(19)
(11) EP 1 859 435 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
20.01.2010  Patentblatt  2010/03

(21) Anmeldenummer: 05716155.6

(22) Anmeldetag:  17.03.2005
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
G10G 7/02(2006.01)
G10H 1/44(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2005/002850
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2006/097124 (21.09.2006 Gazette  2006/38)

(54)

VORRICHTUNG UND VERFAHREN ZUM VERSTELLEN DER SPANNUNG EINER SAITE EINES SAITENINSTRUMENTES

DEVICE AND METHOD FOR ADJUSTING THE TENSION OF A STRING OF A STRINGED INSTRUMENT

DISPOSITIF ET PROCEDE DE REGLAGE DE LA TENSION D'UNE CORDE D'UN INSTRUMENT A CORDES


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
28.11.2007  Patentblatt  2007/48

(73) Patentinhaber: Tectus Anstalt
9490 Vaduz (LI)

(72) Erfinder:
  • ADAMS, Christopher
    22299 Hamburg (DE)

(74) Vertreter: Raffay & Fleck 
Patentanwälte Grosse Bleichen 8
20354 Hamburg
20354 Hamburg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
WO-A-01/67431
US-A- 4 426 907
DE-A1- 3 509 662
US-A- 5 767 429
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zum Verstellen der Spannung einer mit einem ersten Ende an einem Befestigungsblock und mit einem zweiten Ende an einer weiteren Befestigung festgelegten Seite eines Saiteninstrumentes.

    [0002] Zum korrekten Stimmen von Saiteninstrumenten ist es erforderlich, die bei diesen Instrumenten zwischen zwei Befestigungspunkten gespannten Saiten in ihrer Spannung exakt einzustellen, so dass sich beim Anschlagen der Saite eine stehende Welle der richtigen Frequenz ausbildet und somit der gewünschte Ton erzeugt wird.

    [0003] Üblicherweise ist hierzu die Saite eines Saiteninstrumentes mit einem ihrer beiden Enden starr festgelegt, das zweite Ende der Saite läuft auf einer Spindel oder einem ähnlichen Element auf und kann durch Auf- bzw. Abwickeln ge- bzw. entspannt werden, um so die richtige Stimmung der Saite zu erlangen.

    [0004] Insbesondere jedoch dann, wenn das Saiteninstrument auch automatisch gestimmt werden können soll, d.h. mittels einer Steuerung, die aufgrund eines erfassten Ist-Tones der angeschlagenen Saite im Vergleich desselben mit einem Soll-Ton einen Antrieb zur Veränderung der Saitenspannung ansteuert, sind solche, bekannten Möglichkeiten zum Verstellen der Saitenspannung nicht immer geeignet. Zum Beispiel bei einer Gitarre, insbesondere einer E-Gitarre, bzw. einem E-Bass, sitzen die so genannten Mechaniken bzw. die Wirbel zum Spannen bzw. Entspannen der Saiten am so genannten Kopf des Instrumentes und damit an einem vergleichsweise kleinen Teil desselben. Zwar gibt es grundsätzliche Möglichkeiten, auch hier einen motorischen Antrieb zum Einstellen der Saitenspannung anzubringen, siehe zum Beispiel DE 3509662, allerdings ist es sehr schwierig bis nahezu unmöglich, die gesamte Steuerung für ein System zum automatischen Stimmen der Gitarre bzw. des E-Basses an diesem Teil des Instrumentes anzuordnen. Insoweit ist es erstrebenswert, nach alternativen Möglichkeiten zum Verstellen der Spannung einer Saite eines Saiteninstrumentes zu suchen.

    [0005] Eine solche Alternative wird hinsichtlich eines Verfahrens zum Verstellen der Spannung einer mit einem ersten Ende in einem Befestigungsblock und mit einem zweiten Ende an einer weiteren Befestigung festgelegten Saite eines Saiteninstrumentes mit einem in dem nachfolgenden Patentanspruch 1 angegebenen Verfahren gegeben. Hinsichtlich einer Vorrichtung ist eine dieses Ziel verwirklichende Vorrichtung im Patentanspruch 2 beschrieben. Vorteilhafte Weiterbildungen der Vorrichtung sind in den Patentansprüchen 3 bis 5 angegeben. In Anspruch 6 ist schließlich eine Vorrichtung zum automatischen Stimmen wenigstens einer Saite eines Saiteninstrumentes angegeben, welche eine neuartige Vorrichtung zum Verstellen der Spannung einer Saite eines Saiteninstrumentes gemäß der Erfindung verwendet.

    [0006] Erfindungsgemäß liegt die Besonderheit des neuartigen Verfahrens zum Verstellen der Spannung einer Saite eines Saiteninstrumentes bzw. der erfindungsgemäßen Vorrichtung darin, dass keine Mechanik zum Aufwickeln der Saite verwendet wird, sondern statt dessen mit einem unter Druck stehenden Druckmittel, bspw. einem Fluid, gearbeitet wird. Dieses Druckmittel greift an einem Halteabschnitt, an welchem ein erstes Ende der Saite angelegt ist, an und verschiebt diesen Halteabschnitt und damit das darin festliegende Saitenende in einem Befestigungsblock so, dass sich die Spannung der Saite ändert.

    [0007] Der Einsatz eines Druckmittels, vorzugsweise eines Fluids, insbesondere einer Hydraulikflüssigkeit, erlaubt ein automatisches Einstellen der Saitenspannung ohne Einsatz irgendwelcher Stellmotoren. Stattdessen kann bspw. mit in einem Druckreservoir vorhandener Hydraulikflüssigkeit gearbeitet werden, um druckgesteuert und präzise die Saitenspannung einzustellen. Ein solches Vorgehen eignet sich besonders gut zum Einsatz in einer Vorrichtung zum automatischen Stimmen eines Saiteninstrumentes, bspw. einer Gitarre, wobei eine Zufuhr bzw. Abfuhr von Druckmittel zum Erhöhen bzw. Erniedrigen der Saitenspannung von einer Steuerung je nach Abweichen der Frequenz des von der Saite tatsächlich erzeugten Tones von einer vorgegebenen Frequenz eines Soll-Tones angesteuert wird.

    [0008] Eine mögliche Verwirklichung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist in der in Anspruch 3 genannten, vorteilhaften Weiterbildung angegeben. Die erfindungsgemäß eingesetzte Hülse ergibt im Zusammenspiel mit der Bohrung, in welcher sie eingesetzt ist, einen ähnlichen Effekt wie ein Kolben in einem Zylinder, so dass sie mittels des Druckmittels bzw. beim Entspannen mittels des Saitenzuges auf einfache Weise in der Bohrung in dem Block verschoben werden kann und so die Saite spannt bzw. entspannt. Besonders geeignet ist diese Lösung für Gitarren, insbesondere für E-Gitarren sowie für E-Bässe. Dort sind am Korpus des Instrumentes die Saiten mit einem Ende in einem Befestigungsblock, im Falle von E-Gitarren bisweilen auch in einem Tremolo-Systemblock, festgelegt. Ein solcher Block weist üblicherweise ohnehin Bohrungen auf, in die die Saiten mit einem Ende geführt sind, üblicherweise unter einer Umlenkung von etwa 90°. Hier lässt sich ohne großen Aufwand ein herkömmlicher Block durch einen mit den erfindungsgemäßen Hülsen ausgerüsteten und mit entsprechend erweiterten Bohrungen versehenen Block austauschen, ohne dass das Instrument schwerwiegende Veränderung erfährt. So wird auf einfache Weise die Möglichkeit einer "automatischen" Saitenverstellung geschaffen, ohne das Instrument selbst wesentlich zu verändern.

    [0009] Die in Anspruch 4 angegebene Weiterbildung dient einer Erleichterung des Festlegens der Saitenenden in der Hülse. Beispielsweise bei Gitarren, insbesondere E-Gitarren und bei E-Bässen weisen die Saiten an ihrem an dem Korpus festgelegten Ende typischerweise Verdickungen, so genannte "ball ends" auf. Mit diesen können die Saitenenden dann in dem erweiterten Abschnitt der in der Hülse geführten Bohrung festgelegt werden.

    [0010] Ist die Hülse, wie in Anspruch 5 angegeben, aus einem piezoelektrischen Keramikmaterial gefertigt, kann sie in vorteilhafter Weise zugleich als Tonabnehmer genutzt werden. Mit ihr können die Schwingungen der dort anliegenden Saite erfasst und durch die piezoelektrische Eigenschaft der Keramik in elektrische Signale umgesetzt werden. Diese elektrischen Signale können dann entweder unmittelbar zur Verstärkung gebracht und als akustische Signale genutzt werden, sie können aber auch als Steuersignale fungieren, um bspw. midi-Funktionen ansteuern. Schließlich können diese Signale auch genutzt werden, um eine in Anspruch 6 beanspruchte Vorrichtung zum automatischen Stimmen eines Saiteninstrumentes mit Informationen über die aktuell erfasste Frequenz der schwingenden Saite zu versorgen, welche Informationen dann dem Abgleich mit der Soll-Frequenz und schließlich der Errechnung der erforderlichen weiteren Spannung bzw. Entspannung der Saite dient.

    [0011] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus dem nachfolgend anhand der beigefügten Figuren geschilderten Ausführungsbeispiel. In der nachfolgenden Beschreibung und in den Figuren ist die Erfindung anhand einer Verwirklichung einer E-Gitarre beschrieben, wobei die Erfindung grundsätzlich nicht auf dieses besondere Saiteninstrument beschränkt, sondern prinzipiell bei allen bekannten Saiteninstrumenten anwendbar ist. In den Figuren zeigen:
    Fig. 1
    schematisch eine Ansicht einer E-Gitarre als Beispiel für ein Saiteninstrument mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
    Fig. 2
    eine vergrößerte schematische Darstellung des Korpus der E-Gitarre aus Fig. 1,
    Fig. 3
    a-d in verschiedenen Ansichten einen erfindungsgemäß ausgerüsteten Tremolo-Systemblock der in Fig. 1 und Fig. 2 dargestellten Gitarre,
    Fig. 4
    einen Tremolo-Systemblock wie in Fig. 3 mit aufgesetzten Reitern, wobei einer der Reiter in Explosionsdarstellung gezeigt ist und
    Fig. 5
    einen Ausschnitt des Korpus' der Gitarre mit angesetztem und von Spannfedern gehaltenem Tremolo-Systemblock.


    [0012] In den Figuren ist ein Ausführungsbeispiel für eine erfindungsgemäße Vorrichtung in einer E-Gitarre gezeigt. Gleiche Elemente sind dabei mit gleichen Bezugszeichen versehen.

    [0013] Zunächst ist in den Figuren 1 und 2 allgemein eine E-Gitarre 1 dargestellt. Diese lässt sich grob unterteilen in einen Korpus 2, einen Hals 3 sowie einen Kopf 4. Am Korpus 2 ist als Befestigungsblock bei dieser E-Gitarre 1 ein Tremolo-Systemblock 5 angebracht, welcher die vorliegende Erfindung enthält und deshalb später eingehender beschrieben wird.

    [0014] Ausgehend von dem Tremolo-Systemblock 5 erstrecken sich die Saiten 6a bis 6f, welche am Kopf 4 auf Wirbel 7 auflaufen, wobei die Wirbel 7 über Flügel 8 verstellt werden können. Unter den Saiten 6a bis 6f ist am Korpus 2 der E-Gitarre 1 ein pick-guard 9 angeordnet.

    [0015] In Fig. 2 ist vergrößert der Korpus 2 der E-Gitarre 1 dargestellt. Hier sind zusätzlich ein später näher zu erläuternder Steuerchip 10 sowie Tonabnehmer 12 (so genannte pickups) zu erkennen. Ferner sind Leitungen 14 zu erkennen, über welche der Steuerchip 10 mit dem Tremolo-Systemblock 5 verbunden ist, wobei auf diese Verbindung später näher eingegangen werden wird.

    [0016] In den Fign. 3a bis d ist in verschiedenen Ansichten der Tremolo-Systemblock 5 näher dargestellt. Dieser Tremolo-Systemblock 5 enthält die Erfindung. In Fig. 3a ist der Tremolo-Systemblock 5 in einer dreidimensionalen Ansicht, in Fig. 3b in einer Draufsicht, in Fig. 3c in einer geschnittenen Ansicht entlang der Schnittlinie A-A aus Fig. 3b und in Fig. 3d in einer entlang der Schnittlinie B-B aus Fig. 3d genommenen Schnittdarstellung dargestellt.

    [0017] In den Fign. 3a bis 3d ist zu erkennen, dass der Tremolo-Systemblock 5 insgesamt sechs Bohrungen 11 aufweist, in welchen die Saiten 6a bis 6f in später näher zu beschreibender Weise festgelegt werden können. Die Bohrungen 11 haben in einem in Fig. 3c unten dargestellten Abschnitt einen im Durchmesser erweiterten Abschnitt 11a. In den Bohrungen 11 sind Hülsen 13 längs verschiebbar angeordnet. Die Hülsen 13 weisen jeweils einen erweiterten Kopf 13a auf. Der Außendurchmesser des erweiterten Kopfes 13a entspricht dem Innendurchmesser des Abschnittes 11a der Bohrung 11; der Außendurchmesser der restlichen Hülse 13 entspricht dem Durchmesser der restlichen Bohrung 11. Auf diese Weise ist zwischen den Übergängen des erweiterten Kopfes 13a zur restlichen Hülse 13 und dem Abschnitt 11a der Bohrung 11 zur restlichen Bohrung 11 ein Ringraum 17 gebildet. In diesem Ringraum 17 mündet eine Zuführleitung 18 in Form einer Stichbohrung. Durch diese Zuführleitung 18 kann in den Ringraum 17 ein Druckmittel, im bevorzugten Ausführungsbeispiel ein Hydraulikfluid, eingebracht werden.

    [0018] In der Hülse 13 ist eine innere Bohrung 19 geführt, welche im Bereich des erweiterten Kopfes 13a der Hülse 13 einen erweiterten Innendurchmesser aufweist (Abschnitt 19a). Ferner sind - für die Erfindung nicht relevante, aus anderen Aspekten eingesetzte - weitere Hülsen 20 zu erkennen, die an dem in Fig. 3c oben dargestellten Abschnitt des Tremolo-Systemblockes 5 fest in den Bohrungen 11 sitzen. Diese Hülsen dienen einer Isolierung der durch die Hülsen 13 geführten Saiten gegenüber dem Metallmaterial des Tremolo-Systemblocks 5. Diese Isolierung ist in bestimmten Anwendungsfällen erforderlich, insbesondere wenn die Saiten 6a bis 6f als elektrische Leiter verwendet werden sollen.

    [0019] Im Einsatz sitzen die Saiten 6a bis 6f mit einer Verdickung an ihrem einen Ende (dem so genannten ball end) in dem erweiterten Abschnitt 19a der Bohrung in der Hülse 13 fest. Die Saiten sind dann weiter durch die Bohrung 19 in der jeweiligen Hülse 13 geführt und dann durch die weitere, feststehende Hülse 20 hindurch aus dem Tremolo-Systemblock 5 heraus. Dort werden sie über in Fig. 4 dargestellte Reiter 21 und von dort über den Hals 3 bis zum Kopf 4 der E-Gitarre 1 geführt. Dort laufen sie auf die Wirbel 7 auf. Die Hülsen 13 in den Bohrungen 11 des Tremolo-Systemblocks 5 werden durch in dem Ringraum 17 befindliches Hydraulikfluid in ihrer Position gehalten. Dabei steht der auf die Hülse 13 ausgeübte Druck des Hydraulikfluids mit der durch die Saite bzw. deren Spannung ausgeübte Kraft im Gleichgewicht. Soll die Saite nun gespannt werden, wird durch die Zuführleitung 18 weiteres Hydraulikfluid in den Ringraum 17 verbracht, um den Druck zu erhöhen. Dadurch wird die Hülse 13 in der Bohrung 11 in der Fig. 3c gezeigten Ausrichtung nach unten bewegt und die Saite gespannt. Anders herum wird, soll die Saite entspannt werden, Hydraulikfluid aus der Zuführleitung 18 abgelassen, wodurch sich die Hülse 13 in der Bohrung 11 in der in Fig. 3c gezeigten Ausrichtung nach oben bewegt.

    [0020] Bevorzugt wird Hydraulikfluid aus einem Hydraulikfluidspeicherelement verwendet, welches ohne weiteres insbesondere ohne Veränderung der Geometrie bzw. des Materials der Gitarre, damit auch ohne Fräsungen und sonstige Materialausnehmungen, im Korpus 2 der Gitarre 1 angeordnet werden kann. Hier bedarf es dann lediglich einer entsprechenden Ventilschaltung, die zum Spannen bzw. Entspannen der Gitarrensaiten jeweils richtig angesteuert wird.

    [0021] Alternativ zu der hier beschriebenen Wirkweise der Vorrichtung kann diese auch mit einem in beide Richtungen, d.h. zum Spannen wie auch zum Entspannen aktiv mit Hydraulikfluid belastbare Einheit (Doppelkammersystem) umfassen.

    [0022] Wichtig ist in dem gezeigten Ausführungsbeispiel, dass die Gesamtlänge der Hülse 13 länger ist als die Länge des erweiterten Abschnittes 11a der Bohrung 11, damit hier auch im Zustand der maximalen Saitenspannung der Ringraum 17 gegenüber der restlichen Bohrung 11 abgedichtet ist und kein Hydraulikfluid aus dem Ringraum 17 unkontrolliert austreten kann.

    [0023] In einer bevorzugten Anwendung wird dieses System zum Verstellen der Spannung der Saiten in eine Vorrichtung zum automatischen Stimmen der Gitarre integriert. Dazu wird der in Fig. 2 gezeigte Steuerchip 10 verwendet. In diesem Chip ist ein Soll-Wert für die Frequenz einer Grundschwingung einer jeden Saite gespeichert. Über Signalleitungen ist dieser Steuerchip 10 mit bspw. den Tonabnehmern 12 verbunden, um die aktuelle Frequenz der Grundschwingung der Saiten erfassen zu können. Aus einer Differenz zwischen dem Soll- und dem Ist-Wert errechnet der Steuerchip 10 ein Maß, um welches die jeweilige Saite zu spannen bzw. zu entspannen ist und steuert das Ventil für die dieser Saite zugeordnete Stichleitung 18 entsprechend an, so dass über einen Zu- bzw. Abfluss der Hydraulikflüssigkeit eine jeweilige Anpassung der Saitespannung der betreffenden Saite vorgenommen werden kann.

    [0024] Anstelle die Tonabnehmer 12 (elektromagnetische Abnehmer) zu verwenden, können auch entweder in dem Tremolo-Systemblock 5 separat eingebrachte Piezo-Elemente oder aber die Hülsen 13 selbst, sofern sie aus einem piezoelektrischen Keramikmaterial bestehen, als Element zum Erfassen des Ist-Wertes der Frequenz der Saite verwendet werden.

    [0025] In Fig. 5 ist schließlich ein Ausschnitt aus dem Korpus 2 der E-Gitarre 1 von hinten bzw. unten dargestellt. Zu erkennen ist hier die Aufhängung des Tremolo-Systemblocks 5, der mit den erfindungsgemäß arbeitenden Hülsen 13 ausgerüstet ist. Der Tremolo-Systemblock 5 ist mit Hilfe dreier Federn 22, die über entsprechende Stelleinrichtungen 23 in ihrem auf dem Tremolo-Systemblock 5 ausgeübten Zug eingestellt werden können, in der Waage gehalten. Hier setzt eine weitere Nutzungsmöglichkeit der hydraulischen Verstellung an. Im Rahmen einer unabhängig von der vorliegenden Erfindung nutzbaren technischen Entwicklung ist es denkbar, durch Hydraulik- bzw. Pneumatikzylinder oder auf andere Weise mit einem Druckmittel aktiviert die Federspannung der einzelnen, den Tremolo-Systemblock 5 in einer Waage haltenden Federn zu verändern. Auf diese Weise könnte "automatisch" eine Einstellung der Waage des Tremolo-Systemblocks vorgenommen werden, bspw. um unterschiedliche Effekte des Gitarrenspiels zu erreichen oder aber um bei Einsatz unterschiedlicher Tremolo-Systeme, bspw. eines Floyd-Rose-Tremolo-Systemes, die Zugkräfte anzupassen. Mit 24 ist hier ein solcher Zylinder angedeutet. Möglich ist es bspw. auch, die Federn 22 insgesamt durch Pneumatik- bzw. Hydraulikzylinder zu ersetzen. Auch diese zuletzt beschriebene Lösung ist unabhängig von der hier beanspruchten Erfindung durchführbar und stellt für sich genommen eine eigene Erfindung dar.

    Bezugszeichenliste



    [0026] 
    1
    E-Gitarre
    2
    Korpus
    3
    Hals
    4
    Kopf
    5
    Tremolo-Systemblock
    6a-f
    Saite
    7
    Wirbel
    8
    Flügel
    9
    Pick-Guard
    10
    Steuerchip
    11
    Bohrung
    11a
    erweiterter Abschnitt
    12
    Tonabnehmer
    13
    Hülse
    13a
    erweiterter Kopf
    14
    Leitung
    17
    Ringraum
    18
    Zuführleitung
    19
    Bohrung
    19a
    Abschnitt
    20
    Hülse
    21
    Reiter
    22
    Feder
    23
    Stelleinrichtung
    24
    Pneumatik- bzw. Hydraulikzylinder



    Ansprüche

    1. Verfahren zum Verstellen der Spannung einer mit einem ersten Ende in einem Befestigungsblock (5) und mit einem zweiten Ende an einer weiteren Befestigung (7) festgelegten Saite (6a - 6f) eines Saiteninstrumentes (1), wobei das erste Ende der Saite (6a - 6f) an einem in bzw. an dem Befestigungsblock (5) relativ zu diesem verschiebbaren Halteabschnitt (13) festgelegt ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Halteabschnitt durch Beaufschlagung mit einem unter einem vorgebbaren Druck stehenden Druckmittel zum Spannen bzw. Entspannen der Saite (6a - 6f) verschoben wird.
     
    2. Vorrichtung zum Verstellen der Spannung einer mit einem ersten Ende in einem Befestigungsblock (5) und mit einem zweiten Ende an einer weiteren Befestigung (7) festgelegten Saite (6a - 6f) eines Saiteninstrumentes (1), wobei das erste Ende der Saite (6a - 6f) an einem in bzw. an dem Befestigungsblock (5) relativ zu diesem verschiebbar angeordneten Haltabschnitt (13) festgelegt ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Halteabschnitt (13) durch Beaufschlagung mit einem unter einem vorgebbaren Druck stehenden Druckmittel zum Spannen bzw. Entspannen der Saite (6a - 6f) verschiebbar ist.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie wenigstens eine in dem Befestigungsblock (5) geführte Bohrung (11) mit einem Bohrungsabschnitt (11a) mit erweitertem Durchmesser sowie eine in der wenigstens einen Bohrung (11) verschiebbar und das Druckmittel abdichtend angeordnete Hülse (13) aufweist, wobei die Hülse (13) einen Kopf (13a) mit einem verbreiterten Außendurchmesser, der im wesentlichen dem Bohrungsdurchmesser in dem Abschnitt (11a) der Bohrung (11) mit erweiterten Durchmesser entspricht, sowie einen Fortsatz mit einem Außendurchmesser, der im wesentlichen dem Bohrungsdurchmesser der restlichen Bohrung (11) entspricht, aufweist, wobei zwischen dem Kopf (13a) und dem Fortsatz der Hülse (13) ein Absatz vorgesehen ist, wobei der Kopf (13a) der Hülse (13) in dem Bohrungsabschnitt (11a) mit erweitertem Durchmesser angeordnet ist und der Fortsatz der Hülse (13) bis in den die restliche Bohrung (11) hineinragt, so dass zwischen dem Absatz zwischen dem Kopf (13a) und dem Fortsatz der Hülse (13) und dem Übergang Bohrungsabschnittes (11a) mit dem vergrößerten Durchmesser in die restliche Bohrung (11) ein abgedichteter Ringraum (17) gebildet ist, und wobei in diesen Ringraum (17) wenigstens eine Leitung (18) zum Zuführen bzw. Abführen von Druckmittel mündet.
     
    4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Kopf (13a) der Hülse (13) eine gegenüber der Bohrung (19) in dem restlichen Abschnitt der Hülse (13) im Durchmesser erweiterter Bohrungsabschnitt (19a) angeordnet ist.
     
    5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse (13) eine Hülse aus einem piezoelektrischen Keramikmaterial ist, wobei die Hülse (13) zur Aufnahme von piezoelektrisch gewonnenen Signalen elektrisch kontaktiert ist.
     
    6. Vorrichtung zum automatischen Stimmen wenigstens einer Saite (6a - 6f) eines Saiteninstrumentes (1), insbesondere einer Gitarre oder einem E-Bass, mit einem Sensor (12) zum Erfassen eines akustischen Signals der schwingenden Saite (6a - 6f), einer Wandlereinheit zum Umwandeln des akustischen Signals in ein digitales Signal zum Bestimmen einer zugehörigen Frequenz, einer Vergleichseinheit zum Abgleichen der ermittelten Frequenz mit einer vorgegebenen Frequenz, einer Vorrichtung zum Verstellen der Spannung der wenigstens einen Saite (6a - 6f) und einer Steuerung (10) zum Ansteuern der Vorrichtung zum Verstellen der Spannung der wenigstens einen Saite (6a - 6f) anhand einer festgestellten Abweichung zwischen der ermittelten Frequenz und der vorgegebenen Frequenz, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung zum Verstellen der Spannung der wenigstens einen Saite (6a - 6f) eine Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5 ist.
     


    Claims

    1. A method for adjusting the tension of a string (6a - 6f) of a string instrument (1) fixed with a first end in a mounting block (5) and with a second end at the level of another fastener (7), wherein the first end of the string (6a - 6f) is fixed in or at the level of a holding section (13) the latter being mobile relative to the mounting block (5), characterised in that the holding section is moved under the effect of a pressure control means subjected to a presettable pressure for tensioning or loosening the string (6a - 6f).
     
    2. A device for adjusting the tension of a string (6a - 6f) of a string instrument (1) fixed with a first end in a mounting block (5) and with a second end at the level of another fastener (7), wherein the first end of the string (6a - 6f) is fixed in or at the level of the mounting block (5) relative to a mobile holding section (13), characterised in that the holding section (13) is moved under the effect of a pressure control means subjected to a presettable pressure for tensioning or loosening the string (6a-6f).
     
    3. A device according to claim 2, characterised in that it presents at least a hole (11) drilled in the mounting block (5) with a drilled section (11a) with enlarged diameter as well as a bushing (13) sealing the pressure control means and mobile in said at least one hole (11), wherein the bushing (13) presents a head (13a) with an enlarged outer diameter corresponding substantially to the drilled diameter in the section (11a) of the hole (11) with enlarged diameter, as well as an extension with an outer diameter corresponding substantially to the drilled diameter of the remaining hole (11), wherein between the head (13a) and the extension of the bushing (13) a landing is provided, wherein the head (13a) of the bushing (13) is arranged in the drilled section (11a) with enlarged diameter and the extension of the bushing (13) reaches into the remaining hole (11), so that between the landing situated between the head (13a) and the extension of the bushing (13) and the transitory drilled section (11a) with the enlarged diameter in the remaining hole (11) a sealed annular chamber (17) is formed, and wherein in said annular chamber at least one cable (18) can penetrate for bringing the pressure control means in or out.
     
    4. A device according to claim 3, characterised in that a drilled section (19a) is arranged in the head (13a) of the bushing (13) opposite the hole (19) in the remaining section of the bushing (13) with enlarged diameter.
     
    5. A device according to one of the claims 3 or 4, characterised in that the bushing (13) is made of piezoelectric ceramic material, wherein the bushing (13) is contacted electrically for receiving signals obtained piezoelectrically.
     
    6. A device for automatic tuning at least of one string (6a - 6f) of a string instrument (1), in particular a guitar or a bass, with a sensor (12) for detecting an acoustic signal of the vibrating string (6a - 6f), with a conversion unit for transforming the acoustic signal into a digital signal to determine a matching frequency, with a comparison unit for matching the frequency obtained with a preset frequency, with a device for adjusting the tension of said at least one string (6a -6f) and a control unit (10) for controlling the device for adjusting the tension of said at least one string (6a - 6f) using a deviation observed between the frequency obtained and the preset frequency, characterised in that the device for adjusting the tension of said at least one string (6a - 6f) is a device according to one of the claims 2 to 5.
     


    Revendications

    1. Procédé de réglage de tension d'une corde (6a - 6f) d'un instrument à cordes (1) fixée en une première extrémité dans un bloc de fixation (5) et en une seconde extrémité au niveau d'un autre système de fixation (7), la première extrémité de la corde (6a - 6f) étant fixée dans ou contre une section de retenu (13) laquelle section est mobile par rapport au bloc de fixation (5), caractérisé en ce que la section de retenue se déplace sous l'effet d'un régulateur de pression soumis à une pression prédéterminée pour tendre ou détendre la corde (6a - 6f).
     
    2. Dispositif de réglage de tension d'une corde (6a - 6f) d'un instrument à cordes (1) fixée en une première extrémité dans un bloc de fixation (5) et en une seconde extrémité au niveau d'un autre système de fixation (7), la première extrémité de la corde (6a - 6f) étant fixée dans ou contre le bloc de fixation (5) par rapport à cette section de retenue mobile (13), caractérisé en ce que la section de retenue (13) est mobile sous l'effet d'un régulateur de pression soumis à une pression prédéterminée pour tendre ou détendre la corde (6a - 6f).
     
    3. Dispositifselon la revendication 2, caractérisé en ce qu'il présente au moins un trou (11) pratiqué dans le bloc de fixation (5) avec une sélection d'alésage (11a) au diamètre agrandi de même qu'une douille (13) mobile dans ledit au moins un trou (11) et rendant le régulateur de pression hermétique, dans lequel la douille (13) présente une tête (13a) au diamètre externe élargi, correspondant sensiblement au diamètre d'alésage dans la partie (11a) du trou (11) au diamètre agrandi, de même qu'un embout avec un diamètre externe correspondant sensiblement au diamètre d'alésage du trou résiduel (11), un palier étant prévu entre la tête (13a) et l'embout de la douille (13), la tête (13a) de la douille (13) étant prévue dans la sélection d'alésage (11a) au diamètre agrandi et l'embout de la douille (13) pénétrant dans le trou résiduel (11), de sorte qu'entre le palier situé entre la tête (13a) et l'embout de la douille (13) et la section d'alésage de transition (11a) au diamètre agrandi dans le trou résiduel (11) une chambre annulaire hermétique (17) est formée, et au moins un câble (18) pour rapprocher ou éloigner le régulateur de pression débouche dans ladite chambre annulaire (17).
     
    4. Dispositif selon la revendication 3, caractérisé en ce qu'une sélection d'alésage (19a) au diamètre agrandi, en face du trou (19) dans la section résiduelle de la douille (13) est disposée dans la tête (13a) de la douille (13).
     
    5. Dispositif selon l'une des revendications 3 ou 4, caractérisé en ce que la douille (13) est constituée d'un matériau céramique piézoélectrique, la douille (13) permettant de recevoir des signaux acquis de manière piézoélectrique est mise en contact électriquement.
     
    6. Dispositif permettant d'accorder automatiquement au moins une corde (6a - 6f) d'un instrument à cordes (1), en particulier une guitare ou une basse, pourvu d'un capteur (12) permettant de détecter un signal acoustique de la corde vibrante (6a - 6f), d'un convertisseur permettant de transformer le signal acoustique en un signal numérique pour déterminer une fréquence voulue, d'un comparateur permettant d'harmoniser la fréquence obtenue avec une fréquence donnée, d'un dispositif permettant de régler la tension d'au moins une corde (6a - -6f) et d'une commande (10) permettant d'utiliser le dispositif de réglage de tension de ladite au moins une corde (6a - 6f) au regard d'un écart observé entre la fréquence obtenue et la fréquence donnée, caractérisé en ce que le dispositif de réglage de tension de ladite au moins une corde (6a - 6f) est un dispositif selon l'une quelconque des revendications 2 à 5.
     




    Zeichnung




















    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente