(19)
(11) EP 0 801 165 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
29.08.2007  Patentblatt  2007/35

(21) Anmeldenummer: 97103334.5

(22) Anmeldetag:  28.02.1997
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
D06M 15/263(2006.01)
D06L 1/12(2006.01)
D06M 15/03(2006.01)
D06L 3/02(2006.01)

(54)

Vorbehandlung von Textilien

Pretreatment of textiles

Prétraitement de textiles


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FI FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 13.04.1996 DE 19614628

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
15.10.1997  Patentblatt  1997/42

(73) Patentinhaber: CHT R. BEITLICH GmbH
72072 Tübingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Bachus, Herbert, Dr.
    72072 Tübingen (DE)
  • Fischer, Andrea
    72072 Tübingen (DE)
  • Held-Beller, Silvia
    72072 Tübingen (DE)

(74) Vertreter: Jönsson, Hans-Peter et al
Patentanwälte von Kreisler Selting Werner Postfach 10 22 41
50462 Köln
50462 Köln (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 289 895
EP-A- 0 441 197
DE-A- 4 344 029
EP-A- 0 364 681
DE-A- 4 233 497
   
  • BACHUS H. ET AL: "BIOLOGISCH ABBAUBARE ZUCKERACRYLATCOPOLYMERE" TEXTILVEREDLUNG, Bd. 30, Nr. 7/08, WEINFELDEN, CH, Seiten 155-158, XP000516926
   
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft Zusammensetzungen zur Behandlung von Textilfasermaterial, ein Verfahren zur Herstellung der Zusammensetzung sowie deren Verwendung zum Veredeln von Textilmaterial.

[0002] Die Vorbehandlung von textilem Fasermaterial dient dazu, unerwünschte Begleitsubstanzen zu entfernen. Insbesondere Cellulosesubstrate enthalten eine Reihe von Verbindungsklassen, die sonst nachfolgende Veredlungsschritte beeinträchtigen können. Es werden zum Ablösen von Fetten in Waschprozessen Tensidformulierungen eingesetzt, zur Entfernung von unerwünschten Härtebildnern und Schwermetallen Komplexbildner und Dispergiermittel im Behandlungsbad zugegeben. Handelt es sich bei Komplexbildnermischungen um bereits sauer gepufferte Formulierungen, so kann deren Wirkung durch eine im Sauren verbesserte Löslichkeit von Erdalkali- oder Schwermetallsalzen optimiert werden. Als wirksame Komplexbildner und Dispergiermittel werden heute insbesondere in handelsüblichen Formulierungen biologisch nicht abbaubare Phosphonate und Polyacrylate eingesetzt.

[0003] In DE 42 08 106 A1 wird eine Mischung aus Citronensäure, Natriumgluconat und geringen Anteilen an Mineralsäure, im Beispiel a) 5% Salzsäure ohne Konzentrationsangabe, zur sauren Entmineralisierung beschrieben. Diese Mischungen haben den Nachteil, dass, wie aus Beispiel 1 ersichtlich, zur Entmineralisierung mit 20 g/l des erfindungsgemäßen Hilfsmittels unwirtschaftlich hohe Mengen benötigt werden, Salzsäure korrosiv auf Textilmaschinen wirken kann und, falls nach pH-Wechsel ohne abzulassen anschließend gebleicht wird, weder Härte noch Wasserstoffperoxid stabilisiert wird. So werden in Beispiel 5 bei einer Bleiche zusätzlich 10 ml/l eines Peroxidstabilisators und Härtedispergiermittels zugesetzt, da weder Citronensäure noch Gluconsäure im pH-Bereich von 10 bis 13 bei hohen Temperaturen ausreichende Dispergierwirkung auf unlösliche Härtesalze bzw. Stabilisierung auf Wasserstoffperoxid aufweisen.

[0004] In EP 0 589 978 B1 werden Alkylpolyglycoside als Hilfsmittel in der textilen Vorbehandlung beschrieben. Die Alkylpolyglycoside weisen eine sehr hohe Chemikalien- und Temperaturbeständigkeit auf, was bei Vorbehandlungsprozessen wie Alkalisches Abkochen, Entschlichtung, Saure Entmineralisierung und Bleiche eine zwingende Voraussetzung darstellt. In den Beispielen 2 und 3 wird beschrieben, zu den Prozessen Alkalisches Abkochen und Bleichen handelsübliche Phosphonate zuzusetzen, um eine Stabilisierwirkung des Peroxids und eine Dispergierwirkung der Härtebildner zu erzielen. Der Nachteil einer solchen Verfahrensweise ist in dem Einsatz von zwei Produkten zu sehen und in der Verwendung von biologisch nicht abbaubaren Phosphonaten und Polyacrylaten.

[0005] DE-A-4344029 betrifft Copolymerisate ungesättigter Carbonsäuren mit anderen ungesättigten Verbindungen sowie deren Abmischungen als Sequestierungsmittel, Komplexbildner und Cobuilder in der Wasch- und Reinigungsmittel-Industrie sowie als Hilfsmittel in der Textilveredelung. Dabei kann ein Stabilisator zugesetzt werden, der eine Phosphonsäure sein kann.

[0006] In DE 43 44 357 A2 wird ein flüssiges Wasch- und Reinigungsmittel beschrieben, das neben nichtionogenen Tensiden, vor allem Alkylpolyglycoside, ein schmutzablösendes Polymer und organische Buildersubstanzen, wie zum Beispiel Citronensäure und wasserlösliche organische Polymere wie in DE 42 21 381 C1, enthält. Diese Mischung wird als Wasch- und Reinigungsmittel eingesetzt.

[0007] In WO 93/13256 wird der Einsatz von Lipasen zur Entfernung von hydrophoben Fettsäureestern von Textilien beschrieben. DE 43 12 010 A1 beschreibt ein enzymatisches Waschmittel, das als enzymatische Komponenten Lipasen, Amylasen, Proteasen und Cellulasen enthält. Außerdem sind bis zu 10 Gew % anionisches, nichtionisches, kationisches und/oder amphoteres Tensid und bis zu 40 % anorganische bzw. organische Builder enthalten. Zur Peroxidstabilisierung in einer Bleichstufe werden z. B. Natriumsilikat oder andere organische Stabilisatoren eingesetzt. Es ist bekannt, dass Enzymkomponenten Waschprozesse unterstützen und verbessern.

[0008] In EP 0 441 197 A2 werden Pfropfpolymerisate von Sacchariden beschrieben, wobei als Monomerkomponenten teilneutralisierte Maleinsäure und das jeweilige Saccharid vorgelegt werden und bei der Acrylsäurezugabe sich ein pH-Wert von 4 einstellt. Bei einem Produkt wurde auf einen zumindest teilweisen biologischen Abbau geschlossen. Die als erfindungsgemäß beschriebenen Produkte sollen sich als Zusatz zu Wasch- und Reinigungsmitteln eignen.

[0009] In DE 42 21 381 C1 werden Polymerisationen von Acrylsäure mit sulfonsäuregruppenhaltigen Monomeren in Gegenwart von Sacchariden beschrieben, welche im Gegensatz zu EP 0 289 895 B1 vorteilhaft bei niedrigen pH-Werten durchgeführt werden und erst am Ende der Polymerisation auf pH 7 - 8 eingestellt werden. Ein Polymer - Beispiel 7 - wurde auf seine biologische Abbaubarkeit untersucht und soll einen Abbaugrad von 78% erreichen. Die Analyse dieses Vergleichsbeispieles ergab, dass die eingesetzte Saccharose und deren Hydrolyseprodukte Glucose und Fructose nahezu vollständig frei vorliegen und die Abbaudaten maximal denen der freien Zucker entsprechen. Die in den beschriebenen Polymerisaten bei der sauren Hydrolyse von Saccharose entstandene Glucose (siehe Beispiel 1: 4 %) hat für textile Anwendungen zudem eine unerwünschte reduzierende Wirkung. Darüber hinaus werden die sulfonsäuregruppenhaltigen Copolymere aufgrund ihrer solubilisierenden Sulfonsäuregruppe in Verbindung mit ihrem niederen Molekulargewichtsmittelwert nur unzureichend in Kläranlagen eliminiert, was aus Untersuchungen nach OECD 302 B hervorgeht.

[0010] Dagegen gelang es bereits in EP 0 289 895 B1 gut biologisch abbaubare Zuckeracrylsäurepolymere herzustellen, wobei zur Enolatbildung befähigte Saccharide in alkalischer Lösung mit ungesättigten Carbonsäuren polymerisiert werden. Die Verwendung dieser Substanzklasse wird als Komplexbildner und Co-Builder in Wasch- und Reinigungsmitteln beschrieben. In DE 43 44 029 A1 werden spezielle Copolymerisate mit zur Enolatbildung befähigten Sacchariden, deren in EP 0 289 895 B1 beschriebenen Abmischungen mit anderen Komplexbildnern und deren textile Anwendungen beschrieben.

[0011] Wasserglas ist ein preiswerter und CSB-freier Wasserstoffperoxidstabilisator und Alkalipuffer. In der Anwendung können sich jedoch mit Erdalkaliionen Ablagerungen auf textilen Waren und Maschinenteilen ergeben, die selbst mit Mineralsäuren nicht mehr entfernbar sind. In EP 0 585 038 A1 werden Abmischungen von Wasserglas mit Komplexbildnern beschrieben, wobei die darin enthaltenen Phosphonsäuren, Aminocarbonsäuren und Polyacrylsäuren nicht auf nachwachsenden Rohstoffen basieren und biologisch nicht abbaubar sind. Insbesondere die beschriebene Polyacrylsäure Alcosperse® 175 ist nur in einem engen SiO2/Na2O-Gewichtsverhältnis (GVZ: GewichtsVerhältnis-Zahl) lagerstabil einmischbar. Auf S. 8 und 9 werden deren Abmischungen bei einer GVZ von 1,2 und 1,6 mit 4 % der Polyacrylsäure noch als klar und stabil beschrieben, Mischungsverhältnisse mit 10 % dieses Komplexbildners bereits als extrem wolkig, bei der höheren GVZ von 2,5 ergeben sich bereits mit 4 % Polyacrylat Phasentrennungen.

[0012] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, neue Abmischungen zur Verfügung zu stellen, die die Reinigungswirkung der in EP 0 289 895 B1 oder DE 43 44 029 A1 beschriebenen biologisch abbaubaren Komplexbildner erhöhen. Dabei kann es sich
  1. 1.) um den Zusatz von ökologisch unbedenklichen Tensiden handeln oder, dass die Zuckerpolymerisate
  2. 2.) in einer Formulierung unter einen pH-Wert von 4 eingestellt werden oder
  3. 3.) in einer Abmischung mit Natronwasserglas Bleichprozesse verbessern, indem sie Ablagerungen verhindern, die bei Verwendung von Wasserglas ohne Komplexbildner Störungen bei Produktionsprozessen hervorrufen.


[0013] Die vorgenannte Aufgabe wird in einer ersten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung gelöst durch Zusammensetzungen zur Behandlung von Textilfasermaterial, enthaltend jeweils bezogen auf die Zusammensetzung 99 bis 1 Gew.-Teile, bezogen auf Trockensubstanz, eines Polymerisates aus Acrylsäure und enolisierbaren Monosacchariden, Oligosacchariden und/oder Polysacchariden, hergestellt im alkalischen pH-Bereich und 1 bis 99 Gew.-Teile bezogen auf Trockensubstanz, Additive
  1. (a) bis 40 Gew.-% freien, niedermolekularen, organischen und anorganischen Säuren, deren Summe an Säureprotonen zu weniger als 50% neutralisiert sind, und wenigstens eines oder mehrerer der Additive ausgewählt aus
  2. (b) 0-60 Gew.-% Niotensiden,
  3. (c) 0-40 Gew.-% Alkylpolyglycosiden,
  4. (d) 0-40 Gew.-% Aniontensiden,
  5. (e) 0-20 Gew.-% entlüftend wirkenden Hilfsstoffen,
  6. (f) 0-20 Gew.-% schaumdämpfenden Hilfsstoffen,
  7. (g) 0-70 Gew.-% organischen Lösungsmitteln mit Ausnahme von Halogenkohlenwasserstoffen und
  8. (h) 0-10 Gew.-% Enzymen
jeweils bezogen auf die Gesamtmenge der Additive.

[0014] Überraschenderweise wurde gefunden, dass sich vorhandene Restkonzentrationen an Glucose, ob direkt eingesetzt oder durch Isomerisierung oder Hydrolyse aus Sacchariden während einer Reaktion entstanden, durch den Einsatz von Glucoseoxidasen zu Gluconsäure oxidieren lassen. Dabei entsteht aus dem in vielen Anwendungen unerwünschten Reduktionsmittel der ökologisch unbedenkliche und technisch wertvolle Komplexbildner Gluconsäure. Glucosefrei im Sinne der vorliegenden Erfindung umfasst glucosearme Polymerisate mit einem Gehalt an Glucose von weniger als 1 Gew.-%, bezogen auf das Polymerisat.

[0015] Eine zweite Ausführungsform der Erfindung betrifft alkalische wasserglasgepufferte Zusammensetzungen mit einem pH-Wert größer 11,5 zur Behandlung von Textilfasermaterial, enthaltend jeweils bezogen auf die Zusammensetzung 30 bis 2 Gew.-Teile (bezogen auf Trockensubstanz) eines Polymerisats aus Acrylsäure und enolisierbaren Monosacchariden, Oligosacchariden und/oder Polysacchariden, hergestellt im alkalischen pH-Bereich, 10 - 95 Gew.-Teile eines oder mehrerer Additive aus (i) 10 - 40 Gew.-% (bezogen auf Trockensubstanz) Wassergläsern, (j) 0 - 20 Gew.-% eines weiteren Komplexbildners, insbesondere Alkalimetall- und/oder Erdalkalimetallsalze der Gluconsäure oder Glucoheptonsäure, bevorzugt Natriumgluconat.

[0016] In den erfindungsgemäßen Abmischungen ist sichergestellt, dass wenigstens 1 Gew.-Teil eines oder mehrerer der vorgenannten Additive gegebenenfalls in Anwesenheit von Wasser (ad 100 Gew.-%) enthalten ist. Bevorzugt enthalten die Zusammensetzungen 20 bis 80 Gew.-Teile Wasser, bezogen auf 80 bis 20 Gew.-Teile der Polymerisate oder der Gemische aus Polymerisat und Additiv.

[0017] Solche Abmischungen weisen im Vergleich zum Stand der Technik neben ihrer biologischen Abbaubarkeit des Komplexbildneranteils auch Vorteile bei der Dispergierung von Eisen und Härtesalzen auf, wie aus den Beispielen H und I hervorgeht. Daneben lassen sich klare, homogene und lagerstabile Formulierungen mit den Zuckerpolymerisaten herstellen, wobei sowohl der Mischungsanteil wie auch die GVZ des Wasserglases keine engen Grenzen, wie das PolyacrylatBeispiel in EP 0 585 038 A1 aufweisen.

[0018] Hierbei ist hervorzuheben, dass die erfindungsgemäßen Abmischungen weiterhin den Vorteil aufweisen, dass sie mit Wasser verdünnbar sind und dadurch niederviskosere und somit besser pumpfähige Abmischungen dargestellt werden können.

[0019] Die peroxidstabilisierende und bleichunterstützende Wirkung der biologisch abbaubaren dispergierend wirkenden Komplexbildner kann durch Zusatz von weiteren biologisch abbaubaren Komplexbildnern, wie zum Beispiel Natriumgluconat, synergistisch unterstützt werden. So ist aus Beispiel D2, Tabelle 3 sowie Beispielen H und I zu entnehmen, dass Natriumgluconat, ob enzymatisch nach Polymerisation im Produkt direkt hergestellt oder beim Abmischen des Produktes einfach zugesetzt, die Wirkung einer Mischung aus Wasserglas und Bezugsbeispiel 2 unterstützt.

[0020] Überraschenderweise wurde weiterhin gefunden, dass sich die erfindungsgemäßen und an sich bekannte Polymerisate trotz ihres Polyelektrolytcharakters gut zur Formulierung mit Tensiden eignen und auch bei niederen pH-Werten nicht zur Instabilität der Abmischung neigen. Weiterhin wurde überraschenderweise gefunden, dass sich diese Abmischungen hervorragend zur Behandlung von Fasermaterial in den verschiedensten Prozessstufen der Textilveredlung, insbesondere der Vorbehandlung, eignen.

[0021] Besonders bevorzugt im Sinne der vorliegenden Erfindung ist es, die Polymerisate aus Acrylsäure und enolisierbaren Monosacchariden, Oligosacchariden und/oder Polysacchariden im alkalischen pH-Bereich von 7 bis 10 herzustellen. Diese Polymerisate sind expressis verbis in EP 0 289 895 B1 beschrieben.

[0022] Zur Enolatbildung befähigte Saccharide müssen als solche nicht unbedingt als Rohstoff direkt eingesetzt werden. Diese lassen sich auch durch saure, alkalische oder enzymatische Prozesse vor oder während einer Polymerisation aus Oligo- oder Polysacchariden herstellen.

[0023] Die erfindungsgemäße Kombination von Alkylpolyglycosiden mit einem Zuckerpolymerisat entsprechend EP 0 289 895 B1 bringt den Vorteil, die Eigenschaften des Tensides, Benetzen und Durchdringen der Textilien mit Flotte und Entfernen von Schlichte, Präparationen und Begleitsubstanzen aller Art, mit den Eigenschaften eines Polyacrylates, Dispergierung der Härtebildner und des Partikelschmutzes, positiv zu verbinden und dabei ein umweltentlastendes und biologisch abbaubares Textilhilfsmittel zu erhalten.

[0024] Kombinationsprodukte aus Enzymen, biologisch abbaubaren Zuckerpolymerisaten und Tensiden stellen für die textile Vorbehandlung eine neue Generation von ökologisch unbedenklichen All-in-one Hilfsmitteln dar. Bevorzugt sind die Enzyme ausgewählt aus Amylasen, Catalasen, Cellulasen, Lipasen, Pectinasen, Proteasen und/oder Glucose-Oxidasen.

[0025] Für den Fachmann ist offensichtlich, dass die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen, insbesondere für die Anwendung, eine mehr oder weniger große Menge Wasser erfordern. Diese richtet sich insbesondere nach dem gewünschten Einsatzzweck der Zusammensetzungen.

[0026] Die Auswahl der niedermolekularen organischen und anorganischen Säuren unterliegt keiner besonderen Beschränkung. Dementsprechend ist es besonders bevorzugt, die niedermolekularen organischen Säuren auszuwählen aus niedermolekularen Mono- oder Polycarbonsäuren, insbesondere Citronensäure, Weinsäure, Milchsäure, Gluconsäure und/oder Glucoheptonsäure. Phosphonsäuren im Sinne der vorliegenden Erfindung, die vorzugsweise als Additive eingesetzt werden, sind vorzugsweise ausgewählt aus HEDP, ATMP, DTPMP und/oder HDTMP. In gleicher Weise sind die anorganischen Säuren vorzugsweise ausgewählt aus Mineralsäuren, insbesondere Salzsäure und Schwefelsäure sowie darüber hinaus Amidosulfonsäure.

[0027] Aus dem in der Beschreibungseinleitung genannten Stand der Technik ist es bekannt, dass Zusammensetzungen zur Behandlung von Textilfasermaterial üblicherweise tensidhaltige Bestandteile enthalten. Besonders bevorzugt im Sinne der vorliegenden Erfindung sind Aniontenside, Niotenside und/oder Alkylpolyglycoside. Die Aniontenside sind vorzugsweise ausgewählt aus linearen oder verzweigten C8-C20-Alkansulfonaten, Alkansulfaten, Alkancarboxylaten oder Alkanethercarbonsäuren sowie Alkylbenzolsulfonaten und Seifen (maximal 20 Gew.-%). Niotenside im Sinne der vorliegenden Erfindung sind insbesondere ausgewählt aus linearen oder verzweigten C8-C20-Fettalkoholalkoxylaten. Alkylpolyglycoside im Sinne der vorliegenden Erfindung sind insbesondere ausgewählt aus linearen oder verzweigten C8-C20-Polyglycosiden mit n = 1 bis 3.

[0028] Eine weitere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung besteht in einem Verfahren zur Herstellung der oben definierten glucosefreien Zusammensetzungen, wobei man die Polymerisate von Acrylsäure und Sacchariden, die Glucose als Rohstoff oder Reaktionsprodukt enthielten, mit Glucose-Oxidase behandelt. Hierdurch wird ein glucosefreies oder glucosearmes Produkt erhalten, das besonders vorteilhaft eingesetzt werden kann.

[0029] Die Abmischung der einzelnen Komponenten erfolgt nach einem an sich im Stand der Technik bekannten Verfahren.

[0030] Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen können nach an sich bekannten Verfahren zum Veredeln von Textilmaterial eingesetzt werden. Als besondere Verfahren der Textilveredlung sind hier insbesondere die Bindung von mehrwertigen Metallionen, die Inhibierung von Wasserhärte, die Dispergierung von Pigmenten sowie der Einsatz in Wasch-, Bleich- und Färbeflotten, insbesondere zum Nachbehandeln von Färbungen von Textilmaterialien zu erwähnen.

Beispiele


Bezugsbeispiel 1 (gemäß DE 42 21 381, Beispiel 7):



[0031] Eine Mischung aus 154 g Acrylsäure, 108,9 g Saccharose, 54,5 g Natriummethallylsulfonat und Wasser wurde mit 39,6 g 50 %iger Natronlauge im Reaktor teilneutralisiert, auf 25 °C abgekühlt und mit 8,8 g Mercaptoethanol, 0,02 g Eisensulfat in 10,0 g Wasser und 3 g 35 %igem Wasserstoffperoxid versetzt. Wenn die durch die einsetzende Polymerisationsreaktion ansteigende Temperatur im Reaktor über 75 °C gestiegen war, wurde nach Erreichen der maximalen Temperatur auf 75 °C zurückgekühlt. Blieb die Temperatur unter 75 °C, wurde nach Erreichen des Temperaturmaximums auf 75 °C aufgeheizt. Dann wurden 2 g Hydroxylammoniumchlorid in 15,7 g Wasser und 14,3 g 35 %iges Wasserstoffperoxid in den Reaktor gegeben und ein erneutes Ansteigen der Temperatur abgewartet. Nach dem Abklingen der exothermen Reaktion wurde auf 95°C erhitzt und 2 Stunden bei dieser Temperatur gehalten, dann abgekühlt und bei 40 bis 45 °C mit 126,2 g 50 %iger Natronlauge neutralisiert.

[0032] Das Polymerisat war braun gefärbt und klar. Es hatte, wie angegeben, eine Viskosität von 40 mPas. Es entstanden 4 % freie Glucose und 4 % freie Fructose. Die Bestimmung der Gesamtelimination, die sich aus biologischem Abbau und Elimination durch Adsorption addierte, ergab bei mehreren Messreihen nach OECD 302 B generell Werte unter 40 %.

Bezugsbeispiel 2 (gemäß EP 0 289 895 B1):



[0033] 134 g Glucose wurden in 238 g Wasser gelöst und mit Natronlauge 50 % auf pH 9 eingestellt. Zu dieser Lösung wurden gleichzeitig 161 g Acrylsäure, 228 g Wasserstoffperoxid 14 % und Natronlauge 50 % so zudosiert, dass während der Zutropfphase ein pH-Wert 9 und eine Temperatur von 90 °C konstant gehalten wurde.

[0034] Die Zugabe von Acrylsäure erfolgte innerhalb 2 Stunden, Wasserstoffperoxid wurde 30 Minuten länger dosiert. Anschließend wurde noch 30 Minuten bei 90 °C gerührt. Das Polymer wies eine Viskosität von 400 mPas auf und enthielt 1,2 % freie Glucose.

Beispiel 1:



[0035] 100 g des Polymerisats gemäß Bezugsbeispiel 2 wurden mit Salzsäure auf pH 5 eingestellt und auf 200 g verdünnt. Danach wurden 2000 units einer Glucose-Oxidase der Fa. Sigma, Typ II-S, zugegeben und 24 Stunden bei 35 °C gerührt. Dabei verringerte sich der Glucosegehalt von 6 g/l auf weniger als 0,1 g/l und gleichzeitig erhöhte sich der Gluconsäureanteil von 0,5 g/l auf 7 g/l.

Beispiele 2 bis 7:



[0036] Analog den obigen Vorschriften wurden Zusammensetzungen zur Textilveredlung zusammengestellt, deren Stoffzusammensetzung der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen ist. Die Angaben der folgenden Tabelle 1 stehen jeweils für Gewichtsprozente.
Tabelle 1
Beispiele 2 3 4 5 6 7
Polymerisat gemäß Bezugsbeispiel 2   15 15 15    
Polymerisat gemäß Beispiel 1 30       4 10
Gluconsäure; 50 % 10 10 10 10    
Citronensäure * H2O 5 5 5 5    
Schwefelsäure konz. 10 10 10 10    
2-Ethylhexylsulfat-Na; 50 %   10        
C12-C14-Alkansulfonat; 60 %     10     10
Fettalkoholethoxylat C8-C11, 8 Mol EO         30  
Alkylpolyglycosid, C8-C14, n ca. 1-3; 50 %       20   20
Natrium-Kalium-Cumolsulfonat; 40 %     7 5    
Hexylenglykol         5  
Wasser 45 50 43 35 61 60

Beispiele 8 bis 12/ Vergleichsbeispiele 3 und 4:



[0037] Analog den obigen Vorschriften wurden Zusammensetzungen zur Textilveredlung zusammengestellt, deren Stoffzusammensetzung der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen ist.

