Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Kabelbearbeitungseinrichtung mit mehreren Bearbeitungsstationen
zur Konfektionierung eines Kabels, umfassend einen Schwenkarm mit einem Schwenkarmkopf,
der eine Kabelführung, einen in eine Offen- und Geschlossenstellung bringbaren Kabelgreifer,
ein Führungsrohr und eine Zuführeinrichtung zur Förderung des Kabels durch die Kabelführung,
den Kabelgreifer und das Führungsrohr zu den Bearbeitungsstationen.
Stand der Technik
[0002] Eine solche Kabelbearbeitungseinrichtung ist aus der
EP 1548903 bekannt. Die Kabelführung, der Kabelgreifer und das Führungsrohr haben dabei eine
gemeinsame Mittelachse und sind gemeinsam dazu bestimmt, ein zu konfektionierendes
Kabel im erforderlichen Maße von einer Kabeltrommel in Richtung des vorderen Endes
des Schwenkarmkopfes und von diesem aufeinanderfolgend zu verschiedenen Bearbeitungsstationen
zu transportieren und mit deren Hilfe zu konfektionieren. Der Schwenkarmkopf führt
zu diesem Zweck Schwenkbewegungen aus sowie in Richtung der Längsachse des Schwenkarms
hin- und hergehende Bewegungen. Dabei dient der Kabelgreifer dazu, das Kabel gegen
eine axial gerichtete Relativverschiebung in dem Schwenkarmkopf zu sichern, während
dieser zurückgezogen wird, um z.B. das vordere Ende des Kabels abzuisolieren. Um den
dazu erforderlichen, festen Halt an dem Kabel zu sichern, besteht der Kabelgreifer
zumeist aus einem zangenartigen Gebilde, dass das Kabel mit kammartigen Spannbacken
mit mehreren Greiffingern zugleich beiderseits umgreift und das einen prismatischen
Kabeldurchlass variablen Querschnittes hat, der es erlaubt, Kabel mit unterschiedlichen
Durchmessern mit der nötigen Haltekraft zu fixieren. Die Spannbacken sind dazu motorisch
aufeinander zu und voneinander wegbewegbar und so ausgebildet, dass sie das Kabel
auf einer Klemmlänge von ca. 30 bis 50 mm erfassen. Zur Überführung des Kabelendes
eines neuen Kabels aus der Kabelführung in das Führungsrohr werden zunächst die Spannbacken
weit geöffnet und sodann das Kabelende aus der Kabelführung herausgezogen und manuell
in das Führungsrohr eingefädelt. Dies gestaltet sich sehr schwierig, weil dabei der
schlecht zugängliche Bereich des Kabelgreifers überbrückt werden muss. Das Einfädeln
ist außerdem sehr unfallträchtig, weil es im Schwenkbereich des Schwenkarms vorgenommen
werden muss.
Darstellung der Erfindung
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine solche Kabelbearbeitungseinrichtung
derart weiter zu entwickeln, dass neue Kabelenden unter Vermeidung von Handarbeit
und risikoreichen Manipulationen schnell in das Führungsrohr eingefädelt werden können.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einer Vorrichtung nach dem Oberbegriff durch
die kennzeichnenden Merkmale von Anspruch 1 gelöst. Auf vorteilhafte Weiterbildungen
nehmen die Unteransprüche Bezug.
[0005] Demgemäss ist es bei der erfindungsgemäßen Kabelbearbeitungseinrichtung vorgesehen,
dass das Führungsrohr parallel zu seiner Längsrichtung in einer Führung des Schwenkarmkopfes
verschiebbar gelagert und in der Offenstellung des Kabelgreifers durch diesen hindurch
mit der Kabelführung in Eingriff bringbar und in der Ruhelage in eine Position verschiebbar
ist, in der ihr vorderes Ende den Schwenkarmkopf um zumindest die Länge des Kabelgreifers
überragt.
[0006] Das Führungsrohr kann mittels einer Feder in die Ruheposition verschiebbar ausgebildet
sein. In diesem Falle ist kein interner motorischer Antrieb für die Verschiebung erforderlich.
Das Führungsrohr, dass zusammen mit dem Kabelgreifer und der Kabelführung auf einer
gemeinsamen Längsachse angeordnet ist, kann somit auf der Achse soweit in den Schwenkarmkopf
hineingeschoben oder gezogen werden, dass es den geöffneten Kabelgreifer durchdringt
und zumindest annähernd mit der Kabelführung in Eingriff gelangt. Auch sehr leicht
biegbare, flexible Kabelenden können daher gefahrlos und betriebssicher durch die
Kabelführung hindurch in das Düsenrohr bis zu dessen vorderem Ende vorgeschoben werden.
Das Düsenrohr, das eine Länge hat, die diejenige des Kabelgreifers übertrifft, kann
anschließend in seine normale Betriebsposition zurückverlagert werden, in der sie
das vordere Ende des Schwenkarmkopfes überragt, ohne dass die Gefahr besteht, dass
das eingeführte Kabel herunterfällt. Zweckmäßig ist das Düsenrohr mindestens doppelt
so lang wie der an der Oberfläche des Kabels anliegende Kabelgreifer.
[0007] Das Führungsrohr kann durch einen motorischen Antrieb bei geöffnetem Kabelgreifer
durch diesen hindurch verschoben und mit der Kabelführung in Eingriff bringbar ausgebildet
sein, beispielsweise durch einen elektromotorischen Antrieb oder durch eine Kolben-/Zylindereinheit,
in die ein druckbeaufschlagbares Strömungsmittel einspeisbar ist.
[0008] Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung ist es vorgesehen, dass das Führungsrohr mit
seiner vorderen Stirnfläche an einen festmontierten Anschlag anlegbar und durch eine
Längsverschiebung des Schwenkarms oder des Schwenkarmkopfes bei geöffnetem Kabelgreifer
durch diesen hindurch verschiebbar und mit der Kabelführung in Eingriff bringbar ist.
Diese Ausführung wird im Rahmen der Erfindung bevorzugt, weil der Schwenkarm bzw.
der Schwenkarmkopf die zum Einfädeln eines neuen Kabelendes erforderlichen Relativbewegungen
des Führungsrohrs ohnehin programmgesteuert ausführen kann, ohne dass es dazu eines
eigenen Antriebs oder einer eigenen Steuerung bedarf. Außerdem entfällt das Gewicht
eigenen Antriebs sowie eine eigene Steuerung zu dessen Betätigung für die korrekte
Durchführung der Relativverschiebungen des Führungsrohrs sowie die Störanfälligkeit
einer eigenen Energiezuführung für den Antrieb.
[0009] Das Führungsrohr kann einen Kabeldurchlass haben, der an dem der Kabelführung zugewandten
Ende hohlkegelig erweitert ist, wobei die Kabelführung an dem dem Führungsrohr zugewandten
Ende kegelig verjüngt und dadurch selbstzentrierend mit dem Führungsrohr in Eingriff
bringbar ist. Auch unter Berücksichtigung des üblichen Spiels gelingt es dadurch,
die beiderseitigen Mündungen selbstzentrierend so passgenau miteinander in Eingriff
zu bringen, dass auch flexible Kabel eines sehr geringen Durchmessers vollautomatisch
und problemlos durchgeschoben werden können.
Kurzbeschreibung der Zeichnung
[0010] Eine beispielhafte Ausführung der Erfindung ist in der beiliegenden Zeichnung dargestellt.
Sie wird nachfolgend näher erläutert.
[0011] Es zeigen:
Fig. 1 den grundsätzlichen Aufbau eines Schwenkarms in einer seitlichen Ansicht
Fig. 2 einen Ausschnitt aus Fig. 1 im Bereich des Schwenkarmkopfes in längsgeschnittener
Darstellung
Fig. 3 den Bereich eines Schwenkarmkopfes im Bereich des Kabelgreifers in quergeschnittener
Darstellung
Ausführung der Erfindung
[0012] Die in Fig. 1 gezeigte Kabelbearbeitungseinrichtung dient zum aufeinanderfolgenden
Beschicken mehrerer Bearbeitungsstationen mit einem Kabel, das zu konfektionieren
ist und beispielsweise mit einem an das Ende anzucrimpenden Kontaktelement versehen
werden soll. Dazu muss das Kabelende zunächst abisoliert werden, was in einer ersten
Bearbeitungsstation geschieht, und das abisolierte Kabelende anschließend zur nächsten
Bearbeitungsstation überführt werden, in der es mit einem Crimpkontaktelement zusammengefasst
und damit unlösbar verbunden wird. Weitere Bearbeitungsvorgänge können sich in weiteren
Bearbeitungsstationen anschließen. Sie alle sind im Halbkreis um den um eine vertikale
Achse schwenkbaren Schwenkarm positioniert und werden programmgesteuert von dem Schwenkarm
in der jeweils erforderlichen Reihenfolge angefahren und durch Vor- und Rückwärtsbewegungen
des Schwenkarmkopfes bedient.
[0013] Der Schwenkarm 2 ist in einem Schlitten 10 gelagert, der in einer Schlittenführung
11 eines Drehtellers 12 parallel zu seiner Längsrichtung hin- und herverschiebbar
und mittels des Drehtellers um eine vertikale Achse 13 schwenkbar ist. Sowohl die
Hin- und Herbewegungen als auch die Schwenkbewegungen des Schwenkarmes 2 erfolgen
motorisch und programmgesteuert.
[0014] Der Schwenkarm 2 umfasst am vorderen Ende einen Schwenkarmkopf 3 und eine Kabelführung
4, einen mittels einer motorisch um ihre Achse verdrehbaren Welle 9 in eine Offen-
und Geschlossenstellung bringbaren Kabelgreifer 5 und ein Führungsrohr 6 sowie eine
nicht dargestellte Zuführeinrichtung zur Förderung des Kabels 1 durch die Kabelführung
4, den Kabelgreifer 5 und das Führungsrohr 6 zu den Bearbeitungsstationen.
[0015] Die Zuführeinrichtung ist außerhalb de Schwenkarms 2 angeordnet und in der Zeichnung
nicht dargestellt. Sie besteht zumindest aus einer Kabeltrommel, einer Richtstation
für das von der Kabeltrommel abgespulte Kabel und einem Kabelförderer, der durch zwei
Förderbänder gebildet sein kann, die zwischen sich das zu fördernde Kabel verpressen
und zugleich programmgesteuert in Richtung der Kabelführung 4 und des Schwenkarmkopfes
3 und des damit fluchtenden Führungsrohres 6 vorwärts bewegen.
[0016] Das Führungsrohr 6 ist parallel zu seiner Längsrichtung in einer Führung des Schwenkarmkopfes
3 verschiebbar gelagert und in der Offenstellung des Kabelgreifers 5 durch den Kabelgreifer
hindurch verschiebbar und mit der Kabelführung 4 in Eingriff bringbar. In der Ruhelage
ist das Führungsrohr 6 mittels einer Feder 7 in eine Ruheposition vorschiebbar, in
der ihr vorderes Ende den Schwenkarmkopf 3 um zumindest die Länge des Kabelgreifers
5 überragt.
[0017] Das Führungsrohr 6 kann durch einen motorischen Antrieb bei geöffnetem Kabelgreifer
mit der Kabelführung in Eingriff bringbar ausgebildet sein.
[0018] Demgegenüber ist bei der Ausführung nach den Fig. 1 und 2 das Führungsrohr 6 parallel
zu seiner Längsrichtung an einen Anschlag 8 anlegbar und gegen die Kraft der Feder
7 durch eine Längsverschiebung des Schwenkarms 2 bei geöffnetem Kabelgreifer 5 durch
diesen hindurch verschiebbar und mit der Kabelführung 4 in Eingriff bringbar. Zur
Rückwärtsverlagerung des Führungsrohrs 6 in seine Ruheposition bedarf es lediglich
eines Zurückziehens des Schwenkarms 2 in seiner Ausgangsposition. Dazu ist kein gesonderter
Eigenantrieb mit einer eigenen Steuerung für die Bewegungen des Führungsrohrs 6 erforderlich,
sondern es kann zu diesem Zweck der bereits vorhandene Antrieb und die Steuerung des
Schwenkarms 2, des Schwenkarmkopfes 3 und des Kabelgreifers 5 entsprechend erweitert
und mitverwendet werden. Eine tatsächliche Erweiterung der Hardware ist zumeist nicht
nötig, sondern es genügt eine entsprechende Programmierung zur Durchführung der nötigen
Bewegungen, um ein neues Kabel, ausgehend von dem Kabelförderer, vollautomatisch in
das Führungsrohr 6 zu überführen und mit dem Arbeitsvorgang fortzufahren.
[0019] Das Führungsrohr 6 hat zu diesem Zwecke einen Kabeldurchlass, der an dem der Kabelführung
4 zugewandten Ende hohlkegelig erweitert ist, wobei die Kabelführung 4 an dem dem
Führungsrohr 6 zugewandten Ende kegelig verjüngt und dadurch selbstzentrierend mit
dem Führungsrohr 6 in Eingriff bringbar ist. Auch sehr dünne und hochflexible Kabel
können dadurch nach dem Einführen in die Kabelführung 4 mit Hilfe des Kabelförderers
vollautomatisch bis an das vordere Ende des Führungsrohrs 6 vorgeschoben werden. Anschließend
wird der Schwenkarmkopf 3 von dem Anschlag 8 zurückgezogen und das Führungsrohr 6
entlastet, wobei es durch die Kraft der Feder 7 in dem Schwenkarmkopf 3 nach vorn
verschoben wird, bis sein Ringbund an einem Anschlag des Schwenkarmkopfes 3 anschlägt.
Das Führungsrohr 6 befindet sich damit in seiner Arbeitsposition und ist dazu geeignet,
das zu konfektionierende Kabel programmgesteuert den einzelnen Bearbeitungsstationen
zuzuführen.
[0020] Die Kabelführung 4 und das Führungsrohr 6 haben einen Innendurchmesser, der nur geringfügig
größer ist als der Außendurchmesser des zu konfektionierenden Kabels. Das metallische
Kabellitzen enthaltende Kabel kann daher auch von dem Kabelförderer durchschoben werden,
wenn es von nur geringem Durchmesser und großer Flexiblität ist.
1. Kabelbearbeitungseinrichtung mit mehreren Bearbeitungsstationen zur Konfektionierung
eines Kabels (1), umfassend einen Schwenkarm mit einem Schwenkarmkopf (3), der eine
Kabelführung (4), einen in eine Offen- und Geschlossenstellung bringbaren Kabelgreifer
(5) und ein Führungsrohr (6), wobei eine Zuführeinrichtung zur Förderung des Kabels
(1) durch die Kabelführung (4), den Kabelgreifer (5) und das Führungsrohr (6) zu den
Bearbeitungsstationen vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsrohr (6) parallel zu seiner Längsrichtung verschiebbar in einer Führung
des Schwenkarmkopfes (3) gelagert und in der Offenstellung des Kabelgreifers (5) alternativ
durch den geöffneten Kabelgreifer (5) hindurch mit der Kabelführung (4) in Eingriff
bringbar oder aus dem Bereich des Kabelgreifers (5) heraus in eine Ruheposition verschiebbar
ist, in der ihr vorderes Ende den Schwenkarmkopf (3) um zumindest die Länge des Kabelgreifers
(5) überragt.
2. Kabelführung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsrohr (6) mittels einer Feder in die Ruheposition verschiebbar ist.
3. Kabelführung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsrohr (6) durch einen motorischen Antrieb bei geöffnetem Kabelgreifer
(5) durch den Kabelgreifer (5) hindurch mit der Kabelführung (4) in Eingriff bringbar
ist.
4. Kabelführung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsrohr (6) an einen fest montierten Anschlag (8) anlegbar und durch eine
Längsverschiebung des Schwenkarms (2) oder des Schwenkarmkopfes (3) bei geöffnetem
Kabelgreifer (5) durch diesen hindurch mit der Kabelführung (4) in Eingriff bringbar
ist.
5. Kabelführung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsrohr (6) einen Kabeldurchlass hat, der an dem der Kabelführung (4) zugewandten
Ende hohlkegelig erweitert ist und das die Kabelführung (4) an dem dem Führungsrohr
(6) zugewandten Ende kegelig verjüngt und dadurch selbstzentrierend mit dem Führungsrohr
(6) in Eingriff bringbar ist.