[0001] Die Erfindung betrifft eine Beutelverpackung aus einer Kunststofffolie mit einer
durch Seitenfalten verbundenen Front- und Rückfläche und einer durch eine Bodensiegelnaht
verschlossenen Standfläche. Die Beutelverpackung wird als flachliegender Folienbeutel
vorgefertigt und nach der Befüllung in einer Beutelbefüllanlage durch eine Kopfsiegelnaht
verschlossen, welche die Frontfläche mit der Rückfläche sowie das kopfseitige Ende
der Seitenfalten mit der jeweils benachbarten Front- oder Rückfläche verbindet.
[0002] Die Beutelverpackung, die in der Praxis auch als Standbeutel bezeichnet wird, weist
in der Regel einen ungefüllten Kopfbereich auf, in dem sich Luft befindet oder die
Front- und Rückflächen flächig aufeinander liegen. Dieser Bereich wird nicht durch
das Füllgut stabilisiert und kann daher leicht durch mechanische Einwirkung eingeknickt
werden. Das führt in der Praxis häufig dazu, dass der Kopfbereich durch das Einknicken
nicht mehr sichtbar ist, wenn der Standbeutel im Verkaufsregal steht. Das optische
Erscheinungsbild wird beeinträchtigt und die Präsentationsfläche wird nicht mehr voll
genutzt.
[0003] In
EP 1 009 658 B1 wird ein Verfahren beschrieben, mit dem formstabile Verpackungsbehälter aus einer
Kunststofffolie gefertigt werden können. Die Folie wird in Bereichen, die nach der
Formgebung eine höhere Steifigkeit aufweisen sollen, mit einer strukturell umwandelbaren
Substanz und einem Aktivator beschichtet. Nach der Umformung der Folie in einen Verpackungsbehälter
werden die beschichteten Wandbereiche beheizt oder zum Beispiel mit UV-Licht bestrahlt,
um eine chemische Reaktion im Beschichtungsmaterial auszulösen. Dabei härtet die Beschichtung
aus und bildet steife Flächenbereiche. Das beschriebene Verfahren eignet sich zur
Herstellung von Verpackungen, die vor der Befüllung mit Füllgut vorgeformt werden,
zum Beispiel Verpackungsschalen, quaderförmige Verpackungen für Flüssigkeiten und
dergleichen. Für Beutelverpackungen, die als flachliegende Folienbeutel vorgefertigt
und in einer Beutelbefüllanlage mit stückigem oder rieselfähigem Gut befüllt und aufgeweitet
werden, ist die beschriebene Folie nicht geeignet, denn eine nachträgliche Beheizung
oder Bestrahlung könnte das Füllgut beschädigen.
[0004] Die
EP 0 362 102 B1 beschreibt eine aus einem Folienzuschnitt gefertigte quaderförmige Verpackung für
Flüssigkeiten. Zur Verbesserung der Formsteifigkeit des Verpackungsbehälters wird
auf die Folie verpackungsinnenseitig eine Verstärkungsfolie aufkaschiert, die entlang
allen Längskanten des aus dem Kaschierverbund gefertigten Verpackungsbehälters mit
der Folie verschweißt wird. Um die Formstabilität der Verpackung zu verbessern, muss
eine relativ dicke Verstärkungsfolie eingesetzt werden, was sich nachteilig sowohl
auf die Materialkosten als auch auf das Gewicht der Verpackung auswirkt.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Standbeutelverpackung für Schüttgut
zu schaffen, die in einem von dem Füllgut nicht ausgefüllten Kopfbereich so formstabil
ist, dass der Kopfbereich nicht einknickt, wenn der Standbeutel im Verkaufsregal steht.
[0006] Ausgehend von einer Beutelverpackung mit den eingangs beschriebenen Merkmalen wird
die Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass zumindest in einem oberen Bereich
der Beutelverpackung, der nach einer Beutelbefüllung nicht von Füllgut ausgefüllt
ist, ein Gitter zur Versteifung der Kunststofffolie beutelinnenseitig an der Kunststofffolie
befestigt ist. Das Gitter stabilisiert den Kopfbereich, wobei es ausreichend ist,
wenn sich das Gitter etwa vom maximalen Füllstand oder vorzugsweise etwa unterhalb
des maximalen Füllstandes beginnend bis zum Kopfende der Beutelverpackung erstreckt.
Geeignet sind insbesondere grobmaschige Gitter, die sich bei geringem Gewicht durch
ein hohes Widerstandsmoment auszeichnen. Das zu Versteifungszwecken auf der Beutelinnenseite
befestigte Gitter beeinträchtigt nicht das äußere Erscheinungsbild der Beutelverpackung.
Die Kunststofffolie, aus der die Beutelverpackung gefertigt wird, kann in an sich
bekannter Weise aus einer mehrschichtigen Verbundfolie bestehen, die an der Beutelinnenseite
eine Schicht aus einem siegelfähigen Polymer und an der Beutelaußenseite eine bedruckbare
Schicht aus einem nicht siegelfähigen Polymer aufweist.
[0007] Die Beutelverpackung kann als flachliegender und stapelfähiger Folienbeutel vorgefertigt
werden. Im Hinblick auf die Stapelfähigkeit ist es zweckmäßig, wenn die Seitenfalten
flexibel sind und nicht durch beutelinnenseitige Maßnahmen versteift werden. Vorzugsweise
sind daher lediglich die Frontfläche und die Rückfläche jeweils durch ein auf die
Kunststofffolie aufkaschiertes Gitter verstärkt. Die Verstärkung kann sich auf den
oberen Bereich der Front- und Rückfläche, der nach der Beutelbefüllung nicht durch
Füllgut stabilisiert ist, beschränken.
[0008] Das Gitter besteht vorzugsweise aus Kunststoff und ist mit der Kunststofffolie verschweißt
oder verklebt.
[0009] Die Befestigung des Gitters an der Beutelinnenseite kann ferner durch eine Abdeckfolie
erfolgen, die beutelinnenseitig auf das Gitter aufgebracht ist, unmittelbar mit der
Kunststofffolie verbunden ist und dadurch das Gitter an der Kunststofffolie fixiert.
Die Abdeckfolie steht zweckmäßig an den Rändern des Gitters über und ist entlang den
überstehenden Rändern mit der Kunststofffolie verbunden. Vorzugsweise ist die Abdeckfolie
ferner in Gitteröffnungen mit der Kunststofffolie verbunden. Die beschriebenen Befestigungsmaßnahmen
können einzeln oder in beliebiger Kombination verwirklicht werden.
[0010] Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung erläutert. Es zeigen schematisch:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Beutelverpackung,
- Fig. 2
- eine Ansicht der Beutelinnenseite im Kopfbereich des Beutels,
- Fig. 3
- den Schnitt A-A aus Fig. 2.
[0011] Die in Fig. 1 dargestellte Beutelverpackung besteht aus einer Kunststofffolie und
weist eine durch Seitenfalten 1 verbundene Front- und Rückfläche 2, 3 sowie eine durch
eine Bodensiegelnaht verschlossene Standfläche 4 auf. Die Beutelverpackung wird zunächst
als flachliegender, oben offener Folienbeutel vorgefertigt, der in einer Beutelbefüllanlage
mit stückigem oder schüttfähigem Gut befüllt und anschließend durch eine Kopfsiegelnaht
5 verschlossen wird. Die Kopfsiegelnaht 5 erstreckt sich über die gesamte Breite der
Beutelverpackung und verbindet die Front- und Rückfläche 2, 3 miteinander sowie das
obere Ende der Seitenfalten 1 mit der jeweils benachbarten Front- oder Rückfläche
2, 3. Die auch als Standbodenbeutel bezeichnete Beutelverpackung weist einen ungefüllten
oberen Bereich 6 auf, in dem sich Luft befindet oder die Front- und Rückfläche 2,
3 aufeinander liegen. Dieser Bereich wird nicht durch das Füllgut 7 stabilisiert.
In der Praxis besteht die Gefahr, dass dieser Bereich umknickt und nicht mehr sichtbar
ist, wenn der Standbeutel beispielsweise im Verkaufsregal steht.
[0012] Um die Formstabilität des oberen Bereiches 6 der Beutelverpackung, der nach einer
Beutelbefüllung nicht von Füllgut 7 ausgefüllt ist, zu verbessern, ist erfindungsgemäß
ein Gitter 8 zur Versteifung der Kunststofffolie beutelinnenseitig an der Kunststofffolie
9 befestigt. Das Gitter 8 ist grobmaschig ausgebildet und weist bei einem geringen
Gewicht ein hohes Widerstandsmoment auf. Es ist jeweils beutelinnenseitig an der Frontfläche
2 und der Rückfläche 3 befestigt und erstreckt sich vorzugsweise von einer Stelle
etwas unterhalb des maximalen Füllstandes bis zum Kopfende der Beutelverpackung unterhalb
der Kopfsiegelnaht 5. Das Gitter 8 besteht vorzugsweise aus Kunststoff. Es wird beispielsweise
aus 0,5 bis 2 mm dicken Filamenten gefertigt. Das Gitter 8 ist grobmaschig ausgebildet
und weist beispielsweise eine Maschenweite zwischen 10 X 10 mm und 40 X 40 mm auf.
[0013] Einer vergleichenden Betrachtung der Fig. 2 und 3 entnimmt man, dass die Kunststofffolie
9, aus der die Beutelverpackung gefertigt ist, aus einer mehrschichtigen Verbundfolie
besteht, die an der Beutelinnenseite eine Schicht 10 aus einem siegelfähigen Polymer
und an der Beutelaußenseite eine bedruckbare Schicht 11 aus einem nicht siegelfähigen
Polymer aufweist. Das aus Kunststoff bestehende Gitter 8 kann mit der Kunststofffolie
9 verschweißt oder verklebt werden. Im Ausführungsbeispiel erfolgt die Befestigung
mittels einer Abdeckfolie 12, die auf das Gitter beutelinnenseitig aufgebracht ist.
Die Abdeckfolie 12 ist unmittelbar mit der Kunststofffolie 9 verbunden und fixiert
dadurch das Gitter 8 an der Kunststofffolie. Im Ausführungsbeispiel steht die Abdeckfolie
12 an den Rändern des Gitters 8 über und ist entlang den überstehenden Rändern 13
mit der Kunststofffolie 9 verbunden. Des Weiteren ist die Abdeckfolie 12 in den Gitteröffnungen
14 oder zumindest in einigen Gitteröffnungen mit der Kunststofffolie 9 verklebt oder
verschweißt. Die beschriebenen Befestigungsmaßnahmen können einzeln oder in beliebiger
Kombination verwirklicht werden.
1. Beutelverpackung aus einer Kunststofffolie mit einer durch Seitenfalten (1) verbundenen
Front- und Rückfläche (2, 3) und einer durch eine Bodensiegelnaht verschlossenen Standfläche
(4), dadurch gekennzeichnet, dass zumindest in einem oberen Bereich (6) der Beutelverpackung, der nach einer Beutelbefüllung
nicht von Füllgut (7) ausgefüllt ist, ein Gitter (8) zur Versteifung der Kunststofffolie
(9) beutelinnenseitig an der Kunststofffolie befestigt ist.
2. Beutelverpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass lediglich die Frontfläche (2) und die Rückfläche (3) zumindest im oberen Bereich
der Beutelverpackung jeweils durch ein auf die Kunststofffolie (9) aufkaschiertes
Gitter (8) verstärkt sind.
3. Beutelverpackung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kunststofffolie (9) aus einer mehrschichtigen Verbundfolie besteht, die an der
Beutelinnenseite eine Schicht (10) aus einem siegelfähigen Polymer und an der Beutelaußenseite
eine bedruckbare Schicht (11) aus einem nichtsiegelfähigen Polymer aufweist.
4. Beutelverpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Gitter (8) aus Kunststoff besteht und mit der Kunststofffolie (9) verschweißt
oder verklebt ist.
5. Beutelverpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass auf das Gitter (8) beutelinnenseitig eine Abdeckfolie (12) aufgebracht ist, die unmittelbar
mit der Kunststofffolie (9) verbunden ist und dadurch das Gitter (8) an der Kunststofffolie fixiert.
6. Beutelverpackung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckfolie (12) an den Rändern des Gitters (8) übersteht und entlang den überstehenden
Rändern (13) mit der Kunststofffolie (9) verbunden ist.
7. Beutelverpackung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckfolie in Gitteröffnungen mit der Kunststofffolie verbunden ist.
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