(19)
(11) EP 1 460 171 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
20.01.2010  Patentblatt  2010/03

(21) Anmeldenummer: 04101045.5

(22) Anmeldetag:  15.03.2004
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
D21F 3/02(2006.01)
D21G 1/00(2006.01)
D21F 5/04(2006.01)

(54)

Verfahren zur Behandlung einer Faserstoffbahn

Method of treating a fibrous web

Procédé de traitement d'une bande fibreuse


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR

(30) Priorität: 19.03.2003 DE 10311993

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
22.09.2004  Patentblatt  2004/39

(73) Patentinhaber: Voith Patent GmbH
89522 Heidenheim (DE)

(72) Erfinder:
  • Hess, Harald
    88287 Grünkraut (DE)
  • Kurtz, Rüdiger
    89522 Heidenheim (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-A- 4 303 315
DE-C- 413 177
US-A- 1 605 067
US-A1- 2002 078 588
DE-A1- 19 731 100
DE-C1- 10 157 690
US-A- 5 534 116
US-B1- 6 485 610
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung einer Faserstoffbahn, insbesondere einer Papier- oder Kartonbahn innerhalb einer Maschine zur Herstellung und/oder Veredelung der Faserstoffbahn, wobei die Faserstoffbahn auf ihrem Laufweg durch die Maschine eine Vielzahl der Behandlung dienenden Walzen, insbesondere Walzenpaare, passiert und sich zwischen einer betreffenden Walze und der von der betreffenden Walze ablaufenden Faserstoffbahn ein sich öffnender Auslaufspalt bildet.

    [0002] Bei der Herstellung von Papier- oder Kartonbahnen, werden aus Wirtschaftlichkeitsgründen zunehmend immer höhere Maschinengeschwindigkeiten und grössere Bahnbreiten gefordert. Den Laufeigenschaften der Maschine kommt daher eine besonders hohe Bedeutung zu.

    [0003] Bei gegebenen Bahnzügen treten solche Kräfte in Erscheinung, die ein für den weiteren Behandlungs- bzw. Laufweg der Faserstoffbahn notwendiges Ablösen der Faserstoffbahn von der glatten Oberfläche einer rotierenden Walze erschweren. Die Faserstoffbahn hat dadurch das Bestreben, mit einer solchen glatten Walze weiter zu laufen. Je feuchter die Bahn ist, desto stärker ist ihre Haftung an der betreffenden Walze, wodurch wiederum ihre Abrissgefährdung steigt.

    [0004] In der DE 197 41 517 A1 ist eine Lösung zur Beseitigung dieses Problemes angegeben, wonach zwischen der Walze einer Nasspresse oder eines Trockenzylinders und der Faserstoffbahn ein Dampfpolster erzeugt wird. Als eine Möglichkeit ist dazu das Einblasen von Dampf in den zwischen Walze und Faserstoffbahn bestehenden Einlaufspalt vorgesehen. Diese Lösung wird allerdings als weniger erfolgreich angesehen, da das Einblasen von Dampf auf die noch feuchte Bahn vor dem Press- oder Trocknungsvorgang die geschilderten negativen Wirkungen eher noch verstärkt, anstelle sie zu beseitigen,

    [0005] Die DE 43 03 315 zeigt ein Verfahren zum Reinigen von Walzenoberflächen, wobei die Oberfläche mit feuchter Luft, ggf. auch Dampf, beaufschlagt wird, so dass ein Feuchtefilm den Schaberklingenverschleiß reduziert.

    [0006] Die DE 413 177 C beschreibt eine Einrichtung zum Abheben einer laufenden Bahn von einer Walze mittels Dampf- oder Luftstrahlen.

    [0007] In der US 5 534 116 ist die Ablösung einer Bahn vom ersten Trockenzylinder unmittelbar nach der Pressenpartie mittels eines Dampfstrahls beschrieben.

    [0008] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu entwickeln, bei welchem die dem Stand der Technik anhaftenden Nachteile vermeidbar sind.

    [0009] Die Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1 gelöst.

    [0010] Die Erfinder haben erkannt, dass für eine Verringerung der Haftungsneigung der Faserstoffbahn an der glatten Glättwalze, nicht die Erzeugung eines Dampfpolsters am Einlaufspalt geeignet ist, sondern ein verbessertes Bahnablösen dadurch erreicht wird, indem der Dampf rückwärtig - also am Auslaufspalt, bzw. Auslaufzwickel - eingeblasen wird.

    [0011] Vorteil des rückwärtigen Eindüsens ist, dass aufgrund des Unterdruckes an der Abzugslinie der Dampf förmlich angesaugt wird und so sicher an die Zwickelstelle gelangt. Der Dampf kondensiert dabei, wodurch die Temperatur der im Auslaufspalt befindlichen Flüssigkeit (aus beispielsweise ausgepresstem Wasser und klebenden Substanzen der Faserstoffbahn) erhöht und damit die Viskosität und die Oberflächenspannung herab gesetzt wird. Dadurch verringert sich die Kraft, mit der die Bahn von der Walze abgezogen werden muss. Die Abrissgefahr ist deutlich verringert.

    [0012] Das erfindungsgemässe Verfahren wird beim Glätten der Faserstoffbahn mittels beheizten, an sich bekannten Soft- und/oder Hartnip-Glättwalzen angewendet. Hierbei besteht der Vorteil in geringeren Bahnabzugskräften. Darüber hinaus wird ein Ausgleich des beim Glätten sich einstellenden Feuchteverlustes im Glättspalt erreicht und ausserdem eine Vorfeuchtung für einen nachfolgenden Glättnip möglich.

    [0013] Das erfindungsgemäße Verfahren wird realisiert, indem wenigstens eine Sprühdüse Dampf, insbesondere Heißdampf in den zwischen der Faserstoffbahn und der betreffenden Walze bestehenden Auslaufspalt richtet. Dabei kann eine einzige von der Führer- oder Triebseite der Maschine aus wirkenden und über die ganze Maschinenbreite bzw. die Breite des Auslaufspaltes reichende Düse, oder eine über diese genannte Breite traversierende Düse oder aber eine Vielzahl von Einzeldüsen eingesetzt werden.

    [0014] Der Vollständigkeit halber soll erwähnt sein, dass in Streichmaschinen das Einblasen von Dampf in den Auslaufspalt von Auftragswalzen und/oder eines Rakelelementes beim Auftragen und/oder Dosieren eines flüssigen bis pastösen Auftragsmediums auf die laufende Faserstoffbahn bereits bekannt ist. Auf die EP 0 930 397 wird hierbei verwiesen. Bei dieser genannten Lösung wird allerdings ein anderer Zweck verfolgt. Durch Verringerung der Kohäsionskräfte soll sogenanntes Filmsplitting und das sogenannte Misting des Auftragsmediums verringert werden und damit einer Verbesserung der Gleichmässigkeit der Auftragsschicht auf der Faserstoffbahn dienen.

    [0015] Nachfolgend soll die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles beschrieben werden.

    [0016] Es zeigt:

    die einzige Figur: einen Querschnitt eines schematisch dargestellten Glättwalzenpaares.



    [0017] Die Bahn 3 läuft in Richtung des Pfeiles L durch den Glättnip N. Am Ausgang des Nips, also im Auslaufspalt 5, ist wenigstens eine Dampfsprühdüse 7 vorhanden. Im gewählten Beispiel des Glättwalzenpaares ist das Düse 7 und 7a. Düse 7 ist oberhalb der Bahn 3 der Walze 8 zugeordnet, wogegen die Düse 7a unterhalb der Bahn 3 der Walze 9 zugeordnet ist. Die Düse 7 kann zeitgleich mit Düse 7a betrieben werden. Je nach Erfordernis kann auch nur eine der Düsen 7 oder 7a wirken.

    [0018] Die in dem Beispiel gem. Figur gezeigten Düsen 7 bzw. 7a können jeweils einen einzigen, über den jeweiligen Auslaufspalt 5 reichenden Ausströmquerschnitt aufweisen. Das Einbringen des Dampfes kann aber auch von ausserhalb der Bahnbreite ausgehenden, in Querrichtung zum gegenüberliegenden Bahnrand hin wirkenden Strahl erfolgen. Eine traversierende Düse ist ebenso denkbar. Es kann aber auch eine Düsenreihe mit in Querrichtung verteilt angeordneten Ausströmdüsen Verwendung finden. Dabei ist es möglich, die Ausströmrichtung und oder den Dampfdruck zu variieren.

    [0019] Die Dampfmenge kann in Abhängigkeit des Bahnzuges der Bahn 3 gesteuert und auch geregelt werden.

