[0001] Die Erfindung betrifft einen Datenträger mit mindestens einem im Stichtiefdruckverfahren
erzeugten Druckbereich, der teilweise mit einer Folie abgedeckt ist, und ein Verfahren
zu seiner Herstellung.
[0002] Datenträger im Sinne der Erfindung sind insbesondere Sicherheits- oder Wertdokumente,
wie Banknoten, Ausweiskarten, Pässe, Visa-Sticker, Scheckformulare, Aktien, Urkunden,
Briefmarken, Flugscheine und Ähnliches, sowie Etiketten, Siegel, Verpackungen oder
andere Elemente für die Produktsicherung. Die vereinfachende Benennung "Datenträger"
und "Sicherheits- oder Wertdokument" schließt deshalb im Folgenden stets Dokumente
der genannten Art ein.
[0003] Derartige Papiere, deren Handels- oder Nutzwert den Materialwert bei weitem übersteigt,
müssen durch geeignete Maßnahmen als echt erkennbar und von Nachahmungen und Fälschungen
unterscheidbar sein. Sie werden daher mit besonderen Sicherheitselementen versehen,
die idealerweise nicht oder nur mit großem Aufwand nachahmbar und nicht verfälschbar
sind.
[0004] In der Vergangenheit haben sich besonders diejenigen Sicherheitselemente bewährt,
die vom Betrachter ohne Hilfsmittel identifiziert und als echt erkannt werden können,
aber gleichzeitig nur unter größtem Aufwand herstellbar sind. Dabei handelt es sich
z.B. um in Stichtiefdrucktechnik erzeugte Motive, die sich durch ihre charakteristische,
auch für den Laien leicht erkennbare Taktilität auszeichnen und mit anderen gängigen
Druckverfahren oder durch Kopiergeräte nicht nachgeahmt werden können.
[0005] Die Linien bzw. Stichtiefdrucktechnik, insbesondere die Stahlstichtiefdrucktechnik,
ist für das Bedrucken von Datenträgern, insbesondere von Wertpapieren, wie Banknoten
und dergleichen, eine wichtige Technik.
[0006] Der Stichtiefdruck zeichnet sich dadurch aus, dass in die Druckplatten Vertiefungen
eingraviert oder geätzt werden, um ein Druckbild zu erzeugen. Die farbübertragenden
Bereiche der Druckplatte liegen somit als Vertiefungen in der Druckplattenoberfläche
vor.
[0007] Vor dem eigentlichen Druckvorgang wird auf die gravierte Druckplatte Farbe pastöser
Konsistenz aufgetragen und die überschüssige Druckfarbe mittels einer Abstreifrakel
oder eines Wischzylinders von der Oberfläche der Druckplatte entfernt, so dass die
Farbe lediglich in den Vertiefungen zurückbleibt. Anschließend wird ein Substrat,
in der Regel Papier, gegen die Druckplatte und dabei auch in die mit Farbe gefüllten
Vertiefungen der Druckplatte gepresst und wieder abgezogen, wobei die Farbe aus den
Vertiefungen der Druckplatte herausgezogen wird, an der Substratoberfläche haften
bleibt und dort ein Druckbild bildet. Werden lasierende Farben verwendet, bestimmt
die Dicke des Farbauftrags den Farbton. So erhält man beim Bedrucken eines weißen
Datenträgers mit geringen Farbschichtdicken eine helle Farbtönung, beim Bedrucken
mit dicken Farbschichten dunklere Farbtöne. Die Farbschichtdicke ist wiederum in gewissem
Maß von der Gravurtiefe abhängig.
[0008] Die Stichtiefdrucktechnik lässt im Vergleich zu anderen gängigen Drucktechniken,
wie beispielsweise Offsetdruck, einen relativ dicken Farbauftrag auf einem Datenträger
zu. Die im Stichtiefdruckverfahren erzeugte, vergleichsweise dicke Farbschicht ist
zusammen mit der partiellen Verformung der Papieroberfläche, die durch das Einpressen
des Papiers in die Gravur der Druckplatte zustande kommt, auch für den Laien leicht
manuell fühlbar und so auch anhand ihrer Taktilität als Echtheitsmerkmal einfach erkennbar.
