[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Vermeidung selbsterregter Verbrennungsschwingungen
bei im Wesentlichen zylindrischen Brennkammern.
[0002] Bei vollvormischenden Verbrennungssystemen können selbsterregte Verbrennungsschwingungen
auftreten, die mit unangenehmen Geräuschen verbunden sind. Die Frequenzen ergeben
sich aus der Geometrie der Verbrennungsvorrichtung. Da die selbsterregten Verbrennungsschwingungen
durch die Stoffströme, deren Temperatur als auch die Geometrie des Systems bedingt
sind, lässt sich das System beispielsweise dadurch verstimmen und somit das unangenehme
Geräusch beseitigen, indem die Verbrennungsparameter verändert werden. Da Gasbrenner
zumeist mit einem bestimmten Luftüberschuss betrieben werden, ist es möglich, dass
Brenngas-Luft-Verhältnis durch die Zugabe oder Verminderung des Luftanteils zu verändern
und hierdurch eine akustische Verstimmung zu erreichen. Dies setzt einen automatischen
oder manuellen Eingriff in die Gemischregelung voraus. Es sind auch Maßnahmen bekannt,
bei denen durch den Einsatz von Drosseln stehende Wellen gebrochen werden. Dies hat
jedoch den Nachteil, dass das System über einen erhöhten Strömungswiderstand verfügt
und somit die benötigte elektrische Leistung für das Verbrennungsgebläse erhöht wird.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Vermeidung selbsterregter
Verbrennungsschwingungen bei zylindrischen Brennkammern zu erreichen, welche sich
durch einfachen Aufbau und die Vermeidung erhöhter Strömungswiderstände auszeichnet.
[0004] Diese Aufgabe wird gemäß den Ansprüchen des unabhängigen Vorrichtungsanspruchs 1
dadurch gelöst, dass in der zylindrischen Brennkammer ein zylindrisches Rohr gegenüber
dem Brenner angeordnet wird. Hierbei sind die Brennkammer und das zylindrische Rohr
zumindest annähernd um die gleiche Symmetrieachse angeordnet.
[0005] Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich durch die Merkmale der abhängigen Vorrichtungsansprüche.
So ist es als besonders vorteilhaft anzusehen, wenn das zylindrische Rohr einen Durchmesser
von 40% bis 60% des Durchmessers der Brennkammer sowie eine Höhe von 30% bis 50% der
Höhe der Brennkammer besitzt. Bezogen auf den Brenner ist es vorteilhaft, wenn das
zylindrische Rohr einen Durchmesser von 100% bis 160% des Durchmessers des Brenners
sowie eine Höhe von 90% bis 200% der Höhe des Brenners besitzt. Optional können Abstandshalter
zwischen dem Rohr und der Brennkammer für eine feste Positionierung des Rohres sorgen.
Befinden sich am unteren Ende des zylindrischen Rohres Aussparungen, so kann Kondensat
durch diese hindurchfließen.
[0006] Die Erfindung wird nun anhand der Figuren detailliert erläutert. Hierbei zeigen
Fig. 1 einen Querschnitt durch ein Heizgerät mit zylindrischer Brennkammer sowie
Fig. 2 einen Horizontalschnitt durch dieselbe Vorrichtung.
[0007] Figur 1 zeigt eine zylindrische Brennkammer 2, welche sich in einem Wassermantel
9 befindet. Die Brennkammer 2 verfügt über eine Symmetrieachse 4. Am oberen Ende der
zylindrischen Brennkammer 2 befindet sich ein Brenner 3, der ebenfalls um die gleiche
Symmetrieachse 4 angeordnet ist. Der Brenner 3 wird über ein Gebläse 7 mit Luft und
Brennstoff versorgt. Von der Brennkammer 2 münden zwei Abgaseintritte 11 in spiralförmige
Abgasrohre 10, welche den Wassermantel 9 durchziehen und anschließend in einen Abgassammler
8, dem sich eine nicht dargestellt Abgasleitung anschließt, münden. Am untersten Ende
der zylindrischen Brennkammer 2 befindet sich ein Kondensatablauf 12, welcher ebenfalls
in den Abgassammler 8 mit integriertem Siphon mündet. Im unteren Bereich der zylindrischen
Brennkammer 2 gegenüber des Brenners 3 befindet sich ein zylindrisches Rohr 1, welches
durch Abstandshalter 5 von den Wänden der zylindrischen Brennkammer 2 positioniert
angeordnet ist. Im unteren Bereich des zylindrischen Rohres 1 befinden sich Aussparungen
6.
[0008] Beim Betrieb der Vorrichtung strömt ein Brenngas-Luft-Gemisch über das Gebläse 7
in den Brenner 3. An der Außenoberfläche des Brenners 3 verbrennt das Brenngas-Luft-Gemisch
innerhalb der Brennkammer 2. Die Abgase strömen durch den Abgaseintritt 11 in die
Abgasrohre 10 und geben dabei thermische Energie auf den Wassermantel 9 ab. Die abgekühlten
Abgase des Brenners 3 werden über den Abgassammler 8 und die sich anschließende Abgasleitung
in die Umgebung abgeführt. Wird innerhalb der Brennkammer 2 der Taupunkt des Abgases
unterschritten, so entsteht Kondensat, welches an den Wänden der Brennkammer 2 nach
unten fließt. Durch die Aussparungen 6 im zylindrischen Rohr 2 strömt dieses Kondensat
zum Kondensatablauf 12 in den Siphon des Abgassammlers 8 und von dort in einen Abwasserkanal.
[0009] Das zylindrische Rohr 1 verhindert die Entstehung stehender akustischer Wellen in
der Brennkammer 2, welche zu selbsterregten Verbrennungsschwingungen führen.
1. Vorrichtung zur Vermeidung selbsterregter Verbrennungsschwingungen bei einer zumindest
annähernd zylindrischen Brennkammer (2) mit einem zylindrischen Brenner (3), welcher
zumindest annähernd zentrisch um die Symmetrieachse (4) der zylindrischen Brennkammer
(2) an einer Seite der Brennkammer (2) angeordnet ist, wobei radial um den Brenner
(2) angeordnete Abgaseintritte (11) von der Brennkammer (2) in einen Wassermantel
(9) durchziehende Abgasrohre (10) münden, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung zur Vermeidung selbsterregter Verbrennungsschwingungen aus einem
zylindrischen Rohr (1) besteht, welches auf der dem Brenner (2) gegenüberliegenden
Seite der Brennkammer (2) zumindest annähernd zentrisch um die Symmetrieachse (4)
der zylindrischen Brennkammer (2) im Totwassergebiet der Abgase angeordnet ist.
2. Vorrichtung zur Vermeidung selbsterregter Verbrennungsschwingungen (1) bei einer zumindest
annähernd zylindrischen Brennkammer (2) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das zylindrische Rohr (1) einen Durchmesser von 40 bis 60 % des Durchmessers der
Brennkammer (2) besitzt.
3. Vorrichtung zur Vermeidung selbsterregter Verbrennungsschwingungen bei einer zumindest
annähernd zylindrischen Brennkammer (2) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das zylindrische Rohr (1) eine Höhe von 30 bis 50 % der Höhe der Brennkammer (2)
besitzt.
4. Vorrichtung zur Vermeidung selbsterregter Verbrennungsschwingungen bei einer zumindest
annähernd zylindrischen Brennkammer (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das zylindrische Rohr (1) einen Durchmesser von 100 bis 160 % des Durchmessers des
Brenners (3) besitzt.
5. Vorrichtung zur Vermeidung selbsterregter Verbrennungsschwingungen bei einer zumindest
annähernd zylindrischen Brennkammer (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das zylindrische Rohr (1) eine Höhe von 90 bis 200 % der Höhe des Brenners (3) besitzt.
6. Vorrichtung zur Vermeidung selbsterregter Verbrennungsschwingungen bei einer zumindest
annähernd zylindrischen Brennkammer (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem zylindrischen Rohr (1) und der Brennkammer (2) Abstandshalter (5) angeordnet
sind.
7. Vorrichtung zur Vermeidung selbsterregter Verbrennungsschwingungen bei einer zumindest
annähernd zylindrischen Brennkammer (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das zylindrische Rohr (1) über Aussparungen (6) am unteren Ende verfügt.