[0001] Die Erfindung betrifft Verfahren zur Bestimmung von produktionsrelevanten Materialeigenschaften
der Bedruckstoffe und/oder von Aufzügen, insbesondere während des Anfahrens bzw. während
des Betriebes von Rotationsdruckmaschinen und Verfahren zur Voreinstellung gemäß den
Ansprüchen 1 und 15.
[0002] Die Produktion von Druckerzeugnissen wird von einer Reihe von Einflussfaktoren bestimmt.
Diese kommen zum Teil aus der Druckanlage (z. B. Maschinenkonfiguration, Druckverfahren
und/oder Art der Druckeinheiten), zum Teil vom Bedienpersonal (z. B. Qualifikation,
Erfahrung und/oder Sorgfalt) und zum Teil aus den Verbrauchsmaterialien (z. B. Papiereigenschaften,
Gummitucheigenschaften, Farbeigenschaften und/oder Feuchtwassermenge bzw. -Eigenschaften).
Der Einfluss der Druckanlage ist im wesentlichen statisch und in Grenzen deterministisch.
Der Einfluss des Bedienpersonals macht sich besonders bei ungünstigen Betriebsbedingungen
und bei starken Störeinflüssen bemerkbar, denn bei idealen Betriebsbedingungen ist
es weitestgehend unproblematisch, eine moderne Druckanlage zu bedienen.
[0003] Der stärkste und zugleich am breitesten gestreute Einfluss kommt von den Verbrauchsmaterialien:
So ändern sich beispielsweise die Eigenschaften vieler Druckfarben bei steigender
Temperatur, Papier aus einer äußeren Lage einer Papierrolle ist in der Regel anders
Konditioniert als Papier aus einer Kernlage, der Feuchteeinfluss auf die Spannungs-Dehnungs-Charakteristik
ist enorm.
[0004] Diese Erkenntnisse sind nicht neu. So wurden beispielsweise bereits vor Jahren Druckanlagen
mit Bahnspannungskontrollsystemen ausgestattet, und neben den Messstellen zur Bahnspannungsmessung
auch Vorrichtungen zur Feststellung der Papiercharakteristik eingesetzt. Diese Vorrichtungen
arbeiten jedoch im Allgemeinen nicht zerstörungsfrei oder sind zumindest nicht "online"
in den Betrieb der Druckmaschine integriert. Daneben haben sich zwar bereits Verfahren
damit befasst, die Eigenschaften des Bedruckstoffes in der Anlage zu ermitteln. Gemeinsam
ist jedoch den bekannten Ansätzen, dass für die Bestimmung eine mehr oder weniger
aufwendige Zusatzeinrichtung in die Anlage integriert werden muss und eine Bestimmung
während der Produktion nicht möglich ist (z. B.
DE 28 40 630 A1,
DE 39 42 111 C2).
[0005] Einige Anmeldungen bzw. Patente, zielen darauf ab, den E-Modul von Bahnen bzw. bandförmigen
Materialien zu ermitteln und/oder zu berücksichtigen (
DE 10 61 529 B1,
DE 21 29 323 A1,
DE 31 23 587 C2). Bei Bedruckstoffen wie Folie, Blech, Stoff u.ä., deren Dehnungsverhalten sich durch
den Einfluss von Feuchtigkeit nur in einem vernachlässigbaren Bereich verändert, kann
dies interessant sein, bei Papier jedoch, das sein Dehnungsverhalten unter Feuchtigkeitseinfluss
sehr stark verändern kann, ist die stationäre Bestimmung des E-Moduls vor dem Produktionsbeginn
bzw. am Anfang der Prozesskette nicht von Interesse, da sich der E-Modul während des
Durchlaufens der Druckmaschine durch das Aufbringen von Farbe und Wasser verändert.
Außerdem beeinflusst die Veränderung des E-Moduls über die Prozessstrecke die Produktion
wesentlich stärker als das E-Modul des trockenen Papiers. Vorteilhaft ist daher eine
Einteilung von verschiedenen Papieren in Klassen nach der Feuchtigkeitsempfindlichkeit
und nicht (nur) nach den Eigenschaften des trockenen Papiers.
[0006] Umgekehrt kann es jedoch von Nachteil sein, Informationen über das Dehnungsverhalten
lediglich bei einer bestimmten Feuchte vorliegen zu haben. Gerade die Feuchtigkeitsempfindlichkeit,
d. h. ein Maß für die Veränderung des Dehnungsverhaltens bei Veränderung der Feuchte,
hat einen wesentlichen Einfluss auf den Transport der Bahn durch die Druckmaschine.
[0007] Durch die
US 54 85 386 A ein Verfahren bekannt, wobei während der Produktion eine Messsequenz zur Ermittlung
des Elastizitätsmoduls der Bahn durchlaufen wird, um anschließend die Dehnung durch
eine Spannungsänderung auf einen gewünschten Wert korrigieren zu können. Zunächst
erfolgt hierzu eine Spannungsmessung und die Ermittlung einer zugehörigen Bezugslänge
(Bahnbewegungslänge) anhand einer Anzahl von druckspezifischen Messimpulsen (Druckzylinder
oder Marken) pro Zeiteinheit. Anschließend erfolgt eine Erhöhung eines Antriebsmomentes
an einer Zugwalze mit nachfolgend erneuter Messung der resultierenden Spannung und
neuer zugehörigen Bahnbewegungslänge. Aus der Spannungs- und Bahnlängenänderung ist
das E-Modul ableitbar und zur anschließenden Regelung auf konstante Dehnung verwendbar.
[0008] Weiter sind ähnliche Verfahren bekannt aus der
EP 1 136 258 (nächtsliegender Stand der Technik) und der
EP 0 737 638.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein unter Produktionsbedingungen durchführbares
Verfahren zur Bestimmung von produktionsrelevanten Materialeigenschaften der Bedruckstoffe
und/oder von Aufzügen und ein Verfahren zur Voreinstellung zu schaffen.
[0010] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 bzw. 15 gelöst.
[0011] Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, dass es mit
diesem Verfahren möglich ist, die drucktechnischen Eigenschaften des Bedruckstoffes
sowie Einflüsse verwendeter Verbrauchsmaterialien und Hilfsstoffe auf die Produktion
zerstörungsfrei zu bestimmen.
[0012] Für dieses Verfahren sind keine Zusatzeinbauten in die Produktionsanlage, außer ggf.
Sensoren zur Bestimmung der Feuchtigkeit der Materialbahn vor und nach der Druckeinheit,
erforderlich. Insbesondere sind keine Zusatzeinbauten notwendig, die den normalen
Produktionsprozess stören bzw. Umstellungen oder spezielle Bahnführungen bedürfen.
Das Verfahren kann in die Anlaufphase des gewöhnlichen Produktionsprozesses integriert
werden.
[0013] Das Verfahren lässt zwar nur indirekt einen Rückschluss auf absolute Materialeigenschaften
zu, dafür kann das Materialverhalten jedoch unter den gegebenen Randbedingen (z. B.
Einfluss der Produktionsparameter, Gummitücher, Farbviskosität, Anlagenspezifische
Einflüsse, ...) sehr zuverlässig vorausgesagt werden. Das Verfahren bestimmt die Materialeigenschaften
unter den selben Umgebungseinflüssen (z. B. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, ...) wie
bei der Produktion. Dadurch ist das Ergebnis realistischer als bei der Bestimmung
unter Laborbedingungen.
[0014] Wird das Verfahren zusammen mit einer automatischen Bahnspannungsregelung eingesetzt,
so kann durch die ermittelten Materialeigenschaften der Regler automatisch parametriert
werden und damit die Regelgüte verbessert werden und die bestehenden Grenzen des Regelbereiches
der Bahnspannungsregelung ausgeweitet werden.
[0015] Durch die Bestimmung der Materialeigenschaften, zusammen mit gespeicherten Erfahrungswerten
ist eine wesentlich exaktere Voreinstellung von Bahnspannung, Registerwerten, etc.
möglich. Dadurch verringert sich die Zeit bis zu ersten "GUT" Exemplar und damit die
Makulatur.
[0016] Durch die bestimmten Materialeigenschaften lassen sich Grenzwerte ermitteln, die
nicht überschritten werden dürfen, um Bahnrisse oder andere Produktionsstörungen zu
vermeiden.
[0017] Wenn sich innerhalb verschiedenen Papierrollen des selben Herstellers dramatische
Veränderungen der Materialeigenschaften ergeben, kann dies dokumentiert werden und
dem Papierlieferant ein Mangel angezeigt werden.
[0018] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden
im Folgenden näher beschrieben.
[0019] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellungen eines Bahnweges durch eine Rotationsdruckmaschine;
- Fig. 2
- ein Verfahrensschema zur Ermittlung von Materialeigenschaften;
- Fig. 3
- eine Prozesskette für ein erweitertes Verfahren zur Bildung absoluter Werte;
- Fig. 4
- beispielhafte Darstellung der vorgehaltenen Zusammenhänge.
[0020] In bahnbe- und/oder verarbeitende Maschinen, z. B. Druckmaschinen, insbesondere Rollendruckmaschinen,
zum Bedrucken von Bahnen 08, insbesondere Bedruckstoffbahnen 08 wie z. B. Papierbahnen
08, wird das Transportverhalten und/oder ein registergerechtes Bearbeiten der Bahn
08 insbesondere auch vom elastischen bzw. Dehnungsverhalten der Bahn 08 beeinflusst.
[0021] Wie exemplarisch an Fig. 1 erläutert, weist die als Druckmaschine ausgeführte Maschine
eine Materialversorgung, z. B. Rollenwechsler 01, auf, von welcher das bandförmige
Material (Bahn 08) abgerollt wird und über ein Zugelement 02, z. B. ein Einzugwerk
02, durch eine Bearbeitungsstufe 04, z. B. Druckeinheit 04 oder Druckturm 04, über
ein weiteres Zugelement 07, z. B. eine Zugwalze 07, ggf. durch einen Oberbau 09 und
ggf. über ein weiteres Zugelement 12, z. B. eine Trichtereinlaufwalze 12, einer Weiterverarbeitungsstufe
wie z. B. eine Falzeinrichtung 13 (beispielsweise aus einem Falztrichter und/oder
einem Falzapparat und/oder einer Auslage) gefördert wird. Die Zugelemente 02, 07 und
ggf. 12 stellen Stellglieder 02; 07; 12 für die Beeinflussung einer Bahnspannung S1;
S2; S3, kurz Spannung S1; S2; S3, dar. Die Bahnspannung S1; S2 (S3) wird zumindest
vor und nach der Bearbeitungsstufe 04 an je einer Messstelle 03; 06 (11), insbesondere
Bahnspannungsmessstelle 03 (vor Druckeinheit : vDE); 06 (nach Druckeinheit : nDE)
durch eine geeignete Sensorik gemessen. Die Sensorik zur Ermittlung der Bahnspannung
S1; S2 (S3) kann als Messwalze, als Tänzerwalze, oder aber auch als Leistungsmessung
einer getriebenen Zuwalze sein.
[0022] Zusätzlich kann ein nach der Bearbeitungsstufe 04 auf die Bahn 08 gerichteter Feuchtesensor
14 vorgesehen sein.
[0023] Da beim Bedrucken eines Bedruckstoffes 08 an einer Stelle des Prozesses Flüssigkeit
(zumindest in Form von Farbe) aufgebracht wird, ist die Kenntnis eines Maßes für die
Empfindlichkeit gegenüber Feuchte von ganz besonderem Interesse. Dies kann durch mindestens
zwei Messungen mit unterschiedlichem Feuchtegrad erfolgen. Vorzugsweise liegen diese
beiden Messungen (falls lediglich zwei) weit auseinander und insbesondere nahe an
den tatsächlich während des Prozesses vorliegenden Feuchten. Diese sind dann beispielsweise
bei "trockenem", d. h. nicht extra befeuchtetem Bedruckstoff 08 (bei Umgebungsbedingungen
wie 25°C und 50% relativer Luftfeuchtigkeit können das z. B.5 bis 10 Masse-% des Papiers
sein) und bei der durch Bedrucken durch Farbe und/oder Feuchtmittel verursachten Feuchte.
[0024] In herkömmlicher Weise konnte der Drucker z. B. - um die Auswirkungen der Feuchteempfindlichkeit
bzw. des Dehnungsverhaltens bei Start der Maschine in Grenzen zu halten - mit stationären
Gerätschaften Messungen an Proben der zu bedruckenden Bahn durchführen, diese beispielsweise
in Bezug auf das Dehnungsverhalten und/oder Feuchteempfindlichkeit klassifizieren
(oder anhand seiner Erfahrung einschätzen), und dann entsprechende Voreinstellungen
für die Bahnspannungen vor Druckbeginn anwählen. Bei bekanntem Papier konnte er dann
ohne Messung wieder auf dieses Wissen zurückgreifen. Diese Messungen und Klassifizierungen
können nun z. T. sehr subjektiv ausfallen, sind weder dazu geeignet den Prozess zu
automatisieren, noch berücksichtigen sie zuverlässig die relevanten Druckbedingungen.
[0025] Das erfindungsgemäße Verfahren nutzt nun zwar auch Erfahrungswerte und bekannte physikalische
Zusammenhänge, um von beobachteten Kriterien auf die drucktechnischen Eigenschaften
des Bedruckstoffes schließen zu können. Jedoch wird von beobachteten Veränderungen,
die durch festgelegte Eingriffe/Verfahrensschritte im Bahnlauf verursacht werden,
auf die drucktechnischen Eigenschaften des Bedruckstoffes geschlossen. Diese Eingriffe
werden jedoch direkt in der Druckmaschine - z. B. nacheinander in einer fest vorgegebenen
Reihenfolge - durchgeführt, wobei die messbaren Veränderungen im Bahnlauf (z. B. Bahnspannungen,
Feuchtigkeit des Papiers und/oder Antriebsmomente der Förderelemente) erfasst werden.
Hierbei ist es auch nicht wichtig, dass absolute physikalische Größen ermittelt werden,
sondern lediglich, dass sich die Kenngrößen D; F zur relativen Charakterisierung des
Dehnungsverhaltens und/oder der Feuchteempfindlichkeit eignen - im Extremfall beispielsweise
unterscheidbar in "stark dehnbar" / "wenig dehnbar" oder vergleichbares für ersteres
und/oder "feuchteempfindlich" /"feuchteunempfindlich" für das zweite Kriterium (Fig.
4).
[0026] Die Verfahrensweise zur Ermittlung relevanter Kenngrößen D; F direkt an der in der
Maschine befindlichen Bahn 08 geschieht nun folgendermaßen:
[0027] Zu Beginn der Bestimmung werden Stellglieder 02; 07; 12 im Bahnlauf in einer vorteilhaften
Variante auf neutrale Werte eingestellt (z. B. 35 daN/m Sollwertvorgabe für das Einzugswerk
02 zwischen Rollenwechsler 01 und Druckturm 04, z. B. ± 0,0 % oder einen definierten
Startwert ΔV
0 für die Voreilung ΔV (Antriebsoffset ΔV
0) der Zugwalze 07 nach dem Druckturm 04, ggf. einer Trichtereinlaufwalze 12 und ggf.
einer Falzzugwalze). Außerdem ist darauf zu achten, dass zu diesem Zeitpunkt Druck
AB und Farbe bzw. Wasser AB sind sowie die Maschinengeschwindigkeit V auf einen vordefinierten
Startwert V
0 ungleich 0 eingestellt ist.
[0028] Grundsätzlich ist die Feststellung der Kenngrößen D; F auch beginnend bei einem beliebigen
stationären, jedoch reproduzierbaren Betriebszustand als Startpunkt möglich. In diesem
Fall sind beispielsweise der zu diesem Zeitpunkt eingenommene Antriebsoffset ΔV
T als Startpunkt ΔV
0 und die zu diesem Zeitpunkt gemessenen Bahnspannungen S1; S2 (S3) als Startwerte
S
01 ggf.S
02 und ggf. S
03 zu betrachten.
1. Einfahren eines neutralen Grundzustandes oder eines stationären Zustandes
[0029] Ein erster Schritt zur Bestimmung der Materialeigenschaften stellt die Schaffung
eines reproduzierbaren Grundzustandes dar, bei welchem die Bahnspannung S1 vor der
Druckeinheit 04 einen fest definierten Wert, z. B. Startwert S
0 (z.B. 25-45 daN/m, insbesondere ca. 35 daN/m) einnimmt und der Antriebsoffset ΔV
der Zugelemente 07 (12), z. B. Zugwalze 07 und Trichtereinlaufwalze (12) auf ± 0 oder
zumindest einen definierten Startwert ΔV
0 eingestellt ist. Dies geschieht bei einer fest vorgegebenen Maschinengeschwindigkeit
V
0.
[0030] Von diesem Grundzustand (oder dem o. g. reproduzierbaren Betriebszustand) aus ist
es nun möglich, durch Veränderung einzelner Parameter Aussagen über die drucktechnischen
Eigenschaften des Bedruckstoffes 08 zu treffen. Nicht alle Merkmale, die ermittelt
werden, haben eine große Bedeutung für den Druckprozess, für die Ermittlung anderer
Eigenschaften (optionale Verfahrensschritte) müssen Zusatzinformationen von einem
überlagerten System beigestellt werden. Nachfolgende Eigenschaften werden im Hauptverfahren
und in optionalen Verfahrensschritten ermitteln:
2. Detektieren von Lagerschäden und/oder Anomalien im Bahnlauf (optionaler Schritt)
[0031] Aus der Auswertung der Spannungen S1; S2 (S3), insbesondere Bahnspannungen S1; S2
(S3) und der Antriebsmomente der Zugelemente 02, 07 (12) lassen sich Aussagen über
etwaige Lagerschäden oder andere Anomalien im Bahnlauf treffen. Dabei kann man davon
ausgehen, dass im Regelfall die Bahnspannung S1; S2; S3, die im Einzugswerk 02 erzeugt
wird, sich beim Grundzustand aus 1. (Druck-AB und ΔV
0 ≈ 0) fortsetzt bis zur Bahnspannungsmessstelle 06, z. B. Messstelle 06 nach Druckeinheit
(nDE). Minimale Abweichungen können sich aus der Bahnführung, der Trägheit der Leitwalzen
und aus der Reibung ergeben, diese bewegen sich allerdings im Bereich von 1-2 daN/m.
Treten größere Differenzen in den Spannungen S1; S2 (S3) auf, lässt dies einen Rückschluss
auf eine Anomalie im Bahnlauf oder einen Lagerschaden, erhöhte Reibung oder sonstige
Störungen im Antrieb zu und ist ein Anzeichen für den Drucker genauer zu prüfen.
[0032] Das Detektieren von Anomalien bringt im normalen Produktionslauf zwar keine Vorteile,
im Fehlerfall jedoch kann die Ursache sehr schnell eingegrenzt werden, andernfalls
wäre ein solcher Schaden nur über die Auswirkungen wie hohe Antriebsmomente der Zugelemente,
ungewöhnliches Bahnspannungsverhalten und ggf. Passerabweichungen indizierbar.
3. Dehnung des trockenen Bedruckstoffes 08 aus der Spannungsänderung auf Grund einer
Längenänderung
[0033] Um die Dehnung der trockenen Papierbahn 08 zu ermitteln, wird aus dem unter 1. beschriebenen
Grundzustand heraus der Antriebsoffset ΔV der Zugwalze 07 um einen fest vorgegebenen
Wert (z. B. Antriebsoffset ΔV von 0 auf 0,1 bis 0,5 %, insbesondere ca. 0,2 %) verändert
und dabei die Auswirkung auf die Bahnspannung S2 in der Messstelle 06 nach Druckeinheit
(nDE) beobachtet und/oder aufgezeichnet und einer Auswertung - z. B. in einer Auswerteroutine
einer Auswerteeinheit 16, insbesondere Auswerteroutine 16 in einer Rechen- und/oder
Speichereinheit - zugänglich gemacht.
[0034] Diese Veränderung dS2(ΔV) stellt ein Maß für die Dehnungscharakteristik dar, welche
direkt als Kenngröße D für das Dehnungsverhalten weiter verwendet oder zu einer entsprechenden
Kenngröße D weiterverarbeitet werden kann.
[0035] Prinzipiell ist in Weiterbildung auch eine Absolutangabe des Zusammenhanges zwischen
Spannungsänderung und relativer Längenänderung möglich, falls Länge und Längenänderung
bekannt sind. Eine Längenänderung der Papierbahn 08 korreliert dabei mit der Änderung
der Umfangsgeschwindigkeit. Damit läst sich eine Aussage treffen über die Dehnung
ε relativ zum aktuellen Papierweg. Dieser Zusammenhang gilt, solange man sich im linearen
Teil des Spannungs-Dehnungs-Diagramms des Papiers bewegt und kann ebenfalls als Kenngröße
D' verwendet oder zur Bildung Kenngröße D' herangezogen werden.
[0036] Nach der Bestimmung der Dehnung wird z. B. wieder der Grundzustand nach 1. eingefahren.
[0037] In einem alternativen (Teil-)Verfahren wird bei laufender Maschine und Druck AN (Farbe
und Wasser allerdings AB) die Sollwertvorgabe für die Bahnspannung S1 (entspricht
dem Sollwert für das Einzugswerk 02) um einen vorbestimmten Wert erhöht. Über die
Veränderung der Bahnspannung S2 an der Messstelle 06 nach Druckeinheit (nDE) und über
die Veränderung des Antriebsmomentes der Zugwalze 07 ist ein Rückschluss auf das Dehnungsverhalten
der trockenen Papierbahn 08 möglich.
[0038] Für diese Ermittlung nach der zweiten Alternative zu 3. ist besonders die Kenntnis
des Förderverhaltens der verwendeten Gummitücher von Vorteil. Dies kann dem Drucker
oder dem System aus früheren Messungen unter Verwendung der selben oder der gleichen
Gummitücher bekannt sein, oder aber die Ergebnisse aus dem nachfolgenden optionalen
Schritt 5. werden späteren Auswertung und/oder zur Klassifizierung herangezogen.
4. Ermittlung eines absoluten Wertes für den E-Modul (optionaler Schritt)
[0039] Wenn Informationen über die absolute Papierbahnbreite und die Papierdicke vorliegen,
sind auch Rückschlüsse auf den E-Modul im trockenen Zustand möglich.
[0040] Hierzu werden optional die unter 3. ermittelten Daten für die Spannungsänderung,
die Wegstrecke zwischen den Klemmstellen Einzugwalze 02 und Zugwalze 07, die Längenänderung
(aus der Geschwindigkeitsänderung) zusammen mit den o.g. Daten zur Dicke und Breite
ausgewertet.
[0041] Die Daten zur Papierbahn 08 (Breite, Dicke) können aus einem übergeordneten Produktionsleitsystem,
einem Planungssystem oder einem Leitsystem direkt, z. B. in eine Auswerteeinheit,
übernommen werden oder auch durch das Bedienpersonal ermittelt, ausgelesen oder anhand
der Rollendaten abgelesen und anschließend ausgewertet werden.
5. Förderverhalten der Gummitücher (optionaler Schritt)
[0042] Der Bahntransport und die resultierenden Bahnspannungen S1; S2; S3 vor und nach dem
Druckturm 04 werden u.U. stark durch das Förderverhalten der die Druckstelle bildendenden
Zylinder, insbesondere die elastischen Aufzüge (Gummitücher, Sleeves, Beschichtung)
von Übertragungszylindern) beeinflusst. Die Kenntnis über das Förderverhalten ermöglicht
die Wahl von Grundeinstellungen für Spannungen und/oder Antriebe, welche diese Effekte
bereits berücksichtigen. Für die selbe Sorte Papier sind dann ggf. für unterschiedliche
Aufzüge auch verschiedene Grundeinstellungen vorteilhaft.
[0043] Aus dem Grundzustand nach 1. wird das Druck-AN-Kommando für das erste Druckwerk gegeben
und die Auswirkung auf die Bahnspannung S2 an der Messstelle 06 nach Druckeinheit
(nDE) beobachtet. Danach werden sukzessive die weiteren Druckwerke dazu geschalten
und dazwischen jeweils die Bahnspannung S2 gemessen und gespeichert. Daraus lassen
sich qualitative und ggf. quantitative Aussagen über das Förderverhalten der verwendeten
Gummitücher treffen. In vereinfachter Verfahrensweise können ggf. auch mehrere oder
gar alle im Bahnweg befindlichen Druckstellen auf einmal angestellt werden. Wichtige
Rahmenbedingung dabei ist, dass in allen Druckwerken im Bahnlauf gleiche oder zumindest
ähnliche Gummitücher verwendet werden.
[0044] Das Förderverhalten der Aufzüge beeinflusst die Bahnspannung S1; S2, so dass bei
positiv oder negativ fördernden Aufzügen nun ein Unterschied von den Bahnspannungsmessstellen
03; 06, z. B. Messstellen 03; 06, vor Druckeinheit (vDE) und nach Druckeinheit (nDE)
besteht. Lediglich bei neutralen Aufzügen tritt dieser Effekt nicht oder nur unwesentlich
auf.
[0045] Bei laufender Maschine werden somit die Bahnspannungsmesswerte und die Antriebsmomente
erfasst. Danach wird auf Druck AN geschaltet. Verhalten sich die Gummitücher absolut
neutral, wird an der Messstellen 06 nach Druckeinheit (nDE) keine Bahnspannungsveränderung
zu beobachten sein. Verhalten sich die Gummitücher fördernd oder zurückhaltend, so
wird die Bahnspannung S2 dort sinken bzw. ansteigen.
[0046] Die gewonnene Information über das Förderverhalten (positiv, neutral, negativ) oder
ggf. auch mittels der Höhe der Spannungsdifferenzen über genauere quantitative Angaben
können nun durch den Drucker oder ein ggf. überlagertes Bahnspannungsregelsystem zur
Berücksichtigung bei der Einstellung von Grundwerten etc. verwendet werden.
6. Dehnung der produktionsfeuchten Papierbahn 08
[0047] Die Maschine befindet sich entweder, falls 5. durchgeführt wurde, im Zustand Druck
AN, wie er nach 5. erreicht wurde, oder aber es werden nach 3. (1. Variante) oder
4. zunächst die im Bahnweg befindlichen und zum Drucken vorgesehenen Druckwerke angestellt.
Anschließend wird das Feuchtmittel zugeschalten ("Wasser AN"). Durch "Wasser AN" laufen
die Gummituch- und Plattenzylinder frei und der Bedruckstoff 08 kommt in Kontakt mit
dem Feuchtwasser. Das aufgebrachte Wasser sorgt für eine Änderung der Dehnungseigenschaften
des Bedruckstoffes 08 und somit eine Änderung der Spannung S2 nach dem Druckturm 04.
Die Größe der Änderung kann in Zusammenhang mit der Anzahl der verwendeten Druckstellen
zur Klassifizierung des Papiers in Bezug auf seine Feuchtigkeitsempfindlichkeit herangezogen
werden. Vom Drucker, einer Auswerteeinheit 16 und/oder einem System zur Bahnspannungsregelung
18 können die ermittelten Werte für die Änderungen als solche (Spannungen) oder als
abstrakte Kenngrößen F zur Klassierung des Bedruckstoffes 08 bezüglich ihrer Feuchteempfindlichkeit
verwendet werden. In beiden Fällen sind die resultierenden Größen aussagekräftige
Ergebnisse zur Kennzeichnung der Feuchteempfindlichkeit des Bedruckstoffes 08 (mit
der vorliegenden Stärke und Breite). Zwar ist an dieser Stelle keine absolute, normierte
Kennlinie ermittelbar, jedoch liegt die für den Druckprozess wichtige (relative) Information
für die tatsächliche Produktion, Bahnführung und die vorliegenden Bedingungen vor.
[0048] Bei laufender Maschine mit Druck-AN und vorbestimmter Bahnspannung S1 am Einzugswerk
02 wird also Farbe und Wasser zugeschaltet. Über die Veränderung der Bahnspannung
S1; S2 und des Antriebsmomentes der Zugwalze 02 wird das Dehnungsverhalten des Bedruckstoffes
08 im produktionsfeuchten Zustand ermittelt.
[0049] Für diese Ermittlung ist die Kenntnis des Förderverhaltens der verwendeten Gummitücher
von Vorteil. Dies kann dem Drucker oder dem System aus früheren Messungen unter Verwendung
der selben oder der gleichen Gummitücher bekannt sein, oder aber die Ergebnisse aus
dem vorstehend optional genannten Schritt 5. werden zur Auswertung und/oder zur Klassifizierung
herangezogen.
[0050] Ideal ist es, wenn bei dieser Ermittlung zusätzlich über Sensoren die Feuchtigkeit
der trockenen und der feuchten Papierbahn 08 gemessen wird (siehe Schritt 7.).
7. Absolute Charakterisierung der Feuchtigkeitsempfindlichkeit (optionaler Schritt)
[0051] In einer Weiterbildung ist auf dem Bahnweg - insbesondere direkt nach der letzten
Druckstelle - ein Feuchtesensor 14 angeordnet, mittels welchem zusätzlich zu Schritt
6. die absolute Feuchte des Papiers gemessen wird.
[0052] Mit dieser Methode lässt sich zwar nicht das absolute Dehnungsverhalten bei 5%, 10%
und 15% etc. Feuchte ermitteln, dafür erhält man aber einen Wert, der für die tatsächlichen
Produktionsbedingungen gültig ist. Durch diese Messung kann zusammen mit 6. eine Klassifizierung
des Bedruckstoffes 08, basierend auf absolute Feuchten, erfolgen.
[0053] In einer Weiterbildung des Verfahrensschrittes 6. oder 7. wird nicht an allen Druckwerken
gleichzeitig Farbe und Wasser an geschalten, sondern es wird Druckwerk für Druckwerk
dazu geschalten. Dadurch kann man annähernd das Feuchtigkeitsverhalten des Bedruckstoffs
08 bei ca. 25 %, 50 %, 75 % und 100 % der Produktionsfeuchte bei hier 4-farben-Produktion
ermitteln.
[0054] Die vorgenannten Teilverfahren 1, 3 und 6 bilden gemeinsam das erfindungsgemässe
Verfahren zur Klassifizierung des verwendeten Bedruckstoffes 08. Die Teilverfahren
2, 4, 5 und/oder 7 bilden vorteilhafte Weiterbildungen des Gesamtverfahrens und tragen
zur weiteren Verbessung und zu erhöhtem Komfort beim Bedienen der Maschine bei. Die
Optionalität des Durchlaufens dieser Teilschritte ist in Fig. 2 durch strichlierte
Linien angedeutet. Schritt 2. kann vor oder nach Schritt 3. durchlaufen werden und
ist deshalb auf selber Höhe dargestellt. Schritt 7. kann nach dem Schritt 6., und
Schritt 4 zumindest nach Schritt 3. durchlaufen werden. Der Drucker und/oder ein übergeordnetes
Regelsystem kann auf der Basis der so gewonnenen Kenngrößen bzw. der bestimmten Klasse
des Bedruckstoffes 08 auf der Grundlage seiner Erfahrung bzw. hinterlegten Regeln
(Tabellen und/oder funktionale Zusammenhängen etc.) sinnvolle (Vor-)Einstellungen
treffen und damit den Anfahrprozess und/oder die Druckqualität verbessern.
[0055] Da es möglich und in einer Weiterbildung vorgesehen ist, die Bestimmungsschritte
sequenziell durch eine Steuerung anzustoßen und die Messwerte dabei automatisch zu
erfassen, können die einzelnen Messschritte relativ schnell aufeinander folgen. Es
kann vorteilhaft sein, die Sequenz von Messschritten in das normale Anlaufverhalten
der Druckanlage mit zu integrieren. Eine andere Variante ist es, dem Drucker beim
Start der Maschine die Wahl zu überlassen, ob er mit oder ohne dem genannten Verfahren
zur Bestimmung der Materialeigenschaften starten will.
[0056] Die Auswertung der Messwerte kann sowohl durch Fuzzylogic als auch durch diskrete
Logik erfolgen, wobei die gemessenen Veränderungen bei den verschiedenen Messschritten
relativ zueinander betrachtet werden können aber auch mit Erfahrungswerten verglichen
werden und durch Verknüpfung der Auswertungen mehrerer Messschritte Aussagen über
die Eigenschaften des benutzten Bedruckstoffes 08 unter den aktuellen Produktionsbedingungen
zulassen. Für eine weitergehende Auswertung kann auch die aktuelle Maschinenkonfiguration
berücksichtigt werden.
[0057] Auch während der Produktion ist die Überprüfung der Materialeigenschaften möglich,
wenn sich beispielsweise das Verhalten einer Papierbahn 08 nach einem Rollenwechsel
auf abnormale Weise verändert (abgesehen vom bekannten Bahnspannungssprung bei der
Klebung), ohne dass eines der Stellglieder 02; 07; 12 im Bahnlauf beeinflusst wurde.
Hier kann man über das veränderte Bahnverhalten eine Aussage über die Materialeigenschaften
der neuen Rolle gegenüber den Materialeigenschaften der alten Rolle treffen (z. B.
dehnt sich weniger oder/und ist feuchtigkeitsempfindlicher etc.). Bei laufender Produktion
kann allerdings nur eine relative Bewertung zu den Messwerten der ursprünglichen Bahn
08 stattfinden. Sollen absolute Aussagen getroffen werden, wird die Produktion unterbrochen
und der gesamte bzw. der gewählte Messzyklus durchlaufen werden.
[0058] Bei einer Kopplung mit einem automatischen System zur Bahnspannungsregelung 18 ist
sowohl bei o. g. Anfahrvorgängen als auch der genannten Unterbrechung eine automatische
Korrektur von Stellgliedern 02; 07; 12 im Bahnlauf vorteilhaft um wieder stabile Produktionsbedingungen
zu erhalten.
[0059] Über die Aussagen zu den Materialeigenschaften lassen sich Vorgaben für die Voreinstellung
der Bahnspannung und anderer Produktionsparameter treffen. Um das System auch während
des Betriebs noch zu optimieren, ist es in einer Weiterbildung dem Drucker möglich,
die vom System erarbeiteten Vorgaben zu verändern. Die dann, aus Sicht des Druckers,
optimale Maschineneinstellung ist in vorteilhafter Ausführung dieser Weiterbildung
speicherbar, damit sie bei späteren Produktionen zur Auswertung bereit steht. Damit
kann das System von der Erfahrung des Druckers lernen.
[0060] Die durch das Verfahren gewonnenen Kenngrößen bzw. -zahlen bzw. Klassifizierungen
können in einer einfachsten Ausführung als reine, von den Messgeräten ausgegebenen/angezeigten
(die Bahnspannungen und/oder elektrischen Leistungen repräsentierende) Größen dem
Drucker bei der Klassifizierung des verwendeten Bedruckstoffes dienen, dem Drucker
bereits als (vor)ausgewertete Kennzahlen oder bereits als festgestellte Klasse durch
eine Auswerteeinheit an die Hand gegeben werden oder aber die Größen, Kennzahlen oder
Klassen können zusätzlich hierzu oder statt dessen einem Bahnspannungsregelungssystem
zugeführt werde, welches diese Informationen in seinen Regelprozess - beispielsweise
durch Bestimmung von Voreinstellwerten, von Maximal und/oder minimal zulässigen Werten,
Ermittlung von Reglerparameter und/oder der Festlegung von erlaubten Steigungen im
dynamischen Regelverhalten - integriert.
[0061] Im folgenden wird eine Verarbeitung der nach 3. ermittelten Kennzahl D; D' durch
eine Auswerteeinheit 16 und ggf. eine manuelle oder automatische Bahnspannungsregelung
18 dargelegt, welche als vereinfachte Variante grundsätzlich ohne Einbeziehung des
unter 6. erläuterten Feuchteeinfusses möglich, jedoch vorteilhaft wie unten beschrieben
unter Berücksichtigung der Feuchteempfindlichkeit von besonderem Vorteil ist:
[0062] In der Auswerteeinheit 16 kann vorteilhaft ein Zusammenhang hinterlegt sein (z. B.
als Wertebereiche eingeteilt in diskrete Klassen oder Wertebereiche einer Tabelle
oder abschnittsweise definierte Funktionen), in welcher die ermittelte Kenngröße D;
D' für das Dehnungsverhalten einer bestimmten Papiereigenschaft zugewiesen wird (exemplarisch
in Fig. 4a)). In Fig. 4 sind beispielhaft lediglich zwei diskrete Wertebereiche [d
1 ...x[ und [x...[ bzw. [f
1 ...y[ und [y...[ zur Klassifikation vorgesehen; dies ist jedoch beliebig - ggf. sogar
bis hin zum stetigen funktionalen Zusammenhang - verfeinerbar. Weiter ist in vorteilhafter
Ausführung jeder Klasse definierter Papiereigenschaft zumindest ein vorgeschlagener
Voreinstellwert (Sollwert Soll
x) für die Spannung S1 oder/und S3 und/oder eine einzuhaltende Differenz ΔS zwischen
S3 und S1 hinterlegt (ähnlich der Fig. 4c), jedoch ggf. ohne Abhängigkeit von F).
In Abwandlung kann auch direkt (ohne Klassenbildung) ein funktionaler Zusammenhang
zwischen Kenngröße D; D' und Voreinstellwert Soll
x vorgesehen sein.
[0063] In manueller Ausführung der weiteren Verfahrensweise kann dieser Voreinstellwert
Soll
x für die Bahnspannung S1
0; S3
0 bzw. Differenz ΔS vom Drucker wahrgenommen und manuell, beispielsweise am Leitstand,
als Sollwert vorgegeben werden. Der Voreinstellwert Soll
x kann jedoch auch direkt an den Regelkreis des betreffenden Stellgliedes 02; (07);
12 als Sollwertvorgabe übermittelt werden. Bei Vorliegen eines Systems zur automatischen
Bahnspannungsregelung 18 wird der entsprechende Voreinstellwert Soll
x für die Spannung S1; S2; S3 bzw. Differenz ΔS nun als Sollwertvorgabe in die Bahnspannungsregelung
18 überführt.
[0064] Die Auswerteeinheit 16 kann als selbstständiges Bauteil wie in Fig. 1 dargestellt,
oder aber als selbständiger Prozess oder Teilprozess in einer Maschinensteuerung 17
bzw. einem Leitstand bzw. Leitstandsrechner 17 oder, bei Vorliegen einer Bahnspannungsregelung
18, auch als ein zusätzlicher Teilprozess dieser Bahnspannungsregelung 18 ausgebildet
sein (strichliert). Im dargestellten Fall ist zwischen Leitstandsrechner 17 und der
Auswerteeinheit 16 (als Prozess oder baulich getrennt) eine Schnittstelle vorgesehen,
über welche die Messwerte (Spannungen und/oder Voreilungen und/oder Feuchtigkeit etc.)
und ggf. andere Informationen (Produktionsart und/oder Bedruckstoff und/oder Gummituch
und/oder Farbart etc.) der Auswerteroutine der Auswerteeinheit 16 zur Verfügung gestellt
werden. Auch ist zwischen Auswerteeinheit 16 (als Prozess oder baulich getrennt) und
Bahnspannungsregelung 18 eine Schnittstelle vorgesehen, über welche die Sollwertvorgaben
für die Bahnspannung S1; S2; S3 übergeben, und ggf. Messwerte für die Spannungen vom
Leitstandsrechner 17 her durchgereicht werden. Bei automatischer Bahnspannungsregelung
18 wirkt deren Ausgang auf die Stellglieder 02; 07; 12, insbesondere 02 und 12.
[0065] Das zur Schnittstelle bzw. der prozessualen und/oder baulichen Ausbildung der Auswerteeinheit
16 kann auch für einen oder mehrere der unter den übrigen geschilderten Teilverfahren
angewandt sein.
[0066] Vorteilhafter Weise wird zur Ermittlung geeigneter Voreinstellwerte zusätzlich zur
Kenngröße D; D' aus 3. die nach 6. ermittelte Kenngröße F für die Feuchteempfindlichkeit
herangezogen.
[0067] Hierbei sind zusätzlich zu den Zusammenhängen zwischen der Kenngröße D und der Papiereigenschaft
und/oder dem geeigneten Voreinstellwert auch Zusammenhänge zwischen der Kenngröße
F und der Papiereigenschaft sowie ein Zusammenhang geeigneter Sollwerte Soll
1 .... Soll
4 etc. und einer Kombination der Kenngrößen D; D'; F vorgesehen. Bei Kenntnis des Dehnungsverhaltens
D; D' und der Feuchteempfindlichkeit F kann nun der geeignete Sollwert bzw. geeignete
Sollwerte für die Spannung S1; S3 (ggf. S2) oder die Differenz ΔS ermittelt und weiterverarbeitet
werden (Beispielhaft in Fig. 4c)). Dies geschieht wie oben für D; D' beschrieben beispielsweise
durch Wahrnehmung und manuelle Vorgabe durch den Drucker oder als Steuerbefehl (Sollwertvorgabe)
an den Regelkreis der betreffenden Stellglieder 02; 07; 12 (des betreffenden Stellgliedes)
oder vorteilhaft im automatischen System durch Übergabe an die Bahnspannungsregelung
18.
[0068] Die als Kenngröße D; D' bzw. F bezeichneten Größen können ebenso stellvertretend
für andere, das Dehnungsverhalten bzw. Feuchteempfindlichkeit charakterisierende Informationen
D; D' bzw. F verstanden werden.
Bezugszeichenliste
[0069]
- 01
- Rollenwechsler
- 02
- Zugelemente, Einzugswerk, Stellglied
- 03
- Messstelle, Bahnspannungsmessstelle vor Druckeinheit (vDE)
- 04
- Druckeinheit, Druckturm, Bearbeitungsstufe
- 05
- -
- 06
- Messstelle, Bahnspannungsmessstelle nach Druckeinheit (nDE)
- 07
- Zugelemente, Zugwalze, Stellglied
- 08
- Bedruckstoff, Bedruckstoffbahn, Papierbahn
- 09
- Oberbau, Wendedeck
- 10
- -
- 11
- Bahnspannungsmessstelle vor Trichtereinlauf (vTE), Messstelle
- 12
- Zugelemente, Trichtereinlaufwalze, Stellglied
- 13
- Falzeinrichtung
- 14
- Feuchtesensor
- 15
- -
- 16
- Auswerteeinheit, Auswerteroutine
- 17
- Maschinensteuerung, Leitstand, Leitstandsrechner
- 18
- Bahnspannungsregelung
- D
- Kenngröße, Maß bzw. Information für Dehnungsverhalten
- F
- Kenngröße, Maß bzw. Information für Feuchteempfindlichkeit
- S1
- Spannung,Bahnspannung
- S2
- Spannung,Bahnspannung
- S3
- Spannung,Bahnspannung
- Solli
- Sollwert, Voreinstellwert (hier: i= x oder 1 bis 4)
- [d1 ...x[, [x...[
- Wertebereiche zur Klassifikation, Dehnungsverhalten
- [f1 ...y[, [y...[
- Wertebereiche zur Klassifikation, Feuchteempfindlichkeit
1. Verfahren zur Bestimmung von produktionsrelevanten Materialeigenschaften in einer
Rollendruckmaschine,
dadurch gekennzeichnet, dass
- zunächst bei abgestellten Druckstellen ein definierter Grundzustand hergestellt
wird,
- anschließend ebenfalls bei abgestellten Druckstellen eine gezielte Variation eines
der die Bahnspannung (S1; S2; S3) im Bahnlauf beeinflussenden Stellgliedes (02; 07;
12) vorgenommen wird,
- und aus der Auswirkung dieser Veränderung auf eine Antriebsleistung oder/und die
Bahnspannung (S1; S2; S3) eine Information (D) zur Dehnungscharakteristik der trockenen
Bedruckstoffbahn (08) abgeleitet wird,
- dass nach Beobachtung und/oder Aufzeichnung der Auswirkung zur trockenen Bedruckstoffbahn
(08) mindestens eine der Druckstellen angestellt und die Feuchtmittel- und/oder Farbversorgung
dieser Druckstelle aktiviert wird, und dass eine Änderung der Bahnspannung (S2) nach
dem Druckturm (04) infolge der Aktivierung von Feuchtmittel- und/oder Farbversorgung
beobachtet und/oder aufgezeichnet wird,
- und dass durch eine Auswerteeinheit oder durch ein System zur Bahnspannungsregelung
(18) die ermittelten Werte für die Änderung als solche oder als abstrakte Keringröße
(F) zur Klassierung der Bedruckstoffbahn (08) bezüglich ihrer Feuchteempfindlichkeit
Verwendet werden trockenen Bedruckstoffbahn (08) abgeleitet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundzustand hergestellt wird, indem eine definierte, von Null verschiedenen
Maschinengeschwindigkeit V0, vor der ersten Druckstelle eine vordefinierten Bahnspannung S10, und am Zugelement (07) hinter der letzten Druckstelle ein definierter Antriebsoffset
ΔV0 für die Fördergeschwindigkeit, insbesondere ein Antriebsoffset ΔV0 von ca. 0 %, eingestellt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass bei abgestellten Druckstellen der Antriebsoffset ΔV eines Zugelementes (07) um einen
definierten Wert verändert
- dabei die Auswirkung auf die Bahnspannung (S1; S2) vor oder nach der Druckeinheit
(nDE) beobachtet und/oder aufgezeichnet wird,
- und hieraus die Information (D) zur Dehnungscharakteristik der trockenen Bedruckstoffbahn
(08) abgeleitet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass bei abgestellten Druckstellen eine Sollwertvorgabe für die vordefinierten Bahnspannung
(S1) um einen fest vorgegebenen Wert verändert
- dabei die Auswirkung auf das Antriebsmoment des Zugelementes (07) hinter der letzten
Druckstelle beobachtet und/oder aufgezeichnet wird,
und hieraus die Information (D) zur Dehnungscharakteristik der trockenen Bedruckstoffbahn
(08) abgeleitet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass bei abgestellten Druckstellen der Antriebsoffset ΔV des Zugelementes (07) um einen
fest vorgegebenen Wert verändert
- dabei die Auswirkung auf einen Ausschlag einer Pendelwalze im Einzugwerk (02) beobachtet
und/oder aufgezeichnet wird,
- und hieraus die Information (D) zur Dehnungscharakteristik der trockenen Bedruckstoffbahn
(08) abgeleitet wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Größe der Änderung in Zusammenhang mit der Anzahl der verwendeten Druckstellen
zur Klassifizierung des Bedruckstoffes (08) in Bezug auf seine Feuchtigkeitsempfindlichkeit
herangezogen wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Ermittlung der Änderung der Unterschied zwischen der Bahnspannung (S2) mit angestellter
Druckstelle ohne Aktivierung der Feuchtmittel- und/oder Farbversorgung und der Bahnspannung
(S2) mit angestellter Druckstelle mit Aktivierung der Feuchtmittel- und/oder Farbversorgung
herangezogen wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Ermittlung der Änderung der Unterschied zwischen der Bahnspannung (S2) ohne angestellte
Druckstelle sowie ohne Aktivierung der Feuchtmittel- und/oder Farbversorgung und der
Bahnspannung (S2) mit angestellter Druckstelle mit Aktivierung der Feuchtmittel- und/oder
Farbversorgung herangezogen wird.
9. Verfahren nach Anspruch 1, oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Ableitung bzw. Klassifizierung eine Information zum Förderverhalten von mit
der Badruckstoffbahn (08) in Druck-AN-Stellung in Kontakt befindlichen Aufzügen berücksichtigt
wird.
10. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Auswertung der Bahnspannungen (S1; S2; S3) und/oder der Antriebsmomente der
Zugelemente (02; 07; 12) im Grundzustand erfolgt und hieraus Aussagen über etwaige
Lagerschäden oder andere Anomalien im Bahnlauf getroffen werden.
11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass aus der Information zur Dehnungscharakteristik und Daten zur Dicke und Breite der
Bedruckstoffbahn (08) der E-Modul im trockenen Zustand ermittelt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei laufender Maschine im Grundzustand die Bahnspannungen (S1; S2) vor und hinter
mindestens einer der Druckstellen erfasst werden, danach auf Druck an geschaltet wird,
und aus erneutem Messen in Druck-AN-Stellung auf das Förderverhalten eines in Druck-AN-Stellung
in Kontakt mit dem Bedruckstoff (08) befindlichen Aufzuges eines Druckwerkszylinders
geschlossen wird.
13. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass aus der Information (D; F) zur Dehnungscharakteristik und/oder zur Feuchtigkeitsempfindlichkeit
der feuchten Bedruckstoffbahn (08) und einem nach der Druckstelle gemessenen Absolutwert
für die Feuchte der Bedruckstoffbahn (08) eine absolute Charakterisierung der Feuchtigkeitsempfindlichkeit
vorgenommen wird.
14. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Schritte des Verfahren im Rahmen eines übergeordneten Prozesses für den Anfahrvorgangs
zur Voreinstellung der Bahnspannung (S1; S2; S3) abgearbeitet werden.
15. Verfahren zur Voreinstellung einer Bahnspannung (S1; S2; S3),
dadurch gekennzeichnet dass
- zunächst in einem Messzyklus an der eingezogenen Bahn (08) ohne Feuchtmittel- und
ohne Farbauftrag durch gezielte Variation eines die Bahnspannung (S1; S2; S3) im Bahnlauf
beeinflussenden Stellgliedes (02; 07; 12) und Messen der Bahnspannung (S1; S2; S3)
eine Information (D) zur Dehnungscharakteristik der trockenen Bedruckstoffbahn (08)
abgeleitet wird,
- dass nach dem erstgenanntem Messzyklus mindestens eine der Druckstellen angestellt
und die Feuchtmittel- und/oder Farbversorgung dieser Druckstelle aktiviert wird, und
dass anhand einer Veränderung in der Bahnspannung (S1, S2, S3) eine Information (F)
zur Feuchteempfindlichkeit der Bedruckstoffbahn (08) abgeleitet wird,
- unter Verwendung dieser Information (D) zur Dehnungscharakteristik aus einem vorgehaltenen
Zusammenhang zwischen der Information (D) und geeigneten Bahnspannungen (S1; S2; S3)
ein Voreinstellwert (Sollx; Soll1; Soll2; Soll3; Soll4) für die Bahnspannung (S1; S2; S3) ermittelt wird, - dass die Ermittlung des Voreinstellwertes
(Sollx; Soll1; Soll2; Soll3; Soll4) für die Bahnspannung (S1; S2; S3) unter Verwendung sowohl der Information (D) zum
Dehnungsverhalten als auch der Information (F) zur Feuchteempfindlichkeit gewonnen
wird,
- und dass der Voreinstellwert (Sollx; Soll1; Soll2; Soll3; Soll4) schließlich vor Produktionsbeginn zur Voreinstellung der Bahnspannung (S1; S2; S3)
durch eines oder mehrere der Stellglieder (02; 07; 12) herangezogen wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Information (D) zur Dehnungscharakteristik der trockenen Bedruckstoffbahn (08)
nach dem Verfahren zur Bestimmung von produktionsrelevanten Materialeigenschaften
gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 15 erfolgt.
17. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Voreinstellwert (Sollx; Soll1; Soll2; Soll3; Soll4) als Sollwert (Sollx; Soll1; Soll2; Soll3; Soll4) an ein System zur automatischen Bahnspannungsregelung (18) übergeben wird.
18. Verfahren nach Anspruch 1 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Messwerte für die vorliegende Bahnspannung (S1; S2; S3) über eine Schnittstelle
von einer Maschinensteuerung (17) bereitgestellt werden.
19. Verfahren nach Anspruch 1 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Ableitung der Information (D) zur Dehnungscharakteristik in einer EDV-gestützten
Auswerteroutine erfolgt.
20. Verfahren nach Anspruch 1 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Ableitung der Information (F) zur Feuchtigkeitsempfindlichkeit in einer EDV-gestützten
Auswerteroutine erfolgt.
21. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Ermittlung des Voreinstellwertes (Sollx; Soll1; Soll2; Soll3; Soll4) für die Bahnspannung (S1; S2; S3) in einer EDV-gestützten Auswerteroutine erfolgt.
22. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass ein Speichermittel vorgesehen ist, in welchen ein für eine bestimmte Produktion und/oder
bestimmte Bedruckstoffbahn (08) ermittelter Voreinstellwert (Sollx; Soll1; Soll2; Soll3; Soll4) gespeichert und vorgehalten wird.
1. Method for determining material properties relevant for production in a rotary printing
press,
characterized in that
- first a defined base state is established at thrown-off printing positions,
- then a targeted variation of an actuator (02; 07; 12) influencing the web tension
(S1; S2; S3) in the web path is effected, likewise at thrown-off printing positions,
- and information (D) on the extension characteristic of the dry printing material
web (08) is derived from the effect of this change on the drive power and/or the web
tension (S1; S2; S3),
- in that, after observation and/or recording of the effect for dry printing material web (08),
at least one of the printing positions is thrown on and the fountain solution and/or
ink supply of this printing position is activated, and in that a change in the web tension (S2) after the printing tower (04) due to the activation
of fountain solution and/or ink supply is observed and/or recorded,
- and in that the determined values for the change as such or as an abstract characteristic (F)
for classifying the printing material web (08) with respect to its moisture sensitivity
are used by an evaluation unit or by a system for web tension regulation (18).
2. Method according to Claim 1, characterized in that the base state is established by setting a defined machine speed V0 other than zero, a predefined web tension S10 before the first printing position and a defined drive offset ΔV0 at the tension element (07) behind the last printing position for the transport speed,
in particular a drive offset V0 of about 0%.
3. Method according to Claim 1,
characterized in that, with thrown-off printing positions, the drive offset ΔV of a tension element (07)
is changed by a defined value,
- the effect on the web tension (S1; S2) before or after the printing unit (nDE) is
observed and/or recorded,
- and the information (D) on the extension characteristic of the dry printing material
web (08) is derived therefrom.
4. Method according to Claim 1,
characterized in that, in thrown-off printing positions, a specified setpoint value for the predefined web
tension (S1) is changed by a specified value,
- the effect on the drive moment of the tension element (07) behind the last printing
position is observed and/or recorded,
and the information (D) on the extension characteristic of the dry printing material
web (08) is derived therefrom.
5. Method according to Claim 1,
characterized in that, in thrown-off printing positions, the drive offset ΔV of the tension element (07)
is changed by a specified value,
- the effect on a deflection of a dancing roller in the draw-in unit (02) is observed
and/or recorded,
- and the information (D) on the extension characteristic of the dry printing material
web (08) is derived therefrom.
6. Method according to Claim 1, characterized in that the magnitude of the change, in association with the number of printing positions
used, is employed for classifying the printing material (08) with regard to its moisture
sensitivity.
7. Method according to Claim 1, characterized in that the difference between the web tension (S2) with thrown-on printing position without
activation of the fountain solution and/or ink supply and the web tension (S2) with
thrown-on printing position with activation of the fountain solution and/or ink supply
is employed for determining the change.
8. Method according to Claim 1, characterized in that the difference between the web tension (S2) without thrown-on printing position and
without activation of the fountain solution and/or ink supply and the web tension
(S2) with thrown-on printing position with activation of the fountain solution and/or
ink supply is employed for determining the change.
9. Method according to Claim 1 or 6, characterized in that information on the transport behaviour of packings present in contact with the printing
material web (08) in the thrown-on position is taken into account in the derivation
or classification.
10. Method according to Claim 1, characterized in that an evaluation of the web tensions (S1; S2; S3) and/or of the drive moments of the
tension elements (02; 07; 12) in the base state is effected and conclusions about
any bearing damage or other anomalies in the web path are drawn therefrom.
11. Method according to Claim 1, characterized in that the modulus of elasticity in the dry state is determined from the information on
the extension characteristic and data on the thickness and width of the printing material
web (08).
12. Method according to Claim 1, characterized in that the web tensions (S1; S2) before and behind at least one of the printing positions
are determined with the machine running in the base state, switching is then effected
to the thrown-on position, and conclusions about the transport behaviour of a printing
unit cylinder packing present in the thrown-on position in contact with the printing
material (08) are drawn from further measurement in the thrown-on position.
13. Method according to Claim 1, characterized in that an absolute characterization of the moisture sensitivity is performed from the information
(D; F) on the extension characteristic and/or on the moisture sensitivity of the moist
printing material web (08) and an absolute value measured after the printing position
for the moisture of the printing material web (08).
14. Method according to one or more of Claims 1 to 13, characterized in that the steps of the method are worked through in the course of a superior process for
the start-up procedure for presetting of the web tension (S1; S2; S3).
15. Method for preadjustment of a web tension (S1; S2; S3),
characterized in that
- first, information (D) on the extension characteristic of the dry printing material
web (08) is derived in a measuring cycle on the drawn-in web (08) without fountain
solution application and without ink application by targeted variation of an actuator
(02; 07; 12) influencing the web tension (S1; S2; S3) in the web path and measurement
of the web tension (S1; S2; S3),
- in that, after the first-mentioned measuring cycle, at least one of the printing positions
is thrown on and the fountain solution and/or ink supply of this printing position
is activated, and in that information (F) on the moisture sensitivity of the printing material web (08) is
derived on the basis of a change in the web tension (S1; S2; S3),
- with the use of this information (D) on the extension characteristic, a preadjustment
value (Sollx; Soll1; Soll2; Soll3; Soll4) for the web tension (S1; S2; S3) is determined
from a stored relationship between the information (D) and suitable web tensions (S1;
S2; S3),
- in that the determination of the preadjustment value (Sollx; Soll1; Soll2; Soll3; Soll4)
for the web tension (S1; S2; S3) is obtained with the use both of the information
(D) on the extension behaviour and of the information (F) on the moisture sensitivity,
- and in that the preadjustment value (Sollx; Soll1; Soll2; Soll3; Soll4) is finally employed before
the beginning of production for preadjusting the web tension (S1; S2; S3) by one or
more of the actuators (02; 07; 12).
16. Method according to Claim 15, characterized in that the information (D) on the extension characteristic of the dry printing material
web (08) is obtained by the method for determining material properties relevant for
production, according to one or more of Claims 1 to 15.
17. Method according to Claim 15, characterized in that the preadjustment value (setpointx; setpoint1; setpoint2; setpoint3; setpoint4) is
transferred as a setpoint value (setpointx; setpoint1; setpoint2; setpoint3; setpoint4)
to a system for automatic web tension regulation (18).
18. Method according to Claim 1 or 15, characterized in that the measured values for the existing web tension (S1; S2; S3) are provided via an
interface from a machine control (17).
19. Method according to Claim 1 or 15, characterized in that the derivation of the information (D) on the extension characteristic is effected
in an EDP-aided evaluation routine.
20. Method according to Claim 1 or 15, characterized in that the derivation of the information (F) on the moisture sensitivity is effected in
an EDP-aided evaluation routine.
21. Method according to Claim 15, characterized in that the determination of the preadjustment value (setpointx; setpoint1; setpoint2; setpoint3;
setpoint4) for the web tension (S1; S2; S3) is effected in an EDP-aided evaluation
routine.
22. Method according to Claim 15, characterized in that a memory means is provided in which a preadjustment value (setpointx; setpoint1;
setpoint2; setpoint3; setpoint4) determined for a certain production and/or certain
printing material web (08) is stored and held.
1. Procédé pour déterminer les qualités d'un matériau importantes pour sa production
dans une machine à imprimer à bobines,
caractérisé en ce que
- d'abord, lorsque les postes d'impression sont stoppés, on établit un état de base
défini,
- ensuite, également lorsque les postes d'impression sont stoppés, une variation,
à dessein, d'un organe de réglage (02 ; 07 ; 12) influant sur la tension mécanique
dans la bande (S1 ; S2 ; S3) dans le défilement de bande, est effectuée,
- et, à partir de l'effet de cette modification sur une puissance d'entraînement et/ou
la tension mécanique dans la bande (S1 ; S2 ; S3), il est dérivé une information (D)
au sujet de la caractéristique en allongement de la bande de matériau à imprimer (08)
sèche,
- en ce que, après observation et/ou enregistrement de l'effet concernant la bande de matériau
à imprimer (8) sèche, au moins l'un des postes d'impression est mis en marche et l'alimentation
en agent humidificateur et/ou en encre de ce poste d'impression est activée, et en ce qu'une modification de la tension mécanique dans la bande (S2) après la tour d'impression
(04), par suite de l'activation de l'alimentation en agent humidificateur et/ou en
encre, est observée et/ou enregistrée,
- et en ce que l'on utilise au moyen d'une unité d'évaluation, ou au moyen d'un système de régulation
de tension mécanique dans la bande (18), les valeurs déterminées pour la modification,
en tant que telles ou en tant que grandeur caractéristique (F), pour la classification
de la bande de matériau à imprimer (08) par rapport à sa sensibilité à l'humidité.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'état de base est établi en réglant une vitesse de machine Vo définie, différente
de zéro, une tension mécanique dans la bande S1o prédéfinie avant le premier poste
d'impression et, sur l'élément de traction (07) situé derrière le dernier poste d'impression,
un offset d'entraînement ΔVo défini pour la vitesse de transport, en particulier un
offset d'entraînement ΔVo d'à peu près 0 %.
3. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que, lorsque les postes d'impression sont mis à l'arrêt, l'offset d'entraînement ΔV d'un
élément de traction (07) est modifié d'une valeur définie,
- l'effet sur la tension mécanique dans la bande (S1 ; S2), avant ou après l'unité
d'impression (nDE), est alors observé et/ou enregistré,
- et, à partir de cela, l'information (D) concernant la caractéristique en allongement
de la bande de matériau à imprimer (08) sèche est déduite.
4. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que, lorsque les postes d'impression sont mis à l'arrêt, une affectation de valeur de
consigne pour la tension mécanique dans la bande S1 prédéfinie est modifiée d'une
valeur prédéterminée de façon fixe,
- l'effet sur le couple d'entraînement de l'élément de traction (07), derrière le
dernier poste d'impression, est alors observé et/ou enregistré,
et, à partir de cela, l'information (D) concernant la caractéristique en allongement
de la bande de matériau à imprimer (08) sèche est déduite.
5. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que, lorsque les postes d'impression sont mis à l'arrêt, l'offset d'entraînement ΔV d'un
élément de traction (07) est modifié d'une valeur définie,
- l'effet sur la déviation d'un rouleau pendulaire dans le groupe d'introduction (02),
est alors observé et/ou enregistré,
- et, à partir de cela, l'information (D) concernant la caractéristique en allongement
de la bande de matériau à imprimer (08) sèche est déduite.
6. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'ampleur de la modification, en liaison avec le nombre des postes d'impression utilisés,
est utilisée pour la classification de la bande de matériau à imprimer (08) par rapport
à sa sensibilité à l'humidité.
7. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que, pour la détermination de la modification, on utilise la différence entre la tension
mécanique dans la bande (S2) avec poste d'impression en position de marche, sans activation
de l'alimentation en agent humidificateur et/ou en encre, et la tension mécanique
dans la bande (S2) avec poste d'impression en position de marche, avec activation
de l'alimentation en agent humidificateur et/ou en encre.
8. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que, pour la détermination de la modification, on utilise la différence entre la tension
mécanique dans la bande (S2) sans poste d'impression en position de marche, ainsi
que sans activation de l'alimentation en agent humidificateur et/ou en encre, et la
tension mécanique dans la bande (S2) avec poste d'impression en position de marche,
avec activation de l'alimentation en agent humidificateur et/ou en encre.
9. Dispositif selon l'une des revendications 1 ou 6, caractérisé en ce que, lors de la déduction ou de la classification, on utilise une information concernant
le comportement au transport d'habillages se trouvant en contact avec la bande de
matériau à imprimer (08) lorsqu'on est en position d'application de pression AN.
10. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'une évaluation des tensions mécaniques dans la bande (S1 ; S2 ; S3) et/ou des couples
d'entraînement des éléments de traction (02 ; 07 ; 12) s'effectue à l'état de base
et, à partir de cela, on conclue sur d'éventuels dommages aux paliers ou sur d'autres
anomalies.
11. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le module E à l'état sec est déterminé à partir de l'information concernant la caractéristique
à l'allongement et de données concernant l'épaisseur et la largeur de la bande de
matériau à imprimer (08).
12. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que, lorsque la machine est en fonctionnement, à l'état de base, les tensions mécaniques
dans la bande (S1 ; S2), avant et après au moins l'un des postes d'impression, sont
détectées, ensuite on met l'impression en service et, à partir d'une nouvelle mesure,
en position pression appliquée AN on tire des conclusions sur le comportement au transport
d'un habillage se trouvant en contact avec le matériau à imprimer (08) lorsqu'on est
en position d'application de pression AN.
13. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que, à partir de l'information (D ; F) concernant la caractéristique à l'allongement et/ou
la sensibilité à l'humidité de la bande de matériau à imprimer (08) humide, et d'une
valeur absolue, mesurée après le poste d'impression, de l'humidité de la bande de
matériau à imprimer (08), on effectue une caractérisation absolue de la sensibilité
à l'humidité.
14. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 13, caractérisé en ce que les étapes du procédé sont traitées dans le cadre d'un processus hiérarchiquement
supérieur pour le processus de démarrage concernant le préréglage de la tension mécanique
dans la bande (S1 ; S2 ; S3).
15. Procédé de préréglage d'une tension mécanique dans la bande (S1 ; S2 ; S3),
caractérisé en ce
- d'abord, dans un cycle de mesure sur la bande (08) introduite, sans application
d'agent humidificateur et sans application d'encre, grâce à une variation opérée à
dessein d'un organe de réglage (02 ; 07 ; 12) influant sur la tension mécanique dans
la bande (S1 ; S2 ; S3) dans le défilement de bande, et à une mesure de la tension
mécanique dans la bande (S1 ; S2 ; S3), on déduit une information (D) concernant la
caractéristique à l'allongement de la bande de matériau à imprimer (08) sèche,
- en ce que, après le cycle de mesure cité en premier, on procède à la mise en marche
d'au moins un poste d'impression et l'alimentation en agent humidificateur et/ou en
encre de ce poste d'impression est activée, et en ce que, à l'aide d'une modification
dans la tension mécanique dans la bande (S1 ; S2 ; S3), on déduit une information
(F) concernant la sensibilité à l'humidité de la bande de matériau à imprimer (08),
- en utilisant cette information (D) concernant la caractéristique à l'allongement,
à partir d'une relation tenue en réserve, entre l'information (D) et des tensions
mécaniques dans la bande (S1 ; S2 ; S3) appropriées, on détermine une valeur de préréglage
(Sollx ; Soll1 ; Soll2 ; Soll3 ; Soll4) pour la tension mécanique dans la bande (S1 ; S2 ; S3),
- en ce que la détermination de la valeur de préréglage (Sollx ; Soll1 ; Soll2 ; Soll3 ; Soll4) pour la tension mécanique dans la bande (S1 ; S2 ; S3) est obtenue en utilisant
tant l'information (D) concernant le comportement en allongement, qu'également l'information
(F) concernant la sensibilité à l'humidité,
- et en ce que la valeur de préréglage (Sollx ; Soll1 ; Soll2 ; Soll3 ; Soll4) est enfin utilisée, avant le début de la production, pour opérer le préréglage de
la tension mécanique dans la bande (S1 ; S2 ; S3), au moyen d'un ou plusieurs des
organes de réglage (02 ; 07 ; 12).
16. Procédé selon la revendication 15, caractérisé en ce que l'information (D) concernant la caractéristique en allongement de la bande de matériau
à imprimer (08) sèche s'effectue selon le procédé pour déterminer des propriétés d'un
matériau importantes pour sa production selon une ou plusieurs des revendications
1 à 15.
17. Procédé selon la revendication 15, caractérisé en ce que la valeur de préréglage (Sollx ; Soll1 ; Soll2 ; Soll3 ; Soll4) est transmise, en
tant que valeur de consigne (Sollx ; Soll1 ; Soll2 ; Soll3 ; Soll4), à un système
de régulation automatique de tension mécanique dans la bande (18).
18. Procédé selon la revendication 1 ou 15, caractérisé en ce que les valeurs de mesure pour la présente tension mécanique dans la bande (S1 ; S2 ;
S3) sont fournies, par l'intermédiaire d'une interface, par une commande machine (17).
19. Procédé selon la revendication 1 ou 15, caractérisé en ce que la déduction de l'information (D) concernant la caractéristique d'allongement s'effectue
dans un sous-programme d'évaluateur, assisté par une installation de traitement de
données EDV.
20. Procédé selon la revendication 1 ou 15, caractérisé en ce que la déduction de l'information (F) concernant la sensibilité à l'humidité s'effectue
dans un sous-programme d'évaluateur, assisté par une installation de traitement de
données EDV.
21. Procédé selon la revendication 15, caractérisé en ce que la détermination de la valeur de préréglage (Sollx ; Soll1 ; Soll2 ; Soll3 ; Soll4)
pour la tension mécanique dans la bande (S1 ; S2 ; S3) est effectuée dans un sous-programme
d'évaluateur, assisté par une installation de traitement de données EDV.
22. Procédé selon la revendication 15, caractérisé en ce qu'est prévu un moyen de mémoire, dans lequel une valeur de préréglage (Sollx ; Soll1
; Soll2 ; Soll3 ; Soll4), déterminée pour une production déterminée et/ou une bande
de matériau à imprimer (08) déterminée, est stockée et tenue en réserve.