[0001] Die Erfindung betrifft ein Injektionsverfahren zur Einbringung einer Dämmung mittels
eines schüttfähigen und einblasbaren Dämmstoffes in Hohlräume und eine Anordnung zur
Einbringung einer Dämmung mittels eines schüttfähigen und einblasbaren Dämmstoffes
in Hohlräume mit einem Vorratsbehältnis, enthaltend den schüttfähigen und einblasbaren
Dämmstoff sowie eine Transportleitung mit einem ersten Ende an oder in dem Vorratsbehältnis
und einem zweiten Ende am Hohlraum.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind unterschiedliche Förderverfahren und Anordnungen bekannt,
um schüttfähige und einblasbare Dämmstoffe in Hohlräume einzubringen.
[0003] Typischerweise wird ein Vorratsbehälter, in dem der schüttfähige und einblasbare
Dämmstoff in größeren Mengen vorrätig gehalten wird, unter Druck gesetzt. Innerhalb
dieses Vorratsbehälters ist ein Ausgang mit einem Anschluss für eine Transportleitung
vorgesehen, wobei am anderen Ende der Transportleitung ein Anschluss oder eine Spitze
vorgesehen ist, um den schüttfähigen und einblasbaren Dämmstoff in einen Hohlraum
einzubringen. Der Transport des schüttfähigen und einblasbaren Dämmstoffes erfolgt
durch den Druck, der innerhalb des Vorratsbehälters aufrecht gehalten wird. Dieser
Druck drückt den schüttfähigen und einblasbaren Dämmstoff durch die Transportleitung
an den Einbringungsort.
[0004] Problematisch an den bekannten Anordnungen und Verfahren ist, dass der Vorratsbehälter
eine begrenzte Größe aufweist, was dazu führt, dass der Vorrat an dem schüttfähigen
und einblasbaren Dämmstoff sehr begrenzt ist. Ein Nachfüllen des Vorratsbehälters
ist aufwendig, da erst einmal der Druck abgelassen werden muss. Zu dem ist das ständige
Nachfüllen aus kleinen Gebinden in den Druckbehälter sehr zeitaufwendig. Ferner ist
die Staubbelastung für das Bedienpersonal und die Umgebung sehr hoch, was ebenfalls
vermieden werden soll. Weiterhin besteht nicht die Möglichkeit, direkt aus beispielsweise
BigPacks oder Vorratssäcken, in denen der schüttfähige und einblasbare Dämmstoff geliefert
wird, den schüttfähigen und einblasbaren Dämmstoff zu fördern, da diese Behältnisse
nicht einem ausreichend hohen Druck ausgesetzt werden können, ohne dass die Behältnisse
zerstört werden.
[0005] Darüber hinaus ist nachteilig, dass beim Injektionsverfahren mit unter Druck gestelltem
Vorratsbehälter aufgrund der begrenzten Druckfestigkeit des Vorratsbehälters, seiner
Größe sowie der Länge der Transportleitung nur ein relativ geringer Einpressdruck
am Hohlraum aufgebracht werden kann.
[0006] Ferner sind Einblasvorrichtungen für Zellulosedämmstoffe mit diskontinuierlicher
Förderung des Dämmstoffs aus einem druckfreien Behälter bekannt, bei dem die abgetrennte
kleine Einblasmenge unter Förderdruck gesetzt wird. Auch hierbei kann jedoch nur ein
relativ geringer Überdruck (maximal 300 mbar) aufgebaut werden.
[0007] Entsprechend ist die Packungsdichte des schüttfähigen und einblasbaren Dammstoffs
im Hohlraum nicht ausreichend verdichtet, sodass es später zu unerwünschten Setzungserscheinungen
kommt. Im Ergebnis besteht die Gefahr, dass die Hohlräume nicht vollständig verfüllt
werden oder nach einiger Zeit durch Nachsacken des Dämmstoffs nicht mehr vollständig
befüllt sind. Dies ist jedoch zu vermeiden, da mit dem Dämmstoff nicht vollständig
ausgefüllte Hohlraumabschnitte die gewünschte Dämmwirkung in diesem Bereich deutlich
verschlechtern. Es bilden sich somit partiell schlechter gedämmte Bereiche, die im
Innenraum des gedämmten Gebäudes zur Taubildung und schlimmstenfalls zur Schimmelbildung
führen können.
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Anordnung
aufzuzeigen, die es ermöglichen, den schüttfähigen und einblasbaren Dämmstoff direkt
aus den Liefergebinden zu fördern und anschließend direkt in einen Hohlraum unter
starkem Druck einzubringen.
[0009] Gelöst wird diese Aufgabe mit einem Verfahren nach Anspruch 1 und einer Anordnung
nach Anspruch 6.
[0010] Dadurch, dass der schüttfähige und einblasbare Dämmstoff mittels einer Venturi-Düse
gefördert wird, kann der Dämmstoff aus dem Behältnis gefördert und in Richtung der
Einbringungsortes transportiert werden. Hierdurch ist eine Druckbeaufschlagung des
Behältnisses, indem sich der schüttfähige und einblasbare Dämmstoff befindet, nicht
mehr notwendig. Anstelle Druck auf den zu fördernden schüttfähigen und einblasbaren
Dämmstoff in seinem Behältnis auszuüben, wird dieser mittels eines Sogs innerhalb
der Venturi-Düse angesaugt und so mindestens durch diese hindurch transportiert. Der
Sog innerhalb der Venturi-Düse, bedingt durch einen Massenstrom eines Fördermediums,
bewirkt einen Massenstrom des zu fördernden schüttfähigen und einblasbaren Dämmstoffes
in Strömungsrichtung hinein in den Hohlraum. Durch Einstellung des Fördermitteldruckes
kann ein gewünschter Förder- und Pressdruck, der auf den in den Hohlraum eingeblasenen
Dämmstoff wirkt, in weiten Bereichen frei gewählt werden. Somit ist auch eine stärkere
Druckbeaufschlagung möglich, so dass ein geringfügig komprimierbarer Dämmstoff, beispielsweise
aus EPS-Perlen mit EPS-Fräsung, wie er in dem deutschen Gebrauchsmuster
20 2006 018 200 des Anmelders beschrieben ist, unter einem ausreichenden Druck in den Hohlraum eingebracht
wird.
[0011] Die eingangs geschilderte Anordung zeichnet sich dadurch aus, dass am zweiten Ende
der Transportleitung eine Venturi-Düse mit einem Materialdurchgang, einer Förderseite,
einer Einbringungsseite und einer Druckluftzuführung mit einer Luftstromzuführung
mit einem Einströmwinkel zur Längsachse der Venturi-Düse, so dass die Druckluft beim
Eintritt in den Materialdurchgang einen Massen-Transport in Strömungsrichtung bewirkt,
vorgesehen ist. Mit dieser Anordnung kann das vorgenannte beschriebene Verfahren durchgeführt
werden.
[0012] Wenn der schüttfähige und einblasbare Dämmstoff durch die Venturi-Düse direkt in
den Hohlraum eingeblasen wird, wobei die Venturi-Düse direkt an dem Hohlraum anliegt
oder eindringt, ist der Druck zur Einbringung am höchsten, da Reibungsverluste durch
einen weiteren Transport über eine Transportleitung vermieden werden. Das direkte
Einblasen des schüttfähigen und einblasbaren Dämmstoffes wird durch das direkte Anliegen
oder Eindringen der Venturi-Düse am oder in den Hohlraum noch effektiver. Es erfolgt
eine gute Kompression des schüttfähigen und einblasbaren Dämmstoffes innerhalb des
Hohlraumes, wodurch sogar eine Steigerung des Dämmwertes erzielt wird. Hierzu wird
es möglich, einen besseren Gesamtdämmwert zu erzielen, da je Rauminhalt mehr Dämmstoff
eingebracht werden kann.
[0013] Um einen Massenstrom des Fördermediums zu optimieren, wird Druckluft zur Förderung
des schüttfähigen und einblasbaren Dämmstoffes in die Venturi-Düse zugeführt, wobei
die Zuführung der Druckluft eine parallel zur und in Richtung der Strömungsrichtung
gerichteten Massen-Transport bewirkt. Insbesondere ist hier die parallel zur und in
Richtung der Strömungsrichtung weisende Komponente der Strömung für den Massenstrom
des zu fördernden schüttfähigen und einblasbaren Dämmstoffes in Strömungsrichtung
entscheidend. Eine senkrecht zur Strömungsrichtung gerichtete oder irgendwie räumlich
orientierte Komponente kann so eingestellt werden, dass es zu Verwirbelungen innerhalb
der Venturi-Düse kommt, durch die der Massenstrom verstärkt werden kann. Ebenso ist
eine Geschwindigkeitserhöhung des Massenstroms des zu fördernden schüttfähigen und
einblasbaren Dämmstoffes möglich, was wiederum zu einem erhöhten Teilchenstrom pro
Zeiteinheit führt.
[0014] Wenn die Druckluft innerhalb der Venturi-Düse gleichzeitig an mehreren Stellen punktuell
zugeführt wird, erfolgt ein verstärkter und gleichförmiger Transport des zu fördernden
schüttfähigen und einblasbaren Dämmstoffes über die gesamte Bandbreite des Materialdurchgangs.
Bei Zuführung über eine einzelne Fördermediumzuführung kann die Druckluft als Fördermedium
nur einen geringen und nicht präzise gerichteten Massenstrom des zu fördernden schüttfähigen
und einblasbaren Dämmstoffes erzielen. Jedoch bei Zuführung über mehrere Stellen gleichzeitig
wird der Massenstrom des Fördermediums präziser, gerichteter und über den gesamten
Querschnitt des Materialdurchgangs räumlich verteilt. Diese punktuelle Zuführung über
mehrere Stellen bewirkt einen optimalen Sog und einen damit verbundenen kräftigen
Massenstrom des zu fördernden Mediums.
[0015] Bei Ausgestaltung der Venturi-Düse als ringförmiger Materialdurchgang, zumindest
im Inneren, ist es vorteilhaft, wenn die Druckluft innerhalb der Venturi-Düse ringförmig
um die Längsachse der Venturi-Düse zugeführt wird.
[0016] Wenn der Materialdurchgang als Konus ausgebildet ist, wobei der Konus in Strömungsrichtung
im Querschnitt enger wird, wird der Förderstrom in Strömungsrichtung zum einen gerichtet,
und zum anderen verdichtet. Dies führt zu einer Erhöhung des Massenstroms des zu fördernden
schüttfähigen und einblasbaren Dämmstoffes in Richtung des Einbringungsortes.
[0017] Dadurch, dass die Einbringungsseite als rohrförmige Lanze ausgebildet ist, kann der
Massenstrom des zu fördernden schüttfähigen und einblasbaren Dämmstoffes durch die
rohrförmige Lanze hindurch gefördert werden. Weiter kann die Lanze dazu verwendet
werden, um in den Hohlraum, in den der schüttfähige und einblasbare Dämmstoff eingebracht
werden soll, einzudringen. Hierdurch wird der schüttfähige und einblasbare Dämmstoff
direkt in den Hohlraum eingebracht. Der Druck wird bei dieser Ausgestaltung kaum verringert,
da es innerhalb der rohrförmigen Lanze keine Verwirbelungen oder etwa Pultrusion gibt,
die den Materialstrom verlangsamen würden. Die Lanze kann hierbei am Ende schräg angeschnitten
ausgebildet sein, was einem gerichteten Einbringen des schüttfähigen und einblasbaren
Dämmstoffes in den Hohlraum entgegen kommt. Da sich die Austrittsfläche bei einer
schräg angeschnittenen rohrförmigen Lanze auf einer schiefen Ebene befindet, weist
diese einen größeren Auslassquerschnitt auf, wodurch eine bessere Verteilung des schüttfähigen
und einblasbaren Dämmstoffes innerhalb des Hohlraums erfolgt.
[0018] Wenn die Venturi-Düse auf der Förderseite mit der Transportleitung verbindbar ausgebildet
ist, kann diese bei Bedarf an die Transportleitung angekoppelt werden. Zur Reinigung
kann die Venturi-Düse von der Transportleitung abgekoppelt werden. Ein Austausch der
Transportleitung bei Verstopfung derselben ist schnell durchführbar.
[0019] Dadurch, dass mehr als eine Luftstromzuführung zum Materialdurchgang vorgesehen ist,
wird der Massenstrom des Fördermediums optimiert. Es kann hierdurch eine größere Menge
des zu fördernden schüttfähigen und einblasbaren Dämmstoffes gefördert und am Einbringungsort
eingebracht werden.
[0020] Um eine optimale Ansaugung des zu fördernden schüttfähigen und einblasbaren Dämmstoffes
zu erzielen, besteht die Luftstromzuführung zum Materialdurchgang aus mehreren einzelnen
Löchern, wobei diese vorzugsweise ringförmig um die Längsachse ausgerichtet angeordnet
sind. Insbesondere bei Ausrichtung der einzelnen Löcher in einer Anordnung ringförmig
und symmetrisch um die Längsachse wird der Massenstrom des zu fördernden schüttfähigen
und einblasbaren Dämmstoffes optimiert, da sich so ein gleichmäßig über den gesamten
Querschnitt vorherrschender Massenstrom des Fördermediums ausbildet.
[0021] Wenn ein ringförmiger Einsatz im Materialdurchgang vorgesehen ist, wobei auf der
Außenseite des ringförmigen Einsatzes eine Nut zur Aufnahme und gleichmäßigen Verteilung
der zugeführten Druckluft vorgesehen ist und Bohrungen, die die Luftstromzuführung
bilden, von der Nut zum in Stromungsrichtung gerichteten seitlichen Ende des Einsatzes
vorgesehen sind, erhält man eine einfach herzustellende Gesamtanordnung, die durch
das Vorsehen des Einsatzes sehr flexibel anpassbar ist. Der verwendete Einsatz ist
auf den zu fördernden schüttfähigen und einblasbaren Dämmstoff angepasst, sodass sich
ein Maximum an Fördermenge pro Zeiteinheit ausbildet. Hierbei ist eine Variation in
der Anzahl und der Größe, als auch in der räumlichen Ausrichtung der Bohrungen möglich.
Alle drei Faktoren haben einen Einfluss auf den Massenstrom des zu fördernden schüttfähigen
und einblasbaren Dämmstoffes.
[0022] Um eine unerwünschte Druckentlastung und einen Massenrückstrom beim Beenden oder
Unterbrechen des Einblasvorganges durch Druckluftabschaltung zu vermeiden, ist ein
Rückschlagventil in Strömungsrichtung vor, hinter oder innerhalb der Venturi-Düse
im Materialdurchgang angeordnet. Das Rückschlagventil ist bevorzugt so ausgebildet,
dass es bei einem Druckabfall unter einem vorbestimmten Mindestdruck selbsttätig schließt.
Ein Rückfluss des schüttfähigen Dämmstoffs entgegen der Strömungsrichtung wird somit
sicher vermieden. Damit wird der dicht und gegebenenfalls komprimiert in den Hohlraum
eingebrachte Dämmstoff bei einer Unterbrechung der Materialzufuhr bzw. bei Beendigung
der Materialzufuhr an diesem Einbringloch daran gehindert sich wieder zu lockern und
sich zu entlasten.
[0023] Ferner erlaubt das Rückschlagventil eine weitere Komprimierung des eingeblasenen
Dämmstoffes, wenn der Hohlraum verfüllt ist und der Massenstrom stoppt, da dann das
Rückschlagventil schließt und eine Druckentlastung über die Transportleitung verhindert.
Der Druck der Förderdruckluft wirkt somit direkt auf den im Hohlraum eingeblasenen
Dämmstoff und kompaktiert diesen weiter.
[0024] Mit dem Rückschlagventil kann somit die gewünschte enge Packungsdichte im Hohlraum
aufrecht erhalten und erhöht werden, sodass ein Nachsacken des Dämmstoffs im Hohlraum
und damit einhergehende Dämmstoff freie Abschnitte vermieden werden. Die Hohlraumdämmung
wird somit mit einem gleichmäßigen, und gegenüber einer losen Einschüttung gesteigerten
Dämmwert erstellt.
[0025] Neben einem Druck- und/oder Strömungsrichtung induzierenten Schließen und Öffnen
des Rückschlagventils kann das Rückschlagventil auch aktiv betätigbar ausgebildet
sein. Daher kann das Rückschlagventil sowohl mit der Steuerung der Druckluftzufuhr
kombiniert werden, als auch getrennt davon angesteuert werden. Bei Anordnung des Rückschlagventils
in Strömungsrichtung vor oder innerhalb der Venturi-Düse, jedoch in Strömungsrichtung
zumindest vor dem Einlass des Fördermediums kann bei getrennter Ansteuerung das Rückschlagventil
geschlossen werden, um so bei weiterer Zuführung von beispielsweise Druckluft den
sich innerhalb des Hohlraums schon befindlichen Dämmstoff weiter zu komprimieren,
um so höhere Dichten und damit verbundene bessere Dämmwerte zu erzielen.
[0026] Vorteilhaft ist insbesondere eine Ausgestaltung des Rückschlagventils als Rückschlagklappe.
Die Rückschlagklappe öffnet sich in Strömungsrichtung. Weiter ist die Rückschlagklappe
vollständig abdichtend ausgebildet, so dass wie oben beschrieben sich bei geschlossener
Rückschlagklappe innerhalb der Transportleitung eine Säule aus zu förderndem schüttfähigen
und einblasbaren Dämmstoff ausbildet.
[0027] Dadurch, dass der Einströmwinkel zwischen Luftstromzuführung und Längsachse zwischen
0° bis 75°, vorzugsweise 0° bis 45°, besonders bevorzugt 0° bis 15° beträgt, ist der
Einstellbereich so vorgegeben, dass bei Einhaltung des Winkelbereichs 0° bis 75° Verwirbelungen
möglich und auch gewollt sind, so dass durch das Verwirbeln ein Durchmischen erfolgen
kann, was insbesondere bei gemischten Dämmstoffen sinnvoll und teilweise auch notwendig
ist. Bei Einhaltung des Winkelbereichs von 0° bis 45° sind die Verwirbelungen kleiner,
da die senkrecht zur Strömungsrichtung gerichtete Komponente kleiner als bei großen
Winkeln. Insbesondere ist der Winkelbereich von 0° bis 15° bevorzugt, da in diesem
Bereich die größten Förderungsmengen erzielt werden und gleichzeitig noch einzelne
Verwirbelungen auftreten.
[0028] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der beiliegenden Zeichnung
detailliert beschrieben.
[0029] Darin zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung der Einbringungsanordnung.
[0030] In Fig. 1 ist eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels der Venturi-Düse
1 dargestellt. Hier ist die Venturi-Düse 1 entlang der Längsachse L dargestellt, wobei
die Venturi-Düse 1 einen Materialdurchgang 11 aufweist, der von einem Gehäuse aufgespannt
wird, und mit einer Strömungsrichtung X versehen ist. Der Materialdurchgang 11 hat
eine Förderseite 13 und eine Einbringungsseite 14, wobei die Förderseite 13 die Seite
ist, auf der die Venturi-Düse 1 einen Dämmstoff 2 ansaugt und die Einbringungsseite
14 diejenige Seite ist, auf der die Venturi-Düse 1 den geförderten Dämmstoff 2 durch
den Materialdurchgang 11 hindurch in einen Hohlraum 4 einbringt, wobei der Transport
des Dämmstoffes 2 in Strömungsrichtung X verläuft.
[0031] Auf der Förderseite 13 wird der Dämmstoff 2 über eine Transportleitung 6 gefördert,
wobei die Transportleitung 6 ein erstes Ende und ein zweites Ende 62 aufweist. Das
erste Ende, welches hier nicht dargestellt ist, ist mit einem ebenfalls hier nicht
dargestellten Vorratsbehältnis verbunden. Das Vorratsbehältnis ist beispielsweise
ein Bigpack. Das zweite Ende 62 der Transportleitung 6 ist mit der Venturi-Düse 1
auf der Förderseite 13 verbunden. Die Transportleitung 6 ist als Saugleitung ausgebildet,
so dass diese durch den Sog der Venturi-Düse 1 nicht zusammenfällt. Selbstverständlich
sind die Anschlüsse jeweils saugdicht ausgestaltet, ebenso wie eventuelle Verlängerungsstücke,
die die Transportleitung 6 verlängern können.
[0032] Auf der Einbringungsseite 14 ist die Venturi-Düse 1 an einem zweischaligen Mauerwerk
7, bestehend aus einer ersten Wand 71 und einer zweiten Wand 72, anliegend oder eindringend
angeordnet, wobei sich zwischen der ersten Wand 71 und der zweiten Wand 72 der Hohlraum
4 bildet. Die Venturi-Düse 1 ist auf der Einbringungsseite 14 als rohrförmige Lanze
141 mit einer Spitze 142 ausgebildet. Diese rohrförmige Lanze 141 dringt durch eine
Bohrung oder Öffnung 711 in die erste Wand 71, beispielsweise eine erste Mauerwand
der zweischaligen Wand 7 in den Hohlraum 4 derart ein, dass die Spitze 142 an dem
Einbringungsort 41 mündet. Die Spitze 142 der rohrförmigen Lanze 141 ist hier als
abgeschrägte Spitze ausgebildet. Die Abschrägung der Spitze 142 weist im in Fig. 1
dargestellten Fallbeispiel nach unten, wodurch der Dämmstoff 2 gerichtet nach unten
eingebracht wird und so der natürliche Fallprozess durch die Schwerkraft unterstützt
wird.
[0033] Die Venturi-Düse 1 weist zwischen der Förderseite 13 und der rohrförmigen Lanze 141
einen Arbeitsbereich auf, der aus einem ringförmigen Einsatz 17 in dem Materialdurchgang
11 besteht. Der ringförmige Einsatz hat auf dessen Außenseite 171 eine Nut 172, die
so ausgestaltet ist, dass diese umlaufend um den ringförmigen Einsatz 17 herumführt.
Hierbei bildet sich zwischen dem ringförmigen Einsatz 17 und der Außenwand 12 der
Venturi-Düse 1 ein Verteilraum, der umlaufend eine Verteilung für das Fördermedium
bildet. Weiter sind in einem seitlichen Ende 174, welches an der Einbringungsseite
14 angeordnet ist, Bohrungen 173 vorgesehen, die den Verteilraum, nämlich die Nut
172 mit dem Materialdurchgang 11 verbinden. Die Bohrungen 173 bilden hierbei Luftstromzuführungen
16. Diese sind ringförmig um die Längsachse L in dem ringförmigen Einsatz 17 derart
verteilt, so dass über die 360° des ringförmigen Einsatzes 17 die Bohrungen 173 gleichmäßig
verteilen, d.h. gleichbeabstandet sind. Die Enden der Bohrungen, die in den Materialdurchgang
11 münden, bilden Öffnungen der Luftstromzuführung 161, an denen die Druckluft 3 in
den Materialdurchgang 11 eingebracht wird. Die Bohrungen 173 weisen dabei einen Winkel
α ≈ 30° zur Längsachse L auf.
[0034] In den Verteilraum, nämlich die Nut 172 mündet eine Druckluftzuführung 15, die auf
der nach Außen gerichteten Seite beispielsweise mit einem Kompressor, hier nicht weiter
dargestellt, verbunden ist. Durch diese Druckluftzuführung 15 wird Druckluft 3 in
den Verteilraum eingebracht, die sich dort in diesem gleichmäßig verteilt und dann
in Strömungsrichtung X durch die Bohrungen 173 in den Materialdurchgang 11 eintritt.
Hierbei bildet sich eine Luftströmung mit einem überwiegenden Strömungsanteil in Strömungsrichtung
X aus, so dass in Strömungsrichtung X ein Materialtransport stattfindet. Dieser Materialtransport
stellt sich durch den Bernoulli-Effekt ein, durch den ein Sog innerhalb der Venturi-Düse
1 entsteht. Dieser Sog wirkt von der Förderseite 13 zur Einbringungsseite 14 und wird
genutzt, um den Dämmstoff 2 in Strömungsrichtung X aus dem Vorratsbehältnis durch
die Transportleitung 6 zu fördern und diesen dann durch die rohrförmige Lanze 14 in
den Hohlraum 4 einzubringen. Eine vorhandene Strömungskomponente senkrecht zur Strömungsrichtung
X sorgt hierbei für eine Verwirbelung der einzelnen Partikel, aus denen sich der Dämmstoff
2 zusammensetzt.
[0035] Ein weiteres Element der hier dargestellten Ausführungsform ist das Rückschlagventil
18, das hier als Rückschlagklappe 181 ausgestaltet ist. Die Rückschlagklappe 181 kann
sich dabei in Klapprichtung R öffnen und schließen. Eine Bewegung in Uhrzeigersinn
entlang der Klapprichtung R schließt die Rückschlagklappe 181, entgegen dem Uhrzeigersinn
öffnet sich die Rückschlagklappe 181. Bei geöffneter Rückschlagklappe 181 kann der
Dämmstoff 2 gefördert und in den Hohlraum eingebracht werden. Die Rückschlagklappe
181 ist beispielsweise in Richtung ihrer Schließstellung, also dem Querschnitt des
Materialdurchgangs 11 absperrend ausgebildet. Sobald sich beim Betrieb der Venturi-
Düse 1 ein Unterdruck in diesem Bereich des Materialdurchgangs 11 bildet, öffnet sich
die Rückschlagklappe 181 und der Dämmstoff 2 wird über die Transportleitung 6 angesogen.
Sofern dann die Zufuhr von Druckluft 2 gestoppt wird, bricht der Unterdruck im Materialdurchgang
11 zusammen und die Rückschlagklappe 181 klappt von der Offenstellung in die Schließstellung
zurück. Somit wird vermieden, dass bereits geförderter und in den Hohlraum eingebrachter
Dämmstoff zurück wandern kann und der sich durch die Druckbeaufschlagung dicht und
kompakt eingebrachte Dämmstoff 2 im Hohlraum 4 wieder lockert.
[0036] Als schütt- und einblasberarer Dämmstoff 2, insbesondere zur Kerndämmung von zweischaligem
Mauerwerk 7, eignen sich aufgeblähte Tonkügelchen (Markenname Perlite), mineralischer
Silikatleichtschaum in feiner Körnung (SLS 20) oder auch EPS-Perlen, die mit EPS-Fräsung
gemischt sind. Der letzt genannte Dämmstoff, der im deutschen Gebrauchsmuster
20 2006 018 200 beschrieben ist, erreicht eine Wärmeleitfähigkeit von 0,035 W/(m·K) entsprechend
Wärmeleitgruppe 035. Durch die Kompaktierung des Dämmstoffs bei der Einbringung mit
erhöhtem Druck entsprechend des hier beschriebenen Verfahrens und mit der hier beschriebenen
Anordnung wird eine Wärmeleitfähigkeit von unter 0,033 W/(m.K) erreicht. Bei Verwendung
der Anordnung mit einem Rückschlagventil 18 gemäß Unteranspruch 13 wird sogar eine
Wärmeleitfähigkeit von unter 0,032W/(m·K) entsprechend Wärmeleitgruppe 032 erreicht.
Bezugszeichenliste
[0037]
- 1
- Venturi-Düse
- 11
- Materialdurchgang
- 12
- Außenwand
- 13
- Förderseite
- 14
- Einbringungsseite
- 141
- rohrförmige Lanze
- 142
- Spitze
- 15
- Druckluftzuführung
- 16
- Luftstromzuführung
- 161
- Öffnung der Luftstromzuführung
- 17
- ringförmiger Einsatz
- 171
- Außenseite
- 172
- Nut
- 173
- Bohrung
- 174
- seitliches Ende
- 18
- Rückschlagventil
- 181
- Rückschlagklappe
- 2
- Dämmstoff
- 3
- Druckluft
- 4
- Hohlraum
- 41
- Einbringungsort
- 6
- Transportleitung
- 62
- zweites Ende
- 7
- zweischaliges Mauerwerk
- 71
- erste Wand
- 711
- Bohrung / Öffnung
- 72
- zweite Wand
- α
- Winkel
- L
- Längsachse
- R
- Klapprichtung
- X
- Strömungsrichtung
1. Injektionsverfahren zur Einbringung einer Dämmung mittels eines schüttfähigen und
einblasbaren Dämmstoffes (2) in Hohlräume (4), dadurch gekennzeichnet, dass der schüttfähige und einblasbare Dämmstoff (2) mittels einer Venturi-Düse (1) gefördert
wird.
2. Injektionsverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der schüttfähige und einblasbare Dämmstoff (2) durch die Venturi-Düse (1) direkt
in den Hohlraum (4) eingeblasen wird, wobei die Venturi-Düse (1) direkt an dem Hohlraum
(4) anliegt oder eindringt.
3. Injektionsverfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass Druckluft (3) zur Förderung des schüttfähigen und einblasbaren Dämmstoffes (2) in
die Venturi-Düse (1) zugeführt wird, wobei die Zuführung der Druckluft eine parallel
zur und in Richtung der Strömungsrichtung (X) gerichteten Massen-Transport bewirkt.
4. Injektionsverfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckluft (3) innerhalb der Venturi-Düse (1) gleichzeitig an mehreren Stellen
punktuell zugeführt wird.
5. Injektionsverfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckluft (3) innerhalb der Venturi-Düse (1) ringförmig um die Längsachse (L)
der Venturi-Düse (1) zugeführt wird.
6. Anordnung zur Einbringung einer Dämmung mittels eines schüttfähigen und einblasbaren
Dämmstoffes (2) in Hohlräume (4) mit einem Vorratsbehältnis (5), enthaltend den schüttfähigen
und einblasbaren Dämmstoff (2), einer Transportleitung (6) mit einem ersten Ende an
oder in dem Vorratsbehältnis und einem zweiten Ende (62) am Hohlraum (4), dadurch gekennzeichnet, dass am zweiten Ende (62) der Transportleitung (6) eine Venturi-Düse (1) mit einem Materialdurchgang
(11), einer Förderseite (13), einer Einbringungsseite (14) und einer Druckluftzuführung
(15) mit einer Luftstromzuführung (16) mit einem Einströmwinkel (α) zur Längsachse
(L) der Venturi-Düse (1), so dass die Druckluft (3) beim Eintritt in den Materialdurchgang
(11) einen Massen-Transport in Strömungsrichtung (X) bewirkt, vorgesehen ist.
7. Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Materialdurchgang (11) als Konus ausgebildet ist, wobei der Konus in Strömungsrichtung
(X) im Querschnitt enger wird.
8. Anordnung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Einbringungsseite (14) als rohrförmige Lanze (141) ausgebildet ist.
9. Anordnung nach Anspruch 6, 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Venturi-Düse (1) auf der Förderseite (13) mit der Transportleitung (6) verbindbar
ausgebildet ist.
10. Anordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass mehr als eine Luftstromzuführung (16) zum Materialdurchgang (11) vorgesehen ist.
11. Anordnung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Luftstromzuführung (16) zum Materialdurchgang (11) aus mehreren einzelnen Löchern
(161) besteht, wobei diese vorzugsweise ringförmig um die Längsachse (L) ausgerichtet
angeordnet sind.
12. Anordnung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass ein ringförmiger Einsatz (17) im Materialdurchgang (11) vorgesehen ist, wobei auf
der Außenseite (171) des ringförmigen Einsatzes (17) eine Nut (172) zur Aufnahme und
gleichmäßigen Verteilung der zugeführten Druckluft (3) vorgesehen ist und Bohrungen
(173), die die Luftstromzuführung (16) bilden, von der Nut (172) zum in Stromungsrichtung
(X) gerichteten seitlichen Ende (174) des Einsatzes vorgesehen sind.
13. Anordnung nach einem der Ansprüche 6 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass ein Rückschlagventil (18) in Strömungsrichtung (X) vor, hinter oder innerhalb der
Venturi-Düse (1) im Materialdurchgang (11) angeordnet ist.
14. Anordnung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Rückschlagventil (18) als Rückschlagklappe (181) ausgebildet ist.
15. Anordnung nach einem der Ansprüche 6 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Einströmwinkel (α) zwischen Luftstromzuführung (16) und Längsachse (L) zwischen
0° bis 75°, vorzugsweise 0° bis 45°, besonders bevorzugt 0° bis 15° beträgt.