(19)
(11) EP 1 821 271 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
22.08.2007  Patentblatt  2007/34

(21) Anmeldenummer: 06405073.5

(22) Anmeldetag:  15.02.2006
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
G09F 15/00(2006.01)
E04C 2/32(2006.01)
A47F 5/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR MK YU

(71) Anmelder: Alcan Technology & Management Ltd.
8212 Neuhausen am Rheinfall (CH)

(72) Erfinder:
  • Joachim, Werner
    46397 Bocholt (DE)
  • Behre, Kurt
    49078 Osnabrück (DE)
  • Seidel, Siegfried
    49205 Hasbergen (DE)

   


(54) Biegbare Stellwand


(57) Bieg- oder aufrollbare Stellwand aus einem Kern (12) aus kompaktem oder schaumförmigen Material und an den Hauptflächen des Kerns anliegenden
Deckmaterialien (10,11), wobei die Deckmaterialien auf einer oder beiden Seiten des Kerns durch eine Mehrzahl von parallel verlaufenden, sich wenigstens über einen Abschnitt in der Breite erstreckenden, Schnitte oder Ausnehmungen (13) durchsetzt sind, wobei die Schnitte oder Ausnehmungen sich über die ganze Höhe erstrecken. Die Schnitte oder Ausnehmungen setzen sich durch die Dicke des Deckmaterials hindurch in den Kern fort. Dadurch ist es möglich, derartige Stellwände in einer Achse zu biegen oder aufzurollen, während in der anderen Achse die Stellwand starr ist und sich in aufrechter Stellung hält.




Beschreibung


[0001] Vorliegende Erfindung betrifft eine bieg- oder aufrollbare Stellwand aus einem Kern und aussen an den Hauptflächen des Kerns anliegenden Deckmaterialien, wobei eines oder beide der Deckmaterialien durch eine Mehrzahl von parallel, sich über die ganze Höhe erstreckenden Schnitte oder Ausnehmungen durchsetzt ist.

[0002] Aus der WO94/02926 sind Displays bekannt geworden aus zwei parallelen durch regelmässig angeordnete Querstege von einander beabstandeten Deckplatten. Eine oder beide Deckplatten weisen parallel zu den Querstegen laufende Schlitze oder Schnitte auf. Dadurch wird das Display aufrollbar.

[0003] Die Auswahl an Ausführungsformen sind bei solchen Displays begrenzt. Zur Formung des Grundkörpers bieten sich nur leicht verarbeitbare Kunststoffe an, die extrudiert werden können. Das Anbringen der Schlitze oder Schnitte bedarf hoher Präzision, um zu vermeiden, dass der Schnitt im Bereich eines Quersteges angelegt wird. Zudem bestimmen die Querstege die Lage und Anzahl der Schlitze, so dass die Biegbarkeit eines Displays bereits mit der Wahl des Grundkörpers vorgegeben ist.

[0004] Aufgabe vorliegender Erfindung ist es, diese Nachteile zu vermeiden und eine neue verbesserte Ausführungsform vorzuschlagen.

[0005] Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass das Kern ein kompaktes Material oder ein Schaumstoff ist und die Schnitte oder Ausnehmungen durch das Deckmaterial sich im Kern fortsetzen und sich die Stellwand in der Achse, gleichlaufend der Schnitte oder Ausnehmungen, biegen oder aufrollen lässt.

[0006] An der erfindungsgemässen bieg- oder aufrollbare Stellwand können die Schnitte oder Ausnehmungen an einem der Deckmaterialien angebracht sein und sich von der Seite des mit den Schnitten oder Ausnehmungen versehenen Deckschicht in den Kern fortsetzen.

[0007] An der erfinderischen bieg- oder aufrollbaren Stellwand können die Schnitte oder Ausnehmungen an beiden Deckenmaterialien angebracht sein, wobei die Schnitte oder Ausnehmungen an beiden Deckmaterialien in der gleichen Achse und Richtung verlaufen und die Schnitte oder Ausnehmungen in einem Deckmaterial gegenüber den Schnitten oder Ausnehmungen im anderen Deckmaterial seitlich versetzt angeordnet sind und sich die Schnitte oder Ausnehmungen der jeweiligen Deckschicht in den Kern hinein fortsetzen.

[0008] An der bieg- oder aufrollbaren Stellwand nach vorliegender Erfindung können sich die Schnitte oder Ausnehmungen durch das eine Deckmaterial und vollständig durch den Kern bis zu der dem Kern zugewandten Seite des anderen Deckmaterials erstrecken.

[0009] Stellwände, deren Begriff hiermit auch kleiner dimensionierte Ausführungsformen, wie Stelltafeln einschliesst, nach vorliegender Erfindung, finden eine breite Anwendung beispielsweise als Schautafeln, Reklametafeln, Aushängeschilder, Wegweiser oder so genannte Displays für die Gestaltung und Aufbau von Ständen, in der Kundenwerbung, an Ausstellungen, in Schaufenstern, bei Werbeveranstaltungen, Anpreisungen usw. Die Stellwände können beispielsweise auch Trennwände oder ein Sichtschutz darstellen oder in kleinerer Ausführungsform, als Stelltafeln mit Werbebotschaften versehen, z.B. bedruckt, bemalt, besteckt oder beklebt, eingesetzt werden. Ein wichtiges Element ist die Möglichkeit, auf die Stellwände beliebig Papiere, Folien, grafische Gestaltungselemente oder Reproduktionen, wie Plakate, Drucke, Lithographien oder Fotografien anzubringen oder aufzuziehen oder die Stellwände auch direkt zu bedrucken, zu bemalen oder einzufärben. Die Stellwände können auch als Ansteckwände, "Pinboards" oder "Pinwände" eingesetzt werden.

[0010] Die Stellwände sind in einer Richtung oder um eine Achse, insbesondere der Hochachse biegbar oder aufrollbar. Dies ergibt gegenüber starren Stellwänden erweiterte Gestaltungs- und Anwendungsmöglichkeiten. So ist die eine aufrollbare Stellwand Platz sparend zu transportieren, eine darauf angebrachte Botschaft kann fallweise durch Verfremdung beim Biegen der Stellwand die Aufmerksamkeit beim Publikum erhöhen und Stellwände können in gebogenen oder teilweise gerolltem Zustand ohne weitere Befestigungsmittel wie Füsse oder Streben aufrecht hingestellt werden. Gleiches gilt für Stelltafeln, wie sie beispielsweise in kleineren Dimensionen als Stellwände und Dekorelemente zum gleichen Zweck eingesetzt werden.

[0011] Die Stellwände enthalten einen Kern. An der vorliegenden bieg- oder aufrollbaren Stellwand kann der Kern aus einem kompakten Material sein. Unter kompaktem Material oder Werkstoff werden die jeweiligen Materialien in ihrer vollen Dichte, demnach nicht geschäumt oder regelmässig mit Poren durchsetzt, verstanden. Zu den kompakten Materialien gehören beispielsweise Kunststoffe, wie Polyolefine und dabei insbesondere Polyethylene und Polypropylene, Polyamide, Polystyrole, Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymere, Polycarbonate, Polyester usw. Typische Beispiele sind weiches Polyethylen oder Polyethylen niedriger Dichte. Die Kunststoffe können mit Fasern, Stapelfasern, Geweben, Gewirken oder Vliesen verstärkt sein. Die Kunststoffe können anorganische oder organische Füllstoff enthalten. Beispiele von Füllstoffen sind Aluminiumoxid, Siliziumoxide, Oxide und Carbonate des Calciums und Magnesiums, Gläser, Schlacke usw. Andere kompakte Materialien für den Kern können Gele, Mischungen, insbesondere gepresste und ausreagierte Mischungen aus Holzspänen oder Sägemehl mit Bindern, wie z.B. Phenolharzen, sein.

[0012] An der vorliegenden bieg- oder aufrollbaren Stellwand kann der Kern ein Schaumstoff und dabei ein anorganischer und zweckmässig ein organischer Schaumstoff sein.

[0013] Beispiele solcher Schaumstoffe oder Schäume sind PVC-Schäume, Polyurethanschäume, Polyetherschäume, geschäumte Polyolefine, wie Polyethylene oder Polypropylene, Polystyrolschäume usw. Der Schaum des Kerns kann offenzellig, geschlossenzellig oder teilweise geschlossenzellig sein. Bei teilweise offenen Zellen kann der Anteil an offenen Zellen von 10 bis 90%, bezogen auf die Gesamtzellenzahl, betragen. Der Schaumstoff kann weich, halbhart oder hart sein. Bevorzugt sind Dichten des Schaumstoffes von 35 bis 200 kg/m3.

[0014] In der vorliegenden bieg- oder aufrollbaren Stellwand kann der schaumförmige Kern eine gleichmässigen Porenverteilung und gleiche Porengrösse durch die Dicke des Materials hindurch aufweisen.

[0015] In anderer Ausführungsform kann die bieg- oder aufrollbare Stellwand einen schaumförmigen Kern aufweisen, der eine unterschiedliche Porenverteilung und Porengrösse durch die Dicke des geschäumten Materials hindurch aufweist. Solche Schäume werden Integralschäume genannt. Bevorzugt ist ein Integralschaum mit zelligem Formteilkern und mit einer zur Randzone, d.h. gegen die Deckschichten hin, dichter werdenden Formteil-Aussenseite. Die Dichteverteilung durch die Dicke oder Wandstärke des Kerns gleicht idealerweise einer Parabel.

[0016] Weiters können Kerne aus beliebigen Hölzern, auch aus sehr porenreichen Hölzern, wie z.B. Balsaholz, oder aus papierhaltigen Materialien, wie z.B. Pappmaché oder Papiermaché, sein.

[0017] Der Kern kann auch mehrlagig ausgeführt sein, wobei die einzelnen Materiallagen aus dem gleichen oder aus verschiedenen Materialien, wie oben erwähnt, sein können.

[0018] Der Kern wird in einer Dicke oder Wandstärke von beispielsweise 2 bis 100 mm angewendet. Bevorzugt sind minimale Dicken des Kerns von 3 und insbesondere 5 mm. Bevorzugt sind maximale Dicken des Kerns von 50 und insbesondere 20 mm.

[0019] Bei den Deckschichten, die beidseits des Kerns gleich oder unterschiedlich sein können, kann es sich um beispielsweise Metall- oder Kunststofffolien oder Bänder, Bleche und Platten aus Metall oder Bänder oder Platten aus Kunststoff handeln.

[0020] Beispiele von Deckschichten sind Metallfolien, wie Aluminium- oder Stahlfolien, in einer Dichte von 15 wenigstens 15 µm, zweckmässig 30 µm und vorteilhaft 50 µm. Die maximalen Dicken oder Wandstärken solcher Metalldeckschichten liegen bei 1500 µm, zweckmässig bei 500 µm und insbesondere bei 100 µm.

[0021] Andere Deckschichten sind beispielsweise aus Kunststoffen, wie PVC, Polyamid, Polystyrol, Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymere, Polyestern, Polyethern usw., wobei in den Kunststoffen auch Struktur verstärkende Materialien wie Fasern, Stapelfasern. Gewebe, Gewirke oder Vliese eingelegt sein können. Die Dicken oder Wandstärken der Deckschichten aus Kunststoffen können wenigstens 23 µm betragen, wobei maximale Dicken von wenigstens 50 µm zweckmässig sind und von 100 µm bevorzugt werden. Die maximale Dicke der Deckschicht beträgt in der Regel 3000 µm, zweckmässig 2000 µm und insbesondere 1000 µm.

[0022] Die Deckschichten können aus Papier, Kraftpapier, Halbkarton, Karton, Pappe, Wellpappe, Holz oder Holzfurnieren sein. Deren minimale Dicke richtet sich nach der Festigkeit und der Verarbeitbarkeit des jeweils gewählten Materials.

[0023] Die Deckschichten können auch mehrschichtig sein oder mehrere Materiallagen aufweisen und durch ihre Dicke oder Wandstärke hindurch aus zwei oder mehreren Kunststoffen, Metallfolien, Papieren etc. oder aus einer Kombination von Kunststoffen, Metallfolien, Papieren etc. und/oder Holz aufgebaut sein.

[0024] Die Kunststoffe der Deckschichten können auch geschäumte Kunststoffe, besonders geschäumte halbharte und harte Kunststoffe, sein, wobei hier insbesondere fein- bis feinstzellige Schaumstoffe Anwendung finden.

[0025] In einer weiteren Ausführungsform kann die bieg- oder aufrollbare Stellwand einen schaumförmigen Kern und Deckschichten ebenfalls aus geschäumten Kunststoffen aufweisen. Der Kern und die Deckschichten sind insbesondere aus dem gleichen Material und stellen ein Formteil dar. Das Formteil ist vorzugsweise ein Integralschaum mit zelligem Formteilkern und mit einer zur Randzone, d.h. den Deckschichten, dichter werdenden Formteil-Aussenhaut. Die Dichteverteilung durch die Dicke oder Wandstärke gleicht idealerweise einer Parabel.

[0026] Vorliegende bieg- und aufrollbare Stellwand kann wenigstens auf der mit den Schnitten oder Ausnehmungen versehenen Seite, wie auch beidseitig, zusätzlich eine flexible, dehnbare oder elastische Deckfolie aufweisen. Die Deckfolie kann z.B. auf die Deckschicht haftend, wie aufgeklebt oder mit Klammern befestigt, angebracht werden. Beim Biegen oder Rollen der mit einer elastischen Deckfolie überzogenen Stellwand dehnt sich die Deckfolie und die sich öffnenden Schnitte oder Ausnehmungen bleiben überdeckt und unsichtbar. Eine gedehnte elastische Deckfolie entwickelt eine Rückstellkraft. Zur Rückformung muss lediglich die Fixierung gelöst werden und die Stellwand formt sich in die Ursprungsform zurück. Beispielsweise durch unterschiedliche Elastizitäten von beidseitig angebrachten Deckfolien kann sich eine solche Stellwand selbsttätig einrollen oder in eine Gerade strecken. Die Deckfolie kann auch gefärbt, bedruckt oder bedruckbar sein.

[0027] Die Stellwände sind beispielsweise herstellbar, dass der Kern und die Deckschichten übereinander gelegt und trennfest teil- oder vollflächig miteinander verbunden werden. Zwischen dem Kern und der jeweiligen Deckschicht kann eine dünne Klebefolie angeordnet sein, die selbst haftend ist oder durch Energiezufuhr, wie Wärme oder Strahlung ihre Klebekraft entfaltet. Es können auch Klebstoffe durch Aufstreuen, Sprühen, Pinseln, Rakeln, Rollen etc. auf den Kern und/oder die Deckschicht aufgebracht, die Teile gefügt und fallweise durch Druckbeaufschlagung und/oder Energieeinwirkung miteinander verbunden werden. Es kann auch eine Deckschicht vorgelegt und das Material für den Kern, z.B. die Zweikomponentenschaummaterialien über einen Mischkopf in ungeschäumter Form auf die eine Seite der einen Deckschicht, z.B. auf einem Transportband liegend, aufgegossen, fallweise mittels Rakeln kalibriert, oder durch Extrusion etc. aufgetragen, werden. Durch eine chemische oder physikalische Reaktion ausgelöst, kann das Zweikomponentenschaummaterial aufschäumen und somit den geschäumten Kern bilden. Die andere Deckschicht kann vor, während oder nach dem Aufschäumen appliziert werden. Das Verfahren kann diskontinuierlich oder kontinuierlich, z.B. durch Doppeltransportbandtechnik, in Pressvorrichtungen oder in Heisspressvorrichtungen, durchgeführt werden. Kontinuierlich können geeignete Verfahren z.B. auch in Doppelbandpressen oder auf Walzstühlen ablaufen. Entsprechend den Ausgangsmaterialien können die Stellwände stückweise oder in diskontinuierlichen oder kontinuierlichen Verfahren hergestellt werden. Viele der genannten Deckschichtmaterialien, wie auch Kerne, können als Rollenware vorliegen. Zur Verarbeitung von Rollenware bieten sich die kontinuierlichen Verfahren insbesondere an.

[0028] Beispiele weiterer Verfahren, sowohl für Kerne, Deckschichten oder Formteile aus Schäumen sind Spritzgussverfahren oder Reaktionspritrgussverfahren

[0029] Das zur Herstellung der Stellwände vorbereitete mehrschichtige Vormaterial aus der einen oder den zwei Deckschichten und dem Kern wird der weiteren Bearbeitung zugeführt. Auf chemischem, physikalischem oder mechanischem Wege werden die Schnitte oder Ausnehmungen angebracht. Die Schnitte können durch Schmelzwärme, durch energiereiche Strahlung, wie Laserstrahlen oder Elektronenstrahlen, durch Schneiden mit Messern oder durch Fräsen erzeugt werden. Ausnehmungen lassen sich auf gleichem Wege erzeugen. Ausnehmungen lassen sich insbesondere durch Doppelschnitte, beispielsweise mit Messern, Klingen oder Doppel- und Mehrfachklingen ausführen. Weitere Schneidetechniken umfassen die Anwendungen von mehreren abgestuften Klingen unterschiedlicher Schnitttiefe. Es kann auch ein chemisches Löseverfahren durch Ätzen oder mittels Lösemitteln durch auflösen der Deckschichten und/oder des Kerns, eingesetzt werden. Die Verfahren sind auch kombinierbar und es kann angezeigt sein, die Deckschichten auf anderem Wege zu durchtrennen oder Ausnehmungen anzubringen als beim Kern.

[0030] Die vorbereiteten Stellwände lassen sich auf das gewünschte Mass, z.B. durch ablängen oder zuschneiden, konfektionieren. Typische Breiten für solche Stellwände reichen von 0,2 bis 5 m, die Höhe kann wenigstens in einem Bereich von 0,2 bis 2,5 m liegen.

[0031] Die bieg- oder aufrollbare Stellwand nach vorliegender Erfindung weist insbesondere Schnitte oder Ausnehmungen auf, die senkrecht zur jeweiligen Oberfläche der Deckschicht, d.h. in Richtung der Dicke der Stellwand, angeordnet sind.

[0032] An vorliegender bieg- oder aufrollbare Stellwand kann das Deckmaterial und der Kern durch Schnitte, im Wesentlichen mit nicht messbarer Schnittdicke und/oder materialaustragsfrei, durchsetzt sein. In anderen Worten, nach dem Anbringen des Schnittes berühren sich die Trennflächen.

[0033] An der bieg- oder aufrollbaren Stellwand kann das Deckmaterial sowie der Kern durch Ausnehmungen mit erfolgtem Materialaustrag durchsetzt sein.

[0034] Insbesondere betrifft dies bieg- oder aufrollbare Stellwände, deren Ausnehmungen eine Keilform aufweisen, wobei die stumpfe Seite des Keils im Deckmaterial liegt und an der dem Kern anliegenden Seite des anderen Deckmaterials der spitze Teil des Keils endet.

[0035] Vorliegende Stellwände können fallweise auch an den Schmalseiten und/oder im Randbereich besäumt werden. Die Besäumung muss das Biegen oder Aufrollen erlauben, d.h. die Besäumung am unteren und oberen Rand muss ebenfalls entsprechend Schnitte oder Ausnehmungen aufweisen. Es kann auch eine Besäumung, vorteilhaft am unteren Rand einer Stellwand, aus einem spezifisch schweren Material vorgesehen sein, um die Standfestigkeit zu erhöhen.

[0036] Vorliegende Erfindung umfasst auch ein Verfahren zur Herstellung einer bieg- oder aufrollbaren Stellwand aus einem Kern und aussen an den Hauptflächen des Kerns anliegenden Deckmaterialien, wobei eine oder beide der Deckmaterialien durch eine Mehrzahl von parallelen, sich über die Höhe der Stellwand erstreckenden parallelen Schnitte oder Ausnehmungen durchsetzt werden, wobei die Schnitte oder Ausnehmungen durch das Deckmaterial hindurch reichend und sich im Kern fortsetzend, angebracht werden.

[0037] Zweckmässig ist ein Verfahren zur Herstellung einer bieg- oder aufrollbaren Stellwand bei der die Schnitte oder Ausnehmungen senkrecht, bezogen auf die Oberfläche des Deckmaterials, d.h. in Richtung der Dicke der Stellwand, hindurch reichend und sich im Kern fortsetzend, angebracht werden.

[0038] In einem weiteren zweckmässigen Verfahren zur Herstellung einer bieg- oder aufrollbaren Stellwand werden die Schnitte oder Ausnehmungen mit einer Klinge, wobei die Schnitte oder Ausnehmungen durch das Deckmaterial hindurch reichend und sich im Kern fortsetzend, angebracht.

[0039] In einem wieder anderen zweckmässigen Verfahren zur Herstellung einer bieg- oder aufrollbaren Stellwand werden die Schnitte oder Ausnehmungen durch Doppelschnitte durch die Deckschicht hindurch und in Keilform in den Kern reichend, angebracht werden.

[0040] Vorteilhaft ist ein Verfahren zur Herstellung einer bieg- oder aufrollbaren Stellwand, bei dem die Schnitte oder Ausnehmungen durch die eine Deckschicht hindurch und in den Kern reichend angebracht werden, wobei die Schnitte oder die Ausnehmungen, im Bereich der dem Kern zugewandten Seite der anderen Deckschicht, enden.

[0041] Vorteilhaft ist ein Verfahren zur Herstellung einer bieg- oder aufrollbaren Stellwand, bei dem die Schnitte oder Ausnehmungen durch Doppelschnitte durch die eine Deckschicht hindurch und in Keilform in den Kern reichend, angebracht werden, wobei ein spitz auslaufender Keil aus dem Kern ausgeschnitten wird und die Ausnehmung in Keilform, im Bereich der dem Kern zugewandten Seite der anderen Deckschicht, spitz ausläuft.

[0042] Werden die Schnitte oder Ausnehmungen an beiden Deckschichten und in den Kern reichend angebracht, so sollen die Schnitte oder Ausnehmungen in der einen Deckschicht gegen die Schnitte oder Ausnehmungen in der anderen Deckschicht versetzt angeordnet werden. Es besteht sonst die Gefahr, dass sich die Ausnehmungen im Kern treffen und die Stellwand durch Teilung zerstört würde.

[0043] Die Schnitte oder Ausnehmungen können sich in gleichen oder unterschiedlichen Abständen über die ganze Breite der Stellwand erstrecken. Der Abstand zwischen den Schnitten oder Ausnehmungen kann beispielsweise von 3 mm bis 100 mm, bevorzugt von 10 bis 50 mm, betragen. Die Schnitte oder Ausnehmungen können sich in der Breite der Stellwand gegebenenfalls auch nur über Zonen erstrecken. D.h. eine Stellwand kann auch unbiegbare Zonen aufweisen, die sich mit biegbaren Zonen abwechseln. Die Schnitte oder Ausnehmungen erstrecken sich insbesondere über die ganze Höhe der Stellwand, um ein leichtes Biegen oder Aufrollen zu gewährleisten.

[0044] Vorliegende Erfindung ist beispielhaft in den Figuren 1 bis 5 näher erläutert.

[0045] Figur 1 zeigt eine Ansicht einer Stellwand, respektive einen Ausschnitt aus einer Stellwand.

[0046] Figur 2 zeigt einen horizontalen Querschnitt durch eine Stellwand in einer weiteren Ausführungsart.

[0047] Figur 3 zeigt einen horizontalen Querschnitt durch eine Stellwand in wieder einer anderen Ausführungsart.

[0048] Figur 4 zeigt die Stellwand gemäss Figur 3, die zusätzlich mit einer dehnbaren oder flexiblen Deckfolie versehen ist.

[0049] Figur 5 zeigt einen Querschnitt durch eine Stellwand in einer weiteren Ausführungsform.

[0050] In Figur 1 ist die Stellwand erkennbar, die sich bezüglich ihrer. Breite in der X-Achse beliebig fortsetzen lässt. Die Stellwand enthält das Deckmaterial 10 auf der einen Seite und das Deckmaterial 11 auf der anderen Seite und dazwischen angeordnet den Kern, z.B. aus Schaumstoff, 12. Die Struktur des Deckmaterials 10 ist durch die Schnitte oder Ausnehmungen 13 durchbrochen. Die Schnitte oder Ausnehmungen 13 erstrecken sich über die ganze Höhe, als γ-Achse dargestellt, der Stellwand. Beispielhaft sind Ausnehmungen 13 in Keilform gezeigt, welche durch das Deckmaterial 10 durchdringen und auf der dem Kern 12 zugewandten Seite des Deckmaterials 11 enden.

[0051] In Figur 2 wird eine Stellwand in anderer Ausführungsform gezeigt. Sowohl die eine Deckschicht 10 wie die andere Deckschicht 11 ist durch über die ganze Höhe laufende Schnitte oder hier insbesondere keilförmige Ausnehmungen 13, 13' unterbrochen. Zwischen den beiden Deckschichten ist der Kern 12 angeordnet. Die Ausnehmungen 13, 13' setzen sich durch den Kern 12 hindurch fort, bis jeweils annähernd dem Kern zugewandten Seiten der Deckschichten 10, 11. Um die Deckschichten 10, 11 mit dem Kern 12 zu verbinden, wird zwischen dem Deckmaterial 10 und dem Kern 12, resp. zwischen dem Deckmaterial 11 und dem Kern 12, jeweils eine Klebefolie 14, 14' angeordnet. Die Ausnehmungen 13 können im Bereich des Deckmaterials eine Breite von beispielsweise 1 bis 25 mm aufweisen, wobei sich die Breite durch den Kern spitz zulaufend bis gegen 0 oder bis z.B. bis auf 1 bis 3 mm verringert.

[0052] Figur 3 zeigt eine Stellwand mit dem einen Deckmaterial 10 und dem anderen Deckmaterial 11 sowie dem Kern, z.B. aus Schaumstoff, 12. Das Deckmaterial 11 und das Kern 12 sind durch Schnitte oder Ausnehmungen 13, die sich über die ganze Höhe der Stellwand erstrecken, durchtrennt. Die Durchtrennungen können Schnitte 13 sein, wobei nach dem Schneidevorgang die Flächen des getrennten Materials sich wieder berühren, demnach sich kein Abstand ausbildet. Es können aber auch Ausnehmungen 13 mit voneinander beabstandeten Trennflächen erzeugt werden. Die Zwischenräume zwischen den parallel verlaufenden Trennflächen können beispielsweise 0,1 bis 25 mm im Deckmaterial 11 und im Kern 12 betragen. Die Stellwand gemäss Figur 3 ist an einem Ende umgerollt, wobei sich die Schnitte oder Ausnehmungen 13 unter Ausbildung eines keilförmigen Zwischenraumes ausweiten.

[0053] Die Wände der Zwischenräume der Schnitte oder Ausnehmungen 13 können parallel, jedoch auch gestuft keilförmig (nicht gezeigt) oder, wie in Figuren 1, 2 und 5 gezeigt, keilförmig gestaltet sein.

[0054] Die Figur 4 stellt den gleichen Sachverhalt dar wie Figur 3 mit der einen durchtrennten Deckschicht 10, der anderen durchtrennten Deckschicht 11, dem durchtrennten Kern 12, wobei sich die Schnitte oder Ausnehmungen 13 bilden. Das mit den Schnitten oder Ausnehmungen 13 versehene Deckmaterial 11 wird von einer flexiblen oder elastischen Folie 15 überdeckt. Beim Umbiegen der Stellwand oder beim Rollen, dehnt sich die Deckfolie 15. Dadurch bleiben die sich keilförmig öffnenden Zwischenräume im Kern dem Betrachter verborgen.

[0055] Figur 5 zeigt eine Stellwand, ähnlich der Stellwand nach Figur 2. Die Deckschichten 10, 11 sind wechselseitig durch Ausnehmungen 13, 13' unterbrochen, wobei sich die Ausnehmungen jeweils nur in die Hälfte des Kerns 12 erstrecken. Beispielsweise bei verformbaren Schaumstoffen als Kern 12 genügen Schnitte oder Ausnehmungen 13, 13', die den Kern 12 z.B. nur zu 10 bis 90% dessen Dicke, oder zu einem Viertel, zur Hälfte oder zu Dreivierteln usw. durchdringen. Selbstverständlich können Schnitte oder Ausnehmungen, die den Kern nur teilweise durchdringen, auf nur einer Seite der Stellwand oder beidseitig der Stellwand, mit jeweils unterschiedlichen Eindringtiefen in den Kern, aufweisen.


Ansprüche

1. Bieg- und aufrollbare Stellwand aus einem Kern und aussen an den Hauptflächen des Kerns anliegenden Deckmaterialien, wobei eines oder beide der Deckmaterialien durch eine Mehrzahl von parallelen, sich über die ganze Höhe erstreckenden Schnitte oder Ausnehmungen durchsetzt ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Kern (12) ein kompaktes Material oder ein Schaumstoff ist und die Schnitte oder Ausnehmungen (13) durch das Deckmaterial (10,11) sich im Kern (12) fortsetzen und sich die Stellwand in der Achse, gleichlaufend der Schnitte oder Ausnehmungen (13), biegen oder aufrollen lässt.
 
2. Bieg- oder aufrollbare Stellwand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schnitte oder Ausnehmungen (13) an einem der Deckmaterialien (10) angebracht sind und sich von der Seite des mit den Schnitten oder Ausnehmungen (13) versehenen Deckschicht (10) in den Kern (13) fortsetzen.
 
3. Bieg- oder aufrollbare Stellwand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schnitte oder Ausnehmungen (13,13') an beiden Deckenmaterialien (10,11) angebracht sind, wobei die Schnitte oder Ausnehmungen (13,13') an beiden Deckmaterialien (10,11) in der gleichen Achse und Richtung verlaufen und die Schnitte oder Ausnehmungen (13,13') in einem Deckmaterial (10) gegenüber den Schnitten oder Ausnehmungen im anderen Deckmaterial (11) seitlich versetzt angeordnet sind und sich die Schnitte oder Ausnehmungen (13,13') der jeweiligen Deckschicht (10,11) in den Kern (12) fortsetzen.
 
4. Bieg- oder aufrollbare Stellwand nach Ansprüchen 2 oder 3 dadurch gekennzeichnet, dass sich die Schnitte oder Ausnehmungen (13,13') durch das eine Deckmaterial (10,11) und vollständig durch den Kern (12) bis zu der dem Kern zugewandten Seite des anderen Deckmaterials (10,11) erstrecken.
 
5. Bieg- oder aufrollbare Stellwand nach Ansprüchen 1 bis 4 dadurch gekennzeichnet, dass der Kern (12) ein organischer Schaumstoff mit offenen, geschlossenen oder teilweise offenen Zellen ist.
 
6. Bieg- oder aufrollbare Stellwand nach Ansprüchen 1 bis 5 dadurch gekennzeichnet, dass der Kern (12) ein organischer Schaumstoff mit offenen, geschlossenen oder teilweise offenen Zellen ist und der Schaumstoff eine gleichmässige Porenverteilung und Porengrösse durch die Dicke hindurch aufweist.
 
7. Bieg- oder aufrollbare Stellwand nach Ansprüchen 1 bis 5 dadurch gekennzeichnet, dass das Kern (12) ein organischer Schaumstoff mit offenen, geschlossenen oder teilweise offenen Zellen ist und der Schaumstoff eine unterschiedliche Porenverteilung und Porengrösse durch die Dicke hindurch aufweist.
 
8. Bieg- oder aufrollbare Stellwand nach Ansprüchen 1 bis 4 dadurch gekennzeichnet, dass der Kern (12) ein kompaktes Material ist.
 
9. Bieg- oder aufrollbare Stellwand nach Ansprüchen 1 bis 8 dadurch gekennzeichnet, dass die Schnitte oder Ausnehmungen (13,13') senkrecht zur jeweiligen Oberfläche der Deckschicht (10,11), in Richtung der Dicke der Stellwand, angeordnet sind.
 
10. Bieg- oder aufrollbare Stellwand nach Ansprüchen 1 bis 9 dadurch gekennzeichnet, dass das Deckmaterial (10, 11) und das Kern (12) durch Schnitte (13,13'), im Wesentlichen mit nicht messbarer Schnittdicke und/oder materialaustragsfrei, durchsetzt sind.
 
11. Bieg- oder aufrollbare Stellwand nach Ansprüchen 1 bis 9 dadurch gekennzeichnet, dass das Deckmaterial (10,11) und das Kern (13,13') durch Ausnehmungen mit erfolgtem Materialaustrag durchsetzt sind.
 
12. Bieg- oder aufrollbare Stellwand nach Anspruch 11 dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmungen (13,13') eine Keilform aufweisen, wobei die stumpfe Seite des Keils im Deckmaterial (10,11) liegt und an der dem Kern (12) anliegenden Seite des anderen Deckmaterials (10,11) der spitze Teil des Keils endet.
 
13. Bieg- oder aufrollbare Stellwand nach Ansprüchen 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Deckmaterial (10,11) und dem Kern (12) ein Haftmittel (14,14') angeordnet ist.
 
14. Bieg- oder aufrollbare Stellwand nach Anspruch 13 dadurch gekennzeichnet, dass das Haftmittel (14,14') ein selbstklebendes Haftmittel ist und das Haftmittel an der Deckfolie (10,11) und/oder am Kern (12) angeordnet ist.
 
15. Bieg- und aufrollbare Stellwand nach Ansprüchen 1 bis 14 dadurch gekennzeichnet, dass auf der mit den Schnitten oder Ausnehmungen (13,13') versehene Seite oder auf wenigstens einer der mit den Schnitten oder Ausnehmungen (13,13') versehenen Seite eine flexible, dehnbare oder elastische Deckfolie (15) angeordnet ist,
 
16. Verfahren zur Herstellung einer bieg- oder aufrollbaren Stellwand aus einem Kern und aussen an den Hauptflächen des Kerns anliegenden Deckmaterialien, wobei eines oder beide der Deckmaterialien durch eine Mehrzahl von parallelen, sich über Längsrichtung erstreckenden Schnitte oder Ausnehmungen durchsetzt werden, dadurch gekennzeichnet, die Schnitte oder Ausnehmungen durch das Deckmaterial hindurch und sich im Kern fortsetzend, angebracht werden.
 
17. Verfahren zur Herstellung einer bieg- oder aufrollbaren Stellwand nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, die Schnitte oder Ausnehmungen senkrecht, bezogen auf die Oberfläche des Deckmaterials, durch das Deckmaterial hindurch und sich im Kern fortsetzend, angebracht werden.
 
18. Verfahren zur Herstellung einer bieg- oder aufrollbaren Stellwand nach einem der Ansprüche 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, die Schnitte oder Ausnehmungen mit einer Klinge, durch das Deckmaterial hindurch und in den Kern reichend, angebracht werden.
 
19. Verfahren zur Herstellung einer bieg- oder aufrollbaren Stellwand nach einem der Ansprüche 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, die Schnitte oder Ausnehmungen durch Doppel- oder Mehrfachschnitte durch die Deckschicht hindurch und in Keilform in den Kern reichend, angebracht werden.
 
20. Verfahren zur Herstellung einer bieg- oder aufrollbaren Stellwand nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, die Schnitte oder Ausnehmungen durch Doppel- oder Mehrfachschnitte durch die eine Deckschicht hindurch und in Keilform im Kern angebracht werden, wobei ein spitz auslaufender Keil ausgeschnitten wird und die Ausnehmung in Keilform im Bereich des Kerns an der dem Kern zugewandten Seite der anderen Deckschicht spitz ausläuft.
 




Zeichnung










Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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