(19)
(11) EP 1 818 450 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
08.04.2009  Patentblatt  2009/15

(21) Anmeldenummer: 06125085.8

(22) Anmeldetag:  30.11.2006
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
D21H 23/48(2006.01)
D21F 7/00(2006.01)

(54)

Vorhang-Auftragsvorrichtung

Curtain-coater

Dispositif de revêtement par rideau


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE SI SK TR

(30) Priorität: 10.02.2006 DE 102006006157

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
15.08.2007  Patentblatt  2007/33

(73) Patentinhaber: Voith Patent GmbH
89522 Heidenheim (DE)

(72) Erfinder:
  • Stellner, Bernd-Uwe
    89522 Heidenheim (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A2- 0 974 403
DE-A1- 19 823 686
WO-A-20/06008336
DE-U1- 20 320 514
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Vorhang-Auftragsvorrichtung zum Auftragen eines flüssigen bis pastösen Auftragsmediums, beispielsweise Streichfarbe, auf eine laufende Papier-, Karton- oder andere Faserstoffbahn in Maschinen zur Herstellung oder Veredelung der Faserstoffbahn, wobei das Vorhang-Auftragswerk aus mehreren Baugruppen, wie Vorhang-Auftragsdüse, Startrinne, Auffangwanne, Luftgrenzschicht-Bekämpfungseinrichtung besteht, wobei wenigstens eine der Baugruppen (I, II, III, IV) eine Verschiebeeinheit bildet.

    [0002] Zur Beschichtung einer laufenden Papier-, Karton- oder anderen Faserstoffbahn sollen in zunehmenden Maße Vorhang-Auftragsvorrichtungen, sogenannte Curtain Coater eingesetzt werden. Mit diesen modernen Vorrichtungen ist es nämlich möglich, Konturstriche auf die Oberfläche der Faserstoffbahn derart aufzubringen, dass nur die Menge, die auf der Faserstoffbahn verbleiben soll auch aufzubringen ist. Beim Auftragen berühren keine Bauteile der Auftragsvorrichtung die empfindliche Bahn, was ebenfalls ein Vorteil der Vorrichtung ist. Mit der Vorhang-Auftragsvorrichtung, welche insbesondere die o.g. Bauteile aufweist, wird das aufzutragende Medium in Form eines frei fallenden Vorhanges, der aus der Baugruppe Auftragsdüse fällt, an die Faserstoffbahn abgegeben. Diese Baugruppe sowie die Baugruppe Luftgrenzschicht-Bekämpfungseinrichtung, Startrinne und ggf. eine die Bahn führende Saugwalze (bei von oben herkommender Bahnführung) sind oberhalb der Faserstoffbahn angeordnet, während Baugruppen, wie Auffangrinne und Bahnleitelemente unterhalb angeordnet sind. Alle Baugruppen bzw. Teile der Baugruppen sind sozusagen maschinenbreit (also mindestens bahnbreit) ausgeführt und können demnach Breiten von 10m und mehr erreichen, was wiederum mit entsprechend hohen Gewichten verbunden ist.

    [0003] Eine für Servicezwecke (z.B. für Reparaturen und Reinigung) notwendige Zugänglichkeit zwischen den einzelnen Bauteilen ist gegenwärtig noch nicht zufriedenstellend.

    [0004] In diesem Zusammenhang wird auf die DE 203 20514 U1 verwiesen.In dieser Druckschrift ist eine Verstellmöglichkeit des Auftragswerkes bzw. seines Abgabeteils zwischen einer Auffangposition und einer Auftragsposition während des Beschichtungsbetriebes offenbart.

    [0005] Die von den herkömmlichen Streich-Vorrichtungen, wie Bladecoater, Freistrahl-Auftragsvorrichtungen usw. bekannten Schwenkbewegungen der einzelnen Baugruppen, wie Rakelbalken oder Freistrahldüsen, zur Schaffung von freien Zugangsstellen für Servicepersonal, ist bei Vorhang-Auftragsvorrichtungen nicht praktikabel. Das resultiert daraus, dass die hier vorhandenen Baugruppen sich bei bekannten Schwenkbewegungen gegenseitig beeinflussen würden, weil hier auch oberhalb der Faserstoffbahn Baugruppen derselben Vorrichtung vorhanden sind.

    [0006] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Vorhang-Auftragsvorrichtung anzugeben, bei der die einzelnen Baugruppen der Vorrichtung einfach und schnell zugänglich sind.

    [0007] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass wenigstens eine der Baugruppen an einer Linearführung angeordnet ist und in Maschinenlängsrichtung von einer Betriebsposition in eine Serviceposition und zurück derart verschiebbar ist, dass zwischen einzelnen gewünschten Baugruppen ein für Servicepersonal begehbarer Zwischenraum entsteht.

    [0008] Dadurch ist eine gute Zugangsmöglichkeit zu den jeweiligen Bauteilen der Baugruppen geschaffen.
    Vom Service- bzw. Bedienpersonal können daher Wartungsarbeiten, Entfernung von beispielsweise Papierfetzen nach einem Abriss, Austausch von Bauteilen, Positionierung der Baugruppen zueinander, sonstige Reinigungsarbeiten einfach, schnell und sicher durchgeführt werden.

    [0009] Als Vorteil ist dabei anzusehen, dass der Auftragsmediumskreislauf - sofern die Vorhang-Auftragsdüse nicht selbst Gegenstand der Reinigung oder einer sonstigen Wartung ist - nicht unterbrochen werden muss.

    [0010] Zur Aufrechterhaltung des "Farbkreislaufes" um ein Eintrocknen und Verstopfen der Auftragsdüse zu vermeiden, ist es lediglich notwendig, Vorhang-Auftragsdüse und Startrinne gleichzeitig und in derselben Richtung zu verschieben.

    [0011] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Vorrichtung kann darin bestehen, dass jede Baugruppe bzw. jede Verschiebeeinheit eine eigene Linearführung aufweist.
    Unter Verschiebeeinheit ist also jedes Bauteil der betreffenden Baugruppe zu verstehen, welches bei der translatorischen Bewegung mit bewegt wird.

    [0012] In bestimmten Fällen kann es sinnvoll sein, wenn mehrere Baugruppen bzw. Verschiebeeinheiten auf einer gemeinsamen Linearführung angeordnet sind. Der Herstellungs- und Montageaufwand der Vorrichtung ist dadurch relativ gering. Außerdem kann damit ein gewünschter Platzbedarf besonders einfach und schnell geschaffen werden. Als Beispiel hierfür sei der Tragkörper für das Bahnleitelement, die Auffangrinne und die Startrinne genannt.

    [0013] Alternierend ist es möglich, dass einzelne Baugruppen anstelle der Anordnung an der Linearführung verschwenkbar oder auch feststehend angeordnet sind. So ist es in diesem Zusammenhang besonders sinnvoll, die oberhalb der Faserstoffbahn angeordnete Luftgrenzschicht- Bekämpfungseinrichtung schwenkbar anzuordnen, aber den Tragkörper für das Bahnleitelement, das beispielsweise eine Blas- oder Saugwalze (vom Unternehmen der Anmelderin als so genannter TopTurn bezeichnet und vertrieben) ist, fest auf dem Maschinenboden anzuordnen.

    [0014] In diesem Zusammenhang soll erwähnt sein, dass die Vorhangdüse immer verschiebbar sein sollte. Sie kann dadurch immer in derselben vertikalen Wirkposition verbleiben, so dass sich dadurch bessere Gießeffekte, d.h. Effekte zur stabilen Ausbildung des Vorhanges beim Abgeben des Auftragsmediums ergeben, als diese bei geschwenkter Düse der Fall wären. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass nicht jeder Winkel zwischen abgegebenem Vorhang und der Austrittsdüse optimal ist. Mit einer vertikal gerichteten ist ein vertikaler Vorhang erzeugbar, ohne dass Rückströmeffekte entstehen.

    [0015] Außerdem kann es sehr zweckmäßig sein, wenn zumindest eine der Verschiebeeinheiten wenigstens eine verschiebbare Unterbaugruppe aufweist, die wiederum an einer Linearführung angeordnet ist und diese Linearführung mit der Verschiebeeinheit verbunden ist. Sinn dieser Ausgestaltung ist, die Unterbaugruppe getrennt von der übergeordneten Baugruppe beweglich zu machen. Als Beispiel dafür sei die Vorhang-Auftragsdüse genannt. Die gesamte Düse kann an einer Linearführung aufgehängt sein und kann so in die gewünschte Position gebracht bzw. geschoben werden. Die Düse ist aus verschiedenen Gründen (einfachere Fertigung, bessere Reinigungsmöglichkeit) meistens aus zwei Halbschalen gefertigt. Die Halbschalen oder Düsenhälften sind an eigenen Linearführungen am Auftragskopf aufgehängt und lassen sich zusätzlich zur möglichen Verschiebung des Auftragskopfes bzw. der Gesamtdüse ebenfalls verschieben. Durch das Zusammenschieben wird die Auftragsdüse gebildet und durch das Auseinanderschieben erreicht man wieder Einzelhälften, die sich besser reinigen lassen. Diese Unterbaugruppen d.h. die hier beispielsweise genannten voneinander durch Verschiebung trennbaren Halbschalen sind dadurch besonders gut zugänglich. Das ist bei jeder einstellbaren Gesamt-Verschiebeposition der Fall.

    [0016] Im Rahmen der Erfindung wird vorgeschlagen, die Linearführung aus zwei parallel zueinander angeordneten Führungsschienen und vier Führungswagen mit Wälzkörpern zu fertigen. Eine solche Linearführung ist wartungsfrei. Außerdem erlaubt die erfindungsgemäße Linearführung ein manuelles Verschieben, trotz des hohen Gewichtes der oftmals über 10m breiten Bauteile bzw. Baugruppen.

    [0017] Die Linearführung kann darüber hinaus sowohl als hydrostatische Lagerung als auch als Luftlagerung ausgeführt sein.

    [0018] Die Baugruppen bzw. die Verschiebeinheiten sind in ihren Betriebspositionen und ihren verschobenen End- d.h. Servicepositionen aus Funktions- und Sicherheitsgründen fixierbar.

    [0019] Außerdem lassen sich die Baugruppen bzw. Verschiebeeinheiten wie schon beschrieben manuell, aber auch motorisch bewegen.

    [0020] Im Übrigen soll darauf hingewiesen werden, dass eine Verschiebung der Baugruppen bzw. Verschiebeeinheiten erfolgt, wenn kein Auftrag auf die Faserstoffbahn stattfindet.

    [0021] Die erfindungsgemäße Vorrichtung bietet den Vorteil, dass zwischen den einzelnen Baugruppen bzw. Verschiebeeinheiten eine ausreichend gute Begehbarkeit bei kleinstem Bauraum für die Auftragsvorrichtung gewährleistet ist. Dadurch dass alle Bewegungen, insbesondere Verschiebungen in derselben Ebene durchgeführt werden, ist nur der Bauraum von einem einzigen Durchgang notwendig, um die Zugänglichkeit zu jeder einzelnen Verschiebeeinheit zu gewährleisten. Die Verschiebeeinheiten müssen dazu nur soweit auseinander geschoben werden, dass der gewünschte Zugang frei wird.
    Sollte entsprechend mehr Bauraum notwendig sein, können auch alle Zwischenräume begehbar gemacht werden. Auf jeden Fall erreicht man ein nur geringes Gefahrenpotential.
    Aufgrund der gewählten Linearführungen ist eine leichte Betätigungsart möglich. Endlagen der Baugruppen oder auch einzelner Bauteile sind beliebig wählbar und dann auch fixierbar. Bei beabsichtigter fallender Bahnführung sind darüber hinaus erstmals Feineinstellungen der Bahnneigung aufgrund der guten Zugänglichkeit von Bauteilen möglich.

    [0022] Anhand eines Ausführungsbeispieles soll die Erfindung näher erläutert werden.

    [0023] Die Figuren 1 bis 5 zeigen in schematischer Darstellung ein und dieselbe erfindungsgemäße Vorhang-Auftragsvorrichtung mit verschieden eingestellten Positionen der einzelnen Baugruppen zueinander

    [0024] In der Figur 1 ist eine Vorhang-Auftragsvorrichtung in Betriebsposition der Baugruppen und mit eingezogener zu beschichtender Faserstoffbahn gezeigt, anhand der der Aufbau der Vorrichtung erläutert werden soll.

    [0025] In den übrigen Figuren sind prinzipiell dieselben Bauteile bzw. Baugruppen vorhanden, sollen aber nur insoweit beschrieben werden, wie Änderungen gegenüber den anderen Figuren vorhanden sind.

    [0026] Die Vorhang-Auftragsvorrichtung, welche sich auch als Vorhang-Auftragswerk oder Curtain Coater bezeichnen lässt, ist in der Seitenansicht, d.h. von der Führer- oder der Triebseite aus, mit Blick auf die Querposition einer Herstellungs- oder Veredelungs- bzw. Streichmaschine gezeigt.

    [0027] Die Vorhang-Auftragsvorrichtung besteht aus mehreren Baugruppen. Im Wesentlichen sind das die Baugruppen I bis IV, wobei Baugruppe I einen Vorhang-Auftragskopf 1 mit einer Auftragsdüse 2 und einen aus dieser Auftragsdüse abgegebenen Vorhang 3 an Auftragsmedium M repräsentiert.
    Die Baugruppe II soll eine Luftgrenzschicht- Bekämpfungseinrichtung 4, die beispielsweise die mit der schnelllaufenden Faserstoffbahn B mitströmende Luftgrenzschicht absaugt und diese dadurch vom Auftragsort O fernhält, darstellen.
    Die Baugruppe III besteht aus einem Tragkörper 5 für eine vorhandene Auffangwanne 6 zum Auffangen des Auftragsmediums M bzw. des Vorhanges 3, wenn keine Faserstoffbahn eingezogen ist, die Auftragsdüse 2 aber dennoch Auftragsmedium abgibt. Der Tragkörper 5 dient außerdem als Stütze für ein Bahnleitelement 7, beispielsweise einem so genannten TopTurn, welches die Faserstoffbahn B dem Auftragsort O zuführt.
    Die Baugruppe IV besteht ebenfalls aus einem Tragkörper 8 für eine so genannte Startrinne 9. Dieses Startrinne 9 ist zugleich eine Rinne zum Auffangen des schon oder noch laufenden Vorhanges beim Beginn und der Beendigung des Auftragsprozesses.

    [0028] Die Auftragsdüse 2 ist aus zwei Halbschalen 2.1 und 2.2 gefertigt und stellt damit sozusagen eine Unterbaugruppe V dar.

    [0029] Die einzelne Baugruppen I, II, III, IV, V bilden Verschiebeeinheiten, d.h. die zu einer Baugruppe gehörenden Bauteile werden gemeinsam verschoben. Das erfolgt so, indem die jeweiligen Baugruppen bzw. Verschiebeeinheiten an handelsübliche entweder mit Wälzkörpern ausgestattete oder auf hydrostatischem oder mit Luftlagerung arbeitenden Linearführungen angeordnet sind. Die Anordnung ist derart getroffen, dass Linearführungen 10, auf denen die betreffenden Baugruppen III und IV aufliegen und gleiten, unterhalb der Faserstoffbahn B auf dem Maschinenboden 11 angebracht sind. Außerdem sind Linearführungen 12 vorhanden, an denen die Baugruppen I und II aufgehängt sind und gleiten. Diese Linearführungen 12 befinden sich deshalb oberhalb der Faserstoffbahn B und sind an Längstraversen 13 der Maschine befestigt.

    [0030] Die besagten Baugruppen bzw. Verschiebeinheiten I bis V lassen sich dadurch auf einfache Weise in Maschinenlängsrichtung MD horizontal von der in Figur 1 gezeigten Betriebsposition in verschiedene Servicepositionen, wie in den Figuren 2 bis 5 gezeigt ist, und zurück zur in Figur 1 gezeigten Betriebsposition verschieben.
    Das erfolgt derart, dass zwischen den besagten einzelnen Baugruppen I bis IV ein für Servicepersonal P begehbarer Zwischenraum bzw. Durchgang bzw. bei Baugruppe V zur Reinigung oder Wartung oder dergleichen der Halbschalen 2.1 und 2.2 der notwendige Freiraum vorhanden ist. Zur Verschiebung dieser Bauteile 2.1 und 2.2 sind weitere Linearführungen 14 an der Baugruppe I bzw. dem Vorhang-Auftragskopf 1 angebracht.

    [0031] In den Beispielen der Figuren 1 bis 5 ist im Übrigen zu sehen, dass mehrere Baugruppen, d.h. Baugruppe III und IV auf einer gemeinsamen Linearführung, nämlich Linearführung 10 angeordnet sind, wohingegen die Baugruppen I und II an der gemeinsamen Linearführung 12 angeordnet sind.

    [0032] Die Linearführungen 10, 12 und 14 bestehen jeweils aus zwei parallel zueinander angeordneten und in Maschinenrichtung MD sich erstreckende Führungsschienen 15, auf bzw. an denen zur Verfahrbarkeit der Baugruppen I bis V jeweils vier Führungswagen 16 gleiten oder über nicht dargestellte Wälzkörper abrollen.

    [0033] Man erkennt im Übrigen noch aus der Darstellung in Figur 1, dass im Betriebszustand der Vorrichtung alle Baugruppen I bis V eng aneinander geschoben und ohne Durchgänge zu bilden, eingestellt und fixiert sind.

    [0034] In Figur 2 ist dagegen dargestellt, wie ein Zugang bzw. Durchgang für das Servicepersonal P zur an ihrem Platz verbliebenen Luftgrenzschicht-Bekämpfungseinrichtung 4 der Baugruppe II geschaffen ist. Man erkennt hierbei noch eine vorhandene, in ortsfester Position angeordnete Bahnleitwalze 17, die in der Betriebsposition die Faserstoffbahn B von oben her dem Auftragsort O zuführt. Verschoben wurden allerdings die Baugruppe I nach rechts, sowie die Baugruppen II und IV ebenfalls nach rechts und zwar so , dass alle die Auftragsdüse 2 genau über der Auffangwanne 6 steht und gegebenenfalls nachlaufendes Auftragsmedium M auffangen kann, ohne die Maschine zu verschmutzen.

    [0035] Figur 3 zeigt einen für das Servicepersonal P geschaffenen Zugang zum Auftragskopf 1. Hierbei sind gegenüber der in Figur 1 gezeigten Position die Baugruppen II, III und IV unverändert geblieben. Lediglich wurde die Baugruppe I einschließlich ihres Auftragskopfes 1 nach rechts verschoben und zusätzlich die Unterbaugruppe V mit ihren Halbschalen 2.1 und 2.2 der Auftragsdüse 2 auseinander geschoben. Hierbei erfolgte die Verschiebung so, dass sich die geöffnete Auftragsdüse genau über der Startrinne 9 befindet, wodurch Reinigungsmedium aufgefangen werden kann.

    [0036] In Figur 4 ist ein geschaffener Zugang zum Bahnleitelement 7 dargestellt. Dazu ist die Baugruppe III unter die Baugruppe II nach links verschoben. Zusätzlich ist die Baugruppe IV nach rechts verschoben, so dass der Durchgang ausreichend groß für das Servicepersonal P wird. Die Baugruppe I, also der Auftragskopf 1 befindet sich noch in seiner Betriebsstellung, könnte allerdings ebenfalls noch gewünschter maßen verschoben sein.

    [0037] Schließlich zeigt die Figur 5 die Schaffung von mehr als einem Zwischenraum. Hier sind als Beispiel alle Baugruppen auseinander geschoben, so dass für Servicezwecke dem Personal P gut begehbare Freiräume zur Verfügung stehen, wodurch auch die Arbeitssicherheit erhöht wird. Es können hier gleichzeitig mehrere Personen arbeiten, wodurch das Abstellen der Maschine, besser gesagt der Auftragsprozess einen wesentlich kürzeren Zeitraum als bisher einnimmt.
    Zusätzlich und stellvertretend für die Möglichkeit bei den anderen Figuren ist dargestellt, dass die Luftgrenzschicht-Bekämpfungseinrichtung 4, also Baugruppe II anstelle an einer Linearführung 11 zu gleiten, auch verschwenkbar um einen Drehpunkt 16 gehalten sein kann. Auch sind hier deutlich die geöffnete Auftragsdüse 2 bzw. die an der Linearführung 12 auseinander geschobenen Halbschalen 2.1 und 2.2 dargestellt, die sich hier wieder über der Startrinne zum Auffangen von Reinigungsmedium oder Farbresten befindet.

    [0038] Die Verschiebung der einzelnen Baugruppen an oder auf den Linearführungen 10, 12, 14 kann vorzugsweise elektrische Energie sparend selbst bei großen Maschinenbreiten von ca. 10 m und mehr manuell erfolgen, ist aber selbstverständlich auch auf motorischem Wege möglich. Die Linearführungen erlauben dies, weil dabei Reibwerte zu überwinden, nicht aber das ganze Gewicht der Baugruppen, wie bei Schwenkbewegungen.

    [0039] Nachzutragen ist, dass eine Verschiebung der Baugruppen bzw. Verschiebeeinheiten außerhalb des Streichbetriebes erfolgt, also wenn kein Auftrag auf die Faserstoffbahn stattfindet.

    [0040] Die Anordnungen erlauben es auch, dass in der Serviceposition der einzelnen Baugruppen I bis V, d.h. während eines Wartung- oder Reinigungsbetriebes ein Umlauf an Auftragsmedium aufrecht erhalten werden kann. Dadurch werden Antrocknungen und Ablagerungen an allen Medium führenden Bauteilen verhindert.

    Bezugszeichenliste



    [0041] 
    I
    Baugruppe
    1
    Vorhang-Auftragskopf
    2
    Auftragsdüse
    3
    Vorhang
    II
    Baugruppe
    4
    Luftgrenzschicht-Bekämpfungseinrichtung
    III
    Baugruppe
    5
    Tragkörper
    6
    Auffangwanne
    7
    Bahnleitelement
    IV
    Baugruppe
    8
    Tragkörper
    9
    Startrinne
    V
    Unterbaugruppe
    2.1, 2.2
    Halbschale
    10
    Linearführung
    11
    Maschinenboden
    12
    Linearführung
    13
    Längstraversen
    14
    Linearführung
    15
    Führungsschiene
    16
    Führungswagen
    17
    Bahnleitwalze
    18
    Drehpunkt
    B
    Faserstoffbahn
    M
    Auftragsmedium
    O
    Auftragsort
    MD
    Maschinenlängsrichtung
    P
    Servicepersonal



    Ansprüche

    1. Vorhang-Auftragsvorrichtung zum Auftragen eines flüssigen bis pastösen Auftragsmediums (M), beispielsweise Streichfarbe, auf eine laufende Papier-, Karton- oder andere Faserstoffbahn (B) in Maschinen zur Herstellung oder Veredelung der Faserstoffbahn (B), wobei die Vorhang-Auftragsvorrichtung aus mehreren Baugruppen (I, II, III, IV), wie Vorhang-Auftragskopf (1), Startrinne (9), Auffangwanne (6), Luftgrenzschicht-Bekämpfungseinrichtung (4) besteht, wobei wenigstens eine der Baugruppen (I, II, III, IV) eine Verschiebeeinheit bildet, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine der Baugruppen (I, II, III, IV)
    an einer Linearführung (10, 12) angeordnet ist und in Maschinenlängsrichtung (MD) horizontal von einer Betriebsposition in eine Serviceposition und zurück derart verschiebbar ist, dass zwischen einzelnen wählbaren Baugruppen (I, II, III, IV) ein für Servicepersonen (P) begehbarer Zwischenraum entsteht.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    jede Baugruppe (I, II, III, IV) bzw. Verschiebeeinheit eine eigene Linearführung (10, 12) aufweist.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    mehrere Baugruppen (I, II, III, IV) bzw. Verschiebeeinheiten auf einer gemeinsamen Linearführung (10, 12) angeordnet sind.
     
    4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    wenigstens eine Baugruppe (I, II, III, IV) anstelle der Anordnung an der Linearführung (10, 12) verschwenkbar oder auch feststehend angeordnet ist.
     
    5. Vorrichtung nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    eine Baugruppe (I) bzw. Verschiebeeinheit wenigstens eine verschiebbare Unterbaugruppe (V, 2.1, 2.2) aufweist, die wiederum an einer Linearführung (14) angeordnet ist und diese Linearführung (14) mit der betreffenden Baugruppe (I) verbunden ist.
     
    6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    die Linearführung (10, 12, 14) jeweils aus zwei parallel zueinander angeordneten Führungsschienen (15) und vier Führungswagen (16) mit Wälzkörpern besteht.
     
    7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    die Linearführung (10, 12, 14) als hydrostatische Lagerung ausgeführt ist.
     
    8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    die Linearführung (10, 12, 14) als Luftlagerung ausgeführt ist.
     
    9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    wenigstens eine Baugruppe (I, II, III, IV, V) bzw. die Verschiebeinheit und die Unterbaugruppe in ihrer Betriebsposition und ihrer verschobenen End- bzw. Serviceposition fixierbar ist.
     
    10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    wenigstens eine Baugruppe (I, II, III, IV, V) bzw. Unterbaugruppe manuell oder motorisch verschiebbar ist.
     


    Claims

    1. Curtain coater for applying a liquid to pasty application medium (M), for example coating colour, to a moving paper, board or other fibrous web (B) in machines for producing or finishing the fibrous web (B), the curtain coater comprising a plurality of structural groups (I, II, III, IV), such as a curtain applicator head (1), starting chute (9), collecting trough (6), air boundary layer countering device (4), at least one of the structural groups (I, II, III, IV) forming a displacement unit,
    characterized in that
    at least one of the structural groups (I, II, III, IV) is arranged on a linear guide (10, 12) and can be displaced horizontally in the machine longitudinal direction (MD) from an operating position into a service position and back again in such a way that an interspace that can be entered by service personnel (P) is produced between individual selectable structural groups (I, II, III, IV).
     
    2. Coater according to Claim 1, characterized in that each structural group (I, II, III, IV) or displacement unit has an individual linear guide (10, 12).
     
    3. Coater according to Claim 1, characterized in that a plurality of structural groups (I, II, III, IV) or displacement units are arranged on a common linear guide (10, 12).
     
    4. Coater according to one of Claims 1 to 3, characterized in that, instead of the arrangement on the linear guide (10, 12), at least one structural group (I, II, III, IV) is arranged such that it can be pivoted or else is stationary.
     
    5. Coater according to Claim 1, characterized in that one structural group (I) or displacement unit has at least one displaceable subassembly (V, 2.1, 2.2) which is in turn arranged on a linear guide (14), and this linear guide (14) is connected to the relevant structural group (I).
     
    6. Coater according to one of Claims 1 to 5, characterized in that the linear guide (10, 12, 14) in each case comprises two guide rails (15) arranged parallel to each other and four guide carriages (16) having rolling elements.
     
    7. Coater according to one of Claims 1 to 5, characterized in that the linear guide (10, 12, 14) is implemented as a hydrostatic bearing.
     
    8. Coater according to one of Claims 1 to 5, characterized in that the linear guide (10, 12, 14) is implemented as an air bearing.
     
    9. Coater according to one of Claims 5 to 8, characterized in that at least one structural group (I, II, III, IV, V) or the displacement unit and the subassembly can be fixed in their operating position and their displaced end or service position.
     
    10. Coater according to one of Claims 5 to 9, characterized in that at least one structural group (I, II, III, IV, V) or subassembly can be displaced manually or by a motor.
     


    Revendications

    1. Dispositif de revêtement par rideau pour déposer un fluide de revêtement liquide ou pâteux (M), par exemple une encre de couchage, sur une bande de papier, de carton ou d'une autre matière fibreuse en mouvement (B) dans des machines de fabrication ou de traitement de la bande de matière fibreuse (B), dans lequel le dispositif de revêtement par rideau se compose de plusieurs modules (I, II, III, IV), comme une tête de revêtement par rideau (1), une goulotte de démarrage (9), une cuvette de réception (6), un dispositif de suppression de la couche limite d'air (4), dans lequel au moins un des modules (I, II, III, IV) forme une unité coulissante, caractérisé en ce qu'au moins un des modules (I, II, III, IV) est disposé sur un guide linéaire (10, 12) et peut coulisser horizontalement dans la direction longitudinale de la machine (MD), entre une position de fonctionnement et une position d'entretien et inversement, de telle manière qu'il existe entre des modules individuels à choisir (I, II, III, IV) un espace intermédiaire accessible à du personnel d'entretien (P).
     
    2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que chaque module (I, II, III, IV) ou unité coulissante présente son propre guide linéaire (10, 12).
     
    3. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que plusieurs modules (I, II, III, IV) ou unités coulissantes sont disposés sur un guide linéaire commun (10, 12).
     
    4. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'au moins un des modules (I, II, III, IV) est disposé de façon pivotante ou immobile au lieu d'être disposé sur le guide linéaire (10, 12).
     
    5. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'un module (I) ou une unité coulissante présente au moins un sous-groupe coulissant (V, 2.1, 2.2), qui est de nouveau disposé sur un guide linéaire (14) et ce guide linéaire (14) est assemblé au module concerné (I).
     
    6. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le guide linéaire (10, 12, 14) se compose chaque fois de deux rails de guidage (15) disposés parallèlement l'un à l'autre et de quatre chariots de guidage (16) avec des corps de roulement.
     
    7. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le guide linéaire (10, 12, 14) est réalisé en forme d'appui hydrostatique.
     
    8. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le guide linéaire (10, 12, 14) est réalisé en forme d'appui pneumatique.
     
    9. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 5 à 8, caractérisé en ce qu'au moins un module (I, II, III, IV, V) ou l'unité coulissante et le sous-groupe peut être fixé dans sa position de fonctionnement et dans sa position d'extrémité ou d'entretien déplacée.
     
    10. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 5 à 9, caractérisé en ce qu'au moins un module (I, II, III, IV, V) ou un sous-groupe peut être déplacé à la main ou à l'aide d'un moteur.
     




    Zeichnung











    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente