[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines gestrichenen Papiers.
[0002] Papier oder Pappe bzw. Karton enthält als wesentlichen Bestandteil neben dem aus
Pflanzenfasern (üblicherweise aus Holz, daneben aber auch aus Einjahrespflanzen) gewonnenen
Faserstoff sowie Bindemitteln auch sogenannte Füllstoffe. Hierbei handelt es sich
in der Regel um anorganische Partikel, die dem Papier aus verschiedenen Gründen zugesetzt
werden. Zum einen ist man, da die Füllstoffe Lücken zwischen den Fasern ausfüllen,
in der Lage, wesentlich glattere Oberflächen herzustellen. Auch lässt sich das Papier
hierdurch geschmeidiger machen. Des Weiteren kann man auf diese Weise den Zellstoff
gewissermaßen mit den entsprechenden Partikeln "strecken". Hierbei kommt zum Tragen,
dass viele der anorganischen Materialien wesentlich billiger sind als Pflanzenfasern
und sich somit Materialkosten einsparen lassen. Zur Verwendung kommen hierbei z.B.
verschiedene Arten von Silikaten (z.B. Kaolin), Sulfaten, Karbonaten (z.B. Kreide)
und Oxiden (z.B. Titanweiß). Einige dieser Stoffe erfüllen auch noch zusätzliche Funktionen
wie z.B. optische Aufhellung oder Verbesserung der Saugfähigkeit.
[0003] Ausgangspunkt der Papierherstellung ist in jedem Fall eine wässrige Suspension, die
neben Faserstoff und Bindemittel ggf. auch Hilfsstoffe wie Entschäumer, Farbstoffe
o. Ä. enthalten kann. In der industriellen Papierherstellung werden Papiermaschinen
verwendet, in denen dieser Papierbrei, der einen Feststoffgehalt von ca. 1% hat, durch
einen Stoffauflauf zunächst auf ein endloses Sieb gegeben wird. Dieses Endlossieb
läuft unter dem Stoffauflauf mit hoher Geschwindigkeit (z.B. 1000 m/min oder mehr)
durch und transportiert den auf seiner Oberfläche befindlichen Papierbrei weiter.
Während dieses Siebtransports wird bereits ein großer Teil des Wassers abgezogen,
wodurch der Feststoffgehalt am Ende des Endlossiebs bereits ca. 15-30% beträgt. Der
Entwässerungseffekt durch die Schwerkraft wird durch unter dem Sieb angebrachte Sauger
verstärkt. An das Sieb schließen sich zunächst die Gautschpresse, dann die Nasspresse
an. Hier wird das Papier weiter entwässert, indem es zwischen Walzen hindurchgeführt
wird, die sukzessive die Feuchtigkeit herauspressen und das Papier verdichten. Die
endgültige Trocknung des Papiers erfolgt danach in der Trockenpartie, wo die Papierbahn
über eine Reihe dampfbeheizter Trockenzylinder läuft. Anschließend wird das trockene
Papier im Glättwerk geglättet und aufgerollt. Bei besonderen Anforderungen an die
Oberflächenglätte wird das Papier anschließend an das Glättwerk noch in einem Kalander
weiterbearbeitet.
[0004] Bei der Einarbeitung der Füllstoffe kann man im Wesentlichen zwei Methoden unterscheiden.
Bei der ersten Methode werden die Füllstoffe direkt der wässrigen Suspension des Papierbreis
zugesetzt. Daneben ist die Methode des Streichens bekannt, bei der die Füllstoffe
nur auf eine oder beide Oberflächen des Papiers aufgetragen werden. Hierbei wird zunächst
eine hinreichend feste, ggf. auch trockene Papierlage hergestellt, auf die dann eine
wässrige Suspension mit Füllstoffpartikeln aufgebracht wird. Um eine Anbindung der
Füllstoffe an die Oberfläche des Papiersubstrats zu gewährleisten, müssen diese nach
dem Stand der Technik in einer Suspension mit erheblichem Wasseranteil zugesetzt werden.
Das hierin enthaltene Wasser muss mit erheblichem Aufwand an Anlagen und Energie wieder
entfernt werden.
[0005] Vor diesem Hintergrund ist es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren für das wirtschaftliche
Herstellen von Papier vorzuschlagen.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren nach Anspruch 1 sowie
durch ein Papier gemäß Anspruch 9.
[0007] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Herstellen von gestrichenem Papier mit den Schritten
- Erzeugen einer teilweise entwässerten Lage Papier in einer Papiermaschine,
- Sprühen von verwirbelten Streichpartikeln aus einer Sprühvorrichtung in der Nasspartie
einer Papiermaschine auf das noch feuchte Papier,
wobei die Sprühvorrichtung betrieben wird, in dem
- Gasdruck in einer Leitung aufgebaut wird,
- Druckwechsel in der Leitung erzeugt werden, wodurch
- Streichpartikel in die Leitung mitgerissen und verwirbelt werden, um anschließend
- durch Sprühdüsen auf das noch feuchte Papier gesprüht zu werden
- Anhaften der Streichpartikel aus einem Vorratsbehälter auf dem noch feuchten Papier.
[0008] Hierbei ist es wesentlich, dass das noch feuchte Papier eine feuchte Oberfläche aufweist.
Beim Auftreffen auf die Oberfläche werden die Partikel mit der Feuchtigkeit benetzt
und haften dann aufgrund von Kohäsions- und Adhäsionskräften auf der Oberfläche des
Papiers an den feuchten Fasern an.
[0009] Der Begriff Streichpartikel bezeichnet alle Arten von partikelförmigen Feststoffen,
die auf die Oberfläche des Papiers aufgetragen werden sollen, d.h. mit denen das Papier
gestrichen wird. Streichpartikel sind also die Partikel, die Gewicht, Geschlossenheit
der Oberfläche und Farbe des Papiers beeinflussen.
[0010] Der große Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt darin, dass beim Streichen
keine zusätzliche Feuchtigkeit auf das Papier aufgebracht wird, die im weiteren Herstellungsprozess
wieder entfernt werden müsste. Gegenüber Verfahren nach dem Stand der Technik ergeben
sich somit Einsparungen von Energie und Wasser. Dies stellt zum Einen einen wirtschaftlichen
Vorteil dar, zum Anderen sinkt auch die Umweltbelastung. Auch der apparative Aufwand
kann verringert werden, da aufgrund der geringeren Feuchtigkeit nach dem Streichen
kürzere Trocknungswege bzw. einfachere Trocknungsvorrichtungen ausreichend sind, als
dies bei herkömmlichen Verfahren der Fall ist.
[0011] Als Streichpartikel kommen insbesondere diejenigen Arten von Füllstoffen in Frage,
die auch bei Verfahren nach dem Stand der Technik zum Streichen verwendet werden.
Bevorzugt umfassen die Streichpartikel daher Silikate, insbesondere Kaolin, Sulfate,
Karbonate, insbesondere Kreide, Oxide, insbesondere Titanoxid, oder Mischungen hiervon.
[0012] Das verwendete Papier kann unterschiedliche Feuchtigkeitsanteile aufweisen. Es ist
allerdings zu beachten, dass sich bei einem zu hohen Feuchtigkeitsanteil die aufgebrachten
Partikel innerhalb des Papiers bewegen können, was einer gleichmäßigen, oberflächennahen
An- oder Einlagerung abträglich sein kann. Daher wird vorteilhafterweise ein Papier
verwendet, das einen Feuchtigkeitsanteil von bis zu 200 Gewichts-%, bevorzugt bis
zu 100 Gewichts-%, bezogen auf otro Faserstoff (also die ofentrockene, d.h., bei 105
°C bis zur Gewichtskonstanz getrocknete Masse des Faserstoffs) des Papiers, aufweist.
Das Papier sollte mindestens einen Feuchtigkeitsanteil von 60 Gewichts-% aufweisen.
Ein derartiger Feuchtigkeitsgehalt ist für ein effektives Anhaften der Streichpartikel
auf der Oberfläche ausreichend.
[0013] Um eine optimale Anbindung der Streichpartikel zu gewährleisten, ist der Einsatz
von Leim vorteilhaft. Hierzu ist in einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens
ist den Streichpartikeln partikelförmiger Leim zugesetzt. Bringt man eine Mischung
bestehend aus Streichpartikeln (z.B. die oben genannten Stoffe aus der Gruppe der
Silikate, Sulfate, Karbonate oder Oxide) und partikelförmigem Leim auf, so wird beim
Streichen überhaupt kein Wasser eingebracht. Somit entfällt auch die Notwendigkeit,
zusätzlich eingebrachtes Wasser wieder zu entfernen. Der partikelförmige Leim kann
thermoplastische Eigenschaften besitzen und im Laufe des Trocknungsprozesses des Papiers
aufschmelzen und hierdurch die Partikel binden. Alternativ binden die Leimpartikel
unter Aufnahme von Feuchtigkeit aus dem Papier und unter Einwirkung von Wärme beim
Trocknen des Papiers ab.
[0014] Im Allgemeinen sind nach dem Aufbringen der Partikel noch weitere Verfahrensschritte
notwendig, um die gewünschten Oberflächeneigenschaften des Endprodukts zu erreichen.
Dies gilt insbesondere, wenn ein feuchtes Papier verwendet wird. Hierbei kommen verschiedene
Prozesse in Frage, die aus dem Stand der Technik bekannt sind. In einer Weiterentwicklung
des Verfahrens wird daher das Papier nach dem Aufbringen der Streichpartikel getrocknet,
gepresst und/oder gewalzt. Das Pressen bzw. Walzen kann z.B. mit dampfbeheizten Walzen
ausgeführt werden, so dass Trocknungs- und Pressverfahren gleichzeitig erfolgen. Das
Pressen bzw. Walzen kann bei unterschiedlichen Druckverhältnissen erfolgen. Häufig
wird die endgültige Oberflächenqualität durch Kalandrieren, also durch Walzen bei
hohem Liniendruck eingestellt.
[0015] Nach einer weiter bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens ist das Austragen von
verwirbelten, Streichpartikeln aus der Leitung durch eine Sprühdüse einstellbar. Die
Sprühdüse ermöglicht es, die Beschichtung des Papiers sehr genau zu steuern. Es kann
- je nach Wahl der Düse - die Form des Sprühkegels wunschgemäß eingestellt werden,
um ein vorgegebenes Sprühergebnis auf dem Papier zu erreichen. Die Form der Sprühdüse
richtet sich beispielsweise auch danach, ob die Mündung der Leitung ortsfest oder
beweglich angeordnet ist (hierauf gehen wir weiter unten ein). Ein breites Spektrum
von Düsen bzw. Düsenöffnungen kann für die erfindungsgemäße Vorrichtung eingesetzt
werden, beispielsweise Düsen mit kreisringförmiger Öffnung oder Düsen mit schlitzförmiger
Öffnung. Um breitere Papiere, wie z. B. Rohpapierbahnen, die typischerweise mehrere
Meter breit sind, zu beschichten, ist es auch möglich, mehrere Sprühdüsen nebeneinander
anzuordnen. Mehrere Sprühdüsen können über einen Verteiler mit der Mündung der Leitung
in Verbindung stehen, ohne dass die Gleichmäßigkeit des Sprühvorgangs beeinträchtigt
wird. Dabei können mehrere erfindungsgemäße Vorrichtungen parallel angeordnet sein,
die jeweils mit einer oder mehreren Düsen ausgestattet sind. Die Düsen sind nach einer
weiter vorteilhaften Ausführung um ihre Längs- und oder Querachsen einstellbar. Das
Arbeiten mit zahlreichen Düsen erzeugt gerade bei den hohen Arbeitsgeschwindigkeiten
der Papiermaschinen eine insgesamt gleichmäßig gestrichene Oberfläche des Papiers.
Als besonders vorteilhaft wird angesehen, dass beim erfindungsgemäßen Verfahren eine
hohe Gleichmäßigkeit des Auftrags an Streichpartikeln erreicht wird, die weitaus ökonomischer
aufgebracht wird als es mit den bisher bekannten Verfahren möglich ist.
[0016] Beim erfindungsgemäßen Verfahren bestehen nach einer vorteilhaften Ausführung verschiedene
Möglichkeiten, den Auftrag der Streichpartikeln individuell einzustellen. So kann
die freie Mündung der Leitung, ggf. mit der aufgesetzten Sprühdüse, parallel zur Ebene
des zu beschichtenden Papiers beweglich angeordnet sein, beispielsweise auf einer
Schiene über dem zu beschichtenden Papier verfahrbar sein. Alternativ oder zusätzlich
kann auch der Abstand zur Oberfläche verändert werden. Die Bewegung der freien Mündung
relativ zum Papier ist auf die Vorschubgeschwindigkeit der Fördermittel abgestimmt,
die das Papier durch die erfindungsgemäße Vorrichtung transportieren. Alternativ kann
die erfindungsgemäße Vorrichtung auch durch die Anzahl der Sprühdüse an das jeweilige
Papier angepasst werden. Beispielsweise können Gruppen von Düsen über Verteiler an
die Mündung der Leitung angeschlossen werden, um ein vorgegebenes Streubild zu erzielen.
Durch diese vielfältigen Einstellmöglichkeiten kann der Auftrag der Streichpartikeln
in weiten Bereichen individuell an das zu besprühende Papier angepasst sein. Auftragsverfahren,
die aus dem Stand der Technik bekannt sind, ermöglichen eine derart individuelle Einstellung
von Auftragsmenge und Verteilung der Streichpartikel nicht.
[0017] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren lassen sich - je nach Wunsch - unterschiedliche
Partikelmengen auftragen. Bevorzugt ist hierbei, dass die Streichpartikel in einer
Menge von bis zu 50 g/m
2 auf das Papier aufgebracht werden.
[0018] Falls erforderlich, können die Streichpartikel durch Oberflächenbehandlungen oder
durch Zusatz von Additiven an das erfindungsgemäße Sprühverfahren angepasst sein,
beispielsweise um ein Verklumpen oder Anhaften der Streichpartikel aneinander zu vermeiden.
Mittels Additiven kann beispielsweise eine statische Aufladung der Partikel verhindert
werden.
[0019] Das erfindungsgemäße Verfahren ist äußerst effizient und ermöglicht es, Energie und
Wasser einzusparen. Dies ist in Zeiten eines gewachsenen Bewusstseins für die ökologische
Verträglichkeit industrieller Verfahren ein erheblicher Vorzug. Natürlich ergeben
sich durch das Verfahren auch finanzielle Einsparungen. Schließlich können auch die
Anlagen zur Trocknung des gestrichenen Rohpapiers vereinfacht werden, da aufgrund
des geringeren Feuchtigkeitsgehalts der Trocknungsprozess weniger aufwändig ist.
[0020] Insgesamt stellt das Verfahren eine effiziente und präzise Möglichkeit zum Streichen
von Papier, Pappe und Karton dar und eröffnet somit eine ökonomisch wie ökologisch
attraktive Möglichkeit zur Herstellung unterschiedlicher, auch hochwertiger, Papierprodukte.
[0021] Im Folgenden soll die Funktionsweise der Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen
erläutert werden. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer bevorzugten Ausführungsform einer Vor- richtung
zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung einer bevorzugten Ausführungsform einer Vor- richtung
zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, mit mehreren Düsen;
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung der Absaugung einer bevorzugten Ausführungs- form einer
Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0022] Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung 2 zum Sprühen von Streichpartikeln. Die Vorrichtung
2 weist eine Leitung 4 auf, deren erstes Ende 6 an eine hier schematisch mit "D" angedeutete
Druckluftleitung angeschlossen ist. Die Leitung 4 (hier mit einem Leitungsquerschnitt
von 6 mm) -und damit auch die Venturi-Düse wird über die Druckluftleitung D mit einem
Luftstrom-Volumen von 1,5 m
3/h beaufschlagt. Das zweite Ende, die freie Mündung 8 der Leitung 4 ist mit einer
Sprühdüse 10 versehen. Die Leitung 4 durchsetzt einen Vorratsbehälter 12, der Streichpartikel
enthält. Der Vorratsbehälter 12 wird als fluidisierter Vorratsbehälter betrieben,
dass heißt, die in dem Vorratsbehälter enthalten Streichpartikel werden durch einen
separat zugeführten Luft- oder Gasstrom in der Schwebe gehalten. Auf diese Weise genügt
eine geringe Druckdifferenz, um die Streichpartikel - und ggf. Leimpartikel- in den
Gasstrom aufzunehmen. Die Streichpartikel, hier eine Mischung aus Kaolin und Kreide,
weisen ein spezifisches Gewicht von 2,75 g/cm
3 auf. In dem Bereich des Vorratsbehälters 12, der Streichpartikel enthält, ist eine
Venturi-Düse 14 in die Leitung 4 eingesetzt. Durch den in der Venturi-Düse 14 im Betriebszustand
erzeugten Unterdruck werden über eine Ansaugleitung 16 Streichpartikel aus dem Vorratsbehälter
12 unter Verwirbelung in die Leitung gesaugt. Der Förder-Luftstrom beträgt 6 bar.
[0023] Der Behälter 12 ist zur Umgebung offen, er wird in Abstimmung auf den Verbrauch an
Streichpartikeln regelmäßig nachgefüllt. Die Leitung 4 ist überwiegend aus Edelstahl
gefertigt. Sie weist aber einen Abschnitt 4a auf, der aus flexiblem Kunststoff gefertigt
ist. Mindestens in Bereichen, in denen Kunststoff-Bauteile eingesetzt werden, ist
die Anlage geerdet, um eine statische Aufladung zu vermeiden. Durch die flexible Kunststoff-Leitung
4a kann die freie Mündung 8 mit der daran angesetzten Düse 10 in exakt gewünschtem
Abstand zu dem zu beschichtenden Papier ausgerichtet sein.
[0024] Aus dem Vorratsbehälter 12 tritt bei den vorstehend angegebenen Druckverhältnissen
eine Menge von 50 g/m
2 Streichpartikel -schematisch dargestellt mit "S" - in den Gasstrom über und wird
aus der Sprühdüse 10 versprüht. Die Streichpartikel S haben einen durchschnittlichen
Durchmesser von 60 µm. Die Streichpartikel S werden aus der Düse 10 auf die Oberfläche
des Papiers 18 gesprüht. Das lagenförmige Papier 18 besteht hier aus ungestrichenem
Karton mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 80 Gewichts-% bezogen auf otro Faserstoff.
[0025] Der Sprühkegel 11 der Sprühdüse 10 ist in Fig. 1 angedeutet; er erstreckt sich über
die gesamte Breite des Papiers 18. Das Papier 18 wird über Fördermittel, die als Rolle
22 angedeutet sind, unter der Sprühdüse 10 mit einer Geschwindigkeit von 500 m/min
vorbeigeführt.
[0026] Auf die feuchte Oberfläche des Papiers 18 werden 50 g/m
2 Streichpartikel S gesprüht. Die Streichpartikelpartikel haften aufgrund von Kohäsions-
und Adhäsionskräften auf der feuchten Oberfläche an. Im Anschluss an das Einsprühen
der Streichpartikelpartikel wird das Papier 18 durch Walzen getrocknet und geglättet.
[0027] Weitere Ausführungsbeispiele erläutern Vorteile der Erfindung:
Beispiel 1:
[0028] Eine 4 m breite Lage Papier, der nach dem Durchlaufen eines Endlossiebs einen Feststoffgehalt
von ca. 30% aufweist, wird durch eine Gautschpresse so weit entwässert, dass der Feuchtigkeitsgehalt
der Papiermasse ca. 90% Gew-% bezogen auf otro Faserstoff beträgt. Das so weit entwässerte
Rohpapier wird mittels eines Förderbandes unter einer Sprühvorrichtung hindurchgeführt.
[0029] Die Sprühvorrichtung umfasst achtzig Sprühköpfe, die in Laufrichtung des Papiers
in vier Reihen entlang einer Geraden quer zur Transportrichtung des Rohpapiers angeordnet
sind, wobei der Abstand zwischen zwei Sprühköpfen jeweils 20,5 cm beträgt. Der Abstand
der Öffnungen der Sprühdüsen, die senkrecht nach unten gerichtet sind, von dem durch
die Papiermasse gebildeten Papier beträgt 25,0 cm. Die Bahngeschwindigkeit der Papiermasse
unter den achtzig feststehenden Sprühköpfen beträgt ca. 1500 m/min. Der Sprühkegel
der einzelnen Köpfe hat einen Öffnungswinkel von ca. 60°, wodurch sich im Zusammenspiel
der Köpfe eine optimale Abdeckung der gesamten Breite des Papiers ergibt.
[0030] Aus den Sprühdüsen wird eine Mischung von Streichpartikeln und partikelförmigem Leim
auf das Rohpapier gestreut. Die Streichpartikel bestehen aus einer Mischung aus Calciumkarbonat
und Titanoxid mit einer Dichte von ca. 2,75 g/cm
3, als Leim wird partikelförmige Carboxymethylcellulose (CMC) eingesetzt. Insgesamt
wird eine Menge von 45,0 ± 0,5 g/m
2 aufgebracht.
[0031] Aufgrund des immer noch vorhandenen Feuchtigkeitsgehalts werden die Streichpartikel
auf der Oberfläche benetzt und haften daher auf dieser an. Weiter nimmt der partikelförmige
Leim Feuchtigkeit auf und bindet die Streichpartikel zusätzlich. Hierdurch ist während
der nachfolgenden Bearbeitung eine ausreichende Anbindung an das Papier gewährleistet.
[0032] Das gestrichene Papier weist einen geringeren Feuchtigkeitsgehalt als vor dem Streichen
auf, da keine weitere Feuchtigkeit (wohl aber Feststoff) eingetragen wurde. Daher
kann es ohne Weiteres in der Nasspresse weiterbearbeitet werden. Die Entwässerung
und Komprimierung hier wie auch in der anschließenden Trockenpartie erfolgt entsprechend
dem Stand der Technik. In der Trockenpartie bindet der Leim ab und fixiert dadurch
die Streicpartikel endgültig und dauerhaft auf dem Papier. Durch die abschließende
Glättung im Glättwerk (Kalander) erhält das Papier eine hochweiße, sehr regelmäßige
Oberfläche.
Beispiel 2
[0033] Unter Bezug auf die Fig. 2 und 3 wird nachstehend eine bevorzugte Ausführung einer
Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens erläutert. Gleiche Bezugszeichen
bezeichnen in den Fig. 2, 3 die gleichen Bauteile wie in Fig. 1.
[0034] Der Behälter 12, der die Streichpartikel S und -wie in Bespiel 1 geschildert- ggf.
partikelförmigen Leim aufnimmt, ist mit einem Luftboden 24 versehen. Durch den Luftboden
24 wird der Behälters 12 von seinem unteren Bereich her von Luft durchströmt, die
die Streichpartikel fluidisiert. Die in Fig. 1 näher erläuterte Baueinheit aus Venturi-Düse
14 und Ansaugleitung 16 ist hier als Injektor 26 dargestellt. Der Injektor 26 versorgt
eine oder mehrere Leitungen 4, durch die die verwirbelten Streichpartikel zu den Sprühdüsen
10 gefördert wird. Der Druck in den Förderleitungen beträgt üblicherweise 0,2 bis
4 bar, meist 1 bis 3,5 bar.
[0035] Die Leitung oder die Leitungen 4 münden in einem Düsenstock 28, der mehrere Düsen
10 aufnimmt, die über die Breite des Papiers 18 verteilt angeordnet sind. Der Düsenstock
28 verteilt die verwirbelten Streichpartikel S sowie ggf. den partikelförmigen Leim
über in dem Düsenstock 28 angeordnete Verteilerleitungen 4b zu den Düsen 10. Der Düsenstock
28 ist in der Höhe über dem Papier frei einstellbar. Innerhalb des Düsenstocks 28
sind die Düsen 10 um ihre Achsen frei einstellbar.
[0036] Der Düsenstock 28 ist von einem Gehäuse 30 umgeben, das in Fig. 2 angedeutet ist.
An das Gehäuse 30 ist eine Absaugung 32 angeschlossen. Die Absaugung 32 saugt über
die Absaugleitung 34 die aus den Düsen 10 austretende Förderluft ab. Der Luftstrom
der Absaugluft ist mit A in Fig. 2 angedeutet. So werden unerwünschte Verwirbelungen
über dem Papier vermieden. Um das Entstehen eines Unterdrucks zu vermeiden, ist das
Gehäuse 30 zur Umgebung hin offen, bevorzugt etwa in Höhe des Papiers 18. Es kann
also zum Ausgleich des Drucks Fremdluft F angesaugt werden.
[0037] Fig. 3 zeigt eine bevorzugte Ausführung der Sprüh- und Absaug-Vorrichtung. Um Ablagerungen
auf der Oberseite des Düsenstocks 28 zu vermeiden, ist in das Gehäuse 30 eine innere
Haube 36 eingesetzt. Außerdem schließt eine Abdeckplatte 38 die Seitenwand des Düsenstocks
28 bis zur inneren Haube 36 ab. Auf diese Weise entsteht ein Absaug-Kanal 40, der
von der Absaugluft A sowie ggf. angesaugter Fremdluft F durchströmt wird. Der Ventilator
32 erzeugt durch die Ansaugleitung 34 diesen Luftstrom. Die Ausführung nach Fig. 3
verhindert wirksam Ablagerungen auf der Oberseite des Düsenstocks 28.
1. Verfahren zum Herstellen von gestrichenem Papier mit den Schritten
- Erzeugen einer teilweise entwässerten Lage Papier in einer Papiermaschine,
- Sprühen von verwirbelten Streichpartikeln aus einer Sprühvorrichtung in der Nasspartie
einer Papiermaschine auf das noch feuchte Papier,
wobei die Sprühvorrichtung betrieben wird, in dem
- Gasdruck in einer Leitung aufgebaut wird,
- Druckwechsel in der Leitung erzeugt werden, wodurch
- Streichpartikel aus einem Vorratsbehälter in die Leitung mitgerissen und verwirbelt
werden, um anschließend
- durch Sprühdüsen auf das noch feuchte Papier gesprüht zu werden
- Anhaften der Streichpartikel auf dem noch feuchten Papier.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Streichpartikel Silikate, insbesondere Kaolin, Sulfate, Karbonate, insbesondere
Kreide, Oxide, insbesondere Titanoxid, oder Mischungen hiervon umfassen.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Papier mit einem Feuchtigkeitsanteil von bis zu 200 Gewichts-%, bevorzugt bis
zu 100 Gewichts-%, bezogen auf otro Faserstoff des Papiers, verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass den Streichpartikeln partikelförmiger Leim zugesetzt ist.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Papier nach dem Aufbringen der Streichpartikel getrocknet, gepresst und/oder
gewalzt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Austragen von verwirbelten, Streichpartikeln aus der Leitung durch eine Sprühdüse
einstellbar ist.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die verwirbelten, Streichpartikel mittels einer Sprühdüse auf das Papier aufgebracht
werden, die beim Sprühen parallel und/oder senkrecht zur Oberfläche des Papiers bewegt
wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Streichpartikel in einer Menge von bis zu 50 g/m2 auf das Papier aufgebracht werden.
9. Lagenförmiges Papier aus Rohpapier, Rohpappe oder ungestrichenem Karton, hergestellt
nach dem Verfahren gemäß mindestens eines der Patentansprüche 1 bis 8.