(19)
(11) EP 2 194 215 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
09.06.2010  Patentblatt  2010/23

(21) Anmeldenummer: 08021065.1

(22) Anmeldetag:  04.12.2008
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E04H 13/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL NO PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA MK RS

(71) Anmelder: Leeder, Stefan
5020 Salzburg (AT)

(72) Erfinder:
  • Leeder, Stefan
    5020 Salzburg (AT)

(74) Vertreter: Berngruber, Otto et al
Patentanwälte Haft, von Puttkamer, Berngruber, Karakatsanis Türkenstrasse 9
80333 München
80333 München (DE)

   


(54) Urnensäule


(57) Die Erfindung betrifft eine Urnensäule, bestehend aus einem Segment (0) mit einem Hohlkörper (1), der zur Aufnahme und Aufbewahrung mehrere Urnekapseln (2) dient. Die Urnenkapseln (2) werden in Urnentragetaschen (3) mit höhenverstellbaren Trägerschlaufen (4) gehüllt und in die obere Hohlraumöffnung (5) eingeführt, von unten nach oben verlaufend, übereinander gehängt. Dabei wird jede Urnentragetasche (3), gefüllt mit der Urnenkapsel (2) mit höhenverstellbaren Trägerschlaufen (4), am oberen Aufhängekranz (6) befestigt und jeweils in deren Lage im Hohlkörper (1) der Urnensäule fixiert. Der Aufhängekranz (6) ist fest mit der oberen Hohlraumöffnung (5) der Urnensäule verbunden und beide werden mit einem Deckel (7) in beliebiger Form abgedeckt. An der Urnensäulenoberfläche ist die Kennzeichnung (8) des Urnensäuleninhaltes mittels einer Aufhängevorrichtung (9) vorgesehen, welche das Anbringen von Blumenvasenhalterungen (10) und Grabkerzenhalterungen (11) ermöglicht. Die Bodenverankerung erfolgt über ein Betonfundament (12), um ein platz sparendes, vertikales Aufstellen der Urnensäule auf jeden beliebigen Untergrund zu ermöglichen.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Urnensäule für Bestattungszwecke entsprechend dem Oberbegriff nach Anspruch 1.

[0002] Urnenkapseln werden in sogenannte Überurnen oder Schmuckurnen integriert. Diese werden in Urnenwandnischen eingemauert oder in Erdurnengräber vergraben. Es ist bereits ein Grabdenkmal aus der DE 100 01 506 A1 bekannt, welches zur Aufbewahrung von Urnenkapseln im Freien dient. Dieses Grabdenkmal ist in Segmente geteilt, jede Urne beansprucht einen separat abgetrennten Raum. Ein Nachteil eines solchen Grabdenkmals besteht darin, dass es zwar ein räumlich getrenntes Gedenken ermöglicht, dass aber andererseits ein erhöhter Platzbedarf im Inneren des Hohlraumes durch Abschlussstücke erforderlich ist.

[0003] Die Lösung des Problems erfolgt durch die im Anspruch 1 genannten Merkmale. In den Unteransprüchen sind bevorzugte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Urnensäule wiedergegeben.

[0004] Der Platzbedarf der erfindungsgemäßen Urnensäule ist verglichen mit den bisherigen Urnenaufbewahrungssystemen in Form von Grabdenkmälern um ein vielfaches geringer.

[0005] Nachstehend ist die Erfindung anhand der beigefügten Zeichnung beispielhaft näher erläutert.

[0006] Fig.1 zeigt eine freistehende, vertikale Urnensäule in der Ansicht. Fig.2 zeigt das übereinander Hängen und die Lage der Urnentragetaschen (3) mit eingehüllten Urnenkapseln (2) im Hohlraum (1) der Urnensäule. Fig.3 zeigt mehrere Urnentragetaschen (3) mit höhenverstellbaren Trägerschlaufen (4), die mit dem Aufhängekranz (6) verbunden sind. Jede Urnenkapsel (2) wird in eine textile Urnentragetasche (3) mit höhenverstellbaren Trägerschlaufen (4) gehüllt. Durch das Einführen in die obere Säulenöffnung (5) und ein von unten nach oben verlaufendes, übereinander hängen der Urnenkapseln (2) mittels der Urnentragetaschen (3), soll dieser Hohlraum (1) als Aufbewahrungsort für Bestattungszwecke im kommunalen und privaten Bestattungs- und Friedhofsbereich genutzt werden. Die Säulenöffnung (5) am oberen Ende des Segmentes (0) der Urnensäule wird mittels eines Aufhängekranzes (6), der in beliebiger Form und Material gestaltet ist, aufgesetzt und dient als Aufhängevorrichtung für die textilen Urnentragetaschen (3) mit höhenverstellbaren Trägerschlaufen (4). Der Aufhängekranz (6) wird durch einen Deckel (7) in beliebiger Form und Material abgedeckt. Im Deckel (7) befindet sich eine färbige Lichtquelle, die mit Solarzellen ihre Energie speichert und bei Dunkelheit Licht abgibt. Die Urnensäule ist mit einer Sockelplatte (12) verankert und kann auf jeglichen Untergrund gestellt werden. Der Platzbedarf der bisherigen Urnenaufbewahrungssysteme in Form eines Grabdenkmales ist verglichen mit erfindungsgemäßen Urnensäulen um ein vielfaches größer.
Im Ausführungsbeispiel ist die erfindungsgemäße Urnensäule wie folgt aufgebaut:

Urnensäule (Fig.1) in runder, ovaler, dreieckiger, viereckiger, fünfeckiger, sechseckiger, achteckiger oder vieleckiger Form und unterschiedlichen Abmessungen. Das Material kann aus Naturstein, Kunststein, Normalbeton oder Terrazzobeton bestehen und kann in vielen Varianten eingefärbt werden. Die Oberflächengestaltung kann nach belieben schalungsglatt, geschliffen, gebürstet, gestockt, sandgestrahlt, poliert, bemalt oder beklebt werden. Die Urnensäule ist auf ihrer Außenseite mit einer Aufhängevorrichtung (9) zum Anbringen von Gedenktafeln (8) und Grabschmuck wie Kerzenhalterungen (11), Blumenvasenhalterungen (10) oder ähnliches gekennzeichnet. Die Urnensäule steht auf einem betonierten Untergrund oder Betonfertigteil und kann in beliebiger Form in die Landschaft versetzt werden.




Ansprüche

1. Urnensäule zur Aufbewahrung einer oder mehrerer Urnenkapseln (2) für Bestattungszwecke, bestehend aus einem Segment (0) mit einem Hohlraum (1) und einer Säulenöffnung (5) am oberen Endbereich der Säule, dadurch gekennzeichnet, dass die Urnenkapseln (2) in Aufnahmen angeordnet und in dem Hohlraum (1), von unten nach oben verlaufend, übereinander gehängt sind.
 
2. Urnensäule nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Urnenkapseln (2) in dem Hohlraum (1) höhenverstellbar aufgehängt sind.
 
3. Urnensäule nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmen durch Urnentragetaschen (3) gebildet sind, in die die Urnenkapseln (2) gehüllt sind und die höhenverstellbare Trägschlaufen (4) aufweisen.
 
4. Urnensäule nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Säulenöffnung (5) ein Aufhängekranz (6) zur Befestigung der Urnenaufnahmen (3) vorgesehen ist.
 
5. Urnensäule nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufhängekranz (6) an der oberen Säulenöffnung (5) durch einen Deckel (7) verschlossen ist.
 
6. Urnensäule nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Außenseite des Segmentes (0) eine Aufhängevorrichtung (9) für die Kennzeichnung (8) der Urnenkapseln (3) vorgesehen ist.
 
7. Urnensäule nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufhängevorrichtung (9) mit einer Blumenvasenhalterung (10) verbunden ist.
 
8. Urnensäule nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufhängevorrichtung (9) mit einer Grabkerzenhalterung (11) verbunden ist.
 




Zeichnung













Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente