| (19) |
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(11) |
EP 1 687 472 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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20.01.2010 Patentblatt 2010/03 |
| (22) |
Anmeldetag: 05.11.2004 |
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| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/CH2004/000669 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2005/052233 (09.06.2005 Gazette 2005/23) |
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| (54) |
FADENSTEUERVORRICHTUNG FÜR EINE TEXTILMASCHINE, INSBESONDERE FÜR EINE FACHBILDEVORRICHTUNG
THREAD CONTROL DEVICE FOR A TEXTILE MACHINE IN PARTICULAR FOR A SHEDDING DEVICE
DISPOSITIF DE COMMANDE DE FIL POUR UNE MACHINE TEXTILE, EN PARTICULIER POUR UN DISPOSITIF
DE FORMATION DE LA FOULE
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LU MC NL PL PT RO SE SI SK
TR |
| (30) |
Priorität: |
28.11.2003 CH 203403
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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09.08.2006 Patentblatt 2006/32 |
| (73) |
Patentinhaber: TEXTILMA AG |
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6362 Stansstad (CH) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- BÜHLER, Erich
79618 Rheinfelden (DE)
- ENGESSER, Bernhard
CH-9200 Gossau (CH)
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| (74) |
Vertreter: Schmauder, Klaus Dieter et al |
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Schmauder & Partner AG
Patentanwälte
Zwängiweg 7 8038 Zürich 8038 Zürich (CH) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
WO-A-97/08373
|
CH-A- 531 588
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Fadensteuervorrichtung einer Textilmaschine, insbesondere
für eine Fachbildevorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Stand der Technik
[0002] Fadensteuervorrichtungen für Textilmaschinen sind in grosser Anzahl bekannt. Der
nächstliegende Stand der Technik gemäss der
WO 97/08373 offenbart eine Fadensteuervorrichtung, die mit einem Antrieb und einer Rückzugsvorrichtung
für ein Fadenführorgan ausgebildet ist. Das Fadenführorgan ist dabei in eine Bewegungsrichtung
mittels des formschlüssig ausgebildeten Antriebs und in der entgegengesetzten Bewegungsrichtung
mittels einer gegen den formschlüssigen Antrieb wirkenden kraftschlüssigen und pneumatisch
ausgebildeten Rückzugsvorrichtung bewegbar.
Die pneumatische Rückzugsvorrichtung weist ein Zylinder/Kolben-Aggregat auf, deren
Zylinderkammer mit einem Überdruckventil und einem Rückschlagventil, das mit einer
Druckgasquelle verbunden ist, ausgestaltet ist. Der Gasdruck in der Zylinderkammer
wird dabei in Abhängigkeit vom Betriebszustand der Textilmaschine eingestellt. Beispielsweise,
wird in einer Kriechgangphase der Gasdruck kleiner als in einer Schnelllaufphase gehalten,
damit der Elektromotor die nötige Leistung zur Überwindung der durch die Kompression
der Zylinderkammer entstehenden Last erbringen kann. In einer Schnelllaufphase liefert
der Elektromotor genügend Leistung, so dass der Gasdruck weiter erhöht werden kann,
um ein Abheben einer Rolle an einer Kurvenscheibe des formschlüssigen Antriebs zu
verhindern. Im Weiteren kann die Zylinderkammer mit einem von Hand betätigbaren Druckentlastungsventil
ausgestaltet sein, um beim Einrichten der Textilmaschine den durch die Kompression
der Zylinderkammer entstehenden Widerstand zu minimieren.
[0003] Nachteilig an obiger Lösung ist, dass der Gasdruck in der Zylinderkammer an einen
jeweiligen Betriebszustand angepasst werden muss. Dies bedingt eine aufwendige Drucksteuervorrichtung
zur Einstellung des Gasdrucks der Zylinderkammer, die Druckreduzierventile und Öffnungsventile
zur Ansteuerung jeder Zylinderkammer notwendig machen. Überdies ist eine aufwendige
elektronische Steuerung der Ventile notwendig, um den Druck in den Zylinderkammern
einem jeweiligen Betriebszustand anzupassen.
[0004] Zur Schmierung des Zylinder/Kolben-Aggregats tropft beispielsweise von oben Öl auf
den Kolben und tritt durch hydrodynamische Effekte trotz dauerndem Überdruck in der
Zylinderkammer in diese ein. Das in der Zylinderkammer angesammelte Öl kann den Betrieb
der Fadensteuervorrichtung nachhaltig stören, denn es verringert das Luftvolumen in
der Zylinderkammer auf ein unbestimmbares Niveau, was im Betrieb zu höheren nicht
berechenbaren Kompressionsdrücken in der Kammer führt. Im Extremfall, wo ein grosser
Teil der Zylinderkammer mit Öl gefüllt ist, ist ein Verfahren des Zylinders nicht
mehr möglich und ein weiterer Betrieb der Textilmaschine würde zu erheblichen Schäden
führen.
[0005] In einer verbesserten Ausführungsform der in der
WO 97/08373 beschriebenen pneumatischen Rückzugsvorrichtung wird daher das Ventil derart ausgestaltet,
dass nebst den Anforderungen des stationären Betriebs auch ein Ölabscheiden möglich
ist. Das Ventil wird dabei in regelmässigen Zeitintervallen für einige Sekunden betätigt,
um das im Kompressionsraum angesammelte Öl abfliessen zu lassen. Damit ein Abheben
der Rolle vom Exzenter des formschlüssigen Antriebs vermieden wird, muss die Drehzahl
der Textilmaschine während dieses Vorganges (sogenannten Care Cycle) reduziert werden.
Im Kriechgang wird es ebenfalls geöffnet, damit der Druck in der Zylinderkammer nicht
wesentlich über den Speisedruck ansteigt. Dadurch reduziert sich die nötige Leistung
des Motors, was notwendig ist, damit der Hauptmotor bei kleinen Drehzahlen rund laufen
kann und damit das manuelle Drehen am Handrad ohne allzu grosse Kraftanstrengung möglich
ist.
[0006] Nachteilig an obiger Lösung ist der gross Aufwand zur elektrischen/pneumatischen
Ansteuerung des Ventils. Die ganze Steuerung des pneumatischen Antriebs der Fadensteuervorrichtung
weist daher eine grosse Anzahl von Komponenten auf, wie Rückschlagventile, Überdruckventile,
Druckminderventile, sowie elektronische Steuereinheiten, die das System anfälliger
auf Störungen machen. Überdies wird die Wirtschaftlichkeit der Textilmaschine durch
das alle 15 Minuten erfolgende repetierende Absenken der Motordrehzahl zum Ablassen
des Schmieröls gemindert. Das Absenken der Motordrehzahl kann ferner die Webqualität
negativ beeinflussen, beispielsweise zu einer leichten Änderung der Breite der hergestellten
Warenbahn führen.
Darstellung der Erfindung
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Fadensteuervorrichtung der eingangs genannten
Art zu verbessern.
[0008] Die gestellte Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruch 1 gelöst.
Dadurch, dass das Ventil einen ersten mit einer Zylinderkammer verbundenen Ventilsitz
und einen zweiten Ventilsitz aufweist, zwischen denen ein mit mindestens einer Drosselstelle
versehenes und mit einer Feder gegen den ersten Ventilsitz vorgespanntes Ventilglied
bewegbar ist, wobei die Drosselstelle unwirksam ist und das Ventilglied die Kommunikation
mit der Druckgasquelle sperrt, wenn das Ventilglied am zweiten Ventilsitz ansteht,
kann das Ventil ohne externe Ansteuerung in verschiedenen Betriebszuständen arbeiten.
Ferner wird eine zuverlässige Ölabscheidung ohne Absenken der Drehzahl, eine Reduktion
des maximalen Kompressionsdrucks in der Zylinderkammer bei Teillast, sowie ein Absenken
des Kompressionsdrucks auf Speisedruck im Kriechgang ohne zusätzliche Massnahmen durch
das autonom arbeitende Ventil gewährleistet.
[0009] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Ansprüchen 2 bis 19 beschrieben.
[0010] Grundsätzlich sind verschiedenste Ausführungsformen des mit zwei Ventilsitzen ausgestalteten
Ventils denkbar. Vorteilhaft ist eine Ausgestaltung nach den Ansprüchen 2 und 3, wonach
das Gehäuse zwei Teile aufweist, wobei der eine Teil an seinem einen Ende den ersten
Ventilsitz aufweist und der andere als Abschlussteil des Gehäuses mit dem zweiten
Ventilsitz und einem Durchgangskanal ausgestaltet ist. Das Ventil weist daher einen
möglichst einfachen Aufbau auf, der eine kostengünstige Produktion und einen einfachen
Zusammenbau des Ventils erlaubt.
[0011] Das Ventilgehäuse kann grundsätzlich verschiedene Formen aufweisen, vorteilhaft ist
eine zylindrische Ausbildung des Gehäuses gemäss Anspruch 4. Diese Ausbildung erlaubt
eine gute Führung des kolbenartig ausgebildeten Ventilgliedes im Gehäuse. Das kolbenartig
ausgebildete Ventilglied kann überdies mit einem Dichtungsring versehen werden, um
die Zylinderkammer nach aussen abzudichten. Bei der Ausführung gemäss Anspruch 4 ist
es vorteilhaft, die Drosselstellen als am Ventilglied ausgebildete Drosselöffnungen
auszubilden. Gemäss Anspruch 5 ist es auch denkbar, das Ventilglied ohne Dichtungsring
auszuführen, wobei ein Spalt zwischen dem Ventilglied und der Gehäusewand als Drosselstelle
dienen kann.
[0012] Das Ventil kann in einer Verbindungsleitung zwischen der Zylinderkammer und der Speisedruckkammer
angeordnet sein. Vorteilhaft ist jedoch eine direkte Anordnung im Zylinder des Zylinder/Kolben-Aggregates
gemäss Anspruch 6. Ferner ist es vorteilhaft gemäss Anspruch 7 das Ventil an einer
untersten Stelle des Zylinders anzuordnen. Das Ventil kann somit direkt mit der Zylinderkammer
kommunizieren und in der Zylinderkammer angesammeltes Schmieröl kann so auf kurzem
Wege durch das Ventil in die Speisedruckkammer geführt werden. Dementsprechend ist
das Abschlussteil des Ventils direkt mit der Speisedruckkammer gemäss Anspruch 8 verbunden,
um wiederum den Fliesswiderstand und den Fliessweg des abfliessenden Öls zu minimieren.
[0013] Die Speisedruckkammer kann grundsätzlich eine beliebige Ausgestaltung aufweisen.
Vorteilhaft ist eine Ausgestaltung nach den Ansprüchen 9 bis 12, wonach die Speisedruckkammer
mit einem an ihrem Boden angeordneten Auslass für die Ölabscheidung ausgebildet und
wonach ein Anschluss für Druckluft an einer seitlichen Wand mit Abstand vom Boden
der Speisdruckkammer angeordnet sein kann. Diese Anordnung von Druckluftanschluss
und Ölabscheidungsauslass verhindert, dass in der Speisedruckkammer angesammeltes
Öl den Druckluftanschluss verstopft oder in einer Verbindungsleitung des Druckluftanschlusses
einfliesst. Grundsätzlich kann jede Rückzugsvorrichtung eine separate Speisedruckkammer
aufweisen. Es ist jedoch vorteilhaft gemäss Anspruch 12 mehrere Rückzugsvorrichtungen
mit einer Speisedruckkammer zu verbinden. Dadurch ist ein einfacher Aufbau mit nur
einem Anschluss für die Druckluft und nur einem Auslass für die Ölabscheidung für
mehrere Rückzugsvorrichtungen möglich.
[0014] Grundsätzlich sind verschiedenste Ausbildungen der erfindungsgemässen pneumatischen
Rückzugsvorrichtung denkbar. In den Ansprüchen 13 bis 16 wird eine besonders einfache
Ausgestaltung des Ventils beschrieben, dabei kann das Ventil in Verbindung mit den
Ansprüchen 5 und 6 in einer unteren Stelle der Zylinderkammer des Zylinder/Kolben-Aggregates
angeordnet sein. Gemäss Anspruch 13 kann ein unterer Abschnitt des Zylinders als Gehäuse
für das Ventil dienen. Der Ventilraum kann vorteilhafterweise durch die Zylinderinnenfläche,
durch einen die Zylinderkammer abschliessenden Abschlussteil und durch ein Ventilglied
begrenzt werden und direkt über einen an der Zylinderwand angeordneten Anschluss mit
einer Druckgasquelle verbunden werden. Ein erster Ventilsitz für das Ventilglied kann
gemäss Anspruch 14 an einem ringförmigen Anschlag ausgebildet sein. Gemäss Anspruch
15 kann ein zweiter Ventilsitz an einem Hülsenteil des Abschlussteils ausgebildet
sein. Verfährt das Ventilglied gegen den zweiten Ventilsitz, so wird die Kommunikation
der Zylinderkammer mit der Druckgasquelle gesperrt und die Drosselstellen am Ventilglied
unwirksam. Zudem ist es besonders vorteilhaft gemäss Anspruch 16 einen Auslass für
die Ölabscheidung direkt an dem Abschlussteil anzuordnen.
[0015] Das Ventil wird aktiviert, sobald der Druck in der Speisedruckkammer den Schaltdruck
übersteigt. Letzter hängt sowohl von dem Druck der Speisedruckkammer als auch von
der Vorspannkraft der Feder ab. Vorteilhaft ist eine Ausgestaltung nach den Ansprüchen
17 und 18, wonach die Vorspannkraft beispielsweise über eine Schraube von aussen eingestellt
werden kann.
[0016] Der maximale Kompressionsdruck des Ventils ist mittels des Strömungsquerschnittes
der Drosselstelle gemäss Anspruch 19 einstellbar. Ist ein höherer Kompressionsdruck
erforderlich, so wird der Strömungsquerschnitt der Drosselstelle verkleinert. Durch
die kleinere Drosselfläche wird die Kommunikation zwischen der Zylinderkammer und
der Druckgasquelle früher unterbrochen, womit ein höherer maximaler Kompressionsdruck
erreicht wird.
[0017] Mittels der Ausführungen gemäss den Ansprüchen 17 bis 19 kann der Schaltdruck als
auch der maximale Kompressionsdruck in der Zylinderkammer auf einfache Weise eingestellt
werden.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0018] Ausführungsbeispiele der erfindungsgemässen Fadensteuervorrichtung werden für eine
Nadelbandwebmaschine nachfolgend anhand der Zeichnungen näher beschrieben, dabei zeigen:
- Figur 1
- Eine Nadelbandwebmaschine in Seitenansicht;
- Figur 2
- eine Schaftvorrichtung mit pneumatischer Rückzugsvorrichtung in Ansicht quer zur Laufrichtung
der Kettfäden;
- Figur 3
- die in Figur 2 dargestellte pneumatische Rückzugsvorrichtung im Ausschnitt und in
grösserem Massstab in Grundstellung;
- Figur 4
- die in Figur 3 dargestellte pneumatischen Rückzugsvorrichtung in Kompressionsstellung;
- Figur 5
- ein weiteres Ausführungsbeispiel einer pneumatischen Rückzugsvorrichtung in grösserem
Massstab;
- Figur 6
- die in Figur 5 dargestellte pneumatische Rückzugsvorrichtung in Kompressionsstellung;
- Figur 7a
- Druck- und Kolbenverläufe der erfindungsgemässen pneumatischen Rückzugsvorrichtung
im Kriechgang;
- Figur 7b
- Druck- und Kolbenverläufe der pneumatischen Rückzugsvorrichtung bei Teillast; und
- Figur 7c
- Druck- und Kolbenverläufe der pneumatischen Rückzugsvorrichtung bei Volllast.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0019] Die Figur 1 zeigt eine Nadelbandwebmaschine mit einem Maschinengestell 2, in dem
eine Hauptantriebswelle 4 gelagert ist, die mindestens eine nicht näher dargestellte
Schussnadel 6, ein Webblatt 7, einen Warenabzug 8 und eine als Schaftvorrichtung 10
ausgebildete Fadensteuervorrichtung antreibt. Die Nadelbandwebmaschine weist ein Kettbaumgestell
12 auf, das Kettbäume 14 trägt, von denen Kettfäden 16 der Schaftvorrichtung 10 zugeführt
werden, welche die Kettfäden zu einem Webfach 18 öffnet. Mittels einer Fadenzuführvorrichtung
20 wird von einer Fadenspule 22 ein Schussfaden 24 der Schussnadel 6 zugeführt, welche
eine Schussfadenschlaufe in das Webfach 18 einbringt. Aufeinander folgende Schussfadenschlaufen
können mit sich selbst abgebunden werden oder mittels eines Fangfadens 26, der über
eine weitere Fadenzuführvorrichtung 28 einer hier nicht näher dargestellten Wirknadel
zugeführt wird, um eine eingetragene Schussfadenschlaufe abzubinden und zu sichern.
[0020] Die Figuren 2 zeigt die Schaftvorrichtung 10, bei der mehrere Schaftrahmen 30 mit
Fadenführorganen 31 jeweils mittels eines Lenkers 32 einerseits über einen formschlüssigen
Antrieb 35 mit einem Nockenantrieb 34 und andererseits mit einer pneumatischen Rückzugsvorrichtung
36 verbunden sind. Der Nockenantrieb 34 weist Schwenkhebel 38 auf, die an einer Antriebsstelle
40 mit Nocken 42 einer Nockenwelle 44 zusammenwirken. An der Abtriebsstelle 46 sind
die Schwenkhebel 38 über Gelenke 48 an den Lenkern 32 angelenkt.
[0021] Die durch die Gelenke 48 gegebenen Schwenkachsen verlaufen rechtwinklig zu den von
den Schaftrahmen 30 aufgespannten Ebenen. Die Abstände A der Schwenkhebel 38 der Antriebsstellen
40 zu den jeweiligen Schwenkachsen 50 sind zwischen benachbarten Schwenkhebeln verschieden,
wobei auch die Abstände B der Abtriebsstellen 46 zu den ortsfesten Schwenkachsen 50
verschieden sind, das Ganze derart, dass die Schaftrahmen um verschieden grosse Strecken
verschiebbar sind, um ein sich kontinuierlich erweiterndes und wieder verengendes
Webfach zu bilden, wie dies aus Figur 1 hervorgeht. Die pneumatische Rückzugsvorrichtung
36 wird gebildet durch eine Zylinderkammer 52, in der ein Kolben 54 verschiebbar ist,
welcher mit dem Lenker 32 in Verbindung steht, um den Kolben formschlüssig in der
Arbeitsfrequenz des Nockenantriebes 34 zu komprimieren. Die Zylinderkammer 52 ist
mit einem Ventil 56 verbunden. Letzterem ist eine Speisedruckkammer 58 vorgeschaltet,
über welche eine Druckgasquelle 60 angeschlossen ist, um den Gasdruck in der Zylinderkammer
52 aufrecht zu halten.
[0022] Figur 3 und Figur 4 zeigen die pneumatische Rückzugsvorrichtung in grösserem Massstab
während eines Kompressionsvorgangs. Dabei stellen Figur 3 den Kolben 54 in einem oberen
Totpunkt 66 und Figur 4 den Kolben 54 in einem unteren Totpunkt 68 in einem Zylinder
64 nach der Kompression dar. Das Ventilgehäuse besteht aus zwei Teilen, einem hülsenartigen
Gehäuse 70 mit an einem Ende ausgebildeten ersten Ventilsitz 72, der mit der Zylinderkammer
52 verbunden ist und einem Abschlussteil 74, das einen zweiten Ventilsitz 76 und einen
Durchgangskanal 78 aufweist. Letzterer ist mit der Speisedruckkammer 58 verbunden.
Zwischen den Ventilsitzen ist ein mit Drosselstellen 80 versehenes Ventilglied 82
bewegbar angeordnet.
[0023] Im Ausgangszustand der Figur 3 ist das Ventilglied 82 mittels der Vorspannkraft einer
Feder 84 gegen den ersten. Ventilsitz 72 vorgespannt, so dass die Zylinderkammer 52
und die Speisedruckkammer 58 über die Drosselstellen 80 im Ventilglied 82 und dem
Durchgangskanal 78 des Abschlussteils 74 miteinander kommunizierend in Verbindung
stehen. Bei hohem Druck in der Zylinderkammer 52 verfährt das Ventilglied 82 gegen
den zweiten Ventilsitz 76 und unterbricht die Kommunikation zwischen der Zylinderkammer
52 und der Speisedruckkammer 58, wie dies in Figur 4 dargestellt ist. In dieser Position
sind die Drosselstellen 80 unwirksam.
[0024] Der Kompressions-/Expansionsvorgang des Zylinder/Kolben-Aggregates ist nachfolgend
anhand der Figuren 3 und 4 und im Zusammenhang mit den Diagrammen der Figuren 7a,
7b und 7c beschrieben. Bei letzteren stehen H für den Hub des Kolbens des Zylinder/Kolben-Aggregates
mit UT als unteren Totpunkt und OT als oberen Totpunkt und PK für den Druck des Gases
in der Zylinderkammer. PS repräsentiert den nötigen Schaltdruck, damit das Ventilglied
vom ersten auf den zweiten Ventilsitz, respektive vom zweiten auf den ersten Ventilsitz
schaltet. Der Schaltdruck PS kann in den Speisedruck PD der Druckgasquelle und in
den entsprechenden Druck PF der Federkraft aufgeteilt werden. VZ stellt dabei die
Stellung des gesperrten und VO diejenige des mit der Zylinderkammer über die Drosselstellen
kommunizierenden Ventils dar.
[0025] Zunächst bewegt sich der Kolben 54 im Zylinder 64 von oben nach unten und verdrängt
dabei in einer ersten Phase Luft durch die am kolbenartigen Ventilglied 82 ausgebildeten
Drosselstellen 80 gegen die Speisedruckkammer 58.
Bei zunehmender Kolbengeschwindigkeit steigt die Druckdifferenz (PK-PD) über dem Ventilglied
82 an, bis die durch den Zylinderkammerdruck PK am Ventilglied 82 erzeugte Schaltkraft
die Vorspannkraft der Feder 84 und die durch den Speisedruck PD erzeugte Kraft am
Ventilglied 82 überwindet, und das Ventilglied 82 gegen den zweiten Ventilsitz 76
drückt. Die Drosselstelle 80 des Ventilgliedes 82 ist nun nicht mehr wirksam. Durch
weiteres Verfahren des Kolbens 54 gegen das Ventil 56 steigt daher der Zylinderkammerdruck
PK während des Kompressionsvorgangs in der Zylinderkammer 52 stark an und erreicht
sein Maximum an dem unteren Totpunkt UT. In der Expansionsphase verfährt das Ventilglied
80 vom zweiten zum ersten Ventilsitz 76, sobald die Federkraft die durch die Druckdifferenz
(PK-PD) am Ventilglied 80 erzeugte Kraft übersteigt. Am Ende der Expansionsphase,
was dem oberen Totpunkt 66 des Kolbens entspricht, stellt sich in der Zylinderkammer
der Speisedruck PD ein. Überdies kann allfällig angesammeltes Öl in der Zylinderkammer
52 nun durch den Durchgangskanal 78 abfliessen. Bei einem nächsten Kompressionsvorgang
wird das abfliessende Öl durch die in die Speisdruckkammer 58 verdrängte Luft ausgeblasen
und fliesst in einem an einem Boden 86 der Speisedruckkammer ausgebildeten Auslass
88 zur Ölabscheidung ab. Ein Anschluss 90 für Druckluft ist an einer seitlichen Wand
92 der Speisedruckkammer angeordnet, und verhindert damit ein weiteres Zurückfliessen
des Öls.
[0026] Figur 5 und Figur 6 zeigen eine weitere Ausführungsvariante einer pneumatischen Rückzugsvorrichtung
in grösserem Massstab während eines Kompressionsvorgangs. Dabei stellen Figur 5 den
Kolben 54 wiederum in einem oberen Totpunkt 66 und Figur 6 den Kolben 54 in einem
unteren Totpunkt 68 in dem Zylinder 64 nach der Kompression der Zylinderkammer 52
dar. Ein Ventil 56a ist wiederum direkt an einer untersten Stelle des Zylinders 64
angeordnet. Die Wandung des Zylinders dient dabei als Ventilgehäuse und ein Ventilraum
94 ist durch die Wandung des Zylinders 64, eines den Zylinder 64 abschliessenden Abschlussteils
74a und einem kolbenartigen Ventilglied 82a begrenzt. Ein als Ring ausgebildeter Anschlag
71 ist direkt im Innern des Zylinders 64 des Zylinder/Kolben-Aggregates angeordnet
und dient als ein ester Ventilsitz 72a für das kolbenartige Ventilglied 82a. Letzteres
ist wiederum mit einer Feder 84a gegen den ersten Ventilsitz 72a vorgespannt. Die
Feder 84a stützt sich dabei an dem den Zylinder abschliessenden Abschlussteil 74a
ab, der einen inneren Hülsenteil 96 zur Führung der Feder 84a aufweist und dessen
freies Ende überdies als ein zweiter Ventilsitz 76a für das Ventilglied 82a dient.
Stösst letzteres gegen den zweiten Ventilsitz 76a, werden im Ventilglied 82a ausgebildete
Drosselstelle 80a unwirksam. Ebenso wird in dieser Stellung ein am Zylinder angeordneter
Anschluss 90a für eine Druckgasquelle 60 mittels des Ventilgliedes 82a gesperrt. Über
einen am Abschlussteil 74a ausgebildeten Auslass 88a zur Ölabscheidung kann in der
Zylinderkammer 52 angesammeltes Öl abfliessen.
[0027] Im Ausgangszustand der Figur 5 ist das Ventilglied 82a mittels der Vorspannkraft
der Feder 84a gegen den ersten Ventilsitz 72a vorgespannt, so dass die Zylinderkammer
52 mit einer Druckgasquelle über die Drosselstellen 80a im Ventilglied 82a in Verbindung
stehen. Bei hohem Druck in der Zylinderkammer 52 verfährt das Ventilglied 82a gegen
den zweiten Ventilsitz 76a und unterbricht die Kommunikation zwischen der Zylinderkammer
52 und der Druckgasquelle 60 durch Sperrung des in der Zylinderwand angeordneten Anschlusses
90a, wie dies in Figur 6 dargestellt ist. In dieser Position sind die Drosselstellen
80a unwirksam.
[0028] Am Ende einer Expansionsphase stellt sich in der Zylinderkammer 52 Speisedruck ein.
Allfällig angesammeltes Öl in der Zylinderkammer 52 kann nun durch die Drosselstellen
80a in den Ventilraum 94 abfliessen. Bei einem nächsten Kompressionsvorgang wird das
abfliessende Öl durch die in den Ventilraum 94 verdrängte Luft ausgeblasen und fliesst
in dem an einem Boden 98 des Abschlussteils 74a ausgebildeten Auslass 88a zur Ölabscheidung
ab. Der Anschluss 90a für Druckluft ist an einer Wand 100 des Zylinders mit Abstand
vom Boden des Abschlussteils angeordnet, und verhindert damit ein weiteres Zurückfliessen
des Öls.
[0029] In den Figuren 7a, 7b und 7c sind die Druck- und Kolbenverläufe der erfindungsgemässen
Rückzugsvorrichtung über zwei Lastzyklen im Kriechgang für eine Geschwindigkeit von
800 U/min (Figur 7a), für Teillast bei 1000 U/min (Figur 7b) und für Volllast bei
4000 U/min (Figur 7c) dargestellt.
[0030] Im Kriechgang bis zu einer Betriebsgeschwindigkeit von beispielsweise 800 U/min (Figur
7a) erfolgt über die Drosselstellen des Ventilgliedes ein laufender Druckausgleich,
so dass der Zylinderdruck PK den nötigen Schaltdruck PS zum Unterbrechen der Kommunikation
zwischen der Zylinderkammer und der Druckgasquelle nicht erreicht. Der Druck in der
Zylinderkammer PK ist daher stets in der Grössenordnung des Speisedrucks PD. Die durch
den pneumatischen Antrieb entstehende Last für den Motor ist demzufolge gering und
ermöglicht einen ruhigen Lauf des Motors und insbesondere bei ausgeschaltetem Antrieb
ein Bewegen der Fadensteuervorrichtung von Hand, beispielsweise für Einstell- und
Reparaturzwecke.
[0031] Bei Teillast von 1000 U/min (Figur 7b) erreicht der Zylinderkammerdruck PK den nötigen
Schaltdruck PS während eines Zyklus, worauf das Ventil die Kommunikation der Druckgasquelle
mit der Zylinderkammer sperrt und die Kompression in der abgeschlossenen Zylinderkammer
beginnt. Die Kompression in der Zylinderkammer erreicht ihr Maximum bei einem unteren
Totpunkt UT. Bei nachfolgender Expansion fällt der Zylinderkammerdruck PK wiederum
unter den Schaltdruck PS. Die Zylinderkammer steht nun erneut in Verbindung mit der
Druckgasquelle und bei Erreichen eines oberen Totpunktes OT des Kolbens stellt sich
in der Zylinderkammer erneut Speisedruck PD ein. Durch den Kompressionsdruck in der
Zylinderkammer wird ein Abheben der Rolle vom Exzenter des formschlüssigen Antriebs
bei höheren Betriebsgeschwindigkeiten verhindert.
[0032] Bei Volllast von 4000 U/min wird der nötige Schaltdruck PS früher erreicht (Figur
7c) als bei kleineren Betriebsgeschwindigkeiten. Die Kompression erfolgt daher über
einen grösseren Hub und demzufolge erreicht der maximale Kompressionsdruck einen höheren
Wert als bei kleineren Betriebsgeschwindigkeiten. Bei der nachfolgenden Expansion
wird wiederum der nötige Schaltdruck PS erreicht, worauf das Ventil die Kommunikation
der Zylinderkammer mit der Druckgasquelle wieder herstellt. Der maximale Kompressionsdruck
ist eine direkte Funktion der Geschwindigkeit der Maschine, d.h. mit höherer Geschwindigkeit
nimmt auch der maximale Kompressionsdruck zu. Dies ist sowohl für ein wirtschaftliches
Betreiben der Maschine, als auch für eine einwandfreie Funktion des formschlüssigen
Antriebs vorteilhaft.
[0033] Durch Öffnen des Ventils einmal pro Arbeitszyklus erfolgt ein kontinuierliches Abfliessen
des in der Zylinderkammer angesammelten Schmieröls. Damit ist ein sicheres und stetiges
Betreiben der Anlage möglich, ohne etwaige Wartungszyklen zum Entfernen des Schmieröls
von der Zylinderkammer. Die oben beschriebenen Aufgaben und Anforderungen für das
Ventil erfolgen autonom, d.h. ohne jegliche externe Ansteuerung. Durch die Dimensionierung
der Federkraft, des Drosselquerschnittes und des Ventilgliedaussendurchmessers bzw.
der Ventilsitzdurchmesser sind die autonomen Steuerfunktionen des Ventils gegeben.
[0034] Die hier beschriebene Rückzugsvorrichtung für eine Fandensteuervorrichtung erfüllt
damit verschiedenste Anforderungen autonom und weist zugleich einen minimalsten technischen
Aufwand auf. Die Rückzugsvorrichtung ist daher besonders preisgünstig herzustellen
und im Betrieb durch ihren einfachen Aufbau weitgehend wartungs- und störungsfrei.
[0035] Die erfindungsgemässe Fadensteuervorrichtung kann auch für eine Einzelfadensteuerung,
beispielsweise für eine Jacquard-Maschine, ferner in einer Schussfadenvorrichtung
zum Vorlegen von einzelnen Schussfäden verwendet werden.
Bezugszeichenliste
[0036]
- 2
- Maschinengestell
- 4
- Hauptantriebswelle
- 6
- Schussnadel
- 7
- Webblatt
- 8
- Warenabzug
- 10
- Schaftvorrichtung
- 12
- Kettbaumgestell
- 14
- Kettbaum
- 16
- Kettfaden
- 18
- Webfach
- 20
- Fadenzuführvorrichtung
- 22
- Fadenspule
- 24
- Schussfaden
- 26
- Fangfaden
- 28
- Fadenzuführvorrichtung
- 30
- Schaftrahmen
- 31
- Fadenführorgan
- 32
- Lenker
- 34
- Nockenantrieb
- 35
- formschlüssiger Antrieb
- 36
- Rückzugsvorrichtung
- 38
- Schwenkhebel
- 40
- Antriebsstelle
- 42
- Nocken
- 44
- Nockenwelle
- 46
- Abtriebsstelle
- 48
- Gelenk
- 50
- Schwenkachse
- 52
- Zylinderkammer
- 54
- Kolben
- 56
- Ventil
- 56a
- Ventil
- 58
- Speisedruckkammer
- 60
- Druckgasquelle
- 64
- Zylinder
- 66
- oberer Totpunkt
- 68
- unterer Totpunkt
- 70
- Gehäuse
- 71
- Anschlag
- 72
- erster Ventilsitz
- 72a
- erster Ventilsitz
- 74
- Abschlussteil
- 74a
- Abschlussteil
- 76
- zweiter Ventilsitz
- 76a
- zweiter Ventilsitz
- 78
- Durchgangskanal
- 80
- Drosselstelle
- 80a
- Drosselstelle
- 82
- Ventilglied
- 82a
- Ventilglied
- 84
- Feder
- 84a
- Feder
- 86
- Boden
- 88
- Auslass
- 88a
- Auslass
- 90
- Anschluss
- 90a
- Anschluss
- 92
- Wand
- 94
- Ventilraum
- 96
- Hülsenteil
- 98
- Boden
- 100
- Wand
1. Fadensteuervorrichtung für eine Textilmaschine, insbesondere für eine Fachbildevorrichtung,
mit mindestens einem Fadenführorgan (31), das in eine Bewegungsrichtung mittels eines
formschlüssig ausgebildeten Antriebs (35) und in der entgegengesetzten Bewegungsrichtung
mittels einer kraftschlüssigen und pneumatisch ausgebildeten Rückzugsvorrichtung (36)
bewegbar ist, wobei letztere ein Zylinder/Kolben-Aggregat (64,54) aufweist, dessen
Zylinderkammer (52) über ein Ventil (56,56a) mit einer Druckgasquelle (60) verbunden
ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (56,56a) einen ersten mit der Zylinderkammer (52) verbundenen Ventilsitz
(72,72a) und einen zweiten Ventilsitz (76,76a) aufweist, zwischen denen ein mit mindestens
einer Drosselstelle (80,80a) versehenes Ventilglied (82,82a) bewegbar ist, das in
Grundstellung mittels einer Feder (84,84a) gegen den ersten Ventilsitz (72,72a) vorgespannt
ist, wobei die Drosselstelle (80,80a) unwirksam ist und das Ventilglied (82,82a) die
Kommunikation mit der Druckgasquelle (60) sperrt, wenn das Ventilglied (82,82a) am
zweiten Ventilsitz (76,76a) ansteht.
2. Fadensteuervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil ein Gehäuse (70) aufweist, an dessen einem Ende der erste. Ventilsitz
(72) ausgebildet ist.
3. Fadensteuervorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Ventilsitz (76) an einem mit einem Durchgangskanal (78) ausgebildeten
Abschlussteil (74) ausgebildet ist.
4. Fadensteuervorrichtung nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (70) zylindrisch ausgebildet ist, in dem das kolbenartig ausgebildete
Ventilglied (82) gegen die Gehäusewand abgedichtet geführt ist.
5. Fadensteuervorrichtung nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Spalt zwischen dem Ventilglied (82) und der Gehäusewand des Ventils (56) als
Drosselstelle dient.
6. Fadensteuervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (56,56a) in der Zylinderkammer (52) angeordnet ist.
7. Fadensteuervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (56,56a) an der untersten Stelle des Zylinders (64) angeordnet ist.
8. Fadensteuervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Abschlussteil (74) des Ventils (56) direkt mit einer Speisedruckkammer (58) verbunden
ist.
9. Fadensteuervorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Speisedruckkammer (58) einen Auslass (88) zur Ölabscheidung für ein von der Zylinderkammer
(52) stammendes Öl aufweist.
10. Fadensteuervorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Auslass (88) für die Ölabscheidung an einem Boden (86) der Speisedruckkammer
(58) angeordnet ist.
11. Fadensteuervorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein Anschluss (90) für Druckluft an einer seitlichen Wand (92) der Speisedruckkammer
(58) mit Abstand vom Boden (86) der Speisedruckkammer angeordnet ist.
12. Fadensteuervorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Speisedruckkammer (58) mindestens einer Rückzugsvorrichtungen (36) als Speisedruck-
und Ölablaufvorrichtung dient.
13. Fadensteuervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein unterer Abschnitt des Zylinders (64) als Ventilgehäuse dient und einen Anschluss
(90a) für die Druckgasquelle (60) aufweist.
14. Fadensteuervorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass ein ringförmiger Anschlag (71) im innern des Zylinders (64) angeordnet ist und dieser
als erster mit der Zylinderkammer (52) verbundener Ventilsitz (72a) ausgebildet ist.
15. Fadensteuervorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Zylinder (64) mittels des Abschlussteils (74a) abgeschlossen ist, wobei letzteres
ein Hülsenteil (96) aufweist, dessen freies Ende als ein zweiter Ventilsitz (76a)
dient.
16. Fadensteuervorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass ein Auslass (88a) für die Ölabscheidung am Abschlussteil (74a) angeordnet ist.
17. Fadensteuervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaltdruck (PS) des Ventils (56, 56a) durch Ändern der Vorspannkraft der Feder
(84,84a) einstellbar ist.
18. Fadensteuervorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorspannkraft der Feder (84,84a) von aussen einstellbar ist.
19. Fadensteuervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der maximale Kompressionsdruck (PK) der Zylinderkammer (52) mittels des Strömungsquerschnittes
der Drosselstelle (80,80a) einstellbar ist.
1. A thread control device for a textile machine, in particular for a shedding device,
with at least one thread guide member (31) which is moveable in one direction of movement
by means of a positively designed drive (35) and in the opposite direction of movement
by means of a nonpositive and pneumatically designed retraction device (36), the latter
having a cylinder/piston assembly (64, 54), the cylinder chamber (52) of which is
connected to a compressed gas source (60) via a valve (56, 56a), characterized in that the valve (56, 56a) has a first valve seat (72, 72a) connected to the cylinder chamber
(52) and a second valve seat (76, 76a) between which valve seats a valve member (82,
82a) provided with at least one throttle point (80, 80a) is moveable, which valve
member, in the basic position, is prestressed against the first valve seat (72, 72a)
by means of a spring (84, 84a), the throttle point (80, 80a) being inactive and the
valve member (82, 82a) shutting off communication with the compressed gas source (60)
when the valve member (82, 82a) is against the second valve seat (76, 76a).
2. The thread control device as claimed in claim 1, characterized in that the valve has a housing (70), at one end of which the first valve seat (72) is formed.
3. The thread control device as claimed in claim 2, characterized in that the second valve seat (76) is formed on a closing-off part (74) designed with a passage
duct (78).
4. The thread control device as claimed in either one of claims 2 or 3, characterized in that the housing (70) is designed cylindrically, in which the piston-like valve member
(82) is guided, sealed off with respect to the housing wall.
5. The thread control device as claimed in either one of claims 2 or 3, characterized in that a gap between the valve member (82) and the housing wall of the valve (56) serves
as a throttle point.
6. The thread control device as claimed in one of claims 1 to 5, characterized in that the valve (56, 56a) is arranged in the cylinder chamber (52).
7. The thread control device as claimed in one of claims 1 to 6, characterized in that the valve (56, 56a) is arranged in the lowermost point of the cylinder (64).
8. The thread control device as claimed in one of claims 1 to 7, characterized in that the closing-off part (74) of the valve (56) is connected directly to a feed pressure
chamber (58).
9. The thread control device as claimed in claim 8, characterized in that the feed pressure chamber (58) has an oil separation outlet (88) for oil coming from
the cylinder chamber (52).
10. The thread control device as claimed in claim 9, characterized in that the oil separation outlet (88) is arranged on a bottom (86) of the feed pressure
chamber (58).
11. The thread control device as claimed claim 10, characterized in that a connection (90) for compressed air is arranged, at a distance from the bottom (86)
of the feed pressure chamber (58), on a lateral wall (92) of the feed pressure chamber.
12. The thread control device as claimed in one of claims 8 to 11, characterized in that the feed pressure chamber (58) of at least one return device (36) serves as a feed
pressure and oil outflow device.
13. The thread control device as claimed in claim 1, characterized in that a lower portion of the cylinder (64) serves as a valve housing and has a connection
(90a) for the compressed gas source (60).
14. The thread control device as claimed in claim 13, characterized in that an annular stop (71) is arranged inside the cylinder (64) and is designed as a first
valve seat (72a) connected to the cylinder chamber (52).
15. The thread control device as claimed in claim 14, characterized in that the cylinder (64) is closed off by means of the closing-off part (74a), the latter
having a sleeve part (96), the free end of which serves as a second valve seat (76a).
16. The thread control device as claimed in claim 15, characterized in that an oil separation outlet (88a) is arranged on the closing-off part (74a).
17. The thread control device as claimed in claim 1, characterized in that the switching pressure (PS) of the valve (56, 56a) can be set by a change in the
prestressing force of the spring (84, 84a).
18. The thread control device as claimed in claim 17, characterized in that the prestressing force of the spring (84, 84a) can be set from outside.
19. The thread control device as claimed in claim 1, characterized in that the maximum compression pressure (PK) in the cylinder chamber (52) can be set by
means of the flow cross section of the throttle point (80, 80a).
1. Dispositif de commande de fil d'une machine textile, notamment pour un dispositif
de formation de foule, comprenant :
* au moins un organe guide fil (31) déplacé dans une direction de déplacement par
un moyen d'entraînement (35) réalisé avec une liaison par la forme et dans la direction
de déplacement opposée, par l'intermédiaire d'un dispositif de rappel (36) réalisé
avec une liaison par la force et une liaison pneumatique,
* ce dernier ayant une unité cylindre/piston (64, 54) dont la chambre de cylindre
(52) est reliée à une source de gaz sous pression (60) par l'intermédiaire d'une soupape
(56, 56a),
caractérisé en ce que
* la soupape (56, 56a) comporte un premier siège de soupape (72, 72a) relié à la chambre
de cylindre (52), et un second siège de soupape (76, 76a) entre lesquels se déplace
un organe de soupape (82, 82a) muni d'au moins un point d'étranglement (80, 80a),
cet organe étant précontraint dans sa position de base par un ressort (84, 84a) contre
le premier siège de soupape (72, 72a),
* le point d'étranglement (80, 80a) étant neutralisé et l'organe de soupape (82, 82a)
ferme la communication avec la source de gaz sous pression (60) lorsque l'organe de
soupape (82, 82a) est appliqué contre le second siège de soupape (76, 76a).
2. Dispositif de commande de fil selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
la soupape comporte un boîtier (70) dont une extrémité est munie du premier siège
de soupape (72).
3. Dispositif de commande de fil selon la revendication 2,
caractérisé en ce que
le second siège de soupape (76) comporte une pièce terminale (74) munie d'un canal
traversant (78).
4. Dispositif de commande de fil selon la revendication 2 ou 3,
caractérisé en ce que
le boîtier (70) est cylindrique et reçoit un organe de soupape (82) en forme de piston
guidé de manière étanche par rapport à la paroi du boitier.
5. Dispositif de commande de fil selon la revendication 2 ou 3,
caractérisé en ce que
l'intervalle entre l'organe de soupape (82) et la paroi du boîtier de la soupape (56)
constitue un point d'étranglement.
6. Dispositif de commande de fil selon l'une des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce que
la soupape (56, 56a) est logée dans la chambre de cylindre (52).
7. Dispositif de commande de fil selon l'une des revendications 1 à 6,
caractérisé en ce que
la soupape (56, 56a) est prévue au point le plus bas du cylindre (64).
8. Dispositif de commande de fil selon l'une des revendications 1 à 7,
caractérisé en ce que
la pièce de terminaison (74) de la soupape (56) est reliée directement à la chambre
d'alimentation en pression (58).
9. Dispositif de commande de fil selon la revendication 8,
caractérisé en ce que
la chambre d'alimentation en pression (58) comporte une sortie (88) pour séparer l'huile
provenant de la chambre de cylindre (52).
10. Dispositif de commande de fil selon la revendication 9,
caractérisé en ce que
la sortie (88) pour séparer l'huile, est prévue dans le fond (86) de la chambre d'alimentation
en pression (58).
11. Dispositif de commande de fil selon la revendication 10,
caractérisé par
un branchement (90) d'air comprimé prévu sur la paroi latérale (92) de la chambre
d'alimentation en pression (58), à une certaine distance du fond (86) de la chambre
d'alimentation en pression.
12. Dispositif de commande de fil selon l'une des revendications 8 à 11,
caractérisé en ce que
la chambre d'alimentation en pression (58) sert de dispositif d'alimentation en pression
et d'évacuation d'huile pour au moins un dispositif de rétraction (36).
13. Dispositif de commande de fil selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
le segment inférieur du cylindre (64) sert de boîtier de soupape et comporte un branchement
(90a) pour la source de gaz sous pression (60).
14. Dispositif de commande de fil selon la revendication 13,
caractérisé par
une butée annulaire (71) logée à l'intérieur du cylindre (64) et réalisée comme premier
siège de soupape (72a) relié à la chambre de cylindre (52).
15. Dispositif de commande de fil selon la revendication 14,
caractérisé en ce que
le cylindre (64) est fermé par une pièce de terminaison (74a), cette dernière ayant
une partie en forme de manchon (96) dont l'extrémité libre, sert de second siège de
soupape (76a).
16. Dispositif de commande de fil selon la revendication 15,
caractérisé en ce que
la pièce de terminaison (74a) comporte une sortie (88a) pour séparer l'huile.
17. Dispositif de commande de fil selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
la pression de commutation (PS) de la soupape (56, 56a) se règle en modifiant la force
de précontrainte du ressort (84, 84a).
18. Dispositif de commande de fil selon la revendication 17,
caractérisé en ce que
la force de précontrainte du ressort (84, 84a), se règle de l'extérieur.
19. Dispositif de commande de fil selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
la pression maximale de compression (PK) de la chambre de cylindre (52) se règle à
l'aide de la section de passage du point d'étranglement (80, 80a).
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