[0001] Die Erfindung betrifft eine Offenend-Spinnvorrichtung mit einem in einem Rotorgehäuse
drehbar angeordneten Spinnrotor und mit einem das Rotorgehäuse verschließenden Deckelelement,
das einen einsetzbaren Kanalplattenadapter enthält.
[0002] Die Erfindung betrifft ferner einen Kanalplattenadapter für eine derartige Offenend-Spinnvorrichtung.
[0003] Eine Offenend-Spinnvorrichtung mit einem derartigen Kanalplattenadapter ist aus der
deutschen Offenlegungsschrift 21 30 582 Stand der Technik. Der hier gezeigte Kanalplattenadapter hat im Wesentlichen die
Form eines massiven Zylinders mit zwei windschief zueinander angeordneten Bohrungen,
wobei die eine Bohrung als Faserzuführkanal und die andere Bohrung als Garnabzugskanal
dient. Der Kanalplattenadapter ist an seiner Zylindermantelfläche in dem Deckelelement
aufgenommen und wird durch einen radial auf die Zylindermantelfläche drückenden Gewindestift
im Deckelelement gehalten. Es sind keinerlei Positionierungshilfen oder Anschlagflächen
vorgesehen, so dass das Einsetzen dieses Kanalplattenadapters mit einem erhöhten Justieraufwand
verbunden ist. Desweiteren kann es durch den einseitig radial drückenden Gewindestift
vorkommen, dass der Kanalplattenadapter mit seinem Garnabzugskanal nicht mehr exakt
konzentrisch zum Spinnrotor ausgerichtet ist. Die einseitige Fixierung hat außerdem
den Nachteil, dass die Abdichtung zwischen Kanalplattenadapter und Deckelelement nicht
hundertprozentig gewährleistet werden kann, so dass hier ein Falschluftstrom in das
unter Unterdruck stehende Rotorgehäuse einströmen kann.
[0004] Die bekannte Offenend-Spinnvorrichtung ist nicht gegen Bedienungsfehler des Wartungspersonals
abgesichert. Der Kanalplattenadapter ist bei geschlossenem Deckelelement nach außen
herausnehmbar. Außerdem ist die Befestigungseinrichtung für den Kanalplattenadapter
ebenfalls von außen zugänglich. Es ist möglich, dass ein Maschinenbediener bei laufendem
Spinnrotor die Befestigungseinrichtung löst und den Kanalplattenadapter aus dem Deckelelement
herausnimmt. Der mit sehr hoher Drehzahl rotierende Spinnrotor ist nicht mehr abgedeckt
und stellt ein hohes Verletzungsrisiko für die Bedienperson dar. Auch wenn der Kanalplattenadapter
ordnungsgemäß bei geöffnetem Deckelelement und stillstehendem Spinnrotor ausgebaut
wird, besteht ein weiteres Sicherheitsrisiko darin, dass die Offenend-Spinnvorrichtung
auch ohne eingesetzten oder nicht sicher befestigten Kanalplattenadapter wieder anläuft,
wenn das Deckelelement geschlossen wird.
[0005] Bei der bekannten Offenend-Spinnvorrichtung ist es allerdings vorteilhaft, dass die
dem Spinnrotor abgewandte Seite des Kanalplattenadapters unmittelbar mit der freien
Atmosphäre in Kontakt steht, und dadurch eine gute Wärmeableitung gewährleistet ist.
Die Außenseite des Kanalplattenadapters kommt mit der frei zirkulierenden Umgebungsluft
in Berührung, da an den Außenseiten von dem Deckelelement und dem Kanalplattenadapter
keine zusätzlichen Abdeckungen oder Gehäuseteile mehr vorgesehen sind.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Offenend-Spinnvorrichtung der eingangs
genannten Art und einen zugehörigen Kanalplattenadapter zu verbessern und die Betriebssicherheit
zu erhöhen.
[0007] Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass wenigstens ein Verriegelungselement vorgesehen
ist, das den Betrieb der Offenend-Spinnvorrichtung ohne eingesetzten Kanalplattenadapter
verhindert.
[0008] Das Verriegelungselement kann dabei unterschiedlich ausgestaltet sein. Das Verriegelungselement
ist mechanisch und/oder elektrisch mit dem Antrieb des Spinnrotors gekoppelt und verhindert
den Antrieb des Spinnrotors, wenn kein Kanalplattenadapter in dem Deckelelement eingesetzt
ist.
[0009] Im Falle eines durch einen Tangentialriemen angetrieben Spinnrotors ist es vorteilhaft,
dass das Verriegelungselement mit einer Bremse für den Spinnrotor gekoppelt ist. Die
Kopplung ist vorzugsweise mechanisch und derart gestaltet, dass die Bremse des Spinnrotors
zwangsweise geschlossen ist, wenn kein Kanalplattenadapter dem Deckelelement eingesetzt
ist.
[0010] Bei einem durch einen Einzelmotor angetriebenen Spinnrotor kann es vorteilhaft sein,
dass das Verriegelungselement, beispielsweise in Form eines Sensors, elektrisch mit
dem Antriebsmotor gekoppelt ist und dadurch den Betrieb ohne Kanalplattenadapter verhindert.
[0011] Durch das mit dem Kanalplattenadapter zusammenwirkende Verriegelungselement wird
eine Fehlbedienung der Offenend-Spinnvorrichtung unterbunden. Ein gefährlicher Betriebszustand,
bei dem der rotierende Spinnrotor offen und frei zugänglich ist, kann nicht auftreten.
Das Verriegelungselement ist dabei bevorzugt so ausgestaltet, dass auch ein Lösen
des Kanalplattenadapters bei laufendem Spinnrotor verhindert wird.
[0012] Üblicherweise ist das das Rotorgehäuse verschließende Deckelement bereits in einer
Weise mit dem Antrieb des Spinnrotors gekoppelt, so dass ein Öffnen des Deckelelements
nur bei stillstehendem Spinnrotor erfolgen kann. Bei Offenend-Spinnvorrichtung, bei
denen die Spinnrotoren durch Tangentialriemen angetrieben werden, ist das Deckelelement
über einen Hebelmechanismus mit der Rotorbremse gekoppelt. Ein Öffnen des Deckelelementes
bewirkt entweder ein sofortiges Betätigen der Rotorbremse oder ist sogar erst möglich,
wenn die Rotorbremse bereits betätigt ist. Es ist deshalb vorteilhaft, wenn wenigstens
ein Verriegelungselement mit dem öffenbaren Deckelelement zusammenwirkt.
[0013] Es ist vorteilhaft, dass wenigstens ein Verriegelungselement vorgesehen ist, das
ein Schließen des Deckelelementes ohne eingesetzten Kanalplattenadapter verhindert.
Bevorzugt ist wenigstens ein Verriegelungselement am Deckelelement vorhanden, das
ein Lösen des Kanalplattenadapters bei geschlossenem Deckelelement verhindert.
[0014] In Ausgestaltung der Erfindung ist es vorteilhaft, dass am Deckelelement eine Befestigungseinrichtung
für den austauschbaren Kanalplattenadapter angebracht ist, die mit dem wenigstens
einen Verriegelungselement zusammenwirkt. Es kann vorgesehen sein, dass wenigstens
ein Verriegelungselement an der Befestigungseinrichtung angebracht ist, so dass bei
geschlossenem Deckelelement die Befestigungseinrichtung des Kanalplattenadapters nicht
lösbar ist. Die Befestigungseinrichtung des Kanalplattenadapters ist bevorzugt so
ausgestaltet, dass bei geschlossenem Deckelelement die Befestigungseinrichtung nicht
lösbar ist, und dass bei geöffneter Befestigungseinrichtung das Deckelelement nicht
schließbar ist. Durch diese Ausgestaltung wird erreicht, dass ein Lösen und Entnehmen
des Kanalplattenadapters bei geschlossenem Deckelelement - also bei betriebsbereiter
Offenend-Spinnvorrichtung - unterbunden wird und dass gleichzeitig ohne eingesetzten
und ordnungsgemäß im Deckelelement befestigten Kanalplattenadapter ein Anlaufen des
Spinnrotors unmöglich ist. Hierzu kann an der Befestigungseinrichtung wenigstens ein
Verriegelungselement angebracht sein, so dass die Befestigungseinrichtung ohne eingesetzten
Kanalplattenadapter nicht schließbar ist.
[0015] Der Kanalplattenadapter für die erfindungsgemäße Offenend-Spinnvorrichtung weist
eine Aufnahme für eine Garnabzugsdüse und eine - in Blickrichtung dieser Aufnahme
für die Garnabzugsdüse - im Wesentlichen kreisförmige Außenkontur auf, die von zwei
im Wesentlichen diametral gegenüberliegenden Fortsätzen überragt wird. Die die Außenkontur
überragenden Fortsätze dienen zur Befestigung des Kanalplattenadapters am Deckelelement
und wirken mit wenigstens einem Verriegelungselement zusammen. Es ist vorteilhaft,
dass ein Fortsatz wenigstens eine Betätigungsfläche zum Entriegeln eines Verriegelungselementes
an einer am Deckelelement angeordneten Befestigungseinrichtung für den Kanalplattenadapter
aufweist.
[0016] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann ein Anschlag vorgesehen sein, der den
Kanalplattenadapter in Richtung der Mittelachse des Garnabzugskanals in Bezug auf
den Spinnrotor positioniert. Der Anschlag hat den Vorteil, dass der Kanalplattenadapter
ohne Einstellaufwand in das Deckelelement einsetzbar ist. Der Anschlag gewährleistet
eine reproduzierbare Positionierung des Kanalplattenadapters in Bezug auf den Spinnrotor.
[0017] Um die Positionierung weiter zu verbessern, kann der Kanalplattenadapter an seiner
kreisförmigen Außenkontur eine Zylindermantelfläche oder eine Kegelmantelfläche enthalten,
an deren Umfang die radial nach außen ragenden Fortsätze angebracht sind. Hierdurch
wird auch die radiale Position des Kanalplattenadapters in Bezug auf das Deckelelement
vorgegeben und definiert, so dass ein aufwändiges Ausrichten entfällt.
[0018] Der Anschlag kann bevorzugt an der dem Spinnrotor zugewandten Seite des Kanalplattenadapters
angebracht sein, so dass der Kanalplattenadapter von der dem Rotorgehäuse abgewandten
Seite her in das Deckelelement einsetzbar ist. Obwohl die vorliegende Erfindung insbesondere
für Kanalplattenadapter vorteilhaft ist, die von außen, also von der dem Rotorgehäuse
abgewandten Seite her, in das Deckelelement einsetzbar sind, ist sie nicht auf solche
Kanalplattenadapter beschränkt. Ein Verriegelungselement, das den Betrieb der Offenend-Spinnvorrichtung
ohne eingesetzten Kanalplattenadapter verhindert, kann auch für Offenend-Spinnvorrichtungen
vorteilhaft sein, bei denen der Kanalplattenadapter von der dem Rotorgehäuse zugewandten
Seite her - also von "innen" - einsetzbar ist. Auch bei solchen Offenend-Spinnvorrichtungen
können schwerwiegende Schäden verhindert werden, wenn durch ein Verriegelungselement
ein Lösen des Kanalplattenadapters bei laufendem Spinnrotor unterbunden wird.
[0019] Es ist vorteilhaft, wenn zur Befestigung des Kanalplattenadapters eine den Kanalplattenadapter
zum Anschlag hin belastende Befestigungseinrichtung vorgesehen ist. Die Befestigungseinrichtung
hält dann gleichzeitig den Kanalplattenadapter in seiner Position und sorgt für eine
gute Abdichtung des Rotorgehäuses. Die Befestigungseinrichtung ist dabei bevorzugt
so gestaltet, dass sie die Außenseite des Kanalplattenadapters nicht wesentlich abdeckt,
so dass keine Beeinträchtigung der Wärmeabgabe von dem Kanalplattenadapter an die
Umgebungsluft durch die Befestigungseinrichtung eintritt. Die Befestigungseinrichtung
ist vorzugsweise als Klemmbügel gestaltet, der den Kanalplattenadapter an den radial
nach außen ragenden Fortsätzen hält.
[0020] In Ausgestaltung der Erfindung ist es vorteilhaft, dass der Kanalplattenadapter an
seiner dem Spinnrotor zugewandten Seite eine austauschbare Garnabzugsdüse und an seiner
dem Spinnrotor abgewandten Seite ein austauschbares Drallstauelement enthält. Die
Garnabzugsdüse ist vorteilhafterweise unmittelbar durch leicht lösbare Mittel - wie
beispielsweise ein Gewinde oder ein Bajonettverschluss - mit dem Drallstauelement
verbunden. Garnabzugsdüse und Drallstauelement können so entsprechend den spinntechnologischen
Anforderungen gestaltet sein und leicht ausgewechselt werden. Desweiteren ist es vorteilhaft,
dass der Kanalplattenadapter mit eingesetzter Garnabzugsdüse und eingesetztem Drallstauelement
eine kompakte und vormontierbare Baugruppe bildet, die als Ganzes an der Offenend-Spinnvorrichtung
ausgewechselt werden kann. Hierdurch verringert sich die Stillstandszeit der Offenend-Spinnmaschine
bei einem Austausch der spinntechnologisch wichtigen Bauteile.
[0021] Zur Verbesserung der Ableitung der hauptsächlich an der Garnabzugsdüse entstehenden
Reibungswärme an die Umgebungsluft, ist es vorteilhaft, den Kanalplattenadapter aus
einem gut wärmeleitfähigen Material, wie beispielsweise Aluminium, oder dessen Legierungen,
herzustellen. Die Wärmeabgabe kann weiter verbessert werden, wenn die Außenfläche
des Kanalplattenadapters mit einer besonders großen Oberfläche versehen wird, beispielsweise
durch die Anbringung von rippenartigen Strukturen. Es kann vorteilhaft sein, dass
die Höhe des Kanalplattenadapters an verschiedenen Stellen des Umfangs der im Wesentlichen
kreisförmigen Außenkontur unterschiedlich ist.
[0022] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die Höhe in den nicht vom Faserzuführkanal
eingenommenen Bereichen minimiert ist.
[0023] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus nachfolgender Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels.
[0024] Es zeigen:
- Figur 1
- eine geschnittene Seitenansicht einer teilweise dargestellten Offenend-Spinnvorrichtung,
- Figur 2
- eine Ansicht der Offenend-Spinnvorrichtung in Richtung des Pfeils II der Figur 1,
- Figur 3
- eine Detailansicht des Bereiches III der Figur 2 in vergrößerter Darstellung,
- Figur 4
- eine entlang der Schnittfläche IV-IV geschnittene Ansicht eines Verriegelungselements
in vergrößerter Darstellung,
- Figur 5
- eine entlang der Schnittfläche V-V der Figur 2 geschnittene Ansicht in ebenfalls vergrößerter
Darstellung.
[0025] In den Figuren 1 und 2 ist ein Spinnrotor 1 einer Offenend-Spinnvorrichtung in einem
durch ein Deckelelement 2 verschlossenen Rotorgehäuse 3 dargestellt. Der Spinnrotor
1 besteht in bekannter Weise aus einem Rotorteller 4 und einem Schaft 5, der in nicht
dargestellter, aber an sich beliebiger Weise gelagert und angetrieben ist.
[0026] Bei Betrieb läuft der Rotorteller 4 in ebenfalls bekannter Weise in einer unter Unterdruck
stehenden Kammer 6 um, die durch das Rotorgehäuse 3 gebildet wird. Das Rotorgehäuse
3 ist bei Betrieb mit einem zu Wartungszwecken wegbewegbaren Deckelelement 2 verschlossen.
Eine Ringdichtung 7 sorgt dabei für die Abdichtung zwischen dem Deckelelement und
dem Rotorgehäuse 3.
[0027] An dem Deckelelement 2, das oftmals auch als Kanalplatte bezeichnet wurde, ist ein
leicht auswechselbarer Kanalplattenadapter 8 angeordnet, der mit einem Fortsatz in
das Innere des Rotortellers 4 hineinragt. Ein Faserzuführkanal 9 erstreckt sich in
bekannter Weise von einer nicht dargestellten Auflösewalze bis zum Rotorteller 4.
Der Faserzuführkanal 9 ist gestrichelt dargestellt, da er nicht in der Zeichenebene
verläuft. Mit dem Pfeil A ist dabei die Fasertransportrichtung gezeichnet, wobei der
Fasertransport selbst in bekannter Weise mit Hilfe des in der Kammer 6 installierten
Unterdruckes erfolgt. Das Teilstück 10 des Faserzuführkanals 9 kann dabei, wie dargestellt
durch das Deckelelement 2 direkt oder aber genauso gut auch durch einen separaten
Faserkanaleinsatz gebildet werden. Der dem Rotorteller 4 zugewandte Endbereich 11
des Faserzuführkanals 9 ist im Kanalplattenadapter 8 angeordnet. Er ragt in das Innere
des Rotortellers 4 hinein und seine Austrittsöffnung 12 liegt einer Fasergleitfläche
13 des Rotortellers 4 in geringem Abstand gegenüber. Ziel des Kanalplattenadapters
8 ist es, den Endbereich 11 des Faserzuführkanals 9 mit seiner Austrittsöffnung 12
insbesondere an unterschiedliche Durchmesser des Rotortellers 4 einfach anpassen zu
können. Der Kanalplattenadapter 8 ist dabei in weiter unten noch näher beschriebener
Weise leicht lösbar an dem Deckelelement 2 befestigt.
[0028] Die Fasergleitfläche 13 erweitert sich konisch zu einer Fasersammelrille 14, wohin
die auf die Fasergleitfläche 13 in bekannter Weise zugespeisten Fasern gleiten und
sich dort zu einem Faserring sammeln, von wo sie in bekannter Weise als strichpunktiert
dargestelltes Garn 15 abgezogen werden. Das ersponnenen Garn 15 wird zunächst in einer
annähernd senkrecht zum Schaft 5 des Spinnrotors 1 liegende Ebene abgezogen und anschließend
durch eine Garnabzugsdüse 16 in einen koaxial zum Schaft 5 liegenden Garnabzugskanal
17 umgelenkt. Nachfolgend wird das Garn 15 an einem Drallstauelement 18 nochmals umgelenkt
und in Richtung B abgezogen und einem nicht dargestellten Abzugswalzenpaar und einer
nachgeordneten Aufspuleinrichtung zugeführt. Für die Garnqualität ist es dabei vorteilhaft,
wenn das Garn 15 nach dem Drallstauelement 18 nicht mehr durch weitere feststehende
Garnführungselemente umgelenkt wird.
[0029] Der von der Garnabzugsdüse 16 in die Fasersammelrille 14 hineinragende Schenkel des
Garnes 15 läuft durch die Rotation des Spinnrotors 1 mit hoher Geschwindigkeit kurbelartig
in der genannten Normalebene um und erzeugt im Garn 15 eine echte Drehung. Außerdem
entsteht durch eine beim kurbelartigen Umlauf auftretende Abrollbewegung des an der
Garnabzugsdüse 16 anliegenden Garnes 15 ein Falschdraht in dem Garn 15. Das Drallstauelement
18 soll eine möglichst hohe Drehung in dem Anfangsbereich des Garnes 5 aufstauen,
um eine gute Garnbildung an dem in die Fasersammelrille 14 ragenden Ende des Garnes
15 zu gewährleisten.
[0030] Die Garnabzugsdüse 16 kann an sich beliebig gestaltet sein. Bewährt hat sich jedoch
eine Garnabzugsdüse 16 mit einer Düsenfassung 19, in die wenigstens ein Düseneinsatz
20 eingesetzt ist. Der Düseneinsatz 20 kann dabei in an sich bekannter Weise mit unterschiedlichen
Strukturen und Oberflächen versehen sein. Außerdem kann der Düseneinsatz 20 in nicht
dargestellter Weise mehrteilig ausgebildet sein, so dass beispielsweise noch ein Wirbeleinsatz
vorgesehen ist. Auch das Drallstauelement 18 kann an sich beliebig gestaltet sein.
Der Kanalplattenadapter weist für die Garnabzugsdüse 16 und das Drallstauelement 18
jeweils eine im Wesentlichen zylindrische Aufnahme 216 und 218 auf, so dass Garnabzugsdüse
16 und Drallstauelement 18 unmittelbar in den Kanalplattenadapter 8 einsetzbar sind.
Garnabzugsdüse 16 und Drallstauelement 18 können durch unterschiedliche Mittel 22
zum Befestigen im Kanalplattenadapter 8 gehalten werden. Im dargestellten Fall ist
das Mittel 22 zum Befestigen als Bajonettverschluss ausgestaltet, welcher Garnabzugsdüse
16 und Drallstauelement 18 miteinander verbindet und dadurch im Kanalplattenadapter
8 hält. Alternativ kann aber auch ein ein- oder mehrgängiges Gewinde an Garnabzugsdüse
und/oder Drallstauelement vorgesehen sein. Genauso gut können Garnabzugsdüse 16 und
Drallstauelement 18 auch beide separat durch Mittel 22 zum Befestigen in dem Kanalplattenadapter
8 gehalten werden. Neben einem Innengewinde oder einem Bajonettverschluss im Bereich
der Aufnahmen 216, 218 können auch ein oder mehrere Permanentmagnete im Kanalplattenadapter
8 vorgesehen sein.
[0031] Das Drallstauelement 18 weist eine im Wesentlichen zentrische Garnabzugsöffnung 23
auf, die den Garnabzugskanal 17 koaxial fortsetzt. Die Garnabzugsöffnung 23 besitzt
zur Umlenkung des Garnes 15 eine trichterförmige Erweiterung 24 mit einem Umlenkradius.
Es kann vorteilhaft sein, die Garnabzugsöffnung 23 und die trichterförmige Erweiterung
24 mit dem Umlenkradius in einem Einsatz 25 anzuordnen, der in einen Grundkörper 26
des Drallstauelementes 18 eingesetzt ist. Der Einsatz 25 kann aus einem verschleißfestem
Werkstoff bestehen und ist vorteilhafterweise rotationssymmetrisch ausgebildet. Es
kann hier sogar vorteilhaft sein, einen gleichgestalteten Düseneinsatz 20 aus der
Garnabzugsdüse 16 als Einsatz 25 für das Drallstauelement 18 zu verwenden. Neben dieser
mehrteiligen Ausführung des Drallstauelementes 18 kann in nicht dargestellter Weise
natürlich auch eine einteilige Ausführung vorgesehen sein.
[0032] Bei der Ausgestaltung des Mittels 22 zum Befestigen von Garnabzugsdüse 16 und Drallstauelement
18 als Bajonettverschluss kann ein Zapfen 27 an der Düsenfassung 19 der Garnabzugsdüse
16 angebracht sein, der mit einer Nut 28 in dem Grundkörper 26 des Drallstauelementes
18 zusammenwirken kann. Durch Drehung der Garnabzugsdüse 16 um ihre Mittelachse kann
der Zapfen 27 in eine zur Nut 28 korrespondierende Lage gebracht werden, in welcher
die Garnabzugsdüse 16 aus dem Kanalplattenadapter entnehmbar ist. Nach Lösen der Garnabzugsdüse
16 kann das Drallstauelement 18 ebenfalls aus dem Kanalplattenadapter entnommen werden.
Das Einsetzen eines neuen Drallstauelementes 18 und einer neuen Garnabzugsdüse 16
erfolgen in umgekehrter Reihenfolge, indem der Zapfen 27 in die Nut 28 eingeschoben
und anschließend verdreht wird. Der Vorteil des Bajonettverschlusses ist, dass das
Öffnen und Schließen einfach und schnell erfolgt, und dass die Garnabzugsdüse 16 nur
um einen geringen Winkelbetrag verdreht werden braucht. In Ausgestaltung ist es dabei
möglich, zwei oder mehrere Zapfen 27 mit jeweils einer zugeordneten Nut 28 gleichmäßig
am Umfang der Düsenfassung 19 und des Grundkörpers 26 verteilt anzubringen.
[0033] Bei dieser Art der direkten Verbindung von Garnabzugsdüse 16 und Drallstauelement
18 ist es vorteilhaft, an einem der beiden Bauteile ein Element 29 zur Verdrehsicherung
anzubringen. Das Element 29 zur Verdrehsicherung kann eine radial vorspringende Nase
an der zylindrischen Außenkontur des Drallstauelementes 18 sein, die mit einer im
Kanalplattenadapter 8 angebrachten Nut zusammenwirkt. Durch ein derartiges Element
29 zur Verdrehsicherung kann sich das Drallstauelement 18 beim Verdrehen der Garnabzugsdüse
16 zum Zwecke des Festziehens oder Lösens des Mittels 22 zum Befestigen nicht mitdrehen,
was die Handhabung bei Montage und Demontage vereinfacht.
[0034] Durch die Umlenkung des Garnes 15 an der Garnabzugsdüse 16 entsteht Reibungswärme,
die bei hohen Spinngeschwindigkeiten zu einer Schädigung des Garnes 15 führen kann.
Die an der Garnabzugsdüse 16 entstehende Reibungswärme muss deshalb möglichst gut
und schnell von dort abgeführt werden, so dass die Oberflächentemperatur des Düseneinsatzes
20 nicht zu hoch wird. Es ist deshalb vorteilhaft, die Düsenfassung 19 und den Kanalplattenadapter
8 aus einem sehr gut wärmeleitfähigen Material, beispielsweise aus Aluminium oder
aus Aluminiumlegierungen, herzustellen. Desweiteren ist es vorteilhaft, wenn die dem
Spinnrotor 1 abgewandte Seite 30 des Kanalplattenadapters 8 unmittelbar die Außenseite
der Offenend-Spinnvorrichtung bildet und mit der freien Atmosphäre in Kontakt steht.
Auf der äußeren Seite 30 des Kanalplattenadapters 8 sollten keine Abdeckungen oder
Elemente zur Abkapselung angebracht werden, damit ein guter Wärmeübergang vom Kanalplattenadapter
8 an die Umgebungsluft stattfinden kann. Es kann vorteilhaft sein, die Oberfläche
an der dem Spinnrotor 1 abgewandten Seite 30 des Kanalplattenadapters 8 beispielsweise
durch Rippen oder Ähnliches zu vergrößern, so dass sich der Wärmeübergang an die Umgebungsluft
weiter erhöht. Durch derartige Maßnahmen lässt sich eine unzulässig hohe Erwärmung
der Garnabzugsdüse weitgehend vermeiden.
[0035] In Blickrichtung der Aufnahme 216 für die Garnabzugsdüse 16 weist der Kanalplattenadapter
8 eine im Wesentlichen kreisförmige Außenkontur 31 auf, die eine Trennstelle des Faserzuführkanals
9 bildet. Die kreisförmige Außenkontur 31 kann dabei wie dargestellt eine Zylindermantelfläche
sein. Die kreisförmige Außenkontur 31 kann allerdings in nicht dargestellter Weise
genauso gut durch eine Kegelmantelfläche gebildet werden, die die Abdichtung an der
Trennstelle des Faserzuführkanals 9 erleichtert. Beim eingangs erwähnten Stand der
Technik dient diese Zylindermantelfläche der kreisförmigen Außenkontur 31 zur Abdichtung
der unter Unterdruck stehenden Kammer 6 gegenüber der Umgebung. Es ist nun ein Anschlag
33 vorgesehen, der den Kanalplattenadapter 8 in Richtung der Mittelachse des Garnabzugskanals
17 in Bezug auf den Spinnrotor 1 positioniert.
[0036] Bei der dargestellten Ausführung dient die Zylindermantelfläche der kreisförmigen
Außenkontur 31 nicht mehr zur Abdichtung der Kammer 6. Es ist eine den Anschlag 33
bildende Dichtfläche 32 vorgesehen, die mit dem Deckelelement 2 zusammenwirkt. Die
Dichtfläche 32 ist vorzugsweise eine an der dem Spinnrotor 1 zugewandten Seite des
Kanalplattenadapters 8 angebrachte ebene Ringfläche, die im Wesentlichen senkrecht
zur Mittelachse des Garnabzugskanals 17 orientiert sein kann. Es lässt sich dadurch
auch ohne zusätzliche Dichtungselemente eine gute Abdichtung der Kammer 6 gewährleisten,
so dass zwischen Deckelelement 2 und Kanalplattenadapter 8 praktisch keine Falschluft
in die Kammer 6 strömen kann. Die Dichtfläche 32 kann aber genauso gut in nicht dargestellter
Weise als konische Mantelfläche eines Kegels ausgebildet sein. Zur Verbesserung der
Abdichtung können in nicht dargestellter Weise zusätzliche Dichtungselemente an der
Dichtfläche 32 angeordnet sein.
[0037] Die Dichtfläche 32 ist so am Kanalplattenadapter 8 angebracht, dass sie dem Spinnrotor
1 bzw. der Aufnahme 216 für die Garnabzugsdüse 16 zugewandt ist. Eine derartige Ausrichtung
gewährleistet, dass der Kanalplattenadapter von der dem Rotorgehäuse 3 abgewandten
Außenseite her in das Deckelelement 2 einsetzbar ist. Beim Einsetzen des Kanalplattenadapters
8 bildet die Dichtfläche 32 einen Anschlag 33, der den Kanalplattenadapter 8 in axialer
Richtung in Bezug auf den Spinnrotor 1 positioniert. Die Lage der Stirnseite der Garnabzugsdüse
16 in Bezug auf die Rotorrille 14 wird dadurch eindeutig und reproduzierbar definiert.
Bei einer nicht senkrecht zur Mittelachse der Aufnahme 216 stehenden Dichtfläche 32
sollte der Winkel zwischen Mittelachse der Aufnahme 216 und der Dichtfläche 32 wenigstens
45° betragen, damit eine noch ausreichende Wirkung der Dichtfläche 32 als Anschlag
33 besteht.
[0038] Zur Positionierung und Befestigung des Kanalplattenadapters 8 am Deckelelement 2
sind an der im Wesentlichen kreisförmigen Außenkontur 31 zwei herausragende Fortsätze
40 und 41 angebracht, die sich in Bezug auf die Aufnahme 216 für die Garnabzugsdüse
16 im Wesentlichen diametral gegenüberliegen. Den stegförmigen Fortsätzen 40 und 41
ist eine Befestigungseinrichtung 34 zugeordnet, die am Deckelelement 2 angebracht
ist. Die Befestigungseinrichtung 34 ist in Form eines schwenkbar angebrachten Klemmbügels
35 gestaltet und drückt den Kanalplattenadapter 8 über die Fortsätze 40 und 41 gegen
den Anschlag 33 bzw. die Dichtfläche 32. Die Befestigungseinrichtung 34 ist vorteilhafterweise
so ausgebildet, dass sie den Kanalplattenadapter 8 nicht übermäßig stark abdeckt,
und so die Wärmeabgabe vom Kanalplattenadapter 8 an die Umgebungsluft nicht behindert.
Der Klemmbügel 35 weist einen Handgriff 36 auf und kann mit zwei Schrauben oder Bolzen
371 und 372 am Deckelelement 2 befestigt sein. An den Bolzen 371 und 372 können in
nicht dargestellter Weise Schraubendruckfedem vorgesehen sein, die den Klemmbügel
35 in Richtung des Deckelelementes 2 belasten. Der Bolzen 371 bildet eine Schwenkachse
für den Klemmbügel 35. Im Bereich des Bolzens 372 ist ein Langloch 38 im Klemmbügel
35 vorgesehen, so dass der Klemmbügel 35 in Pfeilrichtung C hochgeschwenkt werden
kann und dadurch die Fortsätze 40 und 41 freigibt. Alternativ zu Bolzen 372 und Langloch
38 kann in nicht dargestellter Ausführung selbstverständlich auch eine anders gestaltete
Gleitführung vorgesehen sein. Die Befestigungseinrichtung 34 ist durch den in Pfeilrichtung
C hochgeschwenkten Klemmbügel 35 gelöst. Der Kanalplattenadapter 8 kann jetzt vom
Spinnrotor 1 weg aus dem Deckelelement 2 entnommen und gegen eine andere Ausführung
ausgetauscht werden. Zum Schließen der Befestigungseinrichtung 34 wird der Klemmbügel
35 entgegen der Pfeilrichtung C heruntergeschwenkt und schiebt sich über die Fortsätze
40 und 41. Der neu eingesetzte Kanalplattenadapter 8 ist dadurch am Deckelelement
2 fixiert.
[0039] Zur Verbesserung der Abdichtung zwischen dem Endbereich 11 des Faserzuführkanals
9 und dem im Deckelelement 2 angeordneten Teilstück 10 kann der Zylindermantelfläche
an der Außenkontur 31 im Bereich des Faserzuführkanals 9 eine Dichtung 39 zugeordnet
sein. Da die kreisförmige Außenkontur 31 nur noch im Bereich des Faserzuführkanals
9 eine relativ große Höhe haben muss, kann die Höhe der Außenkontur 31 außerhalb des
Faserzuführkanals 9 minimiert werden. Es ist vorteilhaft, wenn die Höhe der Außenkontur
31 an verschiedenen Stellen des Umfangs des Kanalplattenadapters 8 unterschiedlich
ist, so dass die für den als Druckgussteil hergestellten Kanalplattenadapter 8 benötigte
Materialmenge reduziert ist.
[0040] Zur Sicherheit des Maschinenbedieners ist es vorteilhaft, wenn der Kanalplattenadapter
8 nur dann aus dem Deckelelement 2 entnehmbar ist, wenn der Spinnrotor 1 nicht rotiert.
Dies kann beispielsweise dadurch gewährleistet werden, dass wenigstens ein Verriegelungselement
vorgesehen ist, das zwischen Befestigungseinrichtung 34 und einer üblicherweise vorhandenen
Bremse für den Spinnrotor 1 eine Wirkverbindung, beispielsweise über Hebel, bildet,
so dass bei Öffnen der Befestigungseinrichtung 34 die Bremse den Spinnrotor 1 zwangsweise
anhält.
[0041] Offenend-Spinnvorrichtungen dieser Art weisen oftmals bereits eine Wirkverbindung
zwischen Deckelelement 2 und Bremse des Spinnrotors 1 auf, so dass beim Öffnen des
Deckelelementes 2 der Spinnrotor 1 automatisch abgebremst wird. Bei einer solchen
Offenend-Spinnvorrichtung lässt sich die Entnahme des Kanalplattenadapters 8 bei laufendem
Spinnrotor 1 auch wirkungsvoll verhindern, wenn die Befestigungseinrichtung 34 bei
geschlossenem Deckelelement 2 nicht geöffnet werden kann. Dies kann dadurch geschehen,
dass der Befestigungseinrichtung 34 ein Verriegelungselement 42 zugeordnet ist, das
ein Lösen der Befestigungseinrichtung 34 verhindert, solange das Deckelelement 2 geschlossen
ist. Hierzu kann das Verriegelungselement 42 einen am Klemmbügel 35 angebrachten Nocken
43 enthalten, dem ein im Rotorgehäuse 3 angebrachter Stift 44 zugeordnet ist. Nocken
43 und Stift 44 verhindern, dass der Klemmbügel 35 bei geschlossenem Deckelelement
2 in Richtung des Pfeils C nach oben geschwenkt werden kann. Erst wenn das Deckelelement
2 geöffnet ist, kann der Klemmbügel 35 an dem Stift 40 vorbeigeschwenkt und der Kanalplattenadapter
8 entnommen werden.
[0042] Das Verriegelungselement 42 ist gleichzeitig so ausgestaltet, dass sich bei geöffneter
Befestigungseinrichtung 34 das Deckelelement 2 nicht wieder schließen lässt, so dass
ein Anlaufen des Spinnrotors 1 bei nicht ordnungsgemäß fixiertem Kanalplattenadapter
8 oder sogar bei fehlendem Kanalplattenadapter 8 verhindert wird. Ist der Klemmbügel
35 bei geöffnetem Deckelelement 2 in Pfeilrichtung C hochgeschwenkt, dann stößt beim
Zuschwenken des Deckelelementes 2 der Nocken 43 gegen die Stirnfläche des Stiftes
44 und verhindert ein vollständiges Schließen des Deckelelementes 2. Nur bei zugeschwenktem
Klemmbügel 35 und somit ordnungsgemäß fixiertem Kanalplattenadapter 8 geht der Nocken
43 an dem Stift 44 vorbei, und das Deckelelement 2 lässt sich komplett schließen.
[0043] Damit sich die Befestigungseinrichtung 34 nur dann schließen lässt wenn tatsächlich
ein Kanalplattenadapter im Deckelelement 2 eingesetzt ist, ist an der Befestigungseinrichtung
ein weiteres Verriegelungselement 45 angebracht. Ohne das Verriegelungselement 45
könnte der Klemmbügel 35 auch ohne eingesetzten Kanalplattenadapter entgegen der Pfeilrichtung
C zugeschwenkt und dadurch die Blockadewirkung des Verriegelungselementes 42 umgangen
werden.
[0044] Das Verriegelungselement 45 wird im Folgenden anhand der Figuren 3 bis 5 näher erläutert.
Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit ist in Figur 3 der Klemmbügel 35 nicht dargestellt.
Das Verriegelungselement 45 besteht im Wesentlichen aus einem am Deckelelement 2 angebrachten
Anschlag 46 und einem am Klemmbügel 35 angebrachten Klips 47. Der blattfederartige
Klips 47 kann bei einem als Kunststoff-Spritzgussteil hergestellten Klemmbügel 35
direkt angeformt sein. Alternativ kann er jedoch auch als separates Bauteil am Klemmbügel
35 angebracht werden.
[0045] Zum Entnehmen des Kanalplattenadapters 8 aus dem Deckelelement 2 wird wie oben bereits
beschrieben, der Klemmbügel 35 in Pfeilrichtung C hochgeschwenkt. Der Klips 47 des
Verriegelungselementes 45 gleitet dabei über den Anschlag 46 und weicht dabei dem
Anschlag 46 in Pfeilrichtung D durch elastische Verformung aus. Nach Überwinden des
Anschlages 46 kehrt der Klips 47 in seine unverformte Ausgangslage zurück. Beim Verschwenken
des Klemmbügels 35 gleitet gleichzeitig eine Haltefläche 48 des Klemmbügels 35 über
eine Haltefläche 49, die am radial nach außen stehenden Fortsatz 41 des Kanalplattenadapters
8 angebracht ist. Die über die Halteflächen 48 und 49 übertragene Druckkraft bewirkt
die Fixierung des Kanalplattenadapters 8 im Deckelelement 2. Analog zu der Haltefläche
49 am Fortsatz 41 ist in nicht näher dargestellte Weise ebenfalls eine Haltefläche
an dem Fortsatz 40 angebracht, die durch eine ihr zugeordnete Haltefläche des Klemmbügels
35 belastet wird. Nach vollständigem Hochschwenken des Klemmbügels 35 in Pfeilrichtung
C ist die Haltefläche 48 von der Haltefläche 49 entfernt. Die Fortsätze 40 und 41
werden nicht mehr vom Klemmbügel 35 überdeckt, so dass der Kanalplattenadapter 8 entnommen
werden kann.
[0046] Nach dem Einsetzen eines neuen Kanalplattenadapters 8 in das Deckelelement 2, wird
der Klemmbügel 35 durch Verschwenken entgegen der Pfeilrichtung C wiedergeschlossen.
Der Klips 47 des Verriegelungselementes 45 wird dabei durch eine am Fortsatz 41 angebrachte
Betätigungsfläche 50 in Pfeilrichtung D ausgelenkt und gleitet über den Anschlag 46
hinweg. Gleichzeitig gleitet die Haltefläche 48 wieder über die Haltefläche 49 so
dass der Kanalplattenadapter 8 an seinen Fortsätzen 40 und 41 fixiert ist. Der Klips
47 rastet hinter dem Anschlag 46 ein und fixiert dadurch den Klemmbügel 35 in seiner
geschlossenen Position.
[0047] Wird nun nach einem Ausbau des Kanalplattenadapters 8 versucht, die Befestigungseinrichtung
34 ohne neu eingesetzten Kanalplattenadapter 8 zu schließen, dann wirkt das Verriegelungselement
45 diesem entgegen. Fehlt der Kanalplattenadapter 8, so gibt es auch keinen Fortsatz
41 und auch die am Fortsatz 41 angebrachte Betätigungsfläche 50, wie sie in Figur
4 zu erkennen ist, fehlt. Wird in diesem Fall versucht, den Klemmbügel entgegen der
Pfeilrichtung C aus seiner geöffneten Position zurückzuschwenken, so wird der Klips
47 aufgrund der fehlenden Betätigungsfläche 50 nicht in Pfeilrichtung D ausgelenkt
und stößt deshalb mit seiner Stirnseite 51 gegen den Anschlag 46. Das Weiterschwenken
des Klemmbügels 35 entgegen der Pfeilrichtung C wird verhindert. Der Klemmbügel 35
lässt sich also ohne eingesetzten Kanalplattenadapter 8 nicht vollständig schließen.
Wie oben bereits beschrieben, verhindert in dieser Position des Klemmbügels 35 das
Verriegelungselement 42 ein Schließen des Deckelelementes 2, da der Nocken 43 an die
Stirnseite des Stiftes 44 anschlägt. Der Spinnrotor 1 kann also nicht durch ein versehentliches
Schließen des Deckelelementes 2 anlaufen, wenn kein Kanalplattenadapter 8 eingesetzt
ist.
[0048] Es ist vorteilhaft, im Deckelelement 2 eine Aussparung 52 vorzusehen, in die der
Fortsatz 41 eingreift, damit auch die Position des Kanalplattenadapters 8 in Drehrichtung
um die Mittelachse des Garnabzugskanals 17 reproduzierbar und ein passgenauer Übergang
am Faserzuführkanal 9 gewährleistet ist.
1. Offenend-Spinnvorrichtung mit einem in einem Rotorgehäuse (3) drehbar angeordneten
Spinnrotor (1) und mit einem das Rotorgehäuse (3) verschließenden Deckelelement (2),
das einen austauschbaren Kanalplattenadapter (8) enthält, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Verriegelungselement (42; 45) vorgesehen ist, das den Betrieb der
Offenend-Spinnvorrichtung ohne eingesetzten Kanalplattenadapter (8) verhindert.
2. Offenend-Spinnvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Verriegelungselement (42) vorgesehen ist, das ein Lösen des Kanalplattenadapters
(8) bei laufendem Spinnrotor (1) verhindert.
3. Offenend-Spinnvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Verriegelungselement (42; 45) vorgesehen ist, das ein Schließen des
Deckelelementes (2) ohne eingesetzten Kanalplattenadapter (8) verhindert.
4. Offenend-Spinnvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass am Deckelelement (2) eine Befestigungseinrichtung (34) für den austauschbaren Kanalplattenadapter
(8) angebracht ist.
5. Offenend-Spinnvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Verriegelungselement (42) an der Befestigungseinrichtung (34) angebracht
ist, so dass bei geschlossenem Deckelelement (2) die Befestigungseinrichtung (34)
nicht lösbar ist.
6. Offenend-Spinnvorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Verriegelungselement (45) an der Befestigungseinrichtung (34) angebracht
ist, so dass ohne eingesetzten Kanalplattenadapter (8) die Befestigungseinrichtung
(34) nicht schließbar ist.
7. Offenend-Spinnvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanalplattenadapter (8) eine Betätigungsfläche (50) zum Entriegeln des Verriegelungselements
(45) an der Befestigungseinrichtung (34) aufweist.
8. Offenend-Spinnvorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungseinrichtung (34) des Kanalplattenadapters (8) als Klemmbügel (35)
ausgestaltet ist.
9. Offenend-Spinnvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die dem Spinnrotor (1) abgewandte Seite (30) des Kanalplattenadapters (8) unmittelbar
mit der freien Atmosphäre in Kontakt steht.
10. Offenend-Spinnvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanalplattenadapter (8) einen Garnabzugskanal (17) enthält, und dass ein Anschlag
(33) vorgesehen ist, der den Kanalplattenadapter (8) in Richtung der Mittelachse des
Garnabzugskanals (17) in Bezug auf den Spinnrotor (1) positioniert.
11. Offenend-Spinnvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlag (33) an der dem Spinnrotor (1) zugewandten Seite des Kanalplattenadapters
(8) angeordnet ist, und dass der Kanalplattenadapter (8) von der dem Rotorgehäuse
(3) abgewandten Außenseite her in das Deckelelement (2) einsetzbar ist.
12. Offenend-Spinnvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanalplattenadapter (8) an seiner dem Spinnrotor (1) zugewandten Seite eine austauschbare
Garnabzugsdüse (16) enthält.
13. Offenend-Spinnvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanalplattenadapter (8) an seiner dem Spinnrotor (1) abgewandten Seite ein austauschbares
Drallstauelement (18) enthält.
14. Offenend-Spinnvorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Garnabzugsdüse unmittelbar durch leicht lösbare Mittel (22) zum Befestigen mit
dem Drallstauelement (18) verbunden ist.
15. Kanalplattenadapter (8) zum Einsetzen in ein Deckelelement (2) einer Offenend-Spinnvorrichtung,
dadurch gekennzeichnet, dass der Kanalplattenadapter (8) eine Aufnahme (216) für eine Garnabzugsdüse (16) aufweist,
und dass der Kanalplattenadapter (8) in Blickrichtung der Aufnahme (216) für die Garnabzugsdüse
(16) eine im Wesentlichen kreisförmige Außenkontur (31) aufweist, die von zwei im
Wesentlichen diametral gegenüberliegenden Fortsätzen (40, 41) überragt wird.
16. Kanalplattenadapter nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass ein Fortsatz (41) eine Betätigungsfläche (50) zum Entriegeln eines Verriegelungselementes
(45) an einer am Deckelelement (2) angeordneten Befestigungseinrichtung (34) für den
Kanalplattenadapter (8) aufweist.
17. Kanalplattenadapter nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass ein Anschlag (33) an der der Aufnahme (216) für die Garnabzugsdüse (16) zugewandten
Seite des Kanalplattenadapters (8) angebracht ist, so dass der Kanalplattenadapter
(8) von außen in das Deckelelement (2) einsetzbar ist.
18. Kanalplattenadapter nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanalplattenadapter (8) auf der der Aufnahme (216) für die Garnabzugsdüse (16)
gegenüberliegenden Seite eine Aufnahme (218) für ein Drallstauelement (18) aufweist.