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(11) |
EP 1 961 088 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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26.08.2009 Patentblatt 2009/35 |
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Anmeldetag: 03.12.2007 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2007/063142 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2008/080723 (10.07.2008 Gazette 2008/28) |
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GEKAPSELTE, DRUCKFEST AUSGEFÜHRTE, NICHT HERMETISCH DICHTE HOCHLEISTUNGSFUNKENSTRECKE
ENCAPSULATED, PRESSURE-PROOF, NON-HERMETICALLY SEALED HIGH-POWER SPARK GAP
ÉCLATEUR À HAUTE PUISSANCE, ÉTANCHE DE MANIÈRE NON HERMÉTIQUE, ENCAPSULÉ ET RÉSISTANT
À LA PRESSION
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL PL PT RO
SE SI SK TR |
| (30) |
Priorität: |
04.01.2007 DE 102007001090 02.04.2007 DE 102007015932
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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27.08.2008 Patentblatt 2008/35 |
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Patentinhaber: DEHN + SÖHNE GMBH + CO KG |
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92318 Neumarkt/Opf (DE) |
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Erfinder: |
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- EHRHARDT, Arnd
92318 Neumark/ Opf (DE)
- WAFFLER, Michael
92318 Neumark/ Opf (DE)
- HIERL, Stephan
92318 Neumark/ Opf (DE)
- STRANGFELD, Uwe
90471 Nürnberg (DE)
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| (74) |
Vertreter: Meissner, Bolte & Partner |
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Anwaltssozietät GbR
Widenmayerstrasse 48 80538 München 80538 München (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
WO-A-20/06128761 DE-A1- 19 817 063
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DE-A1- 10 025 239
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine gekapselte, druckfest ausgeführte, nicht hermetisch dichte
Hochleistungsfunkenstrecke mit zwei beabstandet gegenüberliegenden Hauptelektroden,
einem metallischen Außengehäuse, einem vom Außengehäuse umgebenen Gas- oder Plasma-Abkühlraum
sowie bevorzugt stirnseitig angeordneten elektrischen Anschlußkontakten für die Hauptelektroden
gemäß Oberbegriff des Patentanspruchs 1, wie bekannt aus
WO-A- 2006/128 761.
[0002] Bei Überspannungsableitern auf der Basis von Funkenstrecken gemäß dem Stand der Technik
werden diese bei Anwendungen im Niederspannungsbereich gekapselt ausgeführt, um das
die Umgebung gefährdende Ausblasen von heißen oder noch ionisierten Gasen zu vermeiden.
[0003] Bei zum älteren Stand der Technik gehörenden ausblasenden Ableitern wird der größte
Teil des Energieumsatzes bis ca. 90% in Form von heißem Gas an die Umgebung abgegeben.
Es ist offensichtlich, dass durch das Vermeiden des Ausblasens bei modernen Funkenstrecken
sowohl die thermische als auch die dynamische Belastung ansteigt. Diese steigenden
Belastungen erschweren bei gekapselten Ableitern die notwendige Beherrschung hoher
Impuls- und Folgeströme bei möglichst geringer Baugröße.
[0004] Zur Realisierung niedriger Schutzpegel im Bereich weniger kV werden die Ableiter
mit zusätzlichen Triggereinrichtungen versehen. Eine solche Triggereinrichtung erfordert
eine Isolation der zusätzlichen, im allgemeinen mit Hochspannung belasteten weiteren
Elektrode. Der Mehraufwand an Bauraum und die zusätzlichen Isolationsmaterialien führen
ebenfalls zu einer weiteren Einschränkung der Leistungsfähigkeit derartig realisierter
Ableiter.
[0005] Gemäß der
DE 100 08 764 A1 und der dort gezeigten gekapselten Funkenstrecke, ist es bekannt, das Triggerpotential
über die metallische Gehäuseummantelung der Funkenstrecke zuzuführen. Die dort vorgesehenen
Hauptelektroden werden isoliert gegeneinander und gegenüber dem Gehäuse in die Funkenstrecke
eingebracht. Aufgrund der geringen Lichtbogenlänge und der nur einfachen Aufteilung
des Lichtbogens kann mit dieser Lösung des Standes der Technik jedoch nur eine geringe
Folgestrombegrenzung erreicht werden.
[0006] Bei dem gekapselten Ableiter nach
DE 100 18 012 A1 wird das Potential der Zündelektrode ebenfalls über den druckfesten metallischen
Mantel der Funkenstrecke zugeführt. Der dortige druckfeste Mantel ist aus einem Stück
gefertigt und es wird zur Herstellung auf ein einfaches Umformverfahren zurückgegriffen.
Der Verzicht auf eine isolierte Durchführung des Zündpotentials führt bei dieser Variante
jedoch zu einem Mehraufwand an Isolation im Inneren der Funkenstrecke, da beide Elektroden
nicht nur gegeneinander, sondern auch gegenüber dem gesamten Gehäuse isoliert sein
müssen. Neben dem höheren Platzbedarf wird durch die aufwendige und spannungsfeste
Isolation insbesondere auch die Wärmeabgabe aus der Funkenstrecke behindert. Dies
führt zu einer erhöhten thermischen Belastung der Isolationsteile, zu langen Abkühlzeiten
und zu einer enormen Einschränkung des für die Funkenstrecke zur Verfügung stehenden
Raums. Alle diese Nachteile begrenzen letztendlich die Leistungsfähigkeit der Funkenstrecke.
[0007] Dann, wenn zur Verbesserung bestimmter Parameter einer Funkenstrecke eine zusätzliche
Abgabe von Hartgas erfolgt, entsteht ein hoher Energieumsatz, der neben der thermischen
Belastung zu einer weiteren Erhöhung bzw. einer dynamischen Druckbelastung sowohl
bei Impuls- als auch bei Folgeströmen führt.
[0008] In der
DE 101 64 025 A1 ist eine gekapselte triggerbare Funkenstrecke gezeigt, welche nach dem Radax-Flow-Prinzip
arbeitet. Bei dieser Lösung des Standes der Technik wird das vorhandene quaderförmige
Gehäuse der Funkenstrecke zur Kühlung der heißen Gase verwendet. Die Zuführung zur
Triggerelektrode erfolgt durch die Isolationsteile der zweiten, gegenüber dem Gehäuse
isolierten Hauptelektrode. Eine derartige Variante ist aufgrund der geometrischen
Ausführungsform des Gehäuses sehr aufwendig und schränkt den Platz des aktiven Lichtbogenbereichs
gegenüber dem Bereich zur Abkühlung der Gase erheblich ein.
[0009] Die vorstehend kurz gewürdigten Lösungen des Standes der Technik umfassen blitzstromtragfähige
Niederspannungs-Luftfunkenstrecken, welche aufgrund ihres konstruktiven Aufbaus eine
an sich hohe Druckfestigkeit besitzen.
[0010] In der
EP 0 305 077 A1 wird eine Funkenstrecke geringerer Leistungsfähigkeit vorgestellt, bei welcher eine
Triggerelektrode durch den aus Isolationsmaterial bestehenden Außenmantel einer Funkenstrecke
hindurchgeführt wird. Diese, nicht blitzstromtragfähige Funkenstrecke besitzt geringe
Hauptelektrodenabstände und keine Mittel zur Erhöhung der Lichtbogenspannung. Der
Leistungsumsatz und damit die einhergehende thermische und dynamische Belastung dieser
Funkenstrecke des Standes der Technik ist unzureichend. Für den Einsatz in Niederspannungsnetzen
ist eine derartige Funkenstrecke ungeeignet. Die dynamische Belastbarkeit des dortigen
Gehäuses und der Durchführung der Triggerelektrode ist ebenfalls gering.
[0011] Aus dem Vorgenannten ist es daher Aufgabe der Erfindung, eine weiterentwickelte,
gekapselte, druckfest ausgeführte, nicht hermetisch dichte Hochleistungsfunkenstrecke
mit zwei beabstandet gegenüberliegenden Hauptelektroden, einem metallischen Außengehäuse,
gegebenenfalls vorgesehener Triggerelektrode, einem vom Außengehäuse umgebenen Gas-
oder Plasma-Abkühlraum sowie bevorzugt stirnseitig angeordneten elektrischen Anschlusskontakten
für die Hauptelektroden anzugeben, wobei die Funkenstrecke eine von der jeweiligen
Druckentwicklung abhängige Leistungsentfaltung und eine hohe Lebensdauer aufweisen
soll.
[0012] Die Lösung der Aufgabe der Erfindung erfolgt durch eine Funkenstrecke gemäß der Merkmalskombination
nach Patentanspruch 1, wobei die Unteransprüche mindestens zweckmäßige Ausgestaltungen
und Weiterbildungen darstellen.
[0013] Die erfindungsgemäße gekapselte, druckfest ausgeführte, nicht hermetisch dichte Hochleistungsfunkenstrecke
mit zwei beabstandet gegenüberliegenden Hauptelektroden, einem metallischen Außengehäuse,
einem vom Außengehäuse umgebenen Gas- oder Plasma-Abkühlraum sowie bevorzugt stirnseitig
angeordneten elektrischen Anschlusskontakten für die Hauptelektroden weist einen Lichtbogenbrenn-
und Ausbreitungsraum auf, welcher sich zwischen den Hauptelektroden erstreckt. Dieser
Lichtbogenbrenn- und Ausbreitungsraum ist in seiner Querrichtung geteilt ausgeführt,
wobei im Teilungsbereich Mittel zum druckabhängigen Verbinden der Teilräume angeordnet
sind.
[0014] Hierfür besteht die Möglichkeit, im Lichtbogenbrenn- und Ausbreitungsraum einen Querboden
vorzusehen, welcher Sollbruchstellen aufweist. Ebenso kann der Querboden ein oder
mehrere Ventile besitzen, die sich bei Druckanstieg selbsttätig öffnen, so dass die
beiden Teilräume miteinander in druckausgleichende Verbindung gelangen und letztendlich
das Gas in die Lage versetzt ist, in den Gas- oder Plasma-Abkühlraum zu gelangen.
[0015] Der im Lichtbogenbrenn- und Ausbreitungsraum vorgesehene Querboden kann auch mindestens
eine Bohrung geringen Durchmessers und/oder Schlitze aufweisen, die dem Gas einen
überwindbaren Strömungswiderstand entgegensetzen. In die vorerwähnte Bohrung kann
ein Verschlusspfropfen eingesetzt werden, der bei Druckanstieg aus der Bohrung herausgepresst
wird und diese vollständig freigibt.
[0016] Der Querboden kann bei einer Ausführungsform der Erfindung Teil eines den Lichtbogenbrennraum
radial umschließenden Hohlkörpers aus einem leitfähigen, gasabgebenden Material sein.
Dieser Querboden kann in den vorerwähnten Hohlkörper aus leitfähigem, gasabgebendem
Material eingesetzt sein.
[0017] Bei einer Ausgestaltung der Erfindung besteht der Abkühlraum aus einer koaxialen,
becherförmigen Anordnung, wobei eine der Hauptelektroden als hohlzylindrische Ausblaselektrode
ausgebildet ist und in die becherförmige Anordnung hineinreicht. Die becherförmige
Anordnung weist Druckausgleichsöffnungen auf. Die Ausblaselektrode steht an ihrer
zur Gegenelektrode weisenden Oberseite mit dem Querteilungsmittel in Verbindung und
es umfasst die Unterseite der Ausblaselektrode seitliche Gasaustrittsöffnungen, die
zum Abkühlraum führen. Das vorerwähnte Querteilungsmittel kann als ein Querboden ausgeführt
werden, der in den oben offenen Abschnitt der hohlzylindrischen Ausblaselektrode einsetzbar
ist. Dieser Querboden kann wie auch bei den vorangehend geschilderten Ausführungsformen
Sollbruchstellen, ein Ventil oder einen bei Druckanstieg sich lösenden Pfropfen umfassen.
[0018] Die Erfindung soll nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels sowie einer Figur
näher erläutert werden.
[0019] Die Figur zeigt hierbei eine Prinzipschnittdarstellung einer Hochleistungsfunkenstrecke,
welche druckfest ausgeführt ist und die zwei beabstandete, gegenüberliegende Hauptelektroden
sowie ein metallisches Außengehäuse umfasst.
[0020] Wie aus der Figur ersichtlich, ist innerhalb des metallischen Außengehäuses 1 eine
erste Hauptelektrode 2 und eine gegenüberliegende zweite Hauptelektrode 3 befindlich.
An den Hauptelektroden 2 und 3 schließen sich elektrische Anschlusskontakte 5 und
6 an.
[0021] Mindestens eine der Hauptelektroden (im gezeigten Beispiel Hauptelektrode 3) ist
isoliert im Außengehäuse 1 fixiert.
[0022] Wenn notwendig, besteht die Möglichkeit, in den Lichtbogenbrennraum 7.1 eine Triggerelektrode
12 hineinzuführen, die mit einem isolierten Anschlusskontakt 13 in Verbindung steht.
[0023] Der Lichtbogenbrennraum 7.1 ist von einem Hohlkörper 34 sowohl radial als auch in
axialer Richtung begrenzt.
[0024] Dieser Hohlkörper 34 kann aus einem leitfähigen, gasabgebenden Material, z.B. aus
POM, aber auch aus einem halbleitenden oder leitenden Material bestehen.
[0025] Bevorzugt im unteren Bereich weist der Hohlkörper 34 eine Einengung oder einen geschlossenen
Boden 40 auf, der den Hohlraum des Lichtbogenkanals 7.1 von dem darunter liegenden
Brenn- und Ausbreitungsraum 7.2 vollständig oder partiell abtrennt.
[0026] In der Zeichnung nach der Figur ist im Boden 40 eine Öffnung 41 befindlich, die von
einem nicht dargestellten Pfropfen verschlossen werden kann, wobei bei Druckanstieg
im Raum 7.1 der Pfropfen die Bohrung oder Öffnung 41 verlässt und den Durchgang zum
Raum 7.2 freigibt.
[0027] Die Hauptelektrode 2 ist als Ausblaselektrode 9 mit seitlichen Gasaustrittsöffnungen
11 ausgeführt. Darüber hinaus umschließt den Abkühlraum 4 radial eine koaxiale becherförmige
Anordnung 8, die einen im Wesentlichen mäanderförmig verlaufenden Durchströmkanal
zum Druckausgleich bildet. Druckausgleichsöffnungen 10 befinden sich am unteren Ende
der dargestellten Funkenstrecke, und zwar in Form von beispielhaften Ringspalten.
[0028] Die Höhe des Bodens 40 ist im Vergleich zur Höhe des gesamten gasabgebenden Teils
34 gering und liegt ca. im Bereich von 0,2 mm bis 2 mm. Dieser Boden 40 kann geschlossen
oder mit einer Bohrung oder Schlitzen versehen sein. Der Boden und das gasabgebende
Teil 34 können einstückig, aber auch zweistückig ausgebildet werden. Der Boden muss
hierbei nicht aus demselben material wie das gasabgebende Teil 34 bestehen, sondern
kann mit Blick auf die beabsichtigten Sollbrucheigenschaften eine entsprechende Spezifikation
besitzen.
[0029] Am Rand des Bodens 40 können Sollbruchstellen vorgesehen sein.
[0030] Durch die vorstehend erläuterte Gestaltung wird es möglich, selbst Impulsströme der
Form 8/20 µs von mehreren hundert Ampere bis wenigen kA über die Stromleitung das
gasabgebenden Materials, und zwar ohne Zündung der Hauptfunkenstrecke abzuleiten.
Diese Ströme decken bereits einen beachtlichen Teil der Störgrößen ab und entsprechen
dem Leistungsvermögen eines Endschutzgeräts. Die Höhe dieser Impulsströme, welche,
bei Vermeidung eines Netzfolgestroms, durch die Funkenstrecke abgeleitet werden können,
kann durch das Material und die Geometrie des Bodens 40 mit Sollbruchstelle und/oder
Öffnungen gezielt beeinflusst werden.
[0031] Bei höheren Belastungen gibt der Boden 40 des Teils 34 aufgrund der Druckentwicklung
im Raum 7.1 den Durchführungskanal hin zur unteren Elektrode 2; 9 frei, so dass dann
das vollständige Leistungsvermögen der Funkenstrecke zur Verfügung steht. Diese Freigabe
des Durchführungskanals kann durch eine entsprechende Ausführungsform des Bodens auch
reversibel, d.h. zeitlich befristet erfolgen. Ebenso können mehrere unterschiedlich
ansprechende Sollbruchstellen des Bodens vorgesehen werden, so dass sich eine bedarfsgerechte
Öffnung des Durchströmkanals, d.h. die Verbindung der Räume 7.1 und 7.2 einstellt.
[0032] Die vorstehend erläuterte, reversible, zeitlich befristete Ausführungsform hinsichtlich
Freigabe des Durchführungskanals ist als druckabhängige Ventilfunktion zu verstehen.
Diese Ventilfunktion ist keinesfalls gleichzusetzen mit einem Berstschutz, der aus
verschlossenen Löschrohrableitern, z.B. mit Kugel- und Federfunktion vorbekannt ist.
Mit der Ventilfunktion wird eine Bereitstellung einer bedarfsgerechten Leistungsfähigkeit
der Funkenstrecke bei verschiedenen Belastungen erreicht.
[0033] Die erläuterte Lösung hat den Vorteil, dass bei geringen Belastungen der Funkenstrecke
aufgrund Folgestromfreiheit keine nennenswerte Alterung eintritt.
[0034] Zur Erhöhung des beschriebenen Effekts ist eine Kombination des gasabgebenden Materials
mit Materialien, die eine nichtlineare Kennlinie aufweisen, z.B. einem Varistor oder
einem PTC-Element möglich. Für diese Kombination sind Reihenschaltungen oder Parallelschaltungen
denkbar, diese können geometrisch durch die Materialien selbst oder durch geeignete
elektrische Verbindungen mit externen Teilen erfolgen. Neben einer radialen Segmentierung
sind auch radiale bzw. axiale Reihenschaltungen möglich.
1. Gekapselte, druckfest ausgeführte, nicht hermetisch dichte Hochleistungsfunkenstrecke
mit zwei beabstandet gegenüberliegenden Hauptelektroden(2; 3), einem metallischen
Außengehäuse (1), einem vom Außengehäuse (1) umgebenen Gas- oder Plasma-Abkühlraum
(4) sowie bevorzugt stirnseitig angeordneten elektrischen Anschlusskontakten (5; 6)
für die Hauptelektroden (2; 3),
dadurch gekennzeichnet, dass
der Lichtbogenbrenn- und Ausbreitungsraum (7.1; 7.2), welcher sich zwischen den Hauptelektroden
(2; 3) erstreckt, in seiner Querrichtung geteilt ausgeführt ist, wobei Im Teilungsbereich
Mittel zum druckabhängigen Verbinden der Teilräume angeordnet sind.
2. Funkenstrecke nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Lichtbogenbrenn- und Ausbreitungsraum ein Querboden vorgesehen ist, welcher Sollbruchstellen
aufweist.
3. Funkenstrecke nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Lichtbogenbrenn- und Ausbreitungsraum ein Querboden vorgesehen ist, welcher ein
sich bei Druckanstieg selbsttätig öffnendes Ventil aufweist.
4. Funkenstrecke nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Lichtbogenbrenn- und Ausbreitunasraum ein Querboden vorgesehen ist, welcher mindestens
eine Bohrung geringen Durchmessers und/oder Schlitze aufweist.
5. Funkenstrecke nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Lichtbogenbrenn- und Ausbreitungsraum ein Querboden vorgesehen ist, welcher mindestens
eine Bohrung mit eingesetztem Verschlusspfropfen aufweist.
6. Funkenstrecke nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Querboden Teil eines den Lichtbogenbrennraum radial umschließenden Hohlkörpers
aus einem leitfähigen, gasabgebenden Material ist.
7. Funkenstrecke nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Querboden in den Hohlkörper eingesetzt ist.
8. Funkenstrecke nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Abkühlraum (4) aus einer koaxialen becherförmigen Anordnung (8) besteht, wobei
eine der Hauptelektroden als hohlzylindrische Ausblaselektrode (9) ausgebildet ist
und in die becherförmige Anordnung (8) hineinreicht, die becherförmige Anordnung (8)
Druckausgleichsöffnungen (10) besitzt, die Ausblaselektrode (9) an ihrer zur Gegenelektrode
(3) weisenden Oberseite mit dem Querteilungsmittel (40) in Verbindung steht und die
Unterseite der Ausblaselektrode (9) seitliche Gasaustrittsöffnungen (11) umfasst,
die zum Abkühlraum (4) führen:
9. Funkenstrecke nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
als Querteilungsmittel ein Querboden in den oben offenen Abschnitt der hohlzylindrischen
Ausblaselektrode (9) einsetzbar ist.
10. Funkenstrecke nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Querboden Sollbruchstellen, ein bei Druckanstieg sich selbsttätig öffnendes Ventil
und/oder eine Bohrung mit eingesetztem Verschlusspfropfen aufweist.
1. Encapsulated, pressure-proof, non-hermetically sealed heavy-duty spark gap, comprising
two main electrodes (2; 3) positioned opposite one another at a distance, a metallic
outer housing (1), a gas or plasma cooling-down chamber (4) surrounded by the outer
housing (1) and electrical connection contacts (5; 6) for the main electrodes (2;
3), which are preferably arranged on the front face,
characterized in that
the arc combustion and expansion chamber (7.1; 7.2), which extends between the main
electrodes (2; 3), is divided in its transverse direction, with means for connecting
the compartments in a pressure-dependent manner being arranged in the region of division.
2. Spark gap according to claim 1,
characterized in that
a transverse bottom having predetermined breaking points is provided in the arc combustion
and expansion chamber.
3. Spark gap according to claim 1,
characterized in that
a transverse bottom is provided in the arc combustion and expansion chamber, which
comprises a valve that opens automatically if the pressure increases.
4. Spark gap according to claim 1 or 2,
characterized in that
a transverse bottom is provided in the arc combustion and expansion chamber, which
comprises at least one small diameter borehole and/or slots.
5. Spark gap according to claim 1,
characterized in that
a transverse bottom is provided in the arc combustion and expansion chamber, which
comprises at least one borehole with an inserted sealing plug.
6. Spark gap according to claim 1 or 2,
characterized in that
the transverse bottom forms part of a hollow body made of a conductive, gas-releasing
material, which radially surrounds the arc combustion chamber.
7. Spark gap according to claim 6,
characterized in that
the transverse bottom is inserted into the hollow body.
8. Spark gap according to claim 1,
characterized in that
the cooling-down chamber (4) consists of a coaxial cup-shaped arrangement (8), wherein
one of the main electrodes is configured as a hollow-cylindrical expulsion electrode
(9) and extends into the cup-shaped arrangement (8), the cup-shaped arrangement (8)
comprises pressure compensation openings (10), the expulsion electrode (9) is connected
to the transverse dividing means (40) on its upper side facing toward the counter-electrode
(3) and the lower side of the expulsion electrode (9) comprises lateral gas discharge
openings (11) leading to the cooling-down chamber (4).
9. Spark gap according to claim 8,
characterized in that
a transverse bottom is insertable as transverse dividing means into the section of
the hollow-cylindrical expulsion electrode (9) which is open at the top.
10. Spark gap according to claim 9,
characterized in that
the transverse bottom comprises predetermined breaking points, a valve that opens
automatically if the pressure increases and/or a borehole with an inserted sealing
plug.
1. Éclateur à haute puissance, étanche de manière non hermétique, encapsulé et résistant
à la pression, comprenant deux électrodes principales (2 ; 3) écartées opposées, un
boîtier extérieur métallique (1), une chambre de refroidissement à gaz ou à plasma
(4) entourée par le boîtier extérieur (1), ainsi que des contacts de raccordement
électriques (5 ; 6), agencés de préférence du côté frontal, pour les électrodes principales
(2 ; 3),
caractérisé en ce que
la chambre de formation et de propagation d'arc électrique (7. 1 ; 7. 2), qui s'étend
entre les électrodes principales (2 ; 3), est réalisée subdivisée dans sa direction
transversale, et dans lequel des moyens destinés à relier les chambres partielles
en fonction de la pression sont agencés dans la zone de subdivision.
2. Éclateur selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'il est prévu un plancher transversal dans la chambre de formation et de propagation
d'arc électrique, lequel présente des emplacements de rupture de consigne.
3. Éclateur selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'il est prévu un plancher transversal dans la chambre de formation et de propagation
d'arc électrique, lequel présente une soupape qui s'ouvre automatiquement lors d'une
montée en pression.
4. Éclateur selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce qu'il est prévu un plancher transversal dans la chambre de formation et de propagation
d'arc électrique, lequel comporte au moins un perçage de faible diamètre et/ou des
fentes.
5. Éclateur selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'il est prévu un plancher transversal dans la chambre de formation et de propagation
d'arc électrique, lequel comporte au moins un perçage avec un bouchon obturateur mis
en place.
6. Éclateur selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que le plancher transversal fait partie d'un corps creux, qui entoure radialement la
chambre de formation d'arc électrique, en un matériau conducteur qui dégage du gaz.
7. Éclateur selon la revendication 6,
caractérisé en ce que le plancher transversal est mis en place dans le corps creux.
8. Éclateur selon la revendication 1,
caractérisé en ce que la chambre de refroidissement (4) est constituée par un agencement coaxial en forme
de pot (8), dans lequel l'une des électrodes principales est réalisée sous la forme
d'une électrode de soufflage cylindrique creuse (9) et pénètre dans l'agencement en
forme de pot (8), ledit agencement en forme de pot (8) possède des ouvertures d'égalisation
de pression (10), l'électrode de soufflage (9) est reliée, sur sa face supérieure
tournée vers l'électrode antagoniste (3), avec le moyen de subdivision transversal,
et la face inférieure de l'électrode de soufflage (9) comporte des ouvertures de sortie
de gaz latérales (11), qui mènent à la chambre de refroidissement (4).
9. Éclateur selon la revendication 8,
caractérisé en ce qu'il est prévu comme moyen de subdivision transversal un plancher transversal susceptible
d'être mis en place dans le tronçon supérieur ouvert de l'électrode de soufflage (9)
cylindrique creuse.
10. Éclateur selon la revendication 9,
caractérisé en ce que le plancher transversal comporte des emplacements de rupture de consigne, une soupape
qui s'ouvre automatiquement lors d'une montée en pression, et/ou un perçage avec un
bouchon obturateur mis en place.

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