| (19) |
 |
|
(11) |
EP 2 153 871 A1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
| (43) |
Veröffentlichungstag: |
|
17.02.2010 Patentblatt 2010/07 |
| (22) |
Anmeldetag: 27.11.2008 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
|
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL NO PL
PT RO SE SI SK TR |
|
Benannte Erstreckungsstaaten: |
|
AL BA MK RS |
| (30) |
Priorität: |
05.08.2008 DE 202008010819 U
|
| (71) |
Anmelder: Skylotec GmbH |
|
56567 Neuwied (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Rinklake, Kai
56567 Neuwied (DE)
- Osterberg, Martin
56567 Neuwied (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Kandlbinder, Markus Christian |
|
Zeitler - Volpert - Kandlbinder
Patentanwälte
Herrnstrasse 44 80539 München 80539 München (DE) |
|
| |
|
|
|
Bemerkungen: |
|
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ. |
|
| (54) |
Auffanggerät mit geschwindigkeitsabhängiger Kupplung |
(57) Die Erfindung betrifft ein Auffanggerät, insbesondere Steigschutzläufer oder Höhensicherungsgerät,
welches mit einer zu sichernden Person an einer als Sicherungseinrichtung dienenden
beweglichen oder festen Führung, insbesondere Sicherungsschiene, Steigschutzleiter
oder Sicherungsseil, mitläuft, mit einem Gehäuse (10) und mit einem an dem Gehäuse
(10) um eine erste Achse (20) drehbar gelagerten ersten Rad (12), welches derart angeordnet
ist, dass es an der Sicherungseinrichtung abrollt. Hierbei ist das erste Rad (12)
eine Kupplung, insbesondere Fliehkraftkupplung, wobei die Kupplung derart ausgebildet
und angeordnet ist, dass diese das erste Rad (12) bei überschreiten einer vorbestimmten
Drehzahl und/oder linearen Beschleunigung und/oder Drehwinkelbeschleunigung und/oder
linearen Geschwindigkeit des ersten Rades (12) mit einem zweiten Rad (14) kraftübertragend
verbindet, wobei das zweite Rad (14) derart angeordnet und ausgebildet ist, dass es
sich bei kraftübertragender Verbindung zum ersten Rad (12) über die Fliehkraftkupplung
mit dem ersten Rad (12) mitdreht und einen Riegel (16) derart betätigt, dass der Riegel
(16) von einer Freigabeposition in eine Verriegelungsposition bewegt mit der Sicherungseinrichtung
zusammenwirkend eine Bewegung des Auffanggerätes relativ zur Sicherungseinrichtung
(26) blockiert, wobei das Auffanggerät eine Befestigungsöse (17) zum Anschlagen eines
Sicherungsseiles einer zu sichernden Person aufweist.
|

|
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Auffanggerät, insbesondere Steigschutzläufer,
welches mit einer zu sichernden Person an einer als Sicherungseinrichtung dienenden
beweglichen oder festen Führung, insbesondere Sicherungsschiene, Steigschutzleiter
oder Sicherungsseil, mitläuft, mit einem Gehäuse und mit einem an dem Gehäuse um eine
erste Achse drehbar gelagerten ersten Rad, welches derart angeordnet ist, dass es
an der Sicherungseinrichtung abrollt, wobei das erste Rad eine Fliehkraftkupplung
aufweist, wobei die Fliehkraftkupplung derart ausgebildet und angeordnet ist, dass
diese das erste Rad bei überschreiten einer vorbestimmten Drehzahl des ersten Rades
mit einem zweiten Rad kraftübertragend verbindet, wobei das zweite Rad derart angeordnet
und ausgebildet ist, dass es sich bei kraftübertragender Verbindung zum ersten Rad
über die Fliehkraftkupplung mit dem ersten Rad mitdreht und einen Riegel derart betätigt,
dass der Riegel von einer Freigabeposition in eine Verriegelungsposition bewegt mit
der Sicherungseinrichtung zusammenwirkend eine Bewegung des Auffanggerätes relativ
zur Sicherungseinrichtung blockiert, wobei das Auffanggerät eine Befestigungsöse zum
Anschlagen einer zu sichernden Person aufweist, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Aus der
DE 20 2006 002 559 ist ein Steigschutzläufer bekannt, welcher mit einer zu sichernden Person an einer
Sicherungseinrichtung, wie beispielsweise einer Sicherungsschiene, mitläuft. Dieser
Steigschutzläufer umfasst ein Gehäuse und ein an dem Gehäuse um eine erste Achse drehbar
gelagertes erstes Rad, welches derart angeordnet ist, dass es an der Sicherungseinrichtung
abrollt. Dieses erste Rad weist eine Fliehkraftkupplung auf. Die Fliehkraftkupplung
ist derart ausgebildet und angeordnet, dass diese das erste Rad bei überschreiten
einer vorbestimmten Drehzahl des ersten Rades mit einem zweiten Rad kraftübertragend
verbindet, wobei das zweite Rad derart angeordnet und ausgebildet ist, dass es sich
bei kraftübertragender Verbindung zum ersten Rad über die Fliehkraftkupplung mit dem
ersten Rad mitdreht und einen Riegel derart betätigt, dass sich der Riegel von einer
Freigabeposition in eine Verriegelungsposition bewegt mit der Sicherungseinrichtung
zusammenwirkend eine Bewegung des Auffanggerätes relativ zur Sicherungseinrichtung
blockiert.
[0003] Aus der
DE 10 2004 019 714 A1 ist ein mitlaufendes Auffanggerät bekannt, welches an einer vertikalen Sicherungsschiene
gegen selbsttätige Abwärtsbewegung gehemmt angeordnet ist. Das mitlaufende Auffanggerät
umfasst ein Bremsbetätigungsglied in Form eines Hebels, welches mit einem Gurtgeschirr
einer zu sichernden Person verbindbar ist. Bei Beaufschlagung des Bremsbetätigungsgliedes
mit einer nach abwärts gerichteten Kraft nimmt dieses einen arretierenden Zustand
ein, so dass eine Bewegung des mitlaufenden Auffanggerätes in Abwärtsrichtung blockiert
ist. Zusätzlich ist ein Sicherungsgerät vorgesehen, welches beim Sturz der gesicherten
Person geschwindigkeits- und/oder beschleunigungsabhängig auslöst und eine Abwärtsbewegung
des Auffanggerätes auch bei nicht abwärts beaufschlagtem Bremsbetätigungsglied verhindert.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Auffanggerät hinsichtlich Sicherheit
und Funktion zu verbessern.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Auffanggerät der o.g. Art mit den in
Anspruch 1 gekennzeichneten Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung
sind in den weiteren Ansprüchen beschrieben.
[0006] Bei einem Auffanggerät der o.g. Art ist es erfindungsgemäß vorgesehen, dass ein um
eine zweite Achse schwenkbarer Hebel mit einem ersten Ende und einem zweiten Ende,
zwischen denen die zweite Achse angeordnet ist, derart angeordnet und ausgebildet
ist, dass das erstes Ende des Hebels an dem Riegel in der Freigabeposition anschlägt
und das zweites Ende des Hebels die Befestigungsöse aufweist, und ein schwenken des
Hebels um die zweite Achse aufgrund einer Kraftbeaufschlagung der Befestigungsöse
den Riegel derart betätigt, dass der Riegel von der Freigabeposition in die Verriegelungsposition
bewegt mit der Sicherungseinrichtung zusammenwirkend eine Bewegung des Auffanggerätes
relativ zur Sicherungseinrichtung blockiert.
[0007] Dies hat den Vorteil, dass das Auffanggerät sowohl eine geschwindigkeitsgesteuerte
als auch eine durch das Verbindungselement an der Befestigungsöse zuggesteuerte Sicherung
aufweist, die unabhängig voneinander bei einem Sturz der gesicherten Person eine Bewegung
des Auffanggerätes entlang der Sicherungseinrichtung (26) und in Richtung des Sturzes
auffängt und blockiert.
[0008] Zweckmäßigerweise ist eine erste elastisch federnde Vorrichtung vorgesehen, welche
den Riegel in Richtung der Freigabeposition mit einer vorbestimmten ersten Kraft beaufschlagt.
[0009] In einer bevorzugten Ausführungsform ist eine zweite elastisch federnde Vorrichtung
vorgesehen, welche den Hebel gegen den Riegel in Richtung der Verriegelungsposition
mit einer vorbestimmten zweiten Kraft beaufschlagt.
[0010] In der Grundstellung befindet sich der Riegel dadurch in der Verriegelungsposition,
dass die zweite elastisch federnde Vorrichtung derart ausgebildet ist, dass die vorbestimmte
zweite Kraft größer ist als die vorbestimmte erste Kraft.
[0011] In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Riegel drehfest mit dem zweiten Rad
verbunden, so dass dieser bei Auslösen der Fliehkraftkupplung direkt von dem sich
mit dem ersten Rad mitdrehenden zweiten Rad in die Verriegelungsposition bewegt wird.
[0012] Der Riegel ist beispielsweise derart ausgebildet ist, dass dieser in der Verriegelungsposition
in eine Ausnehmung in der Sicherungseinrichtung eingreift und eine formschlüssige
Verbindung zwischen dem Auffanggerät und der Sicherungseinrichtung herstellt.
[0013] Dadurch, dass die Fliehkraftkupplung derart ausgebildet ist, dass diese die kraftübertragende
Verbindung zwischen erstem und zweitem Rad ab und oberhalb der vorbestimmten Drehzahl
des ersten Rades unabgängig von der Drehrichtung des ersten Rades herstellt, kann
eine gesicherte Person entlang ein und derselben Sicherungseinrichtung auch wieder
absteigen, beispielsweise beim Übersteigen von Kuppeln, ohne dass dazu das Auffanggerät
umgesetzt werden muss.
[0014] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform sind das zweite Rad und das erste
Rad gemeinsam auf der ersten Achse als gemeinsame Drehachse angeordnet, wobei bevorzugt
das zweite Rad innerhalb eines Außenumfangs des ersten Rades angeordnet ist.
[0015] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Diese zeigt
in:
- Fig. 1
- eine bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Auffanggerätes in Schnittansicht
und
- Fig. 2
- die Ausführungsform des erfindungsgemäßen Auffanggerätes gemäß Fig. 1 in perspektivischer,
teilweise aufgebrochener Ansicht auf eine erste Seite des Auffanggerätes
[0016] Die aus den Fig. 1 und 2 ersichtliche, bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Auffanggerätes umfasst ein Gehäuse 10, ein erstes Rad 12, ein zweites Rad 14, einen
Fangriegel bzw. Riegel 16 und eine Befestigungsöse 18 zum Befestigen eines nicht dargestellten
Auffanggurtes einer zu sichernden Person (nicht dargestellt) mittels eines nicht dargestellten
Verbindungselements, beispielsweise mittels eines Karabinerhakens. Das erste Rad 12
ist um eine erste Achse 20 drehbar gelagert. Der Riegel 16 ist um die erste Achse
20 an dem Gehäuse 10 schwenkbar gelagert. Das erste Rad 12 ist derart angeordnet,
dass es mit seinem äußeren Umfang gegen eine Sicherungseinrichtung (nicht dargestellt)
beispielsweise in Form einer Sicherungsschiene gedrückt wird und bei einer Bewegung
des Gehäuses 10 relativ zur Sicherungseinrichtung an dieser abrollt. Somit ist ersichtlich,
dass eine Rotationsgeschwindigkeit des ersten Rades 12 umso höher ist, je schneller
sich das Gehäuse 10 relativ zum Sicherungseinrichtung bewegt.
[0017] Das zweite Rad 14 ist ebenfalls drehbar und radial innerhalb des ersten Rades 12
auf der ersten Achse 20 derart angeordnet, dass sich das zweite Rad 14 relativ zum
und unabhängig vom ersten Rad 12 drehen lässt. Gleichzeitig ist das zweite Rad drehfest
mit dem Riegel 16 verbunden. In dem ersten Rad 12 ist eine Fliehkraftkupplung (nicht
dargestellt) angeordnet, die unter dem Einfluss einer Zentripetalkraft gegen die Kraft
eines Federmittels eine reibschlüssige und/oder formschlüssige Verbindung zwischen
dem ersten Rad 12 und dem zweiten Rad 14 herstellt. Auf diese Weise stellt die Fliehkraftkupplung
eine drehfeste Verbindung zwischen dem ersten Rad 12 und dem zweiten Rad 14 her, wenn
die Rotationsgeschwindigkeit des ersten Rads 12 einen vorbestimmten Wert überschreitet.
Dadurch nimmt das erste Rad 12 das zweite Rad 14 mit, so dass sich bei eingerasteter
Fliehkraftkupplung das zweite Rad 14 mit dem ersten Rad 12 mitdreht. Eine das Gehäuse
10 gegenüber der Sicherungsschiene bremsende Kraft wird daher nicht von dem ersten
Rad 12 übertragen. Dieses nimmt lediglich die Geschwindigkeit des Auffanggerätes relativ
zur Sicherungsschiene ab und dreht abhängig von der Rotationsgeschwindigkeit das zweite
Rad 14 mit.
[0018] Der Riegel 16 ist am Gehäuse 10 zwischen einer Freigabeposition und einer Verriegelungsposition
hin und her bewegbar bzw. um die erste Achse 10 schwenkbar angeordnet. In der Verriegelungsposition,
wie in Fig. 1 dargestellt, greift der Riegel 16 in eine Ausnehmung (nicht dargestellt)
der Sicherungseinrichtung und stellt dadurch eine formschlüssige Verbindung zwischen
dem Gehäuse 10 des Auffanggerätes und der Sicherungseinrichtung her. Dadurch ist eine
Bewegung des Auffanggerätes relativ zur Sicherungseinrichtung blockiert. Dieser Zustand
tritt ein, wenn eine abgestürzte Person von dem Auffanggerät aufgefangen wurde. In
der Freigabeposition, wie in Fig. 2 dargestellt, ist der Riegel 16 zurückgezogen und
es besteht keine formschlüssige Verbindung zwischen dem Gehäuse 10 des Auffanggerätes
und der Sicherungseinrichtung. Ein erstes Federelement 22 stützt sich einerseits am
Gehäuse 10 und andererseits am Riegel 16 ab, so dass das erste Federelement 22 den
Riegel 16 in Richtung der Verriegelungsposition mit Kraft beaufschlagt. Statt einer
formschlüssigen Verbindung kann auch eine reibschlüssige Verbindung vorgesehen sein.
[0019] Weiterhin ist ein um eine zweite Achse 24, welche in dem Gehäuse 10 von der ersten
Achse 20 beabstandet ist, schwenkbarer Hebel 26 mit einem ersten Ende 28 und einem
zweiten Ende 30, zwischen denen die zweite Achse 24 angeordnet ist, derart angeordnet
und ausgebildet ist, dass das erstes Ende 28 des Hebels 26 an dem Riegel 16 in der
Freigabeposition anschlägt und das zweites Ende 30 des Hebels 26 die Befestigungsöse
18 aufweist. Ein schwenken des Hebels 26 um die zweite Achse 24 aufgrund einer Kraftbeaufschlagung
der Befestigungsöse 18 betätigt den Riegel 16 derart, dass sich der Riegel 16 von
der Freigabeposition (Fig. 2) in die Verriegelungsposition (Fig. 1) bewegt, in der
der Riegel 16 aus dem Gehäuse heraus ragt, und mit der Sicherungseinrichtung zusammenwirkend
eine Bewegung des Auffanggerätes relativ zur Sicherungseinrichtung blockiert.
[0020] Ein zweites Federelement 32 stützt sich einerseits am Gehäuse 10 und andererseits
am Hebel 26 ab, so dass das zweite Federelement 32 das erste Ende 28 des Hebels 26
gegen den Riegel 16 in Richtung der Verriegelungsposition entgegen der Krafteinwirkung
des ersten Federelementes 22 drückt. Das erste Federelement 22 und das zweite Federelemente
sind dabei derart angeordnet und ausgebildet, dass die von dem zweiten Federelement
32 auf den Riegel 16 ausgeübte Kraft größer ist als die von dem ersten Federelement
22 auf den Riegel 16 ausgeübte Kraft. Auf diese Weise befindet sich der Riegel 16
ohne weitere äußere Krafteinwirkung in der Verriegelungsposition, wie in Fig. 1 dargestellt.
Erst eine entsprechende Krafteinwirkung (Rückenzug) in Richtung von Pfeil 34 auf die
Befestigungsöse 18 und damit das zweite Ende 30 des Hebels 26, entlastet den Riegel
16 im Bereich der Anlage des ersten Endes 28 des Hebels 26 an dem Riegel 16, so dass
das erste Federelement 22 den Riegel 16 in die Freigabeposition bewegt, wie in Fig.
2 dargestellt. In dieser Stellung ist das Auffanggerät frei entlang der Sicherungseinrichtung
bewegbar und die an dem Auffanggerät gesicherte Person kann entlang der Sicherungseinrichtung
auf- bzw. absteigen.
[0021] Im Falle eines Sturzes der mit dem Auffanggerät gesicherte Person entfällt üblicherweise
der Rückenzug, so dass der Riegel 16 von dem zweiten Federelement 32 gegen die Kraft
des ersten Federelementes 22 in die Verriegelungsposition bewegt wird. Das Auffanggerät
ist dadurch gegen eine Relativbewegung zur Sicherungseinrichtung gesperrt und der
Fall bzw. Sturz der gesicherten Person wird aufgefangen.
[0022] Zusätzlich ist durch die erfindungsgemäße Ausbildung des Auffanggerätes ein zweiter
Mechanismus zum Sperren des Auffanggerätes gegen eine Relativbewegung zur Sicherungseinrichtung
ausgestattet, wobei dieser zweite Mechanismus unabhängig von der Stellung des Hebels
26 arbeitet. Sollte der Sturz der gesicherten Person nämlich nicht zu einem Verschwenken
des Hebels 26 mit entsprechender Umstellung des Riegels 16 in die Verriegelungsposition
führen, beispielsweise weil das Auffanggerät zusammen mit der gesicherten Person fällt
oder der Hebel 26 klemmt, wird sich aufgrund der Relativbewegung des Auffanggerätes
zur Sicherungseinrichtung in Richtung entgegen von Pfeil 34 das erste Rad 12 immer
schneller drehen, bis die Fliehkraftkupplung eingreift und eine drehfeste Verbindung
zum zweiten Rad 14 herstellt. Hierdurch dreht sich das zweite Rad 14 mit dem ersten
Rad mit und verschwenkt auf diese Weise den Riegel 16 in die Verriegelungsposition.
[0023] Die Fliehkraftkupplung ist lediglich eine beispielhafte Ausführungsform. Stattdessen
kann eine beliebige lösbare Kupplung zwischen dem ersten Rad 12 und dem zweiten Rad
14 vorgesehen sein, die wahlweise in Abhängigkeit von einer linearen Geschwindigkeit,
einer linearen Beschleunigung, einer Drehzahl und/oder einer Drehwinkelbeschleunigung
des ersten Rades 12 die drehfeste Verbindung zwischen dem ersten Rad 12 und dem zweiten
Rad 14 herstellt.
[0024] Das erste Rad 12 ist an einem Hebelarm 36 um die erste Achse 20 drehbar gelagert.
Der Hebelarm 36 ist mit der von der ersten Achse 20 beabstandeten zweiten Achse 24
an dem Gehäuse 10 schwenkbar gelagert. Ein drittes Federelement (nicht dargestellt)
drückt an einem Punkt beabstandet von der ersten Achse 20 und der zweiten Achse 24
auf den Hebelarm 36, so dass das erste Rad 12 mit seinem äußeren Umfang gegen die
Sicherungseinrichtung gedrückt wird und bei einer Bewegung des Gehäuses 10 relativ
zur Sicherungseinrichtung an dieser abrollt. Somit ist ersichtlich, dass eine Rotationsgeschwindigkeit
des ersten Rades 12 umso höher ist, je schneller sich das Gehäuse 10 relativ zum Sicherungselement
26 bewegt.
1. Auffanggerät, insbesondere Steigschutzläufer, welches mit einer zu sichernden Person
an einer als Sicherungseinrichtung dienenden beweglichen oder festen Führung, insbesondere
Sicherungsschiene, Steigschutzleiter oder Sicherungsseil, mitläuft, mit einem Gehäuse
(10) und mit einem an dem Gehäuse (10) um eine erste Achse (20) drehbar gelagerten
ersten Rad (12), welches derart angeordnet ist, dass es an der Sicherungseinrichtung
abrollt, wobei das erste Rad (12) eine Kupplung, insbesondere Fliehkraftkupplung,
aufweist, wobei die Kupplung derart ausgebildet und angeordnet ist, dass diese das
erste Rad (12) bei überschreiten einer vorbestimmten Drehzahl und/oder linearen Beschleunigung
und/oder Drehwinkelbeschleunigung und/oder linearen Geschwindigkeit des ersten Rades
(12) mit einem zweiten Rad (14) kraftübertragend verbindet, wobei das zweite Rad (14)
derart angeordnet und ausgebildet ist, dass es sich bei kraftübertragender Verbindung
zum ersten Rad (12) über die Fliehkraftkupplung mit dem ersten Rad (12) mitdreht und
einen Riegel (16) derart betätigt, dass der Riegel (16) von einer Freigabeposition
in eine Verriegelungsposition bewegt mit der Sicherungseinrichtung zusammenwirkend
eine Bewegung des Auffanggerätes relativ zur Sicherungseinrichtung (26) blockiert,
wobei das Auffanggerät eine Befestigungsöse (17) zum Anschlagen einer zu sichernden
Person aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein um eine zweite Achse schwenkbarer Hebel mit einem ersten Ende und einem zweiten
Ende, zwischen denen die zweite Achse angeordnet ist, derart angeordnet und ausgebildet
ist, dass das erstes Ende des Hebels an dem Riegel (16) in der Freigabeposition anschlägt
und das zweites Ende des Hebels die Befestigungsöse (18) aufweist, und ein schwenken
des Hebels um die zweite Achse aufgrund einer Kraftbeaufschlagung der Befestigungsöse
(18) den Riegel (16) derart betätigt, dass der Riegel (16) von der Freigabeposition
in die Verriegelungsposition bewegt mit der Sicherungseinrichtung zusammenwirkend
eine Bewegung des Auffanggerätes relativ zur Sicherungseinrichtung blockiert.
2. Auffanggerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine erste elastisch federnde Vorrichtung vorgesehen ist, welche den Riegel (16)
in Richtung der Freigabeposition mit einer vorbestimmten ersten Kraft beaufschlagt.
3. Auffanggerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine zweite elastisch federnde Vorrichtung vorgesehen ist, welche den Hebel gegen
den Riegel (16) in Richtung der Verriegelungsposition mit einer vorbestimmten zweiten
Kraft beaufschlagt.
4. Auffanggerät nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite elastisch federnde Vorrichtung derart ausgebildet ist, dass die vorbestimmte
zweite Kraft größer ist als die vorbestimmte erste Kraft.
5. Auffanggerät nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Riegel (16) drehfest mit dem zweiten Rad (14) verbunden ist.
6. Auffanggerät nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Riegel (16) derart ausgebildet ist, dass dieser in der Verriegelungsposition
in eine Ausnehmung in der Sicherungseinrichtung eingreift und eine formschlüssige
Verbindung zwischen dem Auffanggerät und der Sicherungseinrichtung herstellt.
7. Auffanggerät nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Riegel (16) derart ausgebildet ist, dass dieser in der Verriegelungsposition
in eine Ausnehmung in der Sicherungseinrichtung eingreift und eine reibschlüssige
Verbindung zwischen dem Auffanggerät und der Sicherungseinrichtung herstellt.
8. Auffanggerät nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fliehkraftkupplung derart ausgebildet ist, dass diese die kraftübertragende Verbindung
zwischen erstem und zweitem Rad (12, 14) ab und oberhalb der vorbestimmten Drehzahl
des ersten Rades (12) unabgängig von der Drehrichtung des ersten Rades (12) herstellt.
9. Auffanggerät nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Rad (14) und das erste Rad (12) gemeinsam auf der ersten Achse (20) als
gemeinsame Drehachse angeordnet sind.
10. Auffanggerät nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Rad (14) innerhalb oder außerhalb eines Außenumfangs des ersten Rades
(12) angeordnet ist.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Auffanggerät, insbesondere Steigschutzläufer, welches mit einer zu sichernden Person
an einer als Sicherungseinrichtung dienenden beweglichen oder festen Führung, insbesondere
Sicherungsschiene, Steigschutzleiter oder Sicherungsseil, mitläuft, mit einem Gehäuse
(10) und mit einem an dem Gehäuse (10) um eine erste Achse (20) drehbar gelagerten
ersten Rad (12), welches derart angeordnet ist, dass es an der Sicherungseinrichtung
abrollt, wobei das erste Rad (12) eine Kupplung, insbesondere Fliehkraftkupplung,
aufweist, wobei das Auffanggerät eine Befestigungsöse (17) zum Anschlagen einer zu
sichernden Person aufweist, wobei ein um eine zweite Achse (24) schwenkbarer Hebel
(26) mit einem ersten Ende (28) und einem zweiten Ende (30), zwischen denen die zweite
Achse (24) angeordnet ist, derart angeordnet und ausgebildet ist, dass das erstes
Ende (28) des Hebels (26) an einem Riegel (16) in einer Freigabeposition anschlägt
und das zweite Ende (30) des Hebels (26) die Befestigungsöse (18) derart aufweist,
und ein schwenken des Hebels (26) um die zweite Achse (24) aufgrund einer Kraftbeaufschlagung
der Befestigungsöse (18) den Riegel (16) derart betätigt, dass der Riegel (16) von
der Freigabeposition in eine Verriegelungsposition bewegt mit der Sicherungseinrichtung
zusammenwirkend eine Bewegung des Auffanggerätes relativ zur Sicherungseinrichtung
blockiert,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kupplung derart ausgebildet und angeordnet ist, dass diese das erste Rad (12)
bei überschreiten einer vorbestimmten Drehzahl und/oder linearen Beschleunigung und/oder
Drehwinkelbeschleunigung und/oder linearen Geschwindigkeit des ersten Rades (12) mit
einem zweiten Rad (14) kraftübertragend verbindet, wobei das zweite Rad (14) derart
angeordnet und ausgebildet ist, dass es sich bei kraftübertragender Verbindung zum
ersten Rad (12) über die Fliehkraftkupplung mit dem ersten Rad (12) mitdreht und den
Riegel (16) derart betätigt, dass der Riegel (16) von der Freigabeposition in eine
Verriegelungsposition bewegt mit der Sicherungseinrichtung zusammenwirkend eine Bewegung
des Auffanggerätes relativ zur Sicherungseinrichtung (26) blockiert, wobei_eine erste
elastisch federnde Vorrichtung (22) vorgesehen ist, welche den Riegel (16) in Richtung
der Freigabeposition mit einer vorbestimmten ersten Kraft beaufschlagt, wobei eine
zweite elastisch federnde Vorrichtung (32) vorgesehen ist, welche den Hebel (26) gegen
den Riegel (16) in Richtung der Verriegelungsposition mit einer vorbestimmten zweiten
Kraft beaufschlagt, wobei die zweite elastisch federnde Vorrichtung (32) derart ausgebildet
ist, dass die vorbestimmte zweite Kraft größer ist als die vorbestimmte erste Kraft.
2. Auffanggerät nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Riegel (16) drehfest mit dem zweiten Rad (14) verbunden ist.
3. Auffanggerät nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Riegel (16) derart ausgebildet ist, dass dieser in der Verriegelungsposition
in eine Ausnehmung in der Sicherungseinrichtung eingreift und eine formschlüssige
Verbindung zwischen dem Auffanggerät und der Sicherungseinrichtung herstellt.
4. Auffanggerät nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Riegel (16) derart ausgebildet ist, dass dieser in der Verriegelungsposition
in eine Ausnehmung in der Sicherungseinrichtung eingreift und eine reibschlüssige
Verbindung zwischen dem Auffanggerät und der Sicherungseinrichtung herstellt.
5. Auffanggerät nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fliehkraftkupplung derart ausgebildet ist, dass diese die kraftübertragende Verbindung
zwischen erstem und zweitem Rad (12, 14) ab und oberhalb der vorbestimmten Drehzahl
des ersten Rades (12) unabgängig von der Drehrichtung des ersten Rades (12) herstellt.
6. Auffanggerät nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Rad (14) und das erste Rad (12) gemeinsam auf der ersten Achse (20) als
gemeinsame Drehachse angeordnet sind.
7. Auffanggerät nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Rad (14) innerhalb oder außerhalb eines Außenumfangs des ersten Rades
(12) angeordnet ist.


IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information
des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei
Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente