[0001] Die Erfindung betrifft ein Skifell für Skis, mit einer Tragschicht, die an einer
Aussenseite eine Fellschicht und an einer Innenseite eine Klebeschicht aufweist, mit
welcher das Skifell lösbar auf dem Ski befestigt werden kann. Die Erfindung betrifft
zudem ein Verfahren zum Herstellen eines solchen Skifells.
[0002] Skifelle sind insbesondere als Steigfelle für Skis seit langem bekannt. Diese Skifelle
weisen eine Tragschicht aus einem Gewebe oder einer Folie auf. Auf einer Aussenseite
der Tragschicht ist eine Fellschicht angeordnet, die eine Vielzahl von Haaren aufweist,
die in Laufrichtung gesehen nach hinten gerichtet sind. Die Fellschicht verhindert
ein Zurückrutschen des Skis bei ansteigendem Gelände. Solche Fellschichten bestehen
üblicherweise aus künstlichen Materialien.
[0003] Auf einer Innenseite der Tragschicht ist üblicherweise eine Klebschicht aufgetragen,
die es ermöglicht, das Skifell über die gesamte Länge des Skis lösbar zu befestigen.
In der Regel ist am vorderen Ende des Skifells noch ein Beschlag angeordnet, mit dem
das Skifell an der Skispitze mechanisch befestigt werden kann. Möglich ist auch ein
Beschlag am hinteren Ende des Skifells.
[0004] Bei der Verwendung von Haftklebern zum Befestigen des Skifells am Ski, bestehen seit
langem die folgenden Schwierigkeiten:
[0005] Bei den bisher verwendeten Klebern lässt bei tiefen Temperaturen die Haftung des
Skifells am Ski wesentlich nach. Dies führt häufig zum Abfallen der Skifelle auf Skitouren
bei besonders kalten Bedingungen und insbesondere nach mehrmaligem Auffellen derselben
Tour.
[0006] Um eine hinreichende Anfangsklebrigkeit zu erzeugen, müssen sehr hohe Klebstoffauflagen
von beispielsweise mehr als 250 g/m
2 erreicht werden.
[0007] Bei hohen Temperaturen, die durchaus auch 40°C und mehr erreichen können, können
beim Abziehen der Skifelle auf der Unterseite der Skis Kleberückstände haften bleiben.
[0008] Werden Skifelle im feuchten Zustand gelagert, so können sie vergleichsweise schnell
von Mikroorganismen befallen und beschädigt werden.
[0009] Die Haftung der bekannten Kleber auf der Skifellrückseite ist auf vielen Substraten
nicht hinreichend, so dass immer noch Baumwollsubstrate eingesetzt werden, die ebenfalls
Nachteile, wie niedrige Weiterreisskraft, hohes Gewicht, hohe Feuchteaufnahme und
geringe Dimensionsstabilität unter Feuchteeinfluss und geringe Beständigkeit gegen
mikrobiellen Befall besitzen. Zudem können Baumwollsubstrate nicht thermisch randversiegelt
werden.
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Skifell der genannten Gattung zu schaffen,
das die oben genannten Nachteile vermeidet. Die Aufgabe ist gemäss Anspruch 1 gelöst.
Beim erfindungsgemässen Skifell ist die Kleberschicht nicht wie bisher aus einem organischen,
sondern aus einem anorganischen Kleber hergestellt. Versuche haben bei einem solchen
Skifell die folgenden Vorteile ergeben.
[0011] Beim erfindungsgemässen Skifell konnte eine unveränderte und teilweise sogar höhere
Klebrigkeit bei Temperaturen bis -50°C festgestellt werden. Die Kohäsion innerhalb
des Klebers blieb auch bei hohen Temperaturen, wie sie beispielsweise bei Sonnenbestrahlung
erreicht werden, erhalten. Auch beim Erreichen solcher Temperaturen konnte kein Hängenbleiben
von Kleber auf der Skiunterseite festgestellt werden.
[0012] Der Kleber veränderte seine Eigenschaft auch dann nicht, wenn er mit Wasser in Kontakt
gekommen ist, was insbesondere bei Skitouren an wärmeren Tagen der Fall sein kann.
[0013] Ein mikrobieller Befall des erfindungsgemässen Skifells ist aufgrund des anorganischen
Ursprungs nicht zu erwarten.
[0014] Es hat sich zudem gezeigt, dass der anorganische Kleber teilvernetzt und die Haftung
auch gegenüber anderen Grundmaterialien als Baumwolle optimiert werden kann. Die Vielfalt
der möglichen Tragschichten ist damit wesentlich erhöht. Beispielsweise können auch
Folien als Tragschichten verwendet werden.
[0015] Der anorganische Kleber ist gemäss einer Weiterbildung der Erfindung ein Silikonkleber.
Dieser besitzt die oben genannten Vorteile in besonderem Masse. Solche Silikonkleber
sind an sich bereits bekannt und handelsüblich.
[0016] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Kleber lediglich
bereichsweise mit einer wesentlichen Schichtdicke auf die Innenseite der Tragschicht
aufgetragen ist. Dadurch wird auch bei vergleichsweise geringer Beschichtungsauflage
über die gesamte Fläche von beispielsweise 200 g/m
2 eine hinreichende Anfangsklebrigkeit erreicht. Ein weiterer Vorteil des lokalen Auftrags
besteht darin, dass zwei Felle, die unbeabsichtigt aneinander kleben, mit vergleichsweise
kleinem Kraftaufwand und ohne teilweises Ablösen des Klebers von der Tragschicht wieder
voneinander gelöst werden können.
[0017] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist der Kleber streifenförmig auf die Tragschicht
aufgetragen. Die Streifen des Klebers erstrecken sich vorzugsweise in Laufrichtung
des Skifells. Die Breite der Streifen beträgt vorzugsweise 1 bis 3 mm und vorzugsweise
1,5 bis 2,5 mm. Alternativ ist auch ein punktförmiger oder ein anderer lokaler Auftrag
denkbar. Die klebenden Bereiche können beispielsweise auch rechteckig, beispielsweise
quadratisch sein.
[0018] Vorzugsweise ist der anorganische Kleber mit einer Beschichtungsauflage von wenigstens
200 g/m
2 und vorzugsweise wenigstens 250 g/m
2 aufgetragen. Die Schichtdicke beträgt dann beispielsweise 0,1 bis 0,4 mm und vorzugsweise
0,3 mm.
[0019] Beim erfindungsgemässen Verfahren zum Herstellen eines Skifells ist vorgesehen, dass
der anorganische Kleber lediglich lokal auf die Innenseite der Tragschicht aufgetragen
wird. Der lokale bzw. der bereichsweise Auftrag des Klebers erfolgt vorzugsweise mit
einem gezahnten Rakel. Mit einem solchen Rakel kann der Kleber beispielsweise streifenförmig
aufgetragen werden. Der streifenförmig aufgetragene Kleber besitzt dann vorzugsweise
eine Dicke etwa 0,3 mm. Zwischen diesen Streifen kann ebenfalls eine minimale Schichtdicke
bestehen, die aber für die Haftung unwesentlich ist.
[0020] Weitere vorteilhafte Merkmale ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen, der
nachfolgenden Beschreibung sowie der Zeichnung.
[0021] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- ein Schnitt durch einen Abschnitt eines Skis mit einem auf diesem befestigten erfindungsgemässen
Skifell,
- Figur 2
- eine Teilansicht der Innenseite eines erfindungsgemässen Skifells und
- Figur 3
- eine Teilansicht einer Innenseite eines Skifells nach einer Variante.
[0022] Die Figur 1 zeigt einen Ski 1, der eine Oberseite 2 und eine Unterseite 3 aufweist.
Auf die Unterseite 3 ist ein Skifell 4 aufgeklebt, das sich im Wesentlichen über die
gesamte Unterseite 3 des Skis 1 erstreckt. An dem nicht gezeigten vorderen Ende des
Skifells 4 kann ein Beschlag, beispielsweise ein Haken vorgesehen sein, mit dem das
Skifell 4 mechanisch lösbar an der Spitze des Skis 1 befestigt ist. Ein entsprechender
Beschlag zur Befestigung des hinteren Endes des Skifells 4 am hinteren Ende des Skis
1 kann ebenfalls vorgesehen sein.
[0023] Das Skifell 4 ist insbesondere ein so genanntes Steigfell und besitzt eine Tragschicht
6 aus einem Gewebe oder aus einer Folie. Das Gewebe kann aus Baumwolle, Polyester
oder einem anderen Textil hergestellt sein. Auf einer Unterseite der Tragschicht 6
ist eine Fellschicht 7 angeordnet, die sich über die gesamte Fläche der Tragschicht
6 erstreckt und die an sich wie üblich aus einer Vielzahl von schräg gestellte Härchen
bestehen kann. Auf einer Innenseite 6a der Tragschicht 6 ist eine Klebeschicht 5 aufgetragen,
mit welcher das Skifell 4 lösbar mit dem Ski 1 verbunden ist. Das Skifell 4 kann von
Hand in an sich bekannter Weise am Ski 1 fixiert und auch wieder nach Gebrauch von
Hand abgezogen werden. Dies ist mehrfach möglich.
[0024] Die Klebeschicht 5 ist aus einem anorganischen Kleber hergestellt. Dieser ist insbesondere
und vorzugsweise ein Silikonkleber. Dieser ist vorzugsweise nicht über die gesamte
Innenseite 6a der Tragschicht 6 aufgetragen, sondern lediglich lokal. Die Klebeschicht
5 besteht somit lediglich bereichsweise. In den Bereichen, in denen die Klebeschicht
5 aufgetragen ist, beträgt die Dicke des Klebers vorzugsweise mindestens 0,1 mm und
vorzugsweise höchstens 0,4 mm. Die optimale Schichtdicke beträgt etwa 0,3 mm. Die
Beschichtungsauflage ist vorzugsweise höher als 200 g/m
2, vorzugsweise höher als 250 g/m
2. Durch den genannten lokalen Auftrag des Klebers und die genannte Schichtdicke wird
die erforderliche Anfangsklebrigkeit erreicht. Wesentlich ist hierzu auch die Herstellung
der Klebeschicht 5 aus einem anorganischen Kleber und insbesondere einem Silikonkleber.
Durch den lokalen Auftrag wird ein höheren Anpressdruck erreicht.
[0025] Der lokale Auftrag des Klebers kann beispielsweise ein streifenförmiger Auftrag gemäss
Figur 2 sein. Die Klebeschicht 5 besteht in diesem Fall aus einer Mehrzahl von Streifen
4a, die parallel und in Längsrichtung des Skifells 4 verlaufen und zwischen denen
streifenförmige Bereich 4b bestehen, in denen kein oder sehr wenig Kleber vorhanden
ist. Die Breite der Streifen 4a beträgt etwa 1 bis 3 mm und vorzugsweise 1,5 bis 2,5
mm. Die Breite der Bereiche 4b kann gleich oder ähnlich sein.
[0026] Nach einer Variante der Erfindung ist der Kleber punktförmig aufgetragen, wie dies
in Figur 3 gezeigt ist. Das Skifell 4' besitzt damit Bereiche 4a', in denen die Dicke
der Klebeschicht wie oben erwähnt 0,1 bis 0,4 mm und vorzugsweise 0,3 mm beträgt.
Der dazwischen liegende Bereich 4b' besitzt einen kleinen oder keinen Auftrag des
Klebers. Anstelle der punktförmigen Bereiche sind auch andere Bereiche, beispielsweise
ovale, rechteckige und insbesondere quadratische Bereiche möglich. Denkbar ist auch
ein Auftrag, der sowohl streifenförmige als auch punktförmige oder sonst unterschiedliche
Bereiche besitzt. Beispielsweise könnten gemäss Figur 3 an den Rändern streifenförmige
Bereiche und zwischen diesen punktförmige Bereiche vorhanden sein. Durch den lokalen
Auftrag kann die Menge des erforderlichen Klebers minimal gehalten werden.
[0027] Für den Auftrag des Klebers wird bei einem bevorzugten Verfahren ein gezahnter Rakel
verwendet. Mit diesem Rakel wird eine vorbestimmte Menge des Klebers auf die Innenseite
6a der Tragschicht 6 aufgetragen. Der Rakel ist hierbei über einem Tisch fest montiert,
während das Skifell zwischen dem Rakel und dem Tisch hindurch gezogen wird. Ein punktförmiger
Auftrag ist beispielsweise mit einer Düse möglich. Der Kleber enthält wie üblich ein
Lösungsmittel, das nach dem Auftrag verdampft. Anstelle eines lösungsmittelhaltigen
anorganischen Klebers ist auch ein anorganischer Kleber denkbar, der ohne Lösungsmittel
bei der Applikationstemperatur bereits eine Viskosität besitzt, die eine Verarbeitung
zulässt. Die Applikationstemperatur kann auch wesentlich höher sein als die Raumtemperatur.
Solche anorganischen Kleber sind ebenfalls an sich bekannt.
Bezugszeichenliste
[0028]
- 1
- Ski
- 2
- Oberseite
- 3
- Unterseite
- 4
- Skifell
- 4a
- Bereich
- 4b
- Bereich
- 5
- Klebeschicht
- 6
- Tragschicht
- 6a
- Innenseite
- 6b
- Aussenseite
- 7
- Fellschicht
1. Skifell für Skis, mit einer Tragschicht (6), die an einer Aussenseite eine Fellschicht
(7) und an einer Innenseite (6a) eine Klebeschicht (5) aufweist, mit welcher das Skifell
(4) lösbar auf dem Ski (1) befestigt werden kann, dadurch gekennzeichnet, dass die Kleberschicht (5) aus einem anorganischen Kleber hergestellt ist.
2. Skifell nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der anorganische Kleber ein Silikonkleber ist.
3. Skifell nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kleber lediglich bereichsweise bzw. lokal mit einer wesentlichen Schichtdicke
auf die Innenseite (6a) der Tragschicht (6) aufgetragen ist.
4. Skifell nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Kleber streifenförmig aufgetragen ist.
5. Skifell nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Streifen des aufgetragenen Klebers eine Breite von 1 bis 3 mm und vorzugsweise
eine Breite von 1,5 bis 2,5 mm aufweisen.
6. Skifell nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Kleber punktförmig aufgetragen ist.
7. Skifell nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Kleber mit einer Beschichtungsauflage von wenigstens 200 g/m2 und vorzugsweise wenigstens 250 g/m2 aufgetragen ist.
8. Verfahren zum Herstellen eines Skifells nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der anorganische Kleber lediglich lokal bzw. bereichsweise auf die Innenseite (6a)
der Tragschicht (6) aufgetragen wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der anorganische Kleber mit einer Beschichtungsauflage von wenigstens 200 g/m2 und vorzugsweise 250 g/m2 aufgetragen wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtungsauflage 200 bis 300 g/m2 beträgt.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der anorganische Kleber mit einer Schichtdicke von 0,1 bis 0,4 mm, vorzugsweise etwa
0,3 mm aufgetragen wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der anorganische Kleber mit einem gezahnten Rakel oder einer Düse aufgetragen wird.