(19)
(11) EP 2 045 534 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
08.04.2009  Patentblatt  2009/15

(21) Anmeldenummer: 08105312.6

(22) Anmeldetag:  11.09.2008
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F24C 15/08(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL NO PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA MK RS

(30) Priorität: 01.10.2007 DE 102007047005

(71) Anmelder: BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH
81739 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Fleissner, Reinhard
    83352 Altenmarkt a.d. Alz (DE)
  • Götzendorfer, Franz
    83278 Traunstein (DE)
  • Huber, Ernst
    83308 Trostberg (DE)
  • Wilsdorf, Gerd
    82140 Olching (DE)

   


(54) Backofen


(57) Der Backofen (1) besitzt eine stationäre Ofenfront (11) mit einer Bedien- und Anzeigefläche (4) und mit damit einstückigen, beidseitig eine Ofentür (7) einfassenden Frontleisten (10).
Erfindungsgemäß sind die Frontleisten (10) großflächig mit einer Breite im Verhältnis zur Höhe der Bedien- und Anzeigefläche (4) von im Wesentlichen weniger als 1:5 vorzugsweise 1:3,5 ausgebildet.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Backofen oder ein anderes Haushaltsgerät mit einer, eine Bedien- und Anzeigefläche aufweisenden stationären Ofenfront und mit einer im Schließzustand im Wesentlichen flächenbündig zur Ofenfront angeordneten Frontfläche einer gegenüber der Ofenfront beweglichen Backofentür, die eingefasst ist durch die genannte Bedien- und Anzeigefläche sowie durch zumindest beidseitig der Bedien- und Anzeigefläche vorgesehene, die Tür-Frontfläche einfassende, einstückig und flächenbündig mit der Bedien- und Anzeigefläche verbundenen Frontleisten.

[0002] Bei einem bekannten Backofen ist die Ofenfront gebildet durch eine oberhalb einer Ofentür befindliche großflächige Bedien- und Anzeigefläche mit zahlreichen Bedien- und Anzeigeorganen und durch flächenbündig und einstückig beidseitig der Frontfläche der Ofentür nach unten anschließende, schmale Frontleisten, deren Breite im Verhältnis zur Höhe der Bedien- und Anzeigefläche im Wesentlichen 1:9 beträgt. An jeder dieser schmalen Frontleisten schließt sich einstückig ein rechtwinklig abgekanteter, parallel zur Bewegungsrichtung der Ofentür verlaufender Flansch an, an den sich ein weiterer parallel zur Ofenfrontebene verlaufender Flansch anschließt, wobei jede Frontleiste und die beiden genannten Flansche einen Z-förmigen, im Tiefziehverfahren hergestellten Frontteil des Backofens darstellen. Die Verbindung dieses Frontteils mit der hinter der Ofentür befindlichen Backofenmuffel beziehungsweise mit deren frontseitigem und die Beschickungsöffnung umziehenden Muffelflansch erfolgt im Bereich des zweitgenannten, das heißt parallel zur Ofenfrontebene angeordneten Flansches des Frontteils. Aufgrund der Eigenheiten des Tiefziehverfahrens bezüglich des problematischen Materialflusses bei großen Tiefzieh-Strecken müssen die Eckenradien des umgekehrt U-förmigen Frontteils relativ groß konzipiert werden.

[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem Backofen der eingangs genannten Art die Ofenfront so zu gestalten, dass die Ofentür zumindest an drei Seiten ähnlich wie bei einem Bilderrahmen umzogen ist von einer die beliebig gestaltete Backofentür großflächig umrahmenden und diese deutlich als eigenständige und mobile Funktionseinheit gegenüber der stationären Ofenfront hervorhebenden, allenorts auch als Träger zumindest für Kennzeichnungen geeigneten Ofenfront.

[0004] Diese Aufgabe wird bei dem eingangs genannten Backofen gelöst, durch die im Kennzeichen des Anspruches 1 genannten Merkmale.

[0005] Aufgrund der relativ großen Breite der Frontleisten im Verhältnis zur Höhe der Bedien- und Anzeigefläche wird eine Ofenfront geschaffen, die als stationäres Bauteil das bewegliche und manuell zu bedienende Funktionsteil, nämlich die Backofentür, ähnlich einem Bilderrahmen großflächig einfasst und deutlich gegenüber den stationären Bauteilen hervorhebt und kennzeichnet. Durch ihre Breite, die auch zur Anbringung von Kennzeichnungen zum Beispiel hinsichtlich der Einschubhöhen für Gargutträger geeignet ist, schließen sich die Frontleisten großflächig an die Bedien- und Anzeigefläche an und fallen als integraler Bestandteil der stationären Ofenfront ins Auge.

[0006] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung besitzt jede Frontleiste einstückig einen sich in und parallel zur Bewegungsrichtung der Backofentür erstreckenden, hinter die Ofenfront zurückgesetzten Flansch. Die verhältnismäßig breiten Frontleisten in Kombination mit den hierzu senkrechten Flanschen ergeben durch deren der Bautiefe der Backofentür entsprechenden Tiefe ein, einem monumentalen Portal ähnliches Erscheinungsbild, das als insgesamt großflächige, insbesondere auch reinigungstechnisch zusammengehörende Flächeneinheit bei geöffneter Backofentür wahrgenommen wird.

[0007] Eine weitere, vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gegeben, dass die beidseitig der Frontflächen der Ofentür befindlichen Flansche im Wesentlichen richtungsgleich die frontseitige Begrenzung einer den Behandlungsraum des Backofens bildenden Ofenmuffel hinterragende Befestigungselemente für die Ofenmuffel aufweisen. Durch die außerhalb der seitlichen Wände der Ofenmuffel liegenden Befestigungsstellen ergeben sich bezüglich weiter innen gelegenen Befestigungsstellen Vorteile. So sind die Befestigungsstellen, zum Beispiel Schraubverbindungen, nicht sichtbar, da sie im Seitenbereich des Backofens liegen und von seitlichen Verkleidungen des Backofens überdeckt sind. Ferner erhält man durch die an seitlichen Flanschen vorgesehenen Befestigungselemente bezüglich der Backofenbreite, das heißt, deren lichte Einschubbreite und/oder deren standardisierter Innenbreite einschließlich der die Backofenmuffel umfassenden thermischen Isolationsschicht größere Gestaltungsfreiheiten. Schließlich verbessert sich dadurch die ebenmäßige und nicht durch Befestigungselemente unterbrochene Frontfläche auch die Reinigung des Backofens.

[0008] Schließlich ist eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung dadurch gegeben, dass die Bedien- und Anzeigefläche geteilt ist in eine Anzeige- und/oder Informationsorgane aufweisende Fläche und in eine Bedienorgane aufweisende Bedienfläche. Auch die Aufteilung der Bedien- und Anzeigefläche für Informationselemente und manuell zu bedienende Bedienelemente - vorzugsweise mit unterschiedlicher Gestaltung, zum Beispiel Farbgebung beziehungsweise Oberflächenmaterial - verbessert die aufgabengemäße Unterscheidbarkeit von Funktionseinheiten insbesondere zwischen stationären, das heißt manuellen nicht zu bedienenden Einheiten und solchen, bei denen manuelle Aktionen gefordert sind (Bedienfläche).

[0009] Die Erfindung ist anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen verdeutlicht.

[0010] Es zeigt:
Fig. 1
die Frontansicht des erfindungsgemäßen Ofens unterhalb einer Arbeitsplatte mit benachbarten Küchenmöbeln,
Fig. 2
eine vergrößerte Schnittansicht gemäß der Schnittlinie II-II in Fig. 1 von teilweise dargestellter Ofenfront, Backofentür und Ofenmuffel,
Fig. 3
die perspektivische Darstellung der stationären Ofenfront als Einzelheit und als vorgefertigtes Bauteil,
Fig. 4
die Frontansicht eines hinsichtlich der Bedien- und Anzeigefläche gegenüber Fig. 1 veränderten Backofens.


[0011] Der Einbaubackofen 1, dessen Ofenfront Fig. 1 zeigt, ist unterhalb einer Arbeitsplatte 2 zwischen zwei seitlich angrenzenden Küchenmöbeln 3 aufgestellt. Der Backofen 1 beziehungsweise dessen Ofenfront besitzt im oberen Teil eine Bedien- und Anzeigefläche 4 mit mehreren zum Beispiel als Drehknebel ausgebildeten Bedienorganen 5, zum Beispiel zum Einschalten und Einstellen der Funktionselemente des Backofens, wie Heizkörper, Zeitschalter und dergleichen und mit zugeordneten Anzeigeelementen 6. Unterhalb der Bedien- und Anzeigefläche 4 befindet sich die Backofentür 7 für eine durch diese Backofentür 7 verschließbare Backofenmuffel 8, die in Fig. 2 in Draufsicht teilweise angedeutet ist. Diese Backofenmuffel 8 befindet sich innerhalb eines äußeren Ofengehäuses. Die zum Beispiel als Drehtür mit unten angeordneter Drehachse ausgebildete Ofentür 7 besitzt einen Handgriff 9. Die Fig. 1 zeigt ferner, dass an beiden gegenüberliegenden, senkrechten Geräteseiten jeweils einstückige und lang gestreckte Frontleisten 10 angeordnet sind, die sich jeweils über die gesamte Höhe der Backofentür 7 erstrecken. Diese Frontleisten bilden zusammen mit der Bedien- und Anzeigefläche 4 die als Einzelteil zum Beispiel aus Edelstahl gefertigte einstückige Ofenfront 11, wie in Fig. 3 perspektivisch und rückseitig dargestellt. Die Frontleisten 10 liegen im Wesentlichen in der frontseitigen Ebene der Frontfläche 12 der Backofentür 7, wie deutlich Fig. 2 zeigt.

[0012] Die genannte Ofenfront 11 ist einstückig in Form eines umgekehrten U ausgebildet (Fig. 3) und besitzt die Bedien- und Anzeigefläche 4 sowie beidseitig der Ofentür 7 Leistenteile, bestehend aus den Frontleisten 10 mit einer Breite a (Fig. 2) bezüglich der Höhe b (Fig. 1) der Bedien- und Anzeigefläche 4 im Verhältnis von weniger als 1:5 vorzugsweise 1:3,5. An jede Frontleiste 10 mit seitlichen Abkantungen 15 schließt sich einstückig und parallel zur Bewegungsrichtung 13 der Ofentür 7 ein hinter die Ofenfront 11 zurückgesetzter Flansch 14 an, dessen Tiefe der Tiefe der Ofentür 7 entspricht. Jeder Flansch 14 besitzt als Verlängerung ein ebenfalls als Flansch ausgebildetes Befestigungselement 16 für die Verbindung zum Beispiel mittels Schrauben 17 mit der quaderförmigen Ofenmuffel 8 und besitzt hierfür Befestigungsansätze 18. Diese Befestigungselemente 16 erstrecken sich hinter den frontseitigen Ofenflansch 19 der Ofenmuffel 8. Die Flansche 14 mit ihren Befestigungselementen 16 sind als Biegeteil ausgebildet mit Freischnitt bei Position 20.

[0013] Bei einem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 4 ist die Bedien- und Anzeigefläche 4 gemäß Fig. 1 aufgeteilt in eine "passive" Anzeige- und Informationsorgane aufweisende Fläche 4.1 und in eine "aktive" Bedienorgane 5 aufweisende Bedienfläche 4.2.


Ansprüche

1. Backofen (1) mit einer, eine Bedien- und Anzeigefläche (4) aufweisenden Ofenfront (11) und mit einer im Schließzustand im Wesentlichen flächenbündig zur Ofenfront (11) angeordneten Frontfläche (12) einer gegenüber der Ofenfront beweglichen Backofentür (7), die eingefasst ist durch die genannte Bedien- und Anzeigefläche (4) sowie durch zumindest beidseitig dieser Bedien- und Anzeigefläche vorgesehene, die Tür-Frontfläche (12) einfassende, einstückig und flächenbündig mit der Bedien- und Anzeigefläche (4) verbundenen Frontleisten (10), dadurch gekennzeichnet, dass die Frontleiste (10) großflächig an die Frontfläche (12) der Backofentür (7) mit einer Breite (a) anschließt und dass das Verhältnis der Breite (a) der Frontleiste (10) zur Höhe (b) der Bedien- und Anzeigefläche (4) weniger als 1:5 vorzugsweise 1:3,5 beträgt.
 
2. Backofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jede Frontleiste (10) einstückig einen sich in und parallel zur Bewegungsrichtung (13) der Backofentür (7) erstreckenden, hinter die Ofenfront (11) zurückgesetzten Flansch (14) besitzt.
 
3. Backofen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die beidseitig der Frontfläche (12) der Ofentür (7) befindlichen Flansche (10) im Wesentlichen richtungsgleich die frontseitige Begrenzung einer den Behandlungsraum des Backofens (1) bildenden Ofenmuffel (8) hinterragende Befestigungselemente (16) für die Ofenmuffel aufweisen.
 
4. Backofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bedien- und Anzeigefläche (4) geteilt ist in eine vorzugsweise Anzeige- und/oder Informationsorgane (6) aufweisende Fläche (4.1) und in eine Bedienorgane (5) aufweisende Bedienfläche (4.2).
 




Zeichnung