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EP 1 460 171 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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20.01.2010 Patentblatt 2010/03 |
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Anmeldetag: 15.03.2004 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Verfahren zur Behandlung einer Faserstoffbahn
Method of treating a fibrous web
Procédé de traitement d'une bande fibreuse
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR
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Priorität: |
19.03.2003 DE 10311993
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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22.09.2004 Patentblatt 2004/39 |
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Patentinhaber: Voith Patent GmbH |
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89522 Heidenheim (DE) |
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Erfinder: |
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- Hess, Harald
88287 Grünkraut (DE)
- Kurtz, Rüdiger
89522 Heidenheim (DE)
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Entgegenhaltungen: :
DE-A- 4 303 315 DE-C- 413 177 US-A- 1 605 067 US-A1- 2002 078 588
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DE-A1- 19 731 100 DE-C1- 10 157 690 US-A- 5 534 116 US-B1- 6 485 610
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung einer Faserstoffbahn, insbesondere
einer Papier- oder Kartonbahn innerhalb einer Maschine zur Herstellung und/oder Veredelung
der Faserstoffbahn, wobei die Faserstoffbahn auf ihrem Laufweg durch die Maschine
eine Vielzahl der Behandlung dienenden Walzen, insbesondere Walzenpaare, passiert
und sich zwischen einer betreffenden Walze und der von der betreffenden Walze ablaufenden
Faserstoffbahn ein sich öffnender Auslaufspalt bildet.
[0002] Bei der Herstellung von Papier- oder Kartonbahnen, werden aus Wirtschaftlichkeitsgründen
zunehmend immer höhere Maschinengeschwindigkeiten und grössere Bahnbreiten gefordert.
Den Laufeigenschaften der Maschine kommt daher eine besonders hohe Bedeutung zu.
[0003] Bei gegebenen Bahnzügen treten solche Kräfte in Erscheinung, die ein für den weiteren
Behandlungs- bzw. Laufweg der Faserstoffbahn notwendiges Ablösen der Faserstoffbahn
von der glatten Oberfläche einer rotierenden Walze erschweren. Die Faserstoffbahn
hat dadurch das Bestreben, mit einer solchen glatten Walze weiter zu laufen. Je feuchter
die Bahn ist, desto stärker ist ihre Haftung an der betreffenden Walze, wodurch wiederum
ihre Abrissgefährdung steigt.
[0004] In der
DE 197 41 517 A1 ist eine Lösung zur Beseitigung dieses Problemes angegeben, wonach zwischen der Walze
einer Nasspresse oder eines Trockenzylinders und der Faserstoffbahn ein Dampfpolster
erzeugt wird. Als eine Möglichkeit ist dazu das Einblasen von Dampf in den zwischen
Walze und Faserstoffbahn bestehenden Einlaufspalt vorgesehen. Diese Lösung wird allerdings
als weniger erfolgreich angesehen, da das Einblasen von Dampf auf die noch feuchte
Bahn vor dem Press- oder Trocknungsvorgang die geschilderten negativen Wirkungen eher
noch verstärkt, anstelle sie zu beseitigen,
[0005] Die
DE 43 03 315 zeigt ein Verfahren zum Reinigen von Walzenoberflächen, wobei die Oberfläche mit
feuchter Luft, ggf. auch Dampf, beaufschlagt wird, so dass ein Feuchtefilm den Schaberklingenverschleiß
reduziert.
[0006] Die
DE 413 177 C beschreibt eine Einrichtung zum Abheben einer laufenden Bahn von einer Walze mittels
Dampf- oder Luftstrahlen.
[0007] In der
US 5 534 116 ist die Ablösung einer Bahn vom ersten Trockenzylinder unmittelbar nach der Pressenpartie
mittels eines Dampfstrahls beschrieben.
[0008] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu entwickeln, bei
welchem die dem Stand der Technik anhaftenden Nachteile vermeidbar sind.
[0009] Die Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1 gelöst.
[0010] Die Erfinder haben erkannt, dass für eine Verringerung der Haftungsneigung der Faserstoffbahn
an der glatten Glättwalze, nicht die Erzeugung eines Dampfpolsters am Einlaufspalt
geeignet ist, sondern ein verbessertes Bahnablösen dadurch erreicht wird, indem der
Dampf rückwärtig - also am Auslaufspalt, bzw. Auslaufzwickel - eingeblasen wird.
[0011] Vorteil des rückwärtigen Eindüsens ist, dass aufgrund des Unterdruckes an der Abzugslinie
der Dampf förmlich angesaugt wird und so sicher an die Zwickelstelle gelangt. Der
Dampf kondensiert dabei, wodurch die Temperatur der im Auslaufspalt befindlichen Flüssigkeit
(aus beispielsweise ausgepresstem Wasser und klebenden Substanzen der Faserstoffbahn)
erhöht und damit die Viskosität und die Oberflächenspannung herab gesetzt wird. Dadurch
verringert sich die Kraft, mit der die Bahn von der Walze abgezogen werden muss. Die
Abrissgefahr ist deutlich verringert.
[0012] Das erfindungsgemässe Verfahren wird beim Glätten der Faserstoffbahn mittels beheizten,
an sich bekannten Soft- und/oder Hartnip-Glättwalzen angewendet. Hierbei besteht der
Vorteil in geringeren Bahnabzugskräften. Darüber hinaus wird ein Ausgleich des beim
Glätten sich einstellenden Feuchteverlustes im Glättspalt erreicht und ausserdem eine
Vorfeuchtung für einen nachfolgenden Glättnip möglich.
[0013] Das erfindungsgemäße Verfahren wird realisiert, indem wenigstens eine Sprühdüse Dampf,
insbesondere Heißdampf in den zwischen der Faserstoffbahn und der betreffenden Walze
bestehenden Auslaufspalt richtet. Dabei kann eine einzige von der Führer- oder Triebseite
der Maschine aus wirkenden und über die ganze Maschinenbreite bzw. die Breite des
Auslaufspaltes reichende Düse, oder eine über diese genannte Breite traversierende
Düse oder aber eine Vielzahl von Einzeldüsen eingesetzt werden.
[0014] Der Vollständigkeit halber soll erwähnt sein, dass in Streichmaschinen das Einblasen
von Dampf in den Auslaufspalt von Auftragswalzen und/oder eines Rakelelementes beim
Auftragen und/oder Dosieren eines flüssigen bis pastösen Auftragsmediums auf die laufende
Faserstoffbahn bereits bekannt ist. Auf die
EP 0 930 397 wird hierbei verwiesen. Bei dieser genannten Lösung wird allerdings ein anderer Zweck
verfolgt. Durch Verringerung der Kohäsionskräfte soll sogenanntes Filmsplitting und
das sogenannte Misting des Auftragsmediums verringert werden und damit einer Verbesserung
der Gleichmässigkeit der Auftragsschicht auf der Faserstoffbahn dienen.
[0015] Nachfolgend soll die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles beschrieben werden.
[0016] Es zeigt:
die einzige Figur: einen Querschnitt eines schematisch dargestellten Glättwalzenpaares.
[0017] Die Bahn 3 läuft in Richtung des Pfeiles L durch den Glättnip N. Am Ausgang des Nips,
also im Auslaufspalt 5, ist wenigstens eine Dampfsprühdüse 7 vorhanden. Im gewählten
Beispiel des Glättwalzenpaares ist das Düse 7 und 7a. Düse 7 ist oberhalb der Bahn
3 der Walze 8 zugeordnet, wogegen die Düse 7a unterhalb der Bahn 3 der Walze 9 zugeordnet
ist. Die Düse 7 kann zeitgleich mit Düse 7a betrieben werden. Je nach Erfordernis
kann auch nur eine der Düsen 7 oder 7a wirken.
[0018] Die in dem Beispiel gem. Figur gezeigten Düsen 7 bzw. 7a können jeweils einen einzigen,
über den jeweiligen Auslaufspalt 5 reichenden Ausströmquerschnitt aufweisen. Das Einbringen
des Dampfes kann aber auch von ausserhalb der Bahnbreite ausgehenden, in Querrichtung
zum gegenüberliegenden Bahnrand hin wirkenden Strahl erfolgen. Eine traversierende
Düse ist ebenso denkbar. Es kann aber auch eine Düsenreihe mit in Querrichtung verteilt
angeordneten Ausströmdüsen Verwendung finden. Dabei ist es möglich, die Ausströmrichtung
und oder den Dampfdruck zu variieren.
[0019] Die Dampfmenge kann in Abhängigkeit des Bahnzuges der Bahn 3 gesteuert und auch geregelt
werden.
[0020] Nachzutragen ist, dass die besagten Walzen 8 und 9 bzw. das Walzenpaar eine glatte
Oberfläche aufweisen und sich trotz hoher Bahngeschwindigkeit von ≥ 1800 m/min aufgrund
der Heissdampfeinblasung das Ablöseverhalten der Faserstoffbahn 3 spürbar verbessert.
1. Verfahren zur Behandlung einer Faserstoffbahn, insbesondere einer Papier- oder Kartonbahn
innerhalb einer Maschine zur Herstellung und/oder Veredelung derselben, wobei die
Faserstoffbahn auf ihrem Laufweg durch die Maschine eine Vielzahl der Behandlung dienenden
Walzen, insbesondere Walzenpaare, passiert und sich zwischen einer betreffenden Walze
und der von der betreffenden Walze ablaufenden Faserstoffbahn ein sich öffnender Auslaufspalt
bildet, wobei die Faserstoffbahn mittels beheizter Soft- und/oder Hartnip-Glättwalzen
(8, 9) geglättet wird, wobei die betreffende Walze eine Glättwalze (8, 9) eines oder
mehrerer Glättwalzenpaare zur Oberflächenglättung der Faserstoffbahn ist und wobei
der Auslaufspalt (5) mit Dampf beaufschlagt wird, wobei dadurch das Ablösevermögen der laufenden, feuchten Faserstoffbahn (3) von der Glättwalze
(8, 9) verbessert und die Faserstoffbahn (3) für einen nachfolgenden Glättnip vorgefeuchtet
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
Heissdampf verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge des einzudüsenden Dampfes gesteuert oder geregelt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Dampfmenge in Abhängigkeit vom Bahnzug der Bahn (3) gesteuert oder geregelt wird.
1. Method of treating a fibrous web, in particular a paper or board web, within a machine
for producing and/or finishing the same, the fibrous web, on its running path through
the machine, passing a large number of rolls, in particular pairs of rolls, used for
the treatment, and an opening outlet gap being formed between a relevant roll and
the fibrous web running off the relevant roll, the fibrous web being smoothed by means
of heated soft-nip and/or hard-nip smoothing rolls (8, 9), the relevant roll being
a smoothing roll (8, 9) of one or more pairs of smoothing rolls for smoothing the
surface of the fibrous web, and the outlet gap (5) having steam applied to it, as
a result the ability of the moving, moist fibrous web (3) to separate from the smoothing
roll (8, 9) being improved and the fibrous web (3) being pre-moistened for a subsequent
smoothing nip.
2. Method according to Claim 1, characterized in that hot steam is used.
3. Method according to Claim 1 or 2, characterized in that the amount of steam to be injected is controlled or regulated.
4. Method according to Claim 3, characterized in that the amount of steam is controlled or regulated as a function of the draw of the web
(3).
1. Procédé de traitement d'une bande de matière fibreuse, en particulier d'une bande
de papier ou de carton à l'intérieur d'une machine de fabrication et/ou de traitement
de celle-ci, dans lequel la bande de matière fibreuse franchit, au cours de son trajet
à travers la machine, une pluralité de rouleaux servant au traitement, et il se forme
une fente de sortie qui s'ouvre entre un rouleau concerné et la bande de matière fibreuse
quittant le rouleau concerné, dans lequel la bande de matière fibreuse est lissée
au moyen de rouleaux lisseurs chauffés (8, 9) à emprise douce et/ou dure, dans lequel
le rouleau concerné est un rouleau lisseur (8, 9) d'une ou de plusieurs paires de
rouleaux lisseurs pour le lissage de surface de la bande de matière fibreuse, et dans
lequel la fente de sortie (5) est exposée à de la vapeur, dans lequel on améliore
ainsi le pouvoir de décollement de la bande de matière fibreuse humide en mouvement
(3) du rouleau lisseur (8, 9) et on préhumidifie la bande de matière fibreuse (3)
pour une emprise de lissage qui suit.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on utilise de la vapeur surchauffée.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que l'on commande ou on régule la quantité de vapeur à injecter.
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que l'on commande ou on régule la quantité de vapeur en fonction de la traction de la
bande (3).

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente