[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Zersägen zumindest einer Platte
mit einer Plattenaufteilsäge mit zumindest einem Sägeblatt, insbesondere Kreissägeblatt,
wobei die Platte in einem ersten Verfahrensabschnitt mittels eines Erstschnittes oder
mehrerer Erstschnitte entlang einer linearen Erstschnittlinie des Erstschnittes oder
mehrerer linearer, insbesondere zueinander paralleler, Erstschnittlinien der Erstschnitte
in voneinander vollständig getrennte Plattenstreifen zersägt wird und die Plattenstreifen
anschließend in einem zweiten Verfahrensabschnitt mittels eines Zweitschnittes oder
mehrerer Zweitschnitte entlang einer linearen Zweitschnittlinie des Zweitschnittes
oder mehrerer linearer, insbesondere zueinander paralleler, Zweitschnittlinien der
Zweitschnitte in voneinander vollständig getrennte Teilplatten zersägt werden, wobei
die Erstschnittlinie(n) schräg oder orthogonal zu der Zweitschnittlinie oder den Zweitschnittlinien
angeordnet wird (werden).
[0002] Die Aufteilung einer Platte bzw. Großplatte mittels einer Plattenaufteilsäge bzw.
einer Plattenaufteilanlage ist ein streng sequenzieller Prozess. Im ersten Aufteilzyklus
bzw. im ersten Verfahrensabschnitt werden aus der Platte Plattenstreifen erzeugt.
Im weiteren Aufteilzyklus bzw. im zweiten Verfahrensabschnitt werden dann diese Streifen
in Teilplatten zersägt. Am Ende des ersten Verfahrensabschnittes liegen vollständig
voneinander getrennte Plattenstreifen vor. Am Ende des zweiten Verfahrensabschnittes
sind diese in vollständig voneinander getrennte Teilplatten zersägt. Das beim Stand
der Technik an sich bekannte Verfahren funktioniert problemlos, solange die im Resultat
zuzuschneidenden Teilplatten in zumindest einer Kantenlänge mit der Breite der im
ersten Verfahrensabschnitt zuzusägenden Plattenstreifen übereinstimmen. Problematisch
wird es, wenn die Teilplatten die aus einem Plattenstreifen herausgesägt werden sollen,
nicht zumindest in einer Kantenlänge übereinstimmen. Beim Stand der Technik werden
in diesem Fall sogenannte Drittschnitte durchgeführt, um aus einem Zwischenformat
das letztendlich gewünschte Endformat der Teilplatte herauszusägen. Diese Drittschnitte
haben das Problem, dass die Zwischenformate im Anschluss an den zweiten Verfahrensabschnitt
noch einmal in die Plattenaufteilsäge eingelegt werden müssen, um den Drittschnitt
zur Herstellung der Teilplatte mit den gewünschten Dimensionen durchzuführen. Dies
ist sowohl zeit- als auch arbeitsaufwendig.
[0003] Aus der AT 361700 ist eine Plattenaufteilanlage bekannt, mit der ein gattungsgemäßes
Verfahren zum Zersägen zumindest einer Platte durchgeführt werden kann. Auch die oben
genannte Problematik mit den Drittschnitten ist bereits in dem Ausführungsbeispiel
gemäß Fig. 4 dieser Schrift gezeigt. Um dieses Problem mit den Drittschnitten zu meistern,
wird in der AT 361700 vorgeschlagen, insgesamt vier Sägeblätter an unterschiedlichen
Arbeitsstationen der Plattenaufteilsäge zu verwenden. Die in der AT 361700 gezeigte
Lösung des Drittschnittproblems bedingt eine sehr aufwendige und damit kostenintensive
Konstruktion der Plattenaufteilanlage bzw. -säge, was sich nur bei großen Stückzahlen
an zu zersägenden Platten lohnt.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein gattungsgemäßes Verfahren weiter zu entwickeln,
sodass die Drittschnittproblematik auf einfache und kostengünstige Weise gelöst wird.
[0005] Hierfür ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass während des ersten Verfahrensabschnitts
entlang zumindest einer linearen, vorzugsweise parallel zu der (den) Erstschnittlinie(n)
verlaufenden, Einsatzschnittlinie zumindest ein Einsatzschnitt gesägt wird, bei dem
die Platte nur auf einer Teilstrecke zersägt wird, welche kürzer als die gesamte Ausdehnung
der Platte in Richtung der Einsatzschnittlinie ist.
[0006] Erfindungsgemäß ist somit vorgesehen, dass während des ersten Verfahrensabschnittes
zusätzlich Einsatzschnitte entlang von linearen Einsatzschnittlinien gesägt werden,
welche vorzugsweise parallel zu der bzw. den Erstschnittlinie(n) verlaufen. Der Einsatzschnitt
bzw. die Einsatzschnitte sind jedoch kürzer als die Erstschnitte. Während bei den
Erstschnitten die Platte über ihre gesamte Länge in voneinander vollständig getrennte
Plattenstreifen zersägt wird, reichen die Einsatzschnitte nur über eine Teilstrecke,
welche kürzer als die gesamte Ausdehnung der Platte in Richtung der Einsatzschnittlinie
ist.
[0007] Insbesondere wenn es sich beim verwendeten Sägeblatt um ein Kreissägeblatt handelt,
verbleibt bei dieser Vorgehensweise an einem Ende der Teilstrecke ein Schnittende,
welches sich in Richtung der Einsatzschnittlinie über eine Schnittendlänge längserstreckt.
Dieses Schnittende soll in der Regel in keiner der letztendlich erzeugten Teilplatten
zu sehen sein. Um dies zu verhindern, sieht eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens vor, dass anschließend an den ersten Verfahrensabschnitt, im zweiten Verfahrensabschnitt
mit zumindest zwei Zweitschnitten zumindest ein Abfallstreifen aus dem Plattenstreifen,
in dem der Einsatzschnitt angeordnet ist, herausgesägt wird, wobei zumindest das Schnittende
der Teilstrecke des Einsatzschnittes vollständig innerhalb des Abfallstreifens angeordnet
ist. Mit anderen Worten wird im zweiten Verfahrensabschnitt somit in dem Bereich,
in den das Schnittende des Einsatzschnittes fällt, ein Abfallstreifen herausgesägt,
sodass das Schnittende in den letztendlich hergestellten Teilplatten nicht mehr zu
sehen ist.
[0008] In bevorzugten Ausgestaltungsformen liegen die Erstschnittlinien parallel zueinander
und die Zweitschnittlinien liegen bevorzugt ebenfalls parallel zueinander. Parallel
zu den Erstschnittlinien sind günstigerweise auch die Einsatzschnittlinien angeordnet.
Die Erstschnittlinien und die Zweitschnittlinien können dabei orthogonal zueinander,
also in einem 90° Winkel zueinander angeordnet sein. Abweichend hiervon ist es aber
auch möglich, dass die Erstschnittlinien schräg, also weder orthogonal noch parallel,
zu den Zweitschnittlinien angeordnet sind. Darüber hinaus müssen die Erstschnittlinien
auch nicht zwingend zueinander parallel oder parallel zu den Einsatzschnittlinien
sein. Das Gleiche gilt auch für die Zweitschnittlinien untereinander.
[0009] Das erfindungsgemäße Verfahren kann einerseits bei vergleichsweise einfachen Plattenaufteilsägen
eingesetzt werden. Diese verfügen in der Regel über eine Sägelinie mit einem Sägeblatt,
wobei das Handling bzw. Einlegen der Platte und Plattenstreifen meist von einem Maschinenbediener
manuell durchgeführt wird. Andererseits kann das erfindungsgemäße Verfahren aber auch
bei vollautomatisierten Plattenaufteilsägen durchgeführt werden, welche über ein,
zwei oder mehr Sägelinien und damit über eine entsprechende Anzahl von Sägeblättern
verfügen und bei denen das Plattenhandling automatisiert durchgeführt wird. Bei diesen
sogenannten Plattenaufteilanlagen hat das Bedienpersonal hauptsächlich überwachenden
Charakter. Wird das erfindungsgemäße Verfahren bei Plattenaufteilanlagen mit mindestens
zwei Sägelinien eingesetzt, so kann vorgesehen sein, dass der oder die Erstschnitt(e)
und der oder die Einsatzschnitt(e) von einem ersten Sägeblatt der Plattenaufteilsäge
gesägt wird (werden) und der oder die Zweitschnitt(e) von einem zweiten Sägeblatt
gesägt wird (werden). Handelt es sich um Plattenaufteilanlagen mit nur einer Sägelinie,
so kann vorgesehen sein, dass die Plattenstreifen im Anschluss an den ersten Verfahrensabschnitt
und vor Beginn des zweiten Verfahrensabschnitts von einer Plattenstreifendreheinrichtung,
vorzugsweise von einem Drehtisch, gedreht werden. Die Plattenstreifendreheinrichtung
ermöglicht es, alle Schnitte also sowohl die Erstschnitte und die Einsatzschnitte
als auch die Zweitschnitte mit nur einem Sägeblatt durchzuführen.
[0010] Generell wird darauf hingewiesen, dass das Verfahren nicht nur zum Zersägen einzelner
Platten, sondern in gleicher Weise auch zum gleichzeitigen Zersägen von aufeinander
gestapelten Platten also Plattenstapeln eingesetzt werden kann.
[0011] Weitere Merkmale und Einzelheiten bevorzugter Ausgestaltungsformen des erfindungsgemäßen
Verfahrens werden anhand der nachfolgenden Figurenbeschreibung weiter erläutert. Es
zeigen:
- Fig. 1
- schematisiert eine einfache, beim Stand der Technik an sich bekannte Plattenaufteilsäge;
- Fig. 2 bis 4
- Draufsichten auf eine zu zersägende Platte, bzw. die daraus durch Zersägen hergestellten
Plattenstreifen, anhand derer die beim Stand der Technik bekannte Vorgehensweise erläutert
wird;
- Fig. 5 bis 7
- ähnliche Draufsichten, wobei allerdings nach dem erfindungsgemäßen Verfahren vorgegangen
wird;
- Fig. 8
- schematisiert eine Situation, bei der sich das Sägeblatt am Schnittende eines Einsatzschnittes
befindet und
- Fig. 9 bis 11
- ein weiteres Beispiel einer Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0012] Fig. 1 zeigt in einer stark schematisierten Seitenansicht eine einfache Ausgestaltungsform
einer Plattenaufteilsäge 2, welche für das erfindungsgemäße Verfahren zum Zersägen
einer Platte 1 oder eines Plattenstapels verwendet werden kann. Die gezeigte Plattenaufteilsäge
2 weist einen Maschinentisch 13 auf, welcher mittels der Maschinentischfüße 18 auf
einem Untergrund aufgestellt ist. Auf den Maschinentisch 13 können die in Fig. 1 nicht
dargestellten Platten 1 aufgelegt werden. Zum Zersägen der Platten 1 ist das Sägeblatt
3 vorgesehen. Unter Sägen bzw. Zersägen wird verstanden, dass mit dem Sägeblatt 3
eine Platte 1 oder ein Plattenstapel über seine gesamte Dicke durchtrennt wird. Das
Sägeblatt 3 ist günstigerweise, wie an sich bekannt, in den Sägewagen 15 absenkbar
und aus diesem in die in Fig. 1 dargestellte Sägestellung anhebbar. Dem Sägeblatt
3 kann zusätzlich ein Vorritzsägeblatt 16 zugeordnet sein, wie dies in Fig. 1 schematisch
dargestellt ist. Mit diesem kann eine Oberfläche der Platte 1 oder des Plattenstreifens
5 entlang des jeweils zu sägenden Erstschnittes und/oder Einsatzschnittes und/oder
Zweitschnittes angeritzt werden, bevor mit dem zugeordneten Sägeblatt 3 der jeweilige
Erstschnitt und/oder Einsatzschnitt und/oder Zweitschnitt gesägt wird. Das Vorritzsägeblatt
16 ist somit nicht zum vollständigen Durchtrennen der Platte 1 über ihre gesamte Dicke
vorgesehen. Es dient vielmehr dazu, eine nutförmige Ausnehmung in die Platte zu ritzen
bzw. zu schneiden, deren Tiefe geringer als die Dicke der Platte 1 ist. Insbesondere
für das weiter unten noch erläuterte Sägen der Einsatzschnitte ist es günstig, wenn
das Vorritzsägeblatt 16 unabhängig von dem Sägeblatt 3, dem es zugeordnet ist, abgesenkt
werden kann, um es damit außer Kontakt mit der zu zersägenden Platte 1 zu bringen.
[0013] Im gezeigten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 werden das Sägeblatt 3 und das Vorritzsägeblatt
16 angehoben, um mit der zu zersägenden Platte 1 oder dem zu zersägenden Plattenstapel
in Kontakt gebracht zu werden. Werden sie nicht benötigt, so können sie in den Sägewagen
15 abgesenkt werden. Abweichend von dem gezeigten Ausführungsbeispiel in Fig. 1 ist
es natürlich auch möglich, dass das Sägeblatt 3 und/oder das Vorritzsägeblatt 16 von
oben her auf das zu zersägende Werkstück einwirkt. In diesem Fall werden die Sägeblätter
3 und 16 zum Zersägen abgesenkt und zum Außerkontaktbringen mit dem zu zersägenden
Werkstück angehoben.
[0014] Um das Sägeblatt 3 und das Vorritzsägeblatt 16 entlang eines an sich bekannten Sägespaltes
im Maschinentisch 13 verfahren zu können, ist der Sägewagen 15 in die Richtung 23,
vorzugsweise motorisiert, verfahrbar in der Führungsschiene 17 gelagert. Im gezeigten
Ausführungsbeispiel ist die Führungsschiene 17 gleichzeitig als Absaugeinrichtung
für die beim Sägevorgang anfallenden und in den Sägewagen 15 geworfenen Sägespäne
vorgesehen. Hierfür ist an einem Ende der kanalartig ausgeführten Führungsschiene
17 eine Absaugung 19 angeordnet, welche an sich bekannt ist und nicht weiter erläutert
werden muss.
[0015] Wie in Fig. 1 zu sehen, weist die dargestellte Plattenaufteilsäge 2 zusätzlich auch
einen Druckbalken 14 auf, welcher entlang der Druckbalkenständer 20 in Richtung hin
zum Maschinentisch 13 abgesenkt und in Gegenrichtung auch wieder abgehoben werden
kann. Der Druckbalken 14 dient, wie an sich bekannt, dazu, die Platte 1, die Plattenstapel
oder die Plattenstreifen 5 beim Sägen auf den Maschinentisch 13 nieder zu halten,
bzw. anzudrücken. In den Druckbalken 14 kann, wie an sich bekannt, eine Absaugeinrichtung
für vom Sägeblatt 3 nach oben geworfene Sägespäne integriert sein.
[0016] Anhand der Fig. 2 bis 4 wird nun erläutert, wie bei einem gattungsgemäßen Verfahren
gemäß Stand der Technik zum Zersägen zumindest einer Platte 1 z.B. mit der in Fig.
1 gezeigten Plattenaufteilsäge 2 vorgegangen wird. Fig. 2 zeigt eine Draufsicht auf
die zu zersägende Platte 1. Gestrichelt angedeutet sind die Erstschnittlinien 4 entlang
derer die Erstschnitte durchgeführt werden. Im gezeigten Ausführungsbeispiel dienen
die beiden äußeren Erstschnitte bzw. Erstschnittlinien 4 der Besäumung der Platte.
Mit dem mittleren Erstschnitt entlang der mittleren Erstschnittlinie 4 wird die Platte
1 in die beiden in den Fig. 3 und 4 gezeigten Plattenstreifen 5 zersägt. Dabei werden
die Plattenstreifen vollständig voneinander getrennt. Der jeweilige Schnitt erfolgt
somit entlang der jeweiligen Erstschnittlinie 4 durch die gesamte Ausdehnung der Platte
1 in Richtung der jeweiligen Erstschnittlinie 4. Diese Erstschnitte können z.B. mit
der in Fig. 1 gezeigten Plattenaufteilsäge 2 durchgeführt werden, indem der Sägewagen
15 zunächst einmal in eine randliche Warteposition verfahren wird. Anschließend wird
die Platte 1 auf dem Maschinentisch 13 in die für den ersten Erstschnitt gewünschte
Position gebracht, der Druckbalken 14 abgesenkt und der Sägevorgang durch Verfahren
des Sägewagens 15 entlang der Führungsschiene 17 und damit entlang der jeweiligen
Erstschnittlinie 4 durchgeführt. Dabei sind sowohl das Vorritzsägeblatt 16 als auch
das Sägeblatt 3 in die in Fig. 1 dargestellte Sägeposition angehoben. Ist der Schnitt
entlang der jeweiligen Erstschnittlinie 4 fertiggestellt, die Platte also vollständig
durchtrennt, so werden günstigerweise Sägeblatt und Vorritzsägeblatt abgesenkt, der
Sägewagen 15 in seine Ausgangsposition verfahren, der Druckbalken 14 angehoben und
die Platte 1 so umpositioniert, dass entlang der nächsten Erstschnittlinie 4 geschnitten
werden kann. Das Verschieben und Handling der Platten 1 kann bei kleineren Plattenaufteilsägen
2 von Hand von dem Bedienpersonal vorgenommen werden. Bei größeren Plattenaufteilanlagen
sind in der Regel beim Stand der Technik an sich bekannte Einschubwagen mit Greifern
vorgesehen, die die Platte 1 greifen und einer programmierbaren Steuerung folgend
positionieren. Sind in dieser Art und Weise alle Erstschnitte entlang der Erstschnittlinien
4 durchgeführt, so endet der erste Verfahrensabschnitt. Einer der beiden Plattenstreifen
5 wird in eine Warteposition gebracht. Der andere Plattenstreifen 5 wird um einen
vorzugsweise 90° betragenden Winkel gedreht, sodass anschließend mittels des Sägeblattes
3 und des Vorritzsägeblattes 16 die Zweitschnitte entlang der Zweitschnittlinien 6
durchgeführt werden, was zur Aufteilung der Plattenstreifen 5 in die Teilplatten 7
führt. Auch diese Zweitschnitte werden so ausgeführt, dass die aus den Plattenstreifen
5 erzeugten Teilplatten entlang der Zweitschnittlinien 6 vollständig voneinander getrennt
werden. Das Drehen der Plattenstreifen 5 vor dem Sägen der Zweitschnitte, kann von
Hand oder mittels einer automatisierten Plattenstreifendreheinrichtung wie z.B. einem
Drehtisch, wie er beim Stand der Technik bekannt ist, durchgeführt werden.
[0017] Diese beim Stand der Technik bekannte Verfahrensweise ist unproblematisch, solange
die aus einem Plattenstreifen gewonnenen Teilplatten 7 zumindest eine Kantenlänge
gemeinsam haben. Ist dies nicht der Fall, so müssen sogenannte Drittschnitte durchgeführt
werden. Ein solcher ist in Fig. 3 als gepunktete Linie 21 angedeutet. Um den Drittschnitt
21 auszuführen, muss die nach dem bekannten Verfahren zunächst zu groß zugeschnittene
Teilplatte 7, von neuem in der Plattenaufteilsäge 2 positioniert werden damit der
Drittschnitt entlang der Schnittlinie 21 vorgenommen werden kann. Dies bedeutet sowohl
einen hohen technischen, als auch zeitlichen Zusatzaufwand und ist insbesondere bei
stark automatisierten Plattenaufteilsägen unerwünscht.
[0018] Die Fig. 5 bis 7 zeigen nun an einem ersten Beispiel, wie bei einem erfindungsgemäß
modifizierten Verfahren vorgegangen wird. Fig. 5 zeigt wiederum eine Draufsicht auf
die Platte 1. Die Fig. 6 und 7 zeigen Draufsichten auf die Plattenstreifen 5, die
durch Zersägen der Platte 1 mittels der Erstschnitte entstehen. Das Sägen entlang
der Erstschnittlinien 4 im ersten Verfahrensabschnitt erfolgt nun zunächst einmal
wie beim Stand der Technik und anhand der Fig. 2 erläutert. Zusätzlich wird im ersten
Verfahrensabschnitt aber auch ein sogenannter Einsatzschnitt entlang der in Fig. 5
gezeigten Einsatzschnittlinie 8 gesägt. Dabei wird die Platte 1 auf der Teilstrecke
9 vom Sägeblatt 3 vollständig durchtrennt. Im Unterschied dazu endet der Einsatzschnitt
entlang der Einsatzschnittlinie 8 aber in seinem Schnittende 11. Die Teilstrecke 9
auf welcher die Platte 1 mittels des Einsatzschnittes zersägt wird, ist somit kürzer
als die gesamte Ausdehnung der Platte in Richtung 10 der Einsatzschnittlinie 8. Sind
alle Erstschnitte und Einsatzschnitte gesägt und damit die Platte in Streifen 5 aufgeteilt,
so werden im zweiten Verfahrensabschnitt wiederum die Plattenstreifen 5 nacheinander
entlang der Zweitschnittlinien 6 zersägt. Bei dem Plattenstreifen 5 gemäß Fig. 7 tritt
dabei keine Änderung gegenüber dem Stand der Technik auf. Beim Sägen der Zweitschnitte
entlang der Zweitschnittlinien 6 an dem Plattenstreifen 5 mit dem Einsatzschnitt entlang
der Einsatzschnittlinie 8, wie er in Fig. 6 dargestellt ist, wird günstigerweise jedoch
abweichend vom Stand der Technik ein sogenannter Abfallstreifen 12 durch zwei Zweitschnitte
herausgesägt. Der Abfallstreifen 12 wird dabei in dem Bereich des Plattenstreifens
5 herausgesägt, in dem sich das Schnittende 11 der Teilstrecke 9 des Einsatzschnittes
befindet. Die Breite des Abfallstreifens 12 wird so gewählt, dass das Schnittende
11 über seine gesamte Schnittendlänge 22 vollständig innerhalb des Abfallstreifens
12 angeordnet ist. Zusätzlich kann zur Berücksichtigung von Toleranzen die Breite
des Abfallstreifens 12 etwas größer als die Schnittendlänge 22 gewählt werden.
[0019] Nachdem alle in Fig. 6 gezeigten Zweitschnitte entlang der Zweitschnittlinien 6 durchgeführt
wurden, liegen die vollständig voneinander getrennten Teilplatten 7 vor. Auch die
vom Einsatzschnitt entlang der Einsatzschnittlinie 8 begrenzte Teilplatte 7 hat bereits
ihr endgültiges Format, ohne dass das beim Stand der Technik bekannte, anhand von
Fig. 3 erläuterte Drittschnittprozedere notwendig ist. Das erfindungsgemäße Verfahren
hat somit den Effekt, dass am Ende des zweiten Verfahrensabschnittes alle Teilplatten
7 bereits ihre endgültige Größe haben und keine Drittschnitte mehr durchgeführt werden
müssen. Dies ist eine erhebliche Vereinfachung des Aufteilzyklus der Plattenaufteilsäge
2 und eine erhebliche Zeitersparnis.
[0020] Fig. 8 zeigt in einer schematischen Seitenansicht auf die Sägeblätter 3 und 16, den
Maschinentisch 13 und die zu zersägende Platte 1 noch einmal vergrößert das Schnittende
11 am Ende der Einsatzschnittlinie 8. Gut zu sehen ist hier, dass das Schnittende
11 aufgrund der Form des Sägeblattes 3 in Richtung 10 der Einsatzschnittlinie 8 über
eine Schnittendlänge 22 längserstreckt ist. Dieses Schnittende 11 soll in der Regel
in den fertig zugeschnittenen Teilplatten 7 nicht zu sehen sein. Um dies zu vermeiden,
wird, wie bereits anhand von Fig. 6 erläutert, der Abfallstreifen 12 vorgesehen, wobei
das Schnittende 11 über seine gesamte Schnittendlänge 22 vollständig innerhalb des
Abfallstreifens 12 liegt. Die Problematik der Schnittendlänge 22 tritt insbesondere
bei Sägeblättern 3 in Form von Kreissägeblättern auf. Aber auch bei Stich- oder Bandsägen
oder dgl. verbleibt am Schnittende 11 in der Regel ein unsauberer Bereich, der in
den endgültig aufgeteilten Teilplatten 7 nicht mehr zu sehen sein soll. Auch bei solchen
Sägeblättern kann es daher günstig sein, entsprechende Abfallstreifen 12, welche das
Schnittende 11 der Einsatzschnitte aufnehmen, vorzusehen. Wie in Fig. 8 angedeutet,
wird das Vorritzsägeblatt 16, wenn es vorhanden ist, am Schnittende 11 rechtzeitig
abgesenkt, während das Sägeblatt 3 noch fertig bis zum Schnittende 11 schneidet.
[0021] Die Fig. 9 bis 11 zeigen anhand eines weiteren Ausführungsbeispiels wie bei einem
erfindungsgemäß ausgebildeten Verfahren vorgegangen werden kann. Hier sollen aus dem
oberen in Fig. 10 gezeigten Plattenstreifen 5 drei Teilplatten 7 herausgesägt werden,
welche in keiner ihrer Kantenlängen miteinander übereinstimmen. Um dies ohne Drittschnitte
zu realisieren, werden in diesem Ausführungsbeispiel im ersten Verfahrensabschnitt
zwei Einsatzschnitte entlang der Einsatzschnittlinien 8 in die Platte 1 gesägt. Entsprechend
werden, wie in Fig. 10 gezeigt, anschließend auch zwei Abfallstreifen 12 mittels der
Zweitschnitte entlang der Zweitschnittlinie 6 herausgesägt.
[0022] Es ist klar, dass die gezeigten Ausführungsbeispiele nur der Erläuterung des erfindungsgemäßen
Verfahrens dienen. Es können natürlich auch zahlreiche andere Formate der Teilplatten
7 mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erzeugt werden. In den gezeigten Beispielen
sind die Erstschnittlinien 4 und die Einsatzschnittlinien 8 jeweils parallel zueinander
angeordnet. Das Gleiche gilt für die Zweitschnittlinien 6, wobei diese orthogonal
zu den Erstschnittlinien 4 und den Einsatzschnittlinien 8 verlaufen. Dies ist ein
häufiges Schema. Die Erfindung ist aber nicht zwingend darauf begrenzt. Es muss nicht
zwingend vorgesehen sein, dass die Erstschnittlinien 4 und die Einsatzschnittlinien
8 parallel zueinander verlaufen. Das Gleiche gilt für die Zweitschnittlinien 6. Darüber
hinaus muss der Winkel zwischen den Erstschnittlinien 4 und den Zweitschnittlinien
6 bzw. zwischen den Einsatzschnittlinien 8 und den Zweitschnittlinien 6 auch nicht
zwingend orthogonal sein. Die jeweiligen Schnittlinien können auch in anderen schrägen
Winkeln zueinander angeordnet sein.
[0023] Beim erfindungsgemäßen Verfahren wird die Plattenaufteilsäge 2 vorzugsweise von einer
programmierbaren Steuer- oder Regeleinrichtung teil- oder vollautomatisiert gesteuert.
Der Vollständigkeit halber wird noch darauf hingewiesen, dass das erfindungsgemäße
Verfahren nicht nur auf der in Fig. 1 schematisch gezeigten Plattenaufteilsäge 2 sondern
auf einer Vielzahl von an sich bekannten Plattenaufteilsägen bzw. -anlagen durchgeführt
werden kann. Es wäre z.B. auch möglich, dieses Verfahren auf der in Fig. 1 der AT
361700 gezeigten Plattenaufteilanlage durchzuführen. Man könnte hierbei jedoch auf
die dort gezeigten Kopfsägen 40 und 42 sowie die zugeordneten Transportbänder verzichten,
und die Erstschnitte sowie die Einsatzschnitte mit der Längssäge 3 und die Zweitschnitte
mit der Quersäge 11 der AT 361700 durchführen.
Legende
zu den Hinweisziffern:
[0024]
- 1
- Platte
- 2
- Plattenaufteilsäge
- 3
- Sägeblatt
- 4
- Erstschnittlinie
- 5
- Plattenstreifen
- 6
- Zweitschnittlinie
- 7
- Teilplatten
- 8
- Einsatzschnittlinie
- 9
- Teilstrecke
- 10
- Richtung
- 11
- Schnittende
- 12
- Abfallstreifen
- 13
- Maschinentisch
- 14
- Druckbalken
- 15
- Sägewagen
- 16
- Vorritzsägeblatt
- 17
- Führungsschiene
- 18
- Maschinentischfuß
- 19
- Absaugung
- 20
- Druckbalkenständer
- 21
- Drittschnitt
- 22
- Schnittendlänge
- 23
- Richtungen
1. Verfahren zum Zersägen zumindest einer Platte (1) mit einer Plattenaufteilsäge (2)
mit zumindest einem Sägeblatt (3), insbesondere Kreissägeblatt, wobei die Platte (1)
in einem ersten Verfahrensabschnitt mittels eines Erstschnittes oder mehrerer Erstschnitte
entlang einer linearen Erstschnittlinie (4) des Erstschnittes oder mehrerer linearer,
insbesondere zueinander paralleler, Erstschnittlinien (4) der Erstschnitte in voneinander
vollständig getrennte Plattenstreifen (5) zersägt wird und die Plattenstreifen (5)
anschließend in einem zweiten Verfahrensabschnitt mittels eines Zweitschnittes oder
mehrerer Zweitschnitte entlang einer linearen Zweitschnittlinie (6) des Zweitschnittes
oder mehrerer linearer, insbesondere zueinander paralleler, Zweitschnittlinien (6)
der Zweitschnitte in voneinander vollständig getrennte Teilplatten (7) zersägt werden,
wobei die Erstschnittlinie(n) (4) schräg oder orthogonal zu der Zweitschnittlinie
(6) oder den Zweitschnittlinien (6) angeordnet wird (werden), dadurch gekennzeichnet, dass während des ersten Verfahrensabschnitts entlang zumindest einer linearen, vorzugsweise
parallel zu der (den) Erstschnittlinie(n) (4) verlaufenden, Einsatzschnittlinie (8)
zumindest ein Einsatzschnitt gesägt wird, bei dem die Platte (1) nur auf einer Teilstrecke
(9) zersägt wird, welche kürzer als die gesamte Ausdehnung der Platte (1) in Richtung
(10) der Einsatzschnittlinie (8) ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im ersten Verfahrensabschnitt an einem Ende der Teilstrecke (9) ein, vorzugsweise
in Richtung (10) der Einsatzschnittlinie (8) über eine Schnittendlänge (22) längserstrecktes,
Schnittende (11) ausgebildet wird und im zweiten Verfahrensabschnitt mit zumindest
zwei Zweitschnitten zumindest ein Abfallstreifen (12) aus dem Plattenstreifen (5),
in dem der Einsatzschnitt angeordnet ist, herausgesägt wird, wobei zumindest das Schnittende
(11) der Teilstrecke (9) des Einsatzschnittes vollständig innerhalb des Abfallstreifens
(12) angeordnet ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Platte (1) bzw. der Plattenstreifen (5) beim Sägen des oder der Erstschnitte(s)
und/oder Einsatzschnitte(s) und/oder Zweitschnitte(s) auf einem Maschinentisch (13)
der Plattenaufteilsäge (2) liegt, vorzugsweise von einem Druckbalken (14) auf dem
Maschinentisch (13) niedergehalten wird, und das Sägeblatt (3) zum Sägen des oder
der Erstschnitte(s) und/oder Einsatzschnitte(s) und/oder Zweitschnitte(s) von einem
motorbetriebenen Sägewagen (15) entlang der jeweiligen Erstschnittlinie (4) und/oder
Einsatzschnittlinie (8) und/oder Zweitschnittlinie (6) relativ zur zu zersägenden
Platte (1) oder zum zu zersägenden Plattenstreifen (5) verfahren wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Platte (1) bzw. der Plattenstreifen (5) beim Sägen des oder der Erstschnitte(s)
und/oder Einsatzschnitte(s) und/oder Zweitschnitte(s) auf einem Maschinentisch (13)
der Plattenaufteilsäge (2) liegt, vorzugsweise von einem Druckbalken (14) auf dem
Maschinentisch (13) niedergehalten wird, und die zu zersägende Platte (1) oder der
zu zersägende Plattenstreifen (5) zum Sägen des oder der Erstschnitte(s) und/oder
Einsatzschnitte(s) und/oder Zweitschnitte(s) von einem motorbetriebenen Einschubwagen
entlang der jeweiligen Erstschnittlinie (4) und/oder Einsatzschnittlinie (8) und/oder
Zweitschnittlinie (6) relativ zum Sägeblatt (3) verfahren wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Plattenstreifen (5) im Anschluss an den ersten Verfahrensabschnitt und vor Beginn
des zweiten Verfahrensabschnitts von einer Plattenstreifendreheinrichtung, vorzugsweise
von einem Drehtisch, gedreht werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der oder die Erstschnitt(e) und der oder die Einsatzschnitt(e) von einem ersten Sägeblatt
(3) der Plattenaufteilsäge (2) gesägt werden und der oder die Zweitschnitt(e) von
einem zweiten Sägeblatt (3) gesägt wird (werden).
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass dem Sägeblatt (3) oder den Sägeblättern (3) jeweils ein Vorritzsägeblatt (16) der
Plattenaufteilsäge (2) zugeordnet ist, mit welchem eine Oberfläche der Platte (1)
oder des Plattenstreifens (5) entlang des jeweils zu sägenden Erstschnittes und/oder
Einsatzschnittes und/oder Zweitschnittes angeritzt wird, bevor mit dem zugeordneten
Sägeblatt (3) der jeweilige Erstschnitt und/oder Einsatzschnitt und/oder Zweitschnitt
gesägt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Vorritzsägeblatt (16) unabhängig von dem Sägeblatt (3), dem es zugeordnet ist,
am Schnittende (11) des Einsatzschnittes abgesenkt oder abgehoben wird und damit außer
Kontakt mit der zu zersägenden Platte (1) gebracht wird.