[0038] Das SiO2/Na2O-Gewichtsverhältnis in Tabelle 2 wurde durch Lösen von festem Natriumhydroxid in Wasserglas 38° Be (GVZ 3,3) eingestellt, kann aber auch durch Abmischen mit handelsüblichen Wassergläsern mit niedrigerer GVZ erfolgen.
Tabelle 2
Beipiele 8 Gew.- Teile 9 Gew.- Teile 10 Gew.- Teile 11 Gew.- Teile 12 Gew.- Teile Vgl. 3 Gew.-Teile Vgl. 4 Gew.-Teile
Polymerisat gemäß Bezugsbeispiel 2   14 14 25 45    
Polymerisat gemäß Beispiel 1 20            
Natriumgluconat   5 5        
Alcosperse®175           10 25
Wasserglas SiO2/Na2O =1,6 80   81 75 55 90 75
Wasserglas SiO2/Na2O= 2,4   78          
Wasserzusatz   3          
Aussehen der Lösung klar klar klar klar klar klar trüb

Anwendungstechnische Beispiele:


Beispiel A 1: Saure Entmineralisierung - Diskontinuierlicher Prozeß



[0039] Rohbaumwollgewebe wurde 30 Minuten bei 70 °C und einem Flottenverhältnis von 1:10 mit einer Flotte behandelt, die 5 g/l der Mischung gemäß Beispiel 4 enthielt. Nach der Behandlung wurde das Gewebe warm und kalt ausgewaschen. Es resultierte ein Textilmaterial, das sehr gut entmineralisiert war und für alle weiteren Behandlungenverwendet werden konnte. Die Gesamthärte auf der Ware wurde um 60 %, der Eisengehalt um 50 % reduziert, eine Behandlung mit je 5 g/l des Polymerisats gemäß Bezugsbeispiel 1 oder Bezugsbeispiel 2 allein reduzierte die Gesamthärte nur um jeweils 30 % und den Eisengehalt um 20 % beziehungsweise 30 %.

Beispiel A 2: Saure Entmineralisierung - Diskontinuierlicher Prozeß



[0040] Rohbaumwollgewebe wurde wie in Beispiel A1 30 Minuten bei 70 °C und einem Flottenverhältnis von 1:10 mit einer Flotte behandelt, die 5 g/l der Mischung gemäß Beispiel 4 enthielt. Danach wurde ohne Zwischenspülen der Flotte 6 g/l Natronlauge 50 %, 8 ml/l Wasserstoffperoxid 35 % und 0,8 g/l eines hochaffinen optischen Aufhellers (Handelsname "Tuboblanc® VA fl.") zugegeben. Danach wurde heiß und kalt gespült.

[0041] Die Ware erreichte ein Grundweiß von 81 und eine Fluoreszenz von 72 Berger Einheiten.

Beispiel B: Saure Entmineralisierung- Kontinuierlicher Prozeß



[0042] Auf Rohbaumwollmaschenware wurde eine Flotte foulardiert, die 6 g/l der Mischung gemäß Beispiel 2 und 4 g/l eines Netzmittels (Handelsname "Subitol DM") enthielt. Die Flottenaufnahme betrug 100 %, die Flottentemperatur lag bei 60 °C, die Verweilzeit betrug 30 Minuten und die Verweiltemperatur lag ebenfalls bei 60 °C. Das Textilmaterial war gut entmineralisiert und konnte weiteren Behandlungsschritten unterzogen werden. So wurde die Gesamthärte auf der Ware um 50 % und der Eisengehalt um 40 % reduziert, was mit weniger sauer eingestellten Komplexbildnern allein nicht erreichbar war.

Beispiel C: Entschlichtung



[0043] Ein Rohbaumwollgewebe, mit Stärke geschlichtet, wurde mit folgender Flotte bei 40 °C imprägniert: 5 g/l einer Amylase (Beisol LZV) und 6 ml/l des in Beispiel 7 genannten Waschmittels. Nach vier Stunden wurde ausgewaschen. Der Entschlichtungsgrad nach TEGEWA betrug 9.

Beispiel D1; Kaltbleiche



[0044] Ein Rohbaumwollgewebe wurde mit folgender Flotte imprägniert: 0,2 g/l Bittersalz, 7 ml/l des in Beispiel 5 genannten Kombinationsprodukts, 30 g/l Natronlauge 50 %, 10 ml/l Wasserglas 38°Bé, 40 ml/l Wasserstoffperoxid 35 %. Die Flottenaufnahme betrug 100 %. Anschließend wurde die Ware nach dem KKV-Verfahren 24 Stunden bei Raumtemperatur belassen, dann gewaschen, gespült und getrocknet. Das Grundweiß stieg von 18 auf 82 Berger-Einheiten. Die gleiche Rezeptur mit 10 ml/l Abmischung gemäß Beispiel 9 anstelle Wasserglas 38 Be ergab 83. Selbst ohne 7 ml/l Produkt gemäß Beispiel 5 wurden hier immer noch 81 Berger-Einheiten erreicht. Ein Versuch nach Beispiel D ohne Wasserglas ergab nur 75 Berger-Einheiten.

Beispiel D2: Heißbleiche



[0045] Ein Rohbaumwollgewebe mit einem Grundweiß von 18 Berger-Einheiten wurde mit folgender Flotte imprägniert:
0,2 g/l Bittersalz, 2 oder 6 ml/l des in nachfolgender Tabelle 3 genannten Produktes, 20 g/l Natronlauge 50 %, 40 ml/l Wasserstoffperoxid 35 %. Die Flottenaufnahme betrug 100 %. Anschließend wurde die Ware nach dem pad steam-Verfahren 30 Minuten bei 102°C gedämpft, gewaschen, gespült und getrocknet. Die Weißgrade in Berger-Einheiten sind Tabelle 3 zu entnehmen:
Tabelle3:
  Weißgrad [Berger]
Abmischung nach 2 ml/l 6 ml/l
Beispiel 8 80 84
Beispiel 9 82 86
Beispiel 10 82 86
Beispiel 11 81 84
Bezugsbeispiel 1 78 78
Bezugsbeispiel 2 79 80
ohne Hilfsmittel 77 77

Beispiel E: Diskontinuierliches Vorreinigen und Waschen



[0046] Ein Rohbaumwollgewebe wurde mit einer Flotte behandelt, die 3 g/l des Kombinationsproduktes gemäß Beispiel 7 und 1 g/l Soda enthielt. Das Flottenverhältnis betrug 1:10, die Temperatur lag bei 95 °C und die Waschdauer betrug 30 Minuten. Anschließend wurde heiß und kalt ausgewaschen.

Beispiel F1: Waschprozeß



[0047] Ein Rohbaumwollgewebe wurde mit einer Flotte behandelt, die 3 g/l des Kombinationsproduktes gemäß Beispiel 7 und 3 g/l Soda enthielt. Das Flottenverhältnis betrug 1:20, die Temperatur 90 °C und die Waschdauer 30 Minuten. Anschließend wurde heiß und kalt ausgewaschen. Die Begleitsubstanzen wurden restlos entfernt und das Textil entsprach in seinen Eigenschaften dem Standard eines Waschprozesses. Das Bezugsbeispiel 1 zeigte keine fettentfernende Wirkung und das Gewebemuster blieb hydrophob.

Beispiel F2: Waschprozeß mit standardisiertem EMPA-Schmutzgewebe aus Baumwolle



[0048] Das Testgewebe wurde mit einer Flotte behandelt, die 2 g/l des Kombiproduktes gemäß Beispiel 7 und 1 g/l Soda enthält. Das Flottenverhältnis betrug 1:40, die Temperatur 60 °C und die Waschdauer betrug 30 Minuten. Anschließend wurde heiß und kalt ausgewaschen. Der Weißgrad stieg von 19 auf 31 Berger-Einheiten. Wurde anstelle des Produktes gemäß Beispiel 7 das Produkt gemäß Bezugsbeispiel 2, beziehungsweise ein reines Niotensid, Isotridecylalkohol 6-fach ethoxyliert, verwendet, so ergaben sich nur 22 beziehungsweise 26 Berger-Einheiten.

Beispiel G: Alkalisches Abkochen



[0049] Rohbaumwollgewebe wurde bei einem Flottenverhältnis 1:10 in Gegenwart von 5 g/l des Kombinationsproduktes gemäß Beispiel 7 und 20 g/l NaOH 100 % 30 Minuten bei 98 °C abgekocht. Der Weißgrad der Ware stieg dabei von 22 auf 39 Berger-Einheiten.

Beispiel H: Prüfung auf Eisenhydroxiddispergierung



[0050] Je 2 g/l Produkt gemäß Tabelle 4 wurden 20 Minuten in 200 ml destilliertem Wasser unter Rückfluß gekocht, die 30 ppm Eisenionen (aus Eisen-IIIchlorid), 5 g/l Natriumhydroxid und 2 g/l Soda enthielten.

[0051] Danach wurde die heiße Lösung durch einen weißen Rundfilter, Typ 2329 G, Fa. Schleicher & Schuell, gesaugt und die Filterrückstände nach Trocknung bewertet. Rückstandslose Filter erhielten die Note 1, dunkelbraune Rückstände, wie beim Einsatz von Wasserglas ohne Dispergiermittel, erhielten die Note 6.
Tabelle 4:
Produkt Filterfarbe Note
Wasserglas GV 3,3 braun 6
Wasserglas GV 1,6 braun 6
Beispiel 8 hellbraun 4
Beispiel 9 weiß 1
Beispiel 10 weiß 1
Vergleichsbeispiel 3 braun 5
Vergleichsbeispiel 4 braun 5

Beispiel I: Prüfung auf Erdalkalidispergierung in Gegenwart von Eisenionen



[0052] Es wurde wie in Beispiel H geprüft, jedoch zusätzlich 25 °dH Calciumionen (aus Calciumchlorid) und 10 °dH Magnesiumionen (aus Magnesiumsulfat) der Testlösung zugegeben. Rückstandlose Filter erhielten die Note 1, grobkörnige Rückstände wie beim Einsatz von Wasserglas ohne Dispergiermitttel erhielten die Note 6.
Tabelle 5:
Produkt Note
Wasserglas GV 3,3 6
Wasserglas GV 1,6 6
Beispiel 9 3
Beispiel 10 2
Beispiel 11 2
Vergleichsbeispiel 3 6
Vergleichsbeispiel 4 5


[0053] Selbst 6 g/l der Abmischungen gemäß den Vergleichsbeispielen 3 und 4 ergaben Filternoten von 5 beziehungsweise 3.


Ansprüche

1. Zusammensetzungen zur Behandlung von Textilfasermaterial, enthaltend, jeweils bezogen auf die Zusammensetzung, 99 bis 1 Gew.-Teile, bezogen auf Trockensubstanz, eines Polymerisates aus Acrylsäure und enolisierbaren Monosacchariden, Oligosacchariden und/oder Polysacchariden, hergestellt im alkalischen pH-Bereich und 1 bis 99 Gew.-Teile, bezogen auf Trockensubstanz, Additiv

(a) bis 40 Gew.-% freien, niedermolekularen, organischen und anorganischen Säuren, deren Summe an Säureprotonen zu weniger als 50 % neutralisiert sind, und wenigstens eines oder mehrere der Additive ausgewählt aus

(b) 0 - 60 Gew.-% Niotensiden,

(c) 0-40 Gew.-% Alkylpolyglycosiden,

(d) 0-40 Gew.-% Aniontensiden,

(e) 0-20 Gew.-% entlüftend wirkenden Hilfsstoffen,

(f) 0-20 Gew.-% schaumdämpfenden Hilfsstoffen,

(g) 0-70 Gew.-% organischen Lösungsmitteln mit Ausnahme von Halogenkohlenwasserstoffen und

(h) 0-10 Gew.-% Enzymen

jeweils bezogen auf die Gesamtmenge der Additive.
 
2. Zusammensetzungen, gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie glucosefreie Polymerisate von Acrylsäure und Sacchariden enthalten, die als Rohstoff oder Reaktionsprodukt Glucose enthielten.
 
3. Zusammensetzungen gemäß Anspruch 1 oder 2, umfassend 2 bis 30 Gew.-Teile, bezogen auf Trockensubstanz, des Polymerisats und 70 bis 98 Gew.-Teile, bezogen auf Trockensubstanz, der Additive.
 
4. Zusammensetzungen gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass 0 bis 100 Gew.-% der Polymerisate aus Acrylsäure und enolisierbaren Monosacchariden, Oligosacchariden und/oder Polysacchariden, hergestellt im alkalischen Bereich, substituiert sind durch glucosefreie Polymerisate von Acrylsäure und Sacchariden, die als Rohstoff oder Reaktionsprodukt Glucose enthalten.
 
5. Zusammensetzungen gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die niedermolekulare organische Säure ausgewählt ist aus Mono- oder Polycarbonsäuren, insbesondere Citronensäure, Weinsäure, Milchsäure, Gluconsäure und/oder Glucoheptonsäure.
 
6. Zusammensetzungen gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die organische Säure ausgewählt ist aus Phosphonsäuren, insbesondere HEDP, ATMP, DTPMP und/oder HDTMP.
 
7. Zusammensetzungen gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die anorganische Säure aus Mineralsäuren, insbesondere Salzsäure und Schwefelsäure sowie Amidosulfonsäure ausgewählt ist.
 
8. Zusammensetzungen gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der tensidhaltige Bestandteil aus Aniontensid, Niotensid und/oder Alkylpolyglycosid ausgewählt ist.
 
9. Zusammensetzungen gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Aniontensid ausgewählt ist aus linearen oder verzweigten C8-C20- Alkansulfonaten, -sulfaten, -carboxylaten und/oder -ethercarbonsäuren sowie Alkylbenzolsulfonaten.
 
10. Zusammensetzungen gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Niotensid ausgewählt ist aus linearen oder verzweigten C8-C20-Fettalkoholalkoxylaten.
 
11. Zusammensetzungen gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Alkylpolyglycosid ausgewählt ist aus linearen oder verzweigten C8-C20- Polyglycosiden (n=1 bis 3).
 
12. Zusammensetzungen gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Enzyme ausgewählt sind aus Amylasen, Catalasen, Cellulasen, Lipasen, Pectinasen, Proteasen und/oder Glucose-Oxidasen.
 
13. Zusammensetzungen gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3 mit einem pH-Wert größer 11,5, dadurch gekennzeichnet, dass die Additive ausgewählt sind aus,

(i) 10 bis 40 Gew.-% (bezogen auf Trockensubstanz) Wasserglas,

(j) 0 bis 20 Gew.-% eines Komplexbildners und Rest Wasser ad 100 Gew.-%.


 
14. Zusammensetzungen gemäß Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Komplexbildner ausgewählt ist aus den Alkali- und/oder Erdalkalimetallsalzen der Gluconsäure oder Glucoheptonsäure.
 
15. Zusammensetzungen gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 14, enthaltend 20 bis 80 Gew.-Teile Wasser bezogen auf 80 bis 20 Gew.-Teile der Polymerisate oder der Gemische aus Polymerisat und Additiv.
 
16. Verfahren zur Herstellung von Zusammensetzungen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass man die Polymerisate von Acrylsäure und Sacchariden, die Glucose als Rohstoff oder Reaktionsprodukt enthielten, mit Glucose-Oxidase behandelt.
 
17. Verfahren zur Herstellung von Zusammensetzungen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 15, wobei man die enolisierbaren Saccharide in situ, vor, und/oder während der Polymerisationsreaktion aus Oligo- und/oder Polysacchariden durch Hydrolyse herstellt.
 
18. Verfahren zur Herstellung von Zusammensetzungen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 15, wobei man die Polymerisate aus Acrylsäure und enolisierbaren Monosacchariden, Oligosacchariden und/oder Polysacchariden im pH- Bereich von 7 bis 10 herstellt.
 
19. Verfahren zum Veredeln von Textilmaterial, insbesondere Cellulosefasermaterial, dadurch gekennzeichnet, dass man dieses mit einem Gemisch gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 15 behandelt.
 
20. Verfahren gemäß Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass man pro Liter Behandlungsflotte 0,2 bis 50, vorzugsweise 1 bis 20 ml der Zusammensetzungen einsetzt.
 


Claims

1. Compositions for the treatment of textile fiber material, containing, respectively based on the composition, from 99 to 1 part by weight, based on the dry matter, of a polymer of acrylic acid and enolizable monosaccharides, oligosaccharides and/or polysaccharides, prepared in the alkaline pH range, and from 1 to 99 parts by weight, based on the dry matter, of additive

(a) up to 40% by weight of free low-molecular weight organic and inorganic acids of which less than 50% of the sum of acid protons are neutralized; and at least one or more of the additives selected from

(b) from 0 to 60% by weight of non-ionic surfactants;

(c) from 0 to 40% by weight of alkyl polyglycosides;

(d) from 0 to 40% by weight of anionic surfactants;

(e) from 0 to 20% by weight of auxiliary agents having a deaerating effect;

(f) from 0 to 20% by weight of anti-foaming auxiliary agents;

(g) from 0 to 70% by weight of organic solvents except for halohydrocarbons; and

(h) from 0 to 10% by weight of enzymes;

respectively based on the total amount of additives.
 
2. The compositions according to claim 1, characterized by containing glucose- free polymers of acrylic acid and saccharides that contained glucose as a raw material or reaction product.
 
3. The compositions according to claim 1 or 2, comprising from 2 to 30 parts by weight, based on the dry matter, of the polymer and from 70 to 98 parts by weight, based on the dry matter, of the additives.
 
4. The compositions according to any of claims 1 to 3, characterized in that from 0 to 100% by weight of the polymers of acrylic acid and enolizable monosaccharides, oligosaccharides and/or polysaccharides, prepared in the alkaline pH range, are substituted by glucose-free polymers of acrylic acid and saccharides that contain glucose as a raw material or reaction product.
 
5. The compositions according to any of claims 1 to 3, characterized in that said low-molecular weight organic acid is selected from mono- or polycarboxylic acids, especially citric acid, tartaric acid, lactic acid, gluconic acid and/or glucoheptonic acid.
 
6. The compositions according to any of claims 1 to 3, characterized in that said organic acid is selected from phosphonic acids, especially HEDP, ATMP, DTPMP and/or HDTMP.
 
7. The compositions according to any of claims 1 to 3, characterized in that said inorganic acid is selected from mineral acids, especially hydrochloric acid and sulfuric acid as well as amidosulfonic acid.
 
8. The compositions according to any of claims 1 to 3, characterized in that said surfactant-containing component is selected from anionic surfactant, non-ionic surfactant and/or alkyl polyglycoside.
 
9. The compositions according to any of claims 1 to 3, characterized in that said anionic surfactant is selected from linear or branched C8-C20 alkanesulfonates, -sulfates, carboxylates and/or -ethercarboxylic acids as well as alkylbenzenesulfonates.
 
10. The compositions according to any of claims 1 to 3, characterized in that said non-ionic surfactant is selected from linear or branched C8-C20 fatty alcohol alkoxylates.
 
11. The compositions according to any of claims 1 to 3, characterized in that said alkyl polyglycoside is selected from linear or branched C8-C20 polyglycosides (n = 1 to 3).
 
12. The compositions according to any of claims 1 to 3, characterized in that said enzymes are selected from amylases, catalases, cellulases, lipases, pectinases, proteases and/or glucose oxidases.
 
13. The compositions according to any of claims 1 to 3, having a pH value of greater than 11.5, characterized in that said additives are selected from

(i) from 10 to 40% by weight (based on the dry matter) of water glass;

(j) from 0 to 20% by weight of a complexing agent, the balance being water ad 100% by weight.


 
14. The compositions according to claim 13, characterized in that said complexing agent is selected from the alkali and alkaline earth metal salts of gluconic acid or glucoheptonic acid.
 
15. The compositions according to one or more of claims 1 to 14, containing from 20 to 80 parts by weight of water, based on 80 to 20 parts by weight of the polymers or mixtures of polymer and additive.
 
16. A process for the preparation of compositions according to one or more of claims 1 to 15, characterized in that said polymers of acrylic acid and saccharides that contained glucose as a raw material or reaction product are treated with glucose oxidase.
 
17. A process for the preparation of compositions according to one or more of claims 1 to 15, wherein said enolizable saccharides are prepared in situ before and/or during the polymerization reaction from oligo- and/or polysaccharides by hydrolysis.
 
18. A process for the preparation of compositions according to one or more of claims 1 to 15, wherein said polymers of acrylic acid and enolizable monosaccharides, oligosaccharides and/or polysaccharides are prepared in a pH range of from 7 to 10.
 
19. A process for finishing textile material, especially cellulose fiber material, characterized in that said material is treated with a mixture according to one or more of claims 1 to 15.
 
20. The process according to claim 19, characterized in that from 0.2 to 50 ml, preferably from 1 to 20 ml, of the composition is employed per liter of treatment liquor.
 


Revendications

1. Compositions conçues pour le traitement de matériaux en fibres textiles, contenant, par rapport à la composition dans chaque cas, 99 à 1 parties en poids, en substance sèche, d'un produit de polymérisation à base d'acide acrylique et d'oses, oligosides et/ou polyosides énolisables, préparé en milieu à pH alcalin, et 1 à 99 parties en poids, en substance sèche,

a) d'un adjuvant consistant en jusqu'à 40 % en poids d'acides libres organiques et minéraux de faible poids moléculaire, dont les protons acides, dans l'ensemble, sont neutralisés à moins de 50 %, et au moins un ou plusieurs adjuvants choisis parmi les suivants :

b) 0 à 60 % en poids de tensio-actifs non-ioniques,

c) 0 à 40% en poids d'alkyl-polyglycosides,

d) 0 à 40 % en poids de tensio-actifs anioniques,

e) 0 à 20 % en poids d'auxiliaires de désaération,

f) 0 à 20 % en poids d'auxiliaires de démoussage,

g) 0 à 70 % en poids de solvants organiques, excepté les hydrocarbures halogénés,

h) et 0 à 10 % en poids d'enzymes,

chacun de ces pourcentages étant rapporté à la quantité totale d'adjuvants.
 
2. Compositions conformes à la revendication 1, caractérisées en ce qu'elles contiennent des produits de polymérisation d'acide acrylique et d'osides qui contenaient du glucose, en tant que produit de départ ou produit de réaction, et qui en ont été débarrassés.
 
3. Compositions conformes à la revendication 1 ou 2, comprenant 2 à 30 parties en poids, en substance sèche, du produit de polymérisation et 70 à 98 parties en poids, en substances sèches, d'adjuvants.
 
4. Compositions conformes à l'une des revendications 1 à 3, caractérisées en ce qu'on a remplacé 0 à 100 % des produits de polymérisation à base d'acide acrylique et d'osés, oligosides et/ou polyosides énolisables, préparés en milieu alcalin, par des produits de polymérisation d'acide acrylique et d'osides qui contenaient du glucose, en tant que produit de départ ou produit de réaction, et qui en ont été débarrassés.
 
5. Compositions conformes à l'une des revendications 1 à 3, caractérisées en ce que l'acide organique à faible poids moléculaire est choisi parmi les acides monocarboxyliques et polycarboxyliques, en particulier les acides citrique, tartrique, lactique, gluconique et/ou glucoheptonique.
 
6. Compositions conformes à l'une des revendications 1 à 3, caractérisées en ce que l'acide organique est choisi parmi les acides phosphoniques, en particulier les acides HEDP, ATMP, DTPMP et/ou HDTMP.
 
7. Compositions conformes à l'une des revendications 1 à 3, caractérisées en ce que l'acide inorganique est choisi parmi les acides minéraux, en particulier les acides chlorhydrique et sulfurique, et l'acide amidosulfonique.
 
8. Compositions conformes à l'une des revendications 1 à 3, caractérisées en ce que le constituant tensio-actif est choisi parmi les tensio-actifs anioniques, les tensio-actifs non-ioniques et/ou les alkyl-polyglycosides.
 
9. Compositions conformes à l'une des revendications 1 à 3, caractérisées en ce que le tensio-actif anionique est choisi parmi les alcane-sulfonates, alcane-sulfates, alcane-carboxylates et/ou acides alkyl-éther-carboxyliques en C8-20, à chaîne linéaire ou ramifiée, et les alkylbenzènesulfonates.
 
10. Compositions conformes à l'une des revendications 1 à 3, caractérisées en ce que le tensio-actif non-ionique est choisi parmi les produits d'alcoxylation d'alcools gras en C8-20 à chaîne linéaire ou ramifiée.
 
11. Compositions conformes à l'une des revendications 1 à 3, caractérisées en ce que l'alkyl-polyglycoside est choisi parmi les polyglycosides (n = 1 - 3) à groupe alkyle en C8-20 à chaîne linéaire ou ramifiée.
 
12. Compositions conformes à l'une des revendications 1 à 3, caractérisées en ce que les enzymes sont choisies parmi les amylases, catalases, cellulases, lipases, pectinases, protéases et/ou glucose-oxydases.
 
13. Compositions conformes à l'une des revendications 1 à 3, dont le pH est supérieur à 11,5, caractérisées en ce que les adjuvants sont aussi choisis parmi

i) 10 à 40 % en poids, en substance sèche, de verre soluble,

j) 0 à 20 % en poids d'un agent complexant,

et de l'eau pour le complément à 100 % en poids.
 
14. Compositions conformes à la revendication 13, caractérisées en ce que l'agent complexant est choisi parmi les sels de métaux alcalins et/ou alcalino-terreux de l'acide gluconique ou de l'acide glucoheptonique.
 
15. Compositions conformes à l'une ou plusieurs des revendications 1 à 14, qui contiennent 20 à 80 parties en poids d'eau, pour 80 à 20 parties en poids des produits de polymérisation ou des mélanges de produit de polymérisation et d'adjuvant(s).
 
16. Procédé de préparation des compositions conformes à l'une ou plusieurs des revendications 1 à 15, caractérisé en ce qu'on traite, avec une glueose-oxydase, des produits de polymérisation d'acide acrylique et d'osides qui contiennent du glucose, en tant que produit de départ ou produit de réaction.
 
17. Procédé de préparation des compositions conformes à l'une ou plusieurs des revendications 1 à 15, dans lequel on prépare les osides énolisables in situ, avant et/ou pendant la réaction de polymérisation, à partir d'oligosides et/ou de polyosides, par hydrolyse.
 
18. Procédé de préparation des compositions conformes à l'une ou plusieurs des revendications 1 à 15, dans lequel on prépare en milieu à pH de 7 à 10 les produits de polymérisation à base d'acide acrylique et d'oses, oligosides et/ou polyosides énolisables.
 
19. Procédé d'ennoblissement de matériaux textiles, en particulier de matériaux en fibres cellulosiques, caractérisé en ce que l'on traite un tel matériau avec un mélange conforme à l'une ou plusieurs des revendications 1 à 15.
 
20. Procédé conforme à la revendication 19, caractérisé en ce qu'on utilise 0,2 à 50 mL, et de préférence 1 à 20 mL, de composition par litre de bain de traitement.
 






Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente