[0001] Die Erfindung betrifft eine Presswalze einer Maschine zur Herstellung und/oder Veredlung
einer Papier-, Karton-, Tissue- oder einer anderen Faserstoffbahn mit einem rotierenden
Walzenmantel, welcher sich auf zumindest einem Stützelement eines stationären Trägers
abstützt, wobei die mit der Innenseite des Walzenmantels in Kontakt kommende Lauffläche
des Stützelementes geschmiert wird.
[0002] Dabei erfolgt die Schmierung der Kontaktflächen hydrostatisch und/oder hydrodynamisch.
Wenn bei diesen Presswalzen die Ölversorgung versagt, so sollen die Notlaufeigenschaften
meist durch eine entsprechende Materialwahl sichergestellt werden.
[0003] Insbesondere wird dies über einen hohen Bleianteil bei den Kontaktflächen möglich,
was diese jedoch wegen der Weichheit auch relativ anfällig für Beschädigungen durch
kleine Fremdkörper in Form von Riefenbildung macht.
[0004] Die Reibung zwischen den Laufflächen und der Innenseite des Walzenmantels macht insbesondere
bei den sehr breiten Papiermaschinen eine hohe Antriebsleistung erforderlich.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung ist es daher die Schmierung zu verbessern und sicherer
zu gestalten.
[0006] Erfindungsgemäß wurde die Aufgabe dadurch gelöst, dass die Lauffläche, die sogenannten
Stege des Stützelementes, und/oder die Innenseite des Walzenmantels wenigstens in
einem Abschnitt Mikrotaschen aufweist.
[0007] Über den sich an der Innenseite des Walzenmantels beim Anfahren der Presswalze anlegenden
Schmierfilm kommt es zur Auffüllung der Mikrotaschen. Diese Mikrotaschen bleiben auch
während des Betriebs gefüllt und vermindern so bereits etwas die Reibung zwischen
den Laufflächen und der Innenseite.
[0008] Kommt es zu einem Ausfall der Schmiermittelversorgung, so stellt das in den Mikrotaschen
vorhandene Schmiermittel über eine, für die Abschaltung ausreichende Zeit sicher,
dass es zwischen der Lauffläche und der Innenseite des Walzenmantels zumindest bis
zum Stillstand des Walzenmantels die Schmiermittelversorgung gesichert ist.
[0009] Während des Betriebs werden die Laufflächen des Stützelementes meist und/oder überwiegend
hydrostatisch geschmiert. Unterstützt wird dies mit Vorteil dadurch, dass die Laufflächen
zumindest eine zur Innenseite des Walzenmantels hin offene und mit Druck- und Schmiermittel,
vorzugsweise Öl gefüllte Druckkammer begrenzen. Das Schmiermittel wird während der
Rotation des Walzenmantels in geringem, aber ausreichendem Umfang aus der Druckkammer
in den Spalt zwischen Lauffläche und Innenseite geschleppt. Auf diese Weise kommt
es auch zur Herausbildung eines Schmierfilms an der Innenseite des Walzenmantels.
[0010] Um dies zu gewährleisten, sollten die Mikrotaschen eine Tiefe zwischen 0,1 µm und
500 µm, vorzugsweise zwischen 5 µm und 15 µm haben.
[0011] Dies gewährleistet das Vorhandensein von ausreichend Schmiermittel bei einem Ausfall
der Schmiermittelzufuhr.
[0012] Von Vorteil ist es im Interesse einer geringen Reibung außerdem, wenn die Abschnitte
mit den Mikrotaschen eine offene Fläche von weniger als 60 %, vorzugsweise zwischen
10 und 30 % aufweisen.
[0013] Zur Begrenzung des Herstellungsaufwandes genügt es, wenn wenigstens der von den Laufflächen
des Stützelementes überdeckte Abschnitt der Innenseite des Walzenmantels Mikrotaschen
besitzt.
[0014] Um die Reibung zwischen den Laufflächen und der Innenseite infolge Verschleißes nicht
zu vergrößern, ist es vorteilhaft, wenn die Innenseite des Walzenmantels wenigstens
in einem Abschnitt, vorzugsweise in den von den Laufflächen überdeckten Abschnitten,
mit einer verschleißfesten Schicht überzogen ist.
[0015] Zur Vereinfachung und der Ermöglichung eines umfassenden Einsatzes des Walzenmantels
ist es von Vorteil, wenn die gesamte Innenseite des Walzenmantels mit einer verschleißfesten
Schicht überzogen ist.
[0016] Im Interesse eines möglichst geringen Herstellungsaufwandes sollten die Mikrotaschen
mittels geeigneter Fertigungsverfahren, wie z. B. Umformverfahren, spanende Verfahren,
chemische Verfahren, Sintern o. ä. in die Oberfläche eingebracht werden. Hierzu sind
Laser- oder Ätzverfahren besonders bevorzugt.
[0017] Nachfolgend soll die Erfindung an mehreren Ausführungsbeispielen näher erläutert
werden. In der beigefügten Zeichnung zeigt:
- Figur 1:
- einen schematischen Querschnitt durch eine Presswalze;
- Figur 2:
- eine Draufsicht auf ein Stützelement 3;
- Figur 3:
- den Querschnitt einer anderen Presswalze und
- Figur 4:
- einen Teillängsschnitt durch diese Presswalze.
[0018] Bei den dargestellten Presswalzen rotiert der zylindrische und formstabile Walzenmantel
1 um einen stationären Träger 2. Dabei wird der Walzenmantel 1 von mehreren sich am
Träger 2 abstützenden und radial verschiebbaren Stützelementen 3 zur Bildung eines
Pressspaltes mit einer Gegenwalze zu dieser hingedrückt. Hierzu sind die Stützelemente
3 in einer Reihe axial nebeneinander angeordnet.
[0019] Zur Realisierung einer hydraulischen Anpressung wird das kolbenförmige Stützelement
3 in einer zylinderförmigen Ausnehmung des Trägers 2 geführt. Dabei werden die Druckräume
7 der Zylinder von einer zentralen Zuführleitung 8 im Träger 2 mit einem Druck- und
Schmiermittel, hier Öl versorgt.
[0020] Das Druck- und Schmiermittel gelangt gedrosselt über Kanäle 9 im Stützelement 3 in
mehrere zur Innenseite des Walzenmantels 1 hin offene Druckkammern 6 des Stützelementes
3.
[0021] Diese Druckkammern 6 sind von Laufflächen 5 in Form von Stegen umgeben, welche die
Druckkammern 6 abgrenzen und abdichten.
[0022] Während der Rotation des Walzenmantels 1 wird Schmiermittel aus den Druckkammern
6 in den Spalt zwischen den Laufflächen 5 und der Innenseite des Walzenmantels 1 geschleppt,
was gleichzeitig auch zur Herausbildung eines Schmiermittelfilms an der Innenseite
des Walzenmantels 1 führt.
[0023] Im Ergebnis kommt es zu einer hydrostatischen Schmierung der Laufflächen 5 während
des Betriebs.
[0024] Um bei einem Ausfall der Zufuhr von Schmiermittel einen Kontakt zwischen Lauffläche
5 und Walzenmantel 1 bis zum Stillstand des Walzenmantels 1 zu verhindern, werden
die entsprechenden Oberflächen mit Mikrotaschen 4 versehen. Dies setzt natürlich dennoch
eine schnelle Abschaltung bei einem Ausfall voraus.
[0025] Nach dem Anlauf der Maschine, d.h. der Rotation des Walzenmantels 1 kommt es durch
die Bildung des Schmiermittelfilms an der Innenseite auch zum Füllen der Mikrotaschen
4 mit Schmiermittel. Um eine ausreichende Menge an Schmiermittel aufnehmen zu können,
ohne die Funktion und Stabilität der Oberflächen zu beeinträchtigen, sollten die Mikrotaschen
4 etwa eine Tiefe zwischen 5 µm und 15 µm haben.
[0026] Sollte es nun zu einem Ausfall der Zufuhr von Schmiermittel kommen, so kann das Schmiermittel
in den Mikrotaschen 4 noch über eine begrenzte, aber dennoch meist ausreichende Zeit
den Kontakt zwischen Lauffläche 5 und Walzenmantel 1 verhindern.
[0027] Bei einer bevorzugten und in den Figuren 1 und 2 gezeigten Ausführung sind lediglich
die Laufflächen 5 der Stützelemente 3 mit Mikrotaschen 4 versehen. Dies begrenzt den
Aufwand und ist meist ausreichend.
[0028] Um dabei den Verschleiß an der Innenseite des Walzenmantels 1 zu minimieren, ist
diese mit einer verschleißfesten Schicht 10 überzogen.
[0029] Im Gegensatz hierzu besitzt bei der in den Figuren 3 und 4 dargestellten Konstruktion
nur die Innenseite des Walzenmantels 1 Mikrotaschen 4.
[0030] Die mit den Mikrotaschen 4 versehenen Abschnitte der Innenseite erstrecken sich zur
Minimierung des Aufwandes nur über die von den Laufflächen 5 während der Rotation
des Walzenmantels 1 überstrichenen Bereiche.
[0031] Hergestellt werden die Mikrotaschen 4 durch Ätzen der Oberfläche.
Bezugszeichenliste
[0032]
- 1
- Walzenmantel
- 2
- Träger
- 3
- Stützelement
- 4
- Mikrotaschen
- 5
- Lauffläche
- 6
- Druckkammer
- 7
- Druckräume
- 8
- Zuführleitung
- 9
- Kanäle
- 10
- Verschleißschicht
1. Presswalze einer Maschine zur Herstellung und/oder Veredlung einer Papier-, Karton-,
Tissue- oder einer anderen Faserstoffbahn mit einem rotierenden Walzenmantel (1),
welcher sich auf zumindest einem Stützelement (3) eines stationären Trägers (2) abstützt,
wobei die mit der Innenseite des Walzenmantels (1) in Kontakt kommende Lauffläche
(5) des Stützelementes (3) geschmiert wird, dadurch gekennzeichnet, dass
die Lauffläche (5) und/oder die Innenseite des Walzenmantels (1) wenigstens in einem
Abschnitt Mikrotaschen (4) aufweist.
2. Presswalze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
die Lauffläche (5) des Stützelementes (3) hydrostatisch geschmiert wird.
3. Presswalze nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass
die Mikrotaschen (4) eine Tiefe zwischen 0,1 µm und 500 µm, vorzugsweise zwischen
5 µm und 15 µm haben.
4. Presswalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Abschnitte mit den Mikrotaschen (4) eine offene Fläche von weniger als 60 %, vorzugsweise
zwischen 10 und 30 % aufweisen.
5. Presswalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
wenigstens der von den Laufflächen (5) des Stützelementes (3) überdeckte Abschnitt
der Innenseite des Walzenmantels (1) Mikrotaschen (4) besitzt.
6. Presswalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Laufflächen (5) zumindest eine zur Innenseite des Walzenmantels (1) hin offene
und mit Druck- und Schmiermittel, vorzugsweise Öl gefüllte Druckkammer (6) begrenzen.
7. Presswalze nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Innenseite des Walzenmantels (1) wenigstens in einem Abschnitt, vorzugsweise in
den von den Laufflächen (5) überdeckten Abschnitten, mit einer verschleißfesten Schicht
(10) überzogen ist.
8. Presswalze nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass
die gesamte Innenseite des Walzenmantels (1) mit einer verschleißfesten Schicht (10)
überzogen ist.
9. Verfahren zur Herstellung der Mikrotaschen (4) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
diese mittels Laser oder Ätzverfahren in die Oberfläche eingebracht werden.