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(11) |
EP 1 943 178 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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24.06.2009 Patentblatt 2009/26 |
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Anmeldetag: 05.08.2006 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2006/007787 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2007/039009 (12.04.2007 Gazette 2007/15) |
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FAHRZEUG UND VERFAHREN ZUR ANTRIEBS-REGELUNG BEI EINEM FAHRZEUG
VEHICLE AND METHOD FOR PROPULSION CONTROL OF A VEHICLE
VEHICULE ET PROCEDE POUR REGULER L'ENTRAINEMENT DANS UN VEHICULE
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE
SI SK TR |
| (30) |
Priorität: |
04.10.2005 DE 102005047580
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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16.07.2008 Patentblatt 2008/29 |
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Patentinhaber: SEW-EURODRIVE GmbH & Co. KG |
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76646 Bruchsal (DE) |
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Erfinder: |
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- REICHENSPERGER, Markus
69168 Wiesloch (DE)
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 1 061 035 DE-A1- 19 608 293 DE-A1- 19 849 276
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EP-A- 1 172 326 DE-A1- 19 614 660
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Fahrzeug und ein Verfahren zur Antriebs-Regelung bei einem
Fahrzeug.
[0002] Aus der
DE 198 49 276 C2 ist ein Regalförderfahrzeug bekannt, das kurvengängig ist.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Fahrzeug derart weiterzubilden,
dass ein stabiles Fahrverhalten resultiert.
[0004] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe bei dem Fahrzeug nach den in Anspruch 1 und bei
dem Verfahren nach den in Anspruch 13 angegebenen Merkmalen gelöst.
[0005] Wesentliche Merkmale der Erfindung bei dem Fahrzeug sind, dass es zwei elektrische
Antriebe, die zur Datenübermittlung verbunden sind, umfasst,
wobei Drehzahl und Drehmoment oder Werte davon abhängiger oder verbundener Größen
des ersten Antriebs, insbesondere Master-Antrieb, einem Regler des zweiten Antriebs
übermittelbar sind,
wobei die
Drehzahlvorgabe für den zweiten Antrieb, insbesondere Slave-Antrieb, von dem Regler bestimmbar ist, indem
Drehzahl und Drehmoment oder Werte entsprechender, davon abhängiger oder verbundener Größen
des ersten Antriebs und
Drehmoment oder entsprechende Werte entsprechender, davon abhängiger oder verbundener Größen
des zweiten Antriebs
berücksichtigt werden.
[0006] Insbesondere sind bei der Erfindung Fahrzeuge verwendbar, die einen unteren Antrieb
und einen oberen Antrieb aufweisen, wie beispielsweise hoch bauende Regalbediengeräte
oder Regalförderfahrzeuge. Bei der Erfindung sind vorteiligerweise besonders hohen
Ausführungen einsetzbar, Gerade bei solchen Anwendungen ist ein stabiles Fahrverhalten
wichtig und es bekommt der Vorteil der Erfindung besonderes Gewicht.
[0007] Wenn die Antriebe entgegen der Erfindung nur in drehzahlsynchroner Betriebsweise
betrieben werden würden und die Räder beispielsweise rund und metallisch ausgeführt
sind, also Schlupf aufweisen können, könnte sich ergeben, dass der die beiden Antriebe
verbindende Mast, also das Gestänge, einen nichtverschwindenden veränderlichen Neigungswinkel
aufweisen würde. Es können auch Neige-Schwingungen des Mastes auftreten.
[0008] Von Vorteil ist bei der Erfindung hingegen, dass durch die erfindungsgemäße Regelung
ein Mastschwingen des die Antriebe verbindenden Gestänges verminderbar oder sogar
verhinderbar ist. Denn dem Slave Antrieb, beispielsweise der obere Antrieb des Fahrzeuges,
sind die Drehzahl und das Drehmoment des Master Antriebs, beispielsweise also der
untere Antrieb des Fahrzeuges, bekannt. Sein eigenes Drehmoment ist ihm auch bekannt.
Auf diese Weise kann er die Drehzahl des Slave-Antriebs derart bestimmen, dass im
Ergebnis eine ideale Kraftaufteilung hergestellt wird. Die ideale Verteilung liegt
nämlich dann vor, wenn die Hebelarme, also am Schwerpunkt angreifende Drehmomente,
sich derart aufteilen, dass keine Drehbewegung des verbindenden Gestänges erzeugt
wird.
[0009] Denn die vom Slave erzeugte Kraft F1 hat die Entfernung H1 vom Schwerpunkt und die
vom Master erzeugte Kraft F2 hat die Entfernung H2. Wenn nun im Wesentlichen F1 x
H1 = F2 x H2 erreicht wird, wird eine Drehschwingung und auch eine Drehung vermeidbar.
Somit wird das Fahrverhalten stabiler.
[0010] Bei der Erfindung stellt der Slave die Stellgröße Solldrehzahl entsprechend ein,
wodurch die genannte Gleichung möglichst gut erreichbar wird:
[0011] Als Antriebe werden Elektromotoren, verwendet, die über ein zwischengeschaltetes
Getriebe mindestens ein Rad antreiben. Wichtig ist auch, dass das Rad kein Zahnrad
oder ein durch Reibung schlupffrei an die Lauffläche, wie Schiene oder dergleichen,
gebundenes Rad ist, sondern ein schlupfbehaftetes. Beispielsweise sind solche Räder
bei schienengebundene Transportsystemen bekannt. Die Anordnung ist also derart, dass
ein Durchdrehen der Räder nicht sicher verhindert ist.
[0012] Als vom Drehmoment abhängige oder verbundene Größe ist der Motorstrom des Elektromotors
verwendbar, der bei regelbaren Antrieben dem Regelverfahren sowieso bekannt ist. Drehzahlen
sind entweder bestimmbar durch mit dem Motor verbundene Winkelgeber oder mittels Regelverfahren,
die die Drehzahl im Ergebnis bestimmen.
[0013] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung treiben die Antriebe jeweils zumindest ein
schlupfbehaftetes Rad an, insbesondere den Vorschub durch auf Schienen laufende Räder
erzeugen. Von Vorteil ist dabei, dass die Räder kostengünstig sind und die dem Antrieb
bekannte Drehzahl in eine exakt bestimmbare Umfangsgeschwindigkeit umgesetzt wird.
Die Bahngeschwindigkeit des Berührpunktes kann sich jedoch bei Auftreten von Schlupf
von der Umfangsgeschwindigkeit unterscheiden. Die genannten schienen sind beispielsweise
zum sicheren Führen des Fahrzeuges vorgesehen. Insbesondere ist oberhalb und unterhalb
des Fahrzeuges eine solche vorsehbar. Die Erfindung ist jedoch auch anwendbar auf
Fahrzeuge, die anders angeordnete Schienen aufweisen, wie beispielsweise rechts und
links seitlich des Fahrzeuges. Sie ist aber auch anwendbar auf schienenlose Systeme,
bei denen schlupfbehaftete Räder auf einer Lauffläche, wie Bodenfläche, Seitenfläche
oder Deckenfläche abrollen.
[0014] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung werden Drehzahl und Motorstrom des ersten Antriebs
und Motorstrom des zweiten Antriebs berücksichtigt werden vom Regler. Von Vorteil
ist dabei, dass die Drehzahl des zweiten Antriebs veränderbar ist und als Stellgröße
vorgebbar ist. Ein nachgeordneter Drehzahlregler regelt dann den zweiten Antrieb auf
diese gewünschte Solldrehzahl hin. Dabei stellt sich dann ein entsprechend geändertes
Drehmoment ein und das genannte Hebelgesetz ist im Wesentlichen erfüllt, so dass keine
Drehung oder Drehbewegung ausgelöst wird.
[0015] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung ist der Regler ein Proportionalregler, also
P-Regler, oder ein PI-Regler oder ein PID-Regler. Von Vorteil ist dabei, dass bekannte
einfach strukturierte Regler schnell und einfach einsatzfähig sind.
[0016] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung wird dem P-Regler, PI-Regler oder PID-Regler
eine Regelabweichung zugeführt. Insbesondere ist die Solldrehzahlvorgabe für den zweiten
Antrieb derart, dass bei verschwindender Regelabweichung die Umfangsgeschwindigkeiten
der Räder, insbesondere also auch die Bahngeschwindigkeit der Berührpunkte der Räder,
gleich sind. Von Vorteil ist dabei, dass bei korrektem Hebelgesetz ein exakt synchrones
Abrollen der Räder erreicht ist.
[0017] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung ist die Regelabweichung eine gewichtete Differenz
der Motorströme, insbesondere nach der Art (I_Slave_Ist - c x I_Master_Ist), wobei
I_Slave_Ist der Ist-Motorstrom des Slave-Antriebs, also dem Drehmoment des Slave-Antrieb
entspricht, c die Gewichtung des Solldrehmomentverhältnisses der beiden Antriebe und
I_Master_Ist der Ist-Motorstrom des Master-Antriebs
Ist, also dem Drehmoment des Master-Antrieb entspricht. Von Vorteil ist dabei, dass
die Gewichtung die Position des Schwerpunktes abbildbar macht und somit entsprechend
klar bestimmbar und vorgebbar ist. Auch bei veränderlichem Schwerpunkt ist also dieser
Wert c berechenbar aus den Positionsdaten des Schwerpunktes. Die Berechnung der Position
des Schwerpunktes aus der Anordnung der bekannten Massen ist dem Fachmann ein Leichtes.
Daher ermöglicht die Erfindung sogar ein berechenbares Vorgeben diese Parameters.
Der Parameter c kann aber auch durch andere Verfahren oder Regelverfahren als Ergebnis
einer Regelung bestimmt werden.
[0018] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung sind die Antriebe über ein Gestänge verbunden,
insbesondere starr. Von Vorteil ist dabei, dass große Kräfte auftreten können und
die Regelbarkeit der Anordnung einfach ist und wenig schwingfähig.
[0019] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung sind die Spuren der Räder parallel voneinander
beabstandet sind. Von Vorteil ist dabei, dass Schienen für.eine schienengebundene
Ausführung verwendbar sind. Insbesondere sind Metall-Schienen und Metall-Räder verwendbar,
also auch Räder, die eine metallische Lauffläche aufweisen. Hierbei kann Schlupf auftreten.
Die Erfindung wirkt aber gerade bei solchen Systemen besonders vorteilhaft.
[0020] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung ist während des Betriebs der Schwerpunkt veränderbar
und die Gewichtung c des Solldrehmomentverhältnisses der beiden Antriebe wird entsprechend
angepasst und/oder verändert. Von Vorteil ist dabei, dass die Erfindungen bei Fahrzeugen
verwendbar ist, die beispielsweise einen Hubkorb oder Förderkorb umfassen, der in
der Höhe verfahrbar ist. Somit ändert sich auch die Höhe des Schwerpunktes entsprechend.
Bei der Erfindung kann nun mit dem Parameter c die Drehmomentverteilung der Antriebe
bezüglich des Schwerpunktes berücksichtigt werden. Dabei ist klar, dass jeder Antrieb
eine Vorschubskraft erzeugt. Der Schwerpunkt kann als Nullvektor für den Raum genommen
werden, also als Koordinatenursprung. Dann ergibt sich das Drehmoment als Kreuzprodukt
des jeweiligen Ortsvektors am Angriffspunkt der Vorschubkraft und der Vorschubkraft
des jeweiligen Antriebes. Ziel ist es, ein Sich-Aufheben der Summe aller am Schwerpunkt
angreifenden Drehmomente zu erreichen. Hierfür wird der Parameter c entsprechend gewählt.
Wenn sich der Schwerpunkt während des Betriebes verschiebt, insbesondere in seiner
Höhe, dann wird der Parameter c entsprechend verändert, so dass weiterhin auf den
Schwerpunkt kein resultierendes Drehmoment wirkt. Die Regelung ist dabei derart realisiert,
dass sie dieses Ziel stets zu erreichen versucht.
[0021] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung ist das Fahrzeug ein Regalförderfahrzeug, insbesondere
ein spurgeführtes. Von Vorteil ist dabei, dass solche Regalbediengeräte verwendbar
sind bei der Erfindung. Denn diese können eine große Höhe ihres Mastes aufweisen,
also des Gestänges, welches das obere und untere Ende des Fahrzeuges verbindet. Wegen
der großen Höhe ist ein oberer und ein unterer Antrieb notwendig. Beide Antriebe treiben
jeweils Räder an, die auf einer Schiene laufen und schlupfbehaftet sind. Das prinzipiell
mögliche Mastschwingen wird mittels der Erfindung reduzierbar oder sogar ganz verhinderbar.
[0022] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung sind mindestens zwei Antriebe vorgesehen,
wobei Drehzahl und Drehmoment oder Werte davon abhängiger oder,verbundener Größen
des ersten Antriebs einem Regler des zweiten Antriebs übermittelt werden,
wobei die Drehzahlvorgabe für den zweiten Antrieb von dem Regler bestimmt wird,
wobei
Drehzahl und Drehmoment oder Werte entsprechender, davon abhängiger oder verbundener
Größen des ersten Antriebs und
Drehmoment oder entsprechende Werte entsprechender, davon abhängiger oder verbundener
Größen des zweiten Antriebs
berücksichtigt werden.
[0023] Von Vorteil ist dabei, dass statt des Drehmomentes auch der Motorstrom als Größe
verwendbar ist. Denn dieser hängt mit dem Drehmoment eng zusammen und ist einfach
und kostengünstig erfassbar. Statt der Drehzahl kann auch der Winkel erfasst werden
und durch Differenzieren im Regler verwendet werden.
[0024] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung werden Parameter des Regelverfahrens abhängig
von der Position des Schwerpunktes verändert. Von Vorteil ist dabei, dass auch bei
Verfahren großer Lasten und somit wesentlicher Verschiebungen des Schwerpunktes Mastschwingungen
verringerbar oder verminderbar sind.
[0025] Weitere Vorteile ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0026] Die Erfindung wird nun anhand von Abbildungen näher erläutert:
[0027] In der Figur 1 ist eine erfindungsgemäße Vorrichtung symbolisch gezeigt, die einen
Master und einen Slave-Antrieb umfasst. Beide sind über ein Gestänge gekoppelt und
treiben jeweils Räder an, die relativ zur Lauffläche, beispielsweise Schiene, Schlupf
aufweisen können.
[0028] Beispielhaft handelt es sich um ein Regalförderfahrzeug, wobei der Masterantrieb
mindestens ein Rad aufweist, das auf einer am Boden verlegten Schiene verläuft. Der
Slave-Antrieb weist ein ebenfalls schlupffähiges Rad 2 auf, das an einer über dem
Fahrzeug verlegten Schiene verläuft.
[0029] Die Durchmesser der Räder 1 und 2 können verschieden sein und können sich auch während
der Standzeit verändern, beispielsweise wegen unterschiedlich starker Abnutzung.
[0030] Wenn die Räder geometrisch genau bekannt wären und kein Schlupf vorhanden wäre, würde
ein Synchronlauf der Antriebe M und S das Fahrzeug hervorragend gleichmäßig bewegen,
insbesondere.würde sich der Mast, also das Gestänge zwischen den beiden Antrieben
nicht neigen. Bei Schlupf behafteten Rädern jedoch würde der Synchronlauf bewirken,
dass ein schiefstehender Mast weiterhin schief bleibt. Außerdem können Schwingungen
entstehen.
[0031] Bei der Erfindung hingegen wird der Drehmomentbedarf der Antriebe M und S ermittelt.
Dann wird die Drehzahl derart eingestellt oder derart beeinflusst, dass sich eine
ideale Kraftaufteilung ergibt. Dabei sollen die Hebelarme der von den jeweiligen Antrieben
erzeugten Kräfte gleich sein bezüglich des Schwerpunktes P.
[0032] Beispielsweise soll zumindest ungefähr gelten H1 x F1 = H2 x F2. Somit erfährt der
Schwerpunkt eine Gesamtkraft, die aus dem Hebelgesetz resultiert. Abweichungen werden
erfindungsgemäß vermieden und somit auch Schwingungsgefahr reduziert. Insbesondere
wird ein Aufschaukeln der Mastschwingungen vermieden. Die Kräfte F1 und F2 sind durch
die Antriebe erzeugt, wobei die Drehmomente auf die Räder wirken und diese die Kräfte
erzeugen.
[0033] Bei der Erfindung wird insbesondere das Drehmoment des jeweiligen Antriebes oder
eine verbundene Größe bestimmt, wie Kraft des Antriebes in Schienenrichtung oder dergleichen.
Beispielsweise ist auch der Motorstrom des Elektromotors des Antriebs bestimmbar.
Denn dieser ist eine mit dem Drehmoment direkt zusammenhängende Größe, insbesondere
über einen weiten Bereich proportional zusammenhängende Größe.
[0034] Die Drehzahl des Slave-Antriebs wird derart eingestellt, dass sie synchron zur Drehzahl
des Masterantriebes verläuft, wobei allerdings ein Korrekturwert hinzugefügt wird.
Dieser Wert wird als Funktion der Drehmomente des Slave- und Master-Antriebs bestimmt.
[0035] Eine erste einfache Realisierung ist also ein im Slave-Antrieb vorgesehener Regler,
der informationen über Drehmoment oder Motorstrom vom Master-Antrieb erhält, insbesondere
über ein Kommunikationsmedium, wie beispielsweise ein Feldbus, wie CAN-Bus, Interbus
oder Profibus, Devicenet oder Ethernet, oder ein kabelloses Datenübertragungssystem,
wie Bluetooth oder dergleichen.
[0036] Der Regler bestimmt dann die Soll-Drehzahl des Slave in der folgenden Weise:

Wobei
N_Slave_Soll die Solldrehzahl des Slave-Antriebs
K ein Faktor, der identische Umlaufgeschwindigkeiten herstellt, wenn keine Regelabweichung
vorliegt, also der geklammerte Ausdruck Null ist,
N_Master_Ist die Istdrehzahl des Stave-Antriebs
b der Proportional-Anteil des P-Reglers
wobei I_Slave_Ist der Ist-Motorstrom des Slave-Antriebs, also dem Drehmoment des Slave-Antrieb
entspricht,
c die Gewichtung des Solldrehmomentverhältnisses der beiden Antriebe
I_Master_Ist der Ist-Motorstrom des Master-Antriebs
ist, also dem Drehmoment des Master-Antrieb entspricht.
[0037] Der Schwerpunkt P des Fahrzeuges ist in konstanter Höhe, H2.
[0038] Bei weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsbeispielen wird statt des Propotionalgliedes
oder zusätzlich zu diesem weitere Glieder, wie Integrierglieder oder Differenzialglieder,
hinzugefügt. Es sind auch Vorsteuerungen erfolgreich hinzufügbar.
[0039] Bei weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsbeispielen wird der Strommesswert gefiltert,
insbesondere mit einem PT1 Glied, also tiefpassgefiltert.
[0040] In weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsbeispielen ist der Schwerpunkt je nach Lage
des Hubkorbes oder Förderkorbes, der eine zu fördernde Last umfassen kann, in veränderlicher
Höhe. Somit sind dann die Strecken H1 und H2 nicht konstant. Die Position des Schwerpunktes
wird dann durch entsprechende Änderung des Wertes c berücksichtigt. Somit ist der
Wert c zur Anpassung an veränderliche Schwerpunktpositionen vorgesehen.
[0041] Bei weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsbeispielen kann dies auch durch eine elektronische
Schaltung geschehen. Diese kann auch mit entsprechenden Sensoren versehen sein.
[0042] Allgemeiner Vorteil der Erfindung ist, dass ein Neigungssensor einsparbar ist.
[0043] Bei weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsbeispielen sind mehr als zwei Antriebe
vorhanden, wobei der Fachmann die Prinzipien entsprechend erweitern kann und somit
die Solldrehzahl des Slaveantriebs bestimmbar ist.
[0044] Bei weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsbeispielen wird als Drehmoment des Antriebs
der um die Reibmomente verringerte wirkliche Wert des abtriebsseitigen Drehmoments
für das erfindungsgemäße Verfahren verwendet. Insbesondere entspricht bei weiteren
Ausführungsbeispielen der Motorstrom dem Drehmoment am Ausgang des Elektromotors und
wird als dem Drehmoment entsprechende Größe verwendet vom Regler in dessen Regelverfahren.
Dabei werden dann die ermittelten Reibmomente berücksichtigt. Hierzu zählen nicht
nur die Verluste im nachgeschalteten Getriebe sondern auch Bremsmomente verbundener
Bremsen sowie die Reibungsmomente beim Umsetzen der rotatorischen Bewegung des angetriebenen
Rades an der Schiene, insbesondere bei Schlupf. Der beschriebene Parameter c wird
entsprechend angepasst.
[0045] Bei weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsbeispielen werden diese Reibmomente in
einem Versuchsablauf vorab, also vor Starten des erfindungsgemäßen Verfahrens, ermittelt.
Dies kann auch als Lernfahrt bezeichnet werden. Auf diese Weise ist der Parameter
c besonders gut vorher bestimmbar.
[0046] Bei anderen erfindungsgemäßen Ausführungsbeispielen wird der Parameter c beim Fahren
des Fahrzeuges durchvariiert und somit der optimale Wert herausgefunden. Dabei wird
als Optimierungskriterium die Minimierung des Mast-Schwingens und des Neigungswinkels
verwendet.
Bezugszeichenliste
[0047]
- 1
- Rad
- 2
- Rad
- M
- Master
- S
- Slave
- P
- Schwerpunkt
- H1
- Strecke
- H2
- Strecke
- F1
- Kraft
- F2
- Kraft
1. Fahrzeug,
umfassend zwei elektrische Antriebe, die zur Datenübermittlung verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet, dass.
Drehzahl und Drehmoment oder Werte davon abhängiger oder verbundener Größen des ersten
Antriebs, insbesondere Master-Antrieb, einem Regler des zweiten Antriebs übermittelbar
sind,
wobei die Drehzahlvorgabe für den zweiten Antrieb, insbesondere Slave-Antrieb, von dem Regler bestimmbar ist, indem
Drehzahl und Drehmoment oder Werte entsprechender, davon abhängiger oder verbundener Größen des ersten Antriebs und
Drehmoment oder entsprechende Werte entsprechender, davon abhängiger oder verbundener Größe
des zweiten Antriebs
berücksichtigt werden.
2. Fahrzeug nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Antriebe jeweils zumindest ein schlupfbehaftetes Rad antreiben, insbesondere den
Vorschub durch auf Schienen laufende Räder erzeugen.
3. Fahrzeug nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
Drehzahl und Motorstrom des ersten Antriebs und
Motorstrom des zweiten Antriebs
berücksichtigt werden vom Regler.
4. Fahrzeug nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Regler einen Proportionalregler, also P-Regler, ist oder einen PI-Regler oder
einen PID-Regler.
5. Fahrzeug nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
dem P-Regler, PI-Regler oder PID-Regler eine Regelabweichung zugeführt wird.
6. Fahrzeug nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Solldrehzahlvorgabe für den zweiten Antrieb derart ist, dass bei verschwindender
Regelabweichung die Umfangsgeschwindigkeiten der Räder, insbesondere also auch die
Bahngeschwindigkeit der Berührpunkte der Räder, gleich sind.
7. Fahrzeug nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Regelabweichung eine gewichtete Differenz der Motorströme ist, insbesondere nach
der Art (I_Slave_Ist - c x I_Master_Ist), wobei I_Slave_Ist der Ist-Motorstrom des
Slave-Antriebs, c die Gewichtung des Solldrehmomentverhältnisses der beiden Antriebe
und I_Master_Ist der Ist-Motorstrom des Master-Antriebs
Ist.
8. Fahrzeug nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Antriebe über ein Gestänge verbunden sind, insbesondere starr.
9. Fahrzeug nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Spuren, insbesondere Schienen bei schienengebundener Ausführung, der Räder parallel
voneinander beabstandet sind.
10. Fahrzeug nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Räder eine metallische Lauffläche aufweisen.
11. Fahrzeug nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
während des Betriebs der Schwerpunkt veränderbar ist und die Gewichtung c des Solldrehmomentverhältnisses
der beiden Antriebe entsprechend angepasst und/oder verändert wird.
12. Fahrzeug nach mindestens, einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Fahrzeug ein Regalförderfahrzeug ist, insbesondere spurgeführtes.
13. Verfahren zur Antriebs-Regelung bei einem Fahrzeug
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens zwei Antriebe vorgesehen sind,
wobei.Drehzahl und Drehmoment oder Werte davon abhängiger oder verbundener Größen
des ersten Antriebs einem Regler des zweiten Antriebs übermittelt werden,
wobei die Drehzahlvorgabe für den zweiten Antrieb von dem Regler bestimmt wird,
wobei
Drehzahl und Drehmoment oder Werte entsprechender, davon abhängiger oder verbundener
Größen des ersten Antriebs und.
Drehmoment oder entsprechende Werte entsprechender, davon abhängiger oder verbundener
Größen des zweiten Antriebs
berücksichtigt werden.
14. Fahrzeug nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüch 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
Parameter des Regelverfahrens abhängig von der Position des Schwerpunktes verändert
werden.
1. A vehicle,
comprising two electric drives which are connected for data transfer,
characterised in that
the rotational speed and the torque or values of thereon dependent or associated variables
of the first drive, in particular the master drive, may be transferred to a controller
of the second drive,
wherein the rotational speed presetting for the second drive, in particular the slave
drive, may be determined by the controller, by taking into account the rotational
speed and the torque or values of corresponding, thereon dependent or associated variables
of the first drive and
the torque or corresponding values of corresponding, thereon dependent or associated
variables of the second drive.
2. A vehicle according to at least one of the preceding Claims,
characterised in that
the drives each drive at least one wheel affected by slip, in particular produce the
advancing movement by means of wheels running on rails.
3. A vehicle according to at least one of the preceding Claims,
characterised in that
the rotational speed and the motor current of the first drive and
the motor current of the second drive
are taken into account by the controller.
4. A vehicle according to at least one of the preceding Claims,
characterised in that
the controller is a proportional controller, i.e. a P controller, or a PI controller
or a PID controller.
5. A vehicle according to at least one of the preceding Claims,
characterised in that
a control deviation is supplied to the P controller, PI controller or PID controller.
6. A vehicle according to at least one of the preceding Claims,
characterised in that
the ideal rotational speed presetting for the second drive is such that, with a vanishing
control deviation, the circumferential speeds of the wheels, i.e, in particular also
the track speed of the contact points of the wheels, arc the same.
7. A vehicle according to at least one of the preceding Claims,
characterised in that
the control deviation is a weighted difference of the motor currents, in particular
in
the manner (I_slave_actual - c x I_master_actual), where I_slave_actual is the actual
motor current of the slave drive,
c is the weighting of the ideal torque ratio of the two drives and
I_master_actual is the actual motor current of the master drive.
8. A vehicle according to at least one of the preceding Claims,
characterised in that
the drives are connected by way of a connecting rod, in particular rigidly.
9. A vehicle according to at least one of the preceding Claims,
characterised in that
the tracks, in particular rails in the case of a rail-bound design, of the wheels
are spaced from one another so as to be parallel.
10. A vehicle according to at least one of the preceding Claims,
characterised in that
the wheels have a metallic running surface.
11. A vehicle according to at least one of the preceding Claims,
characterised in that
during the operation the centre of gravity is variable and the weighting c of the
ideal torque ratio of the two drives is adapted and/or changed accordingly.
12. A vehicle according to at least one of the preceding Claims,
characterised in that
the vehicle is a high-rack transport vehicle, in particular a track-guided one.
13. A method for drive control with respect to a vehicle,
characterised in that
at least two drives are provided,
wherein the rotational speed and the torque or values of thereon dependent or associated
variables of the first drive are transferred to a controller of the second drive,
wherein the rotational speed presetting for the second drive is determined by the
controller,
taking into account
the rotational speed and the torque or values of corresponding, thereon dependent
or associated variables of the first drive and
the torque or corresponding values of corresponding, thereon dependent or associated
variables of the second drive.
14. A vehicle according to at least one of the preceding Claims 1 to 12,
characterised in that
parameters of the control method are changed in dependence on the position of the
centre of gravity.
1. Véhicule, comprenant deux entraînements électriques qui sont reliés pour la transmission
de données,
caractérisé en ce que la vitesse de rotation et le couple de rotation du premier entraînement, en particulier
de l'entraînement maître, ou des valeurs de grandeurs du premier entraînement qui
en dépendent ou leur sont liées, peuvent être transmis à un régulateur du deuxième
entraînement,
sachant que la prescription de vitesse de rotation pour le deuxième entraînement,
en particulier pour l'entraînement esclave, peut être déterminée par le régulateur
par le fait qu'on tient compte
de la vitesse de rotation et du couple de rotation du premier entraînement, ou de
valeurs de grandeurs correspondantes du premier entraînement qui en dépendent ou leur
sont liées,
et du couple de rotation du deuxième entraînement, ou de valeurs correspondantes de
grandeurs correspondantes du deuxième entraînement qui en dépendent ou lui sont liées.
2. Véhicule selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les entraînements entraînent chacun au moins une roue présentant un patinage, en
particulier produisent l'avancement par des roues circulant sur des rails.
3. Véhicule selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le régulateur tient compte de la vitesse de rotation et du courant de moteur du premier
entraînement, et du courant de moteur du deuxième entraînement.
4. Véhicule selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le régulateur est un régulateur proportionnel ou un régulateur proportionnel et par
intégration, ou un régulateur à triple action (PID).
5. Véhicule selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'on apporte un écart de régulation au régulateur proportionnel, au régulateur proportionnel
et par intégration ou au régulateur à triple action (PID).
6. Véhicule selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la prescription de vitesse de rotation pour le deuxième entraînement est telle que,
lorsque l'écart de régulation disparaît, les vitesses circonférentielles des roues,
en particulier donc également les vitesses d'avance tangentielles des points de contact
des roues, sont identiques.
7. Véhicule selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'écart de régulation est une différence pondérée des courants de moteurs, en particulier
du type (I_Slave_Ist - c x I_Master_Ist),où I_Slave_Ist est le courant de moteur effectif
de l'entraînement esclave, c est la pondération du rapport des vitesses de rotation
de consigne des deux entraînements, et I_Master_Ist est le courant de moteur effectif
de l'entraînement maître.
8. Véhicule selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les entraînements sont reliés par l'intermédiaire d'une tringlerie, en particulier
rigidement.
9. Véhicule selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les voies des roues, en particulier des rails dans le cas d'une exécution circulant
sur des rails, sont distantes entre elles en parallèle.
10. Véhicule selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les roues présentent une surface de roulement métallique.
11. Véhicule selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le centre de gravité peut être modifié pendant le fonctionnement, et la pondération
c du rapport des vitesses de rotation de consigne des deux entraînements est adaptée
et/ou modifiée en conséquence.
12. Véhicule selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le véhicule est un véhicule de desserte de rayonnages, en particulier un véhicule
guidé sur rails.
13. Procédé pour réguler l'entraînement dans un véhicule,
caractérisé en ce qu'au moins deux entraînements sont prévus,
sachant que la vitesse de rotation et le couple de rotation du premier entraînement,
ou des valeurs de grandeurs du premier entraînement qui en dépendent ou leur sont
liées, sont transmis à un régulateur du deuxième entraînement,
sachant que le régulateur détermine la prescription de vitesse de rotation pour le
deuxième entraînement,
sachant qu'on tient compte
de la vitesse de rotation et du couple de rotation du premier entraînement, ou de
valeurs de grandeurs correspondantes du premier entraînement qui en dépendent ou leur
sont liées,
et du couple de rotation du deuxième entraînement, ou de valeurs correspondantes de
grandeurs correspondantes du deuxième entraînement qui en dépendent ou lui sont liées.
14. Véhicule selon au moins une des revendications précédentes 1 à 12, caractérisé en ce que des paramètres du procédé de régulation sont modifiés en fonction de la position
du centre de gravité.

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente