(19)
(11) EP 1 826 328 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
29.08.2007  Patentblatt  2007/35

(21) Anmeldenummer: 07003090.3

(22) Anmeldetag:  14.02.2007
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E04B 1/41(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR MK YU

(30) Priorität: 24.02.2006 DE 102006008658

(71) Anmelder: fischerwerke Artur Fischer GmbH & Co. KG
72178 Waldachtal (DE)

(72) Erfinder:
  • Grün, Jürgen
    79268 Bötzingen (DE)
  • Wohlgethan, Rainer
    79639 Grenzach-Wyhlen (DE)
  • Bourgund, Ulrich
    88138 Weissenberg (DE)
  • Vogel, Martin
    79286 Glottertal (DE)
  • Dienst, Clemens
    79341 Kenzingen (DE)
  • Pusill-Wachtsmuth, Peter
    88131 Lindau (DE)
  • Mallée, Rainer
    72178 Waldachtal (DE)

(74) Vertreter: Suchy, Ulrich Johannes 
fischerwerke Artur Fischer GmbH & Co. KG Weinhalde 14-18
72178 Waldachtal
72178 Waldachtal (DE)

   


(54) Befestigungsanordnung


(57) Die Erfindung betrifft eine Befestigungsanordnung (1) am Rand (5, 6) eines Bauwerksteils (2) aus beispielsweise Beton, mit einer randnahen Verankerung (4) im Bauwerksteil (2). Die Erfindung schlägt vor, eine Faserverstärkung (8) stoffschlüssig beispielsweise durch Kleben im Bereich der Verankerung (4) am Bauwerksteil (2) anzubringen. Vorzugsweise reicht die Verstärkung (8) über eine Kante (5) auf eine Randfläche (6) des Bauwerksteils (2).




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Befestigungsanordnung am Rand eines steinartigen Bauwerksteils mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren zur Herstellung einer derartigen Befestigungsanordnung mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 6. Mit "steinartig" ist ein Werkstoff aus Stein, Ziegel, Beton, auch Gasbeton, und dgl. gemeint. Insbesondere handelt es sich um Beton. Mit "Bauwerksteil" wird zum Ausdruck gebracht, dass die Befestigung an einem Bauwerk erfolgt. Die Erläuterung der Erfindung erfolgt anhand Beton ohne die Erfindung auf diesen Werkstoff zu beschränken.

[0002] Es ist bekannt, Bauteile mit beispielsweise Dübeln oder Ankern in einem Bohrloch in einem Bauwerksteil zu befestigen, d.h. im Bauwerksteil zu verankern. Bei einer Querbeanspruchung der Verankerung ist eine mögliche Versagensart ein Spalten des Bauwerksteils. Insbesondere bei einer randnahen Verankerung ist die Gefahr eines Spaltens des Bauwerksteils hoch. Durch einen ausreichenden Randabstand der Verankerung wird das Risiko eines Versagens durch Spalten des Bauwerksteils vermieden oder jedenfalls verringert. Das Risiko des Spaltens des Bauwerksteils ist besonders groß bei einer Verankerung mit Spreizdübeln aufgrund der Spreizkraft. Günstiger, aber regelmäßig aufwendiger sind spreizdruckfreie Verankerungen. Ein typischer Anwendungsfall einer randnahen Verankerung mit hoher Querkraft ist die Verankerung von Geländern.

[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Befestigungsanordnung vorzuschlagen, die das Risiko des Versagens durch Spalten des Bauwerksteils bei randnaher Verankerung verringert.

[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 und des Anspruchs 6 gelöst. Die erfindungsgemäße Befestigungsanordnung weist eine Verstärkung auf, die stoffschlüssig beispielsweise durch Kleben im Bereich der Verankerung am Bauwerksteil angebracht ist. Die Verstärkung nimmt Zugkräfte des Bauwerksteils auf, die durch auf die Verankerung einwirkenden Querkräfte und ggf. durch eine Spreizwirkung der Verankerung im Bauwerksteil wirken. Die Zugspannungen im Bauwerksteil und damit die Gefahr einer Spaltung sind verringert. Der Stoffschluss zwischen Verstärkung und Bauwerksteil verteilt eine Übertragung der im Bauwerksteil wirkenden Kräfte auf die Verstärkung und umgekehrt über die Fläche der Verstärkung und wird deswegen als günstig für die Kraftübertragung angesehen. Außerdem ist die Anbringung der Verstärkung ohne Bohren oder sonstige Schwächung des Bauwerksteils möglich. Die erfindungsgemäße Befestigungsanordnung ist selbstverständlich auch im Bereich einer Ecke eines Bauwerksteils möglich, wo zwei Ränder aufeinander stoßen.

[0005] Eine Ausgestaltung der Erfindung sieht eine Faserverstärkung als Verstärkung vor. Beispielsweise ist eine Fasermatte (Gelege, Gewebe, Gewirk, Gestrick etc.) auf das Bauwerksteil aufgeklebt. Insbesondere ist eine Faserrichtung quer zum Rand des Bauwerksteils vorgesehen. Durch die Faserverstärkung wird eine hohe Zugbelastbarkeit der Verstärkung erreicht. Außerdem passt sich die Faserverstärkung an die Oberfläche des Bauwerksteils an.

[0006] Vorzugsweise reicht die Verstärkung in einer Richtung von der Verankerung bis zum Rand des Bauwerksteils und/oder erstreckt sich in der anderen Richtung weg vom Bauwerksteil nach innen. Durch eine großflächige und weit nach innen reichende Verstärkung wird die Gefahr des Spaltens des Bauteils verringert. Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Verstärkung um eine Kante am Rand des Bauwerksteils auf eine Randfläche reicht, die einer Verankerungsfläche benachbart ist. Die Verankerungsfläche ist die Fläche, in der die Verankerung angebracht ist. Indem die Verstärkung auch auf der Randfläche aufgebracht ist und auf die Verankerungsfläche reicht, wird die Gefahr eines Spaltens des Bauteils weiter verringert.

[0007] Das erfindungsgemäße Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 6 sieht vor, dass die Verstärkung stoffschlüssig in einem die Verankerung umgebenden Bereich am Bauwerksteil angebracht, beispielsweise aufgeklebt wird, und dass die Verankerung in der Verstärkung im Bauwerksteil angebracht wird. Vorzugsweise, jedoch nicht zwingend, wird zuerst die Verstärkung und danach die Verankerung angebracht.

[0008] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Die einzige Figur zeigt eine perspektivische Darstellung einer erfindungsgemäßen Befestigungsanordnung.

[0009] Die in Figur 1 dargestellte, erfindungsgemäße Befestigungsanordnung 1 ist am Rand eines Bauwerksteils 2 angeordnet. Das Bauwerksteil 2 besteht aus Beton, der armiert sein kann. Das Bauwerksteil 2 kann beispielsweise eine Balkon- oder Terrassenplatte oder der Übergang von einer Dach- zu einer Wandfläche sein. Eine Oberseite des Bauwerksteils 2 wird zur Erläuterung der Erfindung nachfolgend als Verankerungsfläche 3 bezeichnet werden, weil in ihr eine Verankerung 4 erfindungsgemäß angebracht ist. Eine über eine Kante 5 angrenzende Fläche des Bauwerksteils 2 wird nachfolgend als Randfläche 6 bezeichnet werden. Die Kante 5 und die Randfläche 6 stellen einen Rand der Verankerungsfläche 3 und des Bauwerksteils 2 dar.

[0010] Die Verankerung 4 weist einen Anker 7 in Form einer Gewindestange auf. Der Anker 7 ist in einem in der Zeichnung nicht sichtbaren Bohrloch im Bauwerksteil 2 mittels eines Kunstharzmörtels verankert, d.h. stoffschlüssig befestigt. Grundsätzlich ist auch eine andere Verankerung mit beispielsweise einem (Spreiz-)Dübel oder einem Hinterschnittanker möglich (nicht dargestellt). Die Verankerung ist randnah angeordnet, worunter ein Randabstand von etwa 30 mm bis 50 mm zu verstehen ist. Auch bei einem größeren (oder auch kleineren) Randabstand ist die erfindungsgemäße Befestigungsanordnung möglich. Randnah im Sinne der Erfindung ist weniger als absoluter Randabstand zu verstehen als vielmehr durch die Gefahr eines Spaltens des Bauwerksteils 2 bei einer Querbeanspruchung des Ankers 7 bestimmt, also durch die Gefahr eines Abplatzens eines Bruchstücks vom Bauwerksteil 2 zusammen mit dem Anker 7 infolge einer Querbeanspruchung mit dem Anker 7. Bei großem Randabstand besteht diese Gefahr nicht oder ist jedenfalls sehr gering.

[0011] Im Bereich der Verankerung 4 ist eine Verstärkung 8 stoffschlüssig am Bauwerksteil 2 angebracht. Die Verstärkung 8 ist eine Faserverstärkung, sie weist eine Fasermatte (Fasergelege) 9 auf. Die Fasern können beispielsweise Glas-, Kohle-, Kunststoff- oder Metallfasern sein. Die Fasermatte 9 umgibt die Verankerung 4, sie ist um die Kante 5 auf die Randfläche 6 des Bauwerksteils 2 umgelegt. Auf der Verankerungsfläche 3 reicht die Fasermatte 9 von der Kante 5, also vom Rand des Bauwerksteils 2, über die Verankerung 4 hinweg nach innen. Die Fasermatte 9 ist mit dem Kunstharzmörtel 10 getränkt und durch ihn mit dem Bauwerksteil 2 stoffschlüssig verbunden. Befindet sich die Verankerung 4 im Bereich einer Ecke des Bauwerksteils 2, wird die Verstärkung 8 von der Verankerungsfläche 3 auf beide angrenzenden, die Ecke bildenden Randflächen gelegt und aufgeklebt (nicht dargestellt). Die Verankerung 4 dient beispielsweise zur Befestigung eines nicht dargestellten Geländers, sie kann einer quer zum Rand oder vom Rand weg gerichteten Querbeanspruchung ausgesetzt sein. Die Verstärkung 8 verringert das Risiko eines Spaltens des Bauwerksteils 2 bei einer solchen Querbeanspruchung der Verankerung 4, die Verankerung 4 kann näher am Rand des Bauwerksteils 2 angeordnet werden.

[0012] Die Herstellung der Befestigungsanordnung 1 erfolgt erfindungsgemäß, indem die Fasermatte 9 auf die Verankerungsfläche 3 und die Randfläche 6 aufgeklebt, ein Loch für die Ankerstange 7 gebohrt und die Ankerstange 7 mit einem Kunstharzmörtel im Bohrloch verankert wird. Es kann auch umgekehrt zuerst die Verankerung 4 hergestellt und anschließend die Verstärkung 8 auf das Bauwerksteil 2 aufgeklebt werden. Eine Faserrichtung wird vorzugsweise so gewählt, dass Fasern der Verstärkung 8 in etwa rechtwinklig zur Kante 5, also zum Rand des Bauwerksteils 2, verlaufen.


Ansprüche

1. Befestigungsanordnung am Rand eines steinartigen Bauwerksteils (2), mit einer randnahen Verankerung (4) im Bauwerksteil (2), dadurch gekennzeichnet, dass das Bauwerksteil (2) eine stoffschlüssig angebrachte Verstärkung (8) im Bereich der Verankerung (4) aufweist.
 
2. Befestigungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkung (8) eine Faserverstärkung aufweist.
 
3. Befestigungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkung (8) bis zum Rand (5, 6) des Bauwerksteils (2) reicht.
 
4. Befestigungsanordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkung (8) bis auf eine Randfläche (6) des Bauwerksteils (2) reicht, die einer Verankerungsfläche (2), in der die Verankerung (4) angebracht ist, benachbart ist.
 
5. Befestigungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Verstärkung (8) von der Verankerung (4) aus vom Rand (5, 6) des Bauwerksteils (2) weg erstreckt.
 
6. Verfahren zur Herstellung einer Befestigungsanordnung am Rand (5, 6) eines steinartigen Bauwerksteils (2), mit einer randnahen Verankerung (4) im Bauwerksteil (2), dadurch gekennzeichnet, dass die Verankerung (4) randnah im Bauwerksteil (2) angebracht und im Bereich der Verankerung (4) eine Verstärkung (8) stoffschlüssig am Bauwerksteil (2) angebracht wird.
 




Zeichnung







Recherchenbericht