[0001] Die Erfindung betrifft eine Rotationspumpe, einen hydrodynamischen Mischer mit einer
solchen Rotationspumpe, sowie die Verwendung der Rotationspumpe zur Bearbeitung von
Suspensionen gemäss dem Oberbegriff des unabhängigen Anspruchs der jeweiligen Kategorie.
[0002] In vielen industriellen Prozessen, beispielsweise in der Halbleiter- und Chip-Herstellung,
besteht die Notwendigkeit, Suspensionen in kontrollierter Weise zu mischen und über
Düsen oder ähnliche Vorrichtungen abzugeben. Als ein wichtiges Beispiel seien hier
chemisch-mechanische Polierprozesse (CMP, chemical-mechanical planerisation) genannt,
wie sie z.B. in der Halbleiterindustrie eingesetzt werden. Bei solchen Prozessen wird
eine üblicherweise als Slurry bezeichnete Suspension aus typischerweise sehr feinen
Feststoffpartikeln und einer Flüssigkeit auf einen rotierenden Wafer aufgebracht und
dient dort zum Polieren bzw. Läppen der sehr feinen Halbleiterstrukturen. Ein anderes
Beispiel ist das Aufbringen von Fotolack auf den Wafer, oder das Aufrauen von Oberflächen
von Computerfestplatten, um ein Anhaften der Schreib/Leseköpfe durch Adhäsionskräfte,
also zum Beispiel durch Van-der-Waals Kräfte zu verhindern.
[0003] Eine hierfür im Prinzip geeignete und vom Stand der Technik bekannte Abgabevorrichtung
ist in Fig. 1 veranschaulicht. Zur Unterscheidung des Stands der Technik von den Ausführungsbeispielen
der vorliegenden Erfindung, sind in den Figuren diejenigen Merkmale, die sich auf
Merkmale von Vorrichtungen aus dem Stand der Technik beziehen mit einem bzw. zwei
Hochkomma versehen, während die Merkmale von erfindungsgemässen Beispielen nicht mit
einem Hochkomma versehen sind.
[0004] Die bekannte Abgabevorrichtung 1' der Fig. 1 umfasst einen Vorratsbehälter 2', der
mit dem Fluid, z. B. Slurry, gefüllt ist. Der Vorratsbehälter 2' hat einen Ausgang
4', an dem eine Druckleitung 5' angeschlossen ist, die sich über eine Rezirkulationspumpe
R' bis zu einem Eingang 6' an dem Vorratsbehälter 2' erstreckt. Stromabwärts der Rezirkulationspumpe
R' sind mehrere Entnahmestellen 7' in der Druckleitung 5' vorgesehen, die zu Düsen
oder sonstigen - üblicherweise als Tool bezeichneten - Apparaturen führen, mit denen
das Fluid z.B. auf die Wafer aufgebracht wird. Jede Entnahmestelle 7' ist mit einem
Ventil 8' versehen, um die Strömungsverbindung zu der jeweiligen Apparatur zu öffnen
oder zu verschliessen. Sind alle Entnahmestellen 7' geschlossen, so bewirkt die Rezirkulationspumpe
R' eine blosse Zirkulation des Fluids, und damit eine leichte, im Vorratsbehälter
2' lokal beschränkte Durchmischung des Fluids.
[0005] Der gewünschte Druck, mit dem das Fluid durch die Druckleitung 5' und die offenen
Entnahmestellen 7' zu den Apparaturen gefördert und dort bereitgestellt wird, lässt
sich durch Druckbeaufschlagung des Fluids in dem Vorratsbehälter 2' generieren bzw.
beeinflussen. Dazu ist an dem Vorratsbehälter 2' ein Einlass 10' vorgesehen, durch
welchen über ein Druckregelventil 11' ein Druckmittel in den Vorratsbehälter einbringbar
ist, wie dies symbolisch durch den Pfeil G dargestellt ist. Als Druckmittel wird üblicherweise
ein Gas, z. B. Stickstoff, verwendet, mit dem im Vorratsbehälter 2' ein Überdruck
von beispielsweise 0,5 bar aufrechterhalten wird.
[0006] Eine solche Vorrichtung weist jedoch Nachteile auf. Um den Überdruck im Vorratsbehälter
2' zu generieren, muss dieser gasdicht ausgestaltet sein, was apparativ ziemlich aufwändig
ist. Zudem ist es nicht ohne weiteres möglich, neues Fluid in den Vorratsbehälter
2' einzufüllen, wenn der Füllstand zu niedrig wird. Auch ist eine Änderung des Drucks
im Vorratsbehälter 2' und damit eine Änderung des Förderdrucks umständlich und zeitintensiv.
Ferner ist es möglich, dass das Druckmedium (Gas) in das Fluid eindringt bzw. in dem
Fluid in Lösung geht, was zu unerwünschten Änderungen in der Zusammensetzung des Fluids
führen kann.
[0007] Ein viel grösseres Problem ist jedoch, insbesondere bei Suspensionen wie z.B. Slurry,
oder bei Fluiden, die zu Separationen oder Verklumpungen neigen, darin zu sehen, dass
die durch die Rezirkulationspumpe R' verursachte Zirkulation in aller Regel viel zu
gering und ungleichmässig ist, um überall im Vorratsbehälter 2' eine für eine stetige
Durchmischung ausreichende Fluidbewegung zu gewährleisten. Daher sind oft zusätzliche
Massnahmen notwendig, um eine ausreichende Bewegung bzw. Durchmischung des Fluids
im Vorratsbehälter 2' dauerhaft zu sichern.
[0008] Demgegenüber stellt die in der
EP 1 318 306 B1 vorgeschlagene und in Fig. 2 dargestellte Vorrichtung zur Durchmischung und Abgabe
eines Fluids bereits einen bedeutenden Fortschritt dar.
[0009] Die in der
EP 1 318 306 B1 vorgeschlagene Abgabevorrichtung 1" der Fig. 2 kann z.B. in einem CMP-Prozess in
der Halbleiterindustrie eingesetzt werden. Bei diesen Prozessen wird eine als Slurry
bezeichnete Suspension von feinen Festkörperteilchen in einer Flüssigkeit auf einen
rotierenden Wafer aufgebracht und dient dort zum Läppen bzw. Polieren der sehr feinen
Halbleiterstrukturen. Das Fluid F" ist in diesem Beispiel die als Slurry bezeichnete
Suspension. Die in Figur 2 nicht dargestellten Apparate oder Tools umfassen z.B. jeweils
eine Düse oder ein sonstiges Mittel, mit welchem das Fluid F" auf den Wafer aufbringbar
ist.
[0010] Mit Rotationspumpen, die auch als Kreiselpumpen bezeichnet werden, sind im Rahmen
dieser Anmeldung alle diejenigen Pumpvorrichtungen gemeint, die einen Rotor bzw. ein
Flügelrad aufweisen, durch dessen Rotation ein Impulsübertrag auf das zu fördernde
Fluid erfolgt. Der Begriff Rotationspumpe umfasst insbesondere Zentrifugalpumpen,
Axialpumpen und Seitenkanalpumpen. Typischerweise stehen bei einer Rotationspumpe
der Einlass und der Auslass in ständiger Strömungsverbindung. Es sind also beispielsweise
keine Ventile zwischen Pumpeneinlass und Auslass vorgesehen.
[0011] Im dem aus dem Stand der Technik bekannten Beispiel der Fig. 2 ist der Rotor 31"
zur Durchmischung des Fluids F" unmittelbar im Ausgang des Vorratsbehälters 2" angeordnet.
Der Rotor 31" ragt zur Durchmischung des Fluids F" zumindest teilweise in den Vorratsbehälter
2" hinein.
[0012] Das heisst, es handelt sich um eine Rotationspumpe mit offenem Pumpgehäuse und nicht
um eine Rotationspumpe mit geschlossenem Pumpgehäuse.
[0013] Somit dient die Rotationspumpe 3" nicht nur dem Pumpen des Fluids F", sondern vor
allem auch als Rührwerk, welches das Fluid F" in dem Vorratsbehälter 2" durchmischt.
Zu diesem Zwecke weist der Rotor 31" mehrere Flügel 311" auf, welche deutlich grösser
ausgestaltet sind als bei bekannten Rotationspumpen vergleichbarer Dimensionierung.
Die Flügel 311" reichen in den Vorratsbehälter 2" hinein und sorgen hier (bei Rotation
des Rotors 3") für eine gewisse Zirkulation des Fluids F", wie durch die Pfeile Z"
angedeutet ist.
[0014] Der Rotor 31" ist in einem Rotorgehäuse 312" angeordnet, das einen Teil der Wandung
des Vorratsbehälters 2" bildet. Das offene, nicht geschlossene Rotorgehäuse 312" ist
hier integraler Bestandteil des Vorratsbehälters 2". Er kann natürlich auch als separates
Teil an diesem befestigt sein.
[0015] Die Rotationspumpe 3" umfasst ferner einen Stator 32" mit einer Statorwicklung 322",
um den Rotor 31" elektrisch anzutreiben. Der Stator 32" umgibt das Rotorgehäuse 312"
und der Stator 32" ist als Stator eines so genannten Tempelmotors ausgestaltet. Das
heisst, der Stator 32" weist mehrere durch einen Rückschluss verbundene Statorzähne
auf, wobei jeder Statorzahn L-förmig mit einem kürzeren und einem längern Schenkel
ausgebildet ist. Der längere Schenkel erstreckt sich jeweils parallel zur Drehachse
des Rotors und der kürzere Schenkel verläuft radial nach innen auf die Drehachse zu.
Die längeren Schenkel tragen die Statorwicklung 322".
[0016] Die Vorrichtung der Fig. 2 weist weiterhin eine Druckleitung 41" auf, durch welche
das Fluid F" zu den oben bereits erwähnten und in Fig. 2 nicht dargestellten Apparaten
oder Tools gepumpt werden kann, mit welchen das Fluid F" z.B. auf einen Wafer aufbringbar
ist
[0017] Um bei der Vorrichtung der Fig. 2 überhaupt eine merkliche Durchmischung des Fluids
F" zu erreichen, ist es unerlässlich, dass im Vorratsbehälter zusätzlich feststehende
Flügel 21" vorgesehen sind, die eine Durchmischung des Fluids F" im Betriebszustand
überhaupt erst ermöglichen.
[0018] Der Grund dafür wird leicht erkennbar, wenn man eine Vorrichtung gemäss Fig. 2a betrachtet,
die keine Flügel 21" im Vorratsbehälter 2" aufweist. Eine solche Vorrichtung ist in
Fig. 2a vereinfacht in schematischer Weise dargestellt.
[0019] Die Vorrichtung der Fig. 2a umfasst ebenfalls einen Vorratsbehälter 2" für ein Fluid
F". Am Boden des Vorratsbehälters 2" ist eine Rotationspumpe 3" mit einem Rotor 31"
vorgesehen. Der Rotor 311" rotiert in Richtung des Pfeils 3000" im Tank 2". Aus Gründen
der Übersichtlichkeit wurde auf die Darstellung der Druckleitung 41" verzichtet.
[0020] Der einzige wesentliche Unterschied der Vorrichtung der Fig. 2a zu derjenigen, die
in Fig. 2 dargestellt ist, besteht somit darin, dass die Flügel 21" fehlen.
[0021] Das Fehlen der Flügel 21" bei der Vorrichtung der Fig. 2a hat dabei massive Konsequenzen,
was die Durchmischbarkeit des Fluids F" im Behälter 2" der Fig. 2a angeht. Eine Durchmischung
des Fluids im Vorratsbehälter 2" der Fig. 2a findet nämlich praktisch überhaupt nicht
statt.
[0022] Das liegt daran, dass das Fluid F" im Vorratsbehälter 2" an die Rotation des Rotors
31" ankoppelt, und das Fluid F" gemäss dem Pfeil P" gleichsinnig mit der Rotationsrichtung
3000" des Rotors 31 " insgesamt in Rotation versetzt wird, so dass sich im Behälter
ein Wirbel V" mit einer trichterförmigen Flüssigkeitsoberfläche V", auch Vortex V"
genannt, ausbildet. Da zumindest in der nähe des Rotors 31" bzw. in der Umgebung der
Mitte des Vorratsbehälters 2" der rotierende Vortex V" ungefähr die Rotationsgeschwindigkeit
des Rotors 31" annimmt, finden im Fluid F" praktisch keine Verwirbelungen mehr statt
und somit auch im wesentlichen auch keine Durchmischung des Fluids F".
[0023] Wenn also eine gute Durchmischung des Fluids F", das bevorzugt eine Suspension F",
wie zum Beispiel ein Slurry F" ist, gewährleistet werden soll, müssen unbedingt Flügel
21", wie in Fig. 2 dargestellt, vorgesehen werden, die die Ausbildung eines stabilen
Vortex V" verhindern, d.h. den rotierenden Fluidstrom brechen.
[0024] Die Nachteile der aus dem Stand der Technik bekannten Lösung für einen Mischer gemäss
Figur 2 liegen auf der Hand. Die Konstruktion ist aufwendig und unflexibel, weil die
Flügel 21" im Vorratsbehälter 2" zwingend notwendig sind. Das bedeutet nicht nur einen
höheren konstruktiven Aufwand, sondern auch einen erhöhten Aufwand bei der Wartung,
weil zum Beispiel bei Arbeiten am Motor die Flügel aufwendig entfernt und wieder eingesetzt
werden müssen. Das Reinigen der Anlage ist entsprechend erschwert und die Konstruktion
ist nicht zuletzt teuer, sowohl was die Anschaffung als auch was Reparatur- und Wartungsarbeiten
angeht.
[0025] Ein weitaus gravierender Nachteil ist jedoch die konstruktionsbedingte Unflexibilität
der aus dem Stand der Technik bekannten Vorrichtungen. Die wesentlichen Parameter,
die den Mischvorgang, und falls eine Druckleitung 41" vorgesehen ist, den Pumpvorgang
bestimmen, sind im wesentlichen durch die Geometrie der Vorrichtung bzw. der sie aufbauenden
Teile bestimmt. So lässt sich zum Beispiel die Intensität bzw. Qualität der Durchmischung
des Fluids F" und 7 oder die Pumpleistung des Rotors 31", wenn überhaupt, nur über
die Umdrehungszahl des Rotors 31" in gewissen Grenzen beeinflussen. Insbesondere die
Hydrodynamik der Durchmischung kann kaum angepasst werden, das heisst die Verteilung,
Grösse und Geometrie der Wirbel im Vorratsbehälter 2" ist durch die Geometrie der
Flügel 21 ", deren Grösse und Anordnung im Vorratsbehälter 2" sowie dessen weitere
Komponenten und Bauteile im wesentlichen festgelegt.
[0026] Eine Anpassung der Vorrichtung gemäss Fig. 2 an die Anforderungen, die unterschiedliche
Fluide F" oder unterschiedliche Mischungsbedingungen, wie zum Beispiel Temperatur,
Viskosität des Fluids F" usw. an den Durchmischungsvorgang, ist ohne erhebliche bauliche
Veränderungen nicht möglich.
[0027] Ausserdem sind der Pumpvorgang und der Durchmischungsvorgang strikt aneinander gekoppelt
und können ohne bauliche Veränderungen nicht angepasst werden.
[0028] Ausgehend vom Stand der Technik ist es daher eine Aufgabe der Erfindung, eine Rotationspumpe
und einen hydrodynamischen Mischer mit einer Rotationspumpe bereitzustellen, welche
die genannten Nachteile nicht aufweisen. Die Abgabevorrichtung soll flexibel und einfach
in der Anwendung sein und insbesondere eine ausreichende Durchmischung des Fluids
ermöglichen.
[0029] Die diese Aufgaben lösenden Gegenstände der Erfindung sind durch die Merkmale des
unabhängigen Anspruchs der jeweiligen Kategorie gekennzeichnet.
[0030] Die jeweiligen abhängigen Ansprüche beziehen sich auf besonders vorteilhafte Ausführungsformen
der Erfindung.
[0031] Die Erfindung betrifft somit eine Rotationspumpe, umfassend einen in einem geschlossenen
Pumpengehäuse angeordneten Rotor, der zum Fördern eines Fluids mit einem Antrieb in
Wirkverbindung steht, wobei am Pumpengehäuse eine Eintrittsöffnung zum Einlass des
Fluids in das Pumpengehäuse, und am Pumpengehäuse eine Austrittsöffnung zur Beförderung
des Fluids aus dem Pumpengehäuse in einen mit dem Fluid zumindest teilweise gefüllten
Vorratsbehälter vorgesehen ist. Erfindungsgemäss ist dabei die Austrittsöffnung derart
am Pumpengehäuse angeordnet und ausgestaltet, dass das Fluid aus dem Pumpengehäuse
durch die Austrittsöffnung dem Vorratsbehälter unmittelbar und leitungsfrei zuführbar
ist.
[0032] Wesentlich für die Erfindung ist somit, dass die Pumpe das Fluid durch die Austrittsöffnungen
in den Vorratsbehälter pumpt, wodurch eine Verwirbelung bzw. eine sehr gute Durchmischung
des Fluids, das insbesondere eine Suspension, wie zum Beispiel ein Slurry sein kann.
Es versteht sich, das das Fluid auch eine Emulsion oder eine Mischung aus zwei Flüssigkeiten,
insbesondere aus zwei nur schwer mischbaren Flüssigkeiten sein kann, die mit der erfindungsgemässen
Rotationspumpe im Vorratsbehälter optimal durchmischbar sind.
[0033] Insbesondere da die Durchmischung nicht durch einen rotierenden Mischer vorgenommen
wird, der am oder im Vorratsbehälter vorgesehen ist, entsteht auch kein stabiler Wirbel
oder Vortex im Vorratsbehälter, der eine gute Durchmischung des Fluids verhindert
oder zumindest massiv verschlechtert. Vielmehr wird durch das unmittelbare und leitungsfreie
direkte Pumpen des Fluids in den Vorratsbehälter durch die ein oder mehreren Austrittsöffnungen
eine optimale Durchmischung erreicht, weil einerseits der Vorratsbehälter im gesamten
Volumen durch das aus den Austrittsöffnungen in den Vorratsbehälter strömende Fluid
optimal durchmischt wird und andererseits die Austrittsöffnungen nicht mit einem externen
Förderkreis zur Förderung des Fluids aus dem Vorratsbehälter hinaus verbunden sind,
sondern unmittelbar, ohne Verbindung mit einer äusseren Leitung direkt in den Vorratstank
münden und somit einzig und allein die Funktion des Durchmischens des Fluids im Vorratsbehälter
bewerkstelligen können.
[0034] Die Austrittsöffnungen gemäss der vorliegenden Erfindung münden also grundsätzlich
unmittelbar in den Vorratsbehälter. D.h., das Fluid wird aus dem Inneren des Pumpengehäuses
durch die Austrittsöffnungen, die zum Beispiel einfach als Bohrungen, Düsen oder kleine
rohrartige Fortsätze im Pumpengehäuse ausgebildet sein können, unmittelbar in den
Vorratsbehälter zur Durchmischung des im Vorratsbehälter befindlichen Fluids geleitet,
ohne dass auf dem Weg des Fluids vom Inneren des Pumpengehäuses über die Austrittsöffnungen
in den Vorratsbehälter eine andere Nutzung des Fluidstroms möglich ist. Somit dient
der Fluidstrom aus dem Inneren des Pumpengehäuses durch die Austrittsöffnungen in
den Vorratsbehälter grundsätzlich ausschliesslich der Durchmischung des Fluids im
Vorratsbehälter.
[0035] Es hat sich dabei gezeigt, dass für die vorliegende Erfindung Rotationspumpen entscheidend
sind, da sie konstante, d.h. stationäre Druckverhältnisse liefern.
[0036] Das ist besonders wichtig, weil z.B. in der Halbleiterindustrie mit immer feineren
Suspensionen, d.h. mit Suspensionen, die Partikel mit Grössen bis hinab in den Nanometer
Bereich umfassen, gearbeitet wird, die besonders schwer zu Durchmischen sind, bzw.
bei welchen eine kontinuierlich gleich bleibende Durchmischung nur sehr schwer aufrecht
erhalten werden kann. Besonders hier, aber nicht nur hier ist es von besonderer Bedeutung,
dass konstante, d.h. stationäre Druckverhältnisse realisierbar sind, wie sie von Rotationspumpen
bereitgestellt werden.
[0037] Die Vorteile gegenüber einer aus dem Stand der Technik bekannten Vorrichtung, wie
sie zum Beispiel in Fig. 1 dargestellt ist, liegen auf der Hand. Bei dem in Fig. 1
dargestellten Beispiel ist die Durchmischung des Fluids im Vorratsbehälter durch den
Rückfluss des Mediums vernachlässigbar klein und zudem direkt mit der Intensität der
Nutzung des Fluids zwischen dem Ausgang der Pumpe und dem Rückflusspunkt in den Vorratsbehälter
verkoppelt. Wird zum Beispiel viel Fluid zwischen dem Ausgang der Pumpe und dem Vorratsbehälter
zur Nutzung, z.B. in einem Polierprozess, entnommen, so ist der Rückfluss des Fluids
in den Vorratsbehälter klein, wodurch die ohnehin schlechte Durchmischung noch weiter
reduziert wird.
[0038] Aber selbst in dem extremen Fall, wenn zwischen dem Ausgang der Pumpe in der Vorrichtung
der Fig. 2 und dem Rückflusspunkt in den Vorratstank kein Fluid entnommen wird, weil
beispielsweise keine Nutzung des Fluids stattfindet, ist die Durchmischung des Fluids
im Vorratstank durch den Rückfluss des Fluids immer noch unbrauchbar schlecht, weil
die ganze Geometrie der Anordnung natürlich auf eine optimale Belieferung der Entnahmestellen
mit Fluid zwischen dem Ausgang der Pumpe und dem Rückfluss in den Vorratstank ausgelegt
ist und nicht auf eine optimale Durchmischung im Vorratstank. Der Rückfluss des Fluids
in den Vorratstank dient eben nur der Rückführung von nicht genutztem Fluid in den
Vorratstank zurück, so dass es nicht verloren ist, sondern für eine weitere Nutzung
zur Verfügung steht.
[0039] Die Austrittsöffnungen der erfindungsgemässen Rotationspumpe dienen jedoch ausschliesslich
der optimalen Durchmischung des Fluids im Vorratstank, weil sie das Fluid unmittelbar
aus dem Inneren des an sich geschlossenen Pumpengehäuses wieder unmittelbar in den
Vorratstank zurückbefördern, so dass die Qualität der Durchmischung im Tank immer
gleich bleibend gewährleistet ist, auch wenn, wie weiter unten noch erläutert wird,
zusätzlich zu den Austrittsöffnungen am Pumpengehäuse noch eine Förderöffnung zur
Förderung eines Teils des Fluids in eine Förderleitung vorgesehen ist. Das heisst,
die Förderung des Fluids durch die Austrittsöffnungen in den Vorratstank findet unabhängig
davon statt, dass die erfindungsgemässe Rotationspumpe in speziellen Ausführungsformen
noch zusätzliche Aufgaben erfüllt, beispielsweise die gleichzeitige Förderung des
Fluids in einen äusseren Pumpkreis zur Nutzung des Fluids in einer bestimmten Anwendung,
zum Beispiel zur Politur eines Wafers.
[0040] In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist am Pumpengehäuse eine mit einer Druckleitung
verbindbare Förderöffnung zum Fördern des Fluids in die Druckleitung vorgesehen. Wesentlich
ist dabei, dass die Förderöffnung in keinem Fall identisch mit der Austrittsöffnung
am Pumpengehäuse ist, da die Beförderung des Fluids durch die Austrittsöffnung in
den Vorratsbehälter in jedem Fall vom Durchfluss des Fluids durch eine andere Öffnung
des Pumpengehäuses, zum Beispiel von der Förderung des Fluids in die Druckleitung,
in dem Sinne entkoppelt ist, dass die gesamte Menge an Fluid, die aus dem Pumpengehäuse
über die Austrittsöffnung in den Vorratsbehälter befördert wird auch unmittelbar,
das heisst leitungsfrei in den Vorratsbehälter gelangt. Es handelt sich also bei der
Austrittsöffnung und der Förderöffnung in jedem Fall um zwei verschiedene, voneinander
getrennte Öffnung im Pumpengehäuse.
[0041] In einem speziellen Ausführungsbeispiel ist die Eintrittsöffnung und / oder die Austrittsöffnung
in einem Deckel des Pumpengehäuses, insbesondere in einem demontierbaren Deckel des
Pumpengehäuses vorgesehen und können z.B. einfach durch Bohrungen und / oder kurze
röhrenartige Vorsätze, die in den Vorratsbehälter reichen, ausgebildet sein.
[0042] Im Speziellen haben die Eintrittsöffnung und / oder die Austrittsöffnung einen kreisförmigen
Querschnitt und / oder einen ovalen Querschnitt und / oder einen gestreckten Querschnitt,
insbesondere einen rechteckigen und / oder einen ringteilförmigen Querschnitt und
/ oder einen anderen Querschnitt und / oder eine Querschnittsfläche der Austrittsöffnung
ist zwischen 10% und 100%, bevorzugt zwischen 30% und 70% im Speziellen zwischen 50%
und 60% einer Querschnittsfläche der Eintrittsöffnung ist. D.h., bevorzugt ist die
Querschnittsfläche der Austrittsöffnung kleiner als die Querschnittsfläche der Eintrittsöffnung.
Dadurch kann sichergestellt werden, dass durch die Eintrittsöffnung jederzeit genug
Fluid angesaugt werden kann, um auch mehrere Austrittsöffnungen gleichzeitig mit ausreichen
Fluid zu beliefern, so dass stets eine gleichmässige und ausreichende Durchmischung
des Fluids im Vorratsbehälter gewährleistet ist. Ausserdem kann ein verhältnismässig
kleiner Durchmesser der Austrittsöffnungen dazu führen, dass das Fluid aufgrund eines
Düsen Effekts die Austrittsöffnungen mit erhöhter Geschwindigkeit verlässt, wodurch
eine gute Durchmischung im Vorratsbehälter weiter befördert wird.
[0043] Dabei kann in speziellen Fällen an der Eintrittsöffnung und / oder an der Austrittsöffnung
ein Regulierungsmittel vorgesehen sein, mit welchen der Querschnitt der Eintrittsöffnung
und / oder der Austrittsöffnung veränderbar ist, so dass der Durchfluss des Fluids
durch die Eintrittsöffnung und / oder die Austrittsöffnung durch das regulierungsmittel
regulierbar ist. Das Regulierungsmittel kann z.B. als Ventil, Blende, Shutter oder
als ein anderes Regulierungsmittel an oder in der Eintrittsöffnung und / oder der
Austrittsöffnung vorgesehen sein.
[0044] Eine weitere Optimierung der Durchmischung im Vorratsbehälter kann beispielsweise
auch dadurch erreicht werden, dass die Eintrittsöffnung und / oder die Austrittsöffnung
in Bezug auf eine Achse des Pumpengehäuses unter einem vorgebbaren Winkel geneigt
ist und / oder die Eintrittsöffnung als in Bezug auf das Pumpengehäuse nach aussen
gerichteter Eintrittsstutzen, der zum Beispiel als kurzer röhrenförmiger Fortsatz
ausgebildet sein kann, und / oder die Austrittsöffnung als in Bezug auf das Pumpengehäuse
nach aussen gerichteter Austrittsstutzen, der ebenfalls zum Beispiel als kurzer röhrenförmiger
Fortsatz ausgebildet sein kann, ausgeführt sein.
[0045] In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel weist die Rotationspumpe einen Stator zum
Antreiben des Rotors auf, wobei der Rotor bezüglich des Stators mechanisch und / oder
magnetisch, insbesondere berührungslos magnetisch gelagert ist und / oder die Rotationspumpe
als lagerloser Motor ausgestaltet ist und / oder der Rotor als Integralrotor ausgestaltet
ist und / oder der Rotor permanentmagnetisch ist.
[0046] Die Erfindung betrifft weiter einen hydrodynamischen Mischer mit einem Vorratsbehälter
zur Aufnahme eines zu mischenden Fluids, wobei eine oben beschriebe erfindungsgemässe
Rotationspumpe vorgesehen ist.
[0047] In einem Speziellen Ausführungsbeispiel ist die Rotationspumpe innerhalb des Vorratsbehälters,
insbesondere vollständig innerhalb des im Vorratsbehälter befindlichen Vorrats an
Fluid angeordnet. Das heisst, insbesondere braucht die Rotationspumpe nicht fest oder
starr mit dem Vorratsbehälter verbunden zu sein, um einen erfindungsgemässen hydrodynamischen
Mischer zu bilden.
[0048] In einem anderen Ausführungsbeispiel ist die Einstrittsöffnung der Rotationspumpe
über eine Versorgungsleitung mit einem Versorgungstank verbunden, so dass der Rotationspumpe
aus dem Versorgungstank das Fluid zuführbar ist und / oder das dem Vorratsbehälter
aus einem Zusatzbehälter ein Zusatzstoff zuführbar ist. Das heisst, die Eintrittsöffnung
der Rotationspumpe kann mit einem weiteren, extern angeordneten Versorgungstank verbunden
sein, aus dem zum Beispiel mittels Schwerkraft Fluid in die Eintrittsöffnung der Rotationspumpe
zuführbar ist, so dass das Fluid durch die Austrittsöffnung dem Vorratsbehälter zur
Durchmischung und Nachbefüllung des Vorratsbehälters zuführbar ist.
[0049] Bevorzugt, aber nicht notwendig ist die Eintrittsöffnung und / oder die Austrittsöffnung
bei einem erfindungsgemässen hydrodynamischen Mischer in einem Deckel des Pumpengehäuses,
insbesondere in einem demontierbaren Deckel des Pumpengehäuses vorgesehen, und / oder
der Deckel des Pumpengehäuses ist an einer Wandung des Vorratsbehälters, insbesondere
an einer Bodenfläche des Vorratsbehälters angeordnet, wobei im Speziellen der Deckel
einen Teil der Wandung, bevorzugt einen Teil der Bodenfläche des Vorratsbehälters
bildet.
[0050] In einem anderen Ausführungsbeispiel ist bei einem hydrodynamischen Mischer das Fluid
über die Druckleitung an eine Entnahmestelle beförderbar und / oder es ist ein Mittel
zum Steuern und / oder Regeln eines Fluidstroms, insbesondere zum Steuern und / oder
Regeln eines Füllstands im Vorratsbehälter und / oder ein Mittel zum Steuern und /
oder Regeln einer Menge an Zusatzstoff vorgesehen, wobei bevorzugt die Steuerung und
/ oder Regelung durch eine programmierbare Datenverarbeitungsanlage unterstützt bzw.
vorgenommen werden kann.
[0051] Die erfindungsgemässe Rotationspumpe und / oder der erfindungsgemässe hydrodynamische
Mischers wird dabei bevorzugt zum Bearbeiten von Suspensionen, insbesondere von Slurry,
speziell in einem CMP-Prozess bei einer Waferproduktion oder der Produktion einer
Computerfestplatte, und / oder zum Umwälzen und / oder Mischen und / oder Pumpen einer
Suspension in einem Vorratsbehälter und / oder zum Auflösen und / oder Mischen eines
Pulvers mit einem Fluid, und / oder zur Herstellung von Emulsionen, und / oder zum
Durchmischen und / oder Durchlüften eines Bioreaktors verwendet.
[0052] Dabei kann die erfindungsgemässe Rotationspumpe vor allem in solchen Fällen besonders
vorteilhaft eingesetzt werden, wo das Fluid, zum Beispiel eine Suspension wie Slurry,
zum verklumpen neigt und daher ständig in Bewegung gehalten werden muss. Die erfindungsgemässe
Rotationspumpe verhindert dabei insbesondere die Bildung von Totzonen im Vorratsbehälter,
verhindert also die Bildung von Bereichen, in denen das Fluid praktisch nicht in Bewegung
ist, wodurch sie, wie erwähnt, besonders geeignet für den Einsatz bei zur Verklumpung
neigenden Suspensionen ist.
[0053] Im Folgenden wird die Erfindung an Hand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen
in schematischer Darstellung:
- Fig. 1
- eine Mischvorrichtung aus dem Stand der Technik;
- Fig. 2
- eine bekannte Mischvorrichtung mit Flügeln zur Strömungsbrechung;
- Fig. 2a
- eine Mischvorrichtung gemäss Fig. 2 ohne Flügel zur Strömungsbrechung;
- Fig. 3a
- ein erfindungsgemässer hydrodynamischer Mischer;
- Fig. 3b
- ein Mischer gemäss Fig. 3a mit lagerlosem Motor;
- Fig. 3c
- ein Mischer gemäss Fig. 3a mit Druckleitung
- Fig. 3d
- ein Mischer gemäss Fig. 3c mit lagerlosem Motor;
- Fig. 4
- ein Vorratsbehälter mit einer erfindungsgemässen Rotationspumpe;
- Fig. 5a - e
- fünf verschiedene Ausführungsvarianten eines Deckels eines Pumpengehäuses;
- Fig. 6
- eine Abgabevorrichtung mit einer erfindungsgemässen Rotationspumpe.
[0054] Die Fig. 1, 2 und 2a beziehen sich auf den Stand der Technik und wurden eingangs
bereits eingehend diskutiert, so dass sich an dieser Stelle eine weitere Beschreibung
dieser Figuren erübrigt.
[0055] Fig. 3a zeigt in schematischer Weise ein einfaches erstes Ausführungsbeispiel eines
erfindungsgemässen hydrodynamischen Mischers.
[0056] Bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. 3a handelt es sich um einen reinen hydrodynamischen
Mischer 100, der nur zur Durchmischung des Fluid dient und nicht zur gleichzeitigen
Erzeugung einer zusätzlichen Pumpleistung, zum Beispiel in einen externen Versorgungskreis.
Der hydrodynamische Mischer 100 umfasst dabei einen Vorratsbehälter 8 zur Aufnahme
eines Fluids 4, zum Beispiel eines Slurrys 4. Der Vorratsbehälter 8 ist auf ein Pumpengehäuse
2 einer Rotationspumpe 1 montiert, so dass der Deckel 11 des Pumpengehäuses 2 eine
Bodenplatte des Vorratsbehälters 8 bildet.
[0057] Wie durch die gestrichelten Pfeile 611 angedeutet, wird im Betriebszustand durch
die Eintrittsöffnung 6 das Fluid 4 in das Pumpengehäuse 2 eingebracht und durch die
Rotationspumpe 1 durch die Austrittsöffnungen 7, wie durch die Pfeile 711 gezeigt,
in den Vorratsbehälter 8 zurückgepumpt, wodurch eine sehr gute Durchmischung des Fluids
4 im Vorratsbehälter 8 erreichbar ist.
[0058] Es hat sich dabei gezeigt, wie bereits erwähnt, dass für die vorliegende Erfindung
Rotationspumpen entscheidend sind, da sie konstante, d.h. stationäre Druckverhältnisse
liefern. Das ist besonders wichtig, weil z.B. in der Halbleiterindustrie mit immer
feineren Suspensionen, d.h. mit Suspensionen, die Partikel mit Grössen bis hinab in
den Nanometer Bereich umfassen, gearbeitet wird, die besonders schwer zu Durchmischen
sind, bzw. bei welchen eine kontinuierlich gleich bleibende Durchmischung nur sehr
schwer aufrecht erhalten werden kann. Besonders hier, aber nicht nur hier, ist es
von besonderer Bedeutung, dass konstante, d.h. stationäre Druckverhältnisse realisierbar
sind, wie sie von Rotationspumpen bereitgestellt werden.
[0059] Die Fig. 3b zeigt einen Mischer 100 gemäss Fig. 3a, der mit einem lagerlosen Motor
ausgestattet ist. Bei diesem speziellen Ausführungsbeispiel umfasst in an sich bekannter
Weise die Rotationspumpe 1 einen Stator 12 zum Antreiben des Rotors 3, wobei der Rotor
3 bezüglich des Stators 12 mechanisch und / oder magnetisch, insbesondere berührungslos
magnetisch gelagert ist. D.h. die Rotationspumpe 1 ist bevorzugt als lagerloser Motor
13 ausgestaltet, wobei im Speziellen der Rotor 3 als Integralrotor 3 ausgestaltet
sein kann und bevorzugt permanentmagnetisch ist. Eine solche Rotationspumpe 1, die
als Antrieb einen berührungslos magnetisch gelagerten Rotor 3 umfasst, ist immer dann
besonders vorteilhaft, wenn mechanisch aggressive Flüssigkeiten gepumpt werden müssen,
also Suspensionen mit mechanisch aggressiven Teilchen, die bei gewöhnlichen, mechanisch
gelagerten Pumpen sehr schnell zur Zerstörung der mechanischen Lager und anderer Komponenten
der Pumpe führen können. Aber auch wenn hochreine Flüssigkeiten oder hochempfindliche
Flüssigkeiten oder Fluide aus der Chemie, dem pharmazeutischen Bereich, der Medizin,
z.B. Blut oder andere empfindliche und / oder hochreine Stoffe gefördert werden müssen,
eignet sich der Einsatz eines lagerlosen Motors gemäss Fig. 3b bzw. gemäss Fig. 3d
in besonderer Weise.
[0060] In den Fig. 3c und Fig. 3d ist ein weiteres Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemässen
hydrodynamischen Mischers gem. Fig. 3a dargestellt, wobei bei den Ausführungsbeispielen
der Fig. 3c und 3d zusätzlich eine Förderöffnung 10 vorgesehen ist, die mit einer
Druckleitung 9 verbindbar ist, so dass durch die Rotationspumpe 1 zusätzlich ein äusseres
Tool mit Fluid versorgt werden kann. Z.B. kann das äussere Tool eine Polierstation
sein, die zum Polieren von Wafern dient oder jede andere Einrichtung sein, der das
gut durchmischte Fluid 4 zugeführt werden muss. Das Beispiel der Fig. 3d ist dabei
lediglich eine spezielle Ausführungsform gemäss Fig. 3c, welches als Rotationspumpe
1 eine Rotationspumpe 1 mit lagerlosem Motor, wie unter Fig. 3b bereits beschrieben,
umfasst. Wesentlich ist nochmals zu betonen, dass die Förderöffnung 10 und die Austrittsöffnung
7 keinesfalls identisch sind, dass diese auch nicht in umittelbarer Verbindung stehen,
wie das z.B. bei der aus dem Stand der technik bekannten Ausführung der Fig. 1 der
Fall ist, sondern das Fluid 4 nur mittelbar, z.B. über das Pumpengehäuse 2, von der
Austrittsöffnung 7 zur Förderöffnung 10, oder umgekehrt, gelangen kann.
[0061] Ebenfalls muss nochmals betont werden, dass alle erfindungsgemässen Rotationspumpen
1, Rotationspumpen 1 mit im wesentlichen geschlossenen Pumpengehäuse 2 sind, was diese
wesentlich vom Stand der Technik, wie er zum Beispiel in Fig. 2 dargestellt ist, unterscheidet.
[0062] In Fig. 4 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemässen hydrodynamischen
Mischers 100 mit Rotationspumpe 1 dargestellt, bei welchem die Rotationspumpe 1 komplett
innerhalb des Vorratsbehälters 8 platziert ist. Die Rotationspumpe 1 kann dabei am
Vorratsbehälter 8 mit in Fig. 4 nicht dargestellten Fixierungsmitteln, z.B. mit Schrauben,
fixiert sein, oder einfach ohne am Vorratsbehälter 8 fixiert zu sein, einfach im Vorratsbehälter
abgelegt sein. Bei dem speziellen Ausführungsbeispiel der Fig. 4 umfasst der Mischer
100 zusätzlich eine mit einer Druckleitung 9 verbundene Förderöffnung 10, so dass
zusätzlich zur Durchmischung des Fluids 4, was symbolisch wieder analog zu den Fig.
3a - 3d durch die Pfeile 611 und 711 dargestellt ist, mit der Rotationspumpe 1 gleichzeitig
Fluid 4 zur weiteren Verarbeitung über die Druckleitung 9 aus dem Vorratsbehälter
8 heraus beförderbar ist.
[0063] Es versteht sich, dass in einem anderen Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 4 auch eine
Rotationspumpe 1 im Vorratsbehälter 8 platziert sein kann, die keine zusätzliche Förderöffnung
10 aufweist und somit nur der Durchmischung des Fluids 4 dient.
[0064] Ausserdem ist es möglich, dass, wie in Figur 4 schematisch dargestellt, auch radiale
Eintrittsöffnungen 6 und / oder radiale Austrittsöffnungen 7 vorgesehen sein können,
was in bestimmten Fällen die Durchmischung des Fluid s4 im Vorratsbehälter 8 deutlich
verbessern kann.
[0065] Ein besonderer Vorteil der Ausführungsvariante gemäss Fig. 4 liegt natürlich in der
ausserordentlichen Flexibilität der Anordnung. Die Rotationspumpe 1 kann auf besonders
einfache Weise im Vorratsbehälter 8 platziert oder aus diesem wieder entfernt werden,
ohne dass aufwendige Montagearbeiten notwendig sind, so dass vor allem der Austausch
der Rotationspumpe 1 bzw. die Reparatur oder Wartung einer solchen Anlage besonders
einfach und kostengünstig durchführbar ist.
[0066] In den Fig. 5a - Fig. 5e sind beispielhaft fünf verschiedene Ausführungsvarianten
eines Deckels 11 eines Pumpengehäuses 2 schematisch dargestellt, die je nach Anforderung,
d.h. je nach Art oder Eigenschaft des Fluids 4, Durchmischbarkeit des Fluids 4, Grösse
oder Geometrie des Vorratsbehälters 8, oder je nach dem ob von der zugehörigen Rotationspumpe
1 zusätzlich über eine Förderöffnung 10 eine Pumpleistung in einen äusseren Kreis
geleistet werden muss oder nicht, usw., besondere Vorzüge aufweisen.
[0067] Die Eintrittsöffnung 6 und die Austrittsöffnung 7 kann wie z.B. in Fig. 5a, 5b und
5c dargestellt einen kreisförmigen Querschnitt 61, 71, oder die Austrittsöffnung 7
kann gemäss Fig. 5e einen ovalen, ringteilförmigen bzw. einen gestreckten Querschnitt
63, 73, insbesondere gemäss Fig. 5d einen rechteckigen Querschnitt 63, 73 aufweisen.
Selbstverständlich sind auch alle möglichen geeigneten Kombinationen der gezeigten
Formen, sowohl an den Eintrittsöffnungen 6 als auch an den Eintrittsöffnungen 7 möglich.
Insbesondere können mehr als eine Eintrittsöffnung 6 und mehr oder weniger als 4 Austrittsöffnungen
7, jeweils in allen möglichen Variationen und Kombinationen, vor allem, aber nicht
nur, der in den Fig. 5a - 5e gezeigten speziellen Ausführungsformen von Querschnittsflächen
61, 71 und / oder Eintrittsstutzen 6 und / oder Austrittsstutzen 7 vorteilhaft verwendet
werden. Es versteht sich, dass die Eintrittsstutzen 6 und / oder die Austrittsstutzen
7 auch erheblich in den Vorratsbehälter 8 hineinreichen können, so dass eine noch
bessere Durchmischung des Fluids 4 erreichbar ist. So können die Eintrittsstutzen
6 und / oder die Austrittsstutzen 7 z.B. durch Schläuche und / oder Rohre verlängert
sein, wobei die Schläuche oder Rohre in einer bestimmten Weise im Vorratsbehälter
8 verteilt sein können, so dass die Durchmischung noch weiter optimiert wird.
[0068] Bevorzugt ist eine Querschnittsfläche 71, 72, 73 der Austrittsöffnung 7 zwischen
10% und 100%, bevorzugt zwischen 30% und 70% im speziellen zwischen 50% und 60% einer
Querschnittsfläche 61, 62, 63 der Eintrittsöffnung 6 ist und / oder an der Eintrittsöffnung
6 und / oder an der Austrittsöffnung 7 ein in den Fig. 5a - 5e nicht dargestelltes
Regulierungsmittel vorgesehen, mit welchen der Querschnitt 61, 62, 63 der Eintrittsöffnung
6 und / oder der Querschnitt 71, 72, 73 der Austrittsöffnung 7 veränderbar ist, so
dass der Durchfluss des Fluids 4 durch eine Eintrittsöffnung 6 und / oder durch eine
Austrittsöffnung 7 regulierbar ist, bzw. auf einen vorgebbaren Wert einstellbar ist.
[0069] Selbstverständlich ist es auch möglich, dass z.B. der Winkel α, unter dem der Austrittstutzen
700 und / oder ein Eintrittsstutzen 600 gegen eine Achse A des Pumpengehäuses 2 geneigt
sein kann, durch geeignete Mittel variierbar, bzw. auf einen vorgebbaren Wert einstellbar
sein kann, wodurch zum Beispiel die Durchmischung des Fluids 4 im Vorratsbehälter
8 weiter optimierbar sein kann.
[0070] In Fig. 6 ist schliesslich schematisch eine komplette Abgabevorrichtung 1000 mit
einem erfindungsgemässen hydraulischen Mischer 100 mit Rotationspumpe 1 dargestellt.
[0071] Die Abgabevorrichtung 1000 der Fig. 6 umfasst einen Vorratstank 8 der z.B. ein Fluid
4 in Form eines Slurrys 4 enthält, das zum Beispiel zur Politur eines Wafers dient,
der in einer nicht dargestellten Poliervorrichtung poliert werden soll, die zur Zuleitung
des Fluids 4 mit der Entnahmestelle 13 in Verbindung steht. Dazu wird das Slurry 4
durch die erfindungemässe Rotationspumpe 1 aus dem Vorratsbehälter 8 über die Förderöffnung
10 in die Druckleitung 9 gepumpt, die im vorliegenden Fall als Ringleitung 90 ausgebildet
ist, so dass Fluid 4, das nicht an einer der Entnahmestellen 13 entnommen wurde, zur
weiteren Verwendung über die Ringleitung 90 und die Rücklauföffnung 80 in den Vorratsbehälter
8 zurückführbar ist.
[0072] Gemäss der vorliegenden Erfindung, wird durch die Rotationspumpe 1 das Fluid 4 im
Vorratsbehälter 8 gleichzeitig optimal durchmischt, indem in die Rotationspumpe 1,
wie bereits oben detailliert beschrieben, über die Eintrittsöffnung 6, gemäss dem
Pfeil 611, Fluid 4 in das Pumpengehäuse 2 der Roationspumpe 1 eingebracht wird und
durch die Austrittsöffnungen 7 zur Durchmischung des Fluids 4 wieder in den Tank zurückbefördert
wird.
[0073] Es versteht sich, dass alle oben beschriebenen erfindungsgemässen Ausführungsbeispiele
nur beispielhaft bzw. exemplarisch zu verstehen sind und die Erfindung insbesondere,
aber nicht nur, alle geeigneten Kombinationen der beschriebenen Ausführungsbeispiele
umfasst.
1. Rotationspumpe, umfassend einen in einem geschlossenen Pumpengehäuse (2) angeordneten
Rotor (3), der zum Fördern eines Fluids (4) mit einem Antrieb (5) in Wirkverbindung
steht, wobei am Pumpengehäuse (2) eine Eintrittsöffnung (6) zum Einlass des Fluids
(4) in das Pumpengehäuse (2) vorgesehen ist, und am Pumpengehäuse (2) eine Austrittsöffnung
(7) zur Beförderung des Fluids (4) aus dem Pumpengehäuse (2) in einen mit dem Fluid
(4) zumindest teilweise gefüllten Vorratsbehälter (8) vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Austrittsöffnung (7) derart am Pumpengehäuse (2) angeordnet und ausgestaltet
ist, dass das Fluid (4) aus dem Pumpengehäuse (2) durch die Austrittsöffnung (7) dem
Vorratsbehälter (8) unmittelbar und leitungsfrei zuführbar ist.
2. Rotationspumpe nach Anspruch 1, wobei am Pumpengehäuse (2) eine mit einer Druckleitung
(9) verbindbare Förderöffnung (10) zum Fördern des Fluids (4) in die Druckleitung
(9) vorgesehen ist.
3. Rotationspumpe nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei die Eintrittsöffnung (6) und
/ oder die Austrittsöffnung (7) in einem Deckel (11) des Pumpengehäuses (2), insbesondere
in einem demontierbaren Deckel (11) des Pumpengehäuses (2) vorgesehen sind.
4. Rotationspumpe nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Eintrittsöffnung
(6) und / oder die Austrittsöffnung (7) einen kreisförmigen Querschnitt (61, 71) und
/ oder einen ovalen Querschnitt (62, 72) und / oder einen gestreckten Querschnitt
(63, 73), insbesondere einen rechteckigen und / oder einen ringteilförmigen Querschnitt
(63, 73) und / oder einen anderen Querschnitt aufweist und / oder eine Querschnittsfläche
(71, 72, 73) der Austrittsöffnung (7) zwischen 10% und 100%, bevorzugt zwischen 30%
und 70% im speziellen zwischen 50% und 60% einer Querschnittsfläche (61, 62, 63) der
Eintrittsöffnung (6) ist und / oder an der Eintrittsöffnung (6) und / oder an der
Austrittsöffnung (7) ein Regulierungsmittel vorgesehen ist, mit welchen der Querschnitt
(61, 62, 63) der Eintrittsöffnung (6) und / oder der Querschnitt (71, 72, 73) der
Austrittsöffnung (7) veränderbar ist.
5. Rotationspumpe nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Eintrittsöffnung
(6) und / oder die Austrittsöffnung (7) in Bezug auf eine Achse (A) des Pumpengehäuses
(2) unter einem vorgebbaren Winkel (α) geneigt ist.
6. Rotationspumpe nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Eintrittsöffnung
(6) als in Bezug auf das Pumpengehäuse (2) nach aussen gerichteter Eintrittsstutzen
(600) und / oder die Austrittsöffnung (7) als in Bezug auf das Pumpengehäuse (2) nach
aussen gerichteter Austrittsstutzen (700) ausgebildet ist.
7. Rotationspumpe nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Rotationspumpe einen
Stator (12) zum Antreiben des Rotors (3) aufweist, wobei der Rotor (3) bezüglich des
Stators (12) mechanisch und / oder magnetisch, insbesondere berührungslos magnetisch
gelagert ist und / oder die Rotationspumpe als lagerloser Motor (13) ausgestaltet
ist und / oder der Rotor (3) als Integralrotor (3) ausgestaltet ist und / oder der
Rotor (3) permanentmagnetisch ist.
8. Hydrodynamischer Mischer mit einem Vorratsbehälter (8) zur Aufnahme eines zu mischenden
Fluids (4), dadurch gekennzeichnet, dass eine Rotationspumpe (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7 vorgesehen ist.
9. Hydrodynamischer Mischer nach Anspruch 8, wobei die Rotationspumpe (1) innerhalb des
Vorratsbehälters (8), insbesondere vollständig innerhalb des im Vorratsbehälter (8)
befindlichen Vorrats an Fluid (4) angeordnet ist.
10. Hydrodynamischer Mischer nach einem der Ansprüche 8 oder 9, wobei die Einstrittsöffnung
(6) der Rotationspumpe (1) über eine Versorgungsleitung mit einem Versorgungstank
verbunden ist, so dass der Rotationspumpe (1) aus dem Versorgungstank das Fluid (4)
zuführbar ist und / oder das dem Vorratsbehälter (8) aus einem Zusatzbehälter ein
Zusatzstoff zuführbar ist.
11. Hydrodynamischer Mischer nach einem der Ansprüche 8 bis 10, wobei die Eintrittsöffnung
(6) und / oder die Austrittsöffnung (7) in einem Deckel (11) des Pumpengehäuses (2),
insbesondere in einem demontierbaren Deckel (11) des Pumpengehäuses (2) vorgesehen
ist, und / oder der Deckel (11) des Pumpengehäuses (2) an einer Wandung (800) des
Vorratsbehälters (8), insbesondere an einer Bodenfläche (800) des Vorratsbehälters
(8) angeordnet ist, wobei im Speziellen der Deckel (11) einen Teil der Wandung (800),
bevorzugt einen Teil der Bodenfläche (800) des Vorratsbehälters (8) bildet.
12. Hydrodynamischer Mischer nach einem der Ansprüche 8 bis 11, wobei das Fluid (4) über
die Druckleitung (9) an eine Entnahmestelle (13) beförderbar ist und / oder Mittel
zum Steuern und / oder Regeln eines Fluidstroms, insbesondere zum Steuern und / oder
Regeln eines Füllstands im Vorratsbehälter (8) und / oder ein Mittel zum Steuern und
/ oder Regeln einer Menge an Zusatzstoff vorgesehen ist.
13. Verwendung einer Rotationspumpe (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7 und / oder eines
hydrodynamischen Mischers (100) nach einem der Ansprüche 8 bis 12 zum Bearbeiten von
Fluiden, im Speziellen Suspensionen (4), insbesondere von Slurry (4), speziell in
einem CMP-Prozess bei einer Waferproduktion oder der Produktion einer Computerfestplatte,
und / oder zum Umwälzen und / oder Mischen und / oder Pumpen einer Suspension (4)
in einem Vorratsbehälter (8) und / oder zum Auflösen und / oder Mischen eines Pulvers
mit einem Fluid (4), und / oder zur Herstellung von Emulsionen (4), und / oder zum
Durchmischen und / oder Durchlüften eines Bioreaktors.