[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erstellen einer Bohrung im Boden durch Verdrängerbohren,
bei dem ein Bohrstrang, der in einem unteren Bereich zumindest einen querschnittsvergrößerten
Verdrängerbereich aufweist, drehend in den Boden eingefahren wird, Betriebsparameter
des Bohrstranges beim Einfahren des Bohrstranges in den Boden erfasst werden und die
Betriebsparameter zur Bestimmung der Tragfähigkeit der Bohrung herangezogen werden,
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Die Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung zum Erstellen einer Bohrung im Erdboden
durch Verdrängerbohren gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 8. Eine solche Vorrichtung
ist ausgebildet mit einem Bohrstrang, der in einem unteren Bereich zumindest einen
querschnittsvergrößerten Verdrängerbereich aufweist, und einer Antriebseinrichtung
zum drehenden Antreiben und axialen Verschieben des Bohrstranges, wobei Mittel zum
Erfassen von Betriebsparametern des Bohrstranges beim axialen Einfahren des Bohrstranges
in den Boden vorgesehen sind, und wobei eine Recheneinrichtung vorgesehen ist, welche
die Betriebsparameter zur Bestimmung der Tragfähigkeit der Bohrung in eine mathematische
Beziehung setzt.
[0003] Ein gattungsgemäßes Verfahren und eine gattungsgemäße Vorrichtung sind beispielsweise
aus der
EP 1 277 887 A2 bekannt.
[0004] Bei einem bekannten Verdrängerbohrverfahren wird ein Bohrstrang, der im Bereich seines
bodenseitigen Endes einen Verdrängerbereich aufweist, in den Boden eingebracht. In
diesem Verdrängerbereich ist der Bohrstrang verglichen mit darunter angeordneten Bohrstrangbereichen
durchmessergrößer ausgebildet. Im Verdrängerbereich wird anstehendes Bohrmaterial
unter Ausbildung eines Hohlraumes und unter Verdichtung benachbarter Bodenbereiche
radial bezüglich dem Bohrstrang verdrängt. In den entstehenden Hohlraum kann ein Füllmaterial
zur Bildung eines Gründungselementes eingebracht werden. Verfahren zum Verdrängerbohren
gehen beispielsweise aus der
DE 103 44 353 A1 und der
DE 42 20 976 C1 hervor.
[0005] Zur Tragfähigkeitsbestimmung sind Rammsondierungen, beispielsweise der "Standard
Penetration Test" (SPT) bekannt. Beim Standard Penetration Test wird eine normierte
Rammsonde in den Boden eingebracht und die Zahl der Rammschläge gemessen, die für
das Einbringen der Sonde um eine bestimmte Distanz erforderlich sind. Durch Verrechnung
der ermittelten Schlagzahl mit empirischen Faktoren auf Basis der Bodenart kann die
Grenztragfähigkeit von Pfählen abgeschätzt werden. Bei einem Verdrängerbohrverfahren
kann ein solches Vorgehen jedoch vergleichsweise aufwändig sein, da zusätzlich zur
Bohreinrichtung auch eine Rammeinrichtung bereitgestellt werden muss. Darüber hinaus
kann die Genauigkeit für bestimmte Anwendungsfelder nicht hinreichend hoch sein.
[0006] Die
EP 0 842 329 B1 offenbart ein Bohrverfahren, bei dem anstehendes Bodenmaterial mittels einer Bohrschnecke
längs eines Bohrgestänges zutage gefördert wird, ohne dass ein radiales Verdrängen
gegeben ist. Dabei ist vorgesehen, die Drehgeschwindigkeit, die Eindringrate und/oder
das Drehmoment an der Bohrschnecke zu bestimmen und derart zu kontrollieren, dass
die Schneckenwendeln mit Bodenmaterial beladen sind, welches von der Schneckenspitze
stammt. Insbesondere soll die Eindringgeschwindigkeit so an die Fördergeschwindigkeit
des Schneckenbohrers angepasst werden, dass weder zu viel Material gefördert wird
und ein Verstopfen der Schneckenwendeln droht, noch zu wenig Material gefördert wird
und ein Einstürzen des Bohrlochs droht.
[0007] Die
EP 1 229 172 A1 beschreibt ein Bohrverfahren, bei dem eine Bohrmaschine mit Sensoren ausgestattet
wird, um die dynamischen Eigenschaften des Bohrwerkzeuges zu bestimmen. Die Messwerte
dieser Sensoren werden für aufeinander folgende Tiefen gespeichert. Für jede Tiefe
wird aus den gespeicherten Messungen mindestens eine Variable berechnet, welche die
Qualität des Bodens wiedergibt.
[0008] Die
EP 0 401 119 A1 offenbart ein weiteres Bohrverfahren, bei dem Parameter aufgenommen werden.
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verdrängerbohrverfahren und eine Verdrängerbohrvorrichtung
anzugeben, welche in besonders einfacher und wirtschaftlicher Weise die Erstellung
von Bohrungen mit bekannter Tragfähigkeit erlauben.
[0010] Die Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und eine Vorrichtung
mit den Merkmalen des Anspruchs 8 gelöst. Bevorzugte Ausführungsbeispiele des Verfahrens
sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0011] Beim erfindungsgemäßen Verfahren ist vorgesehen, dass Betriebsparameter des Bohrstranges
beim Einfahren des Bohrstranges in den Boden erfasst werden und dass die Betriebsparameter
zur Bestimmung der Tragfähigkeit der Bohrung herangezogen werden.
[0012] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass ein Zusammenhang zwischen den beim
Einbringen eines Verdrängerbohrwerkzeuges in den Boden herrschenden Betriebsparametern
und der Tragfähigkeit der hierbei entstehenden Bohrung besteht. Dieser Zusammenhang
kann unter anderem darin begründet liegen, dass beim Verdrängerbohren eine gezielte
radiale Verdrängung und somit Verdichtung des umgebenden Bodenmaterials stattfindet,
wobei die Verdichtungseigenschaften wiederum mit der Tragfähigkeit zusammenhängen.
[0013] Gemäß der Erfindung wird die Tragfähigkeit aufgrund von Messungen ermittelt, die
unmittelbar während des Herstellens der Verdrängerbohrung am Verdrängerbohrwerkzeug
getätigt werden. Das aufwändige Niederbringen spezieller Sondierungsbohrungen mittels
eigenständiger Sondierungsvorrichtungen kann somit entfallen, so dass erfindungsgemäß
ein besonders niedriger Aufwand und eine besonders hohe Wirtschaftlichkeit gegeben
sind. Da darüber hinaus die Tragfähigkeitsdaten unmittelbar an der eigentlichen Bohrung
selbst bestimmt werden können und nicht an von der Bohrung beabstandeten Sondierungsstellen
ermittelt werden müssen, ist erfindungsgemäß eine besonders genaue Tragfähigkeitsbestimmung
möglich, welche die Bodenverhältnisse an der eigentlichen Bohrung besonders gut widerspiegelt.
[0014] Geeigneterweise wird ein beim Einfahren des Bohrstranges im Boden gebildeter Hohlraum
mit einem insbesondere aushärtbaren Füllmaterial verfüllt, wodurch ein Gründungselement
erhalten werden kann. Bei der bestimmten Tragfähigkeit kann es sich in diesem Fall
um die Tragfähigkeit des Gründungselementes handeln. Das Verfüllen kann während und/oder
nach dem Einfahren des Bohrstranges erfolgen.
[0015] Gemäß der Erfindung werden zumindest das Drehmoment am Bohrstrang, die Eindringtiefe
des Bohrstranges pro Umdrehung und insbesondere die Eindringkraft des Bohrstranges
als Betriebsparameter herangezogen. Dies erlaubt eine besonders genaue Charakterisierung
des durchörterten Bodens und somit eine besonders genaue Bestimmung der Tragfähigkeit.
Es können zum Bestimmen der genannten Messgrößen auch weitere Messgrößen herangezogen
werden, die mit zumindest einer der genannten Messgrößen in einer Beziehung stehen.
Beispielsweise kann der Hydraulikdruck an einem Hydraulikdrehantrieb für den Bohrstrang
bestimmt werden und hieraus das Drehmoment am Bohrstrang ermittelt werden.
[0016] Ferner ist vorgesehen, dass zur Bestimmung der Tragfähigkeit der Bohrung ein Quotient
aus dem Drehmoment am Bohrstrang und der Eindringtiefe des Bohrstranges pro Umdrehung
gebildet wird und hieraus eine Tragfähigkeitskennzahl ermittelt wird.
[0017] Die Tragfähigkeitskennzahl α kann eine Funktion f des Quotienten des Drehmomentes
M am Bohrstrang zur Eindringtiefe des Bohrstranges pro Umdrehung

sein:
[0018] n

[0019] Insbesondere kann die Kennzahl α unmittelbar das Verhältnis vom Drehmoment M, mit
dem der Bohrstrang beaufschlagt wird, zur Eindringtiefe pro Umdrehung

sein:

[0020] Die Kennzahl α kann beispielsweise die Bodenart der durchörterten Bodenschicht charakterisieren.
[0021] Nach der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die ermittelten Betriebsparameter und/oder
die ermittelte Tragfähigkeitskennzahl zur Bestimmung der Tragfähigkeit mit einer Wertetabelle
verglichen werden. Hierdurch wird eine besonders einfache Tragfähigkeitsbestimmung
ermöglicht. Die Wertetabelle kann beispielsweise empirisch ermittelt werden.
[0022] Eine besonders einfache und wirtschaftliche Tragfähigkeitsbestimmung ist nach der
Erfindung ferner dadurch gegeben, dass zum Ermitteln einer Zuordnungsvorschrift zwischen
den Betriebsparametern und der Tragfähigkeit und/oder einer Zuordnungsvorschrift zwischen
der Tragfähigkeitskennzahl und der Tragfähigkeit vorab Probebohrungen in Bodenschichten
mit bekannten Eigenschaften durchgeführt werden. Durch Vergleich der in unbekannten
Bodenschichten ermittelten Betriebsparameter und/oder der hierin ermittelten Tragfähigkeitskennzahl
mit den bei den Probebohrungen ermittelten Werten kann auf die Tragfähigkeit der unbekannten
Bodenschicht geschlossen werden. Insbesondere kann die Tragfähigkeit der unbekannten
Bodenschicht mit der Tragfähigkeit einer bekannten Bodenschicht gleichgesetzt werden,
sofern zwischen den Betriebsparametern und/oder der Tragfähigkeitskennzahl zumindest
annähernd Übereinstimmung besteht. Die Probebohrungen dienen somit zur Kalibrierung
des erfindungsgemäßen Verfahrens und/oder der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Die Eigenschaften
der Bodenschichten, in denen die Probebohrungen vorgenommen werden, insbesondere deren
Tragfähigkeit, werden vorzugsweise messtechnisch ermittelt. Hierzu kann ein beliebiges
bekanntes Verfahren, beispielsweise ein Rammsondierungsverfahren, zum Einsatz kommen.
[0023] Für eine besonders genaue Charakterisierung des durchörterten Bodens ist es vorteilhaft,
dass zumindest einer der Betriebsparameter in Abhängigkeit von der Eindringtiefe des
Bohrstranges im Boden erfasst wird. Vorzugsweise werden alle zur Tragfähigkeitsbestimmung
verwendeten Betriebsparameter tiefenabhängig erfasst. Eine tiefenabhängige Erfassung
erlaubt es, die Lage und/oder die Mächtigkeit tragfähiger Schichten zu ermitteln.
Insbesondere kann der eindringtiefenabhängige Betriebsparameter zur Bestimmung eines
Tiefenprofils der Tragfähigkeit herangezogen werden. Beispielsweise kann die Tragfähigkeitskennzahl
über der Eindringtiefe des Bohrstranges ermittelt werden, wodurch das Tiefenprofil
der Tragfähigkeit charakterisiert werden kann.
[0024] Ferner ist nach der Erfindung vorteilhaft, dass zumindest einer der Betriebsparameter
für vorher bestimmte Eindringtiefebereiche des Bohrstranges im Boden ermittelt wird.
Die Eindringtiefebereiche können beispielsweise etwa 3 Meter betragen. Durch eine
solche bereichsweise Messung kann der Aufwand bei der Datenerfassung verringert werden.
Eine bereichsweise Ermittlung der Betriebsparameter bringt darüber hinaus eine gewisse
Mittelwertbildung mit sich, so dass kurzzeitige Schwankungen in den Betriebsparametern,
die von lokalen Inhomogenitäten im Boden herrühren, nicht übermäßig ins Gewicht fallen.
[0025] Zur Bestimmung der Tragfähigkeit aus den Betriebsparametern und/oder zur Bestimmung
der Tragfähigkeitskennzahl ist geeigneterweise eine Rechenvorrichtung, insbesondere
ein Computer, vorgesehen, der mit Aufnehmern für die Betriebsparameter und/oder für
Messgrößen, die mit den Betriebsparametern in Beziehung stehen, in Signalverbindung
steht.
[0026] Besonders vorteilhaft ist es, dass eine Endtiefe der Bohrung in Abhängigkeit von
den ermittelten Betriebsparametern, insbesondere von der ermittelten Tragfähigkeitskennzahl,
eingestellt wird. Beispielsweise kann vorgesehen sein, automatisch so weit zu bohren,
bis eine Bodenschicht mit einer vorher bestimmten Grenztragfähigkeit erreicht ist.
[0027] Insbesondere für einen besonders hohen Bohrfortschritt ist vorgesehen, dass der Bohrstrang
im Bereich des Verdrängerbereiches zumindest eine Förderwendel aufweist. Die Förderwendel
ist zwischen der Bohrstrangspitze und dem Verdrängerbereich vorgesehen sein und kann
dazu dienen, am Bohrstrang anstehendes Bodenmaterial abzuarbeiten und zum Verdrängerbereich
zu fördern.
[0028] Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind Mittel zum Erfassen von Betriebsparametern
des Bohrstranges beim axialen Einfahren des Bohrstranges in den Boden und eine Recheneinrichtung
vorgesehen, welche die Betriebsparameter zur Bestimmung der Tragfähigkeit der Bohrung
in eine mathematische Beziehung setzt.
[0029] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung kann insbesondere zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens eingerichtet sein, wodurch sich die in diesem Zusammenhang erläuterten
Vorteile erzielen lassen.
[0030] Die Erfindung wird nachfolgend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele näher erläutert,
die schematisch in der beigefügten Zeichnung dargestellt sind. Hierbei zeigt schematisch:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens.
[0031] Ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Verdrängerbohrvorrichtung ist in
Fig. 1 dargestellt. Die Vorrichtung weist einen Bohrstrang 10 auf, der mittels einer
Antriebseinrichtung 41 in Pfeilrichtung in Drehung versetzt werden kann und in Pfeilrichtung
axial verfahren werden kann. Nahe seiner Spitze weist der Bohrstrang 10 einen Verdrängerbereich
20 auf, in welchem der Bohrstrang 10 verglichen mit den darüber und den darunter angeordneten
Bereichen durchmessergrößer ausgebildet ist. Auf der der Spitze des Bohrstranges 10
zugewandten Seite des Verdrängerbereiches 20 ist am Bohrstrang 10 eine erste Förderwendel
11 angeordnet. Auf der der Spitze des Bohrstranges 10 abgewandten Seite des Verdrängerbereiches
20 ist eine zweite Förderwendel 12 am Bohrstrang 10 vorgesehen.
[0032] Beim rotierenden Einfahren des Bohrstranges 10 in den Boden 3 wird an der Spitze
des Bohrstranges 10 anstehendes Bodenmaterial abgearbeitet. Dieses abgearbeitete Bodenmaterial
wird von der unteren Förderwendel 11 längs des Bohrstranges 10 in den Verdrängerbereich
20 gefördert. Aufgrund der Durchmesservergrößerung des Bohrstranges 10 im Verdrängerbereich
20 wird das axial geförderte abgearbeitete Bodenmaterial dabei radial zum Bohrgestänge
10 verdrängt und in benachbarte Bodenbereiche eingepresst. Somit wird im Boden 3 eine
Bohrung 1 erstellt, ohne dass abgearbeitetes Bodenmaterial zutage tritt und als Aushub
anfällt.
[0033] Die zur ersten Förderwendel 11 gegenläufig angeordnete obere Förderwendel 12 dient
zum Zuführen von Bodenmaterial, welches aus oberen Bohrungsbereichen in die Bohrung
1 einbricht, zum Verdrängerbereich 20, wo es ebenfalls radial in benachbarte Bodenbereiche
eingepresst wird.
[0034] In einem oberen Bereich des Bohrstranges 10 ist dieser glatt, das heißt ohne Förderwendel
ausgebildet. Eine zutage tretende Förderwendel ist bei einem Verdrängerbohrverfahren
nicht erforderlich, da das abgearbeitete Bodenmaterial im Boden verbleibt.
[0035] Am Bohrstrang 10 ist eine Aufnehmereinrichtung 51 vorgesehen, mit der die Eindringtiefe
des Bohrstranges 10 pro Umdrehung des Bohrstranges 10 bestimmt werden kann. Eine weitere
Aufnehmereinrichtung 52 ist an der Antriebseinrichtung 41 vorgesehen und dient zur
Bestimmung des Drehmomentes, mit dem der Bohrstrang 10 von der Antriebseinrichtung
41 beaufschlagt wird. Darüber hinaus kann mit der Aufnehmereinrichtung 52 die axial
gerichtete Eindringkraft am Bohrstrang 10 bestimmt werden. Beide Aufnehmereinrichtungen
51 und 52 stehen mit einer Recheneinrichtung 53 in Signalverbindung, insbesondere
in Leitungsverbindung. Diese Recheneinrichtung 53 dient zur Bestimmung der Tragfähigkeit
der Bohrung 1 aus dem aufgenommenen Drehmoment, der aufgenommenen Eindringtiefe pro
Umdrehung und der aufgenommenen Eindringkraft. Insbesondere kann die Recheneinrichtung
53 dazu dienen, aus den genannten Werten eine Tragfähigkeitskennzahl α zu bestimmen.
[0036] Im dargestellten Ausführungsbeispiel weist der von der Bohrung 1 durchörterte Boden
3 drei übereinander angeordnete Bodenschichten 4, 4', 4" mit unterschiedlicher Tragfähigkeit
auf. Demgemäß ermittelt die Rechenvorrichtung 53 beim schrittweisen Durchdringen der
Bodenschichten 4, 4', 4" jeweils eine unterschiedliche Tragfähigkeitskennzahl α, α',
α".
1. Verfahren zum Erstellen einer Bohrung (1) im Boden (3) durch Verdrängerbohren, bei
dem
- ein Bohrstrang (10), der in einem unteren Bereich zumindest einen querschnittsvergrößerten
Verdrängerbereich (20) und zwischen einer Bohrstrangspitze und dem Verdrängerbereich
(20) zumindest eine Förderwendel (11, 12) aufweist, drehend in den Boden (3) eingefahren
wird,
- Betriebsparameter des Bohrstranges (10) beim Einfahren des Bohrstranges (10) in
den Boden (3) erfasst werden, und
- die Betriebsparameter zur Bestimmung der Tragfähigkeit der Bohrung (1) herangezogen
werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest das Drehmoment am Bohrstrang (10) und die Eindringtiefe des Bohrstranges
(10) pro Umdrehung als Betriebsparameter herangezogen werden,
dass zur Bestimmung der Tragfähigkeit der Bohrung (1) ein Quotient aus dem Drehmoment
am Bohrstrang (10) und der Eindringtiefe des Bohrstranges (10) pro Umdrehung gebildet
wird und hieraus eine Tragfähigkeitskennzahl (α) ermittelt wird, und
dass zum Ermitteln einer Zuordnungsvorschrift zwischen der Tragfähigkeitskennzahl (α)
und der Tragfähigkeit vorab Probebohrungen in Bodenschichten mit bekannten Eigenschaften
durchgeführt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
die Eindringkraft des Bohrstranges (10) als Betriebsparameter herangezogen wird.
3. Verfahren nach einem der der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die ermittelten Betriebsparameter und/oder die ermittelte Tragfähigkeitskennzahl
(α) zur Bestimmung der Tragfähigkeit mit einer Wertetabelle verglichen werden.
4. Verfahren nach einem der der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest einer der Betriebsparameter in Abhängigkeit von der Eindringtiefe des Bohrstranges
(10) im Boden (3) erfasst wird, wobei der eindringtiefenabhängige Betriebsparameter
insbesondere zur Bestimmung eines Tiefenprofils der Tragfähigkeit herangezogen wird.
5. Verfahren nach einem der der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest einer der Betriebsparameter für vorher bestimmte Eindringtiefebereiche
des Bohrstranges (10) im Boden (3) ermittelt wird.
6. Verfahren nach einem der der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Endtiefe der Bohrung (1) in Abhängigkeit von den ermittelten Betriebsparametern
eingestellt wird.
7. Verfahren nach einem der der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein beim Einfahren des Bohrstranges (10) im Boden (3) gebildeter Hohlraum mit einem
insbesondere aushärtbaren Füllmaterial verfüllt wird und ein Bohrpfahl gebildet wird.
8. Vorrichtung zum Erstellen einer Bohrung (1) im Boden (3) durch Verdrängerbohren, insbesondere
zum Durchführen des Verfahrens nach einem der vorstehenden Ansprüche, mit
- einem Bohrstrang (10), der in einem unteren Bereich zumindest einen querschnittsvergrößerten
Verdrängerbereich (20) und zwischen einer Bohrstrangspitze und dem Verdrängerbereich
(20) zumindest eine Förderwendel (11, 12) aufweist, und
- einer Antriebseinrichtung zum drehenden Antreiben und axialen Verschieben des Bohrstranges
(10),
- wobei Mittel zum Erfassen von Betriebsparametern des Bohrstranges (10) beim axialen
Einfahren des Bohrstranges (10) in den Boden (3) vorgesehen sind, und
- wobei eine Recheneinrichtung (53) vorgesehen ist, welche die Betriebsparameter zur
Bestimmung der Tragfähigkeit der Bohrung (1) in eine mathematische Beziehung setzt,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Mittel zum Erfassen von Betriebsparametern dafür eingerichtet sind, zumindest
das Drehmoment am Bohrstrang (10) und die Eindringtiefe des Bohrstranges (10) pro
Umdrehung als Betriebsparameter zu erfassen,
dass die Vorrichtung dafür eingerichtet ist, zur Bestimmung der Tragfähigkeit der Bohrung
(1) einen Quotienten aus dem Drehmoment am Bohrstrang (10) und der Eindringtiefe des
Bohrstranges (10) pro Umdrehung zu bilden und hieraus eine Tragfähigkeitskennzahl
(α) zu ermitteln, und
dass die Vorrichtung mittels Probebohrungen kalibriert ist, welche zum Ermitteln einer
Zuordnungsvorschrift zwischen der Tragfähigkeitskennzahl (α) und der Tragfähigkeit
vorab in Bodenschichten mit bekannten Eigenschaften durchgeführt worden sind.
1. Method for making a drill-hole (1) in the soil (3) by means of displacement drilling,
in which
- a drill string (10), which has in a lower area at least one cross-sectionally enlarged
displacement portion (20) and between a drill string tip and the displacement portion
(20) at least one conveyer flight (11, 12), is driven into the soil (3) in a rotating
manner,
- operating parameters of the drill string (10) are detected on driving the drill
string (10) into the soil (3), and
- the operating parameters are used to determine the load-carrying capacity of the
drill-hole (1),
characterized in that
at least the torque on the drill string (10) and the penetration depth of the drill
string (10) per revolution are used as operating parameters,
in that in order to determine the load-carrying capacity of the drill-hole (1) a quotient
is generated of the torque on the drill string (10) and the penetration depth of the
drill string (10) per revolution and from this a load-carrying capacity characteristic
(α) is ascertained, and
in that in order to ascertain an assignment rule between the load-carrying capacity characteristic
(α) and the load-carrying capacity, test drillings in soil layers with known properties
are carried out beforehand.
2. Method according to claim 1,
characterized in that
the penetration force of the drill string (10) is used as an operating parameter.
3. Method according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the ascertained operating parameters and/or the ascertained load-carrying capacity
characteristic (α) are compared with a table of values in order to determine the load-carrying
capacity.
4. Method according to any one of the preceding claims,
characterized in that
at least one of the operating parameters is detected as a function of the penetration
depth of the drill string (10) in the soil (3), in which case the operating parameter
depending on the penetration depth is used in particular for determining a depth profile
of the load-carrying capacity.
5. Method according to any one of the preceding claims,
characterized in that
at least one of the operating parameters is ascertained for previously determined
penetration depths of the drill string (10) in the soil (3).
6. Method according to any one of the preceding claims,
characterized in that
a final depth of the drill-hole (1) is set as a function of the ascertained operating
parameters.
7. Method according to any one of the preceding claims,
characterized in that
a hollow space formed in the soil (3) during driving of the drill string (10) is filled
in particular with a hardening filling material and a bored pile is formed.
8. Device for making a drill-hole (1) in the soil (3) by means of displacement drilling,
in particular for carrying out the method according to any one of the preceding claims,
comprising
- a drill string (10) which has in a lower area at least one cross-sectionally enlarged
displacement portion (20) and between a drill string tip and the displacement portion
(20) at least one conveyer flight (11, 12) and
- a driving device to drive the drill string (10) in a rotating manner and for axial
dis placement thereof,
- wherein means are provided for detecting operating parameters of the drill string
(10) during axial driving of the drill string (10) into the soil (3) and
- wherein a computing device (53) is provided which puts the operating parameters
into a mathematical relation in order to determine the load-carrying capacity of the
drill-hole (1),
characterized in that
the means for detecting operating parameters are adapted to detect at least the torque
on the drill string (10) and the penetration depth of the drill string (10) per revolution
as operating parameters,
in that in order to determine the load-carrying capacity of the drill-hole (1) the device
is adapted to generate a quotient of the torque on the drill string (10) and the penetration
depth of the drill string (10) per revolution and to ascertain from this a load-carrying
capacity characteristic (α), and
in that the device is calibrated by means of test drillings which have been carried out beforehand
in soil layers with known properties in order to ascertain an assignment rule between
the load-carrying capacity characteristic (α) and the load-carrying capacity.
1. Procédé de réalisation d'un forage (1) dans le sol (3) par forage par refoulement,
dans lequel
- une ligne de forage (10), qui comprend, dans une partie inférieure, au moins une
zone de refoulement (20) de section agrandie et, entre une pointe de ligne de forage
et la zone de refoulement (20), au moins une spire de transport (11, 12), est enfoncée
en tournant dans le sol (3),
- des paramètres de service de la ligne de forage (10) sont relevés pendant la pénétration
de la ligne de forage (10) dans le sol (3), et
- les paramètres de service sont utilisés pour déterminer la portance du forage (1),
caractérisé
en ce qu'au moins le couple de rotation sur la ligne de forage (10) et la profondeur de pénétration
de la ligne de forage (10) par tour sont utilisés comme paramètres de service,
en ce que, pour déterminer la portance du forage (1), un quotient entre le couple de rotation
sur la ligne de forage (10) et la profondeur de pénétration de la ligne de forage
(10) par tour est produit et un indice de portance (α) en est déduit, et
en ce que, pour déterminer une loi d'association entre l'indice de portance (α) et la portance,
des forages d'essai sont préalablement réalisés dans des couches de sol présentant
des propriétés connues.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la force de pénétration de la ligne de forage (10) est utilisée comme paramètre de
service.
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les paramètres de service relevés et/ou l'indice de portance (α) relevé sont comparés
à un tableau de valeurs pour déterminer la portance.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au moins l'un des paramètres de service est relevé en fonction de la profondeur de
pénétration de la ligne de forage (10) dans le sol (3), le paramètre de service dépendant
de la profondeur de pénétration étant utilisé en particulier pour déterminer un profil
de profondeur de la portance.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au moins l'un des paramètres de service est relevé pour des zones de profondeur de
pénétration prédéterminées de la ligne de forage (10) dans le sol (3).
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une profondeur finale du forage (1) est ajustée en fonction des paramètres de service
relevés.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une cavité formée lors de la pénétration de la ligne de forage (10) dans le sol (3)
est comblée avec un matériau de remplissage, en particulier durcissable, et un pieu
de forage est formé.
8. Dispositif pour réaliser un forage (1) dans le sol (3) par forage par refoulement,
en particulier pour appliquer le procédé selon l'une quelconque des revendications
précédentes, avec
- une ligne de forage (10) qui comprend, dans une partie inférieure, au moins une
zone de refoulement (20) de section agrandie et, entre une pointe de ligne de forage
et la zone de refoulement (20), au moins une spire de transport (11, 12), et
- un dispositif d'entraînement pour entraîner en rotation et déplacer axialement la
ligne de forage (10),
- dans lequel des moyens sont prévus pour relever des paramètres de service de la
ligne de forage (10) lors de la pénétration axiale de la ligne de forage (10) dans
le sol (3), et
- dans lequel un dispositif de calcul (53) est prévu, qui met les paramètres de service
dans une relation mathématique afin de déterminer la portance du forage (1),
caractérisé
en ce que les moyens pour relever des paramètres de service sont conçus pour relever au moins
le couple de rotation sur la ligne de forage (10) et la profondeur de pénétration
de la ligne de forage (10) par tour,
en ce que le dispositif est conçu, afin de déterminer la portance du forage (1), pour former
un quotient entre le couple de rotation sur la ligne de forage (10) et la profondeur
de pénétration de la ligne de forage (10) par tour et en déduire un indice de portance
(α), et
en ce que le dispositif est calibré au moyen de forages d'essai, qui ont été conduits au préalable
dans des couches de sol présentant des propriétés connues afin de déterminer une loi
d'association entre l'indice de portance (α) et la portance.