Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Brennstoffversorgung eines Vormischbrenners,
der wenigstens eine, einen sich axial erstreckenden Vormischbrennerraum wenigstens
teilweise begrenzende Brennerschale aufweist, zum Betrieb einer Gasturbine, mit einer,
in den Vormischbrennerraum über die Brennerschale gerichteten Premixgaszuführung,
wobei das Premixgas mit Verbrennungszuluft vermischt und stromab, außerhalb des Vormischbrenners
entzündet wird.
Stand der Technik
[0002] Vormischbrenner der vorstehend genannten Gattung sind zum Betrieb von Gasturbinenanlagen
hinlänglich bekannt und weisen unterschiedliche Vormischbrennergeometrien auf. So
ist in der
EP 0 321 809 B1 ein aus mehreren Brennerschalen bestehender kegelförmiger Vormischbrenner, ein sogenannter
Doppelkegelbrenner beschrieben, dessen Brennerschalen derart zusammengesetzt sind,
dass entlang der Brennerachse tangentiale Lufteintrittsschlitze für die Verbrennungszuluft
gebildet werden. An den hierdurch gebildeten Einströmkanten der Brennerschalen sind
Austrittsöffnungen für das Premixgas vorgesehen, die in Richtung der Brennerachse
verteilt angeordnet sind. Die Eindüsung des Premixgases durch die Austrittsöffnungen
entlang der Einströmkanten der Brennerschalen führt aufgrund der Brennerschalengeometrie
in Verbindung mit der Brennungszuluft zu einer drallförmigen Durchmischung des Premixgases
sowie der Verbrennungszuluft.
[0003] Eine andere Vormischbrennergeometrie ist in der
WO 93/17279 gezeigt, bei der der Vormischbrenner mit einem zusätzlich konischen Innenkörper ausgebildet
ist. Auch in diesem Fall wird das Premixgas über entsprechende Austrittsöffnungen,
die entlang der axial verlaufenden Lufteintrittsschlitze angeordnet sind, in das Innere
des Vormischbrenners eingespeist, wo das Premixgas mit Verbrennungszuluft durchmischt
und stromab innerhalb der Brennkammer zur Zündung gebracht wird.
[0004] Nun ist es möglich, durch geeignete Wahl der Anordnung, Größe, Anzahl der Austrittsöffnungen
sowie deren gegenseitiger Abstand hinsichtlich der Qualität der Verbrennung Optimierungen
vorzunehmen. So können insbesondere die Emissionswerte, das Auslöschverhalten der
sich in der Brennkammer ausbildenden Flamme, das Flammenrückströmverhalten sowie die
Flammenstabilität durch geeignete Wahl der vorstehend genannten Parameter entscheidend
beeinflusst werden.
[0005] Die vorstehend beschriebenen Optimierungsmöglichkeiten stoßen jedoch schnell auf
Grenzen, sofern man Maßnahmen ergreifen möchte um das Brennerverhalten nicht nur bei
einer fest vorgegebenen Brennergeometrie sowie bei einem idealen Verbrennungszustand
zu optimieren. So ist es nahezu unmöglich mit einer konstruktiv vorgegebenen Anordnung
von Austrittsöffnungen entlang bestimmter Bereiche der Brennerschalen das Verbrennungsverhalten
bei unterschiedlichen Last- und Umgebungsbedingungen auf einem nahezu gleichbleibend
optimalen Niveau zu halten. Es hat sich herausgestellt, dass sich eine optimierte
Anordnung von Austrittsöffnungen für die Premixgaszuführung innerhalb des Vormischbrenners,
der für den Einsatz eines bestimmten Maschinentyps optimal ausgelegt worden ist, beispielsweise
für den Einsatz an einer Ringbrennkammer, nur schlecht oder überhaupt für den Einsatz
eines anderen Maschinentyp, beispielsweise für den Einsatz in einer Silo-Brennkammer,
verewenden lässt.
[0006] Auch treten im Laufe des Einsatzes eines Brenners schleichende Brennersystemveränderungen
auf, die durch Ermüdungserscheinungen hervorgerufen werden und beispielsweise zu einer
Erhöhung von Lekage-Luftströmungen führen. Durch die fest vorgegebene Anordnung der
Premixgasdurchtrittsöffnungen, die selbst keine oder nur vernachlässigbare Alterungserscheinungen
unterworfen sind, können die alterungsbedingten Veränderungen jeodch nicht kompensiert
werden, wodurch eine Verschlechterung des Verbrennungsprozesses mit zunehmender Laufzeit
des Brenners unausweichbar ist.
[0007] Bestehende Premixgaszuführsysteme werden in der Regel für den mittleren und hohen
Lastbereich von Gasturbinen hinsichtlich niedriger Emissionswerte und gedämpftem Auftreten
von Verbrennungsoszillationen optimiert. Um den Verbrennungsprozess zu starten sowie
den mittleren Lastbereich der Gasturbine zu erreichen, werden üblicherweise Pilotierungsstufen
eingesetzt. Üblicherweise wird mittig zur Vormischbrennerachse über eine Brennerlanze
Pilotgas in das Innere des Vormischbrenners eingespeist, das sich mit Verbrennungszuluft
mischt und zur Zündung gebracht wird. Erst nach Erreichen eines bestimmten Lastbereiches
wird die Pilotgaszuführung ausgeschaltet und die Premixgaszufuhr in Betrieb genommen
werden. In gleicher Weise erfolgt eine derartige Umschaltung beim Herunterfahren der
Gasturbine, bei der die Premixgaszufuhr abgeschaltet und die Pilotgaszuführung eingeschaltet
wird. Bei den Umschaltprozessen treten jedoch hohe Verbrennungsoszillationen innerhalb
des Brennersystems auf, die mit starken Druckschwankungen verbunden sind, die wiederum
eine unmittelbare und störende Auswirkung auf das Lastverhalten der Gasturbine nach
sich zieht, die in Folge dessen großen Lastschwingungen unterworfen wird.
[0008] Wird ein Gaszuführungssystem sowohl beim Hoch- als auch beim Herunterfahren der Gasturbine
abgeschaltet, so ist es erforderlich, die abgeschalteten Gaszufuhrleitungen mit Inert-Gas
zu reinigen, um Rückzündungen in die Zuführleitung hinein auszuschließen um deren
Beschädigungen zu vermeiden. Die zur Reinigung der-Gaszuleitung benötigte Menge an
Inert-Gasen nimmt ein beträchtliches Ausmaß an und führt nicht zuletzt auch zu hohen
Betriebskosten derartiger Brennersystemen.
[0009] Schließlich ist es mit den derzeit bekannten Vormischbrennern nahezu unmöglich, den
Vormischbrenner mit unterschiedlichen Brennstoffsorten, wie beispielsweise flüssig-
oder gasförmigem Brennstoff, zu betreiben, zumal die in der Regel mittig in der Brennerachse
angeordnete Brennerlanze zur Zuführung von Pilotgas, das wie vorstehend erwähnt zum
Hochfahren der Gasturbine sowie für den unteren Lastbereich erforderlich ist, in unmittelbarer
räumlicher Nähe zur zentralen Flüssigbrennstoffdüse angeordnet ist. Ungewollte Zündwechselwirkungen
zwischen beiden Brennstoffauslässen können nicht ausgeschlossen werden.
[0010] Die beiden Schriften
DE-A1-44 46 945 und
EP-A1-0 592 717 offenbaren gasbetriebene Vormischbrenner, bei denen Verbrennungsluft zumindest annähernd
tangential in den Vormischraum des Brenners eingeführt wird. Brennstoff wird über
eine Mehrzahl von in Längsrichtung des Vormischraums aufgereihte Düsen eingespritzt
und mit der Verbrennungsluft vermischt. Die Düsen sind dabei in mindestens zwei Gruppen
mit unterschiedlicher Brennstoffzufuhr unterteilt.
Darstellung der Erfindung
[0011] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur
Brennstoffversorgung eines Vormischbrenners gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1
derart weiter zu bilden, dass die vorstehend zum Stand der Technik angeführten Nachteile
vermieden werden sollen. Insbesondere gilt es Maßnahmen am Vormischbrenner zu treffen,
so dass eine optimierte Anpassung des Vormischbrennerverhaltens im gesamten Lastbereich
der Gasturbine möglich wird. Dies soll insbesondere ohne großen technischen und konstruktiven
Aufwand erfolgen und mit nur geringen Kosten realisierbar sein.
[0012] Die Lösung der der Erfindung zugrunde liegenden Aufgabe ist im Anspruch 1 angegeben.
Den Erfindungsgedanken vorteilhaft weiterbildende Merkmale sind Gegenstand der Unteransprüche
sowie der Beschreibung, insbesondere unter Bezugnahme auf die Figuren zu entnehmen.
[0013] Die der Erfindung zugrunde liegenden Idee ist die axiale gestufte Zuführung von Premixgas
entlang der Flanken der Brennerschalen, indem die Brennerschalen in wenigstens zwei
axial hintereinander angeordnete Bereiche unterteilt sind, die jeweils über getrennt
voneinander geführte Premixgaszuleitungen versorgt werden. Die voneinander getrennten
Bereiche entlang der Brennerschalen sind in Durchströmungsrichtung des Vormischbrenners
axial hintereinander angeordnet, wobei erfindungsgemäß erkannt worden ist, dass zum
Anfahren der Gasturbine mehr als 60 % der gesamten Premixgaszuführung über den stromauf
ersten Bereich erfolgen soll und das für das weitere Hochfahren der Last der Gasturbine
bis Volllast eine stufen-weise oder kontinuierliche Umverteilung der Premixgaszuführung
auf die stromab nach dem ersten Bereich angrenzende Bereiche erfolgt.
[0014] Durch die axiale Unterteilung der Premixgaszuführung entlang der Brennerschalen des
Vormischbrenners und insbesondere der stufenweise Versorgung der einzelnen Bereiche
mit Premixgas ist es möglich, vollständig auf die Zufuhr von Pilotgas zu verzichten,
selbst im Falle des Anfahrens sowie in unteren Lastbereichen der Gasturbine.
[0015] Durch den Verzicht auf eine Pilotgasstufe sind eine Reihe von Vorteilen verbunden,
die sich nicht zuletzt durch den Wegfall der durch die Umschaltung von Pilotgas zu
Premixgaszufuhr verbundenen Brennkammeroszillationen ergeben.
Mit der erfindungsgemäßen Betriebsweise eines Vormischbrenners ist es erstmals möglich,
eine Gasturbine vom Anfahren bis zur Volllast ohne eine Pilotgasstufe zu betreiben.
Das kontinuierliche bzw. stufenhafte Zuschalten einzelner Bereiche, über die Premixgas
in das Innere des Vormischbrenners gelangen, erfolgt mit Hilfe in den einzelnen Zuleitungen
vorgesehenen Steuer- bzw. Regeleinheiten, die im einfachsten Fall als regelbare Drosselventile
ausgebildet sind.
[0016] Durch den vorteilhaften Verzicht auf eine Pilotgaszufuhr ist es insbesondere möglich,
durch eine zentrale, in den Brennermund hineinragende Einspritzdüse, Flüssigbrennstoff
zu zerstäuben, der seinerseits in geeigneter Weise mit einem schlauchförmig ausgebildeten
Verbrennungsluftstrom umgeben ist.
[0017] Eine erfindungsgemäß ausgebildete Ausführungsform zur gezielten Zuflussregelung von
Premixgas für die in unterschiedliche Bereiche unterteilte Brennerschalen des Vormischbrenners
wird auf die nachstehende Beschreibung unter Bezugnahme auf die Figuren verwiesen.
Wesentliche Gesichtspunkte des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die getrennte, dosierte
Premixgaszuführung zu den einzelnen, axial hintereinander angeordneten Bereichen entlang
der Brennerschalen, durch die das Premixgas in das Innere des Vormischbrenners eingedüst
wird.
Kurze Beschreibung der Erfindung
[0018] Die Erfindung wird nachstehend ohne Beschränkung des allgemeinen Erfindungsgedankens
anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnung exemplarisch beschrieben.
Es zeigen:
- Figur 1
- schematische Querschnittsdarstellung durch einen kegelförmig ausgebildeten Vormischbrenner,
- Figur 2
- Diagrammdarstellung zur Betriebsweise der in Figur 1 dargestellten Ausführungsform,
- Figur 3
- schematisierter Plan zum Verlauf von Zufuhrleitungen zur Versorgung des Vormischbrenners
mit Premixgas, .
- Figur 4
- Ausführungsbeispiel eines Regelventils.
Wege zur Ausführung der Erfindung, gewerbliche Verwendbarkeit
[0019] In Figur 1 ist eine schematisierte Darstellung eines Längsschnittes durch einen kegelförmig
ausgebildeten Vormischbrenner dargestellt. Der Vormischbrenner weist kegelförmig ausgebildete
Brennerschalen 1, 2 auf, entlang derer in Axialrichtung zur Brennerlängsachse A Austrittsöffnungen
3 vorgesehen sind, durch die Premixgas in das Innere des Vormischbrenners eingespeist
werden kann. Die Brennerschalen 1, 2 sind in zwei unterschiedlich getrennte Bereiche
Stufe S1, Stufe S2 unterteilt, die von unterschiedlichen Premixgaszuleitungen 4, 5
mit Premixgas versorgt werden. Gleichsam tangential in Richtung der Kegelform wird
durch nicht in der Figur 1 dargestellte Lufteintrittsschlitze Zuluft in das Innere
des Vormischbrenners geführt, die sich mit dem Premixgas 6 zu einem Brennstoffluftgemisch
vermengt.
[0020] Optional kann im Zentrum des Vormischbrenners eine Flüssigbrennstoffzerstäubungsrichtung
7 vorgesehen sein, die einen Mischbetrieb bzw. ein Umschalten von gasförmigem Brennstoff
zu Flüssigbrennstoff erlaubt. Die Zufuhr von Flüssigbrennstoff erfolgt mit Hilfe einer
an sich bekannten Zerstäubungsdüse, die eine sich kegelförmig ausbreitende Zerstäubungswolke
innerhalb des Vormischbrenners erzeugt. Zum Schutz gegenüber der Premixaustrittsöffnungen
3 sowie zu Zwecken der Formstabilisierung wird die sich ausbreitende Flüssigbrennstoffwolke
von einem Schutzluftmantel umgeben.
[0021] Zum Anfahren der Gasturbine, das heißt zum Zünden des Vormischbrenners wird nicht
wie bei dem Stand der Technik üblich eine Pedotierung vorgenommen, sondern in dem
Ausführungsbeispiel dargestellten zweistufigen Vormischbrennereinheit wird jeder Bereich
der Brennerschale mit einer Premixgaszufuhr versorgt, der stromauf innerhalb des Vormischbrenners
angeordnet ist. Im Ausführungsbeispiel ist dies der Bereich Stufe 1, der zum Anfahren
sowie zum Betreiben des Vormischbrenners im niedrigen Lastbereich mit mehr als 60
% der gesamten Premixgaszuführung betrieben wird.
[0022] Aus Figur 2 geht ein Übersichtsdiagramm hervor, aus dem die prozentuale Verteilung
der Premixgasaufteilung zwischen Bereich S1 und Bereich S2 zu entnehmen. Die schwarz
eingetragenen Felder entsprechen dem Anteil der über den Bereich 1 austretenden Premixgas,
die helleren Felder jeweils den Premixgasanteil, der über den Bereich S2 des Vormischbrenners
in das Innere des Brenners gelangt. Wie vorstehend bereits erwähnt, fließt bei der
Zündung (Egnition) der Löwenanteil (d. h. mehr als 90 %) der gesamten Premixgaszuführung
über den Bereich 1 in das Innere des Vormischbrenners. Im unteren Lastbereich (Idle)
nimmt der Anteil der über den Bereich 2 austretenden Premix-Gases leicht zu. Im Falle
des Halblastzustandes werden beide Bereiche S1 und S2 zu etwa gleichen Teilen mit
Premixgas versorgt. Im Volllastbetrieb tritt über den Bereich S2 etwas mehr Premixgas
in das Innere des Vormischbrenners als über den Bereich 1. Die in Figur 2 dargestellte
Premixgaszuteilung auf die Bereiche S1 und S2 erfolgt mittels einer Regeleinheit,
die stufenweise bzw. kontinuierlich das Aufteilungsverhältnis der Premixgaszuteilung
auf die Bereiche S1 und S2 vornehmen kann. Im einfachsten Fall sind dies gekoppelte
Drosselventile, die jeweils in den einzelnen Zufuhrleitungen 4 und 5 vorgesehen sind.
[0023] Eine weitere Möglichkeit der kontrollierten Premixgaszuführung auf die getrennten
Bereiche des Vormischbrenners ist aus der schematischen Darstellung gemäß Figur 3
zu entnehmen. Wieder handelt es sich im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 3 um einen
kegelförmigen Vormischbrenner, der über zwei Bereiche S1 und S2 verfügt, über die
getrennt Premixgas in das Innere des Vormischbrenners eintritt. In einer gemeinsamen
Zufuhrleitung 8 über die Premixgas dem Vormischbrenner zugeführt wird, ist ein Hauptregelventil
9 vorgesehen. Über das Hauptregelventil 9 kann der direkte Zufluss von Premixgas zum
Bereich S1 des Vormischbrenners geregelt werden. In der Zuleitung zwischen dem Hauptregelventil
9 und dem Austrittsbereich S1 des Vormischbrenners ist ein Kreuzungspunkt 10 vorgesehen,
an dem ein Teil des Premix-Gases in einen Zuführast 11 abgeleitet wird. Im Zuleitungsast
11 ist eine weitere Regeleinheit in Form eines federkraftbeaufschlagten Überdruckventils
12 vorgesehen, das im Weiteren näher unter Bezugnahme auf Figur 4 beschrieben wird.
Eine Beipassleitung 13, deren Strömungsquerschnitt klein genug oder in der ein entsprechende
Drosselelement 14 vorgesehen ist, sorgt dafür, dass bei geschlossenem Regelventil
12 ein geringer Premixgasfluss zum Bereich S2 des Vormischbrenners zugeführt werden
kann.
[0024] Das in Figur 3 dargestellte Zuführungssystem für Premixgas auf die beiden Bereiche
S1 und S2 des Vormischbrenners weist nun folgende Funktionsweise auf. Nach Öffnen
des Hauptregelventils 9 wird der Bereich S1 des Vormischbrenners mit Premixgas versorgt.
Der Gasdruck innerhalb der den Bereich S1 mit Premixgas versorgenden Zuleitungen sowie
auch in der Zuleitung 11 vermag das federkraftbeaufschlagte Überdruckventil noch nicht
zu Öffnen. Nur ein geringer Anteil von Premixgas gelangt über die Beipassleitung 13
zum Bereich S2 des Vormischbrenners und tritt dort in das Innere des Vormischbrenners
aus. Dies entspricht dem Zustand beim Anfahren der Gasturbine bzw. beim Zünden des
Vormischbrenners. Nach der Anfahrphase steigt der in der Zuleitung 11 vorherrschende
Premixgasdruck, der das federkraftbeaufschlagte Drosselventil 12 kontinuierlich zu
Öffnen vermag, wodurch ein immer größer werdender Anteil des durch das Hauptregelventil
9 hindurchströmenden Premix-Gases durch das Überdruckventil 12 hindurch in den Bereich
S2 strömt. Steigt der Zuleitungsgasdruck weiter an, so öffnet sich das Überdruckventil
12 vollständig, wodurch ein großer Anteil des Premix-Gases in den Bereich S2 des Vormischbrenners
gelangen kann. Durch die Dimensionierung der Zuleitungen sowie das Einstellen des
Anspruchsverhaltens des Überdruckventils 13 ist es möglich, das Verhalten des Vormischbrenners
hinsichtlich Emission und Schwingungsverhalten zu optimieren. So ist es möglich, ohne
die Notwendigkeit einer Pilotgaszuführung und unter Verwendung nur eines einzigen
Regelventils, nämlich dem Überdruckventil 12 einen Vormischbrenner zum Betrieb einer
Gasturbine über den gesamten Lastbereich zu realisieren.
[0025] Ein derartiges Überdruckventil ist als vorteilhafte Ausführungsform in Figur 4 dargestellt.
Das Überdruckventil 12 weist einen konisch ausgebildeten Kolben 15 auf, der durch
eine Feder 16 federkraftbeaufschlagt gasdicht einer Gegenkontur 17 aufliegt. Wird
nun der Kolben 15 mittels Gasdruck (siehe hierzu Pfeil auf der linken Seite des Drosselventils)
druckbeaufschlagt, so vermag der auf den Kolben 15 einwirkende Gasdruck die Feder
16 gegen einen Anschlag 18 zusammen zu drücken. Hierbei öffnet sich ein Spalte zwischen
dem Kolben 15 und der Gegenkontur 17, wodurch Gas durch das Überdruckventil nach rechts
hindurchtreten kann. Je nach Wahl der Federkraft des Federelementes 16 sowie der Dimensionierung
der Kolbengröße ist die gasdruckabhängige Durchflussrate vom Premixgas durch das Überdruckventil
12 individuell einzustellen. Mit Hilfe geeigneter Dimensionierung des Überdruckventils
12 sowie der an der Premixgasversorgung beteiligten Zufuhrleitungen 11 und 14 ist
es möglich, den Verbrennungsvorgang in an sich bekannter Weise zu optimieren. Auch
mit dem in Figur 3 dargestellten Ausführungsbeispiel ist es möglich, eine gezielte
Premixgaszuteilung auf die Stufen S1 und S2 der Brennerschalen des Vormischbrenners
gemäß der Diagrammdarstellung in Figur 2 zu erhalten.
[0026] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Brennstoffversorgung eines Vormischbrenners
sind eine Reihe von Nachteilen verbunden: Durch die abgestufte Premixgaszuführung
in den Vormischbrenner kann dieser im signifikant größeren Bereichsgrenzen eingesetzt
werden als nur einstufig ausgelegte Vormischbrenner.
[0027] Mit Hilfe der in Figur 3 dargestellten Ausführungsform ist lediglich eine einzige
Premixgaszuleitung erforderlich.
[0028] Durch die Verwendung eines als Überdruckventil ausgebildeten Regeleinheit ist zum
Betreiben des Vormischbrenners lediglich eine einzige Regeleinheit erforderlich.
[0029] Die Nachrüstung des erfindungsgemäßen Verfahrens an bereits bestehende Vormischbrennersysteme
ist einfach durchführbar zumal die Verwendung von zwei und mehr getrennter Premixgaszuleitungssysteme
nicht erforderlich ist.
[0030] Durch die gezielte Zufuhr eines Minimumanteils von Premixgas in den zweiten Bereich
des Vormischbrenners über die Beipassleitung ist es nicht erforderlich diese Zufuhrleitung
mit Erdgas zu reinigen. Versuche zeigten, dass das erfindungsgemäße System nur geringe
Pulsationen im Anfahrverhalten hervorrufen. Mit der individuellen Premixgaszuteilung
auf die unterschiedlichen Bereiche des Vormischbrenners ist es möglich, auch bei auftretenden
Alterungserscheinungen entsprechend Optimierungen vorzunehmen.
[0031] Aufgrund des möglichen Verzichtes einer Pilotgaszuführung können jegliche Pulsationen,
die beim Umschalten zwischen Pilotgas- zu Premixgaszufuhr auftreten, vermieden werden.
[0032] Die gesamte Vorrichtung ist konstruktiv einfach und kostengünstig herstellbar.
Bezugszeichenliste
[0033]
- 1, 2
- Brennerschalen
- 3
- Premixgasaustrittsöffnungen
- 4, 5
- Zuleitungen
- 6
- Premixgas
- 7
- Flüssigbrennstoffzerstäubungseinrichtung
- 8
- Zufuhrleitung
- 9
- Hauptregeleinheit
- 10
- Kreuzungspunkt
- 11
- Abzweigungsleitung
- 12
- Überdruckventil
- 13
- Bypassleitung
- 14
- Drosselelement
- 15
- Kolben
- 16
- Feder
- 17
- Gegenkontur
- 18
- Anschlag
- S1, S2
- Bereiche 1, 2 für den gestuften Premixgasaustritt
1. Verfahren zur Brennstoffversorgung eines Vormischbrenners zum Betrieb einer Gasturbine,
wobei der Vormischbrenner wenigstens eine Brennerschale (1, 2), welche einen sich
axial erstreckenden Vormischraum wenigstens teilweise begrenzt, und eine in den Vormischraum
über die Brennerschale (1, 2) gerichtete Premixgaszuführung (3) aufweist,
- wobei das Premixgas (6) mit Verbrennungszuluft im Vormischraum vermischt wird und
- stromab, außerhalb des Vormischbrenners entzündet wird, und
- wobei die Premixgaszuführung getrennt über wenigstens zwei räumlich axial getrennte
Bereiche (S1, S2) entlang der Brennerschale (1, 2) durchgeführt wird, mit einem Bereich
(S1), der stromauf und wenigstens einem zweiten Bereich (S2), der stromab angeordnet
ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
zum Anfahren der Gasturbine mehr als 60 % der gesamten Premixgaszuführung über den
ersten Bereich (S1) erfolgt und dass für das weitere Hochfahren der Last der Gasturbine
bis Vollast eine stufenweise oder kontinuierliche Umverteilung der Premixgaszuführung
auf den zweiten Bereich (S2) erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zuführung des Premixgases zum ersten (S1) und zweiten Bereich (S2) unabhängig
voneinander erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
unter Vollastbedingungen wenigstens 50 % des dem Vormischbrenner zugeführten gesamten
Premixgases über den zweiten Bereich (S2) bzw. den stromab liegenden Bereichen zugeführt
wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Vormischbrenner kegelförmig ausgebildet ist und wenigstens zwei Brennerschalen
(1, 2) aufweist, die gegenseitig derart angeordnet sind, dass sie jeweils zwei Lufteintrittsschlitze
eingrenzen, durch die die Verbrennungsluft in den kegelförmig sich erweiternden Vormischraum
eintritt, dass der erste Bereich (S1) der Brennerschalen (1, 2), über den wenigstens
ein Teil des Premixgases in den Vormischraum eingespeist wird, im Bereich des engsten
Kegelquerschnittes angeordnet ist und sich in den, sich im Querschnitt erweiternden
Bereich des Vormischbrenners erstreckt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die axial voneinander getrennten Bereiche (S1, S2) zur Premixgaszufuhr über getrennte
Zuleitungen mit Premixgas versorgt werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Premixgaszufuhr zu den einzelnen Bereichen (S1, S2) unabhängig voneinander erfolgt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Premixgaszufuhr zu den einzelnen Bereichen (S1, S2) mit einer einzigen Regeleinheit
(12) durchgeführt wird.
1. Method for supplying fuel to a premixing burner for operating a gas turbine, the premixing
burner having at least one burner shell (1, 2) which at least partially bounds an
axially extending premixing space, and a premixing gas supply (3) directed into the
premixing space via the burner shell (1, 2),
- the premixing gas (6) being mixed with combustion inlet air in the premixing space
and
- being ignited downstream, external to the premixing burner, and
- the premixing gas supply being carried out separately by means of at least two spatially
axially separated regions (S1, S2) along the burner shell (1, 2), having a region
(S1), which is arranged upstream, and at least a second region (S2), which is arranged
downstream,
characterized in that
more than 60% of the total premixing gas supply takes place via the first region (S1)
in order to start the gas turbine, and
in that a stepwise or continuous redistribution of the premixing gas supply to the second
region (S2) takes place for the further run-up of the load on the gas turbine to full
load.
2. Method according to Claim 1, characterized in that the supply of the premixing gas to the first region (S1) and the second region (S2)
takes place mutually independently.
3. Method according to Claim 1 or 2, characterized in that, under full-load conditions, at least 50% of the total premixing gas supplied to
the premixing burner is supplied via the second region (S2) or the regions located
downstream.
4. Method according to one of Claims 1 to 3, characterized in that the premixing burner is conically configured and has at least two burner shells (1,
2), which are arranged relative to one another in such a way that they respectively
bound two air inlet slots through which the combustion air enters the conically widening
premixing burner space, in that the first region (S1) of the burner shells (1, 2), via which at least part of the
premixing gas is fed into the premixing burner space, is arranged in the region of
the narrowest conical cross section and extends into the premixing burner region which
is widening in cross section.
5. Method according to one of Claims 1 to 4, characterized in that the regions (S1, S2), which are axially separated from one another, for the supply
of premixing gas are supplied with premixing gas via separate supply lines.
6. Method according to one of Claims 1 to 5, characterized in that the premixing gas supply to the individual regions (S1, S2) takes place mutually
independently.
7. Method according to one of Claims 1 to 5, characterized in that the premixing gas supply to the individual regions (S1, S2) is carried out by means
of a single control unit (12).
1. Procédé pour l'alimentation en combustible d'un brûleur à prémélange pour le fonctionnement
d'une turbine à gaz, dans lequel le brûleur à prémélange présente au moins une coque
de brûleur (1, 2) qui limite au moins en partie un espace de prémélange s'étendant
axialement, et une alimentation en gaz de prémélange (3) orientée dans l'espace de
prémélange par la coque de brûleur (1, 2),
- le gaz de prémélange (6) étant mélangé dans l'espace de prémélange à de l'air comburant,
et
- étant allumé en aval, en dehors du brûleur à prémélange, et
- l'alimentation en gaz de prémélange étant réalisée de manière séparée par le biais
d'au moins deux régions (S1, S2) séparées physiquement axialement le long de la coque
de brûleur (1, 2), avec une région (S1) qui est disposée en amont et au moins une
deuxième région (S2) qui est disposée en aval,
caractérisé en ce que
pour le démarrage de la turbine à gaz, plus de 60% de la totalité de l'alimentation
en gaz de prémélange est effectuée par le biais de la première région (S1) et
en ce que pour le fonctionnement à plus haut régime subséquent de la charge de la turbine à
gaz jusqu'à la pleine charge, une répartition étagée ou continue de l'alimentation
en gaz de prémélange a lieu dans la deuxième région (S2).
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
l'alimentation en gaz de prémélange à la première (S1) et à la deuxième (S2) région
s'effectue indépendamment.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que
dans des conditions de pleine charge, au moins 50% du gaz de prémélange total acheminé
au brûleur à prémélange sont acheminés par le biais de la deuxième région (S2) ou
par les régions situées en aval.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que
le brûleur à prémélange a une forme conique et présente au moins deux coques de brûleur
(1, 2) qui sont disposées l'une par rapport à l'autre de telle sorte qu'elles délimitent
à chaque fois deux fentes d'entrée d'air à travers lesquelles l'air comburant entre
dans l'espace de prémélange s'élargissant sous forme conique, en ce que la première région (S1) des coques de brûleur (1, 2) est injectée par le biais de
l'au moins une partie du gaz de prémélange dans l'espace de prémélange, est disposée
dans la région de la section transversale du cône la plus étroite et s'étend dans
la région du brûleur à prémélange s'élargissant en section transversale.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce que
les régions (S1, S2) séparées axialement l'une de l'autre sont alimentées en gaz de
prémélange par le biais de conduites d'alimentation séparées pour l'alimentation en
gaz de prémélange.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce que
l'alimentation en gaz de prémélange s'effectue indépendamment pour les régions individuelles
(S1, S2).
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce que
l'alimentation en gaz de prémélange s'effectue avec une unité de réglage unique (12)
pour les régions individuelles (S1, S2).