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(11) |
EP 1 711 657 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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09.06.2010 Patentblatt 2010/23 |
| (22) |
Anmeldetag: 21.12.2004 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2004/053630 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2005/071158 (04.08.2005 Gazette 2005/31) |
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VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG EINER HOLZFREIEN GESTRICHENEN, MATTEN ODER HALBMATTEN PAPIERBAHN
METHOD FOR PRODUCING A WOOD-FREE COATED, MATTE OR SEMI-MATTE PAPER WEB
PROCEDE POUR PRODUIRE UNE BANDE DE PAPIER SANS BOIS, MAT OU SEMI-MAT, ET COUCHE
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU MC NL PL PT RO SE SI
SK TR |
| (30) |
Priorität: |
27.01.2004 DE 102004003921
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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18.10.2006 Patentblatt 2006/42 |
| (73) |
Patentinhaber: Voith Patent GmbH |
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89522 Heidenheim (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- LEIGRAF, Reinhard
88273 Fronreute (DE)
- BERGER, Susanne
89542 Herbrechtingen (DE)
- GUELDENBERG, Bernd
89518 Heidenheim (DE)
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| (74) |
Vertreter: Kunze, Klaus et al |
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Voith Paper Holding GmbH & Co. KG
Abteilung zjp
Sankt Poeltener Strasse 43 89522 Heidenheim 89522 Heidenheim (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
WO-A-00/55424 WO-A-02/103109 DE-A1- 10 255 422
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WO-A-02/38858 WO-A-03/056102 US-B1- 6 413 371
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer holzfreien gestrichenen,
matten oder halbmatten Papierbahn.
[0002] Heutzutage werden holzfrei gestrichene Papiere, so genannte WFC-Papiere (wood-free
coated), ein- oder mehrfach gestrichen und anschließend leicht oder gar nicht kalandriert.
Dabei besteht eine feste Abhängigkeit beziehungsweise Relation zwischen dem Glanz
und der Rauhigkeit des Papiers, die lediglich durch einen Eingriff in die Strichrezeptur
in gewissen, jedoch stark limitierten Grenzen verändert werden kann. Das Finish des
Papiers wird überdies in sehr starkem Maße durch den möglichen Kalandrierprozess bestimmt.
Auf die
WO 00/55424, einem Verfahren zur Herstellung eines beschichteten Papieres; soll hierbei verwiesen
werden.
Durch die genannte Abhängigkeit ist lediglich die Herstellung einer holzfrei gestrichenen
Papierbahn mit begrenzten Qualitäten möglich.
[0003] Es ist also Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung einer holzfreien
gestrichenen Papierbahn darzustellen, weiche die Herstellung von Papierbahnen in neuen
Qualitätsbereichen, insbesondere für matte und halbmatte WFC-Sorten, erlauben.
[0004] Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Papierbahn
mittels mindestens einer Einrichtung zur Vorkalandrierung vorkalandriert, danach mittels
mindestens einer Einrichtung zum Auftrag von flüssigem oder pastösem Auftragsmedium
mindestens einseitig gestrichen und anschließend mittels mindestens einer Einrichtung
zur Trocknung getrocknet wird, um dadurch eine holzfrei gestrichene, matte oder halbmatte
Papierbahn mit einer Rauhigkeit im Bereich von 0,8 bis 3,9 µm [PPS] und einem Glanz
im Bereich von 3 bis 35 % [TAPPI 75°] zu erzeugen.
[0005] Diese erfindungsgemäße Kombination erlaubt den Vorstoß in neue Qualitätsbereiche
für WFC-Sorten, insbesondere für matte und halbmatte WFC-Sorten. Durch das erfindungsgemäße
Verfahren lässt sich das gestrichene Papier volumenschonend herstellen und die benötigte
Kalandrierarbeit kann deutlich reduziert werden. Die Rauhigkeit der Papierbahn nach
dem Vorkalandrieren ist mit < 6 µm, insbesondere < 5 µm, insbesondere bei einfach
gestrichenen Papierbahnen, das heißt bei nicht vorgestrichenen Papierbahnen, ≥ dem
1,4-fachen der Endrauhigkeit der fertigen Papierbahn. Es wird also die Möglichkeit
geschaffen, eine Papierbahn mit einer sehr niedrigen Rauhigkeit bei einem niedrigen
Glanz herzustellen.
[0006] Es wird also die allseits bekannte Abhängigkeit zwischen der Rauhigkeit und dem Glanz
mit dem neuen Prozess deutlich reduziert, wodurch die Erzeugung neuer Papierqualitäten
möglich wird.
[0007] Eine besondere Aufmerksamkeit wird dabei dem Vorkalandrieren unmittelbar vor dem
letzten Auftrag geschenkt: Es ist erforderlich, bereits hier die gewünschte Glätte
herzustellen, damit nach dem noch folgenden Auftrag, insbesondere mittels kontaktlosem
Curtain Coating, bereits das gewünschte Finish erreicht wird. Durch den Verzicht auf
das bisherige Kalandrieren nach dem letzten Auftrag ist es möglich, alleine durch
die Zusammensetzung des Auftragsmediums den geforderten Glanz einzustellen.
[0008] Das Vorkalandrieren ist überdies sehr vorteilhaft für den Auftrag, insbesondere mittels
kontaktlosem Curtain Coating, da dadurch die Anforderungen an die Viskoelastizität
des Auftragsmediums verringert werden und eine gute Auftragsqualität sichergestellt
wird.
[0009] Des Weiteren vereinfacht sich der Gesamtprozess für die Herstellung von holzfrei
gestrichenen, matten oder halbmatten Papierbahnen, da die bisherige Fertigsatinage
entfällt und der Gesamtprozess bevorzugt als Online-Prozess gestaltet werden kann.
[0010] Die Papierbahn wird in erster bevorzugter Ausgestaltung vor ihrer Vorkalandrierung
mittels mindestens einer Einrichtung zum Auftrag von flüssigem oder pastösem Auftragsmedium
gestrichen. Die Streichung erfolgt vorzugsweise auf einer ersten Seite einfach mittels
einer Film- oder einer Vorhang-Auftragsvorrichtung, auf beiden Seiten einfach mittels
einer Film-Auftragsvorrichtung oder auf beiden Seiten einfach mittels einer Vorhang-Auftragsvorrichtung.
Die Zusammensetzungen der Streichfarben, die jeweiligen Strichgewichte und dergleichen
können dabei variieren.
[0011] Nach dieser Streichung wird die Papierbahn in bekannter Weise getrocknet.
[0012] Ferner kann vorgesehen sein, dass die Papierbahn vor dem ersten Auftrag von flüssigem
oder pastösem Auftragsmedium durch mindestens eine Filmpresse hindurchgeführt wird.
Dadurch wird eine mögliche erste Dickenkalibrierung der Papierbahn auf wirksame und
einfache Weise sichergestellt.
[0013] In weiterer bevorzugter Ausgestaltung wird die Papierbahn mittels eines Glättwerks,
mittels eines mindestens einen Breitnip aufweisenden Schuhkalanders und eines Glättwerks,
mittels eines mindestens einen Nip aufweisenden Softkalanders oder mittels eines mindestens
einen Nip aufweisenden Superkalanders vorkalandriert. Diese Einrichtungen zur Vorkalibrierung
eignen sich hierfür in hervorragender Weise und zeichnen sich durch eine für den erfindungsgemäßen
Herstellungsprozess notwendige Prozesssicherheit bei günstigen Betriebskosten aus.
Danach wird die Papierbahn mittels einer Einrichtung zum Auftrag von flüssigem oder
pastösem Auftragsmedium, insbesondere einer Vorhang-Auftragsvorrichtung, auf einer
ersten Seite einfach gestrichen. Ergänzend oder alternativ wird die Papierbahn mittels
einer weiteren Einrichtung zum Auftrag von flüssigem oder pastösem Auftragsmedium,
insbesondere einer Vorhang Auftragsvorrichtung, auch oder nur auf einer zweiten Seite
einfach gestrichen. Die Zusammensetzung der mindestens einen Streichfarbe, das Strichgewicht
und dergleichen können dabei variieren.
[0014] Nach dieser Streichung wird die Papierbahn in bekannter Weise erstmalig oder erneut
getrocknet.
[0015] Wiederum kann vorgesehen sein, dass die Papierbahn vor ihrer Vorkalandrierung durch
mindestens eine Filmpresse hindurchgeführt wird, sofern die Papierbahn lediglich einfach
gestrichen wird. Dadurch wird eine mögliche erste Dickenkalibrierung der Papierbahn
auf wirksame und einfache Weise sichergestellt.
