durch Vibrationsanregung des Rütteltisches
wird die Betonmasse so stark verdichtet, dass die anschließend aus dem Formeinsatz
entformten feuchten Formsteine formstabil bleiben und zur endgültigen Trocknung und
Aushärtung zwischengelagert werden können.
[0003] Für eine solche Zwischenlagerung wird unterschieden zwischen
- a) Einlagenfertigern, welche die Formsteine auf einer auch beim Rüttelvorgang zwischen
Rütteltisch und Formeinsatz befindlichen Zwischenplatten belassen, beim Entformen
den Formeinsatz von der Zwischenplatte abheben und die eine Lage von Formsteinen samt
der Zwischenplatte zur Zwischenlagerung verwenden, wobei typischerweise mehrere Einheiten
mit je einer Platte und einer Lage Formsteine aufeinander gestapelt sind.
- b) Mehrlagenfertigern, bei welchen mehrere Lagen von Formsteinen ohne Zwischenplatten
aufeinander abgelegt werden. Hierzu müssen die Formsteine in den Formnestern auch
nach Abheben des Formeinsatzes von dem Rütteltisch oder gegebenenfalls von einer Zwischenplatte
in den Formnestern gehalten und zur Ablage aus den Formnestern ausgedrückt werden.
[0004] Eine Vorrichtung zur Herstellung von Betonformsteinen in Mehrlagenfertigung (multi
layer production) ist beispielsweise in der
US-A-4 545 754 beschrieben, wo angegeben ist, dass in dem Zwischenschritt, in welchem der Formeinsatz
mit den verdichteten Formsteinen von der Rüttelunterlage abgehoben ist, die Formsteine
allein durch Reibung und Adhäsion an den Seitenwänden des Formnestes gehalten sind.
[0005] Ein Formeinsatz zum Einsatz in Formmaschinen zur Herstellung von Betonformsteinen,
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 is aus
DE-U-296 11484 bekannt.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen vorteilhaften Formeinsatz für die
Mehrlagenfertigung anzugeben.
[0007] Die Erfindung ist im Patentanspruch 1 beschrieben. Die abhängigen Ansprüche enthalten
vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung.
[0008] Bei dem erfindungsgemäßen Formeinsatz wird zum einen ausgenutzt, dass die verdichteten
Formkörper gemäß dem Ziel der Verdichtung in sich formstabil sein sollen und daher
im Formeinsatz entgegen der ausformend wirkenden Eigengewichtskraft (sowie bei einer
Bewegung des Formeinsatzes mit den verdichteten Formkörpern eventuell auftretende
Beschleunigungs- oder Trägheitskräfte) formschlüssig gehalten werden können. Zum anderen
wird von der z. B. aus der
DE-A-44 43 475 oder der
DE-A-197 47 770 bekannten Eigenschaft verdichteter Beton-Formteile, im feuchten Zustand noch elastisch
nachgiebig zu sein, vorteilhafter Gebrauch gemacht. Beide an sich bekannte Eigenschaften
werden vorteilhaft so kombiniert, dass der formschlüssige Eingriff zwischen Vertiefungen
in der Reliefstruktur in den Wänden des Formnestes und beim Verdichten in diesen Vertiefungen
erzeugten Vorsprüngen an Seitenflächen des Formkörpers so groß dimensioniert wird,
dass einerseits eine das (sich aus Volumen und Material ergebende) Eigengewicht des
Formkörpers übersteigende Kraft nach unten zur Ausformung des Formkörpers benötigt
wird, welche durch eine Vertikalbewegung des Formeinsatzes relativ zu der auch zum
Verdichten eingesetzten Druckeinrichtung auf einfache Weise aufgebracht wird, dass
andererseits aber der formschlüssige Eingriff so begrenzt ist, dass die in die Vertiefungen
der Reliefstruktur eingreifenden Vorsprünge an den Seitenwänden des Formkörpers bei
der Zwangsentformung nicht abgeschert werden und/oder dass keine wesentlich über das
normale Maß herkömmlicher Formeinsätze mit ebenen Wänden hinausgehenden Rückstände
in der Reliefstruktur zurückbleiben. Die Reliefstruktur erlaubt insbesondere auch
die Verwendung von Formeinsätzen mit gehärteten Wänden mit sehr geringer Materialhaftung
zur Betonmasse des Formkörpers.
[0009] Das Relief weist als Abstützungsflächen, an welchen sich Vorsprünge der Seitenflächen
des verdichteten Formkörpers abstützen, Halteflanken auf, welche schräg zum Innern
des Formnestes nach unten geneigt sind. Der Winkel dieser Halteflächen gegen die Vertikale
liegt vorzugsweise bei höchstens 30°, so dass bei der Zwangsentformung ein Gleiten
der Vorsprünge entlang der Halteflanken mit allmählicher seitlicher Verformung des
Materials des Formkörpers, vorzugsweise innerhalb des Bereichs elastischer Verformung,
erfolgt. Eine geringe bleibende Verformung der Vorsprünge an den Seitenflächen des
Formkörpers ist unkritisch, da die Funktion dieser Vorsprünge, den Formkörper entgegen
seiner Gewichtskraft im Formeinsatz zu halten, nach der Ausformung entfällt.
[0010] Das Eigengewicht des Formkörpers hängt neben dem Volumen auch von der Dichte des
Materials ab, welche aber typischerweise nicht wesentlich variiert, so dass das Gewicht
des verdichteten Formkörpers als im wesentlichen bekannt angesehen werden kann. Bei
der Abschätzung der erforderlichen Haltekraft ist zusätzlich zu berücksichtigen, dass
bei Mehrlagenfertigern typischerweise nach der Verdichtung der Formeinsatz mit den
verdichteten Formkörpern vertikal und eventuell auch horizontal verfahren wird und
hierbei Beschleunigungskräfte auftreten, welche noch nicht zu einem Ausfallen der
Formkörper aus dem Formeinsatz führen dürfen. Hinsichtlich der Verformbarkeit des
feuchten Formkörpers nach der Verdichtung können sich je nach Ausmaß der Verdichtung
höhere Streuungen ergeben, was sich auf die Haltekraft und auf die maximale elastische
Verformbarkeit auswirken kann. Vorteilhafterweise kann daher die Tiefe der Reliefstruktur
auf hohe Steifigkeit mit geringer elastischer Verformbarkeit und die gesamte Haltefläche
aller Halteflanken auf geringe Steifigkeit mit leichter Verformbarkeit des verdichteten
feuchten Formkörpers im Rahmen zu erwartender Streuungen ausgelegt werden.
[0011] Vorteilhaft für die Relieftiefe der Reliefstruktur erweist sich eine Tiefe von maximal
1,5 mm, insbesondere von maximal 0,8 mm. Die minimale Tiefe liegt vorteilhafterweise
bei 0,2 mm. Um über die Summe der Halteflächen aller Halteflanken eine ausreichende
Haltekraft zu erhalten, ist die kumulierte Erstrekkung aller Halteflanken in wandparalleler
horizontaler Richtung wenigstens gleich dem Umfang des Formkörpers, vorzugsweise wenigstens
gleich dem 2fachen dieses Umfangs. Die Reliefstruktur kann vorteilhafterweise in vertikaler
Richtung aufeinanderfolgend mehrfach Halteflanken aufweisen, die durch Abschnitte
der Reliefstruktur getrennt sind, die keine Haltekräfte aufbringen.
[0012] In vorteilhafter Ausführungsform enthält die Reliefstruktur konkave und/oder konvexe
Wölbungen mit gegenüber der Relieftiefe großem, vorzugsweise wenigstens 5fachem Krümmungsradius.
Konkave und/oder konvexe Wölbungen können unmittelbar aufeinanderfolgend ein wellenartiges
Profil bilden.
[0013] Die Reliefstruktur kann vorteilhafterweise langgestreckte, vorzugsweise im wesentlichen
horizontale Nuten, insbesondere mit konstantem Querschnitt enthalten. Bei polygonalen
Grundrissen erstrecken sich solche Nuten vorteilhafterweise über mehr als die Hälfte
der Distanz zwischen zwei benachbarten Ekken. Die Halteflanken der Reliefstruktur
sind vorzugsweise an bezüglich des Volumenschwerpunkts des Formnestes gegenüberliegenden
Wandflächen und/oder in drehsymmetrischer Anordnung um eine vertikale Mittelachse
des Formnestes vorhanden.
[0014] Die Begriffe der Vertiefungen in der Reliefstruktur und Vorsprünge an den Seitenwänden
sind im Prinzip auch in Vertauschung verwendbar, beziehen sich aber anschaulich auf
eine bevorzugte Ausführung, bei welcher das Formnest, vorzugsweise im oberen Randbereich,
wenigstens einen prismatischen Abschnitt mit vertikalen Wandflächen ohne Reliefstruktur
aufweist und die Reliefstruktur hinter die Fortsetzungsflächen dieses prismatischen
Abschnitts zurückweicht.
[0015] Die Reliefstruktur ist vorteilhafterweise überwiegend, insbesondere zu wenigstens
60 % in der unteren Hälfte der vertikalen Erstreckung des Formnestes ausgebildet.
Gemäß einer Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass sich der lichte Querschnitt des
Formnestes im Verlauf der Reliefstruktur nach unten erweitert.
[0016] Die Erfindung ist nachfolgend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme
auf die Abbildungen noch eingehend veranschaulicht. Dabei zeigt:
- Fig. 1
- eine Schrägansicht von oben in einen Formeinsatz,
- Fig. 2
- einen mit dem Formeinsatz nach Fig. 1 hergestellten Formstein,
- Fig. 3
- ein Schnittbild entlang A - A von Fig. 1,
- Fig. 4
- einen vergrößerten Ausschnitt aus Fig. 3,
- Fig. 5
- einen Ausschnitt entsprechend Fig. 4 mit alternativer Reliefform,
- Fig. 6
- eine Ansicht entsprechend Fig. 3 mit erhabenem Relief.
[0017] In Fig. 1 ist ein Formeinsatz oder ein Ausschnitt aus einem solchen Formeinsatz FE
mit mehreren Formnestern FN skizziert mit Blickrichtung von schräg oben in die Formnester.
Die Formnester sind im skizzierten Beispiel annähernd rechteckig und begrenzt durch
Seiten- oder Trennwände WS. Die Formnester sind oben offen zur Einfüllung von unverdichteter
Betonmasse und zum Einsetzen von mit dem Umriss der Formnester eng abschließenden
Druckplatten einer Druckeinrichtung, welche durch eine Auflast beschwert oder in anderer
Weise nach unten in die Formnester gedrückt ist. Der Formeinsatz ist im Betrieb auf
einen Rütteltisch, gegebenenfalls unter Zwischenfügung einer Zwischenplatte aufgesetzt
und mittels eines in der Abbildung nicht mit dargestellten Formrahmens nach unten
gepresst. Der Rütteltisch wird durch Schockvibration oder Unwuchtvibration zu Rüttelschwingungen
angeregt, welche sich auf das eingefüllte Betonmaterial übertragen und unter Einwirkung
der Belastung durch die Druckeinrichtung das Betonmaterial in kurzer Zeit so hoch
verdichten, dass die dabei erzeugten Formsteine zwar noch feucht, aber formstabil
sind.
[0018] Bei der Mehrlagenfertigung wird nach Abschluss des Verdichtungsvorgangs unter Beibehaltung
der relativen Lage von Formeinsatz und Druckeinrichtung der Formeinsatz auf einer
Ablage, beispielsweise einer Palette als erste Lage oder auf bereits vorhandene Lagen
aufgesetzt. Hierbei kann entweder die Palette anstelle des Rütteltisches unter den
Formeinsatz oder der Formeinsatz samt Druckplatten seitwärts bis über die Palette
gefahren werden. Durch Anheben des Formeinsatzes werden die Formsteine durch die nicht
mit angehobenen Druckplatten der Druckeinrichtung nach unten aus den Formnestern ausgedrückt
und auf der Ablage bzw. einer schon vorhandenen Lage von Formsteinen zum Trocknen
und Aushärten abgelegt.
[0019] Bei dem in Fig. 1 skizzierten Formeinsatz ist erkennbar, dass die die Formnester
begrenzenden Wandflächen der Wände WS mit Reliefstrukturen RS versehen sind, welche
sich im skizzierten Beispiel sowohl an in Längsrichtung LR verlaufenden Wandflächen
NWL als auch an in Querrichtung QR verlaufenden Wandflächen NWQ finden. Die Reliefstrukturen
weisen in der skizzierten bevorzugten Ausführung die Form von langgestreckten horizontal
verlaufenden Nuten auf, welche, gegebenenfalls mit Unterbrechung, den überwiegenden
Teil der Wandfläche in horizontaler Richtung beanspruchen. In vertikaler Richtung
folgen mehrere derartige horizontale Nuten aufeinander. Die Reliefstrukturen RS erstrecken
sich im skizzierten Beispiel über mehr als die Hälfte der Höhe der Seitenwandflächen.
In den Seitenwandflächen sind zusätzlich Vertiefungen AA zur Ausbildung von Abstandshaltern
an den Seitenflächen von Formsteinen vorgesehen.
[0020] Die Fig. 2 zeigt in Schrägdarstellung einen in einem Formnest FN des Formeinsatzes
FE nach Fig. 1 hergestellten Betonformstein, an dessen Seitenflächen sowohl Abstandshalter
AH als auch Gegenreliefstrukturen GR als komplemente Strukturen zu den Reliefstrukturen
RS und den Aussparungen AA in den Wandflächen NWL, NWQ des Formnestes entstanden sind.
Die Kanten am Übergang von den Seitenwandflächen zur Deckfläche des Betonformsteines
nach Fig. 2 sind durch bekannte Formgebung der benutzten Druckplatten angefast.
[0021] In Fig. 3 ist ausschnittsweise eine horizontale Ansicht in ein mit einer vertikalen
Schnittebene entlang A - A von Fig. 1 aufgeschnittenes Formnest skizziert. Die Reliefstruktur
RS befindet sich überwiegend in der unteren Hälfte der Randfläche NWL und nimmt im
skizzierten Beispiel mehr als die Hälfte der Höhe der Wandfläche ein. In horizontaler
Richtung ist die Reliefstruktur durch eine Aussparung AA für einen Abstandshalter
unterbrochen. Die beiden Teilstrukturen weisen jeweils die Länge RL auf, wobei die
gesamte Längserstreckung der Reliefstruktur mit 2RL vorzugsweise größer ist als die
Hälfte der Längserstreckung NL des Formnestes. Eine Druckplatte DP einer z. B. mit
einer Auflast beaufschlagten Druckeinrichtung wird nach Befüllen des Formnestes auf
dieses aufgesetzt.
[0022] Die Reliefstrukturen bestehen aus horizontalen Nuten NU, welche, wie aus dem vergrößerten
Ausschnitt nach Fig. 4 besser ersichtlich ist, konkav vom inneren des Formnestes weg
gewölbt sind. Die Nuten weisen im skizzierten Beispiel eine gleichmäßige Krümmung
mit einem Krümmungsradius auf, welcher groß ist gegen die Relieftiefe RT der Reliefstruktur.
Ein im Formnest hergestellter verdichteter Formsteinkörper ist mit seinen Seitenflächen
formschlüssig mit den Reliefstrukturen verbunden und auf diese Weise auch nach Wegnahme
des unterstützenden Rütteltisches im Formnest gehalten, wobei die die Gewichtskraft
auffangenden Haltekräfte an Halteflächen HF aufgebracht werden, welche durch die jeweils
unteren Bereiche der einzelnen Nuten mit nach unten zum Formnest hin verlaufenden
Flächentangenten gebildet sind, wogegen Teilflächen der Reliefstruktur mit vertikaler
oder mit nach unten vom Formnest weg gerichteter Flächentangente nicht zu den Haltekräften
beitragen. Die gesamte für einen Formkörper in einem Formnest wirksam werdende Haltekraft
ist durch die Summe der an allen diesen Halteflächen HF aufgebrachten Teilkräfte zusammengesetzt.
Durch die lange Erstreckung in horizontaler Richtung und die mehrfache Aufeinanderfolge
in vertikaler Richtung der Nuten der Reliefstrukturen ergibt sich auch bei geringer
Relieftiefe RT eine die Gewichtskraft des Formkörpers kompensierende Haltekraft.
[0023] Die von den Halteflächen HF aufgebrachte Haltekraft ist dadurch begrenzt, dass der
Formkörper auch nach der Verdichtung noch elastisch deformierbar ist und entlang der
Halteflächen HF unter seitlicher Komprimierung nach unten verschoben werden kann.
Die Reliefstrukturen sind aber so dimensioniert, dass allein die Gewichtskraft des
Formkörpers nicht ausreicht, den Formkörper so weit zu deformieren, dass die in den
Reliefstrukturen einliegenden Vorsprünge des Formkörpers entlang der Halteflächen
nach unten das Relief überwinden. Andererseits sind die Reliefstrukturen so dimensioniert,
dass eine Verformung des Formkörpers unter Einsatz einer höheren Kraft als der eigenen
Gewichtskraft in mindestens dem Umfang ohne Abscheren der in die Reliefstrukturen
eingreifenden Vorsprünge des Formkörpers möglich ist, dass diese Vorsprünge die Reliefstrukturen
nach unten überwinden und der Formkörper aus dem Formnest ausgedrückt werden kann.
[0024] Die Relieftiefe RT beträgt vorteilhafterweise maximal 1,5 mm, vorzugsweise maximal
0,8 mm, insbesondere maximal 0,5 mm. Die minimale Tiefe RT der Reliefstrukturen liegt
vorteilhafterweise bei 0,1 mm, vorzugsweise bei 0,2 mm, insbesondere 0,3 mm. Im skizzierten
Beispiel sei eine einheitliche Relieftiefe für alle Nuten angenommen, was bevorzugt
aber nicht zwingend ist.
[0025] In Fig. 5 ist eine Ausführungsform einer Reliefstruktur skizziert, bei welcher die
Reliefstruktur konvexe Wölbungen NX zum Innern des Formnestes hin zeigt. Die Wirkungsweise
ist analog zu der Reliefstruktur nach Fig. 4.
[0026] In den Darstellungen nach Fig. 1 und Fig. 3 weist das Formnest in einem oberen Bereich
einen prismatischen Verlauf mit unstrukturierten senkrechten Wandflächen und in vertikaler
Richtung gleichbleibendem Querschnitt auf. In Fig. 3 ist die Reliefstruktur RS in
der Wandfläche NWR gegen die vertikale Verlängerung dieses prismatischen Abschnitts
AP zurückgesetzt ausgebildet, wodurch der entsprechende prismatische obere Abschnitt
des Formkörpers beim Ausformen nach unten keine Verformung durch das Relief erfährt.
In anderer Ausführung kann, wie in Fig. 6 skizziert, die Reliefstruktur RSX auch gegen
die vertikale Verlängerung der Prismaflächen des Abschnittes AP zum Innern des Formnestes
hin erhaben sein. In der Version nach Fig. 6 ist zu beachten, dass die Druckplatte,
welche typischerweise einen Spalt von ca. 0,5 mm zur Wand des Formnestes einhält,
erforderlichenfalls zur Ausformung an der Reliefstruktur vorbei bewegt werden kann.
[0027] Die Tiefe der Aussparungen AA für die Ausbildung von Abstandselemente an den Seitenwänden
des Formkörpers ist typischerweise wesentlich größer als die Relieftiefe RT. Diese
Aussparungen sind nach unten offen, so dass das am Formkörper ausgebildete Abstandselement
AH beim Ausformen des Formkörpers aus dem Formnest keine komprimierende Verformung
erfährt.
[0028] Die in Fig. 1 nur an jeweils einer Längs- und einer Querfläche des Formnestes erkennbaren
Reliefstrukturen sind vorteilhafterweise wenigstens an zwei gegenüber liegenden Wandflächen
oder vorzugsweise an allen Wandflächen ausgebildet. Die Haltekräfte können dadurch
zum einen gleichmäßig auftreten und zum anderen auf eine Vielzahl von Halteflächen
mit geringer Relieftiefe verteilt werden.
[0029] Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt. Insbesondere
sind für die Form der Reliefstruktur eine Vielzahl von Möglichkeiten aus Kombinationen
der geschilderten Formgebungen oder anderer, nicht linearer Teilstrukturen möglich.
Die Teilstrukturen können auch kleiner und/oder räumlich stärker separiert sein.
1. Formeinsatz (FE) mit einem oder mehreren Formnestern (FN) zum Einsatz in Formmaschinen
zur Herstellung von Betonformsteinen als verdichteten Formkörpern (FS) und deren Ablage
in Mehrlagenanordnung, wobei die Vorrichtung Druckeinrichtungen zum Ausschieben der
verdichteten Körper aus dem Formeinsatz nach unten enthält und an den Wänden des Formnestes
Rückhaltemittel vorgesehen sind, welche das Halten des verdichteten Formkörpers in
dem Formnest bis zum Ausschieben gewährleisten, dadurch gekennzeichnet, dass die Wände des Formnestes als Rückhaltemittel Reliefstrukturen aufweisen, mit Vertiefungen,
die zur Mitte des Formnestes nach unten fallende Halteflanken (HF) besitzen, wobei
das Relief (RS) so auf das Volumen des Formnestes und das Material des Formkörpers
abgestimmt ist, dass einerseits das Eigengewicht des Formkörpers nicht ausreicht,
um diesen aus dem Formnest zu entformen und andererseits der Formkörper unter dem
Einfluss der Druckeinrichtungen ohne Abscherung der in Vertiefungen des Reliefs eintauchenden
Vorsprünge (GR) an Seitenflächen des Formkörpers aus dem Formnest entformbar ist.
2. Formeinsatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Relieftiefe (RT) der Reliefstrukturen (RS) weniger als 1,5 mm, vorzugsweise weniger
als 0,8 mm beträgt.
3. Formeinsatz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteflanken (HF) streifenförmig und zumindest überwiegend horizontal verlaufen.
4. Formeinsatz nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass Halteflanken in vertikaler Richtung mehrfach aufeinanderfolgend angeordnet sind.
5. Formeinsatz nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die kumulierte Länge der Halteflanken (HF) größer als, der Umfang eines in dem Formnest
(FN) herstellbaren Formkörpers (FS), vorzugsweise größer als das 2fache des Umfangs
des Formkörpers ist.
6. Formeinsatz nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass Halteflanken an wenigstens zwei bezüglich des Schwerpunkts des Formkörpers gegenüberliegenden
Wandflächen des Formnestes ausgebildet sind.
7. Formeinsatz nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Reliefstruktur Nuten (NU, NX) mit konkav und/oder mit konvex gewölbtem Querschnitt
enthält.
8. Formeinsatz nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Wand des Formnestes einen prismatischen Wandabschnitt enthält und das Relief
(RS) gegen die Wandflächen des prismatischen Abschnitts zurückgesetzt ist.
9. Formeinsatz nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Relief überwiegend in der unteren Hälfte der vertikalen Erstrekkung der Wände
des Formnestes ausgebildet ist.
10. Formeinsatz nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass sich der lichte Querschnitt des Formnestes im vertikalen Verlauf der Reliefstruktur
nach unten erweitert.
11. Formeinsatz nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass in den Wänden des Formnestes zusätzliche Vertiefungen (AA) für an dem Formkörper
anzuformende Abstandselemente (AH) eingebracht sind, welche eine größere Tiefe als
die Reliefstruktur aufweisen und nach unten offen sind.
12. Formeinsatz nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächen der Wände (NWL, NWQ) der Formnester gehärtet sind.
1. Mould insert (FE) with one or more mould nests (FN) for insertion in moulding machines
for the production of concrete blocks as compacted mouldings (FS) and for depositing
them in a multi-layer arrangement, the apparatus containing pressure devices for pushing
the compacted mouldings out of the mould insert downwards, and there being provided
on the walls of the mould nest retention means which ensure that the compacted moulding
is held in the mould nest until it is pushed out, characterized in that the walls of the mould nest have as retention means relief structures with depressions
which possess holding flanks (HF) descending downwards towards the middle of the mould
nest, the relief (RS) being co-ordinated with the volume of the mould nest and with
the material of the moulding such that, on the one hand, the dead weight of the moulding
is not sufficient to remove the latter from the mould nest and, on the other hand,
the moulding can be removed from the mould nest under the influence of the pressure
devices, without the shearing off of the projections (GR) on side faces of the moulding
which penetrate into depressions of the relief.
2. Mould insert according to Claim 1, characterized in that the relief depth (RT) of the relief structures (RS) is less than 1.5 mm, preferably
less than 0.8 mm.
3. Mould insert according to Claim 1 or 2, characterized in that the holding flanks (HF) are strip-shaped and run at least predominantly horizontally.
4. Mould insert according to one of Claims 1 to 3, characterized in that holding flanks are multiply arranged in succession in a vertical direction.
5. Mould insert according to one of Claims 1 to 4, characterized in that the cumulative length of the holding flanks (HF) is greater than the circumference
of a moulding (FS) capable of being produced in the mould nest (FN), preferably greater
than twice the circumference of the moulding.
6. Mould insert according to one of Claims 1 to 5, characterized in that holding flanks are formed on at least two wall faces of the mould nest which lie
opposite one another with respect to the centre of gravity of the moulding.
7. Mould insert according to one of Claims 1 to 6, characterized in that the relief structure contains grooves (NU, NX) of concavely and/or convexly curved
cross section.
8. Mould insert according to one of Claims 1 to 7, characterized in that the wall of the mould nest contains a prismatic wall portion, and the relief (RS)
is set back relative to the wall faces of the prismatic portion.
9. Mould insert according to one of Claims 1 to 8, characterized in that the relief is formed predominantly in the lower half of the vertical extent of the
walls of the mould nest.
10. Mould insert according to one of Claims 1 to 9, characterized in that the clear cross section of the mould nest widens downwards along the vertical run
of the relief structure.
11. Mould insert according to one of Claims 1 to 10, characterized in that, in the walls of the mould nest, additional depressions (AA) are introduced for spacer
elements (AH) which are to be integrally formed on the moulding and which have a greater
depth than the relief structure and are open downwards.
12. Mould insert according to one of Claims 1 to 11, characterized in that the surfaces of the walls (NWL, NWQ) of the mould nests are hardened.
1. Garniture de moule (FE) dotée d'un ou de plusieurs logements de moule (FN), destinée
à être utilisée dans des machines de moulage pour la fabrication de blocs moulés en
béton qui ont la forme de corps moulés compactés (FS) et leur dépôt en plusieurs couches,
l'installation comprenant des dispositifs de poussée qui permettent d'extraire les
corps moulés compactés par le bas hors de la garniture de moule et des moyens de retenue
étant prévus sur les parois du logement de moule pour garantir le maintien du corps
moulé compacté dans le logement de moule avant son extraction, caractérisée en ce que les parois du logement de moule présentent comme moyens de retenue des structures
en relief qui présentent des creux dotés de flancs de retenue (HF) en pente vers le
bas en direction du milieu du logement de moule, le relief (RS) étant accordé au volume
du logement de moule et au matériau du corps moulé de telle sorte que d'une part le
poids propre du corps moulé ne suffise pas pour le démouler du logement de moule et
que d'autre part le corps moulé puisse être démoulé du logement de moule sous l'action
des dispositifs de poussée sans arracher les saillies (GR) prévues sur les surfaces
latérales du corps moulé et s'enfonçant dans les creux du relief.
2. Garniture de moule selon la revendication 1, caractérisée en ce que la profondeur (RT) des reliefs des structures en relief (RS) est inférieure à 1,5
mm et de préférence inférieure à 0,8 mm.
3. Garniture de moule selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que les flancs de retenue (HF) s'étendent en forme de bandes au moins essentiellement
horizontales.
4. Garniture de moule selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que plusieurs flancs de retenue successifs sont disposés dans la direction verticale.
5. Garniture de moule selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisée en ce que la longueur cumulée des flancs de retenue (HF) est supérieure au périmètre d'un corps
moulé (FS) fabriqué dans le logement de moule (FN) et est de préférence supérieure
au double du périmètre du corps moulé.
6. Garniture de moule selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisée en ce que des flancs de retenue sont formés sur la surface d'au moins deux parois du logement
de moule opposées l'une à l'autre par rapport au centre de masse du corps moulé.
7. Garniture de moule selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisée en ce que la structure en relief contient des rainures (NU, NX) dont la surface transversale
présente une courbure concave et/ou une courbure convexe.
8. Garniture de moule selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisée en ce que la paroi du logement de moule présente une partie prismatique et en ce que le relief (RS) est en retrait par rapport à la partie prismatique de la paroi.
9. Garniture de moule selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, caractérisée en ce que le relief est formé principalement dans la moitié inférieure de l'extension verticale
des parois du logement de moule.
10. Garniture de moule selon l'une quelconque des revendications 1 à 9, caractérisée en ce que la section transversale intérieure du logement de moule s'évase vers le bas dans
le sens vertical de la structure en relief.
11. Garniture de moule selon l'une quelconque des revendications 1 à 10, caractérisée en ce que des creux supplémentaires (AA) pour des éléments d'écartement (AH) à former sur le
corps moulé, qui présentent une profondeur plus grande que celle de la structure en
relief et qui sont ouverts vers le bas, sont ménagés dans les parois du logement de
moule.
12. Garniture de moule selon l'une quelconque des revendications 1 à 11, caractérisée en ce que la surface des parois (NWL, NWQ) des logements de moule est durcie.
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