(19)
(11) EP 2 082 876 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
29.07.2009  Patentblatt  2009/31

(21) Anmeldenummer: 08015631.8

(22) Anmeldetag:  05.09.2008
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B41F 7/24(2006.01)
B41F 31/04(2006.01)
B41F 7/32(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL NO PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA MK RS

(30) Priorität: 06.09.2007 DE 102007042458

(71) Anmelder: manroland AG
63012 Offenbach (DE)

(72) Erfinder:
  • Koppelkamm, Günter
    08541 Neuensalz (DE)
  • Krick, Ekkehard
    86485 Biberach (DE)

(74) Vertreter: Ulrich, Thomas 
manroland AG Intellectual Property (IP)
86219 Augsburg
86219 Augsburg (DE)

   


(54) Druckwerk einer Druckmaschine


(57) Die Erfindung betrifft ein Druckwerk (10), insbesondere ein Offsetdruckwerk, einer Druckmaschine, insbesondere einer Rollendruckmaschine, mit einem Formzylinder (11), einem Übertragungszylinder (12), einem Farbwerk (13) und einem Feuchtwerk (14), wobei das Druckwerk dem Drucken mehrerer in Axialrichtung nebeneinander positionierter Druckseiten auf einen Bedruckstoff (15) dient, wobei das Farbwerk (13) einen Vorratsbehälter (17) für Druckfarbe umfasst, dem mehrere in Axialrichtung nebeneinander positionierte Farbzonenstellelemente (18) zugeordnet sind, um für jede Farbzone jeder Druckseite individuell Druckfarbe auf eine dem Vorratsbehälter (17) nachgeordnete Farbwerkwalze (19) aufzutragen, wobei das Feuchtwerk (14) einen Vorratsbehälter (22) für Feuchtmittel umfasst, dem mehrere in Axialrichtung nebeneinander positionierte Blenden (23) zugeordnet sind, um für jede Druckseite individuell Feuchtmittel auf eine dem Vorratsbehälter (22) nachgeordnete Feuchtwerkwalze (24) aufzutragen. Erfindungsgemäß entspricht die Anzahl und die Breite der in Axialrichtung nebeneinander positionierten Farbzonenstellelemente (18) des Farbwerks (13) der Anzahl und der Breite der in Axialrichtung nebeneinander positionierten Blenden (23) des Feuchtwerks (14), sodass einerseits Druckfarbe und andererseits Feuchtmittel für jede Zone jeder Druckseite individuell auftragbar ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Druckwerk, insbesondere eine Offsetdruckwerk, einer Druckmaschine, insbesondere einer Rollendruckmaschine, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

[0002] Ein Druckwerk einer Druckmaschine verfügt über einen Formzylinder, eine Übertragungszylinder, ein Farbwerk sowie ein Feuchtwerk. Auf dem Formzylinder ist mindestens eine Druckform positioniert, wobei mit Hilfe des Farbwerks Druckfarbe und mit Hilfe des Feuchtwerks Feuchtmittel auf die oder jede auf dem Formzylinder positionierte Druckform aufgetragen werden kann. Ausgehend vom Formzylinder wird die Druckfarbe auf einen Übertragungszylinder, nämlich mindestens eine auf dem Übertragungszylinder positionierte Übertragungsform übertragen, wobei der Übertragungszylinder letztendlich die Druckfarbe auf einen zu bedruckenden Bedruckstoff aufträgt. Ein derartiges Druckwerk wird auch als Offsetdruckwerk bezeichnet. Der Formzylinder wird auch als Plattenzylinder und der Übertragungszylinder auch als Gummizylinder bezeichnet. Mit einem solchen Druckwerk werden bei einer Rollendruckmaschine in Axialrichtung gesehen mehrere Druckseiten nebeneinander auf einen Bedruckstoff aufgetragen.

[0003] Das Farbwerk eines solchen Druckwerks verfügt über einen Vorratsbehälter für Druckfarbe, dem mehrere Farbzonenstellelemente zugeordnet sind. Die Farbzonenstellelemente, die auch als Farbschieber bzw. Farbmesser bezeichnet werden, sind in Axialrichtung nebeneinander positioniert, wobei mit Hilfe der Farbzonenstellelemente für jede Farbzone jeder Druckseite Druckfarbe individuell auf eine dem Vorratsbehälter nachgeordnete Farbwerkwalze aufgetragen werden kann. Bei dieser Farbwerkwalze handelt es sich entweder um eine Duktorwalze oder um eine Heberwalze.

[0004] Das Feuchtwerk eines solchen Druckwerks verfügt über einen Vorratsbehälter für Feuchtmittel, wobei dem Vorratsbehälter mehrere Blenden zugeordnet sind. Die dem Vorratsbehälter zugeordneten Blenden sind in Axialrichtung nebeneinander positioniert, wobei bei aus der Praxis bekannten Druckwerken die Anzahl der in Axialrichtung nebeneinander positionierten Blenden des Feuchtwerks der Anzahl der mit Hilfe des Druckwerks in Axialrichtung nebeneinander auf den Bedruckstoff zu druckenden Druckseiten entspricht. Bei aus der Praxis bekannten Druckwerken weist demnach das Feuchtwerk des Druckwerks für jede in Axialrichtung gesehen nebeneinander auf dem Bedruckstoff zu druckende Druckseite eine einzige Blende auf.

[0005] Derartige aus der Praxis bekannte Druckwerke verfügen nur über eine unzureichende Formatvariabilität. Insbesondere bereitet dann, wenn sich das Bedruckstoffformat des zu bedruckenden Bedruckstoffs ändert, ein formatvariables Auftragung des Feuchtmittels auf die oder jede auf dem Formzylinder positionierte Druckform Schwierigkeiten.

[0006] Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein neuartiges, formatvariables Druckwerk, insbesondere eines Offsetdruckwerks, einer Druckmaschine, insbesondere einer Rollendruckmaschine, zu schaffen.

[0007] Diese Aufgabe wird durch ein Druckwerk gemäß Anspruch 1 gelöst. Erfindungsgemäß entspricht die Anzahl und die Breite der in Axialrichtung nebeneinander positionierten Farbzonenstellelemente des Farbwerks der Anzahl und der Breite der in Axialrichtung nebeneinander positionierten Blenden des Feuchtwerks, sodass einerseits Druckfarbe und andererseits Feuchtmittel für jede Zone jeder Druckseite individuell auftragbar ist.

[0008] Beim erfindungsgemäßen Druckwerk entspricht die Anzahl und die Breite der in Axialrichtung nebeneinander positionierten Farbzonenstellelemente des Farbwerks der Anzahl und der Breite der in Axialrichtung nebeneinander positionierten Blenden des Feuchtwerks. Hierdurch kann sowohl Druckfarbe als auch Feuchtmittel für jede Farbzone individuell auf die oder jede auf dem Formzylinder positionierte Druckform aufgetragen werden. Da die Breite der Farbzonenstellelemente und damit die Breite der Blenden üblicherweise in der Größenordnung zwischen 20 mm und 60 mm, vorzugsweise in der Größenordnung von 40 mm, liegt, ist hierdurch eine Formatvariabilität des Druckwerks gewährleistet.

[0009] Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird, ohne hierauf beschränkt zu sein, an Hand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt:
Fig. 1:
eine schematisierte Darstellung eines erfindungsgemäßen Druckwerks einer Druckmaschine.


[0010] Fig. 1 zeigt eine stark schematisierte Darstellung eines Druckwerks 10 einer als Rollendruckmaschine, insbesondere als Zeitungsdruckmaschine, ausgebildeten Druckmaschine. Das Druckwerk verfügt über einen Formzylinder 11, einen Übertragungszylinder 12, ein Farbwerk 13 sowie ein Feuchtwerk 14.

[0011] Das Druckwerk 10 der Fig. 1 dient dem Bedrucken eines bahnförmigen Bedruckstoffs 15, wobei der Bedruckstoff 15 im Bereich eines Druckspalts bedruckt wird, der zwischen dem Übertragungszylinder 12 und einem Gegendruckzylinder 16 ausgebildet ist. Bei dem Gegendruckzylinder 16 kann es sich um einen Übertragungszylinder eines benachbarten Druckwerks oder auch um einen Satellitenzylinder handeln.

[0012] Nachfolgend soll davon ausgegangen werden, dass mit dem erfindungsgemäßen Druckwerk 10 in Axialrichtung gesehen vier Druckseiten auf den Bedruckstoff 15 gedruckt werden soll, wobei jede Druckseite durch insgesamt vier Farbzonen gekennzeichnet ist. Es sei darauf hingewiesen, dass die Anzahl der in Axialrichtung nebeneinander auf den Bedruckstoff 15 zu druckenden Druckseiten sowie die Anzahl der Farbzonen je Druckseite rein exemplarischer Natur ist, d.h. es können auch eine andere Anzahl Farbzonen vorgesehen werden - wie z.B. n Farbzonen. Auf dem Formzylinder 11 ist mindestens eine Druckform positioniert. Mit Hilfe des Farbwerks 13 wird Druckfarbe und mit Hilfe des Feuchtwerks 14 Feuchtmittel auf die oder jede auf dem Formzylinder 11 positionierte Druckform aufgetragen.

[0013] Das Farbwerk 13 verfügt über einen Vorratsbehälter 17 für Druckfarbe. Dem Vorratsbehälter 17 für Druckfarbe sind mehrere Farbzonenstellelemente 18 zugeordnet, die in Axialrichtung des Druckwerks 10 gesehen nebeneinander positioniert sind. Die Farbzonenstellelemente 18 werden auch als Farbschieber bzw. Farbmesser bezeichnet, wobei die Anzahl der Farbzonenstellelemente 18 der Gesamtanzahl der für alle Druckseiten zu druckenden Farbzonen entspricht. Im gezeigten Ausführungsbeispiel bedeutet dies, dass dem Vorratsbehälter 17 sechszehn Farbzonenstellelemente 18 für vier Druckseiten mit jeweils vier Farbzonen zugeordnet sind. Es sei nochmals darauf hingewiesen, dass diese Anzahl rein exemplarischer Natur ist. In Fig. 1 sind die einer Druckseite zugeordneten Farbzonenstellelemente 18 fett umrahmt.

[0014] Über die Farbzonenstellelemente 18 kann für jede Farbzone jeder Druckseite individuell Druckfarbe auf eine dem Vorratsbehälter 17 nachgeordnete Farbwerkwalze 19 aufgetragen werden, wobei es sich bei dieser Farbwerkwalze 19 um eine Duktorwalze oder eine Heberwalze handelt. Ausgehend von dieser Farbwerkwalze 19 wird die Druckfarbe über mindestens eine weitere Farbwerkwalze 20 in Richtung auf mindestens eine Farbauftragwalze 21 transportiert, wobei die oder jede Farbauftragwalze 21 des Farbwerks 13 auf dem Formzylinder 11 abrollt und letztendlich die Druckfarbe für jede Farbzone jeder Druckseite auf die oder jede auf dem Formzylinder 11 positionierte Druckform überträgt.

[0015] Das Feuchtwerk 14 des erfindungsgemäßen Druckwerks 10 verfügt über einen Vorratsbehälter 22 für Feuchtmittel. Dem Vorratsbehälter 22 für Feuchtmittel sind mehrere in Axialrichtung nebeneinander positionierte Blenden 23 zugeordnet, um für jede Druckseite individuell Feuchtmittel auf eine dem Vorratsbehälter 22 nachgeordnete Feuchtwerkwalze 24 aufzutragen. Bei der dem Vorratsbehälter 22 nachgeordneten Feuchtwerkwalze 24 handelt es sich vorzugsweise um eine Feuchtreiberwalze, wobei das Feuchtmittel ausgehend von der Feuchtreiberwalze 24 über mindestens eine weitere Feuchtwerkwalze 25 in Richtung auf mindestens eine Feuchtauftragwalze 26 transportiert wird, die auf dem Formzylinder 11 abrollt und somit das Feuchtmittel auf die oder jede auf dem Formzylinder 11 positionierte Druckform überträgt.

[0016] Erfindungsgemäß entspricht die Anzahl und die Breite der in Axialrichtung nebeneinander positionierten Farbzonenstellelemente 18 des Farbwerks 13 der Anzahl und der Breite der in Axialrichtung nebeneinander positionierten Blenden 23 des Feuchtwerks 14. Somit kann sowohl Druckfarbe als auch Feuchtmittel für jede Farbzone jeder Druckseite individuell aufgetragen werden.

[0017] Im gezeigten Ausführungsbeispiel verfügt demnach das Feuchtwerk 14 über sechszehn Blenden 23, um für die in Axialrichtung gesehen vier nebeneinander auf den Bedruckstoff 15 zu druckenden Druckseiten, die jeweils vier Farbzonen umfassen, das Feuchtmittel für jede Farbzone individuell bereitzustellen. Es sei nochmals darauf hingewiesen, dass die Anzahl der in Axialrichtung nebeneinander zu druckenden Druckseiten sowie die Anzahl der Farbzonen je Druckseite rein exemplarischer Natur ist. D.h. es könnten bei n nebeneinander vorgesehenen Druckseiten 4 x n Blenden 23 vorgesehen werden.

[0018] Alle Blenden 23 des Feuchtwerks 14 sind individuell ansteuerbar, um dieselben individuell zu öffnen und zu schließen. Alternativ ist es möglich, dass je Druckseite mehrere Gruppen von Blenden 23 gemeinsam ansteuerbar sind, um die Blenden der jeweiligen Gruppen gemeinsam zu öffnen und zu schließen.

[0019] Die Breite der Farbzonenstellelemente 18 sowie die Breite der Blenden 23 entspricht der Breite der Farbzonen, wobei diese Breite vorzugsweise zwischen 20 mm und 60 mm, insbesondere in etwa 40 mm, beträgt.

[0020] Stellorgane zur Verstellung der Blenden 23 sind vorzugsweise als Elektromotoren ausgebildet, um die Blenden 23 elektromotorisch zu verstellen.

[0021] Das erfindungsgemäße Druckwerk ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn Bedruckstoffbahnen mit unterschiedlichen Bedruckstoffbahnformaten bedruckt werden sollen. In diesem Fall können dann durch entsprechende Ansteuerung sowie gegebenenfalls Umgruppierung der Blenden 23 sowie Farbzonen 18 sich ändernden Formaten der Bedruckstoffbahn sowie sich ändernden Formaten der axial nebeneinander auf die Bedruckstoffbahn zu druckenden Druckseiten Rechnung getragen werden.

Bezugszeichenliste



[0022] 
10
Druckwerk
11
Formzylinder
12
Übertragungszylinder
13
Farbwerk
14
Feuchtwerk
15
Bedruckstoff
16
Gegendruckzylinder
17
Vorratsbehälter
18
Farbzonenstellelemente
19
Farbwerkwalze
20
Farbwerkwalze
21
Farbauftragwalze
22
Vorratsbehälter
23
Blende
24
Feuchtwerkwalze
25
Feuchtwerkwalze
26
Feuchtauftragwalze



Ansprüche

1. Druckwerk, insbesondere Offsetdruckwerk, einer Druckmaschine, insbesondere einer Rollendruckmaschine, mit einem Formzylinder, einem Übertragungszylinder, einem Farbwerk und einem Feuchtwerk, wobei das Druckwerk dem Drucken mehrerer in Axialrichtung nebeneinander positionierter Druckseiten auf einen Bedruckstoff dient, wobei das Farbwerk einen Vorratsbehälter für Druckfarbe umfasst, dem mehrere in Axialrichtung nebeneinander positionierte Farbzonenstellelemente zugeordnet sind, um für jede Farbzone jeder Druckseite individuell Druckfarbe auf eine dem Vorratsbehälter nachgeordnete Farbwerkwalze aufzutragen, wobei das Feuchtwerk einen Vorratsbehälter für Feuchtmittel umfasst, dem mehrere in Axialrichtung nebeneinander positionierte Blenden zugeordnet sind, um für jede Druckseite individuell Feuchtmittel auf eine dem Vorratsbehälter nachgeordnete Feuchtwerkwalze aufzutragen, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl und die Breite der in Axialrichtung nebeneinander positionierten Farbzonenstellelemente (18) des Farbwerks (13) der Anzahl und der Breite der in Axialrichtung nebeneinander positionierten Blenden (23) des Feuchtwerks (14) entspricht, sodass einerseits Druckfarbe und andererseits Feuchtmittel für jede Farbzone jeder Druckseite individuell auftragbar ist.
 
2. Druckwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass alle Blenden (23) des Feuchtwerks (14) individuell ansteuerbar sind, um dieselben zu öffnen und zu schließen.
 
3. Druckwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass je Druckseite mehrere Gruppen von Blenden des Feuchtwerks gemeinsam ansteuerbar sind, um dieselben zu öffnen und zu schließen.
 
4. Druckwerk nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Blenden (23) des Feuchtwerks (14) elektromotorisch verstellbar sind.
 




Zeichnung







Recherchenbericht