(19)
(11) EP 2 071 094 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
17.06.2009  Patentblatt  2009/25

(21) Anmeldenummer: 07150231.4

(22) Anmeldetag:  20.12.2007
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E04C 2/02(2006.01)
E04B 9/04(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR MK RS

(30) Priorität: 14.12.2007 DE 102007060239

(71) Anmelder: Novelis Deutschland GmbH
37075 Göttingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Hänßel, Ingo
    58097, Hagen (DE)

(74) Vertreter: HOFFMANN EITLE 
Patent- und Rechtsanwälte Arabellastraße 4
81925 München
81925 München (DE)

   


(54) Bauelement mit Alu-Papier-Schicht


(57) Die Erfindung betrifft ein flächiges Trockenbauelement, umfassend ein strukturbildendes Substrat mit zwei voneinander beabstandeten und im Wesentlichen parallel zueinander angeordneten Hauptflächen, wobei wenigstens eine der Hauptflächen vollflächig mit einer Beschichtung, umfassend einen Verbund aus wenigstens einer Papierschicht und wenigstens einer Aluminium- oder Aluminiumlegierungsschicht, versehen ist.




Beschreibung

Gebiet der Erfindung



[0001] Die Erfindung betrifft ein flächiges Trockenbauelement, umfassend ein strukturbildendes Substrat mit zwei voneinander beabstandeten und im Wesentlichen parallel zueinander angeordneten Hauptflächen. Derartige flächige Trockenbauelemente sind beispielsweise Teile einer Deckenverkleidung, insbesondere einer Unterdecke bzw. einer abgehängten Decke. Darüber hinaus sind derartige Trockenbauelemente bevorzugt Teile einer Wandverkleidung oder Montagewand, insbesondere einer Raumteiler- oder Ständerwand oder einer Installations- bzw. Vorwandinstallationswand. Zudem sind derartige Trockenbauelemente auch als Teile von Türen- oder Revisionsklappen bekannt. Schließlich sind derartige Trockenbauelemente ganz besonders bevorzugt Teile eines Bodensystems, insbesondere von Doppelböden, Hohlraum- bzw. Installationsböden oder Trockenunterböden.

Stand der Technik



[0002] Flächige Trockenbauelemente der oben bezeichneten Art werden in einer Vielzahl im Innenausbaubereich von Rohbauten oder bei der Renovierung/Sanierung von bereits bestehenden Gebäuden zur Ausbildung von zu verputzenden oder zu tapezierenden Zwischenwänden oder Doppelwänden, abgehängter Decken oder als Bodenplatten eingesetzt. Dabei werden die flächigen Trockenbauelemente üblicherweise in Rahmenstrukturen aus Leichmetallprofilen eingesetzt, eingehängt oder von diesen selbsttragend gestützt. Derartige flächige Trockenbauelemente sind bereits in einer Vielzahl von Materialien im Stand der Technik bekannt, beispielsweise aus Holz oder einem Holzersatzwerkstoff, Kalziumsulfat, Zementfaser, Anhydrit, aus Gipskarton, Kunststoff, Mineralfaserwerkstoffen oder allen denkbaren Kombinationen hiervon einsetzbar.

[0003] An derartige flächige Trockenbauelemente werden eine Vielzahl von unterschiedlichen Anforderungen gestellt. So muss neben einer ausreichenden Festigkeit und Beschichtbarkeit auch eine ausreichende Witterungs- und Alterungsbeständigkeit vorliegen. Darüber hinaus bestehen hohe Anforderungen an derartige Trockenbauelemente in Bezug auf ihre Fähigkeit, den Durchtritt von Feuchtigkeit insbesondere der Restfeuchte in die Räume hinein zu verhindern oder Flammausbreitungen zumindest zu hemmen. Schließlich besteht insbesondere in Kombination mit auf, hinter und in den flächigen Trockenbauelementen geführten elektrischen Leitern auch die Notwendigkeit, elektrische Ladungen abführen zu können. Ein ähnliches Problem besteht auch in Bezug auf die Abführung statischer Aufladungen, die sich insbesondere im Trittbereich von Räumen bilden. Die an Bodenplatten und speziell an Doppelböden gestellten Anforderungen sind der DIN EN 12825 Doppelböden zu entnehmen.

[0004] Gerade bei Bodenplatten ist es hinlänglich bekannt, als Dampfsperre eine auf zumindest eine Hauptoberfläche der Bodenplatte aufgetragene Alufolie zu verwenden. Übliche Dicken dieser Folien sind dabei 45 µm oder mehr, abhängig von den Spezifikationen bezüglich der geforderten Dampfsperren- und Flammhemmungseigenschaften sowie der beim Auftrag und der Handhabung der Bodenplatten geforderten Festigkeit. Hierbei besteht jedoch der Nachteil, dass hierdurch das Gewicht der Bodenplatte ungünstig erhöht wird und überdies die Handhabung der Folien, insbesondere aufgrund eines schlechten Reißverhaltens, entweder sehr aufwendig oder aber stark fehleranfällig ist.
Zudem ist die Verwendung eines verzinkten Stahlblechs als Dampfsperre und zur Flammhemmung bekannt. Hierdurch werden jedoch sowohl Gewicht als auch Kosten der Bodenplatten stark erhöht.

Aufgabe der Erfindung



[0005] Es war daher eine Aufgabe der Erfindung, ein flächiges Trockenbauelement zur Verfügung zu stellen, das bei im Wesentlichen gleich bleibenden Dampfsperren- und Flammhemmungs-Eigenschaften sowie ausreichender Ladungsableitungsfähigkeit eine Verringerung des Gewichts und eine Verbesserung der Herstellungs- und Handhabungseigenschaften erlaubt. Diese Aufgabe wird in erfindungsgemäßer Weise durch das flächige Trockenbauelement mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungsformen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.

[0006] Es hat sich in überraschender Weise herausgestellt, dass die bisher bei Bodenplatten verwendete Aluminiumfolie zur Ausbildung einer Dampfhemmungs- und Flammhemmungsschicht durch einen Aluminium-Papier-Verbund ersetzt werden kann und dabei bei nahezu gleich bleibende Flammhemmungs- und Dampfsperren-Eigenschaften das Gewicht der Dampfsperrschicht insgesamt deutlich reduziert werden kann. Hierdurch wird schließlich der Einsatz des Aluminium-Papier-Verbunds auch bei flächigen Trockenbauelementen möglich, die gegenüber Bodenplatten ein generell deutlich reduziertes Gewicht aufweisen, so beispielsweise flächige Elmente von abgehängten Decken, die üblicherweise auf Leichtmetallprofile lose aufgelegt werden.

[0007] Derartige Aluminium-Papier-Verbunde sind in einer Vielzahl bereits aus dem Stand der Technik bekannt und werden derzeit beispielsweise innerhalb von Zigarettenverpackungen zwischen der Kartonage und den Zigaretten als Zwischenschicht verwendet. Im erfindungsgemäßen Sinne ist der Aluminium-Papier-Verbund jedoch nicht auf die Art des Verbunds, die Dicke oder Art des Papiers oder aber die Dicke und chemische Zusammensetzung der Aluminiumschicht beschränkt. Vielmehr ist jede dem Fachmann durch Ausführung von Vergleichsversuchen sich ergebende Legierung oder Aluminium- oder Legierungsdicke oder aber Papierart und Papierdicke vom Erfindungsgedanken umfasst. Gleiches gilt für die Anzahl und Abfolge der einzelnen Schichten. So wird auch ein Aluminium-Papier-Verbund als vom Erfindungsgedanken umfasst angesehen, bei dem mehr als eine Papierschicht mit gegebenenfalls mehr als einer Aluminium- oder Aluminiumlegierungs-Schicht vorgesehen ist.

[0008] Erfindungswesentlich ist lediglich, dass der Aluminium-Papier-Verbund so vollflächig auf wenigstens eine der Hauptflächen des Trockenbauelements aufgetragen werden, dass die Flammhemmungs- und Dampfsperren-Eigenschaften hinreichend erreicht werden können. Hierzu ist eine im Wesentlichen vollflächige Abdeckung wenigstens einer Hauptfläche erforderlich, was im erfindungsgemäßen Sinne jedoch auch dann erreicht wird, wenn ein Flächenanteil von maximal 10 % der Hauptfläche nicht von dem Verbund aus wenigstens einer Papierschicht und wenigstens einer Aluminiumschicht bedeckt ist.

[0009] Wie oben bereits erwähnt, ist die Erfindung nicht auf eine bestimmte Abfolge der jeweiligen Schichten des Verbunds eingeschränkt. Es wird jedoch bevorzugt, dass zumindest die äußerste Deckschicht des flächigen Trockenbauelements durch eine Aluminium- oder Aluminiumlegierungsschicht ausgebildet wird. Hierdurch wird neben den unabhängig von der Schichtfolge erreichten Flammhemmungs- und Dampfsperren-Eigenschaften auch eine sichere Ableitung von statischen Aufladungen über die beschichtete Hauptfläche zu den Randbereichen des flächigen Trockenbauelements und gegebenenfalls zu an den Randbereichen vorgesehen elektrischen Leitern sichergestellt.

[0010] Flammhemmung ist dabei, wie dem Fachmann hinlänglich bekannt ist, immer dann gegeben, wenn der Verbund aus Aluminium und Papier sowie Trägersubstrat unter Hitzeeinfluss und Flammeneinwirkung formstabil bleibt.

[0011] Das erfindungsgemäße Trockenbauelement ist vorzugsweise ein Teil einer Deckenverkleidung, insbesondere einer Unterdecke bzw. einer abgehängten Decke. In einer alternativen und ebenfalls bevorzugten Ausführungsform ist das erfindungsgemäße Trockenbauelement jedoch ein Teil einer Wandverkleidung oder Montagewand, insbesondere einer Raumteiler- oder Ständerwand oder einer Installations- bzw. Vorwandinstallationswand. In einer weiteren und besonders bevorzugten Alternative ist das flächige Trockenbauelement gemäß der Erfindung ein Teil eines Bodensystems, insbesondere von Doppelböden, Hohlraum- bzw. Installationsböden oder Trockenunterböden. In einer noch anderen ebenfalls besonders bevorzugten Alternative dient das Trockenbauelement als Korpus für eine Tür, wie sie insbesondere im Bereich von Wechselklima, beispielsweise als Wohnungs- oder Hausabschluss, Verwendung findet.

[0012] Wohnungs- oder Haustüren der hier besprochenen Art müssen grundsätzlich wetterfest ausgerüstet sein und werden in so genannte Klimaklassen eingeteilt, wobei sichergestellt werden muss, dass Feuchtigkeit nicht in den Korpus einzieht und einen Verzug der Tür insgesamt bewirkt. Ein derartiger Verzug würde sonst die Dichtigkeit der Tür verringern und schlussendlich auch sicherheitsrelevante Aspekte betreffen. Daher werden üblicherweise Metallfolien oder -bleche mit einer Dicke von 300 bis 1000 µm als Dampfsperre in derartigen Türen verwendet. Darüber hinaus bietet die Firma VARIOTEC eine umlaufende Dampfsperre aus bis zu 0,3 mm dickem Aluminium an, welche auf Sperrholz verklebt ist.

[0013] Das erfindungsgemäße Trockenbauelement kann in Rohbauten, bei Sanierungen und Renovierungen von bereits bestehenden Bauten und darüber hinaus bei Bau von Holzhäusern oder Sauna-Bereichen verwendet werden. In sämtlichen oben genannten Fällen ist die Erfindung besonders gut einsetzbar und erreicht die gewünschten Effekte mit besonders einfachen Mitteln.

[0014] Das flächige Trockenbauelement gemäß der Erfindung kann dabei als Teil einer Dämm- oder Isolierverkleidung insbesondere von Kabeln, Rohren oder Dämmmaterialien verwendet werden. Dies ist besonders vorteilhaft, da durch die Erfindung derartige Kabel oder Rohre besonders sicher eingehaust werden können, wobei sowohl einem leichten Feuchtigkeitsaustritt aus Rohren begegnet werden kann, als auch bei einem Ladungsübergang von defekten Kabeln zur Isolierverkleidung einer Ableitung der Ströme entlang der Oberfläche des Trockenbauelements gewährleistet ist. Hierdurch wird schließlich die Beständigkeit und Sicherheit des Trockenbaus insgesamt erhöht.

[0015] Ganz besonders bevorzugt wird jedoch der Einsatz des erfindungsgemäßen Trockenbauelements als Bodenplatte, wobei derartige Bodenplatten üblicherweise auf musterartig angeordneten Ständern ruhend so über einer Rohbaufläche verlegt werden, dass ein Hohlraum gebildet wird, in dem beispielsweise Versorgungsleitungen in nahezu beliebiger Art und zu nahezu jedem beliebigen Ort unterhalb des Bodens verlegt werden können.

[0016] Auf der oberen Oberfläche des Bodenelements kann dann bei Bedarf ein Fließestrich, gegebenenfalls mit darin eingelegten Heizungsleitungen, und/oder ein üblicher Bodenbelag, so etwa ein Teppichboden oder Parkett oder Bodenfliesen verlegt werden. In jedem dieser Fälle wird ein besonders flexibler Aufbau des Bodensystems mit gleich bleibend guten Eigenschaften in Bezug auf Flammhemmung, Ladungsableitung und Dampfsperre geschaffen.

[0017] Das strukturbildende Substrat des flächigen Trockenbauelements gemäß der Erfindung ist vorzugsweise Holz, ein Holzwerkstoff, Zementfaser, Anhydrit, Gipskarton, ein Gipsfasern oder Mineralfasern enthaltendes Material, Kunststoff, Kalziumsulfat sowie alle denkbaren Kombinationen zweier oder mehrerer dieser Materialien. Auf den jeweiligen Anwendungsfall angepasst wird der Fachmann dabei das geeignete Material unter Berücksichtigung von geforderter Festigkeit, Stabilität, Bruchsicherheit, Brandsicherheit, Korrosionsbeständigkeit, Wärme- und Schallisolationseigenschaften und dergleichen ermitteln. Unabhängig von dem Material für das Substrat kann jedoch die Kombination der erfindungsgemäßen Effekte sicher durch Verwendung eines Aluminium-Papier-Verbunds auf wenigstens einer der Hauptflächen des Trockenbauelements erreicht werden.

[0018] In einer bevorzugten Ausgestaltungsform der Erfindung besteht die Aluminiumschicht des Aluminium-Papier-Verbunds aus einer Aluminiumfolie mit einer Dicke von maximal 40 µm. Besonders bevorzugt ist eine Dicke der Aluminiumfolie von maximal 20 µm, wobei ein überaus bevorzugter Bereich der Dicke der Aluminiumfolie zwischen 6 und 8 µm liegt. Hierdurch wird ein flächiges Trockenbauelement zur Verfügung gestellt, bei dem ein besonders guter Abgleich zwischen Gewichts- und Kostenreduzierung bei der Herstellung des Aluminium-Papier-Verbunds erfolgt. Prinzipiell ist dabei davon auszugehen, dass beim flächigen Trockenbauelement gemäß der Erfindung ein größtmögliches Gewichtsersparnis durch eine möglichst geringe Aluminiummaterialdicke eingestellt werden soll. Die Herstellung besonders dünner Aluminiumfolien im Bereich von unter 6 µm Dicke erfordert jedoch gleichzeitig einen erhöhten Anlagen- und Steuerungsbedarf, so dass aus kostenökonomischer Sicht die Verwendung einer Folie mit einer Mindestdicke von 6 µm bevorzugt wird. Überdies besteht bei Folien mit einer Dicke von < 6 µm das Problem der Porigkeit, so dass eine Dampfsperrenfunktion ggf. nicht mehr gewährleistet werden kann.

[0019] In einer alternativen und ebenso bevorzugten Ausgestaltungsform der Erfindung wird der Aluminium-Papier-Verbund jedoch nicht unter Verwendung einer Aluminium-Folie, sondern durch die Verwendung einer mit Aluminium oder einer Aluminiumlegierung metallisierten Papierschicht hergestellt. Hierdurch wird ein Verbund erhalten, der mit einer metallisierten Schicht mit einer Dicke von gegebenenfalls wenigen Atomlagen die gewünschten Effekte bezüglich der Ladungsableitung sicher erreichen kann. Darüber hinaus wird durch Bereitstellung einer dichten und nahezu lückenlosen Metallisierungsschicht auf dem Papier auch die erforderliche Flammhemmungswirkung sowie Dampfsperreneigenschaft erzielbar sein.

[0020] Wie oben bereits erwähnt, bedarf es zur Erzielung der gewünschten Effekte des flächigen Auftragens des Aluminium-Papier-Verbunds auf wenigstens eine der Hauptflächen des strukturbildenden Substrats. Besonders bevorzugt wird jedoch ein flächiges Trockenbauelement, bei dem der Aluminium-Papier-Verbund auf beide Hauptflächen des Trockenbauelements aufgetragen ist. Hierdurch wird die Flammhemmungs-Eigenschaft sowie die Dampfsperren-Eignung des erfindungsgemäßen Trockenbauelements besonders vorteilhaft unterstützt. Insbesondere kann hierdurch eine Durchnässung des Substrats von der unbeschichteten Hauptfläche aus vermieden werden. Zudem wird hierdurch ein Trockenbauelement geschaffen, das durch eine Minderung von Verzug eine besonders dauerhaft ebene Fläche bereitstellt.

[0021] Ganz besonders bevorzugt wird eine Ausgestaltung, bei der der Aluminium-Papier-Verbund auf die umlaufenden Flächen zwischen den Hauptflächen aufgetragen ist. Ein derartiges Band versiegelt insbesondere die Anstoßkanten zweier benachbarter Trockenbauelemente. Überaus bevorzugt wird eine Ausgestaltungsform, bei der sämtliche Flächen des Trockenbauelements, somit beide Hauptflächen und die umlaufenden Flächen mit dem Aluminium-Papier-Verbund bedeckt sind und dementsprechend eine vollständige Umschließung des Substrats mit dem Verbund erfolgt. Hierdurch wird gewährleistet, dass nur eine minimale Menge an Feuchtigkeit in das Substrat eintreten kann und überdies die Flammhemmung besonders wirksam erfolgt.

[0022] Das flächige Trockenbauelement gemäß der Erfindung wird vorzugsweise mit einer Wasser abweisenden Beschichtung, vorzugsweise einer Wachsbeschichtung und insbesondere bevorzugt mit einer Beschichtung aus einem silikonfreien PE-Wachs versehen. Eine derartige Beschichtung kann beispielsweise dadurch erfolgen, dass eine wässrige Emulsion mit PE-Wachsbestandteilen auf den Verbund aufgebracht wird, anschließend das Wasser gegebenenfalls unter Anwendung eines Gebläses und/oder eines Erhitzers verdunstet und schließlich das Wachs durch eine gezielte Aufheizung auf der Oberfläche verteilt wird.

[0023] Hierdurch wird nicht nur die Eigenschaft des erfindungsgemäßen Trockenbauelements als Dampfsperre besonders vorteilhaft unterstützt, es kann vielmehr auch die Lagerfähigkeit in feuchter Umgebung und die Transporteignung des Trockenbauelements vorteilhaft unterstützt werden. Insbesondere bei der Beförderung und Lagerung von gestapelten Trockenbauelementen kann beispielsweise dadurch, dass jeweils zwei übereinander liegende Trockenbauelemente mit einander gegenüberliegenden Verbund-Schichten gestapelt werden, eine Beschädigung des Aluminium-Papier-Verbunds bei leichten Verschiebungen der Platten gegeneinander oder bei einem vollständigen Abgleiten einer oberen Platte von einer unteren sicher vermieden werden.

[0024] Der Aluminium-Papier-Verbund weist in einer weiteren bevorzugten Ausgestaltungsform der Erfindung eine abschließende Lackierung auf. Ganz besonders bevorzugt wird hierbei eine transparente Lackierung. Es wird somit eine Schutzschicht für den Aluminium-Papier-Verbund zur Verfügung gestellt, bei der die Reflektionseigenschaften des Aluminiums im Wesentlichen nicht beeinflusst werden. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn in direkter Nähe zu der Aluminiumschicht ein Heizungssystem angeordnet ist, dessen Strahlungswärme aufgrund des metallischen Glanzes des Aluminiums gut reflektiert wird.

[0025] In einer alternativen und ebenso besonders bevorzugten Ausgestaltungsform der Erfindung ist der Lack oberhalb des Aluminium-Papier-Verbunds jedoch opak ausgestaltet, was dann von Vorteil sein kann, wenn der metallische Glanz der Aluminium-Schicht nicht erwünscht ist.

[0026] Der Aluminium-Papier-Verbund kann vorzugsweise eine oder mehrere, vorzugsweise musterartig wiederkehrende, Prägungen aufweisen. Ebenso bevorzugt wird eine Ausgestaltung, bei der der Aluminium-Papier-Verbund eine oder mehrere vorzugsweise musterartig wiederkehrende, Lochungen aufweist. Hierdurch kann zum einen das Erscheinungsbild des flächigen Trockenbauelements im Lieferzustand besonders vorteilhaft unterstützt werden, wobei keinerlei Einfluss auf etwaig später aufgetragene Schichten wie etwa Übermalungen, Kleberschichten, Verputzungen oder Tapezierungen zu erwarten ist; zum anderen kann hierdurch aber auch die Haftfähigkeit zusätzlich aufgetragener Schichten deutlich verbessert werden. Bei geeigneter Auswahl der Prägungen und/oder Lochungen kann hierdurch gegebenenfalls gänzlich auf die Aufbringung jeder Art von Haftvermittlerschicht oder Haftgrund verzichtet werden.

[0027] Wie bereits oben erwähnt, wird durch die Erfindung ein flächiges Trockenbauelement zur Verfügung gestellt, bei dem ein besonders guter Abgleich zwischen erhöhter Reißfestigkeit gegenüber früher üblichen Aluminiumfolien und einer deutlichen Gewichtsersparnis erreicht werden kann. Ganz besonders bevorzugt wird daher ein flächiges Trockenbauelement, bei dem die Papierschicht im Aluminium-Papier-Verbund aus einem Kraftpapier mit einer Grammatur von maximal 160 g/mm2, vorzugsweise zwischen 30 und 50 g/mm2, ganz besonders bevorzugt etwa 40 g/mm2, besteht. Hierdurch wird ein Aluminium-Papier-Verbund bereitgestellt, der gegenüber Aluminiumfolien der üblicherweise verwendeten Dicken von etwa 50 µm ein stark verbessertes Reißverhalten aufweist. Sowohl die Herstellung des flächigen Trockenbauelements als auch dessen Handhabung am Bau wird somit deutlich erleichtert.

[0028] Ganz besonders bevorzugt wird zudem ein flächiges Trockenbauelement, bei dem die Gesamtdicke des Aluminium-Papier-Verbunds maximal 160 µm, bevorzugt etwa 50 µm beträgt. Hierdurch wird gewährleistet, dass die erfindungsgemäßen Trockenbauelemente gegenüber konventionellen Trockenbauelementen bei zumindest gleich bleibenden Flammhemmungs- und Dampfsperren-Eigenschaften und gleichzeitig deutlich verbessertem Reißverhalten der Beschichtung eine nahezu gleich bleibende Dicke aufweisen.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen



[0029] Die Erfindung wird im Anschluss unter Bezugnahme auf einige Zeichnungen näher erläutert, wobei diese zeichnerischen Darstellungen besonders bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung lediglich zu illustratorischen Zwecken angegeben sind und keinesfalls zur Beschränkung des Schutzbereichs der Erfindung, der in den anhängenden Ansprüchen definiert ist, herangezogen werden können.
Fig. 1
zeigt, einen Querschnitt durch den Kantenbereich eines erfindungsgemäßen flächigen Trockenbauelements, und
Fig. 2
zeigt, eine schematische Querschnittsansicht eines erfindungsgemäßen Trockenbauelements in der Form von Doppelbodenelementen.

Wege zur Ausführung der Erfindung



[0030] Figur 1 zeigt eine schematische Ansicht des Eck- und Kantenbereichs eines erfindungsgemäßen flächigen Trockenbauelements 1 in der Form einer Bodenplatte. Die Bodenplatte weist zwei zueinander parallel stehende Hauptflächen 2, 3 sowie dazu im Wesentlichen senkrecht angeordnete Umfangsflächen 4a, 4b auf. Das flächige Trockenbauelement 1 umfasst ein Holzsubstrat 5 und auf den Hauptflächen 2, 3 jeweils einen aufgetragenen Aluminium-Papier-Verbund 6 mit einer schematisch angedeuteten geprägten Oberfläche, die sich im dargestellten Kantenbereich als wiederkehrende Wellenform zeigt.

[0031] Figur 2 zeigt einen schematischen Aufbau eines mit den erfindungsgemäßen Trockenbauelementen 1 hergestellten Doppelbodens, bei dem die jeweiligen Trockenbodenplatten 1 auf Stützen 7 in definiertem Abstand von einem Rohfußboden 8 angeordnet sind. Die Stützen 7 weisen jeweils senkrecht zu deren Längserstreckung angeordnete Stützplatten 7a, 7b auf, die zum einen eine Basis für die jeweiligen Stützen 7 als auch eine Auflage für die jeweiligen Bodenplatten 1 bilden. Zwischen dem Rohfußboden 8 und den Bodenplatten 1 wird dem entsprechend ein Zwischenraum 9 mit einer Höhe gebildet, die der Länge der Stützen 7 entspricht. Wie rechts in der dargestellten Schemaskizze gezeigt, werden benachbarte Bodenplatten 1, 1 üblicherweise bündig Kante an Kante zueinander verlegt, um einen durchgehenden Bodenbelag zu bilden. Auf der durch die Bodenplatten 1, 1 gebildeten Doppelbodenoberfläche wird schließlich ein Bodenbelag 10, hier dargestellt als Abfolge von Teppichbodenplatten, entweder dauerhaft verklebt oder wieder lösbar aufgelegt, aufgebracht.


Ansprüche

1. Flächiges Trockenbauelement, umfassend ein strukturbildendes Substrat mit zwei voneinander beabstandeten und im Wesentlichen parallel zueinander angeordneten Hauptflächen,
dadurch gekennzeichnet, dass
wenigstens eine der Hauptflächen vollflächig mit einer Beschichtung, umfassend einen Verbund aus wenigstens einer Papierschicht und wenigstens einer Aluminium- oder Aluminiumlegierungsschicht, versehen ist.
 
2. Flächiges Trockenbauelement gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Aluminium- oder Aluminiumlegierungsschicht die äußerste Deckschicht des Trockenbauelements ausbildet.
 
3. Flächiges Trockenbauelement gemäß einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es Teil einer Deckenverkleidung, insbesondere einer Unterdecke bzw. abgehängter Decke, ist.
 
4. Flächiges Trockenbauelement gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es Teil einer Wandverkleidung oder Montagewand, insbesondere einer Raumteiler- oder Ständerwand oder einer Installations- bzw. Vorwand-Installationswand, ist.
 
5. Flächiges Trockenbauelement gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es Teil eines Bodensystems, insbesondere von Doppelböden, Hohlraum- bzw. Installationsböden oder Trockenunterböden, ist.
 
6. Flächiges Trockenbauelement gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es im Wesentlichen den Korpus einer Tür, wie sie insbesondere im Bereich der Einwirkung eines Wechselklimas verwendet wird, vorzugsweise als Wohnungs- oder Hausabschluss, ist.
 
7. Flächiges Trockenbauelement gemäß einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es Teil einer Dämm- oder Isolierverkleidung, insbesondere von Kabeln, Rohren oder Dämmmaterialien, ist.
 
8. Flächiges Trockenbauelement gemäß einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das strukturbildende Substrat Holz, einen Holzwerkstoff, Gipskarton, Gipsfasern, Kunststoff oder Mineralfasern, Kalziumsulfat sowie Kombinationen zweier oder mehrerer dieser Materialien umfasst.
 
9. Flächiges Trockenbauelement gemäß einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aluminiumschicht eine Aluminiumfolie mit einer Dicke von maximal 40 µm, vorzugsweise maximal 20 µm, ganz besonders bevorzugt zwischen 6 und 8 µm, umfasst.
 
10. Flächiges Trockenbauelement gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Verbund eine mit Aluminium oder einer Aluminiumlegierung metallisierte Papierschicht umfasst.
 
11. Flächiges Trockenbauelement gemäß einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Aluminium-Papier-Verbund auf beide Hauptflächen des Trockenbauelements aufgetragen ist.
 
12. Flächiges Trockenbauelement gemäß einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Aluminium-Papier-Verbund auf die umlaufenden Flächen zwischen den Hauptflächen aufgetragen ist.
 
13. Flächiges Trockenbauelement gemäß einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Aluminium-Papier-Verbund eine wasserabweisende Beschichtung, vorzugsweise eine Wachs-Beschichtung, ganz besonders bevorzugt eine Beschichtung aus einem silikonfreien PE-Wachs, aufweist.
 
14. Flächiges Trockenbauelement gemäß einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Aluminium-Papier-Verbund eine oder mehrere, vorzugsweise musterartig wiederkehrende, Prägungen aufweist.
 
15. Flächiges Trockenbauelement gemäß einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Aluminium-Papier-Verbund eine oder mehrere, vorzugsweise musterartig wiederkehrende, Lochungen aufweist.
 
16. Flächiges Trockenbauelement gemäß einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Aluminium-Papier-Verbund eine Lackierung aufweist.
 
17. Flächiges Trockenbauelement gemäß Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Lackierung im Wesentlichen transparent ist.
 
18. Flächiges Trockenbauelement gemäß Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Lackierung im Wesentlichen opak ist.
 
19. Flächiges Trockenbauelement gemäß einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Papier im Aluminium-Papier-Verbund ein Kraftpapier mit einer Grammatur von maximal 160 g/mm2, vorzugsweise zwischen 30 und 50 g/mm2, ist.
 
20. Flächiges Trockenbauelement gemäß einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gesamtdicke des Aluminium-Papier-Verbunds maximal 160 µm, bevorzugt etwa 50 µm, beträgt.
 




Zeichnung







Recherchenbericht