[0001] Die Erfindung betrifft ein Schloss mit zwei in einem Schlossgehäuse im eingebauten
Zustand des Schlosses übereinander angeordneten und miteinander mittels eines Bewegungskopplungsgliedes
bewegungsgekoppelten Drückernüssen zum Zurückziehen einer Falle entweder durch Drehen
der einen oder der anderen Drückernuss.
[0002] Ein Schloss der gattungsgemäßen Art ist beispielsweise aus der
DE 101 64 095 A1 vorbekannt. Die beiden Nüsse liegen dicht nebeneinander. Jede Nuss besitzt einen
radial nach außen weisenden Vorsprung. An diesen greifen Kugeln einer Kugelkette an,
so dass eine Synchronbetätigung beider Nüsse möglich ist.
[0003] Ein mit einer Doppelnuss ausgestattetes Schloss beschreibt darüber hinaus die
US 5,495,731. Ein ähnliches Schloss wird von der
EP 0 619 409 B1 beschrieben. Auch die
DE 694 23 084 T2 beschreibt ein Schloss mit einer Doppelnuss.
[0004] Das gattungsgemäße Schloss zeichnet sich dadurch aus, dass die beiden Nüsse jeweils
einen anderen Abstand zu einem Schließzylinder aufweisen. Im eingebauten Zustand liegen
die beiden Nüsse oberhalb des Schließzylinders. Die untere Nuss besitzt einen Abstand
von 72 mm zur Drehachse des Schließzylinders. Die obere Nuss besitzt einen Abstand
von 92 mm zur Drehachse des Schließzylinders. Zufolge dieser Ausgestaltung können
die Schlösser wahlweise an entsprechend ausgestatteten Türen verwendet werden.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes Schloss herstellungstechnisch
einfacher zu gestalten.
[0006] Gelöst wird die Aufgabe durch die in den Ansprüchen angegebene Erfindung, wobei jeder
Anspruch eine eigenständige Lösung der Aufgabe darstellt und mit jedem weiteren Anspruch
kombinierbar ist.
[0007] Zunächst und im Wesentlichen ist vorgesehen, dass das Bewegungskopplungsglied mindestens
ein Zahnrad ist, welches mit Zahnsegmentabschnitten der Drückernuss kämmt. Die beiden
Drückernüsse können den erforderlichen geringen Abstand von 20 mm zueinander aufweisen.
Das Zahnsegment liegt etwas seitlich versetzt zu der Verbindungslinie der Drehzentren
der beiden Drückernüsse. Der Radius des Zahnrades ist geringer als der Radius des
Zahnsegmentes der beiden Drückernüsse. Bei den Zahnsegmenten handelt es sich bevorzugt
um eingeprägte Zähne in den Umfangsrand der einstückigen Drückernüsse. Die Zahnsegmentabschnitte
sind somit einstückig der jeweiligen Drückernuss angeformt. Zufolge des gegenseitigen
Zahneingriffs bewegen sich die Drückernüsse synchron in gleicher Richtung, wenn eine
der beiden Drückernüsse gedreht wird. Bei einem lediglich mit einer Drückernuss ausgestatteten
Schloss wird eine Drückerfeder verwendet, um die Drückernuss wieder in ihre Ausgangsstellung
zurückzudrehen, wenn sie von einem Drücker zwecks Rückzug der Falle gedreht worden
ist. Zufolge einer erfindungsgemäßen bevorzugten Ausgestaltung besitzt lediglich die
untere Drückernuss einen Federangriffsarm, an den ein Federschieber angreift, der
von einer Druckfeder beaufschlagt wird. Nur die obere Drückernuss besitzt einen Fallenrückzugsarm,
mit dem die Falle zurückgezogen werden kann. Sämtliche der zuvor genannten Elemente
können auf einem Gehäusemodul angeordnet sein. Dieses Gehäusemodul kann gegen ein
anderes Gehäusemodul ausgetaucht werden, beispielweise gegen ein Gehäusemodul, welches
lediglich eine obere Drückernuss oder ein solches Gehäusemodul, welches lediglich
eine untere Drückernuss aufweist. In diesen Fällen besitzt die jeweils einzige Drückernuss
sowohl einen Federangriffsarm als auch einen Fallenrückzugsarm. Ist lediglich eine
untere Drückernuss vorgesehen, so ist der Fallenrückzugsarm entsprechend länger ausgebildet.
Das Gehäusemodul besitzt darüber hinaus eine Befestigungsöffnung, durch welche eine
Befestigungsschraube greifen kann. Die untere Nuss kann eine radial abragende Anschlagschulter
ausbilden. Diese schlägt bei einer Drückernussverschwenkung um etwa 35,5° gegen eine
Umfangsfläche der zu oberst liegenden Nuss. Hierdurch ist in einfacher Weise eine
Schwenkbegrenzung gegeben.
[0008] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand beigefügter Zeichnungen
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- in der Draufsicht ein erfindungsgemäßes Schloss mit gestrichelt dargestelltem Fallenschwanz,
- Fig. 2
- in vergrößerter Darstellung das zwei Nüsse aufweisende Gehäusemodul 11 in der Ausgangsstellung,
- Fig. 3
- das Gehäusemodul 11 mit gedrehten Drückernüssen,
- Fig. 4
- ein Gehäusemodul 11' mit nur einer oberen Drückernuss und
- Fig. 5
- ein Gehäusemodul 11" mit nur einer unteren Drückernuss.
[0009] Das Schloss besitzt ein Schlossgehäuse 1. Das Schlossgehäuse 1 besitzt im eingebauten
Zustand untenliegend eine Einstecköffnung für einen Schließzylinder. Dieser befindet
sich um das Dornmaß rückwärtig versetzt zu einem Stulp 8.
[0010] Um das gleiche Maß rückwärtig versetzt zum Stulp 8 liegen oberhalb der Einstecköffnung
9 zwei Drückernüsse 2,3, die einem Gehäusemodul zugeordnet sind.
[0011] Das Gehäusemodul 11, welches vergrößert in den Figuren 2 und 3 dargestellt ist, kann
in eine entsprechend geformte Ausnehmung des Schlossgehäuses eingesetzt werden, wenn
zuvor der Schlossdeckel abgenommen wird.
[0012] Das Gehäusemodul 11 besitzt einen Funktionselementeträger, der beispielsweise aus
einem Metall spritzgegossen ist. Dieser Funktionselementeträger trägt zunächst eine
obere Drückernuss 2, die einen nach oben ragenden Fallenrückzugsarm 13 aufweist, der
an einem Mitnahmevorsprung 19 eines Fallenschwanzes 18 der Falle 4 angreift.
[0013] Schräg unterhalb der Drückernuss 2 befindet sich in einer Aussparung ein Zahnrad
5, dessen Durchmesser kleiner ist als der Durchmesser der Drückernuss 2. Unterhalb
der oberen Drückernuss 2 befindet sich eine untere Drückernuss 3. Unter der unteren
Drückernuss 3 befindet sich eine Befestigungsöffnung 10 zum Durchtritt einer Befestigungsschraube.
Neben der Befestigungsöffnung 10 befindet sich eine Druckfeder 17, die einen Federschieber
16 beaufschlagt. Die Druckfeder 16 befindet sich in einer Aussparung des Funktionselementeträgers.
Der Federschieber 16 ist ebenfalls in einer entsprechenden Aussparung des Funktionselementeträgers
geführt. Das der Druckfeder 17 gegenüberliegende Ende des Federschiebers 16 stützt
sich an einem Federangriffsarm 12 der unten liegenden Drückernuss 3 ab. Der Federangriffsarm
12 ragt in etwa radial von der unten liegenden Drückernuss 3 ab. An den Federangriffsarm
schließt sich eine auf einer Umfangskonturlinie um das Zentrum der unteren Drückernuss
verlaufende Verzahnung an, die ein Zahnsegment 7 bildet, welches mit der Verzahnung
des Zahnrades 5 kämmt. Die Verzahnung 7 ist materialeinheitlich der unteren Drückernuss
3 angeformt.
[0014] Auch die obere Drückernuss 2 bildet eine derartige, materialeinheitliche Umfangsteilverzahnung
6, die mit dem Zahnrad 5 kämmt. Da die Radien der Umfangsteilverzahnung 6 der oberen
Drückernuss 2 und die Umfangsteilverzahnung 7 der unteren Drückernuss 3 gleich sind,
bewegen sich die beiden Drückernüsse 2, 3 synchron zueinander, wenn eine der beiden
Drückernüsse gedreht wird. Die Figur 3 zeigt das Gehäusemodul 11 mit gedrehten Drückernüssen
2, 3. Diese Stellung kann entweder dadurch erreicht werden, dass die obere Drückernuss
2 gedreht wird oder dass die untere Drückernuss 3 gedreht wird. Die Bewegung wird
über das Zahnrad 5 von der einen auf die jeweils andere Drückernuss übertragen. Einhergehend
mit dieser Drehverlagerung der Drückernüsse 2,3 wird der Fallenrückzugsarm 13 um 35°
verschwenkt, so dass die Falle 4 zurückgezogen werden kann. Um den gleichen Schwenkwinkel
wird der Federangriffsarm 12 von seiner in der Figur 2 dargestellten Anschlagstellung
gegen das Zahnrad 5 schwenkverlagert. Einhergehend damit wird der Federschieber 16
linearverlagert und die Druckfeder 17 gespannt.
[0015] Die Drehbewegung ist anschlagbegrenzt. Hierzu besitzt die untere Drückernuss einen
radial abragenden Fortsatz, der eine Anschlagschulter 14 aufweist. Die Anschlagschulter
14 ist der Rundung einer Umfangsfläche 15 der oben liegenden Drückernuss 2 angepasst.
In der in Figur 3 dargestellten Schwenkendstellung schlägt die Anschlagschulter 14
der unteren Drückernuss 3 gegen die Umfangsfläche 15 der oberen Drückernuss 2 an,
so dass ein Weiterdrehen nicht mehr möglich ist.
[0016] Wird der Drücker losgelassen, so kann sich die Druckfeder 17 entspannen. Sie verschiebt
den Federschieber 16 nach oben. Dieser greift am Federangriffsarm 12 an und verdreht
die untere Drückernuss 3 bis in eine Anschlagstellung. Zufolge der Getriebekopplung
der beiden Drückernüsse 2, 3 über das Zahnrad 5 dreht sich die obere Drückernuss 2
wieder in die in Figur 3 dargestellte Ausgangsstellung zurück.
[0017] Die Figur 4 zeigt ein Gehäusemodul 11, welches einen andersgestalteten Funktionselementeträger
aufweist. Die Umrisskontur des Gehäusemoduls 11' entspricht jedoch der Umrisskontur
des Gehäusemoduls 11, so dass das Gehäusemodul 11' anstelle des Gehäusemoduls 11 in
die entsprechende Aussparung des Schlossgehäuses 1 eingesetzt werden kann.
[0018] Selbiges gilt für das in der Figur 5 dargestellte andersgestaltete Gehäusemodul 11".
Auch dieses Gehäusemodul kann anstelle des Gehäusemoduls 11 in die entsprechende Aussparung
des Schlossgehäuses 1 eingesetzt werden.
[0019] Das in der Figur 4 dargestellte Gehäusemodul besitzt lediglich eine obere Drückernuss
2'. Die untere Drückernuss fehlt. Demzufolge bildet die obere Drückernuss 2' nicht
nur einen Fallenrückzugsarm 13' sondern auch einen Federangriffsarm 12' aus, an dem
ein verlängerter Federschieber 16' angreift. Auch hier wird der Federschieber 16'
von einer Druckfeder 17' beaufschlagt, die in einer muldenförmigen Aussparung des
Gehäusemoduls 11' einliegt.
[0020] Das in der Figur 5 dargestellte Gehäusemodul 11" besitzt lediglich eine untere Drückernuss
3', die neben dem Federangriffsarm 12" auch noch einen Fallenrückzugsarm 13" ausbildet.
Dieser Fallenrückzugsarm 13" ist allerdings länger gestaltet als der Fallenrückzugsarm
13 bzw. der Fallenrückzugsarm 13'. Ein Führungszapfen 20 des Funktionselementeträgers,
welcher die Nuss 3' und die Drückernussfederanordnung trägt, greift hier in einen
Führungsschlitz 21 des Federrückzugsarm 13" ein. Auch hier besitzt das Gehäusemodul
11" eine Mulde, in der die mit dem Federschieber zusammenwirkende Druckfeder 17" einliegt.
[0021] Alle offenbarten Merkmale sind (für sich) erfindungswesentlich. In die Offenbarung
der Anmeldung wird hiermit auch der Offenbarungsinhalt der zugehörigen/beigefügten
Prioritätsunterlagen (Abschrift der Voranmeldung) vollinhaltlich mit einbezogen, auch
zu dem Zweck, Merkmale dieser Unterlagen in Ansprüche vorliegender Anmeldung mit aufzunehmen.
1. Schloss mit zwei in einem Schlossgehäuse (1) im eingebauten Zustand des Schlosses
übereinander angeordneten und miteinander mittels eines Bewegungskopplungsgliedes
bewegungsgekoppelten Drückernüssen (2, 3) zum Zurückziehen einer Falle (4) entweder
durch Drehen der einen oder der anderen Drückernuss (2, 3), dadurch gekennzeichnet, dass das Bewegungskopplungsglied ein Zahnrad (5) ist, welches mit Zahnsegmentabschnitten
(6, 7) der Drückernuss (2, 3) kämmt.
2. Schloss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Drückernüsse (2, 3) und eine Drückerfederanordnung (16, 17) auf einem
Gehäusemodul (11) angeordnet sind.
3. Schloss nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere danach,
dadurch gekennzeichnet, dass die Zahnsegmentabschnitte (6, 7) der jeweiligen Drückernuss angeformt sind.
4. Schloss nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere danach,
dadurch gekennzeichnet, dass die Zahnsegmentabschnitte (6, 7) Abschnitte eines Zahnkranzes sind, der materialeinheitlich
der Nuss angeformt ist.
5. Schloss nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere danach,
dadurch gekennzeichnet, dass der Radius des Zahnrades (5) kleiner ist als der Radius der Zahnsegmente (6, 7).
6. Schloss nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere danach,
dadurch gekennzeichnet, dass die obere Nuss (2) einen Fallenrückzugsarm (13) ausbildet und die untere Nuss (3)
einen Federangriffsarm (12) ausbildet, an welchem ein von einer Druckfeder (17) beaufschlagter
Federschieber (16) angreift.
7. Schloss nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere danach,
dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäusemodul (11) austauschbar ist gegen ein Gehäusemodul (11'), welches lediglich
eine obere Nuss (2') aufweist, die sowohl einen Federangriffsarm (12') als auch einen
Fallenrückzugsarm (13') aufweist und/oder austauschbar ist gegen ein Gehäusemodul
(11"), welches nur eine untere Drückernuss (3') aufweist, welche sowohl einen Federangriffsarm
(12") und einen Fallenrückzugsarm (13") ausbildet, der jedoch länger ausgebildet ist
als der Fallenrückzugsarm (13') der oberen Drückernuss (2) des anderen Gehäusemoduls
(11').
8. Schloss nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere danach,
dadurch gekennzeichnet, dass eine der beiden Nüsse (2, 3) eine radial abragende Anschlagschulter (14) aufweist,
die in der Drehendstellung der beiden Nüsse (2, 3) eine Umfangsfläche (15) der jeweils
anderen Nuss (2, 3) beaufschlagt und dadurch einen Drehendanschlag ausbildet.