[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vervollständigung von den Zustand eines
Verkehrsnetzes betreffenden Daten in einer Verkehrszentrale.
[0002] Verkehrsinformationssysteme erzeugen aktuelle Verkehrsinformationen, wie Verkehrsmeldungen
oder Reisezeitschätzungen und Navigationsinformationen, basierend auf zeitlich und/oder
räumlich hinsichtlich des Verkehrsnetzes unvollständigen (also lückenhaften) Meßdaten
aus stationär entlang Straßen des Verkehrsnetzes angeordneten stationären Sensoren
und/oder in im Verkehrsnetz beweglichen Fahrzeugen angeordneten Sensoren (FCD) und/oder
anderen Meßdatenquellen.
[0003] Räumliche Lücken in den Meßdaten sind dadurch bedingt, daß stationäre Sensoren und/oder
in im Verkehrsnetz beweglichen Fahrzeugen angeordnete Sensoren stets räumlich beabstandet
sind, so daß zwischen ihnen Meßdaten-Lücken auftreten.
[0004] Überdies enthalten die Meßdaten auch zeitliche Lücken, da Sensoren in der Regel nur
in bestimmten Zeitinvervallen senden, zwischen welchen keine aktuellen Meßdaten vorliegen.
Allerdings werden in in Zeitintervallen etc. übermittelten Datenpaketen in der Regel
Meßwerte übermittelt, welche neben dem nahezu aktuellen Zeitpunkt auch mehrere vergangene
Zeitpunkte und/oder (bei in Fahrzeugen angeordneten Sensoren) verschiedene Orte betreffen.
[0005] Aus der
WO 98/27525 ist ein Verfahren zur Vervollständigung von räumlichen Lücken in den Meßdaten durch
mehrfache Rückkopplung von zu vergangenen Zeitpunkten erstellten Prognosen und anderen
Daten bekannt.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Schaffung eines Verfahrens zur Vervollständigung
von zeitlich und räumlich lückenhaften, sich auf mehrere Orte und mehrere Zeitpunkte
beziehenden, den Zustand eines Verkehrsnetzes betreffenden Meßdaten. Die Aufgabe wird
durch den unabhängigen Anspruch gelöst.
[0007] Die vorliegende Erfindung ermöglicht eine räumliche und zeitliche Vervollständigung
von den Zustand eines Verkehrsnetzes betreffenden Daten in einer Verkehrszentrale.
Dabei können Meßdaten verwendet werden, die zeitlich asynchron erfaßt werden. Es können
zeitlich und räumlich im Rahmen der erforderlichen Genauigkeit lückenlose vervollständigte
Meßdaten (= Ortszustandsdaten) generiert werden, wobei dies so erfolgen kann, daß
sie in gleichen zeitlichen Intervallen (= synchron) vorliegen.
[0008] Erfindungsgemäß kann eine intelligente Vorverarbeitung vor der Erstellung von Verkehrsprognosen,
Verkehrsinformationen, Navigationsinformationen etc. erfolgen, welche im Prinzip aus
räumlich und/oder zeitlich lückenhaften Meßdaten eine räumlich und zeitlich lückenlose
Verkehrsdaten-Quelle simuliert (also virtuell erzeugt). Das Ergebnis dieser Vorverarbeitung
sind auf Straßenabschnitte (auch als Richtungsmeßquerschnitte RMQ bezeichnet) bezogene
zeitlich künstlich synchronisierte Verkehrsdaten. Diese weisen zweckmäßig ein einheitliches
Format dergestalt auf, daß sie in gleichen zyklischen Intervallen und/oder gleichen
Einheiten vorliegen; die Intervalle können beispielsweise eine Minute betragen. Bei
der Erstellung der räumlich/zeitlich lückenlosen Verkehrsdatenbasis können durch Fehlerschätzung
bei der Berechnung für die einzelnen Werte Qualitätsangaben mitgeneriert werden.
[0009] Weitere Merkmale und Vorteile ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispieles. Dabei zeigt:
- Fig. 1
- als Blockschaltbild Komponenten einer Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens,
- Fig. 2
- im Verlaufe der Zeit von einem Sensor gemessene Meßdaten, aus einer historischen Datenbank
entnommene Meßdaten und eine Fehlerabschätzung,
- Fig. 3
- als Tabelle grundsätzlich zur Vervollständigung von bestimmten Meßdatenlücken etc.
geeignete Ersatzdatenquellen.
[0010] Figur 1 verdeutlicht den Datenfluß anhand eines Blockschaltbildes einer Vorrichtung
zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0011] Die verwendeten Meßdaten umfassen von in im Verkehrsnetz beweglichen Fahrzeugen angeordneten
Sensoren erfaßte Daten 1 (FCD), von stationären Sensoren im Straßenverkehrsnetz erfaßte
Daten 2 (SES) sowie von einer anderen Verkehrsinformationszentrale 3 (VIZ) kommende
Daten (beispielsweise basierend auf Landesmeldestellen-Meldungen, Polizeifunk etc.).
[0012] Die am Ende ausgegebenen Daten 4 repräsentieren räumlich und zeitlich mit zur Weiterverarbeitung
ausreichender Genauigkeit lückenlos (aus den Daten 1 bis 3) vervollständigte Ortszustandsdaten
4. Die Ortszustandsdaten 4 (Geschwindigkeiten, Verkehrsdichte, Staus etc.) sind räumlich
dergestalt lückenlos, daß beispielsweise für eine digitale Karte des Straßenverkehrsnetzes
mit räumlichen Unterabschnitten für jeden räumlichen Unterabschnitt ein Meßdatum für
einen relevanten Zeitpunkt vorliegt, was eine einfachere und bessere Weiterverarbeitung
ermöglicht. Zeitlich lückenlos können sie beispielsweise insofern sein, daß für eine
ausreichende Zahl von vor dem aktuellen Zeitpunkt liegenden, kurz zurückliegenden
Zeitpunkten vervollständigte Meßdaten (Ortszustandsdaten) vorliegen.
[0013] Die Vervollständigung erfolgt im wesentlichen in einer Multidatenlogik MDL 5, in
welcher im wesentlichen das erfindungsgemäße Verfahren abläuft. In den Teilmodulen
M1 bis M3 6 bis 8 laufen verkehrstechnische Analyseverfahren ab, in welchen unterschiedliche
Verkehrsflußmodelle basierend auf den in der MDL 5 vervollständigten Ortszustandsdaten
verwendet und optimiert weden. Die Multimodell-Logik MML 9 verknüpft die Ergebnisse
der auf unterschiedlichen Analyseverfahren beruhenden Module M1 bis M3, insbesondere
in Form einer Zuverlässigkeits-/Glaubwürdigkeits-Analyse und -Auswahl.
[0014] Die Simulationskomponente SIM 10 berechnet aufgrund der von der Multimodell-Logik
9 erzeugten Daten eine Prognose für die Zukunft, wobei diese Zukunft eine auf die
Daten bezogene Zukunft sein kann; für zu einem vergangenen Zeitpunkt erfaßte (und
in MDL vervollständigte) Meßdaten ist die Zukunft gegenüber deren Erfassungszeitpunkt
zu sehen, kann also auch die jetzige Gegenwart oder einen zwischen der Erfassung und
der jetzigen Gegenwart liegenden Zeitpunkt betreffen (sie kann jedoch auch einen gegenüber
der jetzigen Gegenwart künftigen Zeitpunkt betreffen). Bei einer Zukunftsprognose,
ausgehend von zu einem vergangenen Zeitpunkt erfaßten Maßdaten für eine gegenüber
deren Erfassungszeitpunkt liegende Zukunft, welche vor der aktuellen Gegenwart liegt,
ist eine optimierte Ausnutzung gemessener Meßdaten durch eine genauere Ablaufanalyse
von Vorgängen (Staubildung etc.) im Straßenverkehrsnetz möglich. Die Komponente HPR
11 generiert aus den von der MML 9 erzeugten aktuellen Daten Ganglinien (also zeitliche
Verläufe der Meßdaten) und versucht, den Zusammenhang zwischen Verkehrszuständen und
bestimmten Selektionsmerkmalen zu lernen. Die Ergebnisse der Simulationskomponente
10 werden über eine Rückkopplungseinheit RER in die Multidatenlogik rückgekoppelt
zur Optimierung der (neben 1 bis 3) in die MDL einfließenden Meßdaten-Basis.
[0015] Die von der Komponente HPR generierten Ganglinien und Zusammenhänge zwischen Verkehrszuständen
und Selektionsmerkmalen werden (über ein hier nicht dargestelltes Modul ZYR) ebenfalls
als Eingang in die Multidatenlogik 5 eingekoppelt.
[0016] Basierend auf den Augsangsdaten der SIM 10, der MML 9 und der HPR 11 werden in einer
Datenfusionseinheit 14 Daten erstellt, welche aktuelle und/oder prognostizierte Verkehrszustände
von Abschnitten des Straßenverkehrsnetzes repräsentieren.
[0017] Eine Grundidee der MDL 5 besteht darin, aus räumlich und/oder zeitlich unvollständig
eingehenden Meßdaten 1 bis 3 (von Sensoren etc.) durch Vervollständigung eine räumlich
und zeitlich lückenlose und zeitlich synchrone Meßdatenquelle zu simulieren, um eine
einfache hochwertige Weiterverarbeitung (für Verkehrsmeldungen, Prognosen, Navigationshinweise
etc.) zu ermöglichen.
Figur 2 verdeutlicht die Problematik bei eingehenden Meßdaten aufgrund einer Meßdatenhistorie.
In Figur 2 zeigt die nach rechts weisende Achse die Zeit und die nach oben weisende
Achse die Geschwindigkeit. Die durchgezogene Linienfolge zeigt zu verschiedenen Zeitpunkten
mit einem stationären Sensor (SES) an einer Position im Straßenverkehrsnetz erfaßte
Fahrzeugdurchschnittsgeschwindigkeiten (beispielsweise alle Fahrzeuge in einer Minute).
Die vom Sensor erfaßten Meßdaten betreffen mehrere bezüglich des jetzigen Zeitpunktes
vergangene, hintereinanderliegende und kurz zurückliegende Zeitpunkte; diese Meßdaten
werden derart eingebunden, daß ihr zeitlicher Verlauf einer Analyse unterworfen wird
und zur Vervollständigung anderer Meßdaten verwendet wird.
[0018] Anschaulich erklärt sich dies beispielsweise anhand eines Fahrzeuges, welches zu
einem Zeitpunkt einen Sensor an einem Ort passiert und nach einer gewissen Zeit an
einem anderen Ort hinter dem Sensor eine bestimmte (gleiche oder bei Staus etc. andere
bestimmbare) Geschwindigkeit hat. Aus verschiedenen Geschwindigkeiten von Fahrzeugen
zu mehreren Zeitpunkten am Ort des Sensors kann somit auf vermutete (als Meßwert nicht
vorliegende) Geschwindigkeiten der Fahrzeuge an Orten hinter dem Sensor wie auch (bei
sich ausbreitenden Staus vor dem Sensor) geschlossen werden.
[0019] Neben Daten von stationären Sensoren kann dies auch mit von im Verkehr mitschwimmenden
Fahrzeugen implementierten Meßsensoren generierten Meßdaten erfolgen; diese Meßdaten
sind ebenfalls unvollständig, da sie nur unter bestimmten Bedingungen und/oder in
bestimmten Zeitintervallen übermittelt werden; auch diese Meßdaten aus Fahrzeugen
werden in der Regel als Paket übermittelt, wobei in einem Paket mehrere Durchschnittsgeschwindigkeiten
(des Fahrzeuges) an verschiedenen Orten (entlang einer vom Fahrzeug befahrenen Straße)
zu verschiedenen Zeitpunkten (den Meßzeitpunkten) auf dem Weg entlang der Straße enthalten
sind.
[0020] Figur 3 verdeutlicht beispielhaft als Tabelle, daß unterschiedlich bedingte Lücken
in eingehenden unterschiedlichen generierten Meßdaten mit unterschiedlichen Ersatzdatenquellen
vervollständigt werden können. Meßdatenlücken in von stationären Detektoren im Verkehrsnetz
erzeugten Meßdaten (SES) können mit Ersatzdatenquellen aus historischen Datenbanken
(HPR in Figur 1) und Verkehrsanalysesystem (VAS in Figur 1) vervollständigt werden,
wobei auch die Meßdatenqualität durch eine Fehlerschätzung (LOS-Schätzung) möglich
ist. Datenausfälle in von einer anderen Verkehrsinformationszentrale (welche auf Landesmeldestellen,
Polizeimeldungen etc. Zugriff hat) kommenden Daten und Daten von einem Sensorerfassungssystem
können beispielsweise auch aus einer historischen Datenbank HPR vervollständigt werden.
[0021] Wenn bei einem Sensor Erfassungssysteme nur bestimmte Spuren (= Fahrbahnen) zu einer
Straße überwacht werden, können nicht überwachte Spuren durch einen Spurschätzer,
welcher aufgrund von Erfahrungswerten aus überwachten Spuren auf nicht überwachte
Spuren schließen kann, vervollständigt werden.
[0022] Nicht überwachte Knoten eines Verkehrsnetzes, wie Ein- und Ausfahrten können zwischen
verschiedenen Meßstellen eines Sensorerfassungssystems unbekannte Werte für Durchschnittsgeschwindigkeiten
und/oder Fahrzeugzahlen bedingen, wobei diese unbekannten Faktoren - soweit verfügbar
-ebenfalls durch historische Datenbanken relativ genau vervollständigbar sind.
[0023] Ein LOS-Schätzer (beispielsweise gemäß Figur 3), ist als Ersatzdatenquelle verwendbar.
Wenn das Meldeverhalten von stationären Detektoren (SES) im Straßenverkehrsnetz vorsieht,
daß sich ein Detektor stets dann meldet, wenn ein Wechsel zwischen definierten Geschwindigkeitsbereichen
in den von ihm gemessenen Meßdaten sicher stattgefunden hat (lokales Übertragungskriterium)
und dies dem LOS-Schätzverfahren bekannt ist, kann bei jeder Übermittlung eines Datentelegramms
(Prognose-Zeitpunkt) von einem Detektor anhand des übermittelten LOS betreffend die
Straße eine Prognose für die mittlere Geschwindigkeit getroffen werden. Die Prognosegüte
ist durch die halbe Breite des LOS garantiert, wenn der Prognosewert mit dem Mittelwert
des LOS gleichgesetzt wird. Als LOS (Level of Service) wird dabei die Qualität einer
Straße in Form der auf ihr fahrbaren Geschwindigkeit bezeichnet. Eine mögliche Einteilung
ist von LOS 1 (schlecht, 0 bis 30 km/h), LOS 2 (mittel, 30 bis 60 km/h), LOS 3 (gut,
60 bis 90 km/h), LOS 4 (sehr gut, > 90 km/h).
[0024] Die Prognosegüte einer Prognose ist durch die halbe Breite des Geschwindigkeitsbereichs
eines LOS garantiert (beispielsweise 0 bis 30 km/h); wenn der Prognosewert mit dem
Mittelwert (in dem Falle beispielsweise 15 km/h) des LOS gleichgesetzt wird, da bei
stärkeren Abweichungen ein erneutes Datentelegramm des Detektors übersandt würde.
Das LOS-Schätzverfahren kann auch dazu benutzt werden, eine aktuell im System für
einen Richtungsmeßquerschnitt (bei stationären Detektoren beispielsweise ein Meßort
in Form einer Brücke) vorliegende (den Zeitverlauf repräsentierende) Ganglinie in
den aktuellen LOS-Berech zu verschieben, falls eine Abweichung des letzten aktuellen
Meßwertes von einer für den Meßquerschnitt aktuell gültigen Ganglinie existiert. Zum
Unterschied des letzten aktuellen Meßwertes der Geschwindigkeit der SES-Daten kann
die Differenz zu dem Ganglinienwert des entsprechenden Intervalls gebildet werden
und der Ganglinienwert für die Geschwindigkeit um diese Differenz verschoben werden.
[0025] Falls sich die Geschwindigkeitsganglinie eines Straßenverkehrsabschnittes über der
oberen Grenze eines LOS-Bereichs befindet, müssen die Geschwindigkeiten der Ganglinie
abgesenkt werden, wenn sich die Geschwindigkeitsganglinie unter der unteren Grenze
des LOS-Bereichs befindet, müssen sie angehoben werden.
[0026] Die zeitliche Abfolge, in der die Meß- und Ersatzdaten bereitgestellt werden, verdeutlicht
sich anhand Figur 2.
[0027] Zum Zeitpunkt t1 (bei Tagesbeginn) wird von dem Ganglinien-Managementsystem HPR die
erste Ganglinie für den Detektor (von welchem das dargestellte SES-Diagramm kommt)
übermittelt. Wenn dies nicht der Fall ist, kann zur Datenvervollständigung die Ganglinie
des Vortages verwendet werden, falls sie persistent im HPR gespeichert ist.
[0028] Zum Zeitpunkt t2 übermittelt dieser Detektor mehrere vergangene Zeitpunkte betreffende
Meßdaten (also eine Meßdatenhistorie) aufgrund eines LOS-Wechsels (Durchschnittsgeschwindigkeitsänderung
auf einem Straßenabschnitt wie oben angegeben), und der LOS-Schätzer übermittelt auf
der Basis dieser Daten eine Prognose für künftige Zeitpunkte.
[0029] Zum Zeitpunkt t3 übermittelt der Detektor aufgrund eines erneuten LOS-Wechsels des
von ihm beobachteten Straßenabschnittes einen weiteren Satz Meßdaten (weitere Meßdatenhistorie),
und der LOS-Schätzer erstellt hierauf basierend eine neue Prognose.
[0030] Zum Zeitpunkt t4 aktualisiert das Ganglinien-Managementsystem HPR die zu Tagesbeginn
(t1) gelieferte Ganglinie. Die neue Ganglinie beschreibt das Verkehrsgeschehen wirklich
besser als die alte Ganglinie, da dem Teilsystem HPR zur Selektion der Ganglinie mehr
Informationen vorliegen.
[0031] So können Lücken in den Meßdaten durch einen Rückgriff aus Ersatzdaten aus der historischen
Datenquelle HPR beseitigt werden.
[0032] Bei sich widersprechenden Daten aus unterschiedlichen Quellen (beispielsweise aktualisierten
Ganglinien/alten Ganglinien, LOS-Schätzungen/aktuellen Ganglinien, Meßdatenhistorien/aktuellen
Sensormeßdaten) ist ein Auswahlprozeß aufgrund der Meßdatenqualität ausführbar. Dabei
kann die Datenquelle ausgewählt werden, für welche die meisten Meßdaten vorliegen,
bzw. bei Fehlen von Meßdaten die Ersatzdaten mit der geringsten berechneten Fehlerwahrscheinlichkeit.
[0033] Die vervollständigten Daten können beispielsweise auf Zeitintervalle der Länge 1
min. transformiert werden.
1. Verfahren zur Vervollständigung von den Zustand eines Verkehrsnetzes betreffenden
Daten in einer Verkehrszentrale,
wobei zu mehreren Messorten im Verkehrsnetz mehrere Zeitpunkte innerhalb eines sich
ab dem jetzigen Zeitpunkt zeitlich rückwärts erstreckenden Zeitraumes betreffende
Messdaten zum Zustand des Verkehrsnetzes an den Messorten vorliegen,
wobei aus dem zeitlichen Werte-Verlauf mehrerer zu vergangenen Zeitpunkten erfasster
Messdaten zu einem Messort auf den aktuellen Zustand des Verkehrsnetzes repräsentierende
Ortszustandsdaten zumindest an Orten geschlossen wird, für welche Orte keine Messdaten
vorliegen, durch Verwendung von heuristischen Ganglinien bei nicht überwachten Ein-und
Ausfahrten,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eines der folgenden Verfahren zur Simulation zeitlich vollständiger s.u.
Messdaten angewandt wird:
- "level of service"-Schätzung bei zeitlichen Lücken stationärer Sensoren,
- Verwendung gemäß "level of service"-Schätzung verschobener Ganglinien bei dauerhaften
Ausfällen stationärer Sensoren.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Zustand mehrerer Straßenabschnitte bestimmt wird.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß Meßdaten von an Straßen des Verkehrsnetzes stationär angeordneten Sensoren erfaßt
werden.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Meßdaten Durchschnittsgeschwindigkeiten mehrerer Fahrzeuge an einer Stelle und/oder
die Anzahl von die Stelle passierenden Fahrzeugen pro Zeiteinheit umfassen.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß Meßdaten von in in Verkehrsnetzen beweglichen Fahrzeugen angeordneten Sensoren (FCD)
erfaßte werden.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Meßdaten Geschwindigkeiten jeweils eines Fahrzeuges umfassen.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die den Zustand des Verkehrsnetzes an Orten ohne Meßdaten repräsentierenden Ortszustandsdaten
so generiert werden, daß sie für jeden Ort und für gleiche Zeitintervalle, insbesondere
für gleiche Zeitintervalle, wie die Erfassungsintervalle von Sensoren, vorliegen.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die den Zustand des Verkehrsnetzes an Orten ohne Meßdaten repräsentierenden Ortszustandsdaten
mittlere Fahrzeuggeschwindigkeiten und/oder Reisezeiten in jeweils einem Straßenabschnitt
des Verkehrsnetzes repräsentieren.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die den Zustand des Verkehrsnetzes an Orten ohne Meßdaten repräsentierenden Ortszustandsdaten
die Zahl der Fahrzeuge in jeweils einem Straßenabschnitt des Verkehrsnetzes repräsentieren.
1. A method of completing data relating to the state of a traffic network, in a traffic
centre,
wherein, at a plurality of measurement locations in the traffic network, measurement
data relating to the state of the traffic network at the measurement locations are
available at a plurality of times within a time period extending temporally backwards
from the current time,
wherein location-state data representing the current state of the traffic network
are deduced from the path of temporal values of a plurality of measurement data detected
at past times at a measurement location, at least at locations for which no measurement
data are available, by using heuristic progress lines at non-monitored approach and
exit roads,
characterised in that
at least one of the following methods for simulation of temporally complete measurement
data is applied;
- "level of service" estimate for temporal gaps of stationary sensors,
- use of progress lines displaced according to "level of service" estimate in the
event of permanent failures of stationary sensors.
2. A method according to Claim 1,
characterised in that
the state of a plurality of road sections is determined.
3. A method according to one of the preceding claims,
characterised in that
measurement data are detected by stationary sensors arranged on roads of the traffic
network.
4. A method according to one of the preceding claims,
characterised in that
the measurement data include average speeds of a plurality of vehicles at one point
and/or the number of vehicles passing the point per unit time.
5. A method according to one of the preceding claims,
characterised in that
measurement data are detected by sensors (FCD) arranged on vehicles moving in traffic
networks.
6. A method according to one of the preceding claims,
characterised in that
the measurement data include speeds of a respective vehicle.
7. A method according to one of the preceding claims,
characterised in that
the location-state data representing the state of the traffic network at locations
without measurement data are generated such that they are available for each location
and for identical time intervals, particularly for identical time intervals to the
detection intervals of sensors.
8. A method according to one of the preceding claims,
characterised in that
the location-state data representing the state of the traffic network at locations
without measurement data represent average vehicle speeds and/or journey times within
a respective road section of the traffic network.
9. A method according to one of the preceding claims,
characterised in that
the location-state data representing the state of the traffic network at locations
without measurement data represent the number of vehicles within a respective road
section of the traffic network.
1. Procédé destiné à compléter des données concernant l'état d'un réseau routier dans
un central de circulation, des données de mesure concernant plusieurs moments à l'intérieur
d'un laps de temps s'étendant à rebours dans le temps à partir du moment présent,
et concernant l'état du réseau routier aux lieux de mesure, étant enregistrées à plusieurs
lieux de mesure sur le réseau routier, des données d'état de lieu représentant l'état
actuel du réseau routier étant déduites à partir de l'évolution dans le temps de valeurs
de plusieurs données de mesure enregistrées à des moments passés à un lieu de mesure
au moins pour les lieux pour lesquels il n'existe aucune donnée de mesure, en utilisant
des courbes d'évolution heuristiques pour les bretelles d'entrée et de sortie non
surveillées,
caractérisé en ce que l'on utilise au moins l'un des procédés suivants pour simuler des données de mesure
complètes dans le temps :
- évaluation de LOS (level of service) dans le cas de capteurs fixes présentant des
lacunes temporelles,
- utilisation de courbes d'évolution déplacées suivant l'évaluation de LOS dans le
cas de capteurs fixes présentant des manques durables.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que l'on détermine l'état de plusieurs tronçons de route.
3. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que des données de mesure sont enregistrées par des capteurs agencés de façon fixe sur
des routes du réseau routier.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que les données de mesure comprennent les vitesses moyennes de plusieurs véhicules à
un endroit et/ou le nombre de véhicules passant à cet endroit par unité de temps.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que des données de mesure sont enregistrées par des capteurs (FCD) agencés dans des véhicules
se déplaçant sur des réseaux routiers.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que les données de mesure comprennent les vitesses d'un véhicule.
7. -Procédé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que les données d'état de lieu représentant l'état du réseau routier à des endroits ne
disposant pas de données de mesure sont générées de telle sorte qu'elles sont à disposition
pour chaque endroit et pour des intervalles de temps identiques, en particulier pour
des intervalles de temps identiques tels que les intervalles d'enregistrement des
capteurs.
8. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que les données d'état de lieu représentant l'état du réseau routier à des endroits ne
disposant pas de données de mesure représentent des vitesses de véhicule et/ou des
temps de trajet moyens sur à chaque fois un tronçon de route du réseau routier.
9. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que les données d'état de lieu représentant l'état du réseau routier à des endroits ne
disposant pas de données de mesure représentent le nombre de véhicules sur à chaque
fois un tronçon de route du réseau routier.