    [0020] Nachzutragen ist, dass die besagten Walzen 8 und 9 bzw. das Walzenpaar eine glatte Oberfläche aufweisen und sich trotz hoher Bahngeschwindigkeit von ≥ 1800 m/min aufgrund der Heissdampfeinblasung das Ablöseverhalten der Faserstoffbahn 3 spürbar verbessert.


    Ansprüche

    1. Verfahren zur Behandlung einer Faserstoffbahn, insbesondere einer Papier- oder Kartonbahn innerhalb einer Maschine zur Herstellung und/oder Veredelung derselben, wobei die Faserstoffbahn auf ihrem Laufweg durch die Maschine eine Vielzahl der Behandlung dienenden Walzen, insbesondere Walzenpaare, passiert und sich zwischen einer betreffenden Walze und der von der betreffenden Walze ablaufenden Faserstoffbahn ein sich öffnender Auslaufspalt bildet, wobei die Faserstoffbahn mittels beheizter Soft- und/oder Hartnip-Glättwalzen (8, 9) geglättet wird, wobei die betreffende Walze eine Glättwalze (8, 9) eines oder mehrerer Glättwalzenpaare zur Oberflächenglättung der Faserstoffbahn ist und wobei der Auslaufspalt (5) mit Dampf beaufschlagt wird, wobei dadurch das Ablösevermögen der laufenden, feuchten Faserstoffbahn (3) von der Glättwalze (8, 9) verbessert und die Faserstoffbahn (3) für einen nachfolgenden Glättnip vorgefeuchtet wird.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    Heissdampf verwendet wird.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge des einzudüsenden Dampfes gesteuert oder geregelt wird.
     
    4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Dampfmenge in Abhängigkeit vom Bahnzug der Bahn (3) gesteuert oder geregelt wird.
     


    Claims

    1. Method of treating a fibrous web, in particular a paper or board web, within a machine for producing and/or finishing the same, the fibrous web, on its running path through the machine, passing a large number of rolls, in particular pairs of rolls, used for the treatment, and an opening outlet gap being formed between a relevant roll and the fibrous web running off the relevant roll, the fibrous web being smoothed by means of heated soft-nip and/or hard-nip smoothing rolls (8, 9), the relevant roll being a smoothing roll (8, 9) of one or more pairs of smoothing rolls for smoothing the surface of the fibrous web, and the outlet gap (5) having steam applied to it, as a result the ability of the moving, moist fibrous web (3) to separate from the smoothing roll (8, 9) being improved and the fibrous web (3) being pre-moistened for a subsequent smoothing nip.
     
    2. Method according to Claim 1, characterized in that hot steam is used.
     
    3. Method according to Claim 1 or 2, characterized in that the amount of steam to be injected is controlled or regulated.
     
    4. Method according to Claim 3, characterized in that the amount of steam is controlled or regulated as a function of the draw of the web (3).
     


    Revendications

    1. Procédé de traitement d'une bande de matière fibreuse, en particulier d'une bande de papier ou de carton à l'intérieur d'une machine de fabrication et/ou de traitement de celle-ci, dans lequel la bande de matière fibreuse franchit, au cours de son trajet à travers la machine, une pluralité de rouleaux servant au traitement, et il se forme une fente de sortie qui s'ouvre entre un rouleau concerné et la bande de matière fibreuse quittant le rouleau concerné, dans lequel la bande de matière fibreuse est lissée au moyen de rouleaux lisseurs chauffés (8, 9) à emprise douce et/ou dure, dans lequel le rouleau concerné est un rouleau lisseur (8, 9) d'une ou de plusieurs paires de rouleaux lisseurs pour le lissage de surface de la bande de matière fibreuse, et dans lequel la fente de sortie (5) est exposée à de la vapeur, dans lequel on améliore ainsi le pouvoir de décollement de la bande de matière fibreuse humide en mouvement (3) du rouleau lisseur (8, 9) et on préhumidifie la bande de matière fibreuse (3) pour une emprise de lissage qui suit.
     
    2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on utilise de la vapeur surchauffée.
     
    3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
    caractérisé en ce que l'on commande ou on régule la quantité de vapeur à injecter.
     
    4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que l'on commande ou on régule la quantité de vapeur en fonction de la traction de la bande (3).
     




    Zeichnung








    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente