(19)
(11) EP 1 681 222 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
19.12.2007  Patentblatt  2007/51

(21) Anmeldenummer: 06100144.2

(22) Anmeldetag:  09.01.2006
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B61L 27/00(2006.01)
B61L 15/00(2006.01)

(54)

Zugbeeinflussungssystem

Train control system

Système de commande et contrôle des trains


(84) Benannte Vertragsstaaten:
EE LT LU LV PL

(30) Priorität: 17.01.2005 DE 102005002742

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
19.07.2006  Patentblatt  2006/29

(73) Patentinhaber: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT
80333 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Lührs, Peter
    38126 Braunschweig (DE)
  • Pösel, Bernhard
    38154 Königslutter (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 1 065 127
DE-A1- 10 223 241
   
  • DRAEGER U: "ETCS UND DER UEBERGANG ZU DEN NATIONALEN ZUGSICHERUNGSSYSTEMEN DER DB AG" SIGNAL + DRAHT, TETZLAFF, HAMBURG, DE, Bd. 96, Nr. 11, November 2004 (2004-11), Seiten 6-15, XP001205535 ISSN: 0037-4997
   
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Zugbeeinflussungssystem gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Das ETCS-System soll die Vielzahl der in den europäischen Ländern eingesetzten Zugsicherungssysteme ablösen und so eine dichte, schnelle und grenz-überschreitende Zugführung in ganz Europa ermöglichen. Es soll mittelfristig im Hochgeschwindigkeitsverkehr Verwendung finden und langfristig im gesamten europäischen Schienenverkehr umgesetzt werden.

[0002] Um einen sicheren und reibungslosen Zugverkehr zu gewährleisten, sind Zugsicherungssysteme notwendig. In Europa haben sich mehr als zehn Arten entwickelt, die teilweise nebeneinander und länderabhängig eingesetzt werden und untereinander nicht kompatibel sind. Im grenzüberschreitenden Verkehr müssen daher Triebfahrzeuge mit einem oder eventuell mehreren Zugsicherungssystem(en) des Gastlandes ausgerüstet sein. Ist das nicht der Fall, muss ein Wechsel des Triebfahrzeuges vorgenommen werden, der zeit- und kostenaufwendig ist.

[0003] Zur Anpassung der nicht ETCS-kompatiblen nationalen Zugsicherungssysteme an das ETCS-Fahrzeuggerät werden üblicherweise STMs (Specific Transmission Modules) eingesetzt (Draeger, U. "ETCS und der Übergang zu den nationalen Zugsicherungssystemen der DB AG", Signal+Draht, Tetzlaff, Hamburg, DE Bd. 96, Nr. 11, November 2004, Seiten 6-15). Diese STMs ermöglichen die Weiterbenutzung der nationalen Zugsicherungssysteme, beispielsweise INDUSI, LZB, ZUB, SIGNUM, TVM, in einer Übergangsphase. Die STM-Module übersetzen Informationen von diesen alten Zugsicherungssystemen so, dass ein mit einem ETCS-Fahrzeuggerät und einem STM-Modul ausgestattetes Triebfahrzeug diese Strecken mit der entsprechenden länderspezifischen Funktionlität befahren kann. Jedes STM-Modul muss gemäß der UNISIG-Spezifikation eine Profibus-Schnittstelle zur Anbindung an das ETCS-Fahrzeuggerät aufweisen. Die UNISIG ist ein Firmenkonsortium, das die ETCS-Ausrüstungen für Fahrzeuge und Strecken spezifiziert und entwickelt, wobei als gemeinsame Grundlage die Einhaltung bestimmter Normen verabredet ist. Die im Rahmen der UNISIG-Spezifikation vorgegebenen Safety Layer der STM-Schnittstelle sind dabei zwingend zu beachten, wobei ein Sicherheitslevel nach CENELEC 50126 festgelegt wurde. Diese Norm EN 50126 definiert die Anforderungen an Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit, Instandhaltbarkeit und Sicherheit sowie deren Wechselwirkungen. Die Entwicklung der verschiedenen STMs muss diesen Anforderungen genügen. Da bei Änderung bzw. Neuentwicklung auch für die zum Teil sehr alten nationalen Zugsicherungssysteme die EN 50126 berücksichtigt werden muss, ist der Entwicklungsaufwand für die STMs sehr hoch.

[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem Zugbeeinflussungssystem der gattungsgemäßen Art die Anbindung der proprietären Zugsicherungssysteme an das ETCS-Fahrzeuggerät zu vereinfachen.

[0005] Die Aufgabe wird mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Durch die Verwendung eines STM-Gateways anstelle einer Um- oder Neuentwicklung eines nationalen Zugsicherungssystems kann der Aufwand zur Anbindung des nationalen Zugsicherungssystems an das ETCS-Fahrzeuggerät erheblich reduziert werden. Das STM-Gateway ist eine universelle Schnittstellenanpassung, die für alle gebräuchlichen Zugsicherungssysteme verwendbar ist. Das Gateway erlaubt es Netzwerken miteinander zu kommunizieren, die auf völlig unterschiedlichen Protokollen basieren. Zu diesem Zweck nimmt das Gateway eine Protokollumsetzung vor. Im Detail werden sämtliche Protokollinformationen, die an ein Datenpaket angehängt werden, entfernt und durch die des zielsystems ersetzt. Eine Neuentwicklung des Zugsicherungssystems oder eine Umentwicklung desselben durch Verbindung mit einem speziellen STM zur Anbindung an das ETCS-Fahrzeuggerät ist durch das STM-Gateway entbehrlich.

[0006] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines figürlich dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.

[0007] Die einzige Figur zeigt eine schematische Darstellung der wichtigsten Komponenten eines ETCS-Systems unter Verwendung eines herkömmlichen Zugsicherungssystems.

[0008] Auf der ETCS-Seite ist ein ETCS-Fahrzeuggerät EVC - European Vital Computer - über den ETCS-spezifischen Profibus mit einem Display DMI - Driver Machine Interface - und einer Einrichtung zur Fahrdatenaufzeichnung JR - Juridical Recorder - verbunden. An den Profibus sind weiterhin verschiedene Einrichtungen zur Zugsteuerung über STM - Specific Transmision Modules - gemäß europäischer Spezifikation, hier LZB - Linienzugbeeinflussung - und weitere XYZ angeschlossen.

[0009] Das vorhandene nationale Zugsicherungssystem ATP X - Automatic Train Protection -, beispielsweise INDUSI, kann unverändert beibehalten werden, da die Schnittstellenanpassung über ein Gateway "STM-Interface" erfolgt. Dadurch sind auch die an diesem Zugsicherungssystem ATP X angeschlossenen Peripheriegeräte, beispielsweise ein proprietäres DMI, entsprechende Sensorik und Bremseingriff, weiter verwendbar.

[0010] Die Erfindung beschränkt sich nicht auf das vorstehend angegebene Ausführungsbeispiel.


Ansprüche

1. Zugbeeinflussungssystem mit einem ETCS-Fahrzeuggerät, das über einen ETCS-spezifischen Profibus mit weiteren ETCS-Komponenten verbunden ist, und einem nicht ETCS-kompatiblen Zugsicherungssystem (ATP X),
dadurch gekennzeichnet,
dass ein STM-Gateway zur Anpassung mindestens einer Schnittstelle des Zugsicherungssystems (ATP X) an eine STM-Schnittstelle des Profibusses vorgesehen ist, wobei das STM-Gateway Protokollanhänge von Datenpaketen des Zugsicherungssystems (ATP X) durch profibusspezifische Protokollanhänge ersetzt.
 


Claims

1. Automatic train control system having an ETCS vehicle-mounted device which is connected via an ETCS-specific Profibus to other ETCS components, and to an automatic train protection system (ATP X) which is not ETCS-compatible, characterized in that an STM gateway is provided for adapting at least one interface of the automatic train protection system (ATP X) to an STM interface of the Profibus, wherein the STM gateway replaces protocol annexes of data packets of the automatic train protection system (ATP X) by intra Profibus-specific protocol annexes.
 


Revendications

1. Système de commande de la marche des trains, ledit système comportant un appareil ETSC côté véhicule, qui est relié à d'autres composants ETSC par le biais d'un profibus spécifique à ETSC, et un système de protection des trains ETSC-compatible (ATP X),
caractérisé en ce
qu'il est prévu une passerelle STM pour l'adaptation d'au moins une interface du système de protection des trains (ATP X) à une interface STM du profibus, la passerelle STM remplaçant des annexes de protocole de paquets de données du système de protection des trains (ATP X) par des annexes de protocole spécifiques au profibus.
 




Zeichnung








Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Nicht-Patentliteratur