[0016] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
bevorzugter Ausführungsbeispiel e unter Bezugnahme auf die Zeichnung.
Es zeigen
[0017]
- Figur 1:
- eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Anordnung;
- Figuren 2a und 2b:
- weitere schematische Darstellungen zweier erfindungsgemäßer Anordnungen;
- Figur 3:
- eine weitere schematische Darstellung einer erfindungs-gemäßen Anordnung; und
- Figur 4:
- ein erfindungsgemäßes Rauhigkeit-Glanz-Diagramm.
[0018] Die Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Anordnung
10 zur Herstellung einer holzfrei gestrichenen, matten oder halbmatten Papierbahn
1.
[0019] Die Papiermaschine 5 zur Herstellung der Papierbahn 1 umfasst in bekannter Weise
die nicht explizit dargestellten Sektionen Stoffauflauf, Siebpartie, Pressenpartie,
Trockenpartie und Wickelmaschine. Der generelle Aufbau einer Papiermaschine und derer
Sektionen ist in einer Vielzahl von Druckschriften beschrieben und dem entsprechenden
Fachmann bestens bekannt.
[0020] Die Anordnung 10 weist in Laufrichtung L (Pfeil) der Papierbahn 1 mindestens eine
Einrichtung 11 zur Vorkalandrierung der Papierbahn 1, mindestens eine Einrichtung
12 zum Auftrag von flüssigem oder pastösem Auftragsmedium auf die Papierbahn 1 und
mindestens eine Einrichtung 13 zur Trocknung der Papierbahn 1 auf.
[0021] Die Einrichtung 11 zur Vorkalandrierung der Papierbahn 1 umfasst mindestens ein Glättwerk,
einen mindestens einen Nip aufweisenden Softkalander, einen mindestens einen Nip aufweisenden
Superkalander oder einen mindestens einen Breitnip aufweisenden Schuhkalander.
[0022] Dabei kann das Glättwerk zwei Hartgusswalzen, der Softkalander eine Hartgusswalze
und eine mit einem Kunststoffbezug versehene Walze und der Superkalander eine Hartgusswalze
und eine Papierwalze aufweisen, wobei die genannten Walzenpaare miteinander einen
Nip bilden. Ein Softkalander mit mehreren Walzen ist beispielsweise aus der europäischen
Patentschrift
EP 0 732 446 B bekannt.
[0023] Ferner ist die Einrichtung 12 zum Auftrag von flüssigem oder pastösem Auftragsmedium
eine kontaktlos wirkende oder eine die Papierbahn 1 kontaktierende Einrichtung.
[0024] Dabei kann die kontaktlos wirkende Einrichtung eine Vorhang-Auftragsvorrichtung (Curtain
Coating) oder eine Spruh-Auftragsvorrichtung (Spray Coating) und die die Papierbahn
kontaktierende Einrichtung eine Strich-Auftragsvorrichtung (JetFlow) oder eine Film-Auftragsvorrichtung
(Film Coating) aufweisen. Ein Vorhang-Auftragsverfahren samt Auftragsvorrichtung ist
beispielsweise aus der deutschen Offenlegungsschrift
DE 100 12 344 A1 und der VOITH-Druckschrift "Der DF-Coater - eine Streichtechnik der neuen Generation",
twogether Sonderausgabe "Systems for Finishing", Hirofumi Morita, p3326 d 03.03, bekannt.
[0025] Die Einrichtung 13 zur Trocknung der Papierbahn 1 weist einen Prallströmungstrockner
und/oder eine IR-Trockeneinheit auf. Jedoch können selbstverständlich auch noch weitere
Trocknungssysteme und -prinzipien ihre Verwendung finden.
[0026] Die Einrichtungen 11, 12 und 13 sind in der schematischen Darstellung fett umrandet
dargestellt, um damit ihrer Wichtigkeit Ausdruck zu verleihen.
[0027] Durch diese Anordnung 10 wird also die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
ermöglicht. Dieses ist
dadurch gekennzeichnet, dass die Papierbahn 1 mittels mindestens einer Einrichtung 11 zur Vorkalandrierung vorkalandriert,
danach mittels mindestens einer Einrichtung 12 zum Auftrag von flüssigem oder pastösem
Auftragsmedium mindestens einseitig gestrichen und anschließend mittels mindestens
einer Einrichtung 13 zur Trocknung getrocknet wird, um dadurch eine holzfrei gestrichene,
matte oder halbmatte Papierbahn 1 mit einer Rauhigkeit im Bereich von 0,8 bis 3,9
µm [PPS] und einem Glanz im Bereich von 3 bis 35 % [TAPPI 75°] zu erzeugen.
[0028] In der Figur 1 ist deutlich erkennbar, dass die Einrichtungen 11, 12 und 13 als Teil
der Anordnung 10 eine Einheit mit der Papiermaschine 5 bilden. Die erfindungsgemäßen
Verfahrensschritte erfolgen also online in der Herstellung der holzfrei gestrichenen,
matten oder halbmatten Papierbahn 1.
[0029] Die Figuren 2a und 2b zeigen weitere schematische Darstellungen zweier erfindungsgemäßer
Ausgestaltungen.
[0030] Dabei ist der Einrichtung 11 zur Vorkalandrierung der Papierbahn 1 mindestens eine
weitere Einrichtung 14 zum Auftrag von flüssigem oder pastösem Auftragsmedium auf
die Papierbahn 1 und eine weitere Einrichtung 15 zur Trocknung der Papierbahn 1 in
Laufrichtung L (Pfeil) der Papierbahn 1 vorgeordnet.
[0031] Die weitere Einrichtung 14 zum Auftrag von flüssigem oder pastösem Auftragsmedium
auf die Papierbahn 1 ist wiederum eine kontaktlos wirkende oder eine die Papierbahn
1 kontaktierende Einrichtung (vgl. Figur 1). Sie ist bevorzugt als eine Film- oder
eine Vorhang-Auftragsvorrichtung ausgeführt und streicht die Papierbahn 1 auf einer
ersten Seite S1 einfach oder auf beiden Seiten S2 einfach. Die einseitige Streichung
der Papierbahn 1 kann ober- oder unterseitig erfolgen und die beidseitige Streichung
der Papierbahn 1 kann gleichzeitig (vgl. Figur 2a), zeitlich überlappend oder zeitlich
versetzt (vgl. Figur 2b) erfolgen.
[0032] Ferner weist die weitere Einrichtung 15 zur Trocknung der Papierbahn 1 einen Prallströmungstrockner
und/oder eine IR-Trockeneinheit auf (vgl. Figur 1). Jedoch können selbstverständlich
auch noch weitere Trocknungssysteme und -prinzipien ihre Verwendung finden.
[0033] Der weiteren Einrichtung 14 zum Auftrag von flüssigem oder pastösem Auftragsmedium
auf die Papierbahn 1 ist in Laufrichtung L (Pfeil) der Papierbahn 1 mindestens eine
Filmpresse 16 bekannter Bauart und Funktionsweise (doppelt gestrichene Darstellung)
zur möglichen ersten Dickenkalibrierung der noch ungestrichenen Papierbahn 1 vorgeordnet.
Zwischen der Filmpresse 16 und der Einrichtung 14 können selbstverständlich noch weitere,
dem Herstellungsprozess der holzfrei gestrichenen, matten oder halbmatten Papierbahn
1 dienende Aggregate und Einrichtungen bekannter Art (gestrichelte Darstellung) angeordnet
sein.
[0034] Die Figur 3 zeigt eine weitere schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Ausgestaltung.
[0035] Diese Anordnung 10 ähnelt prinzipiell der Anordnung 10 der Figur 1, wobei hiermit
auf diese verwiesen wird.
[0036] Dabei ist vorgesehen, dass der Einrichtung 11 zum Auftrag von flüssigem oder pastösem
Auftragsmedium auf die Papierbahn 1 in Laufrichtung L (Pfeil) der Papierbahn 1 mindestens
eine Filmpresse 17 (doppelt gestrichene Darstellung) bekannter Bauart und Funktionsweise
zur möglichen ersten Dickenkalibrierung der noch ungestrichenen Papierbahn 1 vorgeordnet
ist. Zwischen der Filmpresse 17 und der Einrichtung 11 können selbstverständlich noch
weitere, dem Herstellungsprozess der holzfrei gestrichenen, matten oder halbmatten
Papierbahn 1 dienende Aggregate und Einrichtungen bekannter Art (gestrichelte Darstellung)
angeordnet sein.
[0037] Die Figur 4 zeigt ein erfindungsgemäßes Rauhigkeit-Glanz-Diagramm.
[0038] Es ist deutlich erkennbar, dass beim bekannten Stand der Technik eine deutliche Abhängigkeit
zwischen der Rauhigkeit und dem Glanz einer Papierbahn (gestrichelter Bereich) besteht.
Dies liegt daran, dass beide Qualitätseigenschaften nur durch einen Schritt (Nachkalandrieren)
eingestellt werden. Kleine Glanzwerte bei geringen Rauhigkeiten sind nicht möglich,
was bei matten Papiersorten wiederum von Nachteil ist.
[0039] Durch das erfindungsgemäße Verfahren lassen sich dagegen kleine Glanzwerte bei geringen
Rauhigkeiten einstellen. Dies liegt daran, dass die Rauhigkeit durch das Vorkalandrieren
bestimmt wird und in Kombination mit dem kontaktlosen Streichen nicht mehr verschlechtert
wird. Beim kontaktlosen Streichen wird ein Konturstrich aufgetragen. Der Vorteil liegt
dabei darin, dass beim Streichen das Auftragsmedium nicht in die Papierbahn gedrückt
wird, was zu einer gewissen Befeuchtung der Papierbahn und somit zu einer Erhöhung
der Rauhigkeit der Papierbahn führen würde. Der Glanz der Papierbahn wird nun unabhängig
von der Kalandrierarbeit durch die Parameter des Auftragsmediums eingestellt. Diese
Parameter sind beispielsweise die Konsistenz, die Rezeptur, die Partikelgröße- und
-form der Pigmente und dergleichen.
[0040] Durch das Vorkalandrieren werden wesentliche bessere Bedingungen für das kontaktlose
Auftragsverfahren geschaffen. Dies führt unter anderem zu besseren Streichergebnissen
infolge geringerer Anforderungen an die Viskoelastizität des Auftragsmediums.
[0041] Bei der Anwendung der erfindungemäßen Verfahrensschritte kann also eine holzfrei
gestrichene, matte oder halbmatte Papierbahn in neuen Qualitätsbereichen hergestellt
werden. Die neuen Qualitätsbereiche liegen innerhalb einer dreieckigen, vorzugsweise
elliptischen Kontur, die sich im Rauhigkeitsbereich von 0,8 bis 3,9 µm [PPS] und im
Glanzbereich von 3 bis 35 % [TAPPI 75°] erstreckt und in der Figur 4 voll gestrichelt
bzw. voll liniert dargestellt ist.
[0042] Damit die Bedeutung der Erfindung klar zum Ausdruck kommt, sind in der Figur 4 weiterhin
die Qualitätsbereiche von holzfrei gestrichenen Papierbahnen dargestellt, die gemäß
den bislang bekannten Herstellungsverfahren hergestellt wurden. Diese liegen ebenfalls
innerhalb einer vorzugsweise elliptischen Kontur, die jedoch ungünstigere Qualitätswerte
aufweist und gestrichelt dargestellt ist.
[0043] Zusammenfassend ist festzuhalten, dass durch die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung
einer holzfrei gestrichenen, matten oder halbmatten Papierbahn geschaffen werden,
welche die Herstellung von Papierbahnen in neuen Qualitätsbereichen, insbesondere
für matte und halbmatte WFC-Sorten, erlauben.
Bezugszeichenliste
[0044]
- 1
- Papierbahn
- 5
- Papiermaschine
- 10
- Anordnung
- 11
- Einrichtung (Vorkalandrierung)
- 12
- Einrichtung (Auftrag)
- 13
- Einrichtung (Trocknung)
- 14
- Einrichtung (Auftrag)
- 15
- Einrichtung (Trocknung)
- 16
- Filmpresse
- 17
- Filmpresse
- L
- Laufrichtung (Pfeil)
- S1
- erste Seite (Papierbahn)
- S2
- zweite Seite (Papierbahn)
1. Verfahren zur Herstellung einer holzfreien gestrichenen, matten oder halbmatten Papierbahn
(1), wobei
die Papierbahn (1) mittels mindestens einer Einrichtung (11) zur Vorkalandrierung
vorkalandriert, danach mittels mindestens einer Einrichtung (12) zum Auftrag von flüssigem
oder pastösem Auftragsmedium mindestens einseitig gestrichen und anschließend mittels
mindestens einer Einrichtung (13) zur Trocknung getrocknet wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Bahn (1) nach der in Laufrichtung (L) der Papierbahn (1) letzten Auftragseinrichtung
(12,14) durch keine weitere Glätt- oder Kalandriereinrichtung mehr hindurchgeführt
wird und wobei eine holzfreie gestrichene Papierbahn (1) mit einer Rauhigkeit im Bereich
von 0,8 bis 3,9 µm [PPS] und einem Glanz im Bereich von 3 bis 35 % [TAPPI 75°] erzeugt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Papierbahn (1) vor ihrer Vorkalandrierung mittels einer Einrlchtung (14) zum
Auftrag von flüssigem oder pastösem Aufiragsmedium, insbesondere einer Film- oder
einer Vorhang-Auftragsvorrichtung, auf einer ersten Seite (S1) einfach gestrichen
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Papierbahn (1) vor ihrer Vorkalandrlerung mittels einer Einrichtung (14) zum
Auftrag von flüssigem oder pastösem Auftragsmedium, insbesondere einer Film-Auftragsvorrichtung,
auf beiden Seiten (S1, S2) einfach gestrichen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Papierbahn (1) vor ihrer Vorkalandrlerung mittels zweier Einrichtungen (14) zum
Auftrag von flüssigem oder pastösem Auftragsmedium, insbesondere einer Vorhang-Auftragsvorrichtung,
auf beiden Seiten (S1, S2) einfach gestrichen wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Papierbahn (1) in bekannter Weise getrocknet wird.
6. Verfahren nach Anspruch 2, 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Papierbahn (1) vor dem ersten Auftrag von flüssigem oder pastösem Auftragsmedium
durch mindestens eine Filmpresse (16) hindurchgeführt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1,5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Papierbahn (1) mittels eines Glättwerks, mittels eines mindestens einen Breitnip
aufweisenden Schuhkalanders und eines Glättwerks, mittels eines mindestens einen Nip
aufweisenden Softkalanders oder mittels eines mindestens einen Nip aufweisenden Superkalanders
vorkalandriert wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Papierbahn (1) mittels einer Einrichtung (12) zum Auftrag von flüssigem oder
pastösem Auftragsmedium, insbesondere einer Vorhang-Auftragsvorrichtung, auf einer
ersten Seite (S1) einfach gestrichen wird.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Papierbahn (1) mittels einer weiteren Einrichtung (12) zum Auftrag von flüssigem
oder pastösem Auftragsmedium, insbesondere einer Vorhang-Auftragsvorrichtung, auf
einer zweiten Seite (S2) einfach gestrichen wird.
10. Verfahren nach Anspruch 7, 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Papierbahn (1) in bekannter Weise getrocknet wird.
11. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Papierbahn (1) vor ihrer Vorkalandrlerung durch mindestens eine Filmpresse (17)
hindurchgeführt wird.
1. Method for producing a wood-free, coated, matt or semi-matt paper web (1),
the paper web (1) being pre-calendered by means of at least one device (11) for pre-calendering,
after that being coated on at least one side by means of at least one device (12)
for the application of liquid or pasty application medium, and then being dried by
means of at least one device (13) for drying,
characterized in that
after the last application device (12, 14) in the running direction (L) of the paper
web (1), the web (1) is no longer led through any further smoothing or calendering
device, and a wood-free, coated paper web (1) is produced which has a roughness in
the range from 0.8 to 3.9 µm (PPS) and a gloss in the range from 3 to 35% [TAPPI 75°].
2. Method according to Claim 1,
characterized in that,
before its pre-calendering, the paper web (1) is coated singly on a first side (S1)
by means of a device (14) for the application of liquid or pasty application medium,
in particular a film or curtain applicator.
3. Method according to Claim 1,
characterized in that,
before its pre-calendering, the paper web (1) is coated singly on both sides (S1,
S2) by means of a device (14) for the application of liquid or pasty application medium,
in particular a film applicator.
4. Method according to Claim 1,
characterized in that,
before its pre-calendering, the paper web (1) is coated singly on both sides (S1,
S2) by means of two devices (14) for the application of liquid or pasty application
medium, in particular a curtain applicator.
5. Method according to one of the preceding claims,
characterized in that
the paper web (1) is dried in a known way.
6. Method according to Claim 2, 3 or 4,
characterized in that,
before the first application of liquid or pasty application medium, the paper web
(1) is led through at least one film press (16).
7. Method according to Claim 1, 5 or 6,
characterized in that
the paper web (1) is pre-calendered by means of a smoothing unit, by means of at least
one shoe calender having an extended nip and a smoothing unit, by means of a soft
calender having at least one nip or by means of a supercalender having at least one
nip.
8. Method according to Claim 7,
characterized in that
the paper web (1) is coated singly on a first side (S1) by means of a device (12)
for the application of liquid or pasty application medium, in particular a curtain
applicator.
9. Method according to Claim 7 or 8,
characterized in that
the paper web (1) is coated singly on a second side (S2) by means of a further device
(12) for the application of liquid or pasty application medium, in particular a curtain
applicator.
10. Method according to Claim 7, 8 or 9,
characterized in that
the paper web (1) is dried in a known way.
11. Method according to Claim 1,
characterized in that,
before its pre-calendering, the paper web (1) is led through at least one film press
(17).
1. Procédé pour produire une bande de papier (1) sans bois, mat ou semi-mat, et couché,
dans lequel on soumet la bande de papier (1) à un précalandrage au moyen d'au moins
un dispositif (11) de précalandrage, on dépose une couche sur au moins une face au
moyen d'au moins un dispositif (12) pour le dépôt d'un fluide de couchage liquide
ou pâteux et on la sèche ensuite au moyen d'au moins un dispositif de séchage (13),
caractérisé en ce que l'on ne conduit plus la bande (1) à travers d'autres dispositifs de lissage ou de
calandrage après le dernier dispositif de dépôt (12, 14) dans la direction de défilement
(L) de la bande de papier (1) et dans lequel on produit une bande de papier (1) sans
bois et couché présentant une rugosité située dans la plage de 0,8 à 3,9 µm [PPS]
et une brillance située dans la plage de 3 à 35 % [TAPPI 75°].
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on dépose simplement une couche sur une première face (S1) de la bande de papier
(1), avant son précalandrage, au moyen d'un dispositif (14) pour le dépôt d'un fluide
de couchage liquide ou pâteux, en particulier un dispositif de dépôt en film ou en
rideau.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on dépose simplement une couche sur les deux faces (S1, S2) de la bande de papier
(1), avant son précalandrage, au moyen d'un dispositif (14) pour le dépôt d'un fluide
de couchage liquide ou pâteux, en particulier un dispositif de dépôt en film.
4. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on dépose simplement une couche sur les deux faces (S1, S2) de la bande de papier
(1), avant son précalandrage, au moyen de deux dispositifs (14) pour le dépôt d'un
fluide de couchage liquide ou pâteux, en particulier un dispositif de dépôt en rideau.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on sèche la bande de papier (1) de manière connue.
6. Procédé selon la revendication 2, 3 ou 4,
caractérisé en ce que l'on conduit la bande de papier (1) à travers au moins une presse à film (16) avant
le premier dépôt de fluide de couchage liquide ou pâteux.
7. Procédé selon la revendication 1, 5 ou 6,
caractérisé en ce que l'on effectue un précalandrage de la bande de papier (1) au moyen d'une lisseuse,
au moyen d'au moins une calandre à sabot présentant une emprise de largeur et d'une
lisseuse, au moyen d'une calandre douce présentant au moins une emprise ou au moyen
d'une supercalandre présentant au moins une emprise.
8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé en ce que l'on dépose simplement une couche sur une première face (S1) de la bande de papier
(1) au moyen d'un dispositif (12) pour le dépôt de fluide de couchage liquide ou pâteux,
en particulier un dispositif de dépôt en rideau.
9. Procédé selon la revendication 7 ou 8,
caractérisé en ce que l'on dépose simplement une couche sur une deuxième face (S2) de la bande de papier
(1) au moyen d'un autre dispositif (12) pour le dépôt d'un fluide de couchage liquide
ou pâteux, en particulier un dispositif de dépôt en rideau.
10. Procédé selon la revendication 7, 8 ou 9,
caractérisé en ce que l'on sèche la bande de papier (1) de manière connue.
11. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on conduit la bande de papier (1) à travers au moins une presse à filtre (17),
avant son précalandrage.


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