[0001] Die Erfindung betrifft eine Tür zum Verschließen der Beschickungsöffnung eines Garraums
eines Garofens, insbesondere eines Haushaltsgarofens.
[0002] Garöfen (oder: Backöfen, Bratöfen) mit einer durch eine Tür verschließbaren Beschickungsöffnung
eines Garraums (oder: Ofenmuffel, Backkasten, Bratröhre) sind zur Verwendung im Haushalt
(privaten Küchen) oder auch im Bereich der Gastronomie (oder Großküchen) in vielfältigen
Ausführungsformen bekannt. Solche Garöfen können verschiedene Garbetriebsarten (oder:
Garfunktionen) aufweisen zum Garen von in den Garraum eingebrachtem Gargut und auch
weitere Betriebsarten, insbesondere eine Pyrolysebetriebsart zur pyrolytischen Selbstreinigung
des Muffelinnnenraums. Die häufigsten Garbetriebsarten sind thermische Garbetriebsarten,
bei denen das Gargut mittels dem Gargut zugeführter Wärmeenergie, insbesondere von
elektrischen oder gasbeheizten Oberhitze-, Unterhitze- und/oder Heißluftheizungen,
erwärmt und gegart wird, Mikrowellen-Garbetriebsarten, bei denen das Gargut in dem
Garraum mittels dem Gargut zugeführter Mikrowellen, die von der im Gargut enthaltenen
Flüssigkeit absorbiert und in Wärme umgewandelt werden, gegart wird und Dampf-Garbetriebsarten,
bei denen Dampf in den Garraum eingeleitet wird und das Gargut mittels des Dampfes
gegart wird.
[0003] Zumindest bei Garöfen mit pyrolytischer Selbstreinigung ist in der Regel eine aktive
Kühlung der Tür durch erzwungene Luftkonvektion erforderlich.
[0004] Es ist eine Vielzahl von Varianten von Garofentüren bekannt mit und ohne Kühlung.
Die Türe des Garofens muss dabei eine Vielzahl von Funktionen aufweisen. Hierzu gehören
das sichere und dichte Verschließen des Garraums, in der Regel die Führung des Kühlluftstroms
nach außen, die Bereitstellung einer Sichtverbindung zum Gargut, Begrenzung der Maximaltemperatur
an der Außenseite oder Außenscheibe, um die Gefahr von Verbrennungen zu reduzieren,
ansprechende und beispielsweise in den Farben variierbare Oberfläche sowie eine einfache
Montage der Türe.
[0005] Als Sichtverbindung werden in der Regel eine Außenscheibe und wenigstens eine Innenscheibe
verwendet. Ein geeignetes Halteelement muß an der nach oben gerichteten Oberfläche
ein sicheres und möglichst klapperfreies Halten der Scheiben gegen Umfallen ermöglichen
und dabei auch eine ausreichende Temperaturfestigkeit für die hohen Temperaturen an
der wenigstens einen Innenscheibe aufweisen. Darüber ist üblicherweise ein Abdeckelement
angeordnet, dass eine ansprechende und variierbare Oberfläche ausbilden muss. Zwischen
dem Halteelement und dem Abdeckelement besteht bei vielen Ausführungsformen die Notwendigkeit,
Kühlluft nach außen abzuführen.
[0006] Zur Lösung dieser Anforderung besteht die Möglichkeit, das Halteelement und das Abdeckelement
als ein Stück zu produzieren. Dies weist jedoch den Nachteil auf, dass beide Elemente
aus dem gleichen Material bestehen, womit beispielsweise für die Ausführung des Abdeckelementes
nur wenige Variationsmöglichkeiten bestehen. Zudem ist die Durchführung eines Belüftungskanals
vergleichsweise problematisch.
[0007] Bildet man das Halteelement und das Abdeckelement jeweils aus verschiedenen Teilen
aus, ist die Endmontage der Türe relativ aufwändig, da das Halteelement und das Abdeckelement
bei der Endmontage miteinander verbunden werden müssen.
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine neue Garofentür anzugeben,
die bei möglichst geringen Herstellkosten, guter Luftführung und unter weitmöglichster
Vermeidung von störenden Klappergeräuschen einen leicht an mit verschiedenen Betriebsarten
versehenen Garöfen, insbesondere an Garöfen mit und ohne Pyrolyse, bei der Fertigung
anpassbaren Aufbau hat.
[0009] Diese Aufgabe wird durch eine Tür nach Anspruch 1 sowie durch ein Verfahren zur Herstellung
einer Tür nach Anspruch 8 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen, Weiterbildungen und
Anwendungen der Tür gemäß der Erfindung ergeben sich aus den von Anspruch 1 oder Anspruch
8 jeweils abhängigen Ansprüchen.
[0010] Gemäß Anspruch 1 umfasst die Erfindung eine Tür zum Verschließen der Beschickungsöffnung
eines Garraums eines Garofens, insbesondere eines Haushaltsgarofens, umfassend
- a) eine Außenscheibe,
- b) wenigstens eine Innenscheibe,
- c) wenigstens ein Halteelement zum Halten der wenigstens einen Innenscheibe,
- d) wenigstens ein Abdeckelement zum Abdecken des Halteelements,
- e) wobei das wenigstens eine Halteelement und wenigstens ein Abdeckelement separat
hergestellt und dann miteinander zu einer Baugruppe verbunden sind,
- f) wobei zwischen dem wenigstens einen Abdeckelement und dem wenigstens einen Halteelement
ein Luftführungskanal, insbesondere ein Luftausblaskanal, ausgebildet ist und
- g) wobei die Baugruppe die obere Einfassung der Türe ist und/oder im oberen Bereich
der Türe angeordnet ist.
[0011] Das wenigstens eine Halteelement hält die wenigstens eine Innenscheibe, verhindert
deren Umfallen und verhindert weiterhin, dass diese beim Bewegen der Türe klappern
oder Geräusche von sich geben. Die Form des Luftführungskanals ist insbesondere durch
die Form des wenigstens einen Halteelements sowie durch die Form des wenigstens einen
Abdeckelements festgelegt. Die Erfindung ermöglicht eine besonders gute Luftführung
bei gleichzeitig zumindest relativ geringen Herstellkosten und vergleichsweise einfacher
Herstellung und Montage der einzelnen Teile. Die Baugruppe ist besonders flexibel
an unterschiedliche Ausführungsformen anpaßbar und kann gleichzeitig sehr ansprechende
Sichtflächen aufweisen.
[0012] Die Tür weist bevorzugt eine, zumindest bei geschlossenem und/oder in Betrieb befindlichem
Herd dem Herdinneren zugewandte Türinnenseite, auf der von der Innenseite abgewandten
Seite eine nach außen gewandte Türaußenseite sowie eine nach oben gewandte Türoberseite
auf, ebenfalls jeweils zumindest bei geschlossenem und/oder in Betrieb befindlichem
Herd.
[0013] Der Luftführungskanal erstreckt sich vorzugsweise von der Türinnenseite zur Türaußenseite
und/oder innerhalb der Türe. Hierdurch ist beispielsweise die Ausgestaltung der Türoberseite
nicht von der Durchführung des Luftführungskanals abhängig und kann besser in Hinblick
auf andere Anforderungen wie Reduzierung des Klapperns optimiert werden.
[0014] Besonders bevorzugt, jedoch unabhängig beansprucht, erstreckt sich der Luftführungskanal
vom Herdinneren, insbesondere von der Backmuffel, bis zur Türaußenseite. Dies ermöglicht
in vorteilhafter und einfacher Weise die Abführung überschüssiger Wärme aus dem Herdinneren,
insbesondere aus der Backmuffel, bei geschlossener Türe.
[0015] Bevorzugt erstreckt sich das wenigstens eine Halteelement und/oder das wenigstens
eine Abdeckelement von der Türaußenseite bis zur Türinnenseite. Das Abdeckelement
und/oder das Halteelement haben dann zusätzlich auch eine stabilisierende Wirkung
für die Tür. Störendes Klappern der Tür wird so weiter verringert.
[0016] Bevorzugt hält das Halteelement auch die Außenscheibe. Dies ermöglichst eine besonders
effiziente und einfache Befestigung der Scheiben, da an dieser Stelle kein separates
Halteelement benötigt wird.
Bevorzugt ist das Halteelement, insbesondere vollständig, unterhalb des Abdeckelements
ausgebildet. Das Halteelement bildet dann keine sichtbare Oberfläche der Türoberseite
aus, wodurch sich die Anforderungen an die Oberfläche des Halteelements verringern.
[0017] Bevorzugt ist das wenigstens eine Halteelement mit wenigstens einem Abdeckelement
durch zwei unterschiedliche Verbindungsmethoden verbunden. Dies erhöht die Festigkeit
und reduziert störendes Klappern weiter. Auch diese Variante ist mit geringen Herstellkosten
umsetzbar.
[0018] Bevorzugt ist das wenigstens eine Halteelement mit wenigstens einem Abdeckelement
durch Clipsmittel oder durch Rastverbindungsmittel oder Schnappverbindungsmittel verbunden.
Besonders bevorzugt, jedoch unabhängig beansprucht, sind das wenigstens eine Halteelement
und das wenigstens eine Abdeckelement dauerhaft verbunden, insbesondere miteinander
verschweißt oder verklebt, um so die Stabilität zu erhöhen und die Endmontage weiter
zu vereinfachen.
[0019] In einer vorteilhaften Ausführungsform umfasst die Baugruppe ein erstes und ein zweites
Abdeckelement, wobei das erste Abdeckelement mit den zweiten Abdeckelement lösbar
verbunden ist, insbesondere durch eine Clipsverbindung oder eine Rastverbindung oder
eine Schnappverbindung. Dies ermöglicht in besonders einfacher und zugleich flexibler
Weise das Anbringen oder das Austauschen von, insbesondere flächig ausgebildeten,
Sichtblenden, die auch als Panel bezeichnet werden können.
[0020] Vorzugsweise bildet das wenigstens eine Abdeckelement eine, insbesondere nach oben
und/oder zur Türaußenseite gerichtete, sichtbare Oberfläche der Türe aus.
[0021] Bevorzugt umfasst die Türe als weitere Innenscheibe wenigstens eine Zwischenscheibe,
die von dem Haltelement gehalten wird. Dies verbessert einerseits die Wärmedämmung
und ermöglicht andererseits auch eine gute Belüftung der Türe.
[0022] In einer vorteilhaften Ausführungsform bildet das wenigstens eine Halteelement insbesondere
an seiner Unterseite ein vorzugsweise zinnenartiges Profil aus, in das der Endbereich
der wenigstens einen Zwischenscheibe formschlüssig eingefügt werden kann.
[0023] Bevorzugt umfasst das wenigstens eine Abdeckelement in wenigstens einem Querschnitt
eine Deckplatte mit einem nach außen gewandten Plattenaußenende sowie einem nach innen
gewandten Platteninnenende und einer Plattenoberseite, die die obere Sichtfläche der
Türe ausbildet, sowie einer Plattenunterseite, besonders bevorzugt mit einem sich
zumindest annähernd von der Mitte der Plattenunterseite in Richtung zur Türaußenseite
erstreckenden, insbesondere einstückig mit der Deckplatte verbundenen Bogen, wobei
vorzugsweise die Deckplatte und der Bogen in dem wenigstens einen Querschnitt zumindest
annähernd die Form eines Y ausbilden. Diese Ausführungsform des Abdeckelements ermöglicht
in einfacher Weise einerseits eine ebene Ausbildung der Plattenoberseite, andererseits
jedoch gleichzeitig eine gute Luftführung, da die Luft damit bei geschlossener Türe
schräg nach unten aus dem Herd ausgeblasen werden kann.
[0024] Besonders vorteilhaft ist es, wenn sich der Luftführungskanal zwischen der Plattenunterseite
und der Oberseite des Halteelements erstreckt.
[0025] In besonders vorteilhafter Weise kann nun das zweite Abdeckelement, insbesondere
durch eine Clipsverbindung, eine Rastverbindung und/oder eine Schnappverbindung, einerseits
mit dem nach außen gewandten Plattenaußenende der Deckplatte, und andererseits mit
dem nach außen gewandten Bogenaußenende verbunden werden. Dies ermöglicht eine besonders
einfache und zugleich flexible Anbringung des zweiten Abdeckelements.
[0026] Bevorzugt umfasst die Türe einen Türgriff, der an der Baugruppe befestigt ist, und/oder
das wenigstens eine Abdeckelement bildet an seiner Unterseite einen Bogen, insbesondere
einen Kreisbogen, mit einem Radius zwischen 20 mm und 30 mm, besonders bevorzugt von
etwa 25 mm, zum Ausblasen des Luftstroms aus dem Luftführungskanal, insbesondere unterhalb
des Türgriffs, aus. Dies ermöglicht es, Feuchtigkeit und/oder Hitze während des Back-
oder Bratbettiebs vom Türgriff fernzuhalten.
[0027] Besonders bevorzugt ist der Türgriff außenseitig an der Tüte angeordnet und von der
Baugruppe durch Abstandselemente beabstandet.
Insbesondere kann der Griffbereich des Türgriffs in wenigstens einem Querschnitt zumindest
annähernd kreisförmig ausgebildet sein und/oder die Abstandselemente können durch
Verbindungsbleche ausgebildet sein.
[0028] In einer vorteilhaften Ausführungsform ist an dem wenigstens einen Halteelement zusätzlich
zu dem zwischen dem Abdeckelement und dem Halteelement angeordneten Luftführungskanal
ein zweiter Luftführungskanal ausgebildet zum Ansaugen und/oder Ausblasen der in der
Türe vorhandenen Luft, um so die Temperatur an der Außenscheibe weiter zu verringern.
Besonders bevorzugt wird die durch den zweiten Luftführungskanal angesaugte Luft über
den zwischen dem Abdeckelement und dem Halteelement angeordneten Luftführungskanal
nach außen geleitet. In diesem Fall wird die durch den zweiten Luftführungskanal aus
dem Inneren der Türe angesaugte Luft nicht direkt nach außen geleitet, sondern erst
nach Mischung mit der aus dem Herdinneren austretenden Luft, so dass die Luft aus
dem Herdinneren zusätzlich abgekühlt wird. Dabei kann die Mischung entweder im Bereich
der Türinnenseite oder auch im Bereich der Türaußenseite erfolgen.
[0029] In einer vorteilhaften Ausführungsform bestehen das wenigstens eine Halteelement
und das wenigstens eine Abdeckelement jeweils aus Thermoplastmaterial oder umfassen
Thermoplastmaterial. Thermoplastmaterial ist günstig verfügbar bei guten Materialeigenschaften,
zudem verringert die Verwendung gleicher Materialien den Aufwand und die Kosten für
die Herstellung.
[0030] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Türe
- a) für einen Pyrolysebetrieb geeignet,
- b) wobei an dem wenigstens einem Halteelement eine Schiene zum Ableiten der an den
wenigstens einen Innenglas auftretenden Wärmeenergie nach außen abgebildet ist,
- c) wobei die Schiene separat hergestellt ist und
- d) wobei die Schiene mit dem wenigsten einen Halteelement dauerhaft verbunden, insbesondere
verschweißt oder an dieses angespritzt ist.
[0031] Aufgabe der Schiene ist es, die sehr hohe Wärme an dem wenigstens einen Innenglas
nach außen zu leiten.
[0032] Dabei ist besonders bevorzugt die Schiene ebenfalls aus Thermoplastmaterial, insbesondere
einem hochtemperaturbeständigen Thermoplastmaterial, ausgebildet. Die Schiene kann
so an das wenigstens eine Halteelement angespritzt werden. Besonders bevorzugt ist
gleichzeitig das wenigstens eine Halteelement aus Thermoplastmaterial, insbesondere
einem hochtemperaturbeständigen Thermoplastmaterial, ausgebildet.
[0033] Bevorzugt ist an dem wenigstens einen Halteelement eine zusätzliche Halterung als
Kindersicherung ausgebildet, um ein ungewünschtes Öffnen der Türe zu verhindern.
[0034] Weiterhin betrifft die Erfindung gemäß Anspruch 8, fakultativ unabhängig beansprucht,
ein Verfahren zur Herstellung einer Türe zum Verschließen der Beschickungsöffnung
eines Garraums eines Garofens, insbesondere eines Haushaltsgarofens, umfassend
- a) wenigstens eine Außenscheibe,
- b) wenigstens eine Innenscheibe,
- c) wenigstens ein Halteelement zum Halten der wenigstens einen Innenscheibe,
- d) wenigstens ein Abdeckelement zum Abdecken des Halteelements,
- e) bei dem das wenigstens eine Halteelement und das wenigstens eine Abdeckelement
separat hergestellt werden, und dann
- f) formschlüssig verbunden werden, insbesondere durch Einclipsen, vorzugsweise durch
Verbinden über eine Rast- oder Schnappverbindung,
- g) und anschließend dauerhaft aneinander fixiert, insbesondere geschweißt oder geklebt,
werden.
[0035] Der beschriebene Herstellungsprozeß ermöglicht eine besonders paßgenaue, andererseits
aber auch besonders stabile und zugleich flexible Herstellung einer Türe zum Verschließen
der Beschickungsöffnung eines Garraums eines Garofens, insbesondere eines Haushaltsgarofens.
[0036] Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen weiter erläutert.
Dabei wird auf die Zeichnungen Bezug genommen, deren
- FIG 1
- einen Querschnitt durch den oberen Bereich einer erfindungsgemäßen Türe,
- FIG 2
- einen Querschnitt durch den oberen Bereich einer weiteren erfindungsgemäßen Türe,
- FIG 3
- einen Querschnitt durch den oberen Bereich einer weiteren erfindungsgemäßen Türe,
- FIG 4
- einen Querschnitt durch den oberen Bereich einer weiteren erfindungsgemäßen Türe,
- FIG 5
- eine perspektivische Darstellung des oberen Bereichs der erfindungsgemäßen Türe nach
Einsetzen des Glashalters,
- FIG 6
- eine perspektivische Darstellung des oberen Bereichs der erfindungsgemäßen Türe gemäß
FIG 5 vor Einsetzen des Glashalters,
- FIG 7
- einen Querschnitt durch den oberen Bereich der erfindungsgemäßen Türe gemäß FIG 5
und FIG 6,
- FIG 8
- einen Querschnitt durch den oberen Bereich der erfindungsgemäßen Türe gemäß FIG 5
bis FIG 7 nach Aufsetzen der vorderen Abdeckung,
- FIG 9
- eine perspektivische Darstellung des oberen Bereichs der erfindungsgemäßen Türe vor
Einsetzen der vorderen Abdeckung,
- FIG 10
- die vordere Abdeckung für die Türe gemäß FIG 9,
- FIG 11
- einen erfindungsgemäßen Glashalter in Draufsicht,
- FIG 12
- eine perspektivische Darstellung des oberen Bereichs der erfindungsgemäßen Türe vor
Einsetzen des Glashalters gemäß FIG 11
zeigt.
[0037] FIG 1 bis FIG 4 zeigen Querschnitte durch den oberen Bereich erfindungsgemäßer Türen
der Beschickungsöffnung eines Garraums eines Garofens mit einer Baugruppe 8, die auch
als Cover bezeichnet wird, umfassend ein oberseitig angeordnetes erstes Abdeckelement
1 und einen Glashalter 4 für die Außenscheibe 11 und die Innenscheiben 12, 13 und
14. Die Glashalter 4 bzw. 10 halten somit auch die Außenscheibe 11. Dies ermöglichst
eine besonders effiziente und einfache Befestigung der Scheiben, da an dieser Stelle
kein separates Halteelement benötigt wird.
[0038] Die Tür weist eine, dem Herdinneren zugewandte, Türinnenseite 40, auf der von der
Türinnenseite 40 abgewandten Seite eine nach außen gewandte Türaußenseite 41 sowie
eine Türoberseite 42 auf.
[0039] Außenseitig an der Baugruppe 8 ist ein Griff 5 mit einer im Querschnitt kreisförmigen
Greifelement 5A am Abdeckelement 1 befestigt. Der Griff 5 ist außenseitig an der Tür
angeordnet von der Baugruppe 8 durch Verbindungsbleche 5B beabstandet.
[0040] Das erste Abdeckelement 1, das auch als Cover bezeichnet werden kann, umfasst eine
Deckplatte 15, die die obere Sichtfläche der Türe bildet. Von der Deckplatte 15 erstreckt
sich in Richtung zur Außenseite ein nach außen abfallender Bogen 16 mit einem Radius
von etwa 25 mm.
[0041] In den in FIG 1 bis FIG 4 gezeigten Querschnittsdarstellungen umfasst die Deckplatte
15 ein nach außen gewandtes Plattenaußenende 15B sowie ein nach innen gewandtes Platteninnenende
15A und eine Plattenoberseite 15C, die die obere Sichtfläche der Türe ausbildet, sowie
eine Plattenunterseite 15D mit sich von der Mitte der Plattenunterseite 15D in Richtung
zur Türaußenseite 41 erstreckenden, einstückig mit der Deckplatte 15 verbundenem Bogen
16, wobei die Deckplatte 15 und der Bogen 16 in den Querschnitten zumindest annähernd
die Form eines Y ausbilden.
[0042] Außenseitig ist an das erste Abdeckelement 1 ein zweites Abdeckelement 2, das auch
als Panel bezeichnet wird, senkrecht zur Deckplatte 15 an die äußeren Enden von Deckplatte
15 und Bogen 16 angeclipst.
[0043] Das Abdeckelement 1 wird weniger stark erhitzt als der Glashalter 4. Deshalb muss
für das Abdeckelement kein hochtemperaturbeständiges Material verwendet werden, womit
für das Abdeckelement 1 eine einfachere Verarbeitung möglich ist. Das Abdeckelement
1 umfasst die für den Kunden sichtbaren Oberflächen. Zudem kann das Abdeckelement
1 verschiedene Farben und dabei insbesondere eine andere Farbe als der Glashalter
4 aufweisen.
[0044] Der Glashalter 4 ist in den Ausführungsformen gemäß FIG 1 bis FIG 3 innen hohl ausgebildet
und umfasst in FIG 1 bis FIG 3 an seiner Oberseite eine zur Außenseite hin geneigte
und an der Außenscheibe fixierte Oberplatte 17. In der Ausführungsform gemäß FIG 4
umfasst der Glashalter 10 eine V-förmige Oberplatte 19 mit außenseitig angesetztem,
nach unten angewinkeltem Fortsatz 19A. Ein wichtige Aufgabe des Glashalters 4 ist
es, ein Umfallen der Scheiben zu verhindern.
[0045] Aufgabe der in den FIG 1 und 2 gezeigten Schiene 3 ist es, die an den Innengläsern
12 bis 14 auftretende Hitze der Türe von der Scheibenmitte nach außen zu leiten. Daher
wird die Schiene 3 insbesondere bei Geräten mit Pyrolyse verwendet.
[0046] Die Schiene 3 dient als Unterteil des Saugkanals 20 und wird aus Metall hergestellt.
Vorteilhaft ist jedoch auch eine Ausbildung der Schiene aus, insbesondere hochtemperaturbeständigem,
Thermoplastmaterial. Zwischen die Schiene 3 und die Innenscheiben 12 bis 14 werden
Glasabstandshalter aus Silikon eingesetzt. Dies verhindert das Klappern des Innenglases.
Die Schiene 3 wird an den Glashalter 4 angeschweißt.
[0047] Auf ihrer Unterseite weisen die Glashalter 4 gemäß FIG 1 bis FIG 4 zur formschlüssigen
Aufnahme der Endbereiche der Innengläser 12 bis 14 jeweils ein zinnenartig ausgebildetes
Profil 18 aus. Zur leichteren Aufnahme sind bei dem Profil 18 die Aufnahmebereiche
für die Innengläser gewinkelt ausgebildet.
[0048] Die Unterseite des ersten Abdeckelements 1 bildet zusammen mit der Oberseite der
Oberplatte 17 des Glasträgers 4 einen Ausblaskanal 6 für die Luft aus dem Herdinneren
mit einer Länge von vorzugsweise etwa 40 mm. Der Bogen 16 des ersten Abdeckelements
1 ermöglicht das Ausblasen der Luft unterhalb des Griffs 5 schräg nach unten.
[0049] Die Glashalter 4 der FIG 1 bis 3 bilden jeweils einen zweiten Saugkanal 20 in Richtung
zum Herdinneren aus. Bei der Ausbildungsform in FIG 4 ist ebenfalls ein zweiter Saugkanal
21 zur Außenseite hin ausgebildet, so dass einerseits die aus dem Türinneren aufsteigende
Luft mit durch den Luftausblaskanal 6 abgesaugt werden kann, um so die Frontglastemperatur
zu senken, und andererseits die aus dem Herdinneren ausgeblasene Luft vom abgewinkelten
Glashalter 19 zum Bogen 16 des Abdeckelements 1 gedrückt und über dessen Radius unterhalb
des Türgriffs 5 und oberhalb der Oberkante des Frontglases 11 ausgeblasen wird.
[0050] Die gemäß den FIG 1 bis 4 durch den zweiten Luftführungskanal 20 bzw. 21 angesaugte
Luft wird insofern über den zwischen dem Abdeckelement 1 und dem Halteelement 4 bzw.
10 angeordneten Luftführungskanal 6 nach außen geleitet. In diesem Fall wird die durch
den zweiten Luftführungskanal 20 bzw. 21 aus dem Inneren der Türe angesaugte Luft
nicht direkt nach außen geleitet, sondern erst nach Mischung mit der aus dem Herdinneren
austretenden Luft, so dass die Luft aus dem Herdinneren zusätzlich abgekühlt wird.
Dabei erfolgt die Mischung beim in den FIG 1 bis 3 dargestellten Kanal 20 im Bereich
der Türinnenseite und bei dem in FIG 4 gezeigten Kanal 21 im Bereich der Türaußenseite.
[0051] Der Luftführungskanal 6 erstreckt sich von der Türinnenseite 40, insbesondere vom
Herdinneren, insbesondere von der Backmuffel, bis zur Türaußenseite 41.
[0052] Das in den FIG 1 bis 3 als Glashalter 4 und in FIG 4 als Glashalter 10 ausgebildete
erste Halteelement und das erste Abdeckelement 1 erstrecken sich von der Außenseite
41 bis zur Türinnenseite 40.
[0053] Die Glashalter 4 bzw. 10 sind vollständig unterhalb des Abdeckelements 1 und somit
zumindest im wesentlichen im nicht sichtbaren Bereich ausgebildet. Die Glashalter
4 und 10 bilden daher keine sichtbare Oberfläche an der Oberseite aus. Der Luftführungskanal
6 erstreckt sich zwischen der Plattenunterseite und der Oberseite des Glashalters
4 bzw. 10.
[0054] Bei der Ausführungsform gemäß Figur 1 ist auf der Oberseite der Deckplatte 15 eine
Kindersicherung 7 ausgebildet, die auf ihrer Außenseite eine Greifkante 25 und auf
ihrer Innenseite einen Widerhaken 26 aufweist und auf der Außenseite der Deckplatte
15 gelagert ist.
[0055] FIG 5 zeigt eine perspektivische Darstellung des oberen Bereichs der erfindungsgemäßen
Türe von der Innenseite aus bettachtet nach Einsetzen des Glashalters 4 mit einer
Abdeckung 48 für den Frontglasausschnitt sowie einer oberen Kante 46 des Luftausblaskanals
6.
[0056] FIG 6 zeigt eine perspektivische Darstellung des oberen Bereichs der erfindungsgemäßen
Türe gemäß FIG 5 vor Einsetzen des Glashalters 4.
[0057] FIG 7 zeigt einen weiteren Querschnitt durch den oberen Bereich der erfindungsgemäßen
Türe gemäß FIG 5 und FIG 6 vor Aufsetzen der vorderen Abdeckung. Das erste Abdeckelement
22 weist unterseitig pilzförmige Fixierelemente 27 und 28 für den Glashalter 4 auf,
in die der die Oberseite des Glashalters 4 eingeclipst wird, und die beim Zusammenbau
des Abdeckelements mit dem Glashalter deren relative Lage zueinander vorgeben.
[0058] FIG 8 zeigt einen Querschnitt durch den oberen Bereich der erfindungsgemäßen Türe
gemäß FIG 5 bis FIG 7 mit einem ersten Abdeckelement 1 nach Aufsetzen der vorderen
Abdeckung 2.
[0059] FIG 9 zeigt ebenfalls eine perspektivische Darstellung des oberen Bereichs der erfindungsgemäßen
Türe vor Einsetzen der vorderen Abdeckung. FIG 10 zeigt die vordere Abdeckung 2 für
die Türe gemäß FIG 9.
[0060] FIG 11 zeigt einen erfindungsgemäßen Glashalter 4 mit Einhängehaken 30 bis 34 zum
Einhängen in das erste Abdeckelement in Draufsicht. FIG 12 zeigt eine perspektivische
Darstellung des oberen Bereichs der erfindungsgemäßen Türe vor Einsetzen des Glashalters
gemäß FIG 11.
[0061] Die Baugruppe 8 entsteht durch das Zusammenfügen von Abdeckelement 1 und Glashalter
4 und anschließendes Verschweißen. Dabei wird der Glashalter 4 mit seinen 5 Einhängehaken
30 bis 34 in das Abdeckelement 1 eingehangen und zum Boden des Abdeckelements 1 gedreht,
bevor beide Teile zusammengeschweißt werden. Das Abdeckelement 2 wird nach dem Zusammengeschweißen
eingeclipst. Es werden insofern zwei unterschiedliche Verbindungsmethoden verwendet,
wobei das Einclipsen eine präzise relative Positionierung der Teile zueinander sicherstellt
und das Verschweißen eine hohe Belastung der Verbindung ermöglicht. Die beiden Verbindungsmethoden
ergänzen sich so in vorteilhafter Weise und ermöglichen damit eine effiziente und
kostensparende Herstellung der Tür.
Bezugszeichenliste
[0062]
- 1, 22
- erstes Abdeckelement
- 2
- zweites Abdeckelement
- 3
- Schiene
- 4, 10
- Glashalter
- 5
- Türgriff
- 5A
- Greifelement
- 5B
- Verbindungsbleche
- 6
- Luftausblaskanal
- 7
- Kindersicherung
- 8
- Baugruppe
- 11
- Außenscheibe
- 12
- erste Innenscheibe
- 13
- zweite Innenscheibe
- 14
- dritte Innenscheibe
- 15
- Deckplatte
- 15A
- Platteninnenende
- 15B
- Plattenaußenende
- 15C
- Plattenoberseite
- 15D
- Plattenunterseite
- 16
- Bogen
- 16A
- Bogenaußenende
- 17
- Oberplatte
- 18
- Profil
- 19
- Oberplatte
- 19A
- Fortsatz
- 20, 21
- Saugkanäle
- 25
- Greifkante
- 26
- Widerhaken
- 27, 28
- Fixierelemente
- 30 bis 34
- Haken
- 40
- Türinnenseite
- 41
- Türaußenseite
- 42
- Türoberseite
- 46
- Obere Kante
- 48
- Abdeckung
1. Tür zum Verschließen der Beschickungsöffnung eines Garraums eines Garofens, insbesondere
eines Haushaltsgarofens, umfassend
a) eine Außenscheibe (11),
b) wenigstens eine Innenscheibe (14),
c) wenigstens ein Halteelement (4) zum Halten der wenigstens einen Innenscheibe,
d) wenigstens ein Abdeckelement (1) zum Abdecken des Halteelements,
e) wobei das wenigstens eine Halteelement (4) und wenigstens ein Abdeckelement (1)
separat hergestellt und dann miteinander zu einer Baugruppe (8) verbunden sind,
f) wobei zwischen dem wenigstens einen Abdeckelement (1) und dem wenigstens einen
Halteelement (4) ein Luftführungskanal, insbesondere ein Luftausblaskanal, ausgebildet
ist und
g) wobei die Baugruppe (8) die obere Einfassung der Türe ist und/oder im oberen Bereich
der Türe angeordnet ist.
2. Tür nach Anspruch 1,
a) wobei das wenigstens eine Halteelement (4) mit wenigstens einem Abdeckelement durch
Clipsmittel oder durch Rastverbindungsmittel oder Schnappverbindungsmittel verbunden
ist und/oder
b) das wenigstens eine Halteelement (4) und wenigstens ein Abdeckelement dauerhaft
verbunden, insbesondere miteinander verschweißt oder verklebt sind und/oder
c) das wenigstens eine Halteelement (4) und das wenigstens eine Abdeckelement (1)
jeweils Thermoplastmaterial umfassen oder aus Thermoplastmaterial bestehen.
3. Tür nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
a) wobei die Baugruppe (8) ein erstes (1) und ein zweites (2) Abdeckelement umfasst
und das erste Abdeckelement mit dem zweiten Abdeckelement lösbar verbunden ist, insbesondere
durch eine Clipsverbindung oder eine Rastverbindung oder Schnappverbindung und/oder
b) wobei das wenigstens eine Abdeckelement (1) eine, insbesondere nach oben gerichtete,
sichtbare Oberfläche der Türe ausbildet und/oder
c) an dem wenigstens einen Abdeckelement eine zusätzliche Halterung als Kindersicherung
(7) ausgebildet ist.
4. Tür nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Türe als weitere Innenscheibe wenigstens eine Zwischenscheibe umfaßt, die
von dem Halteelement (4) gehalten wird.
5. Tür nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
a) wobei das wenigstens eine Halteelement ein Profil ausbildet, in das der Endbereich
der wenigstens einen Zwischenscheibe formschlüssig eingefügt werden kann und/oder
b) an dem wenigstens einen Halteelement (4) ein weiterer Lüftungskanal (20, 21) ausgebildet
ist zum Ansaugen und/oder Ausblasen der in der Türe vorhandenen Luft.
6. Tür nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
mit einem Türgriff (5), der an der Baugruppe befestigt ist,
wobei das wenigstens eine Abdeckelement an seiner Unterseite einen Kreisbogen mit
einem Radius zwischen 20 mm und 30 mm, bevorzugt von etwa 25 mm, zum Ausblasen des
Luftstroms aus dem Luftführungskanal, insbesondere unterhalb des Türgriffs, ausbildet.
7. Tür nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
a) wobei die Türe für einen Pyrolysebetrieb geeignet ist, und/oder
b) wobei an dem wenigstens einen Halteelement (4) eine Schiene (3) zum Ableiten der
an dem wenigstens einen Innenglas auftretenden Wärmeenergie nach außen ausgebildet
ist,
c) wobei die Schiene (3) separat hergestellt ist;
d) wobei die Schiene (3) mit dem wenigstens einen Halteelement (4) dauerhaft verbunden,
insbesondere verschweißt oder an dieses angespritzt ist und
e) wobei die Schiene (3) vorzugsweise aus Thermoplastmaterial, insbesondere einem
hochtemperaturbeständigen Thermoplastmaterial, ausgebildet ist.
8. Verfahren zur Herstellung einer Tür zum Verschließen der Beschickungsöffnung eines
Garraums eines Garofens, insbesondere eines Haushaltsgarofens, vorzugsweise nach einem
der vorhergehenden Ansprüche, umfassend
a) wenigstens eine Außenscheibe (11),
b) wenigstens eine Innenscheibe (14),
c) wenigstens ein Halteelement (4) zum Halten der wenigstens einen Innenscheibe,
d) wenigstens ein Abdeckelement (1) zum Abdecken des Halteelements,
e) bei dem das wenigstens eine Halteelement und das wenigstens eine Abdeckelement
separat hergestellt werden, und dann
f) formschlüssig verbunden werden, insbesondere durch Einclipsen, vorzugsweise durch
Verbinden über eine Rast- oder Schnappverbindung,
g) und anschließend dauerhaft aneinander fixiert, insbesondere geschweißt oder geklebt,
werden,
h) bei dem bevorzugt das wenigstens eine Halteelement (4) und das wenigstens eine
Abdeckelement (1) jeweils zumindest teilweise aus Thermoplastmaterial hergestellt
werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
a) bei dem die Türe für einen Pyrolysebetrieb geeignet ist, und/oder
b) bei dem an dem Halteelement (4) eine Schiene (3) zum Ableiten der an dem wenigstens
einen Innenglas auftretenden Wärmeenergic nach außen angebracht wird,
c) bei dem die Schiene (3) separat hergestellt wird,
d) bei dem die Schiene mit dem Halteelement dauerhaft verbunden, insbesondere verschweißt
oder an dieses angespritzt wird und
e) bei dem die Schiene (3) vorzugsweise aus Thermoplastmaterial, insbesondere einem
hochtemperaturbeständigen Thermoplastmaterial, hergestellt wird.