Die Taktilität ist mit einem Kopiergerät nicht nachzuahmen, so dass die Linienstichtiefdrucktechnik
einen hochwertigen Schutz gegen Fälschungen bietet. Allerdings zeigen diese Druckbilder
gerade in Dokumenten, wie Banknoten und Identifikationsdokumenten, die starken mechanischen
und chemischen Belastungen ausgesetzt sind, Abnutzungserscheinungen und sind zudem
offen für Manipulationen zugänglich.
[0009] Zur Erhöhung der Fälschungssicherheit, insbesondere von Identifikations-dokumenten,
wie z.B. Pässen, ist deshalb meist eine Seite des Passes, welche die besonders zu
schützenden personenbezogenen Daten, wie Name, Geburtstag, Foto, Unterschrift etc.
trägt, mit einem transparenten, teilweise auf der Innenseite bedruckten Folienaufbau
versehen, so dass diese Daten nicht direkt zugänglich sind. Die Herstellung eines
derartigen Reisepasses wird beispielsweise in der
EP 0 364 730 A2 beschrieben.
[0010] Zwar sind bei diesen folienbeschichteten Dokumenten die Daten nicht mehr einem direkten
Zugriff von außen zugänglich, allerdings sind diese, falls im Stichtiefdruckverfahren
ausgeführt, auch nicht mehr taktil wahrnehmbar.
[0011] Aus der
DE 100 44 464 A1 ist ein Datenträger mit mindestens einem im Stichtiefdruckverfahren erzeugten Druckbereichs
bekannt. Allerdings ist gemäß dieser Druckschrift keine Abdeckung des mindestens einen
Druckbereichs vorgesehen.
[0012] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Datenträger zu schaffen, der
einen hohen Fälschungsschutz bietet und die Nachteile des Standes der Technik vermeidet.
[0013] Eine weitere Aufgabe besteht darin, ein Verfahren zum Herstellen des erfindungsgemäßen
Datenträgers bereitzustellen.
[0014] Diese Aufgabe wird durch die unabhängigen Ansprüche gelöst. Weiterbildungen sind
Gegenstand der Unteransprüche.
[0015] Die Erfindung beruht darauf, dass wenigstens ein auf dem Datenträger vorgesehener,
im Stichtiefdruck erzeugter Druckbereich teilweise mit einer Folie abgedeckt ist.
[0016] Ein Teil des Druckbereichs ist somit für eine taktile Prüfung zugänglich, während
der restliche Druckbereich von einer Folie abgedeckt ist. Die Folie kann dabei so
auf den Datenträger aufgebracht werden, dass nicht nur ein Teil des Druckbereiches,
sondern auch sensible weitere Daten, wie die oben erwähnten personenbezogenen Daten,
in Identifikationsdokumenten abgedeckt werden. Vorzugsweise wird die zu schützende
Datenseite, insbesondere bei Identifikationsdokumenten, wie z.B. Pässen, bis auf die
erfindungsgemäße teilweise Abdeckung vollflächig mit einer Folie versehen.
[0017] Die teilweise Abdeckung des Druckbildes mittels Folie wird vorzugsweise dadurch realisiert,
dass die Folie mindestens eine Aussparung aufweist, unter der der Druckbereich erfindungsgemäß
angeordnet ist. Dabei ist die Aussparung so zu wählen, dass Druckbereich und Folie
überlappen. Insbesondere ist bevorzugt, wenn die Aussparung und der Druckbereich zueinander
möglichst zentriert angeordnet sind und die Aussparung kleiner als die Fläche des
Druckbildes ist. Die Fläche der Aussparung ist vorzugsweise so zu wählen, dass eine
leichte Überprüfung auf Taktilität möglich ist, andererseits aber die Folie noch die
Schutzfunktion wahrnehmen kann. Insbesondere beträgt die Fläche der Aussparung ca.1
bis 4 cm
2.
[0018] Der Druckbereich kann jedes beliebige Motiv darstellen. Bevorzugt sind besonders
aufwändig zu druckende Motive, insbesondere fein strukturierte Druckbilder, wie z.B.
Guillochen, alphanumerische Zeichen etc. An die flächige Ausdehnung des Druckbereichs
werden keine weiteren Anforderungen gestellt. So kann die gesamte Oberfläche des Dokumentes
mit Stichtiefdruck bedruckt sein oder aber ein oder mehrere begrenzte Bereiche. Vorteilhafterweise
ist der Druckbereich zumindest so groß, dass er leicht sichtbar und taktil überprüfbar
ist. Die Mindestfläche eines solchen Bereiches beträgt somit vorzugsweise etwa 1 bis
4 cm
2.
[0019] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Taktilität und damit das Oberflächenrelief
über den gesamten Druckbereich nicht gleich stark ausgeprägt. Besonders bevorzugt
ist die Taktilität und damit das Oberflächenrelief im nicht mit Folie abgedeckten
Bereich zumindest bereichsweise größer als im mit Folie abgedeckten Bereich. Die erhöhte
Taktilität kann dabei durch mehr Farbauftrag und stärkere Prägung des bedruckten bzw.
geprägten Substrates erreicht werden. Üblicherweise wird dies erreicht durch tiefere
Gravuren in der verwendeten Druckplatte. Im mit Folie abgedeckten Druckbereich ist
die Taktilität vorzugsweise schwach bis kaum ausgeprägt, d.h. hier ist die Prägung
des Substrates und der Farbauftrag gering. Dies hat den Vorteil, dass die Folie auf
ein Substrat mit geringeren Unebenheiten aufgebracht werden kann, was den Zusammenhalt
von Substrat und Folie optimiert. Ein Aufspalten des Folie-Substrat-Verbundes wird
so reduziert bei gleichzeitigem Erhalt oder sogar Erhöhen der taktilen Eigenschaften
des nicht abgedeckten Druckbereichs.
[0020] Insbesondere bei sehr dünnen Folien mit Dicken von z.B. unter 15 µm, die eher zu
einem Abspalten bzw. Aufbrechen im Verbund neigen, bietet sich ein flacher Stichtiefdruck
im Überlappungsbereich von Folie mit dem Druckbereich an.
[0021] Die unterschiedliche Taktilität des Druckbereiches kann je nach Art der verwendeten
Druckfarbe gegebenenfalls visualisiert werden. Bei Verwendung von lasierenden Druckfarben
ist der Farbeindruck abhängig von der aufgedruckten Farbschichtdicke, d.h. je dicker
die Farbe aufgedruckt wird umso dunkler erscheint das Druckbild und umgekehrt. Bei
Verwendung von opaken Druckfarben ist der Helligkeitseindruck unabhängig von der Farbschichtdicke.
Bei geschickter Auswahl der Druckfarben und Farbschichtdicken kann der Druckbereich
in seinem Erscheinungsbild die Taktilität des Motives für das bloße Auge erkennbar
machen oder auch nicht.
[0022] Da es sich bei der taktilen Wahrnehmung um eine subjektive Empfindung handelt, kann
ein Wert, ab dem ein Relief taktil wahrgenommen wird, nur in groben Grenzen bestimmt
werden. Die taktile Wahrnehmbarkeit eines Druckbildreliefs hängt neben der absoluten
Reliefhöhe und der individuellen Sensibilität auch von der flächigen Ausdehnung der
gedruckten Struktur und davon ab, ob die zu ertastende gedruckte Struktur freistehend
oder in ein reliefartiges Umfeld integriert ist.
[0023] Als grobe Richtlinien lassen sich jedoch folgende Angaben machen. Ein im Stichtiefdruck
erzeugtes Druckrelief ist unterhalb einer Reliefhöhe von ca. 50 µm taktil fühlbar.
Reliefbereiche zwischen ca. 50 µm und 60 µm sind gut fühlbar. Bei Reliefamplituden
größer 60 µm wird das Stichtiefdruckrelief deutlich fühlbar.
[0024] Zu beachten ist, dass ein Relief auf der Datenträgeroberfläche nicht identisch mit
der Gravurtiefe der Druckplatte übereinstimmt. Das durch den Druck erzeugte Oberflächenrelief
setzt sich aus einer Verdichtung des Substratmaterials und dem Farbschichtauftrag
zusammen. Die Gesamthöhe des Reliefs wird auf die normale, d.h. unbedruckte und ungeprägte,
Datenträgeroberfläche bezogen. In der Praxis unterscheiden sich das am Substrat erzeugte
Relief und die in der Druckplatte vorliegende Gravur sehr deutlich voneinander. Der
Grund für die Abweichungen zwischen Gravurtiefe und Reliefhöhe könnte darin begründet
sein, dass der Datenträger während des Druckvorgangs nicht bis auf den Grund der Druckplattengravur
eingedrückt wird und auch die in den Vertiefungen der Druckplatte vorhandene Farbe
nicht vollständig auf den Datenträger übertragen wird. Dementsprechend liegt die Gravurtiefe
der Druckplatte für reliefartige Strukturen im Bereich von ca. 40 µm bis 250 µm, vorzugsweise
im Bereich von ca. 55 µm bis 150 µm. Sie erzeugen Reliefstrukturen im Bereich von
ca. 5 µm bis 100 µm, vorzugsweise 25 bis 80 µm. Ob eine im Grenzbereich liegende Gravurtiefe
auf der Oberfläche eines Datenträgers zu einem eher reliefartigen oder eher flachen
Aufdruck führt, hängt im Einzelfall auch von der Flankensteilheit der Gravur, der
Beschaffenheit des zu bedruckenden Substrats (Festigkeit, plastische Verformbarkeit)
und den Farbeigenschaften ab.
[0025] Da, wie bereits erwähnt, die im Druckergebnis erzielte Reliefhöhe nicht nur von der
Gravurtiefe der Druckplatte abhängt, sondern auch von den Eigenschaften des Substrats
und der Druckfarbe, kann in Extremfällen eine Gravurtiefe von 40 µm bereits zu einem
reliefartigen Druckbild führen, während bei anderen stofflichen und Druckparametern
eine Gravurtiefe von 50 µm noch zu einem flachen Druckbild führen kann. In jedem konkreten
Anwendungsfall sind die zu reliefartigen Druckbildbereichen führenden Gravuren jedoch
immer tiefer als solche, die so genannte flache, taktil nicht fühlbare Bildbereiche
erzeugen.
[0026] Der Stichtiefdruck wird vorzugsweise mit Stichtiefdruckplatten ausgeführt, die durch
Gravur mit einem schnell rotierenden, spitz zulaufenden Stichel, wie beispielsweise
nach einem in der
WO 97/48555 beschriebenem Verfahren, hergestellt wurden. Vorzugsweise wird auch die Gravurtechnik
der so genannten "Trennkanten" gemäß
WO 00/20216 und
WO 00/20217 eingesetzt. Grundsätzlich können die Gravuren auch mittels Lasergravur oder Ätzung
oder jedem anderen geeigneten Abtragsverfahren erzeugt werden.
[0027] Üblicherweise wird die Folie entsprechend geschnitten, vorzugsweise eine Aussparung
ausgestanzt. Bei Aussparungen kann die Fälschungssicherheit weiter erhöht werden,
wenn komplizierte Stanzmuster verwendet werden, z.B. gewellte oder gezackte Ränder,
sternförmige Aussparungen etc. Um eine leichte Überprüfung der Taktilität des freiliegenden
Druckbereichs zu ermöglichen, sind Kreis- oder nahezu quadratische Formen lang gezogenen,
schmalen Aussparungen vorzuziehen.
[0028] Die Folie weist üblicherweise eine Dicke von ca. 6 bis 150 µm auf. Vorzugsweise werden
sehr dünne Folien verwendet, die nicht ohne weiteres, d.h. ohne zerstört zu werden,
vom Datenträger abgezogen werden können. Insbesondere werden Folien mit einer Dicke
von weniger als 15 µm, besonders bevorzugt von ca. 6 bis 8 µm, eingesetzt. Bei Ausführungsformen,
bei denen dickere Folien gewünscht sind, werden vorzugsweise Folien mit einer Dicke
von ca. 100 bis 130 µm eingesetzt.
[0029] Die Folien können selbst mit weiteren Sicherheitselementen ausgestattet sein. Vorzugsweise
weist die Folie Beugestrukturen wie z.B. holographische Prägestrukturen auf.
[0030] Bei den eingesetzten Folienmaterialien kann es sich z.B. um Polyethylentherephthalat
(PET) oder ausgewählte Thermoplasten handeln. Die Folien sollten zumindest transluzent,
vorzugsweise transparent sein und können gegebenenfalls auch eingefärbt sein.
[0031] Die Folie wird auf das mit Stichtiefdruckverfahren bedruckte Substrat z.B. mittels
Heißlaminieren oder Aufkleben aufgebracht. Die Positionierung der Folie, insbesondere
von Folien mit Aussparungen, über dem Substrat erfolgt vorzugsweise mittels Positionsmarken
auf Folie und Substrat.
[0032] Als Substrate bzw. Datenträgermaterialien eignen sich alle für den Stichtiefdruck
infrage kommenden Substratmaterialien, wie Papier, Kunststoff, mit Kunststofffolien
kaschiertes oder beschichtetetes Papier sowie mehrschichtige Kompositmaterialien.
Bevorzugt wird Papier, insbesondere auf Basis von Baumwollfasern eingesetzt.
[0033] Die erfindungsgemäß bedruckten Datenträger weisen eine erhöhte Fälschungssicherheit
auf, da sie aufgrund des charakteristischen Stichtiefdruckbildes mit gängigen Druckverfahren
nicht reproduzierbar sind und ein charakteristisches, auch für Laien leicht erkennbares
Druck- bzw. Prägebild liefern. Die taktil wahrnehmbaren Bildelemente bieten zusätzlich
einen wirksamen Schutz gegen Nachahmung durch Farbfotokopieren oder Abscannen der
Datenträger. Zusätzlich sind die Daten auf dem Wertdokument durch die auflaminierte
Folie vor Manipulationsversuchen sicher geschützt. Die vorliegende Erfindung kombiniert
daher in einmaliger Weise die Vorteile von taktilen Stichtiefdruckelementen mit Folien
als Schutzabdeckung. Die Folien verhindern nicht nur den unbefugten Zugriff, sondern
verbessern auch die Umlauffähigkeit und Schmutzbeständigkeit des so geschützten Datenträgers.
[0034] Wird die Folie erfindungsgemäß über den Druckbereich gebracht, insbesondere so, dass
das Druckmotiv unter der Folie im Wesentlichen nahtlos weiterverläuft, so ist der
Fälschungsschutz besonders groß, denn die nicht mit der Folie abgedeckten Bereiche
können nicht ohne weiteres ausgeschnitten und auf andere Dokumente transferiert werden.
"Nahtlos" bedeutet im Sinne der Erfindung nicht unbedingt "ohne Unterbrechung". Neben
durchgezogenen Linien und Mustern sind selbstverständlich auch Druckbilder möglich,
die dem Betrachter den Eindruck eines kontinuierlichen Verlaufes vermitteln, so z.B.
strichlierte Linien oder gepunktete Flächen, deren Einzelelemente mit dem bloßen Auge
nur schwer optisch aufzulösen sind. Der Motivübergang von nicht mit Folie abgedeckten
und mit Folie abgedeckten Bereichen kann insbesondere bei fein strukturierten Mustern
durch ein einfaches Ausschneiden und Aufkleben nicht reproduziert werden, d.h. ein
passergenaues Aufkleben auf zu fälschende Dokumente ist nicht möglich. Mögliche Fälschungsversuche
sind bereits mit dem bloßen Auge oder mit einfachen Hilfsmitteln, wie einer Lupe,
leicht erkennbar.
[0035] Weiterhin ist vorteilhaft, dass der Druckvorgang mit einer Druckplatte durchgeführt
werden kann und damit in einem Druckvorgang die verschiedenen Anforderungen an die
Taktilität erzielt werden können.
[0036] Anhand der nachfolgenden Beispiele und ergänzenden Figuren werden die Vorteile der
Erfindung erläutert. Die beschriebenen Einzelmerkmale und nachfolgend beschriebenen
Ausführungsbeispiele sind für sich genommen, aber auch in Kombination erfinderisch.
Die Beispiele stellen bevorzugte Ausführungsformen dar, auf die jedoch die Erfindung
in keinerlei Weise einschränkt sein soll. Die in den Figuren gezeigten Proportionen
entsprechen nicht unbedingt den in der Realität vorliegenden Verhältnissen und dienen
vornehmlich zur Verbesserung der Anschaulichkeit.
[0037] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines aufgeklappten Reisepasses,
- Fig. 2
- eine personalisierte Datenseite in Aufsicht,
- Fig. 3
- einen Querschnitt durch einen erfindungsgemäßen Bereich entlang A - A in Fig. 2,
- Fig. 4
- einen Querschnitt durch einen erfindungsgemäßen Bereich entlang B - B in Fig. 2.
[0038] Fig.1 zeigt einen Reisepass 1, bestehend aus einem Kunststoff- oder Leinenumschlag
mit einem vorderen Deckblatt 2a und einem hinteren Deckblatt 2b, einer erfindungsgemäßen
Personalisierungsseite 3, einem zweiten Datenblatt 4, einem dritten Datenblatt 5 und
einem Leerblatt 6. Die Blätter 4, 5 und 6 sowie gegebenenfalls weitere, nicht dargestellte
Leerblätter bestehen vorzugsweise aus Papier oder einem anderen Material mit einer
Oberflächenbeschaffenheit, die spätere Eintragungen (Verlängerungen, Visa etc. ) erlaubt.
Das Blatt 4 trägt beispielsweise Angaben über Kinder des Passinhabers. An der Unterkante
des Datenblattes 4 befindet sich eine eingestanzte Passnummer. Die Personalisierungsseite
3 stellt das erfindungsgemäße Datenblatt dar und besteht aus zwei transparenten Deckfolien,
zwischen welchen ein mit verschiedenen Elementen versehenes Papierinlett eingeschlossen
ist. Das Datenblatt 3 weist im vorliegenden Fall einen glatten Oberflächenbereich
30 auf, in welchen maschinenlesbare Datenzeilen angeordnet sind. Darüber hinaus trägt
das Datenblatt 3 den Namen 31, das Geburtsdatum 32, den Geburtsort 33 sowie die Unterschrift
34 des Inhabers dieses Passes 1. Die inhaberbezogenen Daten werden ebenso wie die
maschinenlesbaren Daten z.B. mittels Inkjet-Drucker in das noch unlaminierte Datenblatt
3 eingeschrieben. Anschließend erfolgt die Laminierung der Deckfolie. Neben all diesen
Daten kann das Identifikationsdokument je nach Verwendungszweck selbstverständlich
mit weiteren Informationen und Sicherheitselementen versehen werden. So kann der Pass
beispielsweise ein ebenfalls mit einem Inkjet-Druck eingebrachtes Foto des Passinhabers
aufweisen.
[0039] Fig. 2 zeigt die personalisierte Datenseite 3 aus Fig.1 in Aufsicht mit inhaberbezogenen
Daten, wie Name 31, Geburtsdatum 32, Geburtsort 33, Unterschrift 34, dem Photo 35
des Inhabers und den erfindungs gemäßen Bereichen 7 und 8. Das fein strukturierte
Guillochhintergrundmuster 9 im Bereich 7, 8 und der Schriftzug "PASSPORT" sowie die
Buchstabenfolge "DE" z.B. für das ausstellende Land sind dabei mittels Stichtiefdruckverfahren
gedruckt. Der Bereich 8 weist zudem einen blindgeprägten Bereich 10 auf. Die Datenseite
wurde mit einer Folie laminiert, die über den Bereichen 7 und 8 eine ovalförmige und
eine rechteckige Aussparung aufweist.
[0040] Betrachtet man den Bereich 7 genauer, ist zu erkennen, dass das fein strukturierte
Hintergrundmuster 9 vom nicht mit Folie abgedeckten Bereich in den mit der Folie abgedeckten
Bereich nahtlos verläuft. Der Schriftzug "PASSPORT" ist dabei taktil leicht zu erfassen.
Beim Überstreichen des Bereichs mit dem Finger von links nach rechts kann die prüfende
Person zunächst im Bereich der Folie taktil keine Rauigkeiten feststellen. Beim Weiterführen
des Fingers nach rechts kann deutlich, trotz gleich bleibendem Muster, bereits ein
taktiler Effekt wahrgenommen werden, der sich zur Mitte der Aussparung hin im Bereich
"PASSPORT" verstärkt und dann im umgekehrten Maße nach rechts hin wieder abnimmt.
[0041] Fig. 3 zeigt den in Fig. 2 abgebildeten Bereich 7 im Querschnitt entlang der Linie
A - A. Das Substrat 17, vorzugsweise Baumwollpapier, ist auf der Vorder- und Rückseite
mit Folie 11 beschichtet, wobei die Folie auf der Vorderseite eine erfindungsgemäße
- hier ovale - Aussparung 12 aufweist. Des Weiteren ist das Substrat mit unterschiedlich
stark taktil fühlbarem Stichtiefdruck bedruckt. Das Guillochemuster 9 zeigt dabei
schwache Prägung 13 und wenig Farbauftrag 15, während der Schriftzug "PASSPORT" starke
Prägung 14 und dickeren Farbauftrag 16 zeigt.
[0042] Fig. 4 zeigt den in Fig. 2 abgebildeten Bereich 8 im Querschnitt entlang der Linie
B - B. Das Substrat 17, vorzugsweise aus einer Baumwoll-/Zellstoffmischung, ist wiederum
auf der Vorder- und Rückseite mit Folie 11 beschichtet, wobei die Folie auf der Vorderseite
eine erfindungsgemäße - hier rechteckige - Aussparung 12 aufweist. Des Weiteren ist
das Substrat mit unterschiedlich stark taktil fühlbarem Stichtiefdruck und einer Blindprägung
10 ausgestattet. Das fein strukturierte Guillochemuster 9 zeigt dabei schwache Prägung
13 und wenig Farbauftrag 15, während der Schriftzug "DE" starke Prägung 14 und dickeren
Farbauftrag 16 zeigt. Im Vergleich zum Bereich 7 weist der Bereich 8 einen blindgeprägten
Bereich 10 auf. Um diesen blindgeprägten Bereich herzustellen, werden die Gravuren
der Druckplatte vor dem Druckvorgang nicht oder zumindest teilweise nicht eingefärbt,
d.h. nicht mit Druckfarbe gefüllt. Der nicht eingefärbte Bereich der Druckplatte wirkt
nur als Prägeplatte, mit dem während des Stichtiefdruckvorganges auf einem Substrat
die genannten Blindprägungen erzeugt werden können. Die geprägten Elemente weisen
mit Ausnahme des durch die Druckfarbe erzeugten visuellen Eindrucks ähnliche Proportionen
und taktile Eigenschaften auf wie die bedruckten Flächen. In Fig. 4 liegen mittelstarke
Blindprägungen vor, die auch taktil wahrgenommen werden können.
1. Datenträger mit mindestens einem im Stichtiefdruckverfahren erzeugten Druckbereich
(7, 8), dadurch gekennzeichnet, dass der Druckbereich (7, 8) teilweise mit einer Folie (11) abgedeckt ist, so dass ein
Teil des Druckbereichs für eine taktile Prüfung zugänglich ist.
2. Datenträger nach Anspruch 1, wobei der Druckbereich (7, 8) zusätzlich einen blindgeprägten
Bereich (10) umfasst.
3. Datenträger nach Anspruch 1 oder 2, wobei wenigstens ein Teilbereich des nicht abgedeckten
Druckbereichs (7, 8) taktil wahrnehmbar ist.
4. Datenträger nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei die Folie (11)
wenigstens eine Aussparung (12) im Bereich des Druckbereichs (7, 8) aufweist.
5. Datenträger nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei der mit der
Folie (11) abgedeckte Druckbereich ein schwach ausgeprägtes Oberflächenrelief aufweist.
6. Datenträger nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei der Datenträger
ein Identifikationsdokument ist.
7. Datenträger nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei die Folie (11)
holographische Prägestrukturen aufweist.
8. Datenträger nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei die Folie (11)
eine Dicke von weniger als 20 µm aufweist.
9. Datenträger nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei der Druckbereich
(7, 8) ein fein strukturiertes Muster, insbesondere Guillochen, aufweist.
10. Datenträger nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei der Druckbereich
(7, 8) ein Muster aufweist, das im Wesentlichen nahtlos zwischen mit Folie abgedeckten
und nicht abgedeckten Bereich verläuft.
11. Verfahren zur Herstellung eines Datenträgers mit einem im Stichtiefdruckverfahren
erzeugtem Druckbereich (7, 8), der teilweise mit einer Folie (11) abgedeckt ist, umfassend
folgende Schritte:
- Bereitstellen eines Substrates (17)
- zumindest teilweises Bedrucken des Substrates (17) im Stichtiefdruckverfahren
- Aufbringen einer Folie (11) auf das Substrat (17), so dass der im Stichtiefdruck
ausgeführte Bereich (7, 8) teilweise abgedeckt wird,
und so dass ein Teil des Druckbereichs für eine taktile Prüfung zugänglich ist.
1. A data carrier having at least one printed area (7, 8) produced by intaglio printing,
characterized in that the printed area (7, 8) is partly covered with a foil (11), so that a portion of
the printed area is accessible to a tactile check.
2. The data carrier according to claim 1, wherein the printed area (7, 8) additionally
comprises a blind-embossed area (10).
3. The data carrier according to claim 1 or 2, wherein at least a partial area of the
non-covered printed area (7, 8) is tactilely perceptible.
4. The data carrier according to at least one of the above claims, wherein the foil (11)
has at least one gap (12) in the area of the printed area (7, 8).
5. The data carrier according to at least one of the above claims, wherein the printed
area covered with the foil (11) has a weakly pronounced surface relief.
6. The data carrier according to at least one of the above claims, wherein the data carrier
is an identification document.
7. The data carrier according to at least one of the above claims, wherein the foil (11)
has holographic embossed structures.
8. The data carrier according to at least one of the above claims, wherein the foil (11)
has a thickness of less than 20 µm.
9. The data carrier according to at least one of the above claims, wherein the printed
area (7, 8) has a finely structured pattern, in particular guilloches.
10. The data carrier according to at least one of the above claims, wherein the printed
area (7, 8) has a pattern which extends substantially seamlessly between foil-covered
area and non-covered area.
11. A method for producing a data carrier having a printed area (7, 8) produced by intaglio
printing and partly covered with a foil (11), comprising the following steps:
- providing a substrate (17)
- at least partly printing the substrate (17) by intaglio printing
- applying a foil (11) to the substrate (17) so as to partly cover the area (7, 8)
executed by intaglio printing, and so that a portion of the printed area is accessible
to a tactile check.
1. Support de données comportant au moins une zone d'impression (7, 8) générée par procédé
d'impression en creux par gravure, caractérisé en ce que la zone d'impression (7, 8) est partiellement recouverte d'un film (11), de telle
manière qu'une partie de la zone d'impression est accessible pour une vérification
tactile.
2. Support de données selon la revendication 1, la zone d'impression (7, 8) comprenant
en outre une zone gaufrée à froid (10).
3. Support de données selon la revendication 1 ou 2, au moins une zone partielle de la
zone d'impression (7, 8) non recouverte étant perceptible tactilement.
4. Support de données selon au moins une des revendications précédentes, le film (11)
comportant au moins un évidement (12) dans la zone d'impression (7, 8).
5. Support de données selon au moins une des revendications précédentes, la zone d'impression
recouverte du film (11) présentant un relief superficiel peu prononcé.
6. Support de données selon au moins une des revendications précédentes, le support de
données étant un document d'identification.
7. Support de données selon au moins une des revendications précédentes, le film (11)
présentant des structures estampées holographiques.
8. Support de données selon au moins une des revendications précédentes, le film (11)
présentant une épaisseur inférieure à 20 µm.
9. Support de données selon au moins une des revendications précédentes, la zone d'impression
(7, 8) présentant un motif finement structuré, notamment des guillochis.
10. Support de données selon au moins une des revendications précédentes, la zone d'impression
(7, 8) présentant un motif dont le tracé est pour l'essentiel continu entre zone recouverte
de film et zone non recouverte de film.
11. Procédé de fabrication d'un support de données comportant une zone d'impression (7,
8) générée par procédé d'impression en creux par gravure et partiellement recouverte
d'un film (11), comprenant les étapes suivantes :
• mise à disposition d'un substrat (17)
• impression, au moins partiellement, du substrat (17) par procédé d'impression en
creux par gravure
• application d'un film (11) sur le substrat (17), de telle manière que la zone réalisée
par impression en creux par gravure (7, 8) est partiellement recouverte, et de telle
manière qu'une partie de la zone d'impression est accessible pour une vérification
